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Wiener Morgenzeitung · 1921-03-23 · Heft 775 (23.3.1921) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
3 (1921)
Issue
Heft 775 (23.3.1921)
Date
1921-03-23
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Das „Berkiner Tageblatt" meldet aus München: Der bayrische Ministrrat, der heute zwecks Stellungnahme znm Entwaffn u n a s g e setz Züfsmmengetreten ist, hat sich einstimmig dem Standpnnlrle des Ministerpräsidenten v. K a h r angeschlossen» datz die dayrr che» SelbstschuHor^anrsatisne» ihrem Wesen nach nicht unter die BestiMMungen des nenen Gssietzes fallen und deshalb a n f r e ch tzue r a L t e n feien. Die weiteren Vereinbarungen in dieser Frage sollen im Wege von Verhandlungen zwischen der bayrischen Regierung «nd der Rtzichsregierung geregelt werde«. Me Abstimmung in Oberfchltzsien. Eine deutsche Mel-un i. Perli», 22: März. (Del.-Komp) Nach amtliche n Fe st st« l^lu n g e n wurden nach de» bAherv orliegenden Nachrichten in Oberschlesien fstr^ Deutschland ^l. 6.406 ÄtgsgGLrrDaS Er- - •' gebttis/brr 'Allstimmung hat auf 'die französische/Oeffentlkchkeit Merraschend gewirkt, da man wenigMns in. gewissen 'Landgemeinden eine starkem polnische Mehrheit erwartet hätte. Man' suchtden ungünstigen Ausgang der^-Abstimmung für Polen auf hie w ictf’dj a f tliche Lage und den schlechten Stand der po l n l s ch e n M a r k zmück^usühre».' BdrU», 22. März. Die Blatter' deröffäntlichen die endgültigen Wahlen det interalliierten Komissiön über das Ergebnis der Abstimmung in Oberjchlesien. Danach wurden 716M6 deutsche und 471.468 polnische Stimmen abgegeben. Hinsichtlich der Mehrheiten der Kreise hat sich nichts mehr geändert. Beuthen-Strdt und Land hat noch' immer eine deutsche Mehrheit^ Der Krcis Groß-Strelitz hat eine geringe polnisch-Mehrheit, Kattowitz-Stadt und Land eine deutsche Mehrheit. Eine polnische Meldung. Die Wiener polnische Gesandtschaft teilt auf Grund telegraphischer Berichte aus Warschau und Krakau über die Ergebnisse der Abstimmung in Oberschlesien folgendes, mit': > - ' - Die Ergebnisse der Abstimmung in Oberschlesien sind im großen und ganzen für Polen sehr günstig. Im ganzen östlichen und südlichen Teil, des Abstimmungsgebietes hat Polen gesiegt. In den Bezirken. Pleß, Rybnik, Kattowitz, Bsüthen und T a r* nowitz ist eine überwiegende Mehrheit /zugunsten Polens ftstgestellt worden. Es dürften 67 Prozent der Stimmen polnisch sein. Im ganzen Industriegebiet s mit Ausnahme von K ö n i g s h ü t te wurden 60 bis 75 .Prozent polnischer Stimmen abgegeben. Das Ergebnis ist also für-Polen überaus günstig. Bloß in einzelnen Städten fiel, wie vorausgesehen wurde, die Majorität zugunsten der Deutschen aus, ebenso 'in .den nördlichen Bezirken. Der Verlauf.der -Abstimmung hwtr im großen und ganzen ein ruhiger. In einzelnen Ortschaften,/ die in der Nähe der polnischen Grenz« liegen, wurden die deutschen Zollbehörden zum Teil bereits liquidiert. Die Beamten reisen in großer Eile ab. Polen verlangt eine Teilnng Vl Schlesiens. Veerr», 22. Marz. Wie btt WtöU „Mstin" bsrichtet» hat die polnische Staat»» regisru«g a» de» Obersten Rat eine Note ge« richtet, worin ersucht wird. Schritte dahin zw, «rrterRshmen» daß eme TsilynZ OderschiefiestM erfolge »nd datz die Bezirks, die für PokeM geMmMt haben, dem polnischen Reich einverleibt werden. Dis/f r a »zo fisch e NegierunD habe grundsätzlich brschloffen, de« polg n i sch e « A nt r ag z nun t e r st L tz e«. Die Proteste der Neutral«» gegen die Londoner BeschlüW Rom, 22.März.„Epoea" meldet, datzvo« fünf nentralen. Staaten an den Völkerbund Proteftschreiben gege» M «irt» fchaftliche» Snkttone« abgegange« feie«. Dev Völkerbund rat werde äufgefordert, eine R e» visi o« der Londoner Beschlüße scho« i« iMtereffr?-"Msi'. Mern'a.tto«alle« verkehr» baldmöglichst,'ln dis Wsge'.Z« lleitie«^^ Hoover gege« die Bolschewik?«. Paris, ' 22. März. Nach einer Meldung gjis. shington hat' dsri SLkretär. für.Handel, H y o bec, ew , klärt, die Wiederaufnahme der Handelsbeziehungen-, mif Rußland'bleibe: so lange unmöglichals der B^y-dsichM? wismus nichtsein ''gegenwärtiges-iMrMrMystWl'^ aüfgeg-eben - habe.: Die /Wtedsrbehr des wirLschAftlicheg> Gleichgewichtes in-Europa hänge mit der Abkeh^- R u ß l and s' v o m B o L s ch e w i s m u s zusamme».l Europa werde normale Lebensbedingungen, erst ■ «t-fwal;; Tage wieder erlangen, da.Rußland sich -der .G ü-t.em e-r z e-u g u n g züwenden werde. -Mit - Rußland - Handelgegen Go ldzahlüng zu. beginnen, stelle noch keine Abhilfe in den gegenwärtigen wirtschaftlichen Schwierig-, keilen Europas dar. und jauch die von den Bolschewiken 7 im Tauschhandel eingeführten Warenlieferung«») würden die Produktion Rußlands nicht wiederherstelle^' Der Wiederaufbau in Frankreich. : Paris, 22.^ März. <Tel,-Komp.) Dev fxqnzSsisch»^ Allgemeine A beitsbund, der sich zur Lösung, des Pr»? 7 >blems -- des Wiederaufbaues der zerstörten Gebiet« miß den 1 d e u t f ch e n Gc wer k s ch a ft«»’, und mit ®c» tretern, der . zerstörten Gebiete in. Verbindung gesepE'^ hat, hielt eine Versammlung ab, in welcher ein praktisches Programm für den- Wiederaufbau entwicvelk wurde. Me zerstörten Städte, waren vertreten, Di». C- G. T. schlug-die BiLvng-eines.VeBandes.allerbi» jetzt noch vereln'Slden kooperativen Gewerkschaften de»^ zerstörten Gebiete vor. Hinsichtlich der ArbeitskräfD^ des^ Materials! und der Kredite r'erktärte 'die..E. daß das einzig praktische: Mittel sei,'s ich an D« ütschpl a n d z u w e n d e n und von ihm den. Wiederaufba«' zu -verlangen, statt ungezählte Mittiardenforherünge« aufzustellen. D e ganze deutsche A b it sott unter &**' trolle des Verbandes der kooperativen Gewerkichaften stehen. Nach diesem System werde der Wiederaüfb«« nicht v ierzig. sonderti sechs bis zehn Jahre dauern. . ' -7-p. Wien, 2^. Marp . In der scharfen Kritik, die mit vollem Rechte die. letzten Forderungen der Entente ' an Deutschland und die Verhängung von Strastnitteln hegleitet, ist sin Umstmd.. übersehen . worden,. dtzr. zur Beurteilung . der ganzen, Angelegenheit' von Glicht ist.. Lloyd . George bat es.für angchracht erachtet,' der deutschen. Delchation Ue vom militär.isthen GesichtsP.ün.st . unnötigen, vom. wirt- Mstlichen aber sehr . Wohl verständ'lichen Zerstörünsten M fxanzöstschen und belgischen Industrie, vor Augen zu Wren, vor ihr das Bild des Krieges, auf die Wand zu Wftn uyd .MauSdie Stiminüng'.^ zu erklären, in' '-chHer Frankreichs und Belgiens . Vertreter an den. Pe- HWüngen terlnehmen. Er hat. aber. außerdem mit' großem Machdruck ' auf die. t "vone ^Deutschland' 'über- E-Hmnchne '-BeätpADnnL zur stöMtun'gtttund.Abliefsrung.' ^des,tEiegstzeratetz. hingewiesen..'-Dabvn findet 'sich aber EMr in den, Berichten des Mmisters Simons. noch in W^HrörterMgetl-/der deutscWn.. Presse.Erwähnung.. . Nup.t in (her' 'Debatte vor demt eEntchaffnungsausschutz Hs. deutschen Reichstages wurde der.'. Standpunkt oertreten, daß' die von her Entente! begangene Verletzung HS - Kede«ertrages auch. Deutschland ' von . seinen. Berpflichtu'ngen/ entbinde.. Diese... Anschauung/ über. Men', moralischen Liefstand' man kein .Wort zu verlörest chxaücht, ^hat. es. zuwege gebracht,. daß die. Regierungsvorlage^ über das."EntwaffnungSgesetz vom Aus». Wütz'''so/zugestW..würde,, daß itt.Zukünft die. Behänd? rstnA..'.hewäMKket. VereinrgUngeu.'. Sache/ der.Landes-' WWtzst-' Ir.Äitz' Ävisstsche BeMatzsuMung/ daß die? ^iiföocitn,. fic bon; .^qntic§öel6]Sri!^~Sit^ für/ iryiitz'.HqchW. WM/'., hast "dtzr Rsichsrchieruyg verfügt> cherden' könne!. hebt ddP. ganze 'Gesetz, 'aus. den .Äugeln UM mW. es zu einer 'Quelle' derswildesten- Kompetenz^ -WMWt'östj derey vergiftende.. Wirkungen man in der^ - GsschWe'.ÄrstS'Hdsn'Staates, siuden -kann. - '''' - Diese EntwrÄung > wivd -sicherttch von der französischen .-KßHpresse^ mit Freuden begrüßt werden, die sich in, allem' und jedem von Fälschungen freihalten ' und . - Hiß- .-'auf./ die Treibereien - ihrer - nationalistischen Hartner m Deutschland hinweisen kann.' Die von den bayrischen-. - . Regierüngskreisen . . .ausgehende .Reichs- .sMMge ist. der größte' Gefallen,'''Ner >en^.'«ntideintschen. Htmnrungen geleistet werden kastn, und es ist nicht ver- WHdersich,'.daß /man.. M Fmnkreich diese Münchener Mch-fryhU^^ Zersttzlägüng.Deutschlands durch immer Meuten Druck auf die Berliner, Regierung unterstützt. Machen ist heute das Zentrum, aller Revanchepolitiker, a^r Reaktionären, aller kriegsfreudigen Generäle. Von . Bayern aus wird , stets der. unpolitische Charakter der . . Orgesch betont, deren harmloser Zweck lediglich die Aufrechterhaltung der Ordnung, und. sier Schutz' de? Reiches stzi. Ob dies alles gerade die Sache eines einz.lnen Landes sei'u>Ä>. ob nicht gerade, die Vtzwaffüng unkontröllier-. harer' Banden die Staatseinheit einer gefährlichen Berösiung aussetzt.. danach fragt niernanh. Die Soldaten-. spielerei und die Sehnsucht nach dem . Feldwebel ist stärker..als. die. einfache Einsicht, daß das mißtrauische ÄuÄand sich aus solchen Dingen die Nnterloge für, seine Ganktipnen holt. , . . . / .' Die- Baseler „National-Zeitung" versucht, es, eine Erklärung für diese haarsträubende Gedankenlosigkeit zu geben: „Die Niederlage hat keiner von den Münchener Schreiern begriffen und.man spricht dort so, als schriebe Ludendorff noch seine H.eresberichte. Was dazu nicht paßt, ist englische Lüge, Dolchstoß von hinv», jüdischer Schwindel oder' bolschewiklsche Mache. All'-allem ist Berlin - schuld, aber so wie Bayern sich des Berliners Gisner und der Röten erwehrt hat, so wird es an Stelle che§ verfäulten Berlin Deutschland retten. Wie dies geschehen soll,' darüber Herrscht Unklarheit, allein die Schreier - berauschen sich an ihrem Lärm, an ihren Pöbeleien, an ihren Beschimpfungen gegen die Sieger, die -töricht genug waren, ihren Druck! Hicht dorthin -zu Verlegen, wo er am notwendigsten wäre. So ist München nunmehr das Zentrum der Rachekriegsschreier. der Mkenkreuzstudenten, der schändlichsten - Hetz« geworden/ Uber diese Hetze richtet sich gegen Deutschland und trifft öS'auch. Ueberhitzter Nationalismus sucht stets den fMner' in den eigenen Reih-n und redet ft.»S vvm Uolksvevrat. Hier 'begegnet - er - sich noch ' mit' der Ugstatiön der Schwerindustriellen. Li? ihre Presse tag» Kch r» dem widNliA«« fitii^ der nun einmal der Sieger ist, kommandieren. Mit*' unterbrochen ist diese Mache an der, Nrb.it, um'den ,-Schandfrieden", - die „schwarze Schande^, die - „Versklavung" recht fest in die Gehirne zu schlagen, um hie Rachsucht rege zu halten und die Wahrheit über dir Schuldigen zu verbergen. Die Schwerindustrie verhindert «S, daß man erfährt. Driand hübe in der Kammer Deutschlands schwere Lage anerkannt, aber die Heranziehung der Kriegsmilliardäre und der sonstigen IBugittg -nseraten. Diese Element« m Sntlastümz/ des ehrlichen deutschen Arbeiters zu schröpfen/ihnen tat* blutigen Gewinn aus Kanonen urH Giftgasen zur Cr»" leichterung der' Reparätionen abzunehmen, das Larß - nicht sein; das verlangen nur Juden und fäjiF Winsler.' Lieber ist ihnen der fremde Soldat »E deutschem Boden, der ewige Krieg im Frioden und di» ' Blockade, ob sie nun von feindlichen Truppen -der v-U' den DividercheaaLenten dös Herrn Stinn«»'' Mk - . '• - v_;:- r:/

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