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Wiener Morgenzeitung · 1921-03-22 · Heft 774 (22.3.1921) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
3 (1921)
Issue
Heft 774 (22.3.1921)
Date
1921-03-22
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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&tiie4x Mett. Dienstag Wiener Morgenzettnng -2L März 1921 Nr. m ErZe 2nd eine Katast vphe bedeut'« GemcrnsaNtLGren en. erfordern nur Handels-- und Verkehrsübercinkomrnen, «über keine politische Annäherung. Der neue tschechische Fivüttzminister. Prag, 21. März. Der Präsident der Republik Hut das Dennssionsgesuch des FinanzministerZ Dr. Englisch angenommen und an seine Stelle den Präsidenten der ZinanzlandesdicekLion Hanaeik ernannt. Das Budgetpravisorium in Ungarn angenomMen. Bndüpeft. 21. Mä'.z. (Ung. Tel.-Korr.-Dur.) Dir Nauorial« bersaarmlung hat heute das B u d g e t Provisorium m Lesung angenommen und sich. hierauf' bis zu« 6. April U. W Tagesbericht. Der alte Löse TrrLeL. . Eine Humoreske von Abraham Steife». II. Aber mtt jebeitt Tag fühlt er, daß der Löse Trieb zur IMickkeit bei ihm stärker wird. Vor wenigen Tagen erst ist er des Abends an einem Beth-Hamidrcrsch vurübergega'ugen und konnte sich, mit Mühe, zurückvalten, eiilZuLreten und zu . sehen, was dort vorgehe, seit der langen Zeit, wa er nicht Mehr drin war . . . (Kr verantwortete sich vor sich selbst, es gehe ihm nicht um die Religion, sondern , um die Anknüpfung an das Volk. . . Aber er wußte, das. sei nur eine Ausrede, am sein frergeistiges Gewissen zu beruhigen, Ln Wahrheit aber ziehe es ihn in die Schul. Er . möchte so gern, hinein, das. Abendgebet sprechen und dann aus hem Bücherschrank den „Ejn-Jakob" hervorholen, sich in einem'Winkel setzen und mit dem alten Singsang in ferne Welten versinken Es tfi wahrhaftig ein böser Trieb, er packt und zieht, es ist ein Unglück, man muß alle Kräfte zusammennehmen, um ihn zu bekämpfen. ... Wie Leon nach Hause, kommt, versucht er sich vor den: bösen Trieb durch ein Kapi el Darwin zu retten... denn es ist nicht so ohne. Man kann da in Satans Hände fallen. . . angeblich heißt es zurück zum Volk . . . man weiß ja, wie das gemeint ist . . . es heißt nicht mehr und nicht weniger, als' ein Dunkelmann werden... eines bringt das andere mit sich... Es gibt fa Beispiele aus der Geschichtedaß'Freidenker zum Schlüsse abtrünnig geworden sind und alle Nobles gebar: haben . . . . . . ...; Unb Leon suchte nach Mitteln,- uin sich vor dem e)u.. all dem gibt es genau so einen bösen Trieb, mie zur Abtrünnigkeit — er arbeitet bloß in der umgekehrten Richtung — er rät einem das, was einst ein Zerbrechen war und jetzt eine Tugend ist und sobald es eine . Tmgond wirb, da-will'V der bösp'Trieb nicht mehr... Und Leon, kämpft mit dem bösen Trieb in der Mctte seines Leberrs genau so, wie einst in s^snen '"na^-'.irfahren. -;• /■ M,rs dem Jüdischen von Siogfriü) S ch m i tz.) Die Bekämpfung der ZvshrmngsnoL. Bulldesminister Heinl empfing - gestern ^ine Lcr-utation des Reichs Verbandes der Baumaterialien^ Händler der Republik Oesterreich,'die den Bundesminister ersuchte, . geeignete Maßnahmen zur Behebung 'der Wohnungsnot einzuleiten. Präsident Heinrich Eber schlug dem Minister vor, -den - staatlichen - Wohnungs- M'orgsfonds, zu einem Wo h n u n g s- und S ied- % u n gsfond§ um zu gestalten,, der den Bau vo n Wohnnngssiedlungen und, Wer.kftrttenhLusern sowie Kinder- und Jugendheimen in einem Gesamtbetrag'von Millionen Kronen ermöglichen, soll. Auch möge bic Mgierung. durch eine Vollzugsanweisung die Bedingungen der. Inanspruchnahme des Fonds zwecks Vermeidung. nachteiliger Verzögerungen publizieren. Auch müsse die private Bautätigkeit mehr gefördert werden. Zum Schluffe wies-Vizepräsident Glöckner auf die großen Schäden hin, die der. Bautätigkeit durch den Wirtschaftsverband der Zementinduftrie, der eine ganz sinnlose . Zentrale sei, zugefügt werden. Nachdem noch die Herren Architekt KuLatschek, Gara und Weisel weitere Wünsche der Branche vor- LÄracht^haLeu, erklärte Bundesmimster Heiul. dies ihm gemächbe« Vorschläge für höchst beachtenswert urch teilte mit, dgß er das Staatsamt für. soziale' Fürsotg^' in der Frage der Erweiterung des Wohnungsfürsor'gesonds unterstützen werde. Auch sei einG.'setzenttvursi in BorLereitung, der sich mit der Inanspruchnahme bÄ Fonds, beschäftige. Was die Auslösung des Zement- LartellS anlangt, so erklärte sich BunLeZminrfter Heinl als prinzipieller Feind jeder Zentrale und sagte die Auflösung des Verbandes zu, sobald sich die Kohlen- Situation gebessert haben würde- , .. - , .» . . - Gesternhat die feierliche GrundstTn^gung für .^dia KriegerhfimstätLen in Aspern stattgifunorn, £>e£ ^ieaivlLeLmLStLen^uds fctfe. N»r totom ter Mitteilungen ans dem Publikum. Mde Weiner Hermann Bngspng Verlobte Wien, im März 192 L 1« Den Neuvermählten Herrn Ello Luft und Frau Rose Luft geb. Rübe! gratulieren herdichst Sigmund Klinghofer und Frau *63T B RILLANTEN, Perlen, Gold, Silber, Platin n.Uhren k auf t unfl verkauft 776 ETTER Rotentaxmstr. 23, IS&rlahllierstr. 98 Grösster und bester Käufer Wiens «2C Brillanten, Perlen Juwelen, EdelstelnhändlerBabinowitsch, Juwelier I. Maximilianstrasse 5 II. Stephanlestras3e 3, nur Nr. 3 (jetzige Mahierstrasss) (jetzige Hollandstrasse) Tel. 8541 und 45146 im eigenen Hause Freitatab6 Uhr u.Samstnj jeschiosstn. Horen Sie such unsere Preise und BureaumoSsel die grösste Auswahl LeopoldStelnhart £., 'Blborstracus* ETr. 0 Scfcroibm&schmenreparaturen rasch, billig and xat 152 Tel. 4073/V1I1 Wir bringen unseren P. T. Runden zur Kenntnis, dass wir in „unserer - unter Aufsicht des Rabbinkts der „Adass Jisroel“ stehenden Flelscfilbaiik. II., lut Werd ft. diese Woche prima tirogarisclies, sellbsfcgescltSacfatetes Rind' und Kalbfleisch zum Verkamt bringen Telephonische. Aufträge werden unter N«mn er 14-5-14 und 49-1-75 entgegeneenommen. 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Der Fonds: unterstützt sie wirksam durch Ueberlassung des Baugelänbes gegen einen Anerk'nuungsziu^, von Ziegeln gegen mäßigen P.eis und durch sinanziolle Mithilfe.. Die' Invaliden hoffen,' die jetzt begonnenen Objekte in wenigen Wochen int Rohbau jertigzusteklen und in dem Maße, als ihnen" von Bund und Gemeinde die-Hilfe des geplanten. Siedlungssonds zut-»il!wrrd, auch die weitere'Mche mit Einfamili.'nhäusern. zu bebauen. - Das Licht wird wieder VertsuTv^. ' .Der' gemeind^rätliche Ausschuß für die städtischen Unternehmungen beschloß gestern neue Preise für. den Bezug van.Gas ünh -elektrischem. S Lp am. Der Preis.für den Kubikmeter Gas wurde um 90 Heller erhöht,' . so' daß'/ et für die laufende Ableseperiode 10 Kronen 50 Heller üetrügt.' Die. Preise für den Bezug van elektrischem. Strom, für Lichtzwrcke. wurden um 14 Heller und für Kraftzwecks um 12 Heller erhöht- Es. ist also für die laufende Ableseperiode für den Lichtstrom pro Hektowattstunde. eip Preis von 2 Kronen 25 Heller und M. den Kraftstrom ein solcher von 1-Krone 80 Heller zu entrichten. Diese neuen Preise sind, wie aus dem Rathaus erklärt wird, streng den tatsächlichen Gestehungskosten angepaßt, wurden auf G.rund. brr -vom.' Gerneindevat genehmigten „Kohlenilaml“ erreMpL unL erlL«L>UL. wenn der LLadiLmat morgen seine Zustimmung gibt^ ohne Beschlußfassung durch den Gemeinderat Wirksamkeit. In der Sitzung: wurde auch eingehend die S L a f f e l u n g d e r G a s- und St rompreise erörtert, und der Beschluß gefaßt, ein Komitee mit der Ausarbeitung von Vorschlägen zu beauftragen. Die Mediziner und der Zahntechnikerstreik. Mr erhalten folgende Zuschrift:. Die gesamte Medizinerschaft der Universität Wien er». klärt hiemit, daß es durchaus nicht angängig ist, daß icgLM» welche Eingriffe chirurgischer Art von Laien ausgeführt werden dürfen. Es mutz dreS vielmehr daö unbestrittene Recht des vollständig ausgebildeten Arztes bleiben, dem allein in gefahrdrohenden Lagen, die geeigneten Mittel zur Verfügung stehen, die Gefahr abzuwenden. Wir sprechen unsi daher auf das energischeste gegen die Forderung der Zahntechniker aus. Mit ihrer Ausbildung in der Zahntechnik habe»'sie sich nicht die Kennt» niffe der operativen Zahnheilkunde erworben. Die Verhält» niste deS SchädelbaüeS sind fo kompliziert, datz es für einen Zahntechniker mit seiner, unzureichenden. Vorbildung unmöglich ' ist, in einem kurzen KurS, wie er von ihnen gefordert wird, >sich auch nur die Grundzüge der Zahnheilkunde» ge» schweige denn ein höheres Können, anzueignen. Wir können, nicht dulden, -datz dem Wohle der Bevölkerung im Jniereste einer kleinen Berufsgruppe schwerer Schaden Zugefügt wird. Es haben sich eben die Jnteresten der Einzelnen denen der Gesamtheit unterzuordnen. Die schweren ^Bedenken, welche vs» seiten der Aerzteschaft und den hervorragendsten Prosestore» gegen die Zahncxtraktion durch. Laien erhoben würden, er» wähnen wir^nur. - Sollten die Parteien den Weg des Kompromisses vor» schlagen> so bedeutet dies ein Hinausschieben und nicht eine Lösung der Angelegenheit. Es liegt nun nach den Ermven» düngen der maßgebenden.'Faktoren an den Parteien, die ohne* hin schon schwer geschädigte Gesundheit des Volkes vor einer weiteren Schädigung zu schützen, und wir hoffen, datz sie die einzig richtige Losung dieser Frage, die Aklehnung der For»v deruttg der Zahntechnikerschaft, sinden werden. Für den akademischen Verein' deutscher Medizinerr Adolf W i ä e. Für den akademischen Verein jüdischer Mediziner: Wolf Mandel. Für die akademische Vereinigung Wiener. Mediziner: Franz David. * Oberrabbiner Dr. Ehajes ist, wie uns telegraphisch miigetelt wird, am Sonntag wohlbehalten in Southampton an» gekommen. * Jane Austria. Die zionistische Dezirkssektio« XII/XV zeichnete einen Hain nett 1QOO Bäumen iär de» Jaa« Austria und zahlt? sofort K 10.000 für den ersten Garten ein« Die zionistische Beürkssektwn VI/VIII spendete dem Jüdischen Nationaljonds K 20.000 als erste Rate des ReinrtUageS einer Vorführung des Herzi-FilmS zugunsten des Jaar Austria mit der Bestimmung, daß st em Garten von 160 Bäumen aus den Namen Herrn und Frau K l tf tsch e k »uv Direktor Ott» Kreisler gepflanzt werde. Herr Richard Goldstern, Wie», spendete K 10.000 für einen Garten im Jaar Austria. * Ueberführuns von Pogromwaisen «ach PalL» stina. Auf einer Konferenz zw frlun Israel Belkind und dem gegenwänigen Joint-Dpektor Dr. Kaiser in Waischau versprach dieser den Beistand der amerikanischen Juden für die lieber» südrnng ostiüdiicher Waisenkmdcr i« die von Belkind a leitete Ackerbau'chule in Palästina zu erwirken. (Jüv. Korc.-Buc.) « Begräbnisie am hevttgen Tage. Alter Fried» h o s; 9 Ubr Bcttrlheim Daniel, 9 Uhr 4k» Min. Herz Marie» li.'Uhr 30 Min. Galitzenstern Erwin, 11 Uhr Ztiaßnh Regive, II Uhr 30 M n. Dre dnrr Delta, 12 Uhr Goldschmid Leonore. — N e n e r F r i e d h o f: 9 Uhr 30 M>n. Rosner Samuel, 10 Uhr 7S.torch Schisra, 10 Ubc 30 Ml» Reich Julie. 11 Uhr Bock Julie, l V Uhr 80 Min. Ba l Ilona. 12 Uhr Fränkl Rosq. * Jüdifcher FlüchtUngSstrom aus Rußland. An der Ntauisch-rüfsrschen Grenze ^treffen täglich neue Flüchtlings» tr'ansporte' and. Rußland ein, die in Litauen wohl Aufnahm« finden, aber mangels an Wohnungen meistens obdachloO bleihen. Selbst die reichen Flüchtlinge können keine WohnungS» gelegenhet-t finden, wodurch daS^ Elend allgemein, ist und ums« größeren Umfang anzünehmen droht» al§ man mit dem Früh» ling einen überaus großen FlüchtlmgSzustrom aus der Ukraine erwartet/ (I: .K.-B.) * neue Dberrabblner von Saloniki Dar JÜV. Korr.-Bür. meldet aus Saloniki: In der Vollversammiuug der hiesigen indischen Gemeinde wurde keschlofsen, dr« jetzigen Öberrabbiner von Jaffa, Rabbi ben Zion Usiel. zunr OberrahLiner von Saloniki für die Dauer von fünf Jahren zu berufen. In derselben Sitzung wurde auch be» schlossen, daß jeder Jude,'der das 2l. Lebensjahr ükerschritte» hat, das Wahlrecht bei. den Gememdewahlen besitzen soll. Mangel «« Psiegerinnen im Allgemeine« Krankouhau». Wre wir «rtahre«, herrscht im Allgememm KlankrnhauS em derartig« Mangel an Krankenpstegerinnm, daß ui emzclnen Abteilungen Krankenzimmer grsperrt werden müsse». ES fehlen ungefähr 7o Krankenschwester« auf den nötlge« Bcdmf. Bewerberinnen im Alter von 20 HÄ 85 Jahren, deuti'chösterieichischev Staatsbürgerschaft, die drei Älam« Bürgttschule absylvurt oder eure mindestens gleichwertige Astgemeinbllduna mo Doi liebe sowie körperliche Eignung zum Krankrupslegeberuf besitzen- «ollen sich eiwstenS mu den Personaldokomenteu. letztenSchuluugmL, Imp fansweis, Zengniffe über äMUige bisherige berufliche Tätigkeit und einer selr stverfaßten, eigenhändig geschriebenen Schilderung deS Lebenslaufes m der Zeii zwischen - und > Uhr « der Direktion de- Allgemeinen Krankenhauses einfinde». . * Generaloderst Wenzel Wurm. Gest«« ist «in« der bekannteste« österielchischen Heeiführer deS Weltkr-egeS» de« Generaloberst d. R. Wenzel Wurm im 01. Lebensjahre anf der Klinik EtfelSberg gestorbm. AlloemelN bekannt wurde er uh Weltkrieg als der Beileidigrr von Görz. * Der IsterNch« Eisenbahnverkehr. Dem» der anhaltend ungünstigen VerkehrSlags ist die-StaatSeLsenbahnverwaltuug nicht in der Lage, zu Ostern umfangreichere ZugSver» mehrunge» eintreten zu lassen. Doch werden da« Schnell» und Personenzügen im Rahmen der zulässigen Zugsh^lastuNM beiLeseb«« werden^ Wr HtaaWahMrvst JBfli

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