Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 774 (22.3.1921)
- Date
- 1921-03-22
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Einzelpreis K U»L»«««r»tt»n»vreisea Wie«: 8** Aich»!« i» fctc qptMHiM, 2. Vezier» "Sstim» |C»wtc t M9 3, »der ir et«« verschleitfteLr <T«M r MinMHM. . StNM?<V- Srn-telj-tzertch „ «10.- ORtt V-ftversaad Vyr Wir» »»- vr-«r»ei ch: - Montttch .. Kroatz« 70.- ... Lschecho^kowerei; .. Sr»«e» «V.— »ierteljützrlt» „ ßt.~ b» tichrH»-fl-ttaki,'chkrWLHw«8 ttagisn: «»»«Ntch .. «roan, 7XmitrißHibtm ... **«.— »»«viföiet WLLrs»« ' fflMKi« . . Dt««. I*T Einzelpreis K L8.ÄSMU KOB d»NNNM<>«tiS>izUPPßi!d<A - •UBtt .'•■•■• «. «-mnitÄ. r'«s»r «»«l. t»pq«tsch« Op« ia»- «Sv««» . _ IhftBWrtt* ' •■■■ *'■. .. . .«»i «K Schweiz & MäMp'-ffitMttty Monatltch. . '.:F«moS 9«*? Wto», T«hseftrL->0! XelefrfcMte: 4403«, 40«; «v LUH» Bbrndr««. Nr. 774 Wien. Dienstag den 22. MKrz 1921 3. Jahrgang Rnffische Umgruppierung. — f; SB 11n, 22. ÜJtatv Die Moskauer „PrawÄL*,/das offizielle Organ der Bplschewikenregierung. kündigt. Len Uebergang des Systems zur Friedenspolitik äst. Rußland könue. nun daran gehen, seine Wunden ^zü heilen, den nationalen Wohlstand zu erhöhen und das Elend im Innern zu beimpfen. Es kann als sicher'gMn> .daß die Regierung den guten Willen hat, dieses PrMamm auszufiihren. SsiK gleicht jenem spanischen Wtz.hftLter, der ein Armen- Haus stiftete^ vorher aber dafür sorgte, daß recht viel Dxme vorhanden waren, indem . er hie Stadt asts-' chucherte. Rußland'ist schwer kranke , arrn. und ver. lenket. Wenn man diese Uebelstände.^ heilen will, so mutz man. ihre Gmn.de/suchen. Wenn die ^pwZetxegierung, hie. Irrständr bessern will, so gibt-sie/zu/'.daß. es .um das Land schlecht bestellt ist und daß es die ihm aufgelegten hatten, nicht ' mehr -tragen kann.' Eine, Regierung Don - dem Uelbstpewutztsein - und der llnfehlbark.it; der Diktatoren versteht sich nicht so rasch dazu, vor aller Welt der» BänkrM" Zü.proklamiere^. Sie. sucht.-allerhand' Ausflüchte uich' wäW sichgerne von/ jed?r/Schüld' rein./ Sst 'findet •fl1.auch jetzt die Gründe /M/--/btzy^RMergang'.ihM SysteMs.' in der Weltpolitik," die /yiichtfft.« gemacht We. soDdem England.' Ab/r . diese Spekükätiyn auf das schlechte Gedächtnis kann' nicht/lange^ betrieben werden. ' Zn Wirklichkeit ist diesesWstAn, das. sich ln keiner Art bewährt hat, von Sozialismus so' weit entfernt,' wie etwa die. WffassMg^ der deutschen HiegsmirtschäsL als Htäatssö^iÄrsmM'' Mer BolschWiSmrzK ' ist' nWs als M 'Bcvölkerung nach taüglich unL mDtÄglich. und tzat' stets daß. 'cha'rAtÄkistische 'Kriterium:-se: Kriegsdenkari: Me nimmt die Mittel, wosie sie findet und wie Ne ste rnr, Augenblick braucht. Die Folgen und Schäden st nd MenMhlitzWnbM BMeNW-MstL /Korrigieren bleibt aufgeschoben.'Man stoM-em .LEzN -uNd schafft em an»' tzeres.) Die - deutschen" Feldherren.-haben ihre Truppen, pöM Westen 'rchch dein" DM,'' bchn Norden nach dein Müdest ^sülange>,vrrschpben/ bis /sie überall in die, Bedrängnis der^ Defensive gerieten.:/dqnn brach Staat und Wer zusammen. Die' Sowjetregierung Hai bald Deutschfand, Lcckd Amerika ausspielest wollen; sie Hat/ohne Rücksicht auf. die .ganz and.rs gearteten wirtschaftlichen Konstniktionen Mittel- und Westeuropas-eine gewalttätige Agitation ihrer Methoden, , nicht etwa ihrer Ideen,'betrieben und wollte. .auf mehreren .Pfcrden zugleich Men. Sie hat Len. Ingenieur. Krassin nach London ge° ° Hickt und jn Leisten Jnstrllktionen ausdrücklich den traurigen -Zustand des Eisenbahnwesens - und - der Fabriksindustrie festgestellt. England sollte helfen. Aber zur Men Zeit, hat bie Sowjetregierung durch ihre Agenten tzen asiatischen Khane/ und sonstigen sozialistisch vorgebildeten' Fürsten den.. Bolschewismus als R.ttung vor England anpreiseu lassen. Der Emir von Buchara, bet von der Lehre Marx' ganz gewiß nicht einmal den Namen kennt,. wurde ,rn , Moskau / mit einer; Militär- Parade gefeiert,. der Massenmörder '.Enwrr 'dem Kongreß der unterdrückten Völker in. Baku als Freiheitsheld vorgeführt. Mit den nationattstlschen Türken in Angora, hie unter d?r militärischen Führung preußischer-, und rvssischer /Jüstker stehen, wurde,ün Bündnis gesucht. / Diese in allen kommunistischen Leitungen . angepßiesene Genialität diplomatischem Welldmkens, du? sogar Brücken zü. den deutschen/R.^ktionären suchte, wußte endlich einmal ihre resigniertes Ende vor: der: Meinmauer der einfachen Tatsachen finden. Der Hunger schafft diese-Mauer. Die Söwjetregierung mntz jhre Auslandspropaganda auf englischem ' Gebiet - aufgeven und verzichtet damit auf ein. gut - Teil des ^offensiven Schwunges'ihrer Idee; sie muß mit Polen Frieden schließen und durch Danderlip bei Harding Hilfe nnd Nahrung ansprech«n. Sie ist bettelarm und hat' nichts Mehr als' die - Armee; Geht - sie zum ' Frieden' Mer! so S<krat -sie - in die' Demob'ilisierunAsorgen-hält' sie die Armee: beisümmen, so muß sie sie beschäftigen. Di feS Dilemmabelastetdie Sowjets-und zwingt sie zur Umtzruppietung ihrer Pölitik. Daran' kann keine R;i)e Lenins etwas ändern -und 'seirle'-'Äür'fiihrüngdn-^aüf^'-dem Kvmmunistenkongreß betonen zu - stark die Notwendig- Feit der' Ewigkeit zwischen Bauern und Arbeit.rn. Er mußte pfNchtgtzlstüß' die inneren-Revoltsst als geringfügig hiustollen:- Er ist der Besiegte der uberlcgendn lMgliWu MW des. RGM M dex MM, Die englische vor Bon unserem » Korrespondenten. - ' / ' London. 1'. 192t. / Gestern fänd.im.OSerhouZ eine große.'Astsfpxache ü/'sr die MandatSP.olitik der englrschen R'egierung statt und der StaatssLkretät des'. Aeutzem antwortete auf. die an die Regierung gestellten,Anfragen. Lard JSlin-ton toyllte, wissen,, ob. das Parlament Gelegenheit bekommen werbe, die Mandate., für M es o p o t a m i.e n u rr d P a l ä« stina vor ihrer Unterbreitung ä« den Ncrt'des Völkerbundes zu bewilligen «cher abzulehnen./Die Autorität!deS,Parlaments darf nicht gekürzt.werden. Dpe.Mandate--^c..Palästina und Mesopotamien find, auf die Annahme aufgebaut, daß/alle verbündeten Großmächte. die vertragschließenden. Parteien seien. DaS sei aber tatsächlich nicht'der Fall,/da die Bereinigten Staaten nicht zu diesen vertragschließenden Parteien gehören. Daraus ergebe sich eine gewisse bevorzugte Stellung für jene Staaten, die dem Völkerbund Mgeh^ren, was En der Zukunft zst ernsten Konflikten. führeu> kann.^^ England habe den Arabern gegchLLtr Berpfsichtungen üher-nommen.. denen die Mandate in wichtigen /Liylen widersprechen. Me U-setzgebend^ Instanz in Palässin^ sei. eine , e r n a« n,t e. Er« uennung seiimmer gefährlich und nur dann wirksam und . - - Die - .. .;; ■ ■ '. / Zlvllvrrwaltutts in PalLstin» } . erhalte, sich angeblich sÄbst. - Die jährlichen Gmuahmen seien hiefür ausreichend, so .daß' keine Ausgaben auf -den briti° fchen Steuerzahler ifallen< Das könne nicht in bezug auf - die- Militärische Garnison - gesagt werden, von tder; -das Mandats rchzuhängen - scheint, Das . Parlament müsse wissen, warum.- diese Garnison nostvend^ ist, ob sie. nur-M. die.innere Ruhe d..e§, LauchpS oder für weitere Mch-zwtzcke mt« wendig. fssi. -Der. Boranfchlaq für tS21—tM2 beziffert die Truppen in Palästina.quf 4500 britische Md <3200 indische Soldaten. Die Kosten WfKr seien nicht'klar, .oa. sie -nicht pon den Kosten für Vresopotamien getrennt/sind; und -das Karlamentsollte informiert, werden,, une;groß die Kosten für PakL» sttna - mch. Mesopotamien -gesondert - seien. Hierauf befaßte sich der Redner..besonders eingehenv mit den Der» hältniffen in.Mesopotamien. Die AuSgahrn Englands in bezug auf Mesopotamien ssien ungeheuer und muffen verringert werden. : Für die Regierung antwortete..; /^ . der Staatssekretär deS Aeutzer« Curzvn. Die PolM der Regierung bezüglich den Mandate.fei aufgebaut auf den Bestimmungen der Konstitution deS BölkerbundeS. Die Frage der Uebertragung der Mandate an einzelne Mächte fei-dauernd behandelt worden und eS fei bekannt gewesen, wem insbesondere die Mandate im nahen Osten über-" tragen werden würden. Nur Eng l a n d- und F ranke e ich hätten sich zur Aebernahme dieser Mandate bereit erklärt,.^ und niemand sei dagewesen, der ihren - Platz hätte einnehmen können.- In- - /. -/' . - - . ' Ga» Ren» - - ist. die Uebertragung her Mandategeregelt 'worden.^ Hierauf ' sind die Bestimmungen des Mandats in Petatüngen zwischen den interessierten Mächten 'fesPesetzt worden^. ' England habe^ nicht gewünscht,'Frankreich oder Italien zu übervortetten und: umgekehrt. ES sei gewünscht worden, daß die Bestimmungen der Mandate soweit als. möglich übereinstimmen. Natürlich'sei das Mandat für Palästina auf einer, anderen Grundlage alS' jenes über M'e f o p o t a m i e n u n d S y r i e n' aufgebaut. Die ManLatSbestimmungen sind dem Rati des Völker- ' bundeS zugegangen, welcher die eingehende Behandlung - bis zur nächsten Sitzung aufgeschoben hat. Inzwischen' sind di« Bestimmungen durch eine Indiskretion in hie Presse g-kom« men. Die - Regierung habe sie nicht veröffentlichen d können»' ohne die Zustimmung aller an der Dertcagschließung ' beteiligten Mächte. Mittlerweile ist die Zuststimmung zur Ver« öffentlichung der Mandate für Mesopotamien und Palästina erreicht worden und die französische ^Regierung beabsichtige, das Mandat über Syrien bekanntzugeben. ES feizwecklos. Mandate dem Parlament zur Revision zu unterbreiten und dann die revidierte Fassung an den Rat LeS RNferbundeS M SbW»ittM. DiÄsr/MtK mm uÄsvMLirM Lag^s , und. die:vqm Unter- oder LbechauS revrdrLrte Fafsilstg varsich und.wüßte nicht, welche Fassung, er behünde!n--foL/M«sch. wüÄe die Stellung des Rates des Völkerbundes, herabs^tzen.. Deswegen können die Mandate nicht vorher^ de« P-a rlam ent unter breit et werden. , Hierau^/rpuüdte., sich der Staatssekretär gegen die Bemerkung, daß die,Ma.udatEff bestrmmungen bezüglich Mesopotamiens den den H x a b « e.n ' gegebenen Versprechungen zuwiderlaufen. Zum Schluß ustt^r" strich : der Staatssekretär die. Hoffnung,- daß die -MbsrnaKme.'. der-Verwaltung der Mandatsgebiete durch däS . KMwchlaE zu einer wesentlichen Verringerung der Kosten und fsthrung der Prinzipien führen'wird, die in den WgWten/'. verkörpert sind.- . - - - /- ./ .- ( Biseount. Drye'e.: Das Parlament-.sollteJ(ke'; jjföafc;. date diskutieren,, hepor sie. vom Völkerbundrat > behmrdeft werden. DaS Parlament -.müßteunter mrderem^)oiffey, .s», welcher Weife die . Bodenfrage in den Mandatsgebiets^ geMM- . werden wird. Wird, die Mandatsmacht. das EigeniUmSreD erhalten? Unter welchen Bedingungen wird sie Larrd zur- Verfügung. stellen? Wieweit wich das Privaftecht am/Vyde« gewahrt werden? Welche Vorkehrungen werden -für.' die lokale Selbstregierung getroffen? Diese. Frckgen beziehen, sich speziell auf hie afrikanischen Mandate.^Dasaustralische'Parlament habC/Hch für' SerechtM/.gechaMn^das'' vdn/..der/äus^aMchtzrö/' Ä^zr?.G Ü'r'ye,Mabz^/ andern, Es ier '^rcht^ wäW»'. rscNfDMn - E^aräkter häb'e' wie ein PertriH. .'Ein Börtrag^.seieist Ge«'- schaft zwis^n.-Zwer'RattoriLck,M'1>etst'jöder.'TeA'-M'.DL/1dÄ^ Beste herausschlagen' wolle.. Ein/'M<chLüt habe den'Myrakt«/ einer Treuhändverpftichturm (Trust). Das Wort/'^Trust*' -vetzöe'/in..'^dör' /Äo^Ht^tiost'- des - Völkerbundes gebvLhchL Es. ist nicht eine VesiMbertrggüng, eS^ ist nicht' ein eS- .ist/ nicht ein Kontrakt, es ist' eine Treuhandy^pfstrWd wissen/ wäs. die wirkliche- Gxfahxdes Mandatssysterns^ ist/' ES führt zu großen Versuchuntzen; es kannte im/'Huter^sie des. Staates, der. das Mandat übernommen hat, Dßbvaüchk wechech .' In solchen. Äntzelegenheiten ist GeherÄnistche'nrr niöht am Platze. Der'Völkerbund kann nur gedeihest.''wenn er durch - die aktive öffentliche Meinung der bestäs/'Md gr« kildetsten Menschen.unterstützt, wird und auch duxch^D/aÄei« - Lenden Klaffest,' deren Interesse ustd Sympstthie /'DtwendtA sirch./-' / ' '- ':'■■■? - 'i -i---• V J Der Erzbischof bo.«'Eantetbnty -ftatf nach best Kontrollrechten der Mandatarmächte über jene - Körperschaften, die eine philant'ropische, erzieherische, religiöse 'usttz Missionstätigkeit in den Mandatsgebieten ausüben: Wenn für solche Zwecke freiwillige Spenden aufgebracht werbe« und' die M'andatarmächte die Beiwendung dieser Gelder ineine« gewissen Dtaße kvntrollieren, so mutz dieseS Zkontrollrechi besprochen werden. - - --- Lo r d S yd enh astr erklärt,'das Palästina- Ma ndat gebe Anlaß zu verschiedenen Bedenken. ES verpfttchdb England für viele Jahre zu 'großen Ausgaben.- Außerdem binbst es . die nationale . Ehre Englands. Professor C l a v vo« der Aale-Umversität hat in Amerika über seine Erfahrungen in Palästina berichtet und'erklärt, daß England nicht nur das. Edikt vom November 1918, sondern' auch den AriikÄ W de« Kor.^titution deS Völkerbundes verletzt habe. Diese Frage wird' im Parlament behandelt 'werden, wenn-das Mandat -Ader Palästina zur letzten- Äskassion -vor das HauS kommt. Die mnevikanische Ikommission, -Gesandter E r'a-n^--iM' -Prä«' sid'ent K i n g, - haben seinerzeit Rüstdfrayrn angestellt. um dis Wünsche dör palästinensischen Devolkerung '.festzustevek/: --Sst»- eigenttiches PleSKzit hat. nicht 'stlütgefundon» ^Mec^e»'.'wurde die allgemeine Meinung ausgedrückt, dätz 'die'/Mdi'sche E i-n w ä n de r u'n g eintzedämmt werden soll. 'Daswar', her Wünsch der Menschen,-die thr^ nationales in/PastiüL hckbrn und er ist im Mandat hmtangesetzt'- worden. Jetzt fivvet eine große Em'igra tion von Fuden siatt^ ei»^ schließlich mancher. Bolschewiken.' Der; Bericht 'dieser Oö«»' Mission sollte vor daS Parlament gebracht-wü^em - - i! Als nächster -Redner fragte 'Lord Lamington, n% die Wülfche der Araber festgesttzllt worden feiest, bevor dje Mandate verteilt worden sind, obim FrühjahrfötD einv amerikanische Skommission die«Bevölkerung Palästinas n«S> ShtienS über llh-re Wünsche befragt höbe und ob dieser Bericht nicht dem Parlammt vorgeletzt werden kAstne,- bevor dP Manüsttz bw& dM' Sck Heft.