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Wiener Morgenzeitung · 1921-03-21 · Heft 773 (21.3.1921) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
3 (1921)
Issue
Heft 773 (21.3.1921)
Date
1921-03-21
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Die von der interalliierte» Kommission in Oppeln angeördnete Sperre des Femfprechverkehres hat eine geregelte Berichterstattung unmöglich gemacht, so daß bis jetzt Lein zuverlässiger Aeberblick über das Ergebnis der Volksabstimmung gegeben werden kann. Die Hauptgeschäftsstelle des Verbandes heimattresur Oberschlesier teilt mit, daß die Wahlbeteiligung überaus groß war und fast!' durchwegs h u n dert Prozent b e t r u g. Zu wesentliche» Zwischen- Men ist es bisher nirgends gekommen. Dis 2 Ahr nachts waren in Berlin, soweit die d e utfch e n Stimmen in Betracht kommen, folgende Resultate bekannt: i Kreis Kreuzburg 92, Kattowitz-StadL 91, Katto- «itz-Land 72, Oppeln 94, Tarnowitz 85, Beuthen 78, Kömgshütte 70, Chorzvw 62, Myslpwitz 55, Kassel- Stadt. 93, Kaffel-Leind 75, Ratibor^Stadt 8V, Rgtioor- Lünd 40» Begutschütz 40, LeobMütz 99, Groß- Strelitz 85, Rosenherg-Städt 90, Gleiwitz-Stadt 90, Lublimtz-Stadt 92. Hmdenbmg .60, Zagorze 58. Bismarckhütte 65 Prozent. In den Städten Pleß und Rybnik war das Resultat sehr gut. in den Landkreisen der beiden Städte recht befriedigend. Legen nur Tellresultaie Mi emzeuten Stabten vor, welche jedoch bereits eine LbeMegeyde Majorität zugunsten der Deutsches vorqusfDrn.Men.- Cs wurden abgegeben: In Beuchen 78, än Tarnowitz 85, i^ tzhoxzow 62 Prozent deutsche. Stimmen. In Oppeln Ä000 deutsche, 1100 polnische, in Königshütte 32.069 deutsche und.10,851 polnische, in Kteuzbmg 7311 deutsche und 279 polnische, in Myslowiß 8693 deutsche und 4047 polnische Stimmen. - Oppeln, 21. März. ^Privat.) Die Deutsche Plebiszitkommission teilt mit:" Nach den bisher hier vorliegenden Meldungen stellt fich das Abstimmungsergebnis in den Kreisen Pleß und Rybnik auf mnd 700.000 Stimmen für die Deutschen und auf rund 469.000 Stimmen für die Polen. Aus einer Reche von Wahlorten, insbesondere aus den Städten Pleß und Rybnik liegen Mar Resultate noch nicht vor» doch dürste sich an dem Gesamtergebnis nichts Wesentliches mehr ändern. In einer Reihe von Orten scheint es gestern zu einer eigentlichen Abstimmung überhaupt nicht gekommen zu sein. Die Abstimmung ist in den Städten eine für die Deutschen überaus günstige und auch aus dem Lande haben die Deutschen säst überall d i e M a j o r i rät e rhalten. -•■■■ Wie die Entente Oesterreich Helsen «rM. &€t italienische Minister des Aeutzern über das österreichische Problem. -,,Rom» 19. März. (Stefani.) In Beantwotiang ^s«. Interpellationen über die auswärtige Politik erklärte Mmster deS Aeußern Graf Sforza bezüglich des ü st e r r e i ch i^s ch e n Probte m s: Die Londoner Konferenz habe auf Grund der Arbeit der Sachverständigen de» tatsächlichen Bedarf Oesterreichs an Lebens« lyltteln und Rohstoffen für das' laufende und das folnde Jahr festgestellt. Sodann habe sie sich mit den rsparungen befaßt, die im öfter reich r s ch e n <tz t a a t Sbu d g e t vörgenommen werden, könnten, und annehmbare Formen einer K o n t r o l l e sowie bte Garantien geprüft, die den Zeichnern der notwendiger^ Summen, welche von Privaten werden gegeben werde», geboten werden solle«. i Dr jedoch der Erfolg der. Anleihe von der recht- Üchen Ordnung der Wiedergutmachungen abhängt,, die Oesterreich hauptsächlich Italien schuldet, wurde die auf der Pariser Konferenz aufgeworfene Frage, ob man npf die Wiedergutmachungen verzichteit oder sie vertagen solle, einer gründlichen Priisnng umerzogen. Die italienische AelMtMl HO MU. mkw VL.A «ine.W Verzicht noch von einer Vertagung der Wiedergutmachungen sprechen dürfe, sondern nur von einer Verminderung der Garantien, um zu ermöglichen, daß gewisse G ü t e r und Hilfsquellen Oesterreichs als P f a n d für die vorgesehene Finanzoperation dienen können, das heißt das Privilegium zugunsten der Reparationen auf die Güter und Hilfsquellen Oesterreichs bleibt unberührt. Aber die Gläubigerstaaten «erde« znstimmen können, daß einige Bestand-! L e i l e des finanziellen Vermögens Oesterreichs wie Zölle oder irgendein Monopol den Privatglaubigern als Garantie, und zwar mit dem Vorzugsrechte vor de» Nepara- Lio n e« gegeben werde. Italien müsse' und wolle vollständig sein ^Recht . ans Erlangung der Wiedergutmacbnugen aufrechterhalten, die ihm Oesterreich schuldet, und auf die eS mit vollem Rechte werde zählen! könnend sobaMOesterreich dinch die' vorgeschlagene Hilfen leistnng die,: gegenwärtige Wirtschaftskrise überwunden habe. Italien werde' dann mit Stolz darauf hinwetsen können, zur wirtschaftlichen Wiedergutm a ch n « g O e st e r r e i ch S in cherzlichep Weife hei ge- 'trng>ey und^ gemeittsaMeL FMrW ^zwischen den' beÄenÄnder« geschaffen^Men^WVWDMiMM^ dauerlicherweise getrennt hätte. Englische Finanzkreise «nd^ ÄrSetter für Oesterreich. London, 20. März.- Meuter.) Eine Anzahl von. Bank di rek i o t en und die Mitglieder der A r b e i t Spartei GlyneS, Thomas und Hodge haben der Regiemng einen Appell zugunsten . Oesterreichs übersandt, worin es heißt, daß in Oesterreich, keine wirksame Wiederaufbau-PolM betrieben werden tonne, wenn dem Lande nicht in der UebergangSperiode eine angemessene Menge von Nahrungsmitteln und Kohle zur Verfügung stünde. Der Appell befürwortet einen durchdachten Aufbauplan, durch den Oesterreich wahrend eines beschränkten Zeitabschnittes so weit Hilfe gewahrt würde, daß eS seinen Haushalt in Ordnung bringen kann,, worauf dem Lande me alleinige Verantwortung überlaffen bleiben solle. Griechenland mobilisiert. London, 20. März Das Aerrtersche Brrreau meldet aus Athen vom heutigen: Die Rekrutenjahrgange 1G13, 1S14 und 1915 find unter die Fahne« berufen worden. Protest Deutschlands gegen die neuerlichen Besetzungen im Rheinland. Berlin, 20. März. (Privat:) Zu den neuen Besetzungen . der Entente im Ryeinlande, die vom ftanzösifchen Kriegsminister in einer Mitteilung an die Presse als einfache Verlegung von Vorposten bezeichnet wird, wird von zuständiger Seite erklärt: Aus den gewundenen Erklärungen geht nur das eine hervor» daß die Entente tatsächlich die Eisenbahnknotenpunkte in die Hand zu bekommen sucht. Frankreich geht über die in London beschloffenen Sanktionen hinaus, wonach nur Düffeldorf und Effen-Ruhrort besetzt werden sollten, obwohl auch dies schon dem Friedensvertrag widerspricht. Jetzt HM sich die Entente nicht einmal mehr an die eigenen Sanktionen. Die Aeichsregrerung wird wegen des veM WAlMraktes Proteste erheben. ■ '• ' Sie \ Belfast» 21. März. (TeKiKomp^. Zn der vorletzten Nacht fanden in der Stadt neuerlich heftige Kämpfe statt, in deren Verlauf zwei große Geschäftshäuser in Asche gelegt wurden. Die Polizei mußte Militär zur Verstärkung herbeiholen. An den bedrohten Punkten sind eine Reche vofi PMsersvtos « VemendUg . ' s Ein Defensivbündnis zwischen Frankreich und den Bereinigten Staaten. Paris» 20. März. (Tel. d. Korr. Herzog.) Die »Chicago TribuneE meldet, daß die Reise Vivianis nach Washington nicht nur den Zweck verfolge, den neuen Präsidenten Harding die Glückwünsche Frankreichs zu überbcingen. sondern auch gleichzeitig ei» D'efensivbündnis zwischen Frankreich und den Bereinigten Staaten vorzuschlagen. Französische Meldungen über AuMnde in Srutzland. Paris, 20. März. Eunksprüch.) Die hiesigech russischen Kreise berichten über Aufstände in Rußland: -Dia Bevölkerung des Wolga-Gebietes hat fich erhoben und bip Kömmiffäre ermordet. Die Tataren von Kasan und Astrachan haben Kavallerieabteilungen gegen die Bolschs» wiken gebildet. Die ulrainischen Aufständischen untck Ataman Struka kämpfen im Verein mit Bauernabteilunge» mit den Sowjettruppen bei Kiew. Das- Gebiet zwischen Kiew/und Odessa ist durch Abteilungen. von 20 v.ec-. -schiedenen Führern beseht, Sie . auf eigene Farrst: Vorgehen und untereinander kämpfen. :?\( Helfingfors, 21^ Marz. (TeK-Komp.) RaH Berichten einer Agentur haben die aujständischelt rllrao-' ^nischrn- 'Büuern 'in den letzten Wochen nicht .Odgök?W.' 17 Brücken in Umgebung von Kiew gesprengt. W reguttg-'.KchMnir-EiNW dieseö Truppsdrang in Arsenal ein und ermordete 80 Rotgardisten. - . ' Der neue KomMandant vsn Kronsta-t» ' 'Moskau, 20. März, (Funkspruch.) Mjbrttkß wurde zum Kommandanten der Festung KconstM ernannt. ' --- \ ' Georgien oerhandelL wit Moskau. Konstantinoper, 20. März. (HavaÄ) /-Di« Regierung von G e o r.g r e n hat das Abkonnnen miß der Türkei g e k ü n d L g t und Unterhandlungen mit den BolfchewiLen etngeleitet, ümi mit diesen zu eiyer Verständigung zu gelangen. Slei erklärt, sie sehe lieber die Roten in Bakum als di« Türken. Die Bevölkerung ist mit diesem Dorgeheui sehr unzufrieden und beschuldigt die Regierung, sich von persönlichen Zielen leiten zu laffen. Es sind. Unruhen zu befürchten, da die Türken erklären, sie würdeni äüf jeden Fall in Datum bleiben. ÄLdamerikanische Bestellungen in Deutschland. London, 20. März. (Funkspruch.) Nach Meldmrgr« aus Buenos Aires erhielt die Firma Krupp eine Bestellung aus 10.000 Eisenbahnräder im Wettbewerb! gegen 13 englische and amerikanische Firmen. Der Prei^ für ein Rad wird 49.60 GoldpesoS betragen. Kohlenüberflutz — in der Tscheche SLswakei! ' Prag» 20. März. In einer Zuschrift des Revieraur^ schusses der Bergarbeiter in Kladno an die Presie wird mit* geteilt, daß die Arbeitszeit in den dortige» Kohlengruben-dev .Prager EifenmdustriegesellfchafL wegen NeberprpdnMv^ eingeschränkt worden ftl. Der ^tolle Mullah" gestorben. : Paris».20, März. (Funkspruch.) Wie der ^Temps^ meldet, ist Mohamed den Hassan, genannt »dev tflll« Mullahs m Abeffynien gestorben. . -; Die Rückkehr Dr. Mayrs. - Bundeskanzler Dr. Mayr Lehrt Mittivoch «st den Dundesminiftem Dr. Grimm und Grünberger ftckh. Wen zurück, um dem. Kabinettsrat und dem, apsschuß über das Ergebnis seiner Londoner usb 492266

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