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Wiener Morgenzeitung · 1921-03-19 · Heft 771 (19.3.1921) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
3 (1921)
Issue
Heft 771 (19.3.1921)
Date
1921-03-19
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Gie müssen döw traurigen Ruhm mit ihren Gesinnungsgenossen im Deutschen Reich, mit den von Stinnes. d'M tzkotzten Mer -Kriegsgewinner, geführte», deutschen Chan» Ministen teilen. Stinnes, den- -seine im Kriege und in ^r ,Zeit nach dem Umsturz, errafften Milliarden zum Herrn-der deritschenJndustrie, des deutschen Kapitals rmh/ derdeutschen Presse geMcht haben, hat dafür ^ge-^ .fragt,.' '.-t«rz8chsn'-.'UntephäMsrnin London den §tzqLen. unter den Füßen heiß ' werden zu lassen. Dom Hrovozierenden.Stapellauf, des Trutzschiffes „Tirpitz" KjS /zum antienglischen und, antisranzösischen Lärm in -der fresst und im R.rchstäg hat -er älleLangeordnet, r^Z'-Wsgnet war, den deutschen Vertretern die Lust zu '.-HrtzssWWssey'/ zu ' behetzmeü'^-unb'' die Alliierten in ihrer deutschfeindlichen Haltung' zu bestärken. ' -Nästd^- der Fall tzeu-tschUnd' abgetan war, kam die!..Angelegenheit^Oesterreich auf/die' Tagesordnung der Londoner Konferenz.' Der' österreichische Bündeskanzler «ttd ^ßnns/Beratererschienen' m London, 7' diesnial ge» xbfik hrtb (tut; empfangen, um/rhr anihes Land auf dem ÄMpf Mretten. W-- Alliierten in - Äohilwvüenbster - W;ise geführt' und von der LügliMtt '-uM srÄnzösrschen,Presse, fpeundlkch. gsförbert.- ] W-' sMer -yMlW?eiä 'Mßdang Pn, Ur jsden Uneinge^' MihfM überraschend/---von Oesterr ich her. Die öste^ ' veichischen Papfeieü, Äderen primitivste Pflicht es war, ... dle'Mi^MM^ÄtÄertrÄer '-m''.Lond'Ün M/stützen/ durch BhvHe'd sWertküüeüs zu stärckön, begannen ein'Kessel. tWbwi!/Äe 'WÄr -begnügtensich damit, den' Glauhen - «stdis'Mfnchkigkeit und den Ernst der Verhandlungen --MtH>zuseW/''Hie änderen schrien Verrat und heschntdrgten vdHi'Mnzle!c»-''Oäfter'reich^ an die' Entente „der- Äüft". zu häben.- Die Hand des' mächtigen" Stinnesder nicht ohne bestimmte Abstcht die Höchöfer» Und Zeitungen Oesterreichs' unter' die Herrschaft seines Kapitals gebracht hat. b.WNn zu walten. Er, der erfolgreich di« NftftändigWg'zwischen Deutschland und den Alliierten bckämpft ' hat. setzt- -seinen Ehrgeiz daran, auch Oesterrjnchs.friMiMn Ausbau zü. verhindern.' Seinem Diktat ß^,orchek die Joütnälisten, welche tagtäglich die Be. Whimgetz'der'österreichischen Regierung in'London ver-' flotten - und' die Hijfsbereitschaft des Westens höhnendhdrabsetzew. Untz sein Gist ist es. der die Großdentschen mi; Hüüptaüsschü^'deA'-Pärlam'eM'Äranlatzte, ein Miß. tiauensvotum für den Kanzler zu'erzwingen und nach Ländon drahten zu lassen: : \! / Zu den Leuten, die direkt unter dem Kommando' -SS deutschen Glücksritters stehen- - ges. llen sich freiwillig die Vertreter jener Kreise, Re keinen Frieden, -keine Ruh?, keine Festigung der-Verhältnisse wollen, weil sie, . gleich StinneS, am Unfrieden, an den Schwankimgen des politischen und wirtschaftlichen Marktes so viel verdienen, wie sie unter ^geregelten ',P'erhaÜWen7nie-,ve'r-' menen "könnten. Die sich- Weral nennende Presse, in Wirklichkeit die Presse der Großindustrie und 'des Groß. käMals, tut nicht so grob wis^ die deutschradikale, aber ftd arbeitet noch bess.-r. 'Sie gräbt die Stimmung ab. sörgt dafür, daß der Geldmarkt unsicher bleibt, kritisiert «nd tüftelt, bringt alles, watz.' die österreichische« Unter) Händler in ein schiefes Licht s.tzen und die Alliierten in ihrem Vorsatz, Oesterreich zu l-elfen, beirren känn. So arbeiten ' die überpatriotisch, übernational tuenden Feinde Oesterreichs!! - In wenigen Tä^en w?rden die österreichischen Unterhändler aus London' zurückkehren. Sie bringen nicht alles, ab^r sie bringen vittl Der Pch zur Berständigung ist gebahnt und die Verpflichtungen,/ welche die Alliierten übernommen haben, Puh alles eh?r als leere Täuschung.' ES handelt sich nun darum.' den begonnenen Weg mutig und ' hoffnungSfreüdig weiterzugeben. Wer sich von politischen Desperados/ und .wirtschaftlichen Spekulanten, welche den Pessimismus und die Unstck^erhei! ü ben, weil sts an ihnen verdienen, beirren laßt, vir Me M Oesterreich ’Snfamw.mh'iü der FinLnzkommMon Mch Ostern. Paris, 18. Marz. Der „Temps" sagt in BesprechAva der Er ebaiffe der Londoner Beratnngen über die tzUfeleistunq für Oesterreich, man rechne damit» datz die Finanz- Kommission des Völkerbundes in P a r i s nach O st e r n r u f a m m e n t r e 11« werde, um die Kreditaktion nach dem ter Menlenichen Proiekt zu b eraten. Was dl« Kshlenversorgunz an^an'e, hoffe man» dast Frankreich einen Teil der deutschen Kohle, auf die es ans dem Titel der WiedergntmachrMgen Anspruch habe, Oesterreich ab 19 ete n wsLde. ®le Antwort der Entente an den österreichischen Kanzler. Es liegt nunmehr die Antwort der Londoner Konferenz ay, den österreichischen Kanzler Dr. Mayr vor. Die von/ dem, englischen Schatznnmft.r Austen C H a mb e r.l bi «' übergebene Erklärung des Obersten Rates besagt: '' .; ,..'// ../ 'Die' RegierimgM "'Gvrtzbriipmnich-. ^-FvchrhrerHs,.- ..H^li^rS''. ««d^ FapanS , haben beschlösse«: Hx< auf dem - Fritzen - 'chon' l^iMÜrmain heMenpeN ,.P f a.n.,0- ... -runbmMeklrodlite und, /die- HeparNtionen.- aufeinefpäLtzr 'Mhjestiwmende- Nerhe- 'vöä- Fähren z-ü r ü ikz u-. » . ff e 11 e tt. 'Dievier Machte unternehmen/, die/ notwendigen/Schrktte» u,m. auch die anderen beteUigten ReglevuN-gen'hiegu zu veranlassen. Das Finanzkomitee des VöllM'uNldöZ /wird / blünen /vierzehn Tagen /eine >Konfer'rüz '.iab^Lteu, um die Höhe der Kredite uns . / der Sicherheiten nrit d^n BarckierS -zn besprechen^ T>ie " einzüräümeNden, Sicherheiten 'werden - von einer . hiefür " bestLmmten Kommission des Völkerbundes koiLrolltert lwsrden. Die auSzugsbenden/B 0 n S werden den Kreditgebern übermittelt werden./ Der Volkevtund - und die alliierten'.Hauptmächte werden die Du r chführung p er-K r e d i t a kt i on .unterstützen, die der österreichischen Negiermrg ermöglichen soll, das B udget/tunlich.st rasch in QrLnlln-g zu bringL.n und den Notenumlauf eiüzuschranken. Die Nächte . weichen stch/ bemühen, auf 1 der ,'KMfLrenz-in P o r« kt0 r/o s e/die: wirtschaftlichen 'Bezrehungen zwischen!«n/ :Staaten;.von.Zentral- und Südosteuropa zu oerbefferrr. Die. älliiecten / Negierungenwerden - Schritte untcr-, :; nehmen,, um O.e.st erreich e r h ö h t e Kohl e n z u-. füh re n /zusichern.. ( ■ Der Beschluß des Obersten -Rates -geht also dahin, daß die österreichischen Aktiven fr/igogeben werden und däß die Kontrolle -über die von Oesterkeich zu-stellenden Sicherheiten «dem Völkerbund übertragen' wird, dessen Mitglied Oeft.rreich ist. Dieser. Beschluß sichert Oester-' reich vor jedem politischen Eingriff in seine Souveränität. WirtsckMlich genommen, wäre die in London beschlossene Lösung ziemlich günstig. - ' Die Meldung läßt jedoch jede Angabe, darüber vermissen, wie man sich eine Kreditaktion vorstellt, die das Budget ordnet un>d den Notenumlauf einschränkt. Vielleicht liegt eine näh.-re Erklärung in der „Mätin"°Mel° düng,. wonach das Finanzkomitee des Völkerbundes häuptsächlich - die Zölle und das Tabaknwnvpol kontrollieren soll, was den Kapitalisten die Bürgschaft kür die Zeichnung einer A n! e i h e bieten wunde. Man scheint also auf die Auflegung einer internationalen Anleihe für Oesterreich hinznarbeiten. während Regierüngskredit» nicht ins Auge gesaßt sind. - Die Anleihe, für welche ein Plan de3 Finänjsreferenten des Völkerbundes Sir Fraser vvrliegt./soll'250 Millionen Goidfrancö umfassen und im Wesen auf die Vorschläge des holländischen Sachverständigen ter M e u l e n zurückgreifen: dessen Plan besteht darin, baß von dem importidreniden Lande Goldbons ausgegeben werden, die der Exporteirr unter der Aufsicht deö 'Völkerbundes erhält und verwenden kann. Die Bürgschaften für diese'Anleiheform liegen in den österreichischen Aktiven, die durch die SuspeNldremnA des Gen^alpfandrechtes verfügbar Imster ] In Ler Mitteilung über den Beschluß des OberftM Rates über die in die Aktion eintretenden StgäteK'' fehlen Amerika und die Sukz.-siionZlänber. ist anZn* nehmen, daß für dis Weglassung nur formale Orüübs maßgebend waren. / / '. . Schatzkanzler Chamber!ain erklärte, in seiner Ansprache, mit welcher er die Ueberreichung/des HiW-» planes der Alliierten einleitete, «daß die' österreichrfchen Delegkerten aka F r e i t a g in Paris Gelegenheit haben werden, das Problem der O e st e r r e i ch i s ch - u n. g Ä* r i s che n Bank m'i td e r R e p a r a t iKM'konr- «i i f f i 0 n zu besprechen. Es sei zu' hoffen-^4aß"ÄLfs - - Unterreidlmg zu einem nützlichen Ergebnis - führen"/ werde. Die NegiZungen der Alliierten hatten, erkachst, ' , daß hie Aufgabe, der Bank ihre Funktion für die inneren? Finanzen Oesterreichs zu. ermöglichen, für 'Oesterreich von großer B?deuLung sei. Sie hätten den Wunsch,'daß / der Wiederaufbau der. Bank von den Liquidatoren in einer solchen Weise geleitet werde, daß die Bank nicht! daran gehindert werde, di.se Funküon fortzüsetzen. Nach! \ Verlesung der Vorschläge der Älllierten sprach Chambers / lam die Hoffnung aus. daß'die Mächte auf diese Weiss den. Grund für den Wied.-raufhau des/wirtschaftlichen!^//^ Lebens Oesterreichs ^gelegt/ hätten. // . , Bundeskanzler./Dr. Ma y r erklärte einem ^Vertre«'/. tex^ des'.- KeutersHey/Duräyüß,/'>Ä8' CrgchnP'^de's/^e?-^ öst^MsEWÄ^ng^. 'loyLgeltz^en/MäE^Ä^^ kMon'aK,.EKner rchrMMhrk n^den/wiA» ÄM/rnwM' weit .die. .Alliierten bei der Durchführung - 'behilfliD, sezn werben. Der Nächste .Schritt sei eine ZusammenküM der'. Finanzsächverständlgen des WlkerbunM/,./öi.e. M 14 j ^agen in, Pqris stattsinden. und deren Bepatirngtzg ^gcnstand. 'die - vonden Alliierten zugesagLe- ' Mrmehrte . Köhlenzüfuhr bilhen werde. , /? / '. / London, 18: März. (Reuter.) Die österrerchische.Do«, legation ist nach Paris abgereift. . - > i 7 Eine enZlische Stimme. Lorbsn, 18. März. (Reuter.) Die „Times" Le», ' sprechen im LeiÄrtikel den Plan der Hilfeleistung für Oesterreich und sagen, das Projekt.sei so, wie es^ voy., liege,. ausgezeichnet, aber es -fei zweifelhaft, ob .es dassdrtttglichc undwirklich gefahrvolle Problem. Qest-evrelchs lösen könne. DaS ganze Problem fei, wie zuge-/ geben werden rnüsse, schwierig, aber es. sei das Haup^ Problem' Zentraleuropas. Die finanzielle Lage Oester-, relchs' seiso.jämmerlich,, daß manbezweifeln müsse/ ob teilweise von. den alliiert-'n R gierungen garantierte.' Privgik/edits'hinreichen. Oesterreich müsse stin Budget: lousolidreren und/ die Benützung , der . Notestpr.7sse: cin-i stellen:. was st/enge Sparmaßnahmen mit sich - bringet werde, de .en Durchführung unmögl ch sein w rd^, wennnicht.eine.inte na.ionale .Finanzkontrolle entw der durch die Alii/erten oder >ürch den^.Völkerbund eiugesttzt werde. Die Finanzen Oefte.reichl müssen in Ordnung gebracht. werden, bevor das/W'.r,,chaftsleben Z/nlral:uropas biS, zu'einem Zustand des äußersten Chaos gebracht sei./ / ' . \ D er Äorftotz der ö fterrerchrsch en Großveutscherr. gogen die/bvndsner Hilfsaktion. In Verfolg der Attacke der Großdeutschen gege» den Bundeskanzler. Dr. Mayr und gegen die Londoner: Hilfsaktion haben die großdeutschen Abgeordneten folgenden Beschlußgefaßt: / ’ In der gestern unter dem Vorsitz des Präsidenten Dr. D i n g h 0 f e r ftottg'efundenen Beratung des' Per» bändes der Abgeordneten der Grotzdeiltschen Volkspaktei würden nach einer eingehenden Erörterung der außen* und innenpolitischen Lage besonders die allfälligen Wirküngen ber Londoner-Reise.'des Bundeskanzlers Doktor M a y r auf unsere gegenwärtige Loge besprochen. .- Eine endgültige Stellungnahme - kann naturgemäß, erst: nach. Rückkehr der Bundesminister aus. London auf- Grund des vom Bundeskanzler^ zuerstattenden, Berichtes, er« folgen. Immerhin / wurde der M e i n u n g A .u s d.r u ck gegeben, daß in nächster Zeit-eine wesentliche A e n d e,ru n g unserer V e r,hä l t n i sfe niM $$ gewärtigen sei und daß daher alle diesbezüglichen Äs I richte wirtschaftlicher oder politischer Natur j t dM )«L8kS» K8»yLLSg«.Mtbchr««»

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