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Wiener Morgenzeitung · 1921-03-14 · Heft 766 (14.3.1921) · p. Seite 3

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
3 (1921)
Issue
Heft 766 (14.3.1921)
Date
1921-03-14
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Nr. 766 Wien, Montag Wiener Morqenzeirunq ftyon auSgeMtr falsche jugoslawische AuSweisdokuumente und sogar Drucksoiten und Siampiglikn der seinerzcitigea fran« zösischcn OrieMarmre. D>e Bauer heh.iupiete bei ihrer Einvernahme, sie habe diese Gegenstände mit anderen Bricsfchasken and Aufzeichnungen von dem S2jähriaen Kaufmann Dragoilav Kuzelj au- Cacak m Serbien, der seinerzeit hier rn der IojefSgasie 10 wohnte, zur Aufbewahrung erhalten. Kuzelj har eine sehr bewegte Vergangenheit. Er ,ft im Jahre 1910 in Serbien wegen deS Berbr chevS der Ausspähung zum Tode perurteilt worden. In den Jahren 1916 bis IlllS' ist er gleichfalls wegen Ausspähung im hresigen Garnisonsgericht in Untersuchung gestanden und wird feit dem Vorjahr von den hiesigen Behörden wegen mehrfachen Betruges gesucht Er ist auS Oesterreich abgeschafft und rm Landesgencht Wien läuft gegen ihn ein Strafverfahren wegen Urkundenfälschung vnd Betrügedurch Verausgabung falscher Goldstücke. Im Frühjahr vorigen Jahreist er au- Orstrrreich verschwunden und soll sich derzeit' in B lgrad aufhalten, wo er, wr« es heißt, unter Polizei! cher Aufsicht steht. Dre Bauer gab an, daß am 8. d. M. plötzlich rin ihr b>S dahin unbekannter Mann gekommen fei, der einen Brief deS Kuzelj vorwies, in dem er ermächtigt wurde, die Stampiglien und Drucksorten in Empfang zu nehmen. Die Bauer will aber nicht darauf eingegangen sein und ist offenbar durch eine Aeußcrung d«S F emden, daß dies« Stampiglien f.000 Dinar wert seien. a»i dm Gedanken gekommen, den verkauf der zu Paßiälschungen geeigneten Behelfe selbst du> chrufsthren. Der Leiter der südslawischen Paßstelle bereichnete die Fälschungen als sehr gelungen. Da der dringende Berdachi vorlicgt, daß d.e Bauer, die von den Betrügereien KuzeljS nichtgewußt haben will, mit tbm trotzdem im Einvrrstündniwar, wurde sie dem LandeSgerichl Wien I «»geliefert. . Der PalLsttna-Aufbaufsa-s und Amerika. ' Bekanntlich' ist ln der Frage der Anfbrinanng der Gelder für den Palästina Aufbauforcks (Keren Hajejsod), welcher dazu bestiinmt ist, daS zentrale Instrument für den Aufbau des jüdischen Erez Israel und der großen öffentlichen Arbeiten und Kultnrinstitutionen zu werden, zwischen den anlerikanischen und europäischen Zionisten ein Gegensah in der Auffassung zutage getreten. Während ursprünglich der Keren Hajessod als ein einziger und unteilbarer nationaler Ausbaufonds gedacht war, welcher für alle Aufgaben dieser Art ausztikommen und die Mittel aufzubring-en hat, die als eine freiwillige jüdische Steuer unter Zugrundelegung des Prinzips des Zehnten (Maasser) gedacht sind, haben die Zionisten der Bereinigten Staaten beschloss.«, den Keren Hajessod nur als Fonds für solche Ausgaben gelten' zu lassen, »velche von vornherein nach ihrem ganzen Wesen einen unrentablen Charakter tragen, während andererseits diesen Spenden unt"r Förderung ter privaten Initiative Investitionen für rentable Unternehmungen gegLnüberzuftellen sind. Bei diesem Gegensatz handelt es sich nicht etwa um eine Frage rein technischer Natur, es ist vielmehr der tiefergühende Gegensatz in der ganzen zionistischen Auffassung, der hier zutage tritt. Während der europäische Zionismus den Ausl'au Palästinas als eine unteilbare Unternehmung von politischem und nativnalen Charakter ansjeht. würde die Anrocndung der Gesichtspunkte der amerikanischen Zionisten dem Aufbauwerk den großen nationalen Schwung nehmen, ohne welchen es nickt gelingen kann, und dieses selbst zu einer bloßen kolonisatorischen Angelegenheit Herabbrücken, Bisnun ist es nicht gelungen, diesen Gegensatz der Auffassungen zu Überbrücken, zu welchem Ziele auch diö bevorstehende Zeise der zionistischen Führer nach Amerika beilragen soll. Umso erfreulicher ist die Haltung der Zionisten von Kanada, Über d^ren jüngst stattgesundene Konvention wir bereits berichtet haben. Der bekannte zionistische Führer Dr. Schmarjahu Lew in, welcher im Aufträge des Direktoriums des Keren Hajessod zur Organisietung der Arbeit im Dezember nach Kanada gereist ist, fand, im Lande eine begeisterte Ausnahme und nach Schluß der Konvention telegraphierte die Exekutive der kanadischen Zionisten an das Direktorium des Keren Hajessod in London: Die Kvnvention kanadischer Zionisten schwtz mit großem Enthusiasmus. Eine bindende Resolution für den Keren Hajessod wurde einstimmig angenommen. Man beschloß die Ausbringung einer Million Dollar im Lause d« Jahres, über 100.000 Dollar wurden in der Sitzung gezeichnet. Unsere Exekutive ist außerordentlich glücklich und dankbar für die durch Dr. LerviirS Aruvefenheit geleistete Hilfe, die diesen Erfolg möglich gemacht hat. Der Beschluß der kanadischen Zionisten geht dahin, fünf Jahre lang jährlich eine Million Dollar für den Keren Hajessod aufzubringen. Diese Beschlüsse sind nicht nur für die Arbeit des Keren Hajessod in Kanada, sondern auf dem ganzen amerikanischen Kontinent von entscheidender Bedeutung, da sie beweisen, daß die Anwendung der Grundsätze, auf welchen der Keren Hajessod beruht, auchin Amerika möglich ist, wo dieselben Bedingungen wie in Kanada bestehen. Die kanadische, zionistische Konvention betont in ihren Resolutionen, daß die Grundlagen des jüdischen nationalen Lebens in Palästina mit dem jüdischen schöpferischen Geiste in Einklang gebracht werden müssen, so daß bas wiederaufgebaute Palästina die wahre Verwirklichung der großen Ideale wird, die stets den Lebensnerv der jüdischen nationalen Bewegung gebildet haben, daß die grundlegende Arbeit de» Ausbaus von Palästina , in seinem gewünschte jüdischen Charakter nur dann gesichert werden kann, wenn sie Form, uud Laiimrg jenes. LujyruMnt erhält« Mitteilungen aus dem Publikum. RIU.ANTBN, Perlen, Gold, Silber.Platin n.Uhren kauft und Tarkault 77« ETTER Rotentnrmrtr. 23, EtarUbllferetr. 98 Grösster und bester Käufer Wiens Brillanten, Perlen Juwelen, Edelsteinhändlar Rabino witsch, Juwelier I. Mahlerstrasse 5 (frühere Maxlmilianslmse) Tel. 8541 II. Hollandstrasse 3, nur Nr. 3(frühere Stephanleetr.)Tel.45146 im eigenen Hause rrtitae 5 Uhr u. Samstag geschlossen. Hören Sie auoh unsere Preise das die Führung und Vertretung der jüdischnationalen Bestrebungen darstellt, namentlich die allgenieine zionistische Organisation. ES wird betont, daß zur Zusammenfassung aller Arbeiten alle notwendigen Mittel von der Körperschaft aufgebracht und verwaltet werden sollen, welche die Arbeit leitet und darauf hingewiesen, daß die letzte zionistische Weltkvnferenz in London diese Pläne beraten und als „Keren Hajessod" angenommen hat- Die Resolution betont, daß in diesem großen Moment der jüdischen Geschichte Loyalität gegenüber der Leitung und Disziplin gegenüber den Entscheidungen der zionistischen Konferenz lvesent.'iclj sind, daher wurde beschlossen, die in London geschaffene Form des Keren Hajessod ohne Einschränkung anzunehmen. In diesem Sinne wird ein Ausruf an alle Inden Kanadas erlassen und die sofortige Ausnahme der Arbeit beschlossen, welch: die Aufbringung der beschlossenen Summen unter Zugrundelegung des Maasfec-Begriffes zum Ziele hat. Dr. Lew in befindet sich zurzeit auf einer dreiwöchentlichen Tournee durch ganz Kanada. Der Enthusiasmus und die Arbeitsfreudigkeit sind außerordentlich. Es besteht kein Zweifel daran, daß die D'schlnsse der Koiiv-ntion zur Durchführung gelangen. Tie Arbeit des Keren Hajessod auf dem amerikanisch.'« Kontinent hat in der hoffnungsvollste» Weise begonnen. Nunmehr ist es an den Juden Europas gelegen, daS ihrige zu tun. um nicht hinter den Brüdern in Amerika zurückzubleiben. Auch in Oesterreich ist es nötig, daß di« begonnene Arbeit für den großen jüdischen Zentralfonds mit aller Energie fortgesetzt werde. Jeder leiste sein Möglichstes, jedem Juden, er sei Zionist oder nicht, erwächst hier die hoilige Pflicht, nicht nur selbst Opfer zu bringen, sondern sich als freiwilliger Werber in den Dienst der heiligen Sache zu stellen. Wer sich in diesem Augenblick unserer Ge-' schichte von Leistungen aus schaltet, die ein freudiges Opfer sein müssen, der zerreißt bas Band, das ihn mit seiner alten Gemeinschaft verknüpft, die durch eigene Anstrengung zu neuem, vollerem Leben in der alten Heimat erstehen soll. (Auskünfte in allen den Keren Hajessod betreffend, n Angelegenheiten, sowie Anmeldung von Beiträgen und Mitarbeit beim Zionistischen Landeskomilee, 8. Bezirk. Zirkusgasse 33.) Eine Krone — 1.36 Centimes Geld. Steigerung der Krone. In Zürich «Dtiem; die ösiermchtfchc Krone , » . , » . 1.86 1.27'/, am 12. Mär') die österr. gestempelte Krone .... — 85 —.85 im 12 Man die tschechische Krone. » » * . 7.827, ( 7.80 am 12 Märzl dre Mark........... 947'/, (916 am 12. März Agram . ............ 4.— (4 05 ju, 12 März Bukarest ........... 8.0& ( 810 am 12 März Budapest .......... 145 ( 1.45 am 12 Märzi Warschau ........... —67'/» (—.es am 18. März) # (Sitte Prvtestverfamrnlrms gegen die reabtkottJfreit Studenten. Im Anschlüsse an e-ne Be> sammluna bo m Ratkaufe zogen gestern vonrnttcws 2000 Arbeiter, zürnest Be» dienstete der städtischen Etekt'iziiäiSwerke in S i m m e r r n g, denrn sich anch eue große Anzahl der sozialistisch?« Ztudenten anyrschlosien harte, unter Vorcmttagung von rotcn Fahnen zur Universität und besetzte zum Zeichen de- Proteste^ gegen dre Sprengung der Märzgriallencnfcier der sozialdemolra'ischen Studenten im kleinen Festsaale der Universität die bcid.n Rmnpensiügel und die F,e,trevpe vor der Universität. Die Abg'ordneten R i e g e r und G l ö ck e l protestierten m flammenden Worten gegen di« Entweihung der Universität, welche gestern seitender deutschnaiionalru Studenten erfolgt »ft. * Plötzlicher Tod. Der 67jahriyk Rechtskonsulent Doktor Leo Alois B l o ck h a r t. m Lemberg geboren, wurde am 18 d. M. um 5 Uhr «ackrmtlogs in feiner von mne« versperrten Wohnung, die erst durch eine« Schlesier geöffnet «erden mußte, tot aufgrfundln. Dr. Blockhacdt hat an Arterirnvrrkallung gelitten und dürfte einem Hcrzscklag erlegen sein. * Spende«. Für Jüdische Lungenkranke i«He»lanftaltAlka«d:M. R & 50, MarknS Hornik K 100, Sli’olt Groß K 100, Sammlung Frau R gine Klug, VI., K 800, M. R. K 50, Dr. Lazar Laszvrvv. Rechtsanwalt in Meran, X 80.000, bisher 22!745. - Für Jüdische Witwe» und Waisen: A. Grünwald. Wr.-Neustadt, X 1000. — FÜrJüdischrKriegSinvalide: Ungenannt K 20, Ungenannt K 68, Adele Popper, Prag, K 50, bisher K 20 509. — Für Jüdische Blinde: Mizzi Seirffiich, XVIll^ K 100, Richard Freiberger, II., K 100, Hi!l & 70, Mizzi Grreffllch» XVUl, l 200, bisher K 8860. — F Ü r « kr a i n i f ch e P og r o m w a i f« n: Julius Rofeuftock. Pancfova. A 1000, M. R. kl 50. Sammlung. U., Vorgartenftraße 150, kl 850, Efraim Chmtrlowfki. Blrtitz, 100 poln. Mark *» K 100, M. R K 50, bisher K 2950. — Für HrlfSverrinJüdifcherBlrnderinWien: Sammlung durch Ludwig Deutsch unter der Beamlrnsö ast der Allgemeinen Berkrhrsbank 8 1456. — F ü r S Jüdische Kink: Hirfchler a«S Ueberz »hlung Fra« Cohn K 500. — Für Paläftina-Wanderev in Wien: Hirfchler aus Uede»zahlnng Frau Cohn K 600 — Für Jüdische tobe r kttlö s e L i» d er: P. XVI» L.lvft. bisher 14. März 192! Sette *'' * Bereinigte hebräisch« Schnle». Anfang- Mäck wmden folgende Kurse eiöffnet: Im Vitt. Bezirk: Je ein Kurt für Jugendliche und Kruder im Lokale Neudcggergaffe 12. (De«e nächst wird dort auch e»n Kurs für Erwachsene inS Leben ae ruien.^ — Im X. Bezirk: Zwer Kurse für Erwachsene im Lofa .Has'ngafle 7. Im tt. Bezirk: Große Mohrengaffe 16/28 wurd gestern um '/,11 Uhr vormittags em Kurs für Kinder i« Alt« von 7 bis 9 Jahre» eröffnet. Für diese sowie auch für die übrigen Kurse im U.,» Hl. und XX. Bezirk werden Renan* Meldungen im Sekre!ariat, 1!., Große Mvhrengaste 16/22, täglvch (ausgenommen Freitag) von 5 bis 6 Uhr nachmittags und Sonn« tag von 10 bis 11 Uhr vormiitagS eventuell »n den obgmemnteff Schulen während des Unterrichtdurch die Lehr« mtgeg«- genommen. j * Die todbringende Wohnung. Am 10. d. Mi wyrde das Kommisiariat Leopoldstadt in Kenntnis gesetzt, daß ich Hause Tandelmarktgaffe 22 mehrere Personen unter BergistunaS» erscheinungen e» krankt sind. In der Wohnung diese- HarrseS wurde die 50jährige Jokefine S ch l e i m e r durch Kohlengaß vergiftet, tot, ihr Sohn, der 23jähr»ge Hilfsarbeiter Friedrich Schleimen, und die 15jöhriße Julee Streber schwer und die 40jährige Susanne Streber leicht erkrankt anß> gefunden. Es wurde festgestellt, daß die Deiaiftuag durch HÄ .Küchenherd, dem Kohlenaas entströmt ist» erfolgte. Da- Rohr;» das den Herd mit dem Kamin verbindet, war vollkommen brüchitz Md hatte bie Verbindung mit dem Kamin ganz verloren. * Kasieneinbruch im Neve» Nathans. Ja der Rachß mm 11. d. M. sind Mbrkannle Täler »» die Räume des Tot«- beschreibungSamteS im Reue» Rathaus gedrungen; sie haben daS Schloß einer eisernen Kaffe bloßgelegt und dre Kaffe geöffnttr Ihre Beute betrug kr 24,310. Die Täter kamen vom RalhauS» fdlcr, öffneten eine Türe mit Nachschlüssel und arberteuden an der Kaffe m>t Handschuhen. * 61erbefall. Gestern ist hier der Schriftsteller «ch Ndakteur hcs .Rmen Wiener Tagblatt" Bernhard M ü»8 >m 64. Lebensjahre gestorben. Stenerfra gekäste«. Firma. Sie blöden protokollierunaspflichtis. obwohl dra Ihnen zugrwlefcne Steuersatz jetzt unter X 120 gesunken lst, -7- Dürfe 1820. Aus Ihrer Anträge geht nickt klar hervor, 00 Sie sich nur eine Börsrkaite zum Be uch der Börse gelöst Hab« oder ob Sie auch Böriege'chäffe betrerden. Erweibsteuer müsse« Sie nur in letzterem Falle zahlen. — Schlechter Deschiisttiaang, IN. Für die Erwkrl'steuerpflicht selbst kommt eS n»cht » Frage, ob Ihre Tül'gkcit Gewinn gebracht hat. sondern nur, daß sie aus Gewinn gerichtet war. Auch bei GeschäftSadschluß mÄ Be, lltst müssen Sie diber einen gewissen Betrag zahlen, m»d zw«i ist der geringste St«uersatz m der tl. Klasse X 840. Wurde Jhneff nn höh,er Stcucrsatz zugewiesen und beträgt er mehr als 5'^ Ihres N^'iN gewinn es. so können Sie g^ge« den .^ahlungsauftrotz be'u'en. — Arpad L. Die Envert steuerkommissio« bar k^« R cht zur Emsichl '« Jbre Bücher, wenn Sie die BucheinfiÄj nicht selbst angebotcu Hoden. — Ingenieur Ryvert F. Wen« sowohl Sie als auch Ihre Famillcumuglieder nur Einkomme» aus DicnstbezÜgen haben, so werdcn diese Einkommen für dltz Etnkommensteuer nickt 'usammrngerechnet.Siekönnen e,n Bekenntnis machen, sind hiezu aber nicht vervflichiet. Wird Ihne» den« dir Einiommeustcuer nicht von Ihren Dienstgebern abgezogen? — Alter Besitz, S. G. Wenn S,e den Stand Ihres BorkriegSvcrmögens nicht anders Nachweisen tönnen. so kann Sie dK Steuerbehörde durch das Bezirksgericht beeiden lassen. Sie könne« arrch »elbst darauf aniragen. — Leo R.» Yll. Sre können fSl fieb K 3n.cOO und für Ihre Frau, dä sie erwerbsunfähig ist^ X 50.« 00 abffehen, zusammen also X 80.(0 ). Nach der Novell^ die in den nächsten Tagen Gesetz werden dürste, macht es keine« ttnt r'chied, ob Ihre F,au eigene- Vermögen hat oder Nicht. Daß Vermögen Ihrer Frau rnüffen Sie zu Jhrcm eigenen daznrechne«. Für Ihre» Sohn tönnen Sre X 15.000 aber nur dann übziehrttz wenn er kein ergeneS Vermögen über X 15000 besitzt. Daß 4it großjährig ist und Nicht de. Ihnen wohnt, ist gleichgültig. Briefkasten der Redaktio«. Treuer. Leser, Ihre Vermutung stimmt mch^ der Dichte» entstammt einer durchaus christlichen Familie. Der Hausarzt. Redigiert von Dr. Sanel Veen. Eine Krätzeepidemie. Zu keiner Zeit hat man bei den die Ambulatoriesi für Hautkrankheiten aufsuchenden Patienten so viele «A Krätze (Skables) Kranke gefunden wie jetzt. Man kamt, da die Zunahme der' Skadieserkrankungen seit Kriegsbeginn, insbesondere aber seit dem Zusammenbruch sich, wie Professor Dr. Oppenheim angibt, verfiÄbenfachE hat, geradezu von einer Krätzeepidemie spreche», Behandelte doch der genannte Autor im Wilhelmmen- Spital im Jahre 1919 14.676, im Jahre 1920 21.687, Krätzekranke. Dabei bedenke man, daß das die Patienten eines Wiener Spitals sind. Rechnet man die in dett übrigen Spitälern Behandelten, die Privatpatienten und die Kinder- und Säuglingskrätze dazu — so darf man annehmen, daß jeder zehnte Mensch in Wie« m it K r ä tze b e h a f t et i st. Während die Kratze früher nur eine Krankheit der unteren Schichten war und Kinder nur selten erkrankten, sind jetzt ganze Familien und Häuser auch des Mittelstandes verseucht. Nicht besser steht es bei der Landbevölkerung, die durch die heimkehrenden Soldaten und Gefangenen massenhaft infiziert wmde. Gewiß, die Krätze ist eine für das Leben des Individuums ziemlich harmlose Krankheit und heilt bei entsprechender Behandlung in kurzer Zeit. Ein mehrwöchiges oder mehrmonatiges Befallenfern gibt aber Anlaß zu verschiedenen Koniplikationen, wie Auftreten von Furunkeln und Abszessen, bei Jugendlichen zu hartnäckigen feuchten Ekzemen, die stark belästigen, das Wohlbefinden und sogar das Wachsten der Kinder beeinträchtigen. Außerdem trägt eine sich hrnausziehende Erkrankung zu weiteren Infektionen der Mitbewohner bei. Don der wirtschaftlichen Seite genommen, behindert das Leiden vielfach die Arbeitsfähigkeit in hohem Grade. . Es ist also klar, wie wichtig die rechtzeitige Erkennung des Leidens nicht allem für den Patienten, sondern auch für beffert ganze Umgebung ist. Am frühesten 1 ftihrt das. eigentümliche heftige Jucken, das sich bejovder-.

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