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Wiener Morgenzeitung · 1921-03-14 · Heft 766 (14.3.1921) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
3 (1921)
Issue
Heft 766 (14.3.1921)
Date
1921-03-14
Page
– (sequence 1)
Language
German
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In seiner Antwor -ns die Ausführungen des' Bundeskanzlers Dr. Mayr We'Äoyd George u. a.: Der Oberste Rät ist von dem VMften Wünsche beseelt, Oesterreich zu helfen, s o w e-i t es ihm Möglich sein wird. Der Premierminister sprach' sodann von den schweren Steuerlasten' der Verbündeten: Mit der Darstellung, die ich soeben' im Bamen des Obersten N'ates gegeben habe, will ich nicht auf die Unmöglichkeiten anspieken, etwas zu tun; ich will einfach die Schwierigkeiten hervorheben, auf die die Verbündeten gestoßen sind. Die dritte Frage sei dann wahrscheinlich die Dildüng einer oder zweier- Privatgesell, schäften^ dir mit allen nötigen Hypotheken ausgestattet ' wären und es übernebmen sollen,. Oesterreich wieder ans tüe Beide zu belsen. Hier, schließt: Pertinax, rechnet man damit, die Fmanzabteilrmg de» Völkerbundes zu v^rspenden, um die Vorschläge der genügende. Garantien bietenden Hypotheken, da» sogenannte Projekt ter! M e » l en. in die Tat umzusetzen. , . ■'< Lloyd George lud den ' BundeSsa rzler und die stnanziellen Berater ein, sich mit dem: englischen Schatz. k-Uzler. dem italienische« Finanzmimsler und dem ^sranzÜstjchen Minister für die' .befreiten Gebiete zu) einer WlprÄtzung^/j|a|aitnQ(t4ufiiib^; in der ' die Vorschläge i Vesterxeichs gejWk-ö^deui-MnteU^Mu^H^usteÜtzl^^jichi es möglich Desterreich jene Hille zu bringen: W) diesem Landei in seinen wirklichen Wien yrmd - Dümmer. Nissen ,-/Mgcheihen: --z«: laste».. asteaufrichtig bemüht' jeten; -:v''. ■ V --; ■ ' Ld nd s«, 12. März, lHavM' Die Match-f verständigenkommisfton tpjcht h'eute «7'chMt'taqs, «ui Ä Utzr Msarmnen Der österreichische Bundeskanzler Dr. .M ay r brachte die Die anweseudeu astiierten Delegierten erklärten, daß sie Genaueres über den Bedarf Oesterreichs zu er ahren w mich:«, l elonders über den Bedarf an Getreide, M hl ufw. Es wurde infolzedeffen beschloffen, daß Dr. Mahr Montg v d?r Kr nmission einen eingehenden Bericht über die drei folgenden Punkte vorlegen solle: 1. Wirklicher Bedarf Oesterreichs. 2. Bericht über die österreichische tzandelsbilairz und S. Garantien» die Oesterreich geben könntefür eine Anleih e, die d.e Alliierten ge»ehmigen Könnte«. Paris, IS. März. (Havas.) Pertinax schreibt im »Eclo dc Paris"': Die Sachverständigen, die gestern zur Prüfung der Angaben Bundeekanzlel s. Dr. Mayr züsammeutra'en' — dieser sorderte einen Kredit von bü. Milli 0 v Mi Dollar für das Jahr 19 21 hätten eine sehr wichtige Tatsache festgestellt, nämlich daß .sie über den Bedarf und die wirtschastlichen. Kräfte.Oesterreichs nichts w üßten. Tie Auskunst, .die die' bstineichische Negierüng erteilte, bewies dies.' Gestern iei p r«n z i p i e l t des ch^o j s p « worden, ehestens eine Untersuchung, dürchzusühreü uu^die W i e n e r S e k t i 0 n . d e tp §I «nttirfn i 0 n au s zu h e de n. k' JmMriM seim^dHSMchii^ach^ediguvLWe^ Vorarbeiten bereits auf die Hypothek., dip sie zugunsten' der Wiedergntwachung aus.d^e wirüchaflkiäeyHilfsgnellen. Oesterreichs, bisihen, wie' Zölle u, s. w.', zu verzichten. Es sei w ah,rs.cheinl ich.. daß keine Ges amt ent« schelditng'gelrofsen w erde. Die HypotW werden nach Mrligabe d st.m, was angebracht scheint, aüfgehÄen.' Die Lage Oesterreichs zwinge die Alliierten, aus ihre Förderungen ) gegen. dieses Lanb ' zu verzichten.. Es . fei' jödoch kein Grund vorbanden» die Verpflichtungen ' aufzuheben, die, die .Donaustaaten ^übernommen baden, deren Lage den Mächten) gegenüber, die sie gerettet habe», lange nicht jo alarmierend ist. . Moskau, 13. Marz. (Furkspruch.) KrvnflSdter Bulletin vom 11. März. Unsere Abteilungen besetzten hrei Werke der Aufständischen; große Mengen von Svrengmaterial.. Munition-, und Kriegsmaterial wurden erbeutete I« Aronstadt wurden große Brände beobachtet. P«rw.'- 18. - Mir». kFunsipiuch? Die Osscysivr der Bvk'chrwiken gegen die PetersburarrstroatdrrGegenrrvelutonäre hülik schwele Berfuste m lResölfe- Äi-Einnahme von Pettrsturg du-.ch d e Ausnändrchen wnd nicht besiäligt. Die Kronstädtrr Arg eiung v«fügt üb:r 40.000 Man». TroM über die Sage Rutzlan-s. Moskau» 13. Marz. kFvnbspruch.) Trotzki hat Ken srenrden Horrespoudenten i« Moskau eine Unterttdung gewährt, in der er über die Kronstädter Ereignisse sprach: Zwischen der Meuter e.i in Krö n st a d t und der bevorstehenden Unterzeichnung des Friedens mit Polen und; des H a n d e l s a b komme n s m i t E n g l a n d bestehen Zusammenhänge. Kräfte, die von politischem Einfluß sind, nicht nur in Frankreich und unter den geflüchteten Rüsten, sondern auch in Polm und England, arbeiten daran, den Abschluß dieser beiden Verträge zu verhindern. Russische Reaktionäre im Ausland arbeiten Hand in Hand mit gewissen Imperialisten gegen. die Sowjetrepublik. - Wiederholt hat die. französische Preste.von Ausständen in Rußland zu berlchten gewußt,, lange bevor diese versucht wurden. Die schwierigen Ernährung-- und Transhdriverhältnisse' in Rüßland erleichtern das Werk der Degenrevolutionäre. Diesen ist es gelungen, in Kronstadt Fuß W fasten, da in der lektea Leit ein« Die Demokratie der Zukunft. L». W r e n, H. März. ' Zu eigenartigen Betrachtungen wird der objektive Beobachter gestimmt, wenn er die Märztage des Iahces 1848 mit denen des Jahres 1921 vergleicht,- Dreiündsiebzig Jahre sind seit den Tagen'verstnchen. in denen 'zum ersten Male auch Hierzulande die Ideen' - der Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit verkündet! wurden und A d 0 l f F i s ch h 0 f ein völkervelsöhntSS» > demokratisches Oesterreich forderte. Der nationale - Chauoinismus har allüberall die wahre Demoktatie' erdrosselt, er hat den Antisemitismus gezeugt.) hat' Oesterreich-Ungarn zertrümmert und läßt Europa trotzdes schrecklichen Weltkrieges sowie der Munden, die dieser allen Kulturvölkern geschlagen hat. .nach immer« nicht, wie die neueste europäische Entwicklung zeigt» zur Ruhe kommen. »Das ist der Fluch der. by.sew Tat,- baß sie sortzeugend Böses muß gebären/ Wie kanndie wahre Freiheit in Europa triumphieren.' wenm man sie gewaltsam in Einklang mit nationaler Unter-: drückung und wirtschaftlicher Ausbeutung bringe«! will? Daran ist die. Demokratie in allen ihren-bisherigen , Formen zugrunde gegangen. Daran wird aber »üch in Zukunft jede Demokratie und ein s o lchH) Sozialismus, welcher auf einem nationalen oder Klastenimperialismus ausgebaut wäre, scheitern. Die politische und' soziale Entwicklung seit 73) Iahten^ vor und nach dem Kriege zeigt es deutlich. , Wenn heute die Lage des deutschen Volkes, Toß'at1 diie ganz Mitteleuropas. Osteuropas W hes. große Anzahl verläßlicher Matrosen von Kronstadt auf andere Dienftbestimmungen gesendet worden waren. Wer aber Rußland kennt» weiß, daß es den Sozialrevolutionären und Menschewiken nicht gelingen wird, die Sowjetregierüng zu stützen. Solange Rußland von bürgerlich regierten Staaten umgeben sein wird, in denen es einflußreiche Klüngel giht, die auf die Zerstörung der Republik der Arbeiter und Bauern hinarbeiten, sind Vorfälle wie her in Kronstadt nicht zu vermeiden und werden sich vorüüssichtli h)von Zeit zu Zeit wiederholen. Ausgeschlossen aber ist, daß die breiten Masten des russischen Proletariats an derartigen Versuchen teilnehmen werden. y Eine Zusammenkuilft zwischen Doktor Benesch und Dr. Gratz in Druck a. L. Pra^, 13. März. Am Montag den 14. d. M. findet auf ö'terreichlschem Gebiet eine-Zusammenkunft .zwischen, dem Minister deS Aeußern Dr. B en et cd nnd dem' Ministerpräsidenten Grasen Teleki und Minister deS Aensein Dr. G r atz statt, in welcher die Fragen, be- Iresfenb die Anwendung der FriedeySverträqe auf Grund der beiderseitig durihgeführten Nattfikalion, werden verhandelt werde«. Die Verhandlungen werden vor allem ^wirtschaftlicher und finanzieller Natur sei». Beiderseits werden Fachberater zugegen sein. Minister Hr. Benesch, der SamStag abends in Begleitung' des LegatiönSrateS Jan Mafaryk nach Preßburg ad gereist ist, wird weiters von. HpnhelSminister Dr. Potovec sowie Vertretern de» Eisenbahn- und des Finanzministeriumbegleitet Km. die hemr vo» Prag abreije». : immer größere'Nmttstrvnm^^ auch in den Kolonialgebieten der Entente/rs bedenAiA" ejart; dann ist dies eben darauf zürückzuführen, daß, nirgends die wahre Freiheit und soziale GetHtigW' für alle Staatsbürger, ohne Rücksicht auf ddationatitat,' Religion und Besitz, verwirklicht wurde — und auch nach den alten Regierungsprinzipien sowie verakteten' Parteiprogrammen nicht verwirklicht werden kann. Die ^Freiheit des Individuums und der Völker darf nicht im Zeichen des Zentralismus vergewaltigt werden. Der S t a a t s z e n t t a I i s m u s hat m der Lösung der sozialen und nationalen Frage auf dee ganzen Linie versagt. Europa kann in nationalkultureller und ökonomischer Hinsicht nur-im Zeichen des F ö d e r a l i s m u s gesunden. Die neue Demokratie — auch die sozialistische^ — wird s ö d e r a l i st i s ch feilt— oder nicht sein.. Am Zentralismus geht allmählich das preußisch-deutsche Reich zugrunde, am Zentralismus scheiterte das. autokrotische Zarenreich, brach das alte Donimrerch zusammen, welches vorwiegend durch die zentralistrschmagyarische Oligarchie verhindert wurde, eine föderülive Union freier Völker zu werden. Aber auch die Sukzessionsstaaten - Tschechs«- Slowcikien, Polens Ungarn. Jugoslawien und Rumänien kranken bedenklich an ihrer zentralistischen Stäatsidee. Am Zentralismus sind zum nicht geringen Teile die altliberalen, altd.emokratischen Parteien gescheitert und vom marxistischen Zentralismus und Materialismus müssen die sozialistischen Gruppen sich emanzipieren, wenn ein wirlschastlicher Wiederaufbau Europas und eine Erneuerung des Kulturlebens möglich sein sollen. Der Zentralismus in. jeder der großen Parteien aber ist es, der'zur Erstarrung führt und Hand in Hand mit dem Parieidogmatismus geht und eine Erneuerung der; großen Parteien sowie ihrer Programme -veehindert. Unter solchen.Umständen darf man sich nicht , wundern, wenn immer. weitere Kreise der. Bevölkerung i inallen Kulturstüaten fatalistisch werden^und sich ihrer eine seelische Krise bemächtigt. ' , Verschwunden ist der Idealismus und die Romantik des Jahres 1848: müde sind nicht mur die Alten, sondern auch ein großer Teil der Jungen. Der Glaube an eine lichtere Zukunft ist der pessimistischen 'Meinung von einem Zusammenbruch des Abendlandes gewichen. . Auch das sind die Früchte der angeblich alleinseligryachenden materialistische«; Weltanschauung, bin man immer und immer wieder mit dem Judentum identifiziert. Die jüdische Moderne lehnt diesen^ Pejlimismus als mroereinb« mtt des

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