Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 764 (12.3.1921)
- Date
- 1921-03-12
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
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flncHcc «wrs«»«MW <19. viiaig iyui1 aÄl.. jm. . vritgti^aa'rfr^rara ^0«kV <p»wt omm bk litaulsche» FlSchttinge «»»Sowjet- «rtzland. Das Ministerium für jüdisch« Angelegenheiten in Litauen bittet uns um die Veröffentlichung der sollenden offiziellen Erklärung: Dis Pveßnachricht, daß die litauische Regierung sich mit einem Schreihon an die Dowjetregierung gewendet habe, in welchem sie darauf Hinweist, daß ,chie Mehrzahl der- FlüchMttge, welche raus Rußland nach Litauen znrückkehren, Juden seien und daß Litauen nicht soviel Juden-aüfnehmsn könne", erkMhi?! jeder Grundlage. Die kitareische Regiirrnng hat sich «ic m alö s« Rußland mit einem solchen Schreiben gewendet. (Die falsche Nachricht war in einem MerkLk'- iüdHchen Blättchsu R^H.) Mgsrrjche Matr^Kenfälschung. Aus Budapest wird uns geschrieben: Man muß es de« Ättgarn lassen, sie verstehen' eS,'Geschichte zu Wachen urS Geschichte zu fälschen. Der christliche Kurs in llngarü begnügt sich Nicht damit, durch Raub, Mord und Erpressung bie Zahl der Mischen Rärtyoer zu vergrößern, sonüertt sucht jetztrückschauend auch christliche Märtyrer z« ftbbrl» Eisern. Diesen Zweck verfolgt eine Verordnung des üttgarr- Mieters des Innern, nach der in den Skerbema'triken dxi spezieller Vermerk anzuführen ist. bei jenen, die zur Zeit der Räterepublik »im Dienste des nationalen Gefühls Und der chrichlichen Moralden 'Mä rfrtftezi&b ge ftorben frnd". An Stelle der in den Sis^emaLriken als Todesursache eingetragenen Demerlüngen, .wie »gerichtliche Hinrichtung", haben folgende Bezeichnungen zu treten: r. »Fst im Dienste der nationalen Sache und der christlichen Moral den Heldentod gestorben"; 2. »ist n.folge von Verwundung, Verletzung im Dienste der rrallstraten Sache und der christlichen Moral den Helden- WK gestorben"'. Die ungarksths Negierung will sich offenbar auf diese Weise schon heute et« historisches Quellenmateria! konstruieren,. durch welches erwiesen werden soll, daß es wahrend der Rateregierung keine jüdischen Opfer' deS Kommunismus gegeben habe. Denn diese Aenderung darf nur auf Grurrd eines Verfahrens durchgeführt werden, irn Verlauf dessen entweder die Aufsichtsbehörde der Matnken öder -er'Matrikelführer selbst auf Grund unmittelbarer Kenntnis der llmstäuöe die Aenöerung beschließt. Sollte jedoch die Mrchrerformek vön Angehörigen des Berstorben-n gewünscht'werden, so Dnne dies bloß gestützt auf vre Aussagen von glaubwürdigen Zeugen geschehen Hrncherü; M Juden, die eüä Opfer des christlichen Kurses und des Weißen Terrors vorzeitig aus dem Leben scheiden müßten, find in den Sterbematriken der letzten zwei Jahre gleichfalls mit dem Vermerk „gerichtliche Hinrichtung"' lwer ähnliches rsgrstrierk. Der künftige Geschichtsschreiber wirb es kaum, begreifen können, weshalb sowohl während der Räte- DeKeeung als auch wahrenddes christlichen Kurses so viele Judan hingerlchket werden mußten mÄ weshalb gerade die jüdischen Opfer der beiden kerroristrschen Richtungen selbst in Sen' MEttenbüchem Nicht rehabilitiert wurden. Wen« zwei dasselbe tu»... >' Anker den italienischen Studenten gärt es. In Palermo haben sie die Jnnenräums der Universität verwüstet und die dagegen ei «schreitende Polizei mit Ziegelstcrnen beworfen. Dem Zusammenstoß fielen ein Toter und mehrere Verwundete Zum Opfer. Achnllche Mndententmnulte hat es in Neapel gegeben. Der »ge-. lernte" Oesterreichsr wird diese Nachrichten mit einem skeptischen »Auch du, Vrutusf" ausnehmen. ES besteht aber' ein himmelweiter Unterschied zwischen den an sich gewiß bedauerlichen Vorgängen in Italien und den Skandalen, die an. unseren Hochschulen schon langst eingebürgerte Gewohnheit sind. Dieser Unterschied li.'gt w den Ursachen, die' hier und dort Anlaß zur. Aufregung auf akademischem Boden geben. Hier sisiö es die Nalen und Haare der jüdischen Hör:r, die auf ihre arischen Kollegen aufreizend wirken. In Italien hat die Der-, teuerrmg der — Bücher den Unwillen der Studenten ins solchem. Maße erregt. Mit dem Erfolg, daß sich dis Verleger?N Rom zu Verhandlungen genötigt sahen und eine Ermäßigung der Studrenbehelfe vorschlugen. Bei uns hat zufällig gerade in den. letzten Tagen eine neuerliche Erhöhung der ohnrhin'schon katastrophal hohen Bücherdreise stattgefünden. Kein Hahn hat danach gekräht. Bücher gehören eben, in Oesterreich nicht zu den Unentbehrlichkeiten des Lebens. Wer hätte sich also darüber aufregen Men — etwa die deutsche Studentenschaft? Auf die Idee kann doch nm ein — Philister verfallen. ., _____ . Der De«tscheB«rschenbmrd—verjudet? .Das Wiener deutschnationale Organ veröffentlicht unirr dem Titel. »Rehr Würde!" die Zuschrift einer ihrer Leker, in der er. sorner MißstimmunH darüber Ausdruck gibt, daß sich in diesen Tage« härtester Prüfung für das deutsche Volk die Vergnügungssucht in Oesterreich keine. Schranke» aufer- Legt. „Bon dieser Vergnügungssucht sind leider auch viele völkische Vereine und Körperschaften befallen. Es ist sich«» Sich keine unbillige Forderung, von den deutschvAkischen Per» einsleitungen mehr Rücksichtnahme auf die jetzige schicksalL-, schwere Zeit zu verlange«. Für GschnasaLende und sonftige „geistreiche" Vergnügungen find die jetzige» Tage svöhl nicht die passende Zeit." Zu dieser Erscheinung bemerkt das Blatt an anderer Stelle: „Keinem einsichtigen Arier wird e» einfdiflm. vi Tironen. fr*, sich nicht <wfa b<\ de» IlxisW -» 0öf smscNc. Qnbsttssnrug ösc moöamsn ^snsoksn.0plg.t/loäs!l von X 2S00 suiv». nur lV..V/e^rIng6cgssss 29 also auch bei dent deutschen Volke -— die Raffgier, verbinden mit einer schrankenlosen Genußsucht, immer mehr urch mehr auSbreitet, daß das deutsche Volk dermalen von schweren Krankheiten heimgesucht wirb, die ihm Körper und Seele verpeste», aber diese Krankheiten rühren evrn zum größten Teile von dem jüdischen Bazillus her, dev sich im Körper bes deutschen Volkes fest etngemstst hat. Diesen Bazillus gilt e» nun zu entferne», ansonsten taumelt das deutsche Volk rettungSlvK dem Abgrund jüdischer DekadeNz und Fäulnis- und somit dem Untergang zu." Aber die deutsche Studentenschaft ist seit Jahrzehnterr auf jede nur erdenkliche Weise bemüht, den jüdischen Bazillus hon sich ssrnzuhÄten. Sie läßt sogar gute Christen, in deren Adern von der dritten oder vierten Generation her ein Tropfen' JuSenblüt kreist» nicht einmal in die Mrnfa» geschweige denn m die Fachveroinä und sonstigen Korporationen hinein. Trotzdem blieb der Welt das Schauspiel eines deutschen BurscherröalleS in der Wiener Hofburg an dem Tage, da fremde Truppen zum Einmarsch in deutsches Gebiet rüsteten, nicht erspart. Sollten sich. also alle Präventivmaßnahmen gegen den jüdischen Bazillus als wirkungslos erwiesen haben? Ist der Deutsche Bueschrnbm b versüßet oder birgt er MHt t«H am Ende auch eigene FaulnisMme in seinem Innern? f' : Gründung eitler p<rr«ftms«sische» AgrrkMur- Ksseüschaft. DerD^M?süsvn«n« von I ckifa bnirf, irft uns MS bcrickste' w rb, vor llttsem eine aus Ver r-kem all« in Palast na kt Een Nat snaliiäkcn bestchende ^e,famnstuna brbuss G ÜMMck eimi Ageikkltura^fe lisch aft ein Diese GclMchM ist lUrrna isnai >n tzrmDitme, das; sir e n Zu^ammennnkken aller Natkvnen anstr'br. von deüen Polssitina t'cwohm ist. Der Sktzung wvkrnt--n dn Gouvemmre van Jaffa, R mleb und ^Ulkttaw. rankwirkickaNnbe Sachoe ßSudkge, scch4 arabische E el f r fi des K e B e rtr eter sowie eure Amahl Lestrer ßeS I «ss a er K y m» a i i«im 9 bei lleber Anttag dcP GoMrrN'MS von Jaffa, der in der Börfammiuvst de» BSrsitz fubrfe, wurde ern L^rgmisationkkoncker vo» 15 Msigliedem oewMk, Mtckkevr kr« Deiea-ttte?uk-kerüm, ßi tt aus Ramlch. den aus de« j Ld ifchrn Dörfern und sechs MS Jaffa ausckKrm I« der Drraumg wmdc» Redcn tu allen dm Spürchen, Eapl'fck. Hebräisch und Arabisch, ^balk-n. wobei dw rnMK'N Rcdrn sidescheL in drr hr b rKp» f ch e imb «sdische Sprache üderfesr wurde». W«s die polnischen Juden für Wie« leiste« Könnte«. Erfahrungen an» freie« Ländern» : Fast tte gänM «ichtzAHche SeffönMchMt in Deutschösttrreich ohne Unterschied dev Parteirichtung glaubt sich fest langem darüber klar zu sein, daß die Ostjuden, welche nach diesem Land und besonders nach Wien als Kriegsflüchtlinge oder späterhin eingewandert sind und dort zu bleibe» persuchten, wenn schon nicht durchwegs Wcrrenschieber, Valuten- Händler und sonstige mrproduMve Elemente sind, so doch Korn kurrente» -der ^bodenständigen" Bevölkerung, der sie das Brot. vom Murlde wegnehrNeu, kurzum SchäÄinge, welche ma» rnit alle» Mitteln außer Scknd. treiben.mutz. Di« Affentliche Meinung gibt ' sich nachgerade in einem hysterischen Mutgeschrei k«ttd, welches die Juden sichtlich eingeschüchtert Hai Sie Petzen sich gegen diese Vorwürfe und Angriffe öffentlich kaum mehr zur Wehr. Wenn «an aber DeutschösterrÄch verläßt und. sich «ach Staaten ■ wendet, wo ein freieres, geruhsameres, von Neid rnch Haß minder beschmutztes und -ersetztes Leben - herrscht drängen sich eine« Srfahrangen auf» die. über den Werk der Ostjuden sstr de« wirtschaftlichen und sozialen Fortschritt ihrer ÄÄhnkänder eines Besseres bekehren, bitte dieser Grfcchtüngen sei hier festgehakten. 'Bekanntlich 'ist- Amsterdamdie größte Stadl Hollands, seit Jahrhnnderken das Zentrum der Diamant'enschkeiferei «nd des DiamantenhandekS. Diese Industrie und den -mnit verbundenen Handel ' hüben die Jude«, ausschließlich die Juden, eingebürgert, und zwar bald. Nachdem sie, auS dem glaubenswüttgen Spante» und Portugal fluchtig, an diesem - gastlichen Gestade gelandet waren. Die Stellung der Juden in dieser Branche ist eine so unbedingt dominierende, daß die Lkamantenbörse in AmsterLcrut samt der darin befindlichen königlichen Poststelle — feit jeher mt Sabbak- und jüdischen Festtagen geschlossen bleibt und daß ftitti Beispiel Henry P ollak. der Obmanr der Fach- Vereinigung der DiamankenarVester Hollands, nebstbei Sozialdemokrak, im <Zettat bon Holland sitzt 5 Scho« Jahrzehnte vor dem Weltkrieg begann sich in Antwerpen, der bedeutendsten Hafenstadt des benachbarten Bellen, eine Konkurrenz in Diamanten zu enkwrckekn, und zwar wieder auf Initiative von Juden, und diesmal von original polnischen Juden aus Krakau, Neusandee usw^ Welche sich den Schikanen des galizische« Regimes durch Nebersiedlüng nach'dem freierett Westen entzogen hatten. Diese jüdischen Einwanderer verstanden eS mit Klugheit, Fleiß und kaufmännischer TüchtiMi der auf. ihre Lräditlon stolzen Diamüntenbörse in Amsterdam ihr Mono» pol immer, mehr streitig zu machen. So haben diese jüdischen Pioniere in Antwerpen allmählich zur Bearbeitung der Diamanten, wie Klauben, Spalten und Schleifen, eine itt die Tausende and Zehntausende steigenpe.Nrheiterarmee auS- . gebildet und vüMich m Brot geletzt, eine Armee« die M nicht »Nr aus belgische« Proletarr-rn, sondem Mwm «m wiegender aus galizifchM, später auch Esch««, «ngatlW» und deutschen Juden rekrutierte. Mutzte es ja dieft teftüt sich einer so wohlbezahlte«, angesehenen Arbeit m Amsterdam hatte vor der letzten Krise der DiamanremMeüe« 60 biß 80S holländische Gulden Wöchsnlohnl DzuMMtzM. Begreiflich, daß solches Aufstteben der DiaMaNtenindttstrie und des Biamantentzandöls von Antwerpen z« einer ft* wissen Spannung mit der LraMSNtendörft in «MsterdaM führte. Da Mch der Weltkrieg Mts und Machte such tztt« einschneidende AenderMtzen mit sich. Als vre deutsche As» gierung ihre Truppen r» Belgien einmarschieren ließ, suchreA die über diesen NeutraMtSbrllch tiöfcMHSrten, VM MldeM EharrvittiSmus erfaßten Belgier nach einem Opftri Sie fanden es in denselben Ostjuden, nttt denen sie f#taUgv in bestem Einvernehmen zusäMMengslsM hatten. Nu« das für sie plötzlich österreichische Staatsbürger, also FeiUdch und man trieb sie i« auffkammender Wut Wer die «Ltzfte» Geenzcit. So kamen Tausende vott Antwerpener Judsk «ach .Hollans und ließen sich zum grotze« TM in Scheusni«» gen, dem bekannte« Strandbad der Refidevtzstadt Haugp nieder.' Da aber Jude« nicht gewohnt find, müßig ps gehen» bemühten sie sich, ihr altbewährtes Gewerbe, wieder MG» zuüdsn. Dies! ist ihnen denn auch Nach AebMMitttzUrG all jersirr gewaltigen Hindernisse, wie sie der Krieg «U ftmrR strSngeN Absperrung der Staaten und Völker mit sich brachte» in'Überraschend kurzer Zeit gelungen. Bald war SchedenrNge» aus einem Orte beschaulicher Muße zu einer betriebsame» Dramantenstädt geworden, Di« auch jetzt von Holland hoo obachkete Toleranz lohnt« sich ihm nicht schkecht, den« doS um Aetttrnm jüdischen Gewerbchle'ßes und Handel» SreiieiS bald Wohlstand über 'Stadt und Land und selbst dir.Mnskurrentett in Amsterdam, welche auf die Eindringlinge «st von oben hetabgesehmr hatten, mußten Mgebendaß Nur sie durch ihre große»! Tüchtigkeit den Dimnarttenhandet Hollands ans feiner Erstarrung befreit haben. MkfrrtS wurde es daher als recht und billig befunden, daß mm die »Potttrschen" von Scheventngen an der Diamatttenbörse »m Amsterdam ansnahm. . ] Doch nicht alle gakr'Bschen Juden BekgieM waren «ach. Holland geflohen; einige hÜNdert SM ihttest Hatte« MW AuSweg nach England gesucht. Auch dorr wurden st« att Lesterreicher, als Feinde erkannt und zunächst prompt, nach Paragraph so «nS so, interniert. Dortzulande aber stütz dis Gesetze noch nicht wie anderwärts zum Selbstzweck emartch Und die Engländer begriffen rasch die Mitteilung der Inter» nierker^ daß fie sich auf DiamrMten verstehen und chre Sache «n England nicht schlechter machen würden als ihre Brüden Oiikek rüw' Schwager in Scheveningett, zumal ja dis Rotz* diamanten borttehmlich aus de« ^^schen Besitzungen de Südafrika herfimnmen, Die' Engländer, treu chrem stets drwährken menschenfreundlichem und '.«bei rentable« Ptirtzistr «Leben und lieben laffenl" beeilten sich, die internierten Feinde sreizngeben und ihnen die büraerlich; Arbeit in Eng«, larch zugestatte«. Sie siedelten sich Nun zumeist in Liverpool an und die Stadt erhielt alsbald, zu Me« anderen großen Industrien, noch ein Diamantenzentrum. . Rasch genug sahen dio Wlgier «in. welch schwere» Schadest sie sich durch Mt Vertreibung ihrer Ostjude» M gefügt hatte«. Das AnkwerMsr Zentrum war Mit einem Schlage' verhdet. Schon wenige Woche« nach jener Berttei«. Such; tauchten am Strande von Schedestistge« aUf Vft* Spürcht der' flüchtige« Juden belgische Christen auf» wekchr brotlos geworden ünd däraüf auS warendis alten Bc^kehllngen mit ihren SEkgebet« vstd WschSfkSsKMMsi So« früher wieder Mznknüpse». Es wird mm Szene« des Wiederschens erzählt, wie so Mancher bodenständige BsigiLr, der Noch kürz zuvor i« patriotischer Äuswall««g dem Utttz jenem flüchtigen Ostjuden „Boche" «achgeschrien hatte, ih« nun alS Landosgenosse« und Kompateioten umarmt«, Ja, diele Belgier, Schuster, Schneider. ufw., siedelte« sich i« Scheveniügen, nächst de«. Jude«, an. Die Me« Ms« Arbeit und zeigte« sich auch sonst. auf jede Art hilfreich. Schön die deutsche Verwaltung Belgiens hatte alle» Mögliche versucht, die Dkamnttkenjuden von Schebeninge« M bestimmen, baß sie doch «ach Antwerpen zurückkehre». Als " die Deutschen das Land wieder geräumt hatten, würde diese Rückkehr von den belgischen Blatter«, Parteien und BehSrdan noch stärker betrieben, Solchem ÄiebeSwerve« - konnte« dis Auswanderer nicht länger widerstehen und sie kamen ist stets dichteren Scharen nach dem altverttaüten Antwerpen zurück, obgleich die Gemeinde Schebeningen sie dort dadurch zu fesseln suchte, day sie ihnen die Errichtung eines eigenen Klubhauses anbot. Ebenso kehrten die Juü!en auS Liverpool «och Ant» Werpe« zurück, zumal England sich nicht länger de« Vorwürfen der Belgier, voran HuySmanS ustd seiner si^ial» demokratische« Genossen, aussetzen wollte, daß eS eine» Bundesgenosse« übel anstehe, ihne« ihre Jude« weg» zuirehmen. Antwerpe« wurde wiederum ein Diamanten« zentrum neben Amsterdam und die polnischen Konsulate hatten an den Rückwanderern ein Heidengeld an ViserNaxe« betbient. In Wien aber heißen dieselben Menschen, die maN in Holland, Belgien und England so umwirbt, Schmarotzer, Blutsauger und noch ärger.' Sie gelten als wilde Tiete. bte man vertilgen müssen Die Polizei ist angewiesen, fle aüS den Wohnungen zu zerre». Dem Palästina-Amt wird jede Stunde angekttidet; die ei« Pakastina-Fahre« aus dem Osten länger, als von Zug zu Zug nötig ist, i» Wien dev» hldbt Die'Chaluzim, welche sich in der Umgebung Wien» io schwerer taNdwittschaftlicher Arbeit betätigen, läßt man durch Gendarmen von dm Meidttn treiben, Die Schlosserwerkstätte des Jüdischen Nationalrates, wo unter änderen auch Thaluzim jich m tzandwerk für Eres Israel