Mannheim
Compact Memory

Wiener Morgenzeitung · 1921-03-11 · Heft 763 (11.3.1921) · p. Seite 5

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
3 (1921)
Issue
Heft 763 (11.3.1921)
Date
1921-03-11
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2979076-2979773-2979842--06934-2992936
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

Nr. 763 *_ Wien. FreiraK ln diese Sammlung noch nicht einbezogen. Wir wurden von denjenigen. welche Kinder . aufnehmen wollten, derart gedrängt, daß wir uns. sofort zur Abreise entschlossen. 15.000 Familien haben sich bereit erklärt, jüdische ukrainische Pogromwaise n zu adoptieren und die ersten 290, die wir jetzt holen, kommen in die besten Familien. Wir reisen von hier zunächst nach Warschau und sodann in die Rownoer Gegend, um die Kinder zu übernehmen. — Der I o i n t stellt uns gegen entsprechende Vergütung seinen Apparat zur Verfügung und in Wien haben wir uns die Mithilfe Anitta Müllers gesichert, die uns ein bewährtes Mitglied des Vereins „Soziale HilfSgemeinschaft Anitta Müller" als Begleiterin zur Verfügung stellt. Wir wissen, daß vom Gelingen dieser ersten beispielgebenden Aktion sehr viel ab h äng t, und wir wären glücklich, wenn unser Unternehmen seitens Amerikas und Südafrikas jene beschleunigte Nachahmung fände, die im Interesse der ukrainischen Pogromwaisen so ..sehnlich zu wünschen ist." - I Der WEsemrLentLq. Dia Tagesordnung der vom 11. bis 13. d. M. in Wien fiattfindendLN Tagung deutscher Antisemiten Oesterreichs, Ungarns und des Deutschen Reiches-lautet: Freitag den 11. d. M., 3 Uhr nachmittags, Festsaal der Bäckergenosienschaft (8. Bezirk, Florianigasse 12). Eröffnung durch den Obmann des Antisemitenbundes; Berichte über den Stand der Judenfrage und des SlbwehrkampfeS in den verschiedenen Ländern; Schul fragen, und zwar: 1. Die Verjudung der Hochschulen: Die Dozentcnfrage, die Nachwuchssrage. 2. Der Kampf des Judentums um die Mittelschulen. 3. Jüdische Einflußnahme auf die Pflichtschulenl — Samstag den 12. d. M., 8 Uhr nachmittags iFestsaal der Bäckergenossenschaft). Soziale Fragen: 1. Der Kampf des Judentums um die Weltherrschaft. 2. Judentum und Politik. 8. Judentum und Frauenfrage. .4. Einflüsse des jüdischen Geistes auf die Bestrebungen der Arbeitnehmerschaft. 5. Judentum und deutsche Kampfgemeinschaften. — Sonntag den 13. d. M., S Uhr vormittags, Sitzungssaal des Alten Rathauses (1. Bezirk, Wipplingerstraße 8). Kulturelle Fragen: 1. Judentum und Kulturleben der arischen Volker. 2. Der jüdische Geist in Wissenschaft, Kunst und Literatur. 9. Die jüdische Macht in der Presse. Die deutschen Korporationen, deren Liste wir gestern mitgeteüt haben, werden also drei Tage lang über Juden und Judentum zu Gericht sitzen. Ganz judenrein wird ja wahrscheinlich diese Tagung nicht sein, weil es erfahrungsgemäß ohne Juden' nun einmal nicht geht. Judenstämmlinge wird l öS'in''NkD^e..gelte». ^Vielleicht' wird Artur Trebitfch sein Scherflein' zur geistigen Emanzipation der Arier beitragen. Diese Semiten werden hier keineswegs eine undankbare Rolle spielen. Sie werden als geschätzte Eideshelfer durch umso lauteres. Hepp-Hepp-Schreien den, Makel ihrer Geburt vergessen zu machen suchen. Kein Mkßton dürfte also die ..sachlichen" Beratungen stören, und wenn sich bei den Beratungen Widersprüche einstellen sollten, dann werden eS höchsten» logische, aber Gott bewahre, keine von einer Opposition herrührend sein. Auf oppositionelle oder auch nur objektive Kritik sind antisemitische Kongresse nämlich nicht eingerichtet. Das zeigt sich schon in dem Aufruf, der die Aufmerksamkeit der „deutschen Wiener und Wienerinnen, der Nichtjuden", auf die Beratungen des Antisemitentages lenken will. Die unvorsichtige Frage, wer die Schieber sind, »die in den Kaffeehäusern die wichtigsten Lebensmittel und Bedarfsartikel gewissenlos zu Wucherpreisen verschieben", könnte gewiß von dem Herrn, der jüngst seine beim Wimberger gesammelten Jmpresiionen in der „Reichspost" niedergelegt hat, am besten beantwortet werden. Die Aufforderung: „Seht in die öffentlichen Aemter", um die einflußreichsten Leute festzustellen, kann nur als eine Verleugnung jener deutschnatiorialen Beamten gedeutet werden, die in den heutigen Nachfolgestaaten jahrelang ihre Nation „führten" und sie dann in der Stunde der Not im Stiche ließen. Jetzt sitzen sie in den Wiener Staats- und LandeSkanzleien. und fressen statt der »Sauböhm'"die Juden. WaS die Vertreibung der »nichtarbeitenden Parasiten" aus den Kaffeehäusern betrifft, so hat hier die Praxis der antisemitischen Theorie bereits vorgegriffen, wer! die meisten jüdischen EafeS in zum Teil gut arische Denken verwandelt, wurden, in denen die Mitglieder der Frontkämpfervereinigung sich in gut dotierten Stellen über ihren schmerzlichen Uebevgang aus dem ehrenden Dienst des Mars in den viel weniger idealistischen Merkurs tröste« . ., Es ist aber wohl dafür gesorgt, daß solche Einwände in der ehren-, werten Versammlung selbst nicht laut werden, denn dort soll ja die Einheitsfront des AriertumS sinnfällig in die Erscheinung treten. Und deshalb wird der Beifall einmütig zum Himmel dröhnen,' wenn christliche Priester das Volk, dem der Gründer und die ersten Apostel und Blutzeuge» ihres Glaubens entsprossen sind, der rassenmäßig, bedingten sittlichen Inferiorität zeihen, wenn christlichsoziale und deutschsoziale Nichtpersteher der Lehren von Marx und Lassalle sich in der Erkenntnis finden, daß nur dem Ariertum die Schöpfung neuer . Ideen, dem Semitentum aber deren Aus- Deutung und Entstellung immanent seien, wenn in der einen Ecke die jüdische Arbeitsscheu cm ge nagelt und gleichzeitig in der anderen der Numerus clausus als einzige Hilfe gegen die mächtige jüdische Konkurrenz auf allen Arbeitsgebieten gefordert wird... Worauf dann die arische Einmütigkeit nach alldeutscher Sitte begossen werden und dir deutschbewußl« Jugend bei den fröhliche« Weisen, die die Herren vdmunv EiLler. Oskar Straus u,rb Leo Fall für . die diversen Ball- Wiener Mvrqenzeitnn- 11. März 192f 'SeitH oder des „Burschenbundes" 'oeigesteuert haben, drn erfreulichen Beschluß feiern wird, daß die Arier in Hinkunft nicht mehr so tanzen roollen, wie die Juden musizieren. Es kann aber auch sei»:, daß sich die Juden unter dem Eirrdruck des Gehörten endlich auf sich selbst besinnen und aufhören werden, den anderen die Kastanien aus dem Feuer zu holen, wie sie es zum Beispiel für das Deutschtum m Prag noch heute vielfach tun, um dafür Fußtritte als einzigen Dank zu ernten. Dann wird der Antisemttenkongretz doch nicht ganz vergebens getagt haben. , Fliegende Preisr§r,?stonskommissioueu La Wien. Die von der Pre^vrisimiaHst'-llL 8 in Wien e'ng^chken 26 Prnsrcv ssonSkommisüvnm baden vre Täugkeü am 3. d. M begonnen In den ernen Nrv sionS!?g n wurden 2wo Gs'ckäsrßbnr ebe besuclit. Die von dn Komm« sioncn r ssalteien Bcrichte werden nunmehr bei der Preispnisn göstelle 8 bearbeitet. Die Revisionen werden jo.tgesctzt. DLe antisemMsHe LLoasa acadomica. Der „Abend" ve Sffintl cht das folgende Beispiel de8 neuesten Wrner „AriertumS": »Ein junger Student küi'vli'chen Glaubens, dessen Vater ein Handwerker «nd ebenst,kl'- Ka bvlik ist, eriuch«. da er an der äußeren Grenze von Wien wohnt, um d-e Erlaubnis, in der Menia rss-n zu dürfen Ader die Herren der Me^sa — ihr Vorsitz »der ist d r frühe e Rektor, der te' rüchriote Herr S ch w » n d — f inven hrrrus, daß die Mutier des HS ers ine Jüdin war. und verwe k>e ten «bm die Erlaubnis, weilielne D e u t f ch a r i e r >n der Mens« essen dürfen, -lind so.muß der junge Mann en'weder den ganzen Tag hungern oder das Studium aufgeben. Ä. ohl «st d«S letzte Wort in de er Lache noch nicht gc procheu, aber die'es lebte Wort hat eben bcsagtei Herr Schwind, d.r doch imm r überall dort zu staden war, wo eS Rückschrrlt gab." KranLenfürsorge. Krankheit ist für den Armen stets ein harter Sch-ag gewesen — jetzt ist es die Kerkerstrafe, von der eS keine Wiederaufrichtung mehr gibt — und diese Wirkung der Krankheit verdoppelt und verdreifacht sich, wenn sie den Mittellosen in der Fremde trifft, wo er auf die natürliche« Hilfsquellen der Heimat und der Familie verzichten muß und allein dem Schicksal gegenübersteht, das ihn zertreten will. — Für diese Beklagenswerten ist die Krankenfürforgs des »Joint" ei« gerichtet worden, eine der beiden Abteilungen der »Fürsorgeaktion für Einzelpersonen", wie der krause und gezwungene Name für eine überaus gute und dem leitenden Gedanken nach auch einfach-natürliche Sache lautet. Die Kvcmkenfürsovge des Joint ist den »War sufferingS", den Kriegsopfern, gewidmet., Der Begriff wird wahrhaftig nicht enge gefaßt. Zu den Kriegsopfern zählen vor allem sämtliche jüdischen Flüchtlinge, gleichgültig, ob sie aus Galizien oder der Bukowina, aus Rumänien oder aus Ungarn komme«. Die Krieg-invaliden und ihr« Familien gehören zu den Schützlingen der Krankenfürsorge, Kriegerwitwen und -Waisen, die Familien der Kriegsgefangenen mto Verschollenen. Aber noch weiter dehnt, sich der Kreis der »Anspruchsbevechtigten". Wer durch den Krieg in Not geraten und nun von Krankheit gepackt wrrd, wer um Erwerb und Brot gekommen ist, wer überhaupt dem Elend preisgegeben ist, wird von der Kranken fürsorg« mit jener Seldstperstäiwlichkeit übernommen, di« da» Kennzeichen des vornehmen Gebens ist. Die Mittellosigkeit ist wohl unbedingte Voraussetzung. Aber man glaubt nicht gleich, auf Reichtum zu stoßen, wenn man bei einem geistigen Arbeiter einen guten Rock oder ein paar besser« Einrichtungsgegenstände auS früherer, schönerer Zeit vorftndet, Wo di« Wirkungen de» Krieges in Not und Armut zu fühlen sind, da greift die Krankenfüvsovge willig ein, ohne Rücksicht auf die sogenannte »Würdigkeit", ohne Rücksicht auf kleinliche, äußerliche Bej denken. Denn wenn auch, um Mißbrauch vorzubeu.ren, mancherlei gefragt wird bei der Aufnahme der Kranke« in di« Fürsorge — jene Frage, die einem jetzt in jedem Wiener Amt zu allererst vorgelegt wird, wird nicht gestellt, die Frage: »Wohin sind Sie zuständig?" Das Elend hat eine große, gemeinsame Heimat und aller Kranken Zuständigkeit ist dieselbe: sirS weite Land der Verzweiflung und der Verbitterung. So ergibt es sich sehr natürlich, daß sich ein« gute Zahl von Ostjuden vor den beiden Schaltern des Aufnah ms» , raumes drangt nicht die wohlgenährtrn, satten, reichgeschmückten Herren und Damen, die die Hetzpresse allein kennt, nicht die pelzgekleideten Schieber und Valutenhändler, die man zur Freude unserer Feinde immer wieder in dr» berüchtigten Kaffeehäusern und Spielhölle« aushebt. Erbärmliche ElendSgefdalten treten da auf, der ganze Jammer de» jüdischen Proletariats kommt einem zum Bewußtsein, wenn man dem wirbelnden Treiben zusieht. Ein langer, hagerer Jude in schwarzem» tadellos sauberem Kaftan mit der hohen Pelzmütze, wie sie in der Bukowina getragen wird, hält sich am Rockknopf, eines vor rhm stehenden Bekannten fest und erzählt die Geschichte seiner Krankheit. »Da hat «an mich gefragt," berichtet er, »Was stich Sie" und ich bab' geantwortet: Ich bin ein Todeskandidat. Wenn der.Doktor «s auch nicht zugebrn will, e» ist doch so. Ja, früher, da war ich jemawd, da war ich etwa-. Jetzt -— —" eine verächtliche Harchtmvegung. In unverfälschtem Wienerisch klagt ein junger Bursche ausgeprägt jüdischen TypuS, per den rechten Arm geschient hat, sein Leid: »Fetzten wollen f mi dorten ntt «19 MMinnM «Nd La ait hI» jDdtttnriAn. Aflft ftta . i denn nacha? A Bastards! bin i wovd'n." »Sie sind &o<j( ein Jude," sagt ein Rothaariger, und ein flüchtiges Lächel^ huscht über sein schmales, kluges Gesicht. „Brauchen Sr« mehr?" . 1 * Auf den Bänken, die drei Wände entlanglaufen, sitzen in langer Reihe die Alten und die Frauen. Sitze« unk warten. Auf ein Rezept — die Krankenfürsorge gibt alleir» für Medikamente 46.000 Kwnen im Monat aus —- auf ein« Vorladung, auf einen Bescheid, vielleicht auf gar nichts. Sie warten. Man weiß nicht, worauf, und sie wissen es selbst vielleicht nicht.. Manche sitzen still in sich zusammengesunken und stieren vor sich hm. manche sind von fieberhafter Ge? sprächigkeit. Eine alte Frau mit einem rotblonden Scheitel d-er seltsam mit rhrem zerknitterten, zerfurchte« Gesicht kc-ntrastrert, erzählt immer wieder dre Geschichte ihrer ungerechtfertigten Zurücksetzung. Wie sie da eingersicht Hai und abgewicsen worden war und dort eingereicht Hai und abgewiesen worden war, und wie immer die andere« und immer die anderen bevorzugt worden waren. Sicherlich sind die Einzelheiten entstellt, verzerrt, ins Maßlose übertrieben — aber der Schmerz, die Enttäuschung, die Verbitterung, die sind echt. Das junge Mädchen, dar äugenblMich der Alten zuhören mutz, hält geduldig dem Wortschwall stand. Mitunter geht ein hartes Zucken über da» feine, zarte Geiichtchen unter der Strahlenkrone des heublonden Haares und Nervenkrämpfe haben auch das eins Bein fast unbrauchbar gemacht. »Wem: mich meine selig« Mutter so sehen müßte," seufzt sie eLnmal auf. ES ist ei« Flüchtlingskind. Ganz jung, mit zwölf Jahren, kam sie mit der ersten Flüchtlingswelle nach Wien. Der Vater blieb iq der Heimat. Die Seinen haben ihn nicht wiedergesehen undj nie wieder von ihm direkte Kunde erhalten. Einige sagen, ev sei nach Ungarn geflüchtet» andere säg-rn, er wäre von de« Russen als Spion gehenkt worden. Seine Frau starb imz dritten Krisgsjahr an Lungenschwindsucht, die Kinder Hunger«! und betteln sich groß. Bor dem Mädchen kauern zwei blasstz Jungen, in irgendein Spiel vertieft — eigentlich lernen siH warten. Ihre Mutter, eiue mährische Jüdin, hat sie mit«! genommen, weil sie nur ein „Bett" hat und die Kin.'ey nicht auf der Straße lassen will. Nervös streicht ihre fein» gliedrige Hand an den zerschlissenen Meidern der Bube« herum, bemüht, da einen Fleck, dort einen Ritz zu verdeckend Ueberhoupt di« Kleider! Die christächsozialen Spießer, öiq den Juden mir als wohlgenährten, wohlgekleideten Kriegs^ gewinner kennen und über den jüdischen Luxus nicht genug, zetern können, sollten doch einmal in der Krankenfürsorzv des Jmnt ihre Modeschau abhalten. Wir find ja jetzt wahr-!, hastig abgehärtet, ober so viel abgerissene, zerschlissene, in der unaufhaltsamen Auslosung begrfffene Kleidungsstücke sieht man nicht alle Tage. Das blonde, jnnge Mädchen trägt eine braune Stoffjacke, auf der drei rote Flecke aufgesetzt sind. Da sieht man zerfetzte Schuhe» dort einen Mantel, aus dessen Flicken die Watte hervorquillt. Von der vielgescholtenen Putzsucht der Jüdin ist hier wahrhaftig nichts zu merken. * . Don dem Umfang der Kranikenfürsovge, die hi« geübb wird, bekommt man vielleicht eine Vorstellung, wenn manerfährt, daß in den kurzen Fahren des DesimcheS die Protokollnmnmer 22.000 erreicht wurde. Tausend Tuberkulöse stehen in ständiger Fürsorge, etwa 60 Kranke sind täglich zur ärztlichen Untersuchung vorgeladen. Die Fürsorge er-, streckt sich auf alle Lebensalter und umfaßt alle Bedürfnisse! der Kranken. Die werdende Mutter wird unterstützt, mw Lebensmitteln versorgt, die Kosten der Entbindung übernommen. DaS Neugeborrne geht in die SäuglingSfürsorg«^ n» der eS verbleibt, dis das Gewicht von 16 Kilogramm rrm reicht ist. Für alle Notwendigkeiten ist vovgesorgt. Dies Säuglingspflege in der Derggasse ist das einzige Institut nk Wien, da» feinen Keinen Schützlingen auch das warme Bcch beschert, abgesehen davon, daß es den Müttern Seife der*! abfolgt. Es ist hübsch» zu sehen, mit welchem Stolz ditz jungen Mütter ihre Kleinen auf die Äag« legen. »Meines hat nicht ganz zwei Kilo gewogen, wie er auf die Wett ge-! komme« ist," sagt eir« junge polnische Jüdin mit Genugtuung, »jetzt hat er fünf." Die Freude ist der Mutter wohk! zu gönnen, es ist so ziemlich die einzige, die sie jetzt erleSL-, Auf die Frage nach dem Beruf des Mannes lächelt sie. bitter. „Früher war er ein Kaufmann. Jetzt ist er nichts. Wich find jetzt alle nichts." Untevern^chrte Kinder stehen in großer Zahl i« Schutze der Kranksnfürforge, di« auch bei den AuSlcmdSaktionsn eine« guten Teil der Plätze zu besehen hat. Verlassene Kinde» werden in Hermkrippen. Heilstätten, Kurorten, bei Pflege». eitern untergebracht. Auch für die erwachsenen Kranke« wird nach jeder Richtung gesorgt. SpitalSbedürfttgen wird der Aufenthalt im Spital bezahlt, Tuberkulose m Heilstärw« gebracht, «S gibt Krankenzubußen und Zahnersatz, Kuraufenthalt in Bad Hall, KarkSbrw, Baden, e» gibt fachärztliche Behandlung, Brillen, orthopädische Apparate, Heilbäder» eS gibt alles, was eine moderne Krankenpflege erfordert» Und was vielleicht das Beste vom Besten ist: Es gibt für jeden, der in die Kvankrnfürsorge ausgenommen wird, terÄ nehmende Rücksicht und freundliches Verständnis. Nicht! lästige »Schnorrer" werden abgefertigt, sondern in Not ratene Brüder und Schwestern beraten und gestützt. | Anter den Juden Wiens sind jetzt unermeßlich viel 8M und Verzweiflung zu finden. Wenn das Leid »nd die Verzweiflung der Kranken nicht all« Dämme überfluten, danke« wir «9 zum große« Teil der Hilfstätigkeit des Joint. Aber?. immer wieder muß man fragen: Wo bleibt die Inland»» tz t i f ei Schlägt nur kn «ta Herz für den Jammsa s« Juden t» Mms.. Kku« Ma« tJMß*

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.