Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 759 (7.3.1921)
- Date
- 1921-03-07
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 84% known words query
- IRI
…/2979076-2979773-2979838--06894-2992892- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
VH&irometatfettstrceifet (Bient Znm Wholev tn der fetoeWilwt, L Bisirk., 2«bo«. Me 1 OUt 3» oder in «n«? BersthleiSstiLe (DrafiV: MsuaMch. . ftrane» £2**- Merteljkitzvttch „ totor* Wit P-str-r-sand für Wien Md ' Oesterreich r AKmNtttch .. Krmreu «».- Tschecho-Slowakei: Monatlich .. 5ironen £*.- MrteWhvrich^., JJr lrrtschech^fiowattschcrWatzrilNg; rr,ts«rnt IttgoftLwiea: Mouattich .. Dtuä« t$*— Viertelikihrttch » Rr. 159 '• ' i imt {;?’■? aBWgaggggggi Wien, Montag den 7. März 1921 öle neuen deutschen Uerscblage. VorMssichtliche Einigung in Londo». K^.&& PrSnu««attonspVels^ PÄenr M-nntNch .. Mark 80H «terteljÄirltch .. 940^ in polnischer Mchrmrg «ovattlchT^. Mark 19** MonaMch^!^. Nve-S-4 tttMSnto: M-mattich.... Sei 90^ Schweiz m LttWüge MouaMch. . . WarttS 9»' Rodnkti»«n»Ad«Nr1i Wzen,9Ä^Davl L-ledh»»»: 4Sv»«, 4»»«/ cÄT«)ftt O-endSsrr.«yK Psysvarraffentsnt« 150693 3. Jahrgang '^KÜris,' 6. März. Der Londoner Berichterstatter der Ageyce Havas meldet folgendes über zwei Sitzungen/ der Älliiertenvertreter:. Die zweite Sitzung des Obersten Rates begann um Vsll Uhr und war erst, kurz vor Mitternacht beendet. Die alliierten Vertreter haben e n bgül t i g dffe.G r und l agefe stg e ji: ' auf benert sie morgen öie B. o r ff ch l ä g e d eV D e u,tf ch e!n ann e h m tn wer d e n. Ar d'er °ersten Sitzung, die ^bereits, heute abends ftattfänd,. erstreckte sich die'Beratung auf die Vorschläge des Staatssekretärs im deutschen Flnanzn^nistersüm,S ch. r ö d t r. Dieselben sehen in erster Linie die A wn'ä h m e der f.e ft e n/Jah'resz ah lun g eu d'es pariser Abkommens während der eUen f ü n f Jahre vor,' minder Möglichkeit einer neuerlichen Prüfrmg bei Ablaus dieser Frist, ferner "die Erhöhung der Äu-s f üch rprämie von 12 auf 30°/., die Begebung einer internatranklen Anleihe von acht M i l l i a r d'e-n Goldm a r -k und den Abschluß von! Handelsverträgen, die' im Endergebnis zu dem Verzicht auf ung leich e B e h an dl un g führen. Alldas ist aber dem V e r bJ e i b e n O b e r-' sich l e s i e n s bei Deutschland untergeordnet. Ls-ndon, 6. März.' (Reutet.)"'Ein Vertreter des Reuterschen.Bureaus hat^.den Minister des Aeußern Dr. Simons cheüte^abend inEktzm^M/hsiebei . er-. fghren, daß die- Deutschen' morgrnneue Vorschläge machen werden. -, . -; /• i . - -. ' ." - cf, Dn. SnZrEs ü&tr. deV drAtschen Starrd- London, 6. März. (Reuter!)^ „Sunday Times", veröffentlichen heute vormittags.ein. langes Interview rnit Dr, S i m o y o, das. in'großen Zügen die deutsche Antwort auf die Rede Lloyd.Georges wiedergibt. Dr. Simons , erklärte, daß Deutschland durch Unter- Mchnung des Versailler'Vertrages ein für. allemal, zugegeben habe, daß es den Krieg.verloren habe. Wr geben zü,1 sagte Dr. Ssm.vns, die" Sch u l d D',.e u t f ch l/a n d s e r w i eff e n i st.' ÄZir. sehen es eiff,' aber" es ist felbstoerstckndnch/''d'itK,.ryit. nicht jede Woche Herkommen wollen, um es Iaurt vor einer RichteroersamMlung,?auoMschreien k.Deutschland kann nicht jede'Wocha nach Lanoffä gehen.' Wir ' haben in, Stnttgärt. .niemals erklärt, baß '' Deutsch- Md nicht',an 'Kriege' schuld war,., sondern lediglich,, dH es nicht allein die Veräntwortung trüg.'Die Verarittvortuttg ist geteilt und das deutsche Volk wird numals zügeben' daß es allein die Schuld auf ffich Wmen soll. Die deutschen Arbeiter sind bereit, am Wederaufbau der zerstörten Gebiete mitzuhelfen, aber ÜM.erheben Einspruch .gegen die lange Dauer der HährWn Frist, die zwei Gtzrerativnen knechten WWW 'Wir sind der AWht, dH 'die festen Jöhreszahlungen zu hohe Summen festseßen, und wir betonen, daß wir schon 20 Milliarden bezahlt haben. Das ^Mch^Wolk verweigert die Pariser ZWrn uyd, wird lieber die Zwangsmaßnahmen auf sich nehmen als die wirtschaftliche Erdrosselung,' die eine Folge' der Pariser Vorsch'lägesiud. ' . drückte zmn Schluffe die Hoffnung aus, ^8 fflch die ÄlliiertU die Sache überlegen und das Dräsche Anbot. annHmen. werden. Wenn sich Deütschland,7ffägte/e^ wiDer emporarbeltet, werden unsere FWüngen ' naMM auch indie Höhe Me». .Ich werde' beaniragen,' daß eine. KvmmMon .unsere 8rkllärung einer Prüfung unterzieht. Lehnt man. ab, fs ist der einzige 'Ausweg die Anwendung der Zwangswatznahm'en, Über Deutschland' kann die von der Konftrenz MgeW'sn Summen nicht' bMhlen. Eine Besprechnng LlvyS! Georges Mit ' r.--':' -: . , Dr. SiMSKs.':' BsrLiiy 6. März. Der Londoner Sonderberichtcrstatier des T." meldet, die Nachricht von .inoffizieNcn' Besprechungen Dr. Simons mit Lloyd George habe bei allen Kreisen große Ueberraschung hsrvorgrrnfsn. Man nehme in London an. daß «s « v & möglich fein werde, zu einem Vergleich zu l o m m e it . Derselbe Korrespondent berichtet weiters, daß am Montag 'einneuer deu 1 scher Vo.rschlag .werde unterbreitet werden, könne "nicht mehr zweifelhaft erscheinen. Neue IuftruktiMeu. aus Berliu." . Berlin, .6.. März. (Wolff.) Die aus London vorliegenden Meldungen sind heute in zwei' KabmeLisitzungen.unter Vorsitz des Reichspräsidenten einer Beratung unterzogen worden. Zwischen beiden Sitzungen fand eine Besprechung mit. den erreichbar gewesenen Sachverständigen statt. . Auf'Münd der Beratungen sind an die Delegation in London'Instruktionen für die. morgen stattMdende Verhandlung der Konferenz., ergangen. ' ';„' -Cw . . Die Ksufereuzerr Miietteu7 , Londsrt, 6. März. (Havas.ff Die Delegierten.der Verbündeten haben heute^ die Verhandlungen fort-' gesetzt, Briand hatte!eine. Besprechung-mit den ftanzösischen Sachverständigen, ferner Mt> G e y d .o u r, -der gestern mit den deutschen? Sachverständigen eine Begegimng hatte, endlich mit.- Marschall F o ch, Lo.ucheur und Thevnis-. find mit. - Lloyds George?.! von? Chequqra; abendsim. Miniftenüm des^ AeüWw.'tzüsamMNtrajen..' ..BstfurchtMgen.ZsH^MsLr'PMse.-'^ . Paris,. 7. Marz. '(Tel.-Komp.)'' Der ^Temps" stellt^ mit. Entrüstung, fest, Hß sich Briand darauf.ein-, gelassen habe, und daß über diese Konferenz.zwischen^ Dr. Simons und-Bergmann - einerseits und .-Briand,.. Louch.eur, Lloyd. Geo.rge und Curzon anderecseits keM' amtliches Communl^u« herausgegeben würde... Däs i Blatt befürchtet, es könnte Dr. Simons gelingen der! Entente , dir Ultimcüumw.affe. aus der Hand zu nehmen und warnt davor, den Simönsffchen Vorschlägen Gehör zü schenken. - / ... Eine andere Befürchtung findet man in der- „Libertd". Sie. glaubt annehmgn zu können, daß Ahyd George, Graf Sforza, Briand und Jaspard , nicht mehr so recht und fest mitmache'n. Lloyd George scheint.allzusehr - dem Zauber der englischen radikalen Preffe ' zu unterliegen,' die'immer darauf hinweist, daß mit Zwangsmaßnahmen nichts zu erreichen fei.' Dem ^Intransigeant" ffcheW besonders die Rolle des GrafenSforzs gefährlich zu fein. Das Blatt vctimitet, dH,die verfchiedentlichen Prioathesuche Sforzas bei? Briand Hessen Energie iw Wanken gebracht hätten. Im übrigen sucht man den unangenehme» Eindruck der Privatbesprechungen, die? Dr. Simons durchtzefetzt/hat,. damit zu-bemänteln, ,öaß man ja eigentlich! «r-.deuMe».Delegation nahegelegt <habe,?? n-ue Bor-? Wäge emzüreichen -und daß Dr, Simons, wenn-er! vonHefer Möglichkeit noch vor Ablauf des Ultimatums Gebrauch machte, ganz im Sinne der 'Entente -.ae-, ^h-ydeltzchätte.! < Paris, - 7. MÄz. (Tel.-Komp.) Der Pariser »New-Oork- Herald" weiß zu berichten, daß,? trotzdem., Lloyd George am letzten Donnerstag mü der Einheit und Eintgkeit der Entente gedroht habe, sich eine Lage ergeben könnte, die die.Entrnte irgendwie spalten dürfte, «n.h: -war dann, wenn die neuen Vorschläge /den Pariser. Bedingungen nahekommen. Es. wird? ffüc. unwahrscheinlich gehalten, daß' die Londoner? KonfeiwW 'schon am Montag zu Ende geht, vielmehr lymmt- MM em, daß die neuen : deutschen Gegenvör-. schlgge/ eingchend geprüpst werden dürsten,! .so. daß vor: Wtzwoch an einen Abschluß der Konseeenz kaum??zu - denkW ffst.: 7;-.?; ■ Das ZweikammersysteW r« ZÄgo- ,slawLen gefallen.. > Belgrad, 6. März. iPrivak) Der Bersassungsansschuß der Konstituante lehnte Artikel 45 des Aegierungsentivurses 'ab, womit da« Zweikammersystem eingeführt werden sollte, und sprach sich sür das EinkamMAstckeV aus. Die Mische ArbeiterfKrsorge in Dberschlefien. KaLtowitz ^Orig.-KorL.^, Kaitowitz. war von jeher der Punkt, an. welchem dey lebhafteste Grenzverkehr zwischen- Polen und Deutschland.statt. ' sctnd. BiS.su KNegOeginn war der größte' Teil der Geschäft«; auf.-:, dieser 7 Grenzlage «mfgÄbaut. Während uich nach dem 'Krieg hat-.sich-die Situation geändert und besonders jetzt-, .hat der. Handelsverkehr durch.die Abstimmung Sv0r.be* - rertuing ew in Oberschlefien starke Einbuße erlitten. Am dererseits aber wurde Aattowitz der Sammelpunkt, für den illegalen Grenzhandel und -Verkehr, und das Dorado aller; Schieber.' Gleichzeitig-.aber wurde es auch: jene Stadt,. ,inl. welcher die vor den Pogromen und Verfolgungen flüchtenden Juden Galiziens und Kqngretzpolens zu gelangen trachteten,. . und . auch der /rettende' Ort, den die vor dem. Militarismus. sich Rettenden, zu erreichen trachteten. Naturgemäß, mutzte in der? etwa.50:000 .Einwohner -zählenden Stadt die Zuwcm» - derung so zahlreicher -Juden .zw Unannehmlichkeiten und Zu«,. sammenstötzen''führen^ wie andererseits, sich aus der .Notwendigkeit i heraus eine Fürsorgestelle bilden mutzte, , um den rneist mittellosen Flüchtlingen mit Rat und Tat an dre Harch zu gehen.? - Hier, wie überall zeigte sich die gleiche Erscheinung«, Die Behörden sthritten; gegen die Schleichhändler -und! Schmuggler ein und — trafen die unschuldigen Handwerker -! und' Arbeiter, die begonnen l hatten, durch ihrer eigenen' Hände? Arbeit sich eine^ wenn auch meist kümmerliche Existenz zu schaffen: Denn, diese:w.aren wehrlos und ausgeliefert,! während! ldie Schieber es. verstanden, -durchvsrständniSvyLe und nicht ileer'e.HcBdedrüÄe. die.auZführenden.Organe zu bewegen, beidtz -Augen zuzudrücken.! . c . ' 5 ' So. traf die große Razzia, dis im August. 1920 auf die 'Ostjuden unternommen "wurde, in Wirklichkeit nur da« jüdifchei Proletariat.. Hunderte von ihnen, im ganzen mehr!als tausend!" wurden von der Sicherheitspolizei in Lastauto» iüber bfeg$ci^@te{i8e zurückgeschafft und erbarmungslos iihren^-^^einigern ^ausgeliefert. -?! Da vor' allem setzte die Tätigkeit der Jüdischen;Arbeit§rfürsdrg-effte^kle£fürObers'chlesien unter?der tüchtigen,^unermüdlichen^Leitung von.Samson.- erneut --ein. .Es,.galt, Maßnahmen zu?-treffen, rmp'.ähnliche.Wiener-. cholungennnimwglich zu; machen, galt, den Aufenthalt der Ostijuden zu j legalisieren. oder diejenigen, die weiter zu wande.rn ibeabsichtigten, nach-Deutschland) Amerika oder Palästina,, dahin auf den Weg'zu bringen»? - , .; Die Absicht ,war? leichter als-die Ausführung. Waren .doch bei Len polnischen Aügüstunruhen. die. mehr als tausend Mann: zählenden! ö st j üd i s ch o n B e r g nr b e i t e r, die in den oberschlesischen ^Bergwerken Arbeit gefunden hatten —» . hier seidie ,e'Qvähnenswerte' Feststellung erlaubt, daß ii» ' 'Ruh.rgebi.ek mehr als 18.000 jüdische Bergarbeiter-unter :Tag arbeiten — von den national verhetzten polnischen- Arbeitern rvertrieben' worden.":. Nicht?viel bester ging es denen»-di« -"> in Landwirtschaftsbetrieben oder als' Handwerker Fuß" gefaßt ' chatten.!- '! : ' ' - ■■■:•'! Und doch gelang die schwere Arbeit. Daß sie aber ge- - lang, ist neben der vastlösen- Tätigkeit der Fürsorgestelle der - entgegeukominenden Haltüng -der deutschen Behörden und ' demwohlwollenden Verhalten des Dezernenten in . der Interalliierten Kommission in-Oppeln,' dem englischen Major- .'Watts/ zu-verdanken, denn diese Kommistivn war nur? zu geneigt,.'hier!.'wie in allen anderen FAken,' den PolÄ, ein allzu willfähriges " Ohr zu - leihen.? ' Nach vielen Bemühungen" gelangte man ' so, weit, -datz dieenglischen Mitglieder der Komnrission. ihrerseits den "An-' trag stellten, für Oberschlesien die Gültigkeit der preußischen - Ministerialerlasse,' betreffend die Ostjuden, anzuerkennen.' Wenn dies auchnicht' gelang, so ' wurde doch' erzielt, "daß' ein Erlaß an die' Kreiskontrollore erging, wonach, alle, die-' jenigru, die 1. im Besitz eines regulären Passes oder eines * Ausweises der - Fürsorgestelle waren, die '2. reguläre. Arbeit " uüd 3, eine Wohnung - halten, ungestört in Oberschlesien ver-'' ibleÄen 'durften^ Alle übrigen sollten für solange interniert ’ werden, bis es möglich wäre, sie nach Amerika oder Palästina -weiter-.zu-expedieren. Dank der Fürsorgesielle kamen für diese - Internierung. nur 21 Flüchllinge in - Betracht, die in. zwischen auch schon-" untergebracht, -teils, ihrern eigenen Wunsch entsprechend, außer.Land gebracht worden sind. Im Zangen" betrug die Zahl dieser' Ostjuden rund ' 4500, von denen noch rund 1500 in Oberschlesien sich auf- ' halten. Inzwischen hatte sich aber in letzter Zeit die Situa« twn »»äs« bcheptM veMlMertr woK M ja ngMtz