Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 757 (5.3.1921)
- Date
- 1921-03-05
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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r.: Vimelyrels K tafle 1 fti£ 8, »der m ernte Berschleißstell« <Trasw:, . Monatlich . . sironen V".- Mertütiihttich * *10’- Mtt Poftversänd für Di«» m» > -Oeftcriecichr ,. Krouen V«.- Tschecho-Slowakei: .. Kroven IV.- rvierttlfährltch " »1--- fn'tschrchS'slswnrisihn'Ldiihritng ' / Unglli^r l La «»Mischer Währrmg? Auzaslawie«: W-»«ilich .. Dittiir 1».- »rertelMrlich m s€~ GMzelprers K 'J?, fäfi'' PranumerationspreGe: ’ Sätet: »««tcljührltch « 84B*- i« pskRischer Wthrmez Drutfchlimd: Mo««Mch7? . M«r 12,'Ti Rornrtiich'^E^FrmreS ffc-s JkÄ«m: Rsmrttich . . . . Ltve>«»^ Moualtt^.. . .«ei Schwri,; su b»BffitijjelWJJoitft Mo»«t!ich..... 9MMtS St^> 'LLWM 9WwRQRf|IWItf 13M2H Nr. 757 Wien, Samstag den 5. März 1921 3. Jahrgang Schuld und Sühne. i. W l e n, 5. Mär.;. N ... Die. Alliiert an haben Deutschland ein-Ultimatum gestellt.. Kenn!Deutschland nicht bis Montag die Pariser Beschlüsse akzeptiert oder annehmbare Gegenvorschläge macht», /'sp. werden die Verbündeten die rechtKrhernischen Kohlcnhäfen 'Duisburg, Nilh^Prt'und, .Düssöldorf - be« setzen,Leisten' Teil der ^de!ltWn)p.tiv'ytert:-Fdrderungen. in deir Etttentsstaaten einziehen, ussd die Zölle im besetzten deÄschen.Gebiet 'beschlagnahmen. Dieser Friststellung ist eijm-NedeLtoYd-Georges vorangegangen, die''deutlich das Bestreben zeigt, hie -Härte der Fchderiingen zu'recktfertigem > Der -Sprecher der.Allnerten geht von' dem Grundsatz ans-.' daß Deutschland die Schuld am' Kriege tragt .und dafür bestraft werden nüch..Zwar beinüht sich Lloyd?George nachzuweisen,. dH, voir Deutschland nicht 'mehr - als Wiedergutmachung Är-HhÄen dn Personen und/Gütern verlangt wird, unb daß die Herwüstirngen der'MtelitegebieLe in ihreln 'wirtsMftlicheii Ausmaß in : DM,Wand iricht bekannt -sind.sHresitrolpe.ein Verzeich-, v^/der von' den Armeen der Zeuralstaaten - angerichteten . ^eDötWgen/'.das zwar nicht MckeMZ ist? mber doch beichtHen läßt, wie groß die Mulh ist? dp'der deutsche MMarismUs .auf, sich gesaden hch>. Die -Bergwerke Ncrdfrünkteichs sind: für'zehn Jahtz zugrulldel-gerichtet, .alle mechanischen Fabriken-in NorbftaMeich und Belgien dem. ErdWcu -^leichg^znxM. - Die. SMiLDi-^ PM?- zstnr größtöitEeileMchtWAtweWi^k^HAE^HM^es^sv^Äit im Wer Anlagedarchlf berechilet'gewHen? in'M'HM , nach dem.- ®neg.e Ai>cr auch Per- Wüstungen vörgenommen, die einfach als Raub und Diebstahl zu.qualifizieren find. AüfÄeOWeise ist die panzMche Leinenindustrie vernichtet worden^ Acht Millimwn Tonnen, der' .englischen . .Handelsflotte'' 'liegen auf dem Meeresgründe.' / ' Was LsoYd George den "Deutschen vorgehalten hqt, ist'vielleicht in-den Details nen, aber nicht in den großen Die. Verbrechen der Berliner, Wiener und Budapester.Kamarilla.sind von der Welt und von den beteiligten Staaten längst nach Gebühr gewürdigt worden. Die.politischen Und sozialen Vorgänge in diesen Ländern hMn dMich/bewiesem haß bxc Völker die'Schuldpage fltfÄ. .wenn-- Ach'- nicht' restlos beantwortet haben. Die Entente'ist-gleichfalls zu Gericht Messen, hat an ihre eißeNe ^Sch^ld vergessen und'einen-Meden diktiert, der dem . Besiegtenden Atem nimmt. Es handelt sich heute nichtmehr darum, wer mehr, zerstört hat, ob die Zentralstaaten: odtzr/jdie Truppen ihrer Feinde. Es ist in Ostgälizren/durch die Heere des'Zaren Schäden angerichtet worden, den nran bis heute Ziffernmäßig nicht festgestellt. hat. Man kastn apch als.sicheranneksmerl, daß im Orient während des Krieges Verwüstungen^ vorgenommen wor- Lön sind,'und man weiß,,daß die rumänische Invasion in Ungarn sich nicht sehr viel um den Unterschied zwischen staatlichem und privatem Gut gekümmert hat. Was..soll aber, das Auswerfen dieser Fragen im jetzigen Augenblick bezwecken? Die Londoner Konferenz war zu dem Zweck einberufen worden, in der Frage der. deutschen ZaylnngeNvzü: yner. Vereinbarung - zu. kommen. Weigert sich Deutschland, die diktierten oder angenommenen Derpslich' tmrgen äuszufiihren/ so kann es . von den Alliierten gezwungen, werden, seine Leistungen zu. erfüllen. Vorausgesetzt, daß sie für die deutsche Wirtschaft nicht nnerschwinglich sind. Dies festzustellen, ist.der Sinn der Lonboner Besprechunge,l und es wird Niemandem damit gedient, wenn dp Schuldpage von neuern in den Vordergrund der'Diskussion gestellt wird, zu eurer Zeit, in der ehr objektives Urteil überhaupt' nicht' möglich. ist. ' 'Lloyd H'eorge hat sehr schürf gesprochen. Aber es besteht hie. Hoffsiung/ daß seine Mede gerade wegen ihrer Emöringlichkeit'zu eurer Verständitzrttrg führen wird: Er hat das 'Ultimatum begründet und 'hat' Deutschland eine Frist gestellt, itm ein Eingreifen des ün der Sache außerorderrtlich lebhaft interessierten vierten Ententegsrpssen, Amerikas, herbeizuMrtzn, das^ben. Beratungen serngeblieben ist. Deutschland hat drei "Tage Zeit und ber.deutsche Minister Dr. Simons hat. die Verhandlungen AM wi^ ^^.'öie alldeutschen Kriegshetzer ihm nahegelegt 5gP}«/|, WeMchtzn.'/ Er wirh am' Montag' antworten. ZMHsmaßndlkjmen'von '.der Art, ivie' sie Lloyd George attkllsidi'gt/ seren. nichf nötig. Wenn murn dies genau liest, scheißt das? daß a,,f Seite Deutschlands der Wille be- Mß 3u einer Vereinbarung zu gelängen. Der aleicke Kille .besteht ml SM EMands, Richtlinien für die ameriknnische Politik. - Richteinmischnng 1« enropüifche Angelegenheiten. Gegen die militürischen Bündnifse. — Abrüstung «Nd - Weltgerichtshos. Washington, 4. März. Präsident Warrerr E. Hacding richtete bei seinerir Amtsantritt an . das amerikanische/ Volk eine B o t s ch af t,^ in deren enlleitenden Sätzen er darauf hinweist, daß inmitten' der. Zcrschvung, die doc große' Krieg histterlässen habe, die Vereinigten Staaten unversehrt und im sicheren Besitz ihrev.Zivilisation ,.gc-. blieben seien. Freiheit in den Schranken des Gesetzes und der.Zivilisation seien unzertrennlich, und es habe sich gezeigt,^ dqß die sicherste Gewähr beider m dem von. den Vätern der heutigen Amerikaner gegründeten Regicrungssystem liege. ' Es heißt dann in der Botschaft weiter: Der materielle und geistige Fortschritt unserer Republik beweist an und für sich die: Weisheit der ererbten Politik der Nicht e rnmis-chung in die Ange'lLg.enheiten der Alten Welt. Im Vertrauen.auf unsep.Fähigkeiten,. unser eigenes Geschick zu /bestimmen und in elfersüchtigdr Wahrung unseres Rechtes, so zu handeln, wünschen wir, aü der Leitung, der Geschicke der Alten Welt keinen Anteil zu.haben. Wir: wollen nicht -in sie v^r st r r ck.t werden.'- Wir wollen ^-eine Ve-ran-t.wortung übernehmen, als jene, die:uns'' verschreiben. Wir an-erken^teN'/ bie Otönung Ibet Welt mit den'engeren Zusammenhängen, die der Fortschritt nrit-sich . gebrächt Hat. Wir hören den Ruf des menschlichen Herzens nach Kameradschaft, Brüderlichkeit rind Zusammenarbeit, wir hegen , die Freundschaft und pflegen nicht den Haß, aber Amerika,.unfer Amerika, das auf den von den Vätern. gelegten Grundlagen'aufgebaut ist, kann nicht an ständig e n rn i l i t ä r i s ch e n B ü n d. n i s s e n teilhaben. Wir köinlen keine politischen Pflichten übernehmen oder wirtschaftliche Verpflichtungen. eingehen, die unsere Entschlüsse einer anderen -Autorität als unserer eigenen unterstellen. Wir wollen daS. unsere' beitragen, damit die Vorbereitung von A'ngriffskriegen so hässenöwert erscheine, daß Regierungeü und Völker, die nach ihr greifen, die Gerechügkeit ihrer Sache zu beweisen haben werden oder aber als Verbrecher vor den S ch r a n k e y d e r Z i v i l i s ä t i o n ' stehen müssen. Wir sind bereit, mit den Völkern der, Welt, den großen und den kleinen,, zu Besprechungen und Beratungen zusammengutreten, die wirklichen Meinungen der Welt zu ergründen ' und einen Weg vorzuschlagen, der zur Ä b r ü st üng führt und die wuchtige Last von Heer- und Flottene i n r sch t u n g e n' e r l e i ch te r t. Wir wollen teilnehmen an Vorschlägen? die zur Einsicht, zur Beruhigung und zu schichs- - geriWicher Schlichtung führen können» und wollen.mit Freuden cm.jener Art des. Fortschritts teilnehmen, die danach strebt,, die Gesetze der internationalen Beziehungen zu klären und festzulegen. Wir wollen helfen, 'eigen Welt^ge.ri'chtShöf tzü. gründen.. •., Der Präsident hebt weiter hervor, baß die Urceigennütz.ig» keit'dec Vereinigten-Stäaten, ihre Neigung zum inneren' und äußeren Frieden in der gcmzen Welt - bekanpt und anerkannt -sei. Der :Volkswille Amerikas sei darauf gerichtet, an.j^tzem Programm teilzuhüben? 7 das: geeignet ist, z n k uns t i g>§. Kriege unwahrscheinlich zn machen. Der Präsident sagt weipr: Wir nrüssen begreifen,- daß die Fäden des Handels'die Nationen auf.das engste verknüpfen, und daß niemand empfangen kann, < der nicht gibt. Wir hüben insbesondere ^auf 'unserem eigenen Kontinent das Netz unseres>Handels nicht, so fest geknüpft? wie eS -unseren Hilfsquellen und unserem Können entsprechen, würde. In dem neuen Finanz-- und Handelss-Ystem.wollen - wir eine verstärkte Tätigkeit enwickcln und - das Vertrauen erweitern? Der. bittere^^'Kampf hat uns keine zerstörten Gebiete, keine 'verwüsteten Städte, keine klaffenden; Wunden,’ kern häßerfiifltes Gemüt znrückgelasfen, aber' er hat' uns in' /in D e l i r i'üm d.es - ü b e r m'ä ßi g e n V e r b r a u ch e S ^gDkÄ-r'gt,' -in. a nf eH- -gewicht gebracht Md unsatzbäre Verschwendung Und gestörte Beziehungen hintÄläsiE '-7 ' - Ki Unsere vornehmste' Ausgabe ist die Rückkehr zu unserem stetigen, gewohnten' Wege? Wiederaufbau, Wiederherstellung, Wiedergenesung müssen-folgen. Ich wollte, ichkönnte?sie beschleunigen. Wirwollen keinem Volke Ursache gehen, Krieg-gegen uns zu führen. Wir haben keine.nationalen Vorurteile, wir kennen nicht den Geist deh Räche? wir hassen nicht,- wir begehren nichts, wir träumen --von' keiner Erbberuitg mit den-Waffen. Wenn trotz dieser. Haltung uns jemals wieder ein Krieg : anfgezwungen. würde,- .so r-hoffe... ich'sehr, daß ganz --Amerika sich bei der nationalen teidigung zusamurenfindet, -jeder Mann und jede.Frau»-ihre Pflicht erfüllen wetden. ' ' ' - ■ - ' Im Schlußieib der -Botschaftdrückt der'.Präsident die Ueberzeügung aus,- daß Ämerika immer weiter emporsteigen. und die Welt zur Nachfolge/auf die - gleichen Hohem -.'er- - muntexn werde.- Ich : selbst? so' schließt der Präsident', üher-; nehme meinen Teil mit dem Bewußtsein güten Willens, und ich erflehe die Hilfe' Gottes für diese Aufgabe. So. sehe ich unerschrocken und voll'Vertrauen in die Zukunft.- Ich-habe meinen Eid mit dein'Gedtrnken an jene Stelle-der Heiligen Schrift abgelegt, wo-eS heißt: „Nichts anderes verlangt der Herr von ihnen, als daß sie Gerechtigkeit' und' Barücherz'gkeit' üben und in Bescheideüheit ihrem' Gott folgen. - Nene Vorschläge'der Deutschen ' Amerika irls Schiedsrichter. ' L o n d o «, 74. März. (Funkspruch.) Die Zeitungen melden?,daß die deutschen Vertreter gleich nach der. Rückkehr/von der Konferenz an die Ausarbeitung neuer V 0rschlä g e geschritten seien. „Daily News" heben her^ vor, daß' die beschlossenen Zwangsmaßregeln sofort in Kraft treten werden, wenn Montag nicht ganz geänderte Vorschläge vorgebracht werden sollten. Der geringste Zlveifel - in Berlin an dieser Entschlossenheit wäre ein Unglück. Die Erklärung Dr. Simons^, daß' die deutschen Vorschläge mißverstanden worden seien? läßt Höffen, daß die Möntagsvorschläge ans einer anderen Grundlage aufgebaut sein werdem : ' .IpariS, 4. März. (Funkspruch.) Der Berliner Korrespondent des „Petit Parisien" bestätigt die Möglichkeit neuer deutscher Vorschläge, an deren Ausarbeitung bereits geschritten worden' sei. Es verbreitet sich auch das Gerücht, daß für den Fall, als keine Einigung gefunden wexden sollte, Amcrika als Schiedsrichter angeMen werden solle. 7' ','ßBÄil' 4. März. (Wvlsf.) Unter der Leitung.des Wichskanzlers fand heute .nachmittags eine Bespoechüng des^ '.Sachverstälidlgenäusschüfses über die 'wirLschäplichen'-Wirkungen der von der Londoner Konferenz, an-- MMtmr ZwanLsviaßuMMl Mt Mle Anwesenden waren einer Meinung darüber, daß die Maßnahmen dis schwersten Wirkungen auf das deutsche Wirtschaftsleben ausüben würden, daß diese Wirkungen^aber, die M- , gierung von deul Standpunkte, die Unterschrift- -von Verpflichtungen abzulehnen,. die Deutschland zu crfüllen' außerstande sei, nicht abbr'ingen können. Eine Erklkrnng Lloyd Georges-; ’ Lo!n>don, 3 März. (Wolff.) Jur Unterhaus gab Premierminister Lloyd George heute' nachiniLtags' -eine Erklärung ab, "die eine Zusammenfassung seiner ans der Konferenz'gehaltenen Rede darstellte. . Claude Lowther fragte, ob die' widerspenstige, Haltung der deutschen Delegierten nicht zmn großen - Teile aus die' Tatsache zuriickzüführen sei, daß A s q u i t h erklärt habe, Deutschland könne nicht mehr' als' zwei Milliarden Pfund bezahlen. . Kenworthy fragte, ob Ltvhd George nicht dnrW einige von ihm gebrauchte Vort-e'dib Deutschen os», mutigt hatte. . ' ' / , Premierminister.Lloy d- G a o r 'g e -.führte, ausDÄchhabe oft erklärt, daß die, den ' Deutschen 'vorgelegten Forderungen der 'Zahlungsfähigkeit Deutschlands ' entsprechen müssen. Die Vorschläge Dr. Simons '.sind aber :nach unserer!Ansicht viel geringer' — ich kann wohl sagen in absurdem Maße geringer — als die ZahlMLsMigkeit ÄMMaM. DeutjMnd wie' M