Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 756 (4.3.1921)
- Date
- 1921-03-04
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 87% known words query
- IRI
…/2979076-2979773-2979835--06859-2992854- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Einzelpreis X Prannmerntionspreise: Wie«:.Zn« Abhole» in der Expetitis», L. Bezirk, Tabor» Pratze 1 LlS 8, oder in ein« ,Berschleitzstelle lTrafik»: Monatlich. . Krone« .7«.- Vierteljährlich „ 210 — Mit Postversand für Wie» »nd ..' ' Oesterreich: Monatlich . . Krauen 70.- Tschecho-Slowakri: Monatlich'.. Krone« 17.- Vierteljährltch S1-- intschrcho-slowakischer Wahrung Ungarn: Monatlich .. Kronen 7».- «ierteljahrlich ... »w- ' in ungarischer Wahrnng ' Jugoslawien: Monatlich .. Dinar 1S.- «ierteljShrlich * »»- Einzelpreis K SSS.CtO Primumerationspreiser Pole«: - Monatlich .. Mart ^0.— Vierteljährlich .. 240i» polnischer Währung . Sättft&tattb:, . Monatlich. .Mark 1».- Frankreich,: Monatlich . -FraueS Or— Italien: Monatlich . . . Lite«.- Ruminie«: - . Monatlich. . . -Lei 20.— Schweiz u. das übrige Ausland» Monatlich. . . Francs 3.— Redaktion u.Admtntstration' Wie»,^.Bez.,Taborstr^1—8 Telephone: E»8.4»»1S, ab « Uhr abends Nr. 16301 Postsparkassentonto 150.693; mrrmmmnm Nr. 756 Wien, Freitag den 4. Mürz 1921 3i Jahrgang Besetzung von Duisburg. Ruhrort und Düffeldorf. — Errichtung eiuer Zollgrenze am Rhet«. — Die Möglichkeit einer Verständigung nicht ansgegeschloffen. -7 Die deutsche Antwort erfolgt am Montag. fache berücksichtigen wüssen, haß - die deutsche Regierung mit Unterstützung der deutschen öffentlichen Meinung die Grundlagen des Versailler' Vertrages selbst herausfordert. Diese Erklärungen Dr. Simons' werden das unausweichliche Korrelatdieser neuen Haltung sein. Wenn Deutschland diese. Erklärungen in .einem solchen Geisteszustand betrachtet,^ dann sind Vorschläge, wie wir sie hier gehört habest, einfach die Folge davon. -Wir wünschen also klar zpiwÄusdruck zu bringen, daß die Verantwortl i ch H ü Deutschlands als eine R e s jndieata angesehen werden müsse. Auch der Frankfurter Vertrag vom, Jahre 1871 ist von dem Gedanken ausgegangen, daß Frankreich unrecht habe und daß infolgedessen Deutschland nicht nur Wiedergut- - machung, sondern die Zahlung sämtlicher Kriegskosten durch Frankreich zu fordern habe. Deutschland wollte' Frankreich niemals erlauben, dieses. Verdiktin Fräste zu stellen. - Wir Unsererseits-müssen-uns. fest darauf stützen,' daß das BerdW des Mstgstest Krieges .geachtet akzeptiert, solMigtz. es!stiA,-zustimmt/-seine Verpflichtung^ zu erfüllen, werden Konferenzen wie diese 'folgerichtig ' vergeblich sein. Die. Lektüre der in Deutschland gehaltenen Rodele und der-, in der deutschen Presse erschienenen Artikel haben mich zeitweise zu meinem überaus großen Bedauern zu. dem Schlüsse geführt, daß Deutschland sich nicht 'über die. wahre Natur der Forderungen Rechenschaft gibt, die man an dieses Hand richtet. Man lehrt das deutsche, Volk, daß es die Neparationsforderungen als eine unerträgliche Maßnahme und als ^Verschwörung. feiner Feinde anzusehen habe, Deutschland zu zertrümmern. Erlauben Sie mir sofort zu sagen, daß wir den Bestand eines freien, blühenden Deutschland - als für: die europäische Kultur not w endig b et r a'Ot^e n und daß-wir wicht ein unzufriedenes, versklavtes Deutschland Müschen, das vielmehr eine Last und eine Bedrohung für eben diese Kultur bedeuten würde.' Wir haben nicht den geringsten Wunsch, Deutschland zu unterdrücken noch auch es in Sklaverei zu werfen, wir verlangen von ihm einfach, daß es sich seiner- Verpflichtungen -entledige,- so wie es sie akzeptiert hgt-. um. das von seiner kaiserlichen Regierung begangene Knegsunrecht wieder gutzumachen, Kr das es die -Vecaytwortung trägt. . . - . - Lo nd ö n, 3. März. (Wolff.) Rach einer Meldung der Agenee tzavas hat Lloyd George heute in der Konferenz eine Erklärung abgegeben, in der es heißt, die deutschen Gegenvorschläge verdienten keine nähere Prüfung. Er erinnere an die Nichterfüllung der Verträge, betreffend die Hohlenliefednngen, der Entmaffünngsbedins gnngen, der Zahlung von 2v Milliarden rmd der Bestrafung der Kriegsschuldigen. Wenn hie Deutschen bis Montag mittags nicht die Grundlage des Pariser Äbkommens annehme», mnrde» sofort folgende Zwangsmaßnahmen eintreten: Be f e tz u n g v o n Du is b u r g, Rnhrort und Düsseldorfs Erhebung von Abgaben a u f den V e r k a n fs p r'eis d er ße Nt schien W a'v.e'u in vest irllii e r t e n LS nder« 1. Ed-habe 'hinzNgesüg^Wff^^vargN Äbänderrmgen der Pariser Bestimmungen nur die Art der Zahlungen betreffen würden, wie ebwa die Herabsetzung der Jahreszahlunge« von 42 auf Sv. ' Lönduu,' .3' März. Die tzenhym.dige. Sitzung üst Hi. James-Palast - fandheute um -12 Uhr mitta'gs. statt. Außer den üblichen- Teilnehmeri: fändest.sich, auch Fach .rhid Marschall -Wilson' eim - . . - , V Kundgebung Lloyd Georges au .. . . diedeutsche Delegation.! Lloyd George hat auf die deutschen Vorschläge fölgende Antwort erteilt: ' ' ' ' ■ ' MÄst-e Herren f* Meine Kollegen haben, mich' ersucht, ü^Wem-'Nanien die' AstHptcken? -zuverlesen,, .die wir sin Namen der Verbündeten zu - geben - haben. - - * ^ic e^rbilietcn Jlcg|erun9cn Ansicht, daß das von dr.'Mmvsts.im ' MiHstÄ'er' l'SeififäCjcit Regierungvorgetragene Exposee eine ganz ausgesprochene Herausfordevung: gegenüber , dtzn 'grundlegendest Bedingungen rdes Versailler Vertrages! bildet' und demgemäß behandelt-- werden '.muß. Die .Berliner Vorschläge beinhaltest gemäß den Grundzügen der Abkommen von Boulögne nnd. Brüssel.'eine wesentliche Milderung der vollständigen Forderungen des Vertrages ebensowohl bezüglich-der Emtwaffnnng wie bezüglich öet W.i e. d e r tz ii, t m a ch u n g.. Die: Vorschläge sind im Gerste - des Zugeständnisses erfolgt, : um zu einer gütlichen Regelung mit Deutschland' zu ' gelangen. Die .Gegenvorschläge sind eine . Verspottung, /des Vertrages. Die Miierten gelangen zu diesem Schluß, nicht nur gestützt auf die Natur dieser Gegenvorschläge selbst, sondern auch beim Lesen-der von Dr. Simons nach den Pariser Vgrschlägen-in j Deutschland gehaltenen Reden und durch die Unterstützung, die' diese Redest, in ddr. deutschen Presse, a^fuy.üenhaben.- Eine :dest c ernstesten Erklärungen Dr.-Süstosts^ ist in der -Nede enthalten, die er, wenn ich urich 'eristMe,-; W - .Stuttgart - geKalten^hat, wo er. für Deutschland hie:gesamte Verantwortlichkeit für der: Krieg ablehnte. Diese. Ablehnung, ist in ganz Deutschland init- Beifall begrüßt worden und es ist demzufolge die Ansicht berechtigt, daß,sie die wirkliche Haltung Deutschlands gegenüber^ dem Vertrag - repräsentiere^ In-den Augen der Verbündetem ist - die ' - - Verantwortlichkeit Deutschlands Kr den Krieg gruud» ' - ICgCItb ' im'b die Basis selbst, auf 'welcher der Versailler Vertrag anfgebaiit worden ist. Wenn nlan.darauf, öerzichtet, diese! Die Antwort Dr.. Simons'.. - RÄchsminister Simon s entgegnete sofort auf die Rede Lloyd' Georges-und erklärte, daß die deutsche DelegätioN'-mit'.aller Sorgfalt-die AusKhrungen des^englischen Premierministers, ' ihren: Unstäng und - ihrer Bedeutung entsprechend, 'prüfen ''"und 8re'"Zliltwört'.--'aM^ Dkontaß' erteilest 'wd'röe.''Das eine könne er aber jetzt schön 'sagen/ daß die Deutschen bei Ablehnung ihrer Gegenvorschläge den: Inkrafttreten der Zwan'gsmatznähmest entgegensehen würden.' Im, übrigen ' legte Dr. Simosts dagegen Verwahrung o'm, daß Lloyd George die Absichten der deutschen Regierung unrichtig beürteile,' uüd'betonte, daß für die' voll den Alliiertest ängedröhtest ' Zlvcn:gsmaßnähMst Mach deutschen Delegation keinerlei Veranlassung vorlrege/' Dsr' Belauf - der ganzen Sitzung war' dststhaus.'sachlich und' verbuchlich Von beiden Seiten gehalten. Deutschliand will weiteryerhandein. ' London, 8. Marz'.- (Funksprüchi) „Daily Newszufolge hahe S ch r ö de r, - .einerder> Finanzsachvevstandigeu der deutschen Abotdnttng in .London, erklärt, die ' deutschen Vorschläge seien keinesfalls als Uttimatum aufzusässen. Sowohl die Summe der kapitalisierten Schuld.als auch die Bewettung. d^r bereits geleistete» Wredergntmächnngeu söÜen nuj: .Grundlagen Kx iaitfec Scharfmachers der sranzöstschen any engttscherr Presse. - Paris, 3. März. (HavaS.) Die franz ö sis'chi" Presse fordert einmütig, daß die, Allste t-en.. auf. dis kühne Herausforderung Deutschlands mit krststvöllen Strafmaßnahmen antwortLn. ' '- - - „Eclair" verlangt zunächst wirtschaftliche ' Mas?: nahmen und gibt dann der Ansicht Ausdruck, daß m-i sit ä r i s ch e O p e r a t i o neu unerläßlich'' seien, 'Ä . einer bewaffneten Revolte Deutschlands zuvorzukoinmen..' Die „Republique Francaise" meint, baß es.' ein s schwerer Fehler wäre, die Durchführung der Stpastnaßnahmen bis zum 1- Mai. aufzuschieben.. . r •; „Le Radical" ist ähnlicher Anschauung. , ' - < : Das Organ des Allgemeinen,. Arbeitsperbalches, Peuple" sagt, hie deutsche Delegation habe ihre-Sachesehr einfältig gemacht, .> „Ere NouveM<meint', daß die DeutsDen,; inpenk - sfe es in ihren Gegenvorschlägen, an Ernst fehlen liehest, sich selbst des Rechtes aitf ieW weitere Verhrydlustg be-- geben Haben. - . .; . Die Haltung der' englischen Presse ist'/.nWmmder entschieden.' ' - - „Morning Post" schreibt, daß. Deutschland Zahlen, werde, wenn es fühle, daß die Alliierten, einig updf fest seien. ' ..... '.; : :; .... „Daily Graphic" sieht.keine Möglichkeit für eins' Verständigung zwischen. den deutschest Gegenvorschlägen und den Forderungen derMMerten. > V’. „Timtzs" sind her Meinung., ■ haß angesichts, den Hand zu gehest. ' „Westniinster Gazette" sagt,.daß Man sich numnehr einem .Entwürfe, gegenüber befinde,' der nicht.anders chenst als eines der dunklen täktischen^^ Manöver Deutschlands, gedeutet werden könnet Harding. i''> —v. W i k-n. 4. Mä:?,. - Der mue. Präsident der Vereinigten Staaten wsrd' heute in sein. Amt. eingeführt. Mit dem Wechsel auf. dem hohen Sitz des.Präsidenten, vollzieht sich, gleichzeitig.eine Umgestaltung des gesamten Kabinetts und der. Verwal- Das erpublikanische System, löst das demokratische ab. Der Unterschied zwischen diesen-beiden Parteien.ist nicht so. in die Augen, fallend, wie er . sich .in. Europa stellen würde. EL find im Wesen Fragen der' insterer: Wirtschaftspolitik,' die vonden beiden Parteien verschieden ailfgefaßt.. werden. In den Beziehungen zum Ausland ftehen' beide Parteien' ungefähr ans 'der 'gleichen Anschauung: Jede Einmengung Europas in Angelegenheiten der Union und des amerikanischen Kontinents' ist zurückzuweisen.- Amerika, hat sich' stets um beit Frieden bemüht. Auch. Wilson, der, auf das-Friedensprogramm gewählt worden war, hat - dem Kriege.fernbleiben wollen. Daß ihm dies nicht, gelang, war die Schuld der deutschen Krieg'führung, die den.ungeheure.: Vorteil der amerikanischen Neutwlität nicht, verstanden, hat rurd eine Bluffpolitik betrieb. Sie war davon überzeugt, daß-Amerika,, in der. Furcht vor-der Ueberlegen-. heit der deutschen Waffen,, die Versenkung amewikam-' scher Schiffe durch..die deutschen U-Boote ruhig ' lMnehmen werde. Wilson tat dies nicht und sein mn:. Deutschland fast gewaltsam yerbeigeführter Eintritt', m den Krieg entschied den Sieg der Entente. Die U):terlegenen..mußtenihre Friedensbitte a'n; Wilson.-richtpir,.. der zu jener ZÄt als. das Haupt der Entente galt.. Ms; er.es leider niösstivar, hat Europa in die^Krise^gestürzt,... in 'der. es -heute, sich windet., Wilson wurde , von Clsuien? ceau Zurückgedrängt, Er kehrte gebeugt und mutlos nach. Amerika zurück. Die Enttäuschung über seine.diplomatische Niederlage hat ihn: und seiner Partei , die Macht genommen. Äer politisch hat Amerika die- Haltung- Wilsons bestätigt und die vollkounnene. Abstine:^ von dem Völkerbund war die logische Konsequenz, die die amerikanische Oeffentlichkeit aus dem Umstand zog. daß sie-von der Entente in einem Augenblick-schwerer Gefahr - zu Hilfe gerufen, auf dem Schlachtfeld,- aber nicht am Tisch der Weltenrichtec, den Frieden herbeiKhren. konnte. .. - Präsident Harding tritt an die Spitze seines. KtiraleL in ßinent Nnaenbli^, Vrw% itA nmiA ÖiemÄrMt