Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 755 (3.3.1921)
- Date
- 1921-03-03
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Jahrgang iWNKMKS« ägüwaii MniiriiwwwnriTWirnmnnffii'iiif>MiiiriiiBiinMiiTi«iw wm Die Orgmüfierung des I«den- ' Haffes. -r-'f. W'i e s. MLltz. : * ..WenM vereinsamt. Es muß. ihm geholfen werden. L-tz', europärsche Oeffentlichkert mntz:M ihre'.moralische Wicht gemahnt werden, das uralt? Kulturzentrum an d^Donau vor.dem Schicksal des VsrdorrenS, des geistigen und leiblichen - Hungmckode». bewahren.. Fremde Wfsipnen weilen' in .Oien und speisen mildtätig sie Nützend, .datz Ausland hat eine große Anzahl von KindWs iK feine Hut genommen, bis' heimische Negierung uWihre Organe-im,Ausland appWeren an jedermann oMMnterschied -der Volks- und Neligionszngehörigkeit, an(4Be: fühlenden Herzen. Wien nicht zu verlassen. Sur UMkWtzung dieser in den Aether. der Menschlichkeit hintzuSgesandten.. Notrufe berufen die Wiener AntiserDen einen Kongreß ein, der Mitte März die DertrchSx. des / deutfthen Antisemitismus -vereinigen soll. SM-Diiener „ReWpost" präludiert dieser Tagung in eiHÜr Tone, als sei für Oesterreich her Mein der Weisen gefMdeM worden: Mhyste Erwärtüngen' Traum der BeÄ«,' wirtschaftliche, politische. Und!' kulturelle Wieder- «Hebung deS deutschen Volkes..« Die Panazee ist eudlich^enideÄ. -,, Wir wollen das Dergnikgen nW stören. Wenn eS rNEtzcffb der deutschen Nation in. Oesterreich und HsrrtfHkM;' Strömungen - gibt,-: die '.d.eyi Hatz der Feinde mit dem Hatz gegen-' die Juden , bekämpfen wollen und sich Mpn.' den WMÄrW^geistigewpM sittlichen Sv« neummg7««d7E'^Myider'.>ßWi^.1daK?M^Wuvn HsW^deü^'FÄn-scha^st-' vsrstnWn. 'so' ist es nur ,ur, hMdWe^SLkömungett «sich «dffen zeiMn, so’ böfe man ihre AchUmente im vollen Lichte der Spnne auf ih/en Inhalt pH^en kann. kann Oks daK Judxntnm nur gnt sein, hie -^GÄkge«häit"'geboten. wird, den Hatz und seM Methoden!« organisatorisch zpsammengefatzter AöMi^bortzßstM. z« extzglten.. . AD'AüftnarH 'der Antisemiten'' lvird aber nicht sBMKr Mustek'hasten, 'LSee.-welchsSvgeMSe Nüstzeug drsH 'MroMnng verfützt) welche das Leben und die Cut-! wMMg eittct: grötzen Nation auf/ ein Negatirum MW pM. Er wir^d auch über die politisch-moralßche - WchastenbÄt der Angehörigen - dieser : Strömung 'oas W'He^^ beteiligten wünschenswerte Licht' verbreiten.. Orr'nehmen an, dütz sich die Einberufer des Kongresses die -Frage vorgelegt haben, ob es für das deutsche Volk ersprießlich sein könne, in der Zeit seiner selbstgeicha^enen Not aych noch '-zu einer Ueberprüfung der. südischen Mitarbeit an dem deutschen geistigen und wirtschafttichen LeM Anlaß zu geben, die durchaus nicht einsintig vorgettommen' werden konnte. In der deutschen Nechtsforfchung. in der Medizin,' in der Technik, in der Industrie, ick. Handel nnd Gewerbe wie nicht minder irtyter Kunst hat jüdische - Arbeit, füdische Geistigkeit, jüdische OrganisativnLkraft^ jüdischer Fleitz. genau so > rstHetan wie das' deutsche Element. ist'-nicht ganz so '^siHer, ob es in den mannigfachen Gebieten ösfentstWst öder auch privaten Wirkens - überhaupt so etwas gMywas restlos einer bestimmten - Nation zikgeschrieben! y^WÄnntL' Kunst und Philosophie gehören genau so der gangen u Menschheit - ivie die . drahtlose! Tele-. grüphie oder eine neue-Knochenzange. Wenn aber diese Frage hejaht werden sollte, dann ^mützte auch daraus austneMam «gemacht. werden, . daß die jüdische^ geistitze tpEMnuMe Arbeit allen Völkern, nur nicht dent jüdi«. MH"Wke) zugute gekommen ist. y . ...' '.'y'! ' . Mrt her ^Verrücktheit, die in der Generalisierung sozialer: Dorirrungen oder. sogar Verbrechen zu Lüsten deß.-ganzen Judewums. sich, offenbart, wollen.wir nichts weiterzu tun haben. Oir wehren uns, dagegen.aß man . ditz PtündIrungen . deutscher" Uöldatey. während' M. Krieges '..als-'Aercherungen '.deutsther Art atztzeibet-. und zu einer Anklage deS deutschen .DölkeS henuht.' ^io jüdische Wre steht ebenso! hoch wje -die eines jeden Vystes und wir. meinen,^^! haß, ' selbst wenn in irgendeines Ängelegenheit.jüdische Myssenfehler, erwiesen wsrhtzn j/önntsn. es . sich eben nicht! um jüdiW Fehler, sondern.um solche. Eigenschaften handeln kann, die dem Wdentum von seiner Umgehung, von dey, Zeitverhl'U- NiH^ . vom her ganzen sozialen Gtruktnry der WlkM UUt?r Wen es lebt. aufMoyiert , Msdeu. y«S, spiett tzüch jhier. die historische Gewöhnung.., dB Gewaitshstem Die Londoner Berlin, 2. März. (Tel.-Komp.) Wie der ^Kreuzzeitnng" von sehr gut unterrlchSeter Seite mitgeteilt -vir-» ioü der Bruch der Londoner ^Ber"'a»drnnien^ bereits; ftattg"- fnnden haben. An hiesiges znstK«di^e« Stelle Siegt jedoch eine BeftLtignng dieser Meldung zurzeit noch nicht vor. Verttn, 2. März. (Privat) Aus London w-'rb berichtet: Die Lage nach der ersten Sitzung der Konferenz wirb als s e h r e r n st angesehen. Man Hält die A 6» reife der deutschen Bertreter am Donnerstag keineswegs für ausgeschlossen. In alliierten ' Kreisen begegnet man vielfach der Auffassung, daß schließlich doch wieder die Deutschen umfallen werde». Von deutscher Seite wird dagegen aufs neue betont, daß Deutschland bereit sei. auf der Grundlage der G e g e uv o r s ch l ö g e zu verhandeln, daß es aber eine Unterschrift unter ein Diktat der Alliiceben, dB über die Grenze» des Mögliche« hinaus gehe, aus jeden Fall verwe'ger» müsse. Paris, 2. März. (Havas.) Der Souderhtrichterstatter der Agenee Havas in London meldet: F» der vormittags' abgehattkne« -Sitzung des Obersten Natcs fmanziellen Kommission eine Note Verlesen, worin die deutschen Gegenvorschläge analvsiert werden «ud deren Uuannrhmbarkeit dargelegt wird. Die militärischen Vordereitungen der Entente. London, 2. März. (Reuter.) Die Delegierte« der Murrten Lee der Konferenz habe« sich heute den ganzen Vormittag mit der P r ü s n n g der für de« Fall d er Ableh«u»g der Wiedergutmachnnge« fei. tenS der deutschen Delegation in Aussicht genommenen Strafmaß na h m e« besaßt. Die militärische» Sach, verständige« haben eine Liste der V e r f e h l u « g e« Deutschlands bezüglich der Eutwassvuug ausgestellt. Die Maßnahmen gegen Deutschland. , London, 2. März. Das Reutsrsllw Bureau erfährt aus französischen Kreisen, daß Deutschland /für de« Fall, daß es die Forderungen der Verbündeten, ablehne, folgende -Strafbestimmung e n aufertegt werden sotten: Gnhebung von. üst Prozent auf die in die verbündeten Länder eingeführten deutschen Waren, Errichtung einer Zollgrenze, die das links Rheinüfer vom übrigen Deutschland trennt, Besetzung der ' deutschen Kohlen Häfen aus dem rechten Rheinufer und .schließlich als letztes Mittel die Beschlagnahme der deutscheu Zölle. Die englische Presse über die-deutsche Ablehnung. , _ London, 2. März. (Funkspruch.) Me Zeitungen siyd t»' her Abweisung ' der' deutschen Gegenvorschläge einig. .' . iy' . „Daily NewS" schreiben: Die deutschen BarschlSge haben in allen Kreisen große Enttäuschung hervorgerufen. Heute wird der entscheld.rnde Tag für Deutschland sein, aber nicht nur für Deutschland allein, sondern für Europa und die ganze Welt. An anderer Stelle meint da§ Blatt, daß auch jene unter den r Mliiierten, die tzrgen die Anwendung »ck s^en Helotentums der jüdischen Nation eine sehr gewichtige Rolle.. Wer sich ernst mit dem jüdischen Problem befassenwill, mutz von der völlig abnormen Situation des. Judentums ausgehen, das seit der Vernichtung seiner Selbständigkeit ohne sicheres nationalesy Territorium,, ohne politische, und wirtschaftliche Eigenberechiignng unter Menschen anderer Art, anderer psychischer Anlage leben mutz. Der die Klärung de» jüdischen Probleme qnstr'ebt, mutz die Beseitigung dieser Notlage wollen M 'dB toitäm m Km«m. M M MBäußerster Mittel Deutschland'' gegenüber waren,- dtrrW r die gestrigen Erklärungen des deutschen .Vrr'tre'LeeKn anderer Meinung geworden!seien. .'Die-'Psyche -.' deßi deutschen Volks und seiner politischen Führer fet. dM' Verzweiflung der anders« Völker. Eine d-rr Ursachen^ die Deutschland den Krieg verlieren ließen- :wa.d -W... Unfähigkeit der Deutschen, die-Denkungsart sowohlher , Neutralen als auch der Feinde zu versteh^. Sie wi-chjer» holen jetzt diesen Fehler und besiegeln damit ihr Ske»-, nomisches Schicksal. Das OaLachLea der deutschem SachverstKnÄigen. Berlin, 2. Marz. (Wolfs.). Das Gutachten der Sach. ' verstäNdigenkommisiion über 'die wirtschsstliche.N' Wir». kungen der Pariser Beschlüsse betont, die Belastung efner' Annuität von 6 Milliarden 'GvldmäÄ' 'töfxijfc'bfe' deutsche' VevAkerüng mit 160 Mark GoldpW! 1Ü00 Mark Papier -ver Kopf und Jahr treffest. "W/. Steirerh-laft^ng in Deutschland beträgt bereits ststE Pdpier' gegen 390 Francs Papier, .in Frankreich,^ Pft! Drde', bei r einer Änyuität , i von,. 6. MillitzrhM! Papier Wrds .das B.laftüngSverhältnis in' auf' 41. Prozent gegenüber 12Z Prözent' in FrmWrM steigern öhne. den Zuschlag von 12 Prozent, der AüWhb. j Die Zahlung von Land zu Land ist möglich: 1t Mrch^ Ueberweisung von ZMnngsmitteln; 2. .durch. Ueb^r-' Weisung von Guthaben, W:rtschrlsten und dingtichetz \ Rechten: 3. dnrch Dienste , und Arbeitsleifiungen stlr i fremde.Volkswirtschaften; 4. durch Kcsdite; ö. durchs Warenausfuhr. > .. Die Antwort Lloyd George» a«f hetz- Protest der GewerkschafLskoAtmisfio«. Berlttt, 2. März. Kürzlich hat. dis InternatipULw' GewerkschasLZkommlssion rn Amsterdam an Lloyd Georgs?' einen Protest gegen die Deutschland auserlegten Bddiw«- gungen gerichtet. Wie „East Europa" meldet, .hat Llyhtz' George an die Gewerkschäfts.kommission in Amsterdan^! ein Telegramm, gesendet, -das osfegbär die Äntworü', auf diesen Protest bildet. ' / . . . Lloyd George erklärt in dem Telegramm^ er überrascht, diesen Protest zu erhalten. Er köftne fW^ durchaus nicht erinyern. dqß w ä h r e n d de s,K r iegeA, im AußenbliÄ, wrj die imperrälistifche deutfch'«^ Regierun-g am Werke war. zu ptstudern, Pi«! holländischen . Gewerkschaften einen Protest erhöbe«! hätten. Ebensowenig sei ihm bewußt, daß die Arbeiter Hollands gegen. die D e r s ch i ck u n g s r a n z ö s i s ch e r und belgischer Arbeiter,die in Deutschland hätte«^ Sklavenarbeit verrichte» müssen, protestiert'haben.' S05weit. Lloyd George verstehen könne, hätte der gegen-? wärtige Protest der holländischen Gewerkschaften kslne«. astderen Zweck, als auf die arbeitenden Klassen Fränk"! reichs «nd Belgiens nicht nur die Kriegskosten, sonderu auch jene, der Wiedergutmachung der, Schaden, die w'Zh-!^ rend. der H 0 h e n z 0 l l.e r n -Herrsch a f t durch. he«^ Krieg hervorgerufen worden seien, abzuwälzen. Es. nur gerecht, daß hie Urheber des Krieges, deren Lände« vstllkymmen unberührt von den schweren Berwüstungev.- des K^iegesi geblieben seien,, für alle Folgen aüfkomme«: und die Kosten der Herstellupg der Länder tragen. Scholle, um öie Ausrichtung^ einer/ eigenen natigne!«» Jndrvidrralitöt, die sich.frei entwickeln kann, unters stützen. Das jüdische Volk ist in seiner Seele noch^niHf gealtert. Es hat noch etwas zu'hoffen und zu erreichr«»y Es will an der Erholung der Welt, an ihrer Geneiung aus der Krankheit deS Haffes Mitarbeiten. Wer bak gleiche wM, mutz die jüdische Frage mit gutem Wille»/ betrachten. Eine Ausschaltung de» Judentum» aus leW Leben der Völker ist unmöglich — Rußland und garn beweisen die» -- «ütz schadet «W sulstzt drÄM? M'S»"rmriWvv' " ‘ -.