Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 750 (26.2.1921)
- Date
- 1921-02-26
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
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Sk. 750 Wien, Samstag tDtnetr Morse«,;ektmig 26. Februar 1921 Sette 8 * Selbstmord. Grstrr« frSb hat sich der SOläbiiae dirl^ mierte Tierartt Dr. Karl W r ft * * * w* ftaöonUttjr wohnhaft, ifiit Zyankali »etßtfut Dre Ursache der Tat rst »ervsse Uederrer-rrheit. ' * Fortdauer des Kohke«or»«itr*ft»*ik». Drr Streik brr den Koklenrms den und d^n ernrelnrn Kohleng, oyfrimrn dauert tort. dre Derhandlnnarn sind d,«der erardn»slo4 verkamen. Um die Berforannder offen eickischeu Bevoltenina mrt Brennma'rr'al nickt p.Lnrl'ch zum Stocken tommn zu lamn, sind von der Gemeinde Wien Hol-iuwn'nnaei» e folgt Dre e'nz-lmn Koblenkle:»'Händler können an bestimmten Holzlagerpkatzen vaS dorpel'e Oua> tum Holz bebeben als bisher und dreseS dann drm Pulli! um zukommen kaffen. « Hebräisch» Lehre» Mr Private und K»^e vermittelt die NnterrickrHsektion drS H^mifckr« KkubS. Rur beste Letn.kro'te. aediea ne Hebräer,, erprobte Pädaaogen mrt^akadem'cher Brldrma weidm emwoblm. AuSkün te tLalrch lonster ertaarrnd GnmStao) im Jüdi'chen Ratronak»at, Tabortziaße 80». Schriftliche Am fragen iv rden bcre.'twlllitzst bemtworlet. « Anentaeltiiche» Unterricht wird m Deutsch, ftfnt. Schreiben. Rechnen «nd Zeichnen ertritt in der!*&'**«« Lebrl'naLa-endschvle, H , Bere n-oaste 81 iReal» schule>. Tage: Montag, D en-tag. M t wock. Dornerstaa von S bis >8 Uhr abends. Ermchi eibung gor selben Zeit in der Lckme. - * Dochmasterbriefmark»«. kommenden Monat werden ,n Oesterreick Briefmarke« mtt drm Uederdrvck.H»chvaster 1YSN" auSgegeben. G--sucht werde» von ihren Ungehörigen m Amerika die yamlie Eitel Berlin an« Lrwkowla der Be-dyczo«. Baruck T a b a e r n r k an? Tnyniec, steige K a v (ö,<m drS Nackuml aus Pawel cz. Alk'Sllige Nackrich'e«, erbeten an /aS Pe rion al S * r ▼ i e e D e p a r t m e b t brt American Joint Distribution Committee, IX., Berggaffe 7. * Aüdifche» Pädagogin« in Wien. Sckkuß deö Wintersemesters am S?. Mär,. B'grnn des Sommer'emesteram 80. Mär». Die Ein'ckre bungen für daS Sommersemcster tnm für Förtnesckrittene) finden vom :4 Pis 28. März täglich-wischen 5 md 11 Uhr vormittags mu Ausnahme von Camstno, Sonntag und Mirtwoch, im Sekretariat, Wien, H., Obere Donau» straße 9l. stait. s Nüchgans der Pofene» fiidische« Gemeinde. Die jüdische Gemeinde in Pysen dre einst'blühend/«nd bedeutend w^r, wird, wie au- Bvien berichtet wrro. von Woche -u Woche kleiner. Es Dir:«* heute bereit- Schnnerigkeuen. Gememdrrrpräfnitlinttn zu wäblen. An- Polen «andern hauptsächlich d e deut'öhsvrechendrn Juden aus. welche fich zur Zerr der deutschen Herrschaft dort ansässig gemacht hatten. * Urania. Heute. SamStaa. */,» Mr Großer Gaal) SchÜlervorkrag: Eme Märch uvvrlttung tür jung und alt. Kinrmatogramme. — st Uhr Großer Saal) Urama-Krnemato» gromme. — 7 Uhr G>oster Saal): Ferdmaud Naimuad. — 6 Uhr lKleiner Saal> Univ-Do». Dr Oswald Schwär; «nd Univ -Doz. Dr. Berubard «lckver: Der Sexual wvarat de» Menschen. Anarome v«d Phyfioloaie. 7tt. — V*« Udr »Kleiner Eaql) Schri'tstester striy E rüder-Günther : Ernste und bettere Wiener Geschichten. — */*4 Uhr lSurlsaal Fochreserent «eorg Wienmber: Künstliche Brut und Aufzucht. — '/,« Uhr tSur-laali SchnftsteVer Han» straungruder: Heitere mundartliche Dicktusigtn. — '/,t Nbr (KmS'oal) Ina. SulmS St ruderg: Klemasien, das Bindeglied der Welrwmschast «nd WeMultur. »BilligstLaufen Sie die besten und fernsten Parfümerie« ivarech Serben and kosmetrschkn Ärrikrl, sowie die destbewährte staius Haürcreme zu Engrospreise» b« Spiegel, H,, Glocke«» ßafje1 H. Exporteure Sonberprei'k. Berei«S«achrichtie». Jüdische Yolksdrhlrathek gie«. Sämtliche Mttrbeder werden zu dem in der Scholle, tl., lsiliendiunngaiie 1, um 7 Uhr abends stattsindendm literarnch-mnstkalffchm stbend ttgeladen. — Juriste«gr»vye,deS Pal L st in a- Amtes. Heute. '/,7 Udr abends. Begrn« der englischen Kurse für Anfänger »nter Leitung de» P,of. Dumonk. Le lnedme^ bei:rag pro Monat X loo. Einschreibungen werden «och ent* gegkUgenommkn H, Große Mobrrngaffr 1.422 tHcbr. Schule). - AkademischeBereinig »«, sephard »scher S tu d r n > r n in W ' e « E s v e r a n i a. Heute. 8Ut,r. rm t» m, ll.. Rovaragalle 27. ordenUicke Mirglrebrrversammlung. äste wlükommca. — Verein zionistischer, H » chickülerTdrodvrHerzl. Hrute. 7 Ubr. IX., L» ck <nsteinstraße N. Beratung der Al-rn Hencn. S Uhr ebendäferbst außerotdeniliche Geniralveriommluna. — W t r t f d» a f \ «• V o l, t»i Ä e S Pa l ö st , n a - A rch iv. Hente ve> sammeln fich.alle Mlkarl etter im Exportakademikerheim, l«.. Taboistraße l. Melanin. » Uhr nackmulagS. Auökünite für Jnterehrnten von st brS 7 Uhr. - veranstalt u n g « g , », p p e der h j r g ch d u t b. Heute, b Uhr. ,m Be»einslokal, ll., Glocken» gaste so, »wene Clyung. 7 Uhr. in der Scholl». H.. Lilienbiunngälte i, lllrrarisch-muickalt'cher Abend. — Jugendverern A h a w a t h Sion, Kle nr Zufahriestraße. Heute, 7 Uhr, P rez-Abend, mo,gc«, »/»7 Uhr. Vorlesung üvkr Snusal-Ms Könige. — H e d r ä i l ck k u r s l U r A « l ü » g e r. Der Benin Eiez Jiia l .tl.,AuSstr0uagtstlatzt tstlRestamant Memrrr) eröffnet am l. Mä»z emen Hebräi'chkins iör Aniüngrr. Le ter Jiak Heuderg. A,'Meldungen von 7 bis S Uhr l« BrremSlokal. —>L e l ru n d R e d e d alle jü b \ ick e r Hochfch-üler. '/,7 -Udr Konvent und Bor »rag. — HapeelHaiwri. Sämtliche Mitglieder und Grnnve AbcleS erschen.n heute. Vr« Uhr zwecks Besprechung «nd A-beirSvermluna nn Südlichen ^ation^Irat. II.. Labors«m 80«. - Z»en,st,lcke B e- »k r k S t e t t t o n ll. Heute. */,* Ubr, dr ngende Ausschußfitzung. K ren Hajestod, ll.. Tabvistrave 20a. — I u a e » d» gruppe der zionistischen B e z i 11S f 1111 e n Brigittenau. Heute,'/«» Uhr nachmittag", Zusammenkunft. — P a l ä st » n - S e t t i o « be§ Aka demt' chr« Vereines jüdischer Mediziner in Wien. Hrül'e m Lokal iX.. Liechtensteins««^ N/13. '/»2 Uhr, auvero-demliche Swunfl, r/.s Uhr, PtenarVersammlung. — Z i v- Nistlfche I u « e n d v e re r n i g n ng Menvrab. VI.. AmeU ngfllaste lst Heute, 7 Uhr. Heimabend Gäste «rllkvir.m<'n. Morgen Wanociung. NäbeieS dem Heimabend — H e b i <i t s ch e r K l n b. ll.. Tvborstraßel v Uhr Mckalreder' vcr mnmlung. — B e r e r n E r e z S kr a e 1, II. Äusstellunas' firiße' 1-ik Hotel Menczer) Heute. 5 Uhr/ ftoristtzung de? Ge-» lch chtskuises Hkl'd rg. 6 Uhr hebräischer Bottraa des Herrn No cntha! auS Palästina über ,DaS mbe,lende Pakästma" Anschlichend Heimabend. -- Aguckattt olrokevdit vo-Issl Lad om rim b’ W i n a h. Moigen Avsflng Treffpnnk; Endstanou der Siraßenbahnlime «88- (Nußdorf) Punkt 2 Uhr. — B er e, n ö st.e rr eich,scher Ebemile». .Heute, 6 Uhr, ,m Hörsaal für Chrmie der Dchmicken Hochschule Bollverf mmlung. Ernenn« g eincs korrespondte!ende« Muglieddsi' Boruag Dr. Euch Gla'er : Ueber de» gcgenwättigen Stund und die E>"w cklungSmogl ckketten der Tcerinbustne.. An unsere p. t. Leser und Abonnenten! Am l. März bepinrit ein neue» Abonnement. Wir ersuchen, die Erneuerung rechtzeitig vorzunehmen. damit in der Zustellung de» Blattes keine Unterbrechung eintrete. Erlagscheine für Pole« und die Tscheche»- Slowakei Negen der Heuligen Nummer bei. Bei Erlag der Dezugsgebühren wollen die neu-n, ab 1. Marz gültigen VezugSpreife berücksichtigt werden. Einzelverschlelß für Wien ab 28. Februar an Wochentagen Kr. 2 00» an Sonntagen Kr. 3.—. Abonnementpreise ab 1. Mürz; Fllr Wie« fzum Abholen in den Trafiken oder mtt Popzusendung) Kr. 70.— monatlich. Mit Postzüsendung: Dentfchästereeich monatlich ......... Ke. 70.— Tsthecho.Slowakei «vnatUch ........ KL. 17.— Polen «onatttch. . ... poln. Mark 80.— Ingostawien monatlich ........ . Dinar 12.— Deutschland m ........ Mark 12.— Anmönlen » . .. Lei 20.- Holland ff .......... holl« fl. 1.50 Schmelz »» 5mJ. 8.— England » .......... ®1i 8»— Italien . Lire 6.~ ftmcribn . Dollar "~.50 Frankreich» Belgien «onatttch...... Fre». 0.— Zahlstellen: Oefterrrichlscheo Vostlparkassenkont« 150.00». rlchecho-llomakisches Softfparkassenkonto SS.SS1. Polen: Postsparkafienkonto lWarschnn) Rr. 100.227. RnmLnien : Allgemeine Depostteadank, Filiale Ezernomitz. > ANgoslamieN: A8rr Kisirky. d»ak. elo., Dfljed I«, Gajev trg 11. Deutschland: Zeitunqodnrean Hamewaffer, Berlin C. 54 Rolenthalerstratzr 48. Die Verwaltung der „Wiener Morgenzeitung". Men. II. Taborstratzr 1-8. Tel. 44 038 nn» 43 810 Die Ernährung. Der Marktbericht. Die Preise für Kälber sind in der S roß Markthalle im Svoßhandel zum zweiten Male i« dieser Woche ge stiege«. Die nene Preissteigerung beträgt 10 Krone« per Kilogramm. Aus best V rü « wa re« m är kke« genügte das geringe Angebot znr Deckung des Bedarf«». Die Preise bliebe« vollmuverändert. Lrbensmtttelahgabe des Amrlou Jei&t oiatr»batlnn Oommittce, Abteilung Wien. P« dir km Bezupe de, iecllanttudr« Unterstützung stehende« Personen -«lange« m der gert vom 2«. d. M., diS «ntckließkuh ll März ,« der Redens« Urffeltion. M. Eürplatz S, -e-e« Ädtrennnng des Abschnitte- XVttl des neue« -rbenSmiltrlbezngsblvcks Mehl »nd Zuckcr i« ke« üdl che« Ausmaße zur «nentpeliklche« A«sg.ibe Dre AuSgobe er olg«: An Pnronen. deren Led«n»mittrldlock m,l der Brrücknuog bto 2 »er>ehe« «st. Mvnt.ifl dr« 23. d. M.. vi 2 Drrnütag des 1. März, M 2 Mittwoch den 2 , Do 3 Donnerstag de» 8., kr S Fre tag de» 4^ Ko 1 Montag den 7, Di i Dienstag den 8, Mi 1 Mirtwoch den S., Do 1 Donnerstag den 10., Fr 1 Freitag den 11. Dre vdanarsühuen FaffunaS'aie low,« die für d,c lrü„er n Fastnngen drzrrchnele Siund« wollen genauest erngehalien werden. »Freie jüdische Volksbühne KSLffl Leiter: Ffon Brecher — Iiak Dem Mb. ■"* 4tao H E II T C na fl«4li Rag-Uectach Sl^: Dei* Unbekannte gLLt DIE JUDEN LiLNÄLW Bühne und Kunst. Paul Claudel» „Der Tausch*. <Zum ersten. Male aufgeführt im-Durgtheater am 24. Februar.) Ein dunkles Lied, schwer wie ein Witwenschleier. Die Menschen sind verwirrt und nicht allen tvizb die einfache, kargende Melodie im Ohre klingen. Dieses Bühnengcdrcht gilt dem heiligsten, und schmerzlichsten, dem - leidvollsten und beglückerrdst-en Wesenszug des Weibes: der Mütterlichkeit. Mütterlichkeit wirkt im Weibe nicht erst, wenn es Mutter geworden ist. und. sie beschränkt sich nicht aus die Liebe zum Zkinde. Mystisch verknüpft mit der Geschlechtlichkeit, ist sie im Weibe lebendig.. noch bevor eS reif wird. Und die Sehnsucht, zu, bemuttern, ist größer als der Geschlechtstrieb; sie will sich auch in der Liebe zum Manne aus leben. „Leidens chaft des DienenS" nennt der Dichter schön und klar diesen Frauemrieb. „Sterben all« Mütter an ihren Kindern^ sagt Richard Wagners Siegfried. Irgendwie sterben sie alle daran, die vont! Muttergesühl Besessenen^ auch wenn sie nie ein Kind' geboren haben ... v. Da ist Martha, das europäische Dorfmädchen. Loui^ Laine, ein Mischling aus dem Westen Amerikas, ein Naturbursche, dem Nomadentrieb, unverderbtes NaküL-, gefühl und naive Dinnenlust bas Blut erhitzen, hat sie an sich gerissen und sie folgt ihm nun in der Leiden» schaft des Dienens" über 'den Ozean an den amerikanischen ystrand. bedrückt, fesselt ihn, höhlt ihn aus, mit ihrer Hingabe und Fürsorge. Seine träume flattern wie Raubvögel auf und der Hunger nach Ortswechsek, Erlebnissen, Ruhekosigksit nagen an ihm, während sie für ihn arbeitet, in den Nachtm die Hand des Schlafe»- den an ihre Brust drückt und feine Finger küßt. - Ei«" Dollarkrösus und seine Gefährtin, eine vom Dämon Lust durch alle Sünden gejagte Messalina, treten nun in lnch- Leben dieser beiden. Martha fühlt vom ersten Angeld - blick, daß Lechy Elbern-on den Geliebten in ihre zieht. Sie sagt ihm. mütterlich bangend, er möge eS Gr nicht verbergen, wenn es ihn nach anderen Frauen verlange. „Und wenn dich eine liebt," mahnt sie ihn ungefähr, vertraue es mir und ich will dir zeigen, daß ich schöner bin als die anders, weil dich keine so liebt wie ich, dein -^rngetraubes Weib." Aber die Circe hak rasch zugegriffen und den schönen, wilden Jungen die jüngste Nacht in ihrem Lotterbett gehabt. Der Industriekönig in seiner Verlassenheit von dem mütterlich-reine« Wesen Marthas mächtig angezotzen, wirft ihrem Mann einen Pack Banknoten hin. kaust ihm Martha ab, wie e« sich früher die Schauspielerin Lechy Elbernon gekauft hatte, und so soll der „Tausch" vollzogen werden. Louis. Laine, von der Circe abgerichtet, plappert vor Martha nach, was ihm eingegeben ward, um ihre Einwilligung zum Tausch zu erlangen. Es ist nicht wahr, daß Mutterliebe (nicht Affen-, liebe!) blind macht. Das schlichteste Weib wird durch ferne Mütterlichkeit sehend und ist darum dem differenziertesten Mann überlegen. — Martha weiß, daß ihr, Mann-Kind sie belügt, verrät, verschachert, wie man ein Tier verkauft, kreischt nicht rachedurstig auf, sonder« sucht bangend den Geliebten zu ret'en. Schon sinkt Louis verwirrt «nd bekehrt an ihre Brust, da schleicht ' sich die Nebenbuhlerin heran, läßt, gereizt durch das. lte» *■ obachtete Liebesidyll, ihre verruchtesten Künste spielen« erniedrigt Martha mit der Schilderung der jüngsten Liebesnacht, kost vor ihren Augen mir dem entflammte« Jungen und zieht ihn mit sich fori. Aber nach kurze« Stunden kehrt sie zur Verlassenen zurück, von Dhi»ky berauscht, und warnt sie: Louis erkalte in ihren Arme«,; und sie werde ihn töten, wenn er sich fortzustehlen suche. Die ein zitterndes Kind zur Mutter, schleicht tatsächlich LoniS nach kurzen Stunden zu Martha, damit sie mit ihm fliehe. Aber Martha weiß, daß es jetzt kein Ent- . fliehen mehr gibt, daß er dem Tode verfallen ist, «nid; sie sucht das verLorene Kind für seine letzten Stunde«^, zu richten. Einfältig und allmählich befreit von der furch:baren Angst, hört der Junge d« Mut:er-Priesteri« : an. doch wie sie als letzten Akt der Reinigung die Aus^! lieferung des Sck-andlohnes für den „Tausch" verlangt, reißt ihn wieder der Teufel an sich, und er. rennt r davon, in sein Verderben. Während der Busineßman. vor Martha sein leeres Leben ausbreitet, vertan zwische« rasender Arbeit und Spekulation, elend und liebeleer, . fetzt die Circe sein Haus in Brand, vernichtet feine« Reichem und läßt den fliehenden Louis vo« einem gö- - bungencn Neger erschießen. Martha bettet den Tote« auf dem Rasen, nimmt ihm das Tauschgeld aus de» Tasche und reicht es dem ruinierten JndustrieköniK zurück. . Hat s« in dem alternden, vereinsamten, von der Hast nach dem Golde zermürbten Mann in seinem Elend! ein neues Kind für ihre Mütterlichkeit gefunden?. Dell Dichter läßt diese Frage offen. ' - e; ./ Keine Tragödie der Liebe, keiws Ehetragödie, sost- 5 dern die Tragödie der Mütterlichkeit. In einer wundes vollen Sp ache ist dieses nicht sehr dramatische Gedichl:' geschaffen und wen t>k Melodie ergreift, den könnet überflüssige.Längen und gelegentliche unreine Mißklänge nicht stören. Mitunter legt nämlich der Dichter seine«'^ Gestalten recht aufgebauschte Phrasen auS der Literatensprache in den Mund. So hört man den urwüchsigen Naturburschen plötzlich die Schauspielerin Lechy seine „Grabesblume" nennen. Und auch Martha ist bisweilen überklug. Schönheitsfehler, die den Wert der Dichtung nicht beeinträchtigen. Das Burgtheater läßt das Spiel in einer Szeneris vor sich gehen, welche zu den schönsten Eindrücken, zählt, die eine Bühne überhaupt vermitteln kann. Ein Stück ' Urwald, von Rolle L prachtvoll entworfen und 'insbesonders unter dem Nachthimmel des dritten Aktes bezaubernd. o au Woh lg emuths Martha ist die brs« nun größte schauspielerische Leistung der Künstlerin, seelenhaft, einfach, die Gestalt mit großen Linöttr mnrissen. (Gleichwohl sei uns gestattet, zu bemerke«, baß' dem Ensemble des Burgthea.ers eine Frau angchört. die weit mehr berufen war, dis Dulderin.Martha zu> verkörpern: Maria Mayer) Frau M e d r l s k y. der die Rolle der betrunkenen Meisalina anvertraut war, ist nach m allen Waismu. Futter- WiEfÜER RESTEN - titeSSC waran, Etamine-Watclmoffe VL Bez, Windmühlgsae Nr.