Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 749 (25.2.1921)
- Date
- 1921-02-25
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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ZahrgKKg Forderungen der türkischen DeleMtLon. Ittlfiti' 247 Februar. (Amtlich.) In d-r Sitzung ^er Konferenz NM''.'11- Uhr vyrmfttags erklärte Reschrd rscha, daß i« Pnbclracht .deS Unwohlseins Tcwsik ischaS '/ beide- Wordnungen nbereingekommen seren,.' e k i1‘ ® «'in t B e y die DÄlegWg des / türkischen Gt-ndPnMkttS zu überlassen. i //B^kirerkiärte, die türklschen FordernngeN erstreck- H»/ sich- -jutl zwei Pnnkte. Der/ We/ Püykt betr^sfe die t^rpi to ria l t n und p o l iri s ch en -Forderungen, per zweite ditz finanziellen und w^tschaftlichen An» spküche. Was den ersten.Punkte betrefft^ so verlangt er W'MÄpd'-die-'Gre'uzen von 4W, für Kleinasien eine Sudgrenze, die einer Linie folgt, welche nach dem EindkxnehMn r der b-steili'gke'n' 'PaMikp.'-/festzÄetzt' werden -kitd. die Hebiete. srcigeben soll^ Welche VM einer arabi-/ fche» Mehrheit/bewohnt sind^'./M-ch,'?Ofte» müsse, «tzr' Grenzlinie zwischen : d-r Türkei und Armenien in der WMt gezogen werden, wie sie durch de» ersten Per- Ä>g zwischen den Rtgicrungen von Angora und Eriwan festgesetzt würde.' Die Griechen müssten das Gebiet von Gmvrnnr a u Ni e m -44' --* •' - - - - - -' u Weitere Forderungen seien f r e i e Schi f f a h r t in den. Meerengen, ohne'hie ‘Sicherheit;von/Kon. stzsttz d« Befestigungen ,i« de« Meerengen, . Einsetzung einer Meerengenkommiffion, in welcher die Türkei dertr"ten sein soll. Anerkennung der türkrschcn Oberhoheit in Gerlchts.'lngelcgenheitett, Einsehung einer 5sommlssion ans auslöndischen und türkischen Jnristen, um das Rechtswesen nach modernen Grundsätzen nmzngestalLen, g e n ü g e n d e S e e- und L a n d st r e i t k r ä f t e zur Verteidigung der,Küsten und Grenzen und zur Wahrung der , Ordnung im Innern» Umgestaltung der Gendarmcrre unter Mithilse ausländischer Ossiziere. Z u rück' z i e h u n g der f r e m den T r u p p e n and. K o nst a/n.t.i n o p e l und ans. .der Tür x 7 t. ^ach Ratikizierüng des Vertrages. Was die .slnanzicllen «Np wirtschastlichen Fragen betreffe, verlange die Dirrker vollständige finanzielle und wirtschaftliche Nnabhängigk-it und, Nb-, schätzung.der' gegenseitigen Schäden und Entschädigungen. ‘ ■ * .. - Nach einer kurzen Unterbrechung, während welcher' die Alliierten sich berieten, hörte diel Konferenz die Dar» -l-.gnng , NrschidS über /DH r.a.z i e u, ’biciü»Flfd>c; SKcljr* cheit. in/dcr thrazrMen/Bcvölkernng und die-^Notwendig, :keit,Hhrazien. bei der Türkei zu belass^,, an. Refchid begründete 'dir. FMdptnaen. mit > dxr: TaÜgche, > dass Vre * ümehabe«. - V f Die FordeLUNgen der Pariser Konferenz unersüllhar. Kavvgebrmg des dirütschen Außen- Ministers. ' BvrtÄ»^ 24. Fadvu'ar/Im NeHswjrtschyWrat -ergriff ttüch.• Wchsminifkr. bei Aeußem Dr. Simons das Wor^ uyd erklqrt«: .Ich wil^l m-esge Aussührnyg2n in EÄ.^Pelle/^glM«rn'/. ineine/MMk' der Pät/ser' Be- /ü!ne, kurze ' Uesierrlcht'./Über' bas, /wgs' ^London-M/tun tst^. 1 bin. .|«rft6«c;:!fttr, >0^, :idr ih/'',^inÄ/ Kritik her Inrisev 'dschlü'sse' - 'körnen.'' peüe«' ^Wnken bangen kann. "D'.e 'Hariser' Beschlüsse setzen/ st0^ zum großen Teil aus' 'ddn^EntünislÄn'giSstageN' Ü'nb zn ' einem - kleineren Teile - aus ' den Neparation's'-' fragen -zusämmen. Ich wiederhol ' daß/ /die 'Reichs-'. rWsrung gewillt, ist, die Entwafsnu'ngsverp'slithtungen. W' * der ' Friedensvertra g »ns ' anförlegt . hat,;. in */ der _ Mrm, wie sie jetzt in ihren mäßigeren Terminen dem deutschen Volk" in Paris aüserlegt ibörden sind, 'intz^r halb des Rahmens des FrieÜen'Mrkra'ges loyal zu füllen. . : v' '" tr-1 Es soll versucht werden, -eine - B e r st ä nb i g u n g. ans der Basis des Friedensvertrages - zu erzielen unh/ den Gegnern zu sagen: Ihr geht hierüber das'-Maß' oürer'-Mchte hinaus/ 'Der Mitti'stör- Vertveist hisbei ans M'' Forderung^ wezen dev D'e'selMotoNen, - Wegen der Mslieferung des GeschLstsgeheimnrisrs chemische und. andere deutsche Er-eNgüngsprozesse und auf die Forderung nach Unterdrückung d'er -deutschen friedlichen' Äuftschiffahrt und fahrt dann -fort: ' - - -; 3: ’• Ich-hvf'e, daß sich in London Gelegenheit bieten wird, über-diese Fragen verständig sich-Mt den Gegnern M unterhalten.--Ob das der. Fallsein wird, ist freilich nicht sicher., Hat doch jetzt die Agence HavÄs' mitgeteilt,- daß die Bespvechungen sich .ausdrücklich aufdie Reparationen erstrecken sollen, njcht aber auf die. Ent-i waffnung Unzweifelhaft' Ist abÄ/'-daß wir mit den R-Mätionsfragen' einen außerordentlich'.'harten /Sturmi M-bestehen' haben werden, denn die Pariser Beschlüsse ftstd' -.nicht etwa - aus ' hier: Luft -"gegriffen, sondern in kreißem . Kampf und, wie ich glaube/mit großer Hast zustande gekommen.- Jetzt haben sich die Gegner auk disse- Fa ssung geeinigt und ' e* iojrd - ungeheuer schwirrig svmrl sie,; von, d ieser Einig WNg -zue'in'e.r an-- l,rinpen. Ohne ritor EiuiLllnL aus der allgemeinen' Bä sis der AnLÄesfen unserer HeZner bürfe'tti wir . nicht.chöf/en/.in London zu Posten'/Erssebm'ssrN'. »n ' kommen/' urid kvrr werden 'unsere- Vorschläge/so' ein-/ richten müssen. Laß wir auf eine ErWüng''unsetcu Gegnör udoch 'rechnen' können. % Freilich^ tb/rd" jetzt in der französische:: Presse^ gesagt,. in London -handle es sich nicht' mehr Um ' eine -'Aenderüng/ -deö/ Pariser Beschlnsse, ^sondern um dersn Durchsührüngi 'Dann g ehe'»' w i r v e t g e b^e n s' nach .L 0 n d 0 m chetin/c'n« Anwendung und Durchführung dieser Beschlüsse Mte ich für ausgeschlossen. - ' -/ - ‘ 1 Ich -hüte. oyr-, kurzeür dis iSitzüüM'ches' Sachverst'ändigönauZschusseZ geleitet unh dabei festgestellt, daß alles einmütig darin war, daß b'ieT F o'rd e r ü nge n der Pa'ri s ch'e'r Kon feren z' u ne-r f ül'lb a r sind. Die Gegenvorschläge werden wir'der OeWntlichkeit nicht früher.-unterbreiten, als bis sie 'öen'Geg-ntzrn v'orliegen. - -/Ich habe mir Mühe gegeben, die Äönseqüenzen zu bedenken,' die'die Sanktionen Mit' sich bringen-werden.' Die: Folgen^ sind' durchdacht und sie sind erwogen.' Ich benütze jetzt t i-e Gelegenheit,- vor dev deutschen Oes sent.lichkeit' Meiner festen UeberzeugüNg' AuÄrück zu geben, daß/ es. ein vertragsmäßiges Unrecht wäre, ovenn b;c: Ablehnungder Vorschläge von Päris zu- Sanktionen! Anlaß geben würde. (Sehr richtig!) Wir werden die Ne/chUungen bet alliierten - Staaten 5 yrit i äklev '.Pflichttreue prüfen, aber auch mit-alter Unerschrockenheit. Die Sanktionen, die uns bei' Äbkehnutzg der Pariser Vorschläge angedroht werden/- müßtenauch - bei - den Gegnern^ die Ueberzeügung Hervorrufen., bä-ß/wlr" wahr-- schcinlich nicht mit einem, le ich t fe r t rgen-'N vi-n näch/ L 0 n d 0 n g e h e n w e rde n, sovdern / mit dem - guten' Willen, an dem WiedeMifbau/mitzuarbeitew. Das französisch-polnische . Abkommen. Warschau, 24. Februar. (Tel.-Komp.) Zwischen Fra n k r c ich und P o len ist ein dreifaches Abkommen getroffen worden: - : ' . 1. Ein politisches Abkommen, das für den Fall, daß Wen von Osten oder Westen angegristen wird. Frankreich die Pflicht anferlegt, in der Weise zu Hilfe' zu kommen, daß Frankreich Poldn^ Kriegsmaterial und SächverftaNdig'cnbcratung znr Vcrfügyng stellt, woher aber j e d e E n ts e n d' u n g v 0 n T r n p p c n a « 9« gcsHlosjen ist. Polen verpflichtet sich, die Militär° kommiflion wieder aufzunehmen und seinem Heer ein» stärkere O r g a n i s a t i 0 n z ü g e'b e % Mit anderen Worten handelt es sich darum, die militärische Zusammenarbeit zwischen Frankreich und Polen endgültig zu regeln. - 2.. Ein Wirtschrrstsabkommen,. das die. wirtschaftlichen Beziehungen Mischen beiden Staaten.und derz, Güteranstausch regelt. .. /. . 3^ Das Abkommen über die Petrol^umquellen in. Galizien. Dieses letztere Abkommen sieht die Erweite- . rung von polnisch-französischen Gesellschaften zux .'Ausbeutung der Petrolenmquellen vor. Drr betreffende-Pertrag soll schon rn , der kommenden Woche, unterzeichnt. werden. .,, , . . -/ \.,///. *■ AN srmh WAZustand i» mmml Helfingforß, 24. .Februar. (Tel.-Konip.) Aach! den eingelangtcn Nachrichten hat - die SowjeLregierung a über ganz Sowjetrußländ' den Ausnahmszustand - perhängt und in den Gouvernernents Pet-rsburg. . Row-' gvrod und Perm proklamiert. Diese außerötdenklrchen; Maßnahmen sind durch revolutionäre Bewegungen' her-: vorgcrufen, die in allen russischen Provinzen um sich > greisen. / - / j ' i •' < Der Moskauer PreftigeSribg. . 4 l?-:7'W-.i e.v.K5?FH'ruae.,''i Poychewikische/Lruptzqn rfiitö in GeorgM /emge^ ^rÄt7?Dk^MäüW^/Regiewmg./der^ bestehenden.. gssrgWM -NepubUL ist gchlohen., -m/.Mm'/ ivon -Sowjets geleiteten . Armenien ist eine RevolUftou,,!avsgebrochtzn.'/.Der: ÄNkätzV'den/RutzlaNd - zu-' seuremc'H,iL-' Kriegserklärung erfolgten Ueberfall benützt; ist ein/recht '!genngfügrge-r.-. - Georgien: hatte sich gLwergectz .seine iLruppen.nus' irar i mit Armenien vereinbarten neutralen, iZoye 1 zuxückrnzichNN Der - Moskauer Negiertzng>. ge-; nügte. dieser dlrrch Verhandlungen: gewiß zu / beselLi-.. geyde' Gegenstand, um ^losznschlagen. ^,Tie - :xufstfchdN7. Rüstungen., die für dys Frühjahr eine große Offensive'- anzukündigen -schienen,,wurden von der Entente-/ mit / Gcgenzügen beantwortet,- die aber//nur, in Europa,-,ficht-.,, bar. waren. Rumänien, -dessen, beßarab'sicher Winkel be-,' droht.'schien, erhieltfranzösische Geschütze :unh -sZen-lal-, stäbbr. Mit.Jugoslawien und mit / der- -Tschecho-Slvwa^. kei.wird von Frankreich fieberhaft verhandelt.-unl i ein militärisches. Abkommen -zrrstande-.^ zu bringen. Auch: 11 ngarn.soll in diesen: Konzern einbezogen werden.. Die /SowjeLregierung ischeint nun zuvorzukommen ,^nd-mäch; der alten militaristischen Regel zu .handeln, die Initiative an sich, zu - reißen. Sie ist in . dem. Bergland des klein*: asiatischen Rordgcbietes zur Offensive. ühergegangM. nnd^ rollt damit die: Krise,, am. entgegengesetzten, Zipfel ans, während die Londoner Konferenz mitden - türkischen Abordnungen - und init den Griechen, verhandelt.; ‘ : Der Porstöß der > Bolschewiken-M - nebenbei auch, ihrem, Rachegefühl - entsprechen.: Georgien wird von einigen -aus :Rußland: entflohenen Sozialrevolutionären; beherrscht, die, in: ihrem Grbirgsasyl^ Ruhegefunden, hatten und von den.Sowjets anerkannt worden waren. ' Der:: Anspruch, den Georgien ans: die Oelproduktion' :von Batnm geltend machte, wurde van den - Moskauee. /Diktatoren-zu Verhandlungen benützt und schließlich :aufrecht.'entschieden/' Aber' Del?haben -die'Georgier nie- : mals erhalten, weil Rußland die - gesamte Produktion ^für seine Eisenbahnen und 'Schiffe beschlagnahmte. Ter ' Streit, d'er deshalb entstand, würde von den Riissen immer weiter kompliziert und von dem wirtschüftsichen öiif das politische . Gebiet hinübergespielt.- Es' galt 'für Moskau, ' die/Mitglieder der sozialistischen Regierung in die Hand zn bekommen und sich um jeden Preis den WegUn das Tiefland kreiznmachen. -- |- So erzeugt der Militarismus und die Prestigetreiberei ein llnrecht Mach -dem-'! anderen. - Georgien ist. kein kapitalistisch' orgaüisieiter Staat, kein von imperia-' listischen Impulsen zuckendes Gemeinwesen. Aber dierussische Regierung braucht den Krieg. Wo sie.ihn an»! fäügt/ lvie' sie ' ihn" bögrü »den. kann, ist nebensächlich. / Wahrscheinlich ist der Roten Armee mitgeteilt. worden, daß' die georgische Boiirgemsie/ ein' freches.Attentat oiif / den sozialistischen Charakter Rußlands, versuche,' daß sie - das .russische Proletariat, vernicht wolle^ daß sitz M'