Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 748 (24.2.1921)
- Date
- 1921-02-24
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite' W /Mm. DvmmÄa- Ärerier Mörge»zett»«K M alle NatisnalWMWmirsÄe und Uertrauenskuie. Dispositione« für den Herzl-Wrrbefeldzug zugunsten des Jane Austria. 1. Parole. v ,>R«nd 300.000 Juden leben in Oesterreichs 300.000 Däume müssen bis zur Herzl-Jahrze:it' (MittS Juli) für den Aaar Austria auf dem Kinereth-Berg am TiberiaSsee gesve.ndet' sek-n^ " : 2. Darchführttutz. . ßm 300.000 Baume zu erlangen, mutz jeder in Oester» reich lebende Jude mindestens einen Baum (zu K. 100) auf seinen Namen spenden. Da vor allem sehr viele Kinder, dann besonders Unbemittelte usw. nicht imstande fein werden, einen Baum zu'spenden, da ferner die Möglichkeit besteht, daß Me große Anzahl von Personen infolge deS ungenügenden Adresseä- Materials, welches der Sammelstelle und den Bezirksf kommissaren zur Verfügung stehtt nicht erreicht werden kann, so muß alles versucht werden, um , a) von den FamilienväeLrn sofort nicht nur für sich» sondern auch für sämtliche Familienmitglieder K. 100 für je einen Baum zu erhalten, b) von begüterten Juden entsprechend größere Spenden einzuhebcn. um den Ausfall von anderen, die keinen Daum spenden wollen oder können, durch größere Einzelgaben zu decken. Der Leitgedanke eines jeden Spenders und eines jeden Sammlers , muß fein: . 300.000 Bäume müssen aufgebracht werden. Da viele ihre Pflicht nicht tun werden, mutz ich sie dreifach und vierfach erfüllen, damit das Ziel erreicht wird. ' S. Agitation. NB. Dies darf natürlich nur bei Kindern angewendcj werden, während fönst die Baum spenden ausschließlich auf einmal zu erfolgen haben. 6. Propaganda. ’’ Die Propaganda hat unter dem Zeichen Theodor HtzrzIS, des endlich ermöglichten Aufbaues des Judenstaates in Palästina und des Mandats .Englands über Palästina zu stehen. Die Losung bei der Werbung für den Jaar Austria lautet: „Jeder Jude, der die Schaffung des Juden, staates in Erez Israel begrüßt, ehrt Tyedor Herzl, den Schöpfer des JudeustaatSgedankens, an dessen erstem Todestag nach Erfüllung seiner Forderung durch Stiftung 'eines Baumes im Jaar Austria." Es ist darauf hinzuweisen, daß die Pogrome in der Ukrain a, in Polen, in Ungarn, der zunehmende Antisemitismus in allen anderen Ländern Mittel¬ und Osteuropas und nicht zuletzt der beginnende Antisemitismus in Amerika einerseits, die EinwanderungSverbote fast aller Länder andererseits die Judenfrage aktueller und .dringender denn je machen. ES ist unmöglich, für die ükeroll verfolgten Juden anderswo eine Heimstätte zu finden als in Erez Israel. Wer für diese Heimstätte ist, mag et sich den anderen Problemen deS jüdischen Lebens gegenüber wie immer rerhalten. tritt für den Gedanken Theodor HerzlS ein und soll ' und mutz für den Jaar Austria spenden. ■' * 7. Bedeutung des Jaar Austria für Palästina.; Um v an jeden einzelnen Juden heranzukommen, braucht der Jüdische Nationalfonds ein Heer von Agitator err. . Zur Aufbringung der geforderten 800.000 Bäume sind zirka 2000 Sammler notig, die je 100 Bäume (das heißt einen Garten) auflringen, und zirka 300 Sammle':, die je bis 400 Bäume sammeln. % * ' Bisher stehen dem Jüdischen Nationalfonds erst zirka 200 Kommissäre und Sammler zur Verfügung. Der NationPfonds braucht also mindestens zehnmal so viel Werber für die nächsten fünf' Monate,, als er bis jetzt hat. Diese müssen die-Möglichkeit vor Augen haben, daß ein großer Teil von ihnen nicht imstande wäre, das Mndestmatz von 100 Bäumen per Sammler aufzubringen, daß es also ihre Pflicht sei, zum Ausgleich dieser Fehlerquelle entsprechend mehr areigen Garten zu sammeln. . - - 4. Vereine, Ortsgruppe« a. dergl. ... Viel leichter als für Einzelpersonen ist die Sammlung für Vereine, Bezirkssektionen und Ortsgruppen. Grundsatz ist>: daß-jeder Verein mindestens einen Garten auf seinen Namen im Jaar Austria haben muß, daß jede Bezirkssektion und jede Ortsgruppe ohne. Rücksicht auf ihre Größe mindestens einen Hain (1000 Bäume gleich K. 100.000) aufzubpingen hat.-Große Organisationen und DezirkSsektionen Wiens können auch Wälder von je 10.000 Bäu m e n gleich 1- Million Kronen dem Jüdischen Nationalfonds spenden. Die Aufbringung unter den Vereinen kann derart erfolgen, daß jedes Mitglied deS Vereines für sich unb seine Familienangehörigen die entsprechende Anzahl von Bäumen dem Vercrnsgarten (Hain, Wald usw.) überweist, baß ferner derEerein als solcher durch seine unverzüglich zu erweiternde Nafiänalfondökommission Sammlungen einleitet und drittens dA".Reinertrag von Festen seitens dieser Vereine dem Jaar .Austria guweist. . 5. Schule« und Jugendorganisationen. Es ist von größter moralischer Wichtigkeit» daß die jüdische Jugend Oesterreichs die Bedeutung des Jüdischen Nationalfonds klar erkennt und sich möglichst frühzeitig daran gewöhnt, bereitwillig Opfer für den Aufbau des Judenstaates in Zron zu bringen. ES wäre daher ein wunderbares Beispiel, wennn gerade die schulpflichtige Jugend bis in die untersten Klaffen der Volksschule nicht etwa nur Eltern oder Verwandte bitten, würde. K. 100 zurPflanzung eines BaumeS in Erez Israel auf ihren Namen zu spenden, sondern daß diese.Kinder auch eigenes, erspartes Geld für den Jaar Austria geben. , Der Jaar Austria soll ein Zeichen der Verwurzelung des österreichischen Judentums mit Erez Israel sein. Am schönsten wird dies dadurch ausgedrückt werden, wenn die jüdischen Kinder durch ihre Gaben dazu beitragen, daß neues Leben auf den toten Schollen des heiligen Landes erstehe. ' Um Kindern und Jugendlichen zu ermöglichen, durch kleine Gaben im Laufe der nächsten fünf Monate K. iOO zusammenzusparen, gibt die Zentrale, des Jüdischen Nationalfonds Sammelkarten mit Abschnitten zu K. 1, bezw. zu K.,10 aus. Diese Sammelkarten werden derart Verwender, daß gegen Bezahlung von entsprechend vielen Kronen Abschnitte abgetrennt und Gebern zur Aufbewahrung übergeben Werden. Gegen Dorweis von 108 Abschnitte« zu K. 1. beziehungsweise 10 Abschnitten zu K. 1V erhält daS Kind von teincm; Naiionalfondskommiffär oder in der Zentrale' der Jüdischen Aatwnalronds eine Aaumkarte« Brand eis sagte, die erste und wichtigste Aufgabe für Palästina sei die Beforstung eines Viertels des Landes, um die ü b r i g e n d r e i V r e r t e l gesund und fruchtbar zu machen. .Del der Aufforstung . Palästinas werden ausschließlich jüdische Arbeitskräfte verwendet, wodurch die jüdischen Ein« Wanderer am leichtesten landwirtschaftlich auSgebildet und damit dem für Palästina wichtigsten Beruf Angeführt werden. Die Aufforstung Palästinas bietet ferner die Möglichkeit/ weit mehr E i n w a n - e r e r z u beschäftigen alS ein anderer Zweig der Landwirtschaft, so daß durch Pflanzung großer Wälder ein rascheres Zustromert von Immigranten ermöglicht wird als auf irgendeine andere Weise. Die Pflanzung von Wäldern in Palästina macht aber nicht nur das baumlose Land schön, gesund und fruchtbar, sondern wird auch die wirtschaftliche Lage Palästinas wesentlich günstiger gestalten. Heute muß alles Bauholz und selbst viel sonstiges Nutzholz nach Palästina importiert werden. Die hiedurch entstandene Teuerung ist ein Haupt, Hindernis der wirtschaftlichen Entwicklung. Nur lurch Schaffung von Wäldern kann, Palästina in dieser.Beziehung wirtschaftlich dom Ausland unabhängig werden. - Satzungsgernsitz fließt der später zu erzielende E rtrag der durch den Jüdischen Nationalfonds gepflanzten Wälder der Unterstützung des'jüdischen Schulwerkes, im be° sonderen der heb r äi s ch e n Ü n i b e r.s i t ä t in Jerusalem zu. Die Kosten der Anpflanzung eines Baumes, dessen Pflege und Erhaltung bis zu seiner Fruchttraguntz sind natürlich weit höher als die von Oesterreichs Juden hiefür verlangten K. 100. Diese durch die schlechte Valuta entstandene Differenz wird einigermaßen dadurch ausgeglichen, daß die Juden der reicheren . Länder . eine höhere Baumspende (12 Schilling, 15 Franken usw.) für die Pflanzung eines Baumes stiften, außerdem kommt in Betracht, daß bei Pflanzung von großen Wäldern, wie es der Jaar Austria fein-wird, die Kosten wesentlich geringer sind, als bei Pflanzung eines einzelnen Baumes. 8, Bedingungen deS HauptbureanS des jüdische« Nationalfonds im Haag. DaS Hauptbureau hat daher die Pflanzung des Jaar Austria am Kinereth-Berg nur unter der Bedingung : zugesagt, daß b i S zur Herzl-Jahrzeit mindestens 100.000 Baume tatsächlich eruge ahlt n erden. Unter dieser Voraussetzung wird für dre Anlage -es Jaar Austria der Berg zwischen der Nationalfondsfarm Ki ne r e t h und der amerikanisch-jüdischen Kolonie Powa am Südwestufer des TiberiaSseeS zur Verfügung gestellt. Nach Beendigung deS Herzl-Wer befeldzugeS wird über Auftrag deS Hauptbureaus eine weitere Erhöhung der Baumspende auf K. 200 erfolgen müssen, um die Daumspende halbwegs den Kosten der Baumpflanzung anzupaffen. Jeder Baum wird auf den Namen, auf den er gespendet wurde, evident gehalten^ ebenso werden die Gärten und Harne fortdauernd evident gehalten. Für,die Haine und Wälder im Jaar Austria hat das Hauptbureou ferner die besondere Begünstigung vorgesehen, daß in den Hainen Bänke, di« den Namen des HainstkfterS. tragen, als sichtbare Erinnerung a« den Spender errichtet werden. 9. Die Bedeut»»» bei Jaar «»strl» flr de» Jüdische» Nationalfond-.. a) Für Oesterreich: Gelingt eS der österreichischen Zenitale, di« dem Hauptburea» verjtzroKenen 300.000 Bäume 24. Februar 1921 Nr. 748 gu K. ,100 tatsächlich zu erhalten..so wird Oesterreich in de» ersten sieben Monaten dieses JahreS 30 Millionen Krone» für den Jüdischen Nationalfonds aufbringen. Dadurch würde eins neuerliche' Steigerung der Einnahmen des Jüdischen Notionalfonds' gegenüber dem Vorjahre um daS Zwölf» .fache erfolgen und Oesterreich wie in der Vorkriegszeit wieder eine der ersten Stellen in der Nationalfondsstatiftrk ein« nehmen. Schon jetzt hat eS viel reichere Länder, z. B. Holland,/ überholt. Es wird sich äürk erst heuer zeigen, was auch die Juden der armen Länder für iErSz Israel zu leisten vermögey. b) Für den . Jüdischen Nationalfonds überhaupt: Welche^ Bedeutung ein derartiger Aufschwungs der NationalfondSarbeit in einem der armkien Länder Europas hätte, welchen Eindruck eine so grandiose Geldleistung auf die Juden deS Auslandes machen würde und wie sehr diese hiedurch zu neuen Anstrengungen angeeifert würden, ist so selbstverständlich, daß eS nicht erst erörtert werden mutz. Davon abyesel^u, ist aber der Jaar-Austria der.erste Dersuch der Schaffung, eines landSmannfchaftlichsn - Waldes in. Palästina. Durch den Jaar AÜstriä soll die Judenfchaft der. einzelnen Länder für die Aufforstung Palästinas dadurch besonders interessiert werden, daß sie einen, bestimmten Teil Palästina» gleichsam in ihre Obhut nimmt und für dessen /nsforstung sorgt. «Gelingt dieser Versuch -— erhalt, der Jaar Austria vie, rwtigen Geldmittel, so wird em. gewaltiger Schritt nach vor- ' Worts getan. ES besteht kein Zweifel, daß diese Aktion dann auch seitens aller anderen Länder, nachgeahmt werden wird. . 10. Die Bedeutung des Jaar Austria für de» ZioniömuS. Der Sinn des „Herzl-WerbefeldzugeS" rst, den Gedanken Theodor HerzlS in alle jene Kreise zu tragen, die bisher Palästina ferngestanden sind. So wie unser unsterblicher Führer stets den Standpuutt vertreten hatte, daß die zionistische Organisation keine Partei im Volke sei,, obwohl sie in sich verschiedene Parteien tcr»1 einige, sondern daß die zionistische Organisation das ganze ' Volk zu verkörpern habe, genau so wendet sich der Jüdische Nattonalfonds bei feiner Werbung nicht -cm einzelne Parteien, sondern an jeden Juden, an das jüdische Volk. Keiner darf uns zu arm sein und keiner zu reich, keiner gu gut und keiner zu schlecht, als daß wir auf feine Gabe» und feine Mitarbeit werden verzichten konnem , . Gelingt eö» die 300.000 Bäume aufzubringen, so °;. wird diese gewaltige Leistung des österreichischen Judeutums von größter Bedeutung für die Stimmung in der nichtsüdlschen iWelt sein..Es wird ein Beweis sein, daß daö verarmte und osteuropäische Judentum entschlossen ist, unter füllen > Umständen Palästina zu gewinnen, gleichgültig, ob die Juden ' der reichen Länder ihre Pflicht erfüllen oder nicht. ' Darüber hinaus reicht aber noch di« politische Be-!- deutung des Herzl-WerSefeldzuges — ein Beweis, daß >'Z jüdische Volk den Judenstaat will.; j; 11. Die Durchführung btt Aktiva Iw einzelne«. ' fl A. Seitens der Zentrale ^>e» Jüdlsch^^' , Nationalfonds für Oesterreich, 2. Bez., Zirkus-- gaffe 33. * ■■ . a) Ausweis. Der Ausweis . der Spenden für den 'Jaar Austria erfolgt ausschließlich unter dem Namen» auf den der Baum (Garten,'Hain) gepflanzt und evident geführt wird. (Also nicht wie bisher: N. N. spendet drei Bäume dk*. Namen T. T.", sondern XIS Bäume".) Ferner erfolgt der Ausweis, um den Gedanken eine?.' Herzl-Monuments zum Ausdruck zu bringen und um die. Leistung deS gesamten österreichischen Judentums sichtbar zu ■, vereinen, nicht forttaufend nach hen Spendeneingängen im vierzehntätigcn NationalfondöauSweis :n der „Wiener Morgenzeitung", sondern gemeinsam in einer eigenen Herzl- Festnuprmer, die am Todestag Theodor HerzlS erscherncu wird. Um den Spendern größerer V e^r r 5 g e die Mög«, lichkeit zu geben, durch ihre Spende andere zur Nachahmung anzueifern, wird in der „Wrener Morgenzettung" und nach , Tunlichkeit auch in der nichtjüdischen Presse in kurzen Zeit* Y;. abständen über den Gang des Herzl-Werbcfeldzuges berichtet werden und alle komplett eingezahlteN Garten werden fofl'rt' - namentlich ausgewiesen und fortlaufend numeriert. Außer«, ‘ dem werden alle Gärten, für die mehr als K. 6000 brrcsi-'t eingezählt sind, als „gezeichnet" veröffentlicht. * -; B. Propagand a: Die. Zentrale legt größten Ä-A auf eine möglichst intensive Vörtragspropaganda in 'den nächsten Monaten. Eingehende Weisungen über die zu, veranstaltenden Herzl-Abende werden noch folgen. Grundsatz < ift.^daß ber jeder zwniftifchen Zusammenkunft, bei jedem jüdischen Vortragsabend und dergleichen wenigstens eirr kurzer/Vortrag über Theodor Herzl und den zu gründende^ Judenstaat erfolgen muß. Anschließend daran ist übch?. den „Jaar Austria" als Denkmal für Theodor. Herzl $«>'- sprechen. Herzl-Abende haben folgendes Programm zu; umfassen: Ein Vortrag über Herzl und fein Werk, ein BortraI. über, den Irischen SkationalfondS unter besonderer Berück»' sichtigung der Aufforstung Palästinas ' und womöglich ein^ L i ch t b i l d e r v o r t r a g über Erez Israel. Nach Tunlichkei^ ist der Abend mit einem Prolog einzuletten und mit Äeä. sangSvorträgen zu schließen. . E. Sammelmitte!: Für den Jaar Austria die Sammlung unter Benützung der von der Wiener Zentral' binnen kurzem auSzugebendett Jaar-Sustria-Karteu.. Diese Karten werden.derart verwendet, daß der Sammle« für jede Spende unter 10 Baumen per Baum je ein», Baumkarte dem Spender übergibt. Bei Spende« ü b tt] 10 Daumen erßalt der Spender auf Wunsch»' v« bisher