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Wiener Morgenzeitung · 1921-02-20 · Heft 744 (20.2.1921) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
3 (1921)
Issue
Heft 744 (20.2.1921)
Date
1921-02-20
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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4v?errer Morgenzettmis '2V. Februar 192! Wke 6" Äien, Sonmag bet Eltern sind Kräfte am Werte, die Bande der Familie zu lockern. Die Sorgen des Tages lassen keine Pille, beschauliche Stunde der Sammlung, der innigen Aussprache zu. Immer wieder spricht der Vater von seinen Schwierigkeiten, die Mutter von ihrem Haushalt — e§ ist kein Raum für anderes. So bilden sich zwei Lager in der jüdischen Familie, die Alten und die Jungen und so versinkt im Strudel der wirren Zeit das köstliche Erbe: das jüdische Familienleben. K. M. Miß Lilian Wald. ■ Ger charitativen Tätigkeit von Lilian Wald, welche für einen Ministerposten im künftigen Kabinett des neugewählten Präsidenten der Bereinigten Staaten, Harding, genannt wird, widmet Alma Heddin, die Schwester des bekannten Forschungsreisenden Sven Heddin, in ihrem soeben im Verlage Brockhaus, Leipzig, erschienenen Buche „Arbeitsfreude", worin si; über ihre Erfahrungen bezüglich der amerikanischen Wohlfahrtseinrichtungen berich et, ein eigenes Kapitel. Zum Schlüsse ihrer Ausführungen schreibt Alma Heddin unter anderem: „Miß Wald ist Jüdin und eine Zierde ihrer. Rasse. Sie hat die Gabe der intelligenten Weltdanre, auf bezaubernde Art die Aufmerksamkeit und das Interesse ihrer Mitmenschen zu fesseln und festzuhalten. Im Verlauf der Jahre hat sie einen ganzen Stab von Mitarbeitern um sich versammelt. Jeder wird auf den passenden Platz gestellt.. Miß Wald gehört zu denen, die Versuche wagen und das Glück gehabt haben, ihre Arbeit mit Erfolg gekrönt zu sehen. Dank ihrer Gabe zu führen, zu begeistern, Ordnung zu schaffen, ist es ihr gelungen, die Lebensverhältnifse von Tausenden zu heben und zu verbessern. Nach ihrem Muster und dank ihrem Beispiel haben schon viele ihre Arbeit fortgesetzt und verbreitet. Es gibt daher keine Grenze, wo man sagen kann: Ms hiher erstreckt sich das Gebiet ihrer Arbeit, hier geht es zu Ende? Das Große an aller selbstlosen Arbeit für andere besteht darin, daß sie einen Ewigkeitszug an sich hat; man kann sie nicht mit zeitlichem Maße messen." Maßregelung eines Warschauer Aniversitätsyrofessors. Äus Warschau wird uns geschrieben: Die philologische Abteilung der Warschauer Universität hat sich dahin ausgesprochen/ daß Professor Boduen de C o r t e n a nicht weiter profesior der Warschauer Universität bleiben kann. Der ,Narod", tvelcher diese Meldung bringt, bemerkt dazu: Selbstverständlich handelt eS sich hier nicht um die wissenschaftliche Qualifikation sondern darum, daß der Profesior Freidenker ist.. Dieser Fall, welcher an die „Affären" Wahrmund, Hörster, Nikolai usw. erinnert, bei denen die jeweils in De« tracht kommenden Universitäten sich vor der gesamten Kultur» »elt unsterblich blamiert haben, illustriert wieder einmal das Treiben der polnischen Reaktion. Profesior Corte na ist nner der berühmtesten polnischen Philologen und Linguisten und genießt in der Slawistik Weltruf. Er fugt sich freilich nicht in das reaktionär-klerikalisierende Schema ein und ist seit langem den reaktionären Kreisen Polens wegen seiner wahr» hast demokratischen Gesinnung. auS der er kein HB! macht, ein Dorn im Auge. Professor Cortena hat übrigens in WakarS Wochenschrift „Przhmierze" über das Problem der nationalen Minderheitsrechte in Polen einen vielbemerkten Auffatz , geschrieben, worin er sich gegen daS ethnographische Prmzip roandte, nach welchem man jetzt das Leben der Völker Osteuropas regeln will. Er wies ÄS einer der ersten auf die Dichtigkeit des jüdischen Problems für den polnischen Nationalitätenstaat hin, wandte sich, was ihm besonders übel genommen wurde, gegen die in Polen geübte „Randpolitik", welche auf die gewaltsame Polonisierung der anderSnatrormlen Bevölkerung in den Randgebieten Polens ausgeht. In seinem Auffatz zog er die Schlußfolgerung, daß der polnische Staat auf die Grundlage der nationalkulturellen Autonomie nach dem Personalprinzip zu stellen wäre, was die einzig mögliche Losung der Nationalitätenfrage in Kalen sei. Diese in Polen einzig dastehenden Darlegungen eines Mannes der Oeffentlichkeit beweisen die mutige Geistesrichtung ihres Verfassers. Die Warschuer Universität, die ihn von der Stätte seiner Lehrtätigkeit entfernt, stellt sich damit an die Seite der akademischen Reaktion in Deutschland, die «einen Förster und andere mutige Bekenner eines neuen Geistes für unwürdig erklärt, die Jugend zu erziehen. Amerikanische Hilfsaktion für die Pogromwaisen. 9tew-$)o«f, 14. Februar. (Jüd. Korr.'Bur.) Auf Imtia'ive deS jüdifchnat onalen Waisenhauses vom St. HarcS Plcne fand hier ene Konferenz dir eristerenden Waisenanstalten und Verwandler Institutionen statt, um die Frage der Versorgung der jüdischen Pogromwaiseni«Europa zu behandeln. Die Konferenz fand in den interessierten Kreise« einen »armen Anklang. Der Hüfsplan besteht dar «, daß alle in Amerika bestehenden Dw'enanüalierr Borbercilungr« zur Aufnahme der möglichst größten Zahl von Pogromwaise» treffen fall«. _ * SchneLzngSverblnhnng Parts - Berlin-Warschau. L«S Berlin wird aem-ldet: Der erste direkte Zug Paris- B e r i i«—W a r s ch a » w'rd von PauS am lö. Marz ab« {ehe». Er wird Anschluß an die Zöge auf den Amen London— )stendr—B rlin und Brüssel-Berlin haben. In der Gegen» mrd fett a&i Warschau am 16. Mürz verlaffr». Mltttliungen ans dem Pnoinum. Netti Königsberg Josef Bien empfehlen sich als Verlobte. Wien, im Februar 1921. Statt jeder besonderen Anzeige! Ros! Stltor Hermann Mauer Wien Stryj Verlobte »«3 Wien, im Februar 1921 Olga Dub Ing. Otto Dnb geh. 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B B ■ Al'en meinen früheren p. 1 Gästen, Freunden, Bekannten 5 , und Gesinnungsgenossen erlauben wir uns, von der er- ■ ■ folgten Uebernahmc d»s s S C a f 6 Brigittabrücke: , höflichst Mitteilung zu machen, mit der Bitte, uns auch * b in unserem neuen Unternehmen ihr Wohlwollen zu ■ ■ ■ bewahren. * ■ Um gütigen Zuspruch bitten , B 574 B Rudolf und Jenny Gesund (früher Inhaber des Caf<5 »City“, Börsegasse 10) B B B B B B I! Neu übernommen!! GrandcafO und Restaurant Winkler 2. 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