Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 743 (19.2.1921)
- Date
- 1921-02-19
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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<pcurv . ^oren» Tamsrag LVienev Myrgevzeit»«- ts. Februar 192t Nr. 748 ßrassischen Staatsangehörigen BorisAlexanderowiLsch' Schi schkin, der im Hotel Herzvgshos in B-.Len trvhrun sollte, beschafft. Dieser Bock wurde am 9. d. M. in -er Person des 42jährigen Agenten'Gustav Bock, Favo-- ritenstraße 158 wohnhaft, verhaftet. >; v Er hat den Paß von 'dem 22jährigen Beamten -er polnischen Paßstelle, Alexander Kqkossowski, zu Krakau, geboren» 5. BeZirk. Nitolsdorferstraße 1 wohnhaft, ' erhalten. Kokosfowski wurde auch verhaftet und tzestand nach anfänglichem Leugnen, etwa 30 bis 50 polnische Pässe selbst ausgefertigt und dem.Bock um je 5000 Kronen per Stück verkauft zu haben. Auch Bock,/ dem dieses Geständnis vorgehalten wurde, gab schließlich zu. mindestens 20falsche polnische Pässe von Kökossowski erhalten und ihm je 5000 Kronen für den Paß bezahlt $a haben. Kokossowski hat auch dem 23jährigen Schneiderlehrling Mondek Wohlfeiler einige Paß- Logen und PaßLuchel verkauft. Mondek - 3Voh lfei-ler hat sie dann selbst mit der Stampiglie und der Unterschrift gefälscht. Mondek Wohlfeiler ist flüchtig. Sein Bruder, der 17jährige Schneiderlehrling - Friedrich Wohlfeiler, der dringend verdächtig ist, an den Fälschungen beteiligt zu sein, wurde am 12. d. M. verhaftet. Sämtliche Beteiligte werden nach Abschluß der Erhebungen dem Landesgericht eingeliefert werden. Ihre W,'(Haftung wird nach Durchführung der Strafamtshandlung veranlaßt wdrden.? _ Ein neuerlicher Zwischenfall auf dem Wtener-NeuMdter Flugfelde. Zerstörungswut von Ententesoldalen. — Drohende Haltung der Arbeiterschaft. Wrerrsr-Reustadt, 18. Februar. (Privat.) Wie berichtet, spielte sich am 15. d. M. auf dem hiesigen Flugfeld ein peinlicher Zwischenfall ab, den -er englische Oberst F l e t ch e r anläßlich der Inspizierung der -Zerstörungsarbeiten hervorrief. Da dem Oberst diese Arbeiten zu langsam von statten gingen, geriet er mit dem leitenden Ingenieur Christians in Konflikt und insultierte denselben schwer. Die Arbeiter protestierten dagegen durch Arbeitseinstellung und nötigten, den Oberst zur. Abbitte. Gestern trug sich nun folgender Vorfall zu: Der englische Hsuptnrann Woothouse der interalliierten aeronautischen Kommission kam mit fünf Tommies auf das Flugfeld, und begab sich mit den mit Hacken versehenen So Laten direkt in die Propellerhalle. Hier begännen nun die fünf Ententesoldaten, die dort verwahrten 4000 Propeller mit den Hacken., zu zerstören. Trotzdem die Zerstörungsarbeit so gedacht ist,-haß die .Prwpellerz-wär nicht Mehr für militärische, - wohl aber «och^M friedliche Zwecke' verwendet werden.-/können,, schlugen die Tommies rücksichtslos die Propeller kurz «mb klein. OL.dieses Vorgehens bemächtigte sich der Arbeiterschaft .die mit der planmDigöN,ZeMrungsarheit's betraut ist,- kolossale Erbitterung, Welcher/sie -in' lguten. PvoLestrüsen Ausdruck gab. Die ArbeLüsr hielten den englischen Soldaten vor, daß sie ihnen, die eigens für diese Arbeit ausgenommen «seien, durch ihr.Eingreifen das' Brot wegnehmen. Als. alle Vorstellungen Lei Hauptmann Woothouse vergeblich waren und auch ein so fort inszenierter Streik Leinen Erfolg hätte, stieg die Erregung der Arbeiter auf das . höchste, zumal der Hauptmann selbst eine Hacke ergriff und eigenhändig mt dem Zerstörungswerk teilnahm. Danun die Arbeiter sahen, daß ihnen Trotz geboten werde, warfen sie sich auf die Propeller und deckten sie mit ihren Leibern vor der blindwütigen Zerstörung. Die Sitnvtion erschien nunmehr kritisch; denn wollten die englischen Soldaten ihr Werk fortsetzen, so hätten sie mit ihren Hacken auf die-Arbeiter l-osschlagen müssen. Angesichts dieser' Situation ließen die Engländer von ihrer Zerstörungsarbeit ab und verließen das Flugfeü». Die Erregung Ler Arbeiterschaft über diesen Vorfall hält an. Die Affäre Melbiuger. - Das Präsidium des Landesgerichtes für Strafsachen in Wien 1 veröffentlicht eine umfangreiche Erklärung m der Angelegenheit des verhafteten Advokaten Dr. Melbinger. In der Hauptsache werden die Mitteilungen über die angeblichen Orgien in der Zelle 247 für unwahr erklärt. Speziell konnte über die Untepholtungen der Homosexuellen nichts - Bestimmtes fesw gestellt werden. Es wird bei dieser Gelegenheit mitgeteilt, daß in dem Gefangenentrakt des Landesgerichtes gegenwärtig die Normalziffer des Belages von 1083 Personen weit überschritten ist, was die Hmrdhabung der Ordnung sehr erschwert. Gxotze Getreidediebstähle a«s Dana«» fchlepper«. A« 88. JSrmer zeigte der Prokurist bet Nrrfuhrgefell- {äfoifi für Getreide- und Futtermittel M. Collaud, 1. Bez., Regrerungsgasse i, und " der Beamte bcr Getreideanstalt Paul ‘ R ü m poletz cm. daß besorlderS i-n Kröattsch-HÄslaü' fortgesetzt sehr umfangreiche Getreide- und M'eh l d ir b« stähle auf DonauschüPpern.begangen werben. Es handelt stch üm TtänSporte für die Approvisiomerung' Oesterreichs»' Attd die begiÄtenden SchiftSleute sollen hauptsächlich «ruf der iräändifchrn Strecke große Quantität« entwenden und ver» ÄcArfeu,' so daß ein Schaden von täglich einer Mil» Vi o n entsteht. Die beiden Gesellschaften erföchten um' Interm*m m KtMMkMWch M». bk Mittkilungcn ans dem Publikum. . Vertu Singer Mer Goldberg Storozynetz Delalyn k empfehlen sich als Verlobte / Wien, im Februar 1921 wie Eugen Fenster und Frau '. . gratulieren herziichst ‘ «59 den Neuvermählten, Herrn Baumeister Kalntan Ax«B und Frau US Axeigeb. Biber Mark und Frau gratulieren herziichst «90 den Neuvermählten, Herrn Baumeister Kalman Axel und Frau Lla Axel geb. Biber« . ZUR VERLOBUNG **63 Herrn H. U Neubauer aus Stryj mit Fräulein Rosa Scharr gratuliert herziichst ■ 4480 Oslo Eckert und Frau .RII.LANTKN, Pfirlsn, Gold, Silber, Platin «.Uhren ’ kauft uad verkauft 77S 'ETTER Botentnrmst r. 23, HariaUlforatr. 98 und Bureatimöbel die grösste Auswahl ■ Leopold Steinhart Wien, X., Blberstraos» Hr. 9 S«kreibiBaitiiüifiO(«parataren rasch, billig and gat 153 ToL 4073/VU1 Restaurant ^2 Wien, II.» Taborstrasse 12 808 Spezialität: Karpfen und gefüllte Hechte Kultusui Justlztalare “3M,Ä.°rö Speslakatea Rnclolf Golfist ein, SchneidermeiBter, Wien, II., Tabor* Etraate 54. GegrAndet 1886. Telephca 45688. . 781!! Neu Übernommen 1! Grandcatd und Restaurant Winkler S. Bez., Prater Täglich Doppel-Konzert Ehemaliger Militär-Kap Umeister Lakomv Zigeunerprimas Szelid Jenö — In 'den Soüterramlokalitaten Heurigenmusik Kalte und warme Speisen, Bier und Wein vom Fass . Auch des Abends zivile Preise Besitzer: Epstein & Wertheim 9011 Landesregierung erteilte die Zustimmung», daß «ine Anzahl von Krimi-nalbeamter gemeinsam mit der Gendarmerie Beobachtungen oinleite. In kurzer Zeit war eine ganze Anzahl Personen ermittÄi, welche überwiesen sind, daß sie größere Mengen beS gestohlenen Getreide angekauft hoben. CS find folgende Einwohner von Markt Fischamend, Dorf Fischamend imd Maria -Ellend: Der 5!andwirt Rudolf Kirch, der Fischer Thomas.Sicker, der Gastwirt Mfred Eben, bie Hilfsarbeiter Franz Häßler und Nikolaus Eben» per Bäcker Leopold Sträßer, . der Kutscher Heinrich Deininger und . die FleischhauergehÄfLN Otto Weger, Franz und Karl Schlagenhaufen/Anton Deininger und Gustav Straßer. Alle find gestästdig, teils von den SchiffÄeuten direkt, teils von anderen Personen Mais und Gerste angekaust, weiterveräützert, ober für sich verwendet zu hoben. Sie wurden wegen DiebstahlsteNnehmuntz dem Landesgericht eingeliefsr!. Die Untersuchung wird fortgesetzt. Die Einführung der Schnler- . beschreibung. Wie dre „Staatskorrespondenz" mittsilt, wird, eine Neuregelung der Klassifikation in den Schulen sowie die Borbeveituny einer Schüler beschreibung in sämtlichen Schulen von den Lehrern Oesterreichs beraten werden. Die Aenderungen» dis auf Grund der VorMage der Lehrer» arbeitsgernernschast geplant find, sollen im Rahmen der Schulreform, durchgeführt weiden. Die Schülerbeurteölung'wirÄ künftig auf Grmü» der Schülerbeobqchtung erfolgen, diese Dchülerbeobachtung aber soll sich auf eine Schülerbeschreibung gründen, die.vom Schul* eintritt bis zum Schulaus-tritt auf das genaueste geführt werden wird.. Jeder Älasse'nrlehte^hat anr Ende jedes Semesters für den einzelnen Schüler Daten auszufüllen, . die zur B e» rrrtLilung des Schülers in den späteren Klaffen dienen sollen. Diese Schülerbeschreibung enthält Tabellen, hie über die entsprechenden Rubriken verfügen. Die Smzeichmmgen, die von jedem Lehrer in die einzelnen Rubriken «folgen muffen, werden im Einvernehmen mit den Eltern erfolgen» die Eltern sollen stets beftagt werden, oh die von ^en Lehrern beobachteten Merkmale der SAuia* hiw» hutiia *»lawt steebtt fink. Auf Grund all dieser Merkmale, der körperlichen vch der geistigen, wird dc>Mi die neue Klaffifikatron erfolgen. Ein< eigenmächtige Beurteilung der Lehrer wird dadurch vev mieden,' daß - die Beobachtungsergebnlffe' über das Kind n jedem- Halbjahr von anderen "Lehrern eingetragen werden daß also ein Lehrer nicht erklären kann, ein Kind sei° faul unreif und unwillig, wenn die Schülevbeschreibungen das- Gegenteil ergeben. - Im Anschluß an diese' Beschreibungen werden dann die Daten gesammelt, die zur Berufsberatung ,vöin; lang sind. : , . Ein gänzliches Auftassen der «Noten", wird so bald nW' möglich sein, da ja die Eltern immer därü^r Bescheid habeü^ wollen, , wie es ihren Kindern in der Schule ergeht und^'i» ' den meisten Fallen nur durch die Noten Än Bild von-du Leiftungsfahigksit der Kinder gegeben werden kann. Abeiauch in den VolKs- und Mittelschulen; wird statt ehte Ciw schränkung der Klassifikation wie an der Hochschule anstrebew - irrdem .es dort nur eine Auszeichnung, einen 'befriedigendep Durchschnitt und ein Richtentspvechen gibt. * Eine jüdische Auskusfts- und Beratungsstelle. . Obgleich man den neuen Reichen nochsagt, daß sie eng« herzig, ihre Laschen verschließen — ein Vorwurfs der im all gemeinen unberechtigt ist, benot viele von ihnen geben still und' ungenannt — so bestehen doch in'Wien genügend vor vermögenden Juden dotierte Vereine, die bedürftigen Men, scheu' in vielerlei Art helfen. Diese Hilfsstellen sind jedoch den meisten Hilfesuchenden, die mcht gerade berufsmäßig Bettelei betreiben, unbekannt. Und es bedarf oft vieler Mühe» und Wege» vieler Lage und Wochen, bis einem Bittsteller. geholfen wird. So manchem ist schon mit.einer entsprechend«. Aufklärung, einem guten Ratschlag zur rechten Zeit rasch geholfen werden. Der Auskürlft Heischende weiß, aber nicht, ivohsn er. sich wenden soll — er belästigt schon in kleinen Dingen dis jüdischen Mandatare und raubt diesrn die karg bemessen^ Zeit, die sie größeren Aktionen zu widmen hätten. Eine momentane - Geldaushilfe von nur 100 bis 200 Kronen, die etwa für eine Weiterreise, die ErlÄigung eines Patzvisums, die Bezahlung. eines Nachtquartiers, füll die Ausbesserung eines.Kleidungsstücks (anläßlich der Heber« nähme eines neuen Postens) notwendig wird, die richtige DurchsÄhrung einer bringenden Eingabe oin eine Behörde u. ä/m. können heutzutage für das zukünftige Leben eines Menschen bedeutsam werden. . DeShaD war eS ein lobenswerter Gedanke der Z r o n i> stischen Bezie.kSsektion Leo^poldstadt, eine zentrale Auskuufts- und Beratun.gsstelle im LokoL, 2. Bezirk, Taborstvcche 20a, Zimmer Nr. 5, zu errichtech >■ SJie^wt fogwäcit aciä&eit e^x± bewanderten Herr BlauHrtz und Frau OttAie Löweychal .stehen im Berem mit'einem .. juridischen und ärzüich«. Fachmann für Rechtschutz undäugt*, liche Beratung allen Eftlfe» und Ratsuchend« Sonntag und Freitag zwischen 10 wich lA.Vhr, die übrigen Tage zwischen 6 und 6 Uhr abends mit .ihrer reich« Opferwilligkeit zur Ber« fÜtzwNg.." 7.. Mit HiEck auf die oben anyebsuiete, wiederholt sich ergebende Notwendigkeit einer augenblicklich« HÜfeleistuu-, richtet die Bezirkssektton N an die gesamte Judenschast Wi«S die Bitte um Spenden zur Gründung eines »Fonds für rasche Hilfe". Beitrage mögen an die .Wiener Movgenzeitwng" oder « die i BezirkSMion, 2. Bezirk, Tabor« stratze 2Va, genchtet'werden. Dr. Sanel Beer. Unter falscher Befchnldlgnng. Aus Biakystok wirb uns gefchriÄb«: Am S. Bep«' lember v. I. trat auf den S2jährtg« I. R«htnstei«> als er auf der Giminimergafse stand, ein gewisser O b l a W s ff in Begleitung von zwei Miltzleuten zu und ließ ihn arretier«^ Beim' ^Kommissariat erfuhr Rubinstein, baß Oblawskt 'iW beschuMgr, er habe^ bm. ben Bolschewiken einen Polen arretieren lass«, &ee später von ihnen erschoss« wurdet Die 'Beteuerung« Rubinsteins, er habe nie im Leb« mit den Bolschewik« etwas zu tun gehabt und ihn« keinerlei Diensch geleistet, halfen Nichts; der würdige Obläwski beschwor, « erlkenne das Gesicht und die Bluse Micher. Nach brettägigM! scharftn -Pölizeiverhör wurde Rubinfiein der Gerichtsbehörde übergeben. Der Untersuchungsrichter führte eine sehr ein»' gehendie Untersuchung, Lei Mcher Öblawski unmtwegt wiedev» holte, > er erftnne dm Mann wieder. Die Sache wurde her Staatsanwaltschaft übergeben, die «blich kein« Grund zu einer' Verdächtigung RubinsteiuS fand und die Niederschlagung des Verfahrens anorbnete. Am 8. b. M. wurde Rubin stein, «blich freigelassen, nachdem er auf die bloße Beschuldigung irgendeiner Privatperson fünf Monate und drei Lage im Gefängnis zugebracht hatte. Es scheint, daß es für ein« Juden in Pol« g«ügt, w«n ihn lrgmdein Sump«kttk des Bolschewismus beschuldigt,, damit man ihn monatelang nnitc«,! 1 ' ■■■,_ 9 Abgeordneter StriLer verreist. Landtagsabge^ ordnrter Robert S t r i ck e r reist nach London und P a r i s, um ist. verschiedenen allgemein-jüdischen Angelegnlheitcn sowie sotcheü der zivncküchm Organisation mit den dortigen leitenden Stellen ein Einvernehmen zu pflege«. Die gestern vom „Neue« 8-Uhr-Blatt* gebrachte Nachricht, daß Abgeordneter Stricker nb erflf iuladun g d eS B 8 l ke rbu ndra te$ nach Paris" gereist sei, entspricht nicht den Tatsache». ^Zionistische» Landeskamitee. Die für Sonntag de» S0d. M. angesetzte'Tagung der Zu ge» d gruppen mußte antechnischen Gründe» auf dm 21. d. M., S Uhr vormittags, v e »Ich o d e» «erden. B>S datzi« find dir Wahlen von k 11 XM MMMMIi Mfcu ttlMMW fit Mt WwAminiiw 928675^414