Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 742 (18.2.1921)
- Date
- 1921-02-18
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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MiWlprers W Kronen , i .. TBK /ff Einzelpreis 23 Kroirerk tyrSmuneYattaniipeeifee Mt»»; 8km «bholr» I» tos liXkiHn, L Bezirk. Zrtn» fatSe J bis!i» »der ht cimr Verich1ei»ftrae «Trafik: n«Mtll4. . Hm« RV övi-rteljahrttch * 150^- MU Peftversim» N» «irr m» Oesterreich: >W»»«t««h .. Krone« 80.— s Lschecho-New-rei: iMoxttUck, .. Krone» 15.- «iert-ljShett«. »45.- te 1schech«»stawaNsch«Mch»N»r i. rügen,: «onstNtch .. Kro««v KO«— Wierteijährtich .. WO<-, , : t» «gertscher «ihr»« ANgoslewie»; Monatlich .. Dinar Mierteltsthrltch » 84— Nr 742 Wien» Freitag den 18. Februar 1S21 PrS«u«eratl0nspreiser E. Velen: Monnutch .. Mast» «vierte,jährlich .. t5<M in pvlnischer Wähmug , Deutsch,««»: j «ovatlich. . . Mark 10^ ' Frankreich: Monatlich . . FraneS 0*4 Italien: , Monatlich . . . . Lirr 8.-! _ RnmArirv: Monatlich. . . .üti 13—' Lchvrkz n. da» übrige. Auslands Monatlich... Francs 3—j ReÄaftionn.Ar»Niini^ratio» Wten.x.Bez., Ladorstr.!—p Delehhone: '4UZP, lfc ab «Nt»r avsndH?rr. lSS<»L Vosripaeraksenronts 150.S8S 3. IahrgMg UBBrnSäm PMr ZMm am Men NWMen Rom, 17. Februar. Die Aqenzia Gtefani herSffentttcht folgende nrnMche Mitteilung: Prinz Sixtus von BsnrLon, der während oeS Krieges durch den Bsrfnchfür feinen Schwa $ e r. den gewesene« K a L f e r K a r J, einen Sondersriede» herbeizusühren. bekannt geworden ist, hat jüngst im Ausland ei« Puch unter dem Titel „Das Sonderfriedensangebdt Oesterreichs" veröffentlicht. Dieses Buch wimmelt» wis Ztalren anLangt. von Insinuationen und Lügen, die nicht einmal die Ehre ein:s Nemsntis verdienen. Da aber Prinz Sixtus von Bourbon sich gegenwärtig in Italien «aushäit, ist er mit einem vom heurigen datierten Deschlrch aus Italien ausgewiefen worden. , Jüdischer NatronMsM.US'Jmd j InteMattonaKssws.-• •: —7.-W : r ^,18. FrdUrcu. t'-’! Polen und Deutschland ♦ fein polnischer Protest an die Botschafterkonferenz. ~~ Die polnischen Sozial- ' demokraten/gegen den Friedensvertrag Von SmuL-GerMaiÄ. / Warschau, 17. Februar.(P/T-A.) Der Ausschuß fite AeuszexeS. des polnischen ' ReichLtages hat den Gesetzenswurf, betreffend die Ratifikation des Frieden svertyages von Saint'Germain, angenommen. . Jögtzordn^er L i e b e r m a n n erklärte.. daß die Waldenlokratische Parier nicht für. die Ratifikation. des Ftiedensvestrages stimme, da der. Vertrag keine . auf Bösen bezüglichen politischen/Fragen enthalte. Die. fozialheMokraLische Partei sei'.aöer.auch gegen den Vertrag, wegen seines unmenschlichen Charakters, da er die 1 jt$.t st$0.! 1 ch mache. '^DW^rinnHH^E^üfvag'e,'. betreffend öie Per» Wnhkrrägen-.-.eSlfnter.tzaü.tssekretN)-s- Wu.cho w j a k, er.-' .KöMNntierstäätWktetat'deö Aeußern Kombrou^ski,' Mgierustg/eme 'mötzli'M/Mnelke' Regelung der HäsidelsbezrehNngen titit' den Mchbärftaaken anstrede, da sie darin eines der, wesentlichsten/ Elemente für* 5>en Wiederaüfstaü von Handel uW Industrie erkenne.-' Be- Züglich der wirtschaftlichen. Politik Deutschland gegenüber erklärte der Untsrstaätssekretar. Polen sei genötigtj die alliierten Staaten/auf.-'den' wirtschaftlichen Boykott Polens durch Deutschland sowie auf . die Folgen Änes solchen Boykotts - für" das Wirtschaftsleben ganz Europas aufmerksam zu machen. Polen werde gegen den Boykott protestieren, der dem Friedensvertrag von Versailles - widerspreche. Polen werde den Industriellen und Kaufleuten fcine deutschen, sondern andere Märkte erschlichen, um aus diese Weise einer ökonomischen Abhängigkeit Polens, von Deutschland vorzubeugm. Den .DeuWen und den Alliierten^ werde dargetan werden, daß die polnische Regierung eine beschleiringte Regelung der. gegenseitigen - wirtschaftlichen Verhältnisse wünsche.; Jy dieser Absicht, 'hat.die Negierrm'g änfäugs^KMher porigen. ÄhreS''den. ^InterstavtssMetSr nach Berlin gesqndt/ übervettfcn zukünftigen HaNdelsverträg zu verhandeln. Infolge, unannehmbarer politischer Forderungen^^.deutscherseits sei. dgß erstrehfe Zsel ' ünerrerchl geblieben. Die 'Attwesenhete'/Dr. Wachowiaks m Berlin heüützte die'polnische Regierung, um ücirerdings tzuformationen einzuholen, deren einziges Erogeb- ,niS> ein/ polnijch'deutsches.VerstänbigiiMspröfeft war, das jedoch^ derartige' Forderungen deutscherseits enthielt, daß sich die polnische'.Regierung-gezwungen.sah/solluih! bei der deuLschen Negierung als auH'b^f/hex Pötfchafter.--- konferenz gegen "dj.e ^Kermischu.ng /wjMchqWcher^ und , politischer Materien Protest emzulegem ^. . I Einwohnerschaft als überflüssig erscheinen lassen könnte. Die.Umsturzbewegungen der staatsfeintzlichen Elemente dauern unvermindert fort. Zu dieser Gefahr , im Innern / , Der LsyrLsche MUllfterprüsiDsnt über Ne Pariser BeschMsie. / . - KeMe MuflSsung Äev Heimwehren. 7' /München/17. Februar. (Wolfs.) In der heutigen ./Hachnflttagssitzung. des bayrischen Landtages kamen in > Wwefenbeit der gesamten 'Staatsregierung die, beiden / Interpellationen der Mehrheitsso^ialdemokraten und der Unabhängigen Sozialdemok^ätfin.; betreffend, die Haltung > bjei* bäurischen Regierung gegeuüHr derst Pariser Diktat! zur Erörterüng. / /. .' '■/'/ / Ministerpräsident von K a h r betonte in Beant- . wortulig der JnLerpellationen,' daß.. die Regierung - anch ihn« die -. vorliegenden JnterpHatwnen die erste, sich Hieteyde .Gelegenheit bmu'ißt^haben würde, . um zu. 'de« : gegenwärLigen Fragen-' .ihryn./Standpunkt darzulegen.^ Der Ministerpräsident präzisierte den Standpunkt ' der Regierung und der KoalitionSparteien zum/ Pariser Diktat dahin, , daß die Pariser. Forderungen . die - ooll- Pndlge wirtschaftliche. Perskladi'ng des deutschen Volkes,- insbesondere unserer Arbeiterschaft,. auf zwei. G'enera- : ti.onen hinaus bedeuten chüxdi;n. Die gesamte - deutsche Kultur' würde ihrer' bisherigen Stelliiug in-der Welt geraubt werden. Das ganzr.deutsche Volk. in allöu seinen Teilen sei darin einig, daß' diese Vorschläge ' ü n a n° «eh m b^ar feien. In ' dex . En.twaf.firuy'gsf.rage/. habe - der Hinistdrpräsident bei den Berliner.Besprechungen detzüglich der bayrischen Emwphndxh»ehr.e« andem, bisher - eingenommenen .Standpunkt' festhälten niüssen. Die Einwohnerwehren werden von selbst verschwinden - bei genügender Erstarkung des .Staates. Heute schon bindend festzulegen, bis zu ^welchem Zeitpunkt dies der Fall sein wird, ist schlechtc/hings - unmöglich. Sicher ist «ur, daß heute der Zustand noch nicht erreicht ist, Im den bewaffneten Selbstschutz der' staatLechalteudeu kommt die Gefahr-, von . außen. Die österreichlschen Länder stehen unmittelbar vor dem Ällerschwersten. Die Gefahr, die Bayern von außerhalb seiner Grenzen droht, droht anderen Landern kaum m gleichem Mäße. Angesichts dieser-Lage ist die Ei.nwodnerwehr. Nach wie vor eine staatliche'Lebensnotwendigkeit. -//.'.. - - - - Die^Lonvoner'QximtUmWmt. ■ : i] London, 17. FeEmar.. (Frinksprüchr) Die Konferenz über die Oriimtfrägrn wird am' 21^ 4?.' 3K. in- London M"} fammentreten und ihre ' Sitzungen rm^ Sai'nt-James-Palast halten. Der Vertrag von Ccvres' wirtz' hon Verhandlungen als Grundlcige - dienen; die verschiedenen /Abord«ung2Nwerben Gäste -ber englischen Regierüng''sün. - '.England wird^ durch Lloyd Goovge. urr!d. Curzon, Frankreich durch' Brianyi Bevthelot, Sairlt-Nulaire, Italien durch Sforza und Martina, Belgien durch'' Kaspar/Und - Theünis^Hrieche'nlönd durch CalogeropuloS vertreten, sein. .Die^ tstegierung , von Konstantinope! hat den ^roßchLsir, den 'Botschafter/in .London upd, den Botschafter, in Nom al§ Vertreter entsendet, die Angora.-/ Äegiemng schickte den Außenminister und Spriti Bei'. Diese werden, ocher nur als ein Teil der Mission der Pforte und nicht, als selbständige Vertreter behandelt werden. Auch eine armenische Abordnung wird erwartet.' Die.Ankunft' brr' , deutschen Vertreter ist für dc» 27. d. M.. festgesetzt. / Die ÄusterLUng Äes österreichische / "/:, -/'Mgarjischen.-.MatzeiW.arLs. - . ^/^ Paris, 17. Februar. (HavaS.) Die Botschafterkonferenz hat die ihr von der Kommission für die Verteilung der rollen- ' den Materials der früheren österreichisch-ungarischen Monarchie unterbreiteten technischen Vorschläge' einer Sachver» ständigen kommissian, überwiesen, die ' einen Bericht aUS° achsiten soll. Äls der geschlagene Militarismus aus dem österreichischen SLaatssystem entfernt worden war, hatten alle diejenigen, die die Geschichte nur als 'eine - Aneinander---' reihung mchanischer Prozesse ausfassen, von einem Siege des Sozialismus gesprochen und die Uebrrwindung des. Kapitalismus für ewige Zeiten durch die Rmolntiöncher'. Werktätigen gefeiert. Der Triumph des Proletariats schien festzustehen und die große Zahl der Mitläufer und. KonjunkLurPolitiker war. eifrigdaran, sich - in pots Mcwqnder zu hüyen:-und. in rollerten rehplutionäreur Phrasen zu schwelgen. ...Die Führer, der :scMistnchen Parteien sahen -sich plötzlich an .der Spitze - eines, fast unübersehbaren Hesres^von Genossen, .das.ungestüm .'die Vollendung. der- Nevolnriorr forderte., und diesofortige , Aufrichtung des Klässenstaates verlangte.^ Aber, schon .die ersten Schritte der - jungen RepnhUk brachten - das ernüchternde .Ko.mpromitz der ersten Koalition.: PauL-rn,^ Bürger, und Arbeiter ,-fo formulierte Viktor Adler, die Grmrdlagen des, Staates.. Die. Wirtschaft war zerstört,'das. Land .vonder RegeNöWeit,-.des.. Truppen». riickzilgeL. bedroht, von den, - NachbarlandM «nt.H-iich-; seligkeit behandelt,.in seiner.Hoffnung'chrfdas.WilsM^. Selbsthestimmungsrerkst geLäuscht. , Aste. Kräfte-..mußten., zusämmengefaßt werden,"um 'die schweren Stundrur,.,hi2., dem A msturz ialgten/ zu «berw mderü Die. Miflaüfcr der Hozialdemokratie/'di^.-.gssterir,noch, .pis-> Mwarz-gelbs. HeÄnnHarL als '!ML^UMch-.'.bMsUMtoHLchEchr^kdnni^HK>W:. ^nMdikaflsttniF'DMDMgitz^f''Dp^WernM.de^. Wsitzes'l- DergeseJsckMlichung.'der- MoW^onsmirM- Machtergreistlyg .durchs has.^Prpletqi'iqi-I Uber.- d.icse ^Fcirderüngest^ fonnten^MiMw^rdM/. -Schulden.^ kannfchan.nW...sosiEsiersH/. '7 ' . - :! .' - .Dia. Wtznölunggn,-: die derStaat r seither; drrrchge- .-machp bat,, Wen:-.die franrige,DabrhH^-cr-kennen, daß, 'die Zeit für diesen Umschwung aller..wirtschaftlich.en Verhältnissenicht gekommen M.-./Die Herrschaftder. Arbeit .dieses-'hohe Zieldes Sozialismus, - läßtsich .wir. -m.lans.'amer EntwrÄung und im harter, systematischer Vorbereitung;von Generationen erreichen. Wenn aber vollends, die Unterlagen der gesellschaftlichen Könstruk- - twn'.von.dem Hochwasser/oes,.verlorenen- Krieges, der. -politischen.' und wirtschaftlichen Asolienmg. von Hunger, ^und Not angenagt sind, dann ist eß nach sehr , weit bis -zu dem Punkt, tyo jdas'.'Herk..der..sozialen Regeneration.?im tziyne' des. Maxr-isrnus beginnen Hayn. Der.. Kapita« lismüs. ist.nicht geschlagen worden.' - Seine'SchmiegsaM: feitf tf}'-ftarfpr: ö?5 Me .graue Tbeorie und wenn ihm/ die. mflitämsch?- Niederlage' die -Waffe der .monarckstsch». 'militaristischen Pureaukratie ans -der -Hand . geschlpgen Hgt. cho^sucht.'ereben andere Mttel. um - sich; im %ter* , este. 8er Selbsterbältung zuvlerteidigen. Seine '/Gegner istpd auft diesen -Kämpf, nicht vorbereitet'.' Das. 'ist ' dm ^ebre^ die- -^tto Pauer- und -Ellenbogen.Len^ Betriebs-' raten der'. Mställarheiter erteilt haben. , Nichk/dan'rm handelt 'es sich,' ob -die.Arbefterschaft genügend weit"ge-. schiflt. und vörgehiWt ist, sondern darum, daß die kapi«/ talistiM WirtschassfoM sich.von/r dem.Schrecken ' der.. iersttzN: Stunden.erhoft mid unter Ausnützüng. der,furchtbaren Fehles die in .Budavest undin -Moskau begangen 'tmjrden,./ihre' Anziehnngskwst/bvwähren konnte/ .'^ Die -spojifisch,iver^lofe' pffitifaföa&laiifer ba^sich ganz nach l(nf| geworfen und. vexspinnt. sich in .dm: Gehqnhey.heK, Pntsches. Sie hat keinen' eigenen Willen/mehr nnd/ist. nur. ein ^Wepkzeng.: d?r.im Hintergrund laüernd.cn re°' aktioftären Feinde der soziale^ Befreiung.- Aber die-Erkenntnis, daß die Methoden des mongolischen Passch-wismns im Westen' nicht anwendbar sind, setzt sich in den Köpfen der wirklichen Sozialisten immer ernster durch und die Theorie des Klassenkampfes ist heute eben nur mehr Theorie. / ’../,' ' "'/ '.; ' Daß sich ein Teil jenersüdischen Fntestigenz, die sich zym Sozialismus bekennt, heute in voller Verwirrung/vor der Nnmöglichkeitcher sofortigen Beglückung dtzr Meyschheit durch den' Radikalismus.' sieht, kann niemanden' überraschen, der' mit anfmerksämtzm Auge den Ereignisien gefolgt ist. Die geschickte politische Ausnützung des jüdischen Elements durch die Sozialdemokratie bat es möglich gemacht, daß der Haß der in ihren Hoffnungen betrogenen Dolktzmassen auf die Ii>den als I Gekanttbeit abaelenkt werden konnte. Die rüt>iiä>«r.