Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 739 (15.2.1921)
- Date
- 1921-02-15
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Pariser Brief. -Kestiie. abends trifft der ungarische Minister des Ueußern' Dr. G r a tz mit dem ehemaligen ungarischen Außenminister Grasen Emmerich Csakr in Wien ein, um «st Her österreichischen Negierung angesichts des bevor- Dhen.den Inkrafttretens des Friedens von 'Trianon die Mt der Üebergäbe.We stunßarns an-Oestet* Wich/-'zu erledigenden Fragen zu erörtern.' Das W-schernen des üngarischen Ministers des Aeußern Doktor. laßt-die Hoffnung' erstehen,/daß Hamit die Frage her Eingliederung des Burgenlandes in Oesterreich bald Formen ünnehcken wird. , Tstff offiziöse „Pofftische Korrespondenz" schreibt' Hiezu: /Mmishsr Dr. Gratz hatte während seines Wiener' WlHMaDs' -veiWich,' iAelegDtzeit/ durch Fühlungnahme. Nrii ößerpLichifchen Staatsmännern und PariÄmenLariern %l r.;v.; . ’ ■ den österreichischen Standpunkt in per westungarischen Frage genau kennen zu lernen und sich /darüber. Klarheit zu verschossen, daß bei allem persönlichen Entgegenkommen, das jeden österreichischen Politikep erfüllt, es keine Partei in Oesterreich gibt, die vom den Grund-, linien. der: Friedensverträge bezüglich Westungarns abgehen könnte. Neben dieser prinzipiellen Frage, die .nach den Friebensverträgen und den unzweideutigen. Aenßerungen der Entente nicht Gegenstand der Erörte-. rung sein kann, läuft eine Reihe von. Nebenfragen, überdie eine freundschaftliche Aussprache im Interesse dcr- Beziehungen .zwischen.Oesterreich und Ungarngewiß einigende Gesichtspunkte ergeben-, w.ird,. Oestcrrrichischer-' seits werden die, VerlMdlungLM...:dwm.',BundeskaMler-' Dr. May r selbst grsührt. -.DO Besprechungen wird als: Nachberater der SektioMchLf^im Bundesmmis^rium für: Inneres Dr. Dav h/.zügeLvgen. MLÄLerer «nd gegenrevoluttonSre WiWchMgx» Ui 6oTö{ctrufelaab. ' bvK'?Hje'ytofap'' AchWn Maßregeln 'getroffen''hahen/ üm die' Meuterei / nieberzüwerffn.' Kronstadt sei blockiert, die Zufuhr'- Von' Lebensmittein eingestellt. Eine große- Anzahl von Ma< jst^nIAivxxhüDt und nach Moskau, gebracht Wche«.' MM 'ueHme/-an^8aß.^sie dort ersHossen sverüen sollen.' K .Moskau, 14. Februar. (Funkspruch.s Die Verhaftung .einiger Mitglieder des Moskauer Sowjets, ers^lgte tzie^t'tpegen -der Auskünfte,-die sie der englische» Stützienköittnffsswn -erteilt hatten, sondern wegen - ihrer ^üchgewiLse'nen gegenvevoluttMstven-s Tätigkeit. . Dir Aufteilung des russischen Goldschiltzes. , - , n Warschau, 14. Februar. (Privat:). „East Expreß" kneldxt aus Riga: Das Blatt >,Giegoönia"- teilt mit,. Hatz in der-Frage-8er Aufteilung des russischen GoldschäHsis, bereitseine Einigung erzielt worden. sei-l Polen : 3Ö,700:000 Rubel * in Gold : erhalten. Nach ErlehLgnng! dieser Airgelegenhsit -dürften nun die - weiteren Berahrngen in einem beschleunigten Tempo erfolgen. ÄuSeMtsj dieser Sachlage.-.ist es -.-nicht ausgesMossen, daß-, der. Friedens vertrag noch im Lause dieses Münats. MjxrKeichnet-werden Mrd: - " Die Rüstungen 1« Iapa« uud Amerika. .. . Furcht »er einem neue« Kriege : Berlin» 14. Fedk«ar Dit Blaltrr melden aus Dashingron: D.re Wngnuns der japanischen Kammer, die Mstnngsy hrrab- LW-ridkrn. h)ben -m Amxnka tieim Eimrnck,gemacht..MünifLdrl bP-d^chküste.der iavanrschen Kammer auf die.' Erk!ü;ung desinMaNischen^MarmrkommissarS zmych. dast die Pereinisityi Eaate», femcQertnQtte Flotte habe« HW« als irgendeine ,andere Macht. . : --'. . .: - . v: Der Sfsialor; P o r « V fügte «»: Freitag i«, Senat wMich : .Ich dm sicher, daß der Nichtabkchluß rmeS At kommcnS -ipffcheu.dt« Großmächten m der Marinestaae z « m. K r i e g e s.;D,r.r,» m » b. - DnS ist so sicher, .wie daß d e Nacht dem TAk fölsit- Ich will alle Anstrengungen machen, »m ein üehereinlsi^snen herbriMfShre«.. - Amerika grgen die Annullieruug der n> Kriegsanleihen. ■ .Kvuli»»,- 14. Frbrnar. iTel-KoNiP.) Äer amenkamschr K!«aNjirniinstcr Housion hdt dem Ausschuß für Auswärtigedir Gjß'.elhttten Über dlk Auölandsanleihcn'uad dlk Elttarungm deS nsßlrschkn FinSÜMmistcrS Thamberläi« aükeipändergtttyt/ Er fagtt/ daß di« «ngdfchr Regierung tatMdch «ehnnalr da- Er-, suche« gestellt-übe, die a«erikamsche Regirruug möge sämtliche englischen Kri'g-anleihen i» Amerika annullierru. Die frasiiösiich« Mginnrig ihrrrseits habe sich darauf beschraukt. in Washinglon z«'sasdiereu, habe Äm muu-LS u». iauMe- A»tM« »«.dir 'fit» j; aMchikauischr iPtderh«lt adselehnt chmde«,. .... - ,'h. --MAMOWMWKWW 11. Fkbrvar. Die. fo.siaWischMMjWentrk, rh:e tzch nach: dem Ko grcß von L-wS-: pmorganÄ«^-,-ckÄbh» -.wßzur: Unterscheidung von dcr sronzSstichen SMon der kommunisti-chen Jntemanvnale ^sich frouzoslschk.Seillon der Arheittrlnteinatlonslk. nennen., h eiten? grstt'.u ihre erste Sitzung abi ^er GkUeralsestetLr - Paul Faure leilre mit, daß : 54 Provinzvcrbände bereits.«redcr hergrstellt fcun und die Organisation. von 29: Mitere« dcvorstehe Ter Schatzmeister Grandallet berichtete, daß .er fürvasiefähr 48.000: Teilnehmer Karten ausgestellt, habe. 55 AbgrordnrtenndL Senator««' hatten sich, für hie französische Sektion der Arbeitermterna ionale' erklärt. Fn riner Tagesordnung .verlangte, die-Versammlung-dre- Umwaudlang des Abendblattes .Populaire^ m «m täglich er». scheinender Morgerrhlatt unter der Leitung BlvmS 'Md LonguetS und erhob Einspruch gegen die Auflvsnng des allgemcinen Ge-: werkschaftsverbandes. Schl eßlich; befaßte sich chie Partec mit der Wiener sozalrsi'schen Konferenzmrh bkau'trqgte eine Delegation, bestehend aus R e n a u d c!, L o u g «e t, M r st. r a t, P a u l F a u r e und B r a cl e, arr de« Wiener Beratmrge» teilzunehmen. < Der Standpunkt Bayerns in der. Entwaffnungstrage. 'Verldt, 14. Februar. (Wolff.) Das gestern durch den bayrischen Gesandten dem Reichskünzler übergebene Schreiben der bayrischen RsgierunL vom 11. d. M. gibt , denschon aus den Veröffentlichungen det letzten Tage bekannten Standpunkt der bayrischen Regierung m.der Einwohnerwehr- und -Entwaffnungsfrage wieder, wonach die Einwohnerwehr für das bahrische 'Volk siwe - Lebensnotwendigkeit' bärstelle. Sie betont ferner, daß sie - den Entschluß der Reichsregierung, ohne bi« Londoner Verhandtungey! abzuwarWn, Än: die Ausführung: der Entwaffnung heranzutreton, für verhängnisvoll Halte. Wenn die ßteichsregierung gleichwohl in Ver- .. tretung ihres Standpunktes Maßnahmen - zum . Vollzug der Entwaffnung vornehmen zu müssen glaube, so müsse die bayrische.Regierung - die Verantwortung für diese Maßnahme der Reichhregierung überlassen. Sapieha fährt nach London. , ' .Part».. 11. Februar. (Funkipruch.). Dcr polnt'che Minister )>«$ Aeußyu ^Lrst S a p i,e d a . HÄ: Paris . verla,seu und sich «ach London hegebe«. Bon.dort:w,rv er nach ^tom! und. Bukarest reisen. Emem Berichtecstat er deS ^PeK Pakmrn?:geg''nüber erklärte sich-Sapieha vqn dem Ergebnis seines Paris«: AusemhÄtes sehr.befne.digt.! Dör -er Äüfnahme ZleP.Mstsch» Ualieuis ch en Hand elsb eziehüngen. VdoSka«, 14. FebrUär. (Fünffpruch.) Die Aufnahmh. der ''Handelsberiebunaen mit Äalien steßt im" Mittelbar bevo.r. ' Bo« ««seru« Korrespondente». . 1. S. Februar 1921. . ES war ein trauriger Faschingdienstag gestern.- Nach all den wonnigwarmen Frühlingstagen ein kaltes' Hundewetter, ein bleigrauer. Himmel, etwas äußere« Rumnrel, aber alles gemacht, langweilig, im Grunde unendlich traurig. Die überschäumende Höiterkrit, dir vor dem Kriege an diesem Abend geherrscht haben soll, äsh: spurlos verschwunden; die Menschheit hat selbst in dieser von Natur ausheiteren, offen-schönen Stadt verlernt,, ffch zu freuen. Man ahnt dumpf, daß die Weltkrise noch nicht vorüber ist, ja daß sie ihrem Höhepunkt ersts entgegengeht. Wen mag sie noch verschlingen? .. Dieser Weltkrise enveist sich jede Negierung gegen-,.' hber ohnmächtig. Üeberall kracht es; Probleme erheben, sich drohend, deren'Mner Herr werden kann. Und aus^ einer natürlichen Veranlagung des Menschen zunr Galgenhumor und zur..Katastrophenpolitik scheint - sich! nur ein Ausweg, zu bieten, um dies Spiel noch irgendwie fortsetzen zu können: ein neuer Krieg. Er liegt in. der Lust— eigentlich hat er nie ausgehört, aber er war iy^ Polen oder in Kleina sie«nun scheint er Paris! näherzurücken. Viele wollen ihn . noch nicht sehen^ 'aber Ä scheintmie via Ausgabe ehrlicher Manschen'-; freunde' ehep zu fein, - vorzeitig- Alarm zu - schlagen, als. die gnte« ^pießhüryer nicht aus dem Schlafe zu. ^schrecklm.^ ' VV':: /'.‘V-f .*■ M Zur Nnbeitnng des Karnevals war Marschalt' Pit- : i x : gär -Mpensterffch-grauenhafte! 'frMvWven Zeiten wesdn. Es war^o^t offiziefler Sums in diesM Tagen':! die' Freundschaft zwischen- Frankreich - und Polen ipurd'e. aufs, neue feierlich begründet. Die offizielle Presse Mr,' ^zufriLden, das: Volk kümmerte sich nicht viel darum. M - .M nicht, diese Maffenbrüdersch-aft bald am eigenen Mibe, verspüren, wird Selbst im Luxuszug ist. eine .Meise.Warschau^Paris heute anstrengend genug Mm' Vergnügen macht man sie nicht. Bei seiner Echfahxt nach Haris/hat.'der polnische Minister Fürst Sapieha. von s einem - Defensivbündnis Polens und Rumäniens Mitteilung gemacht.,. O d« liebe Defelliive! Heißt es., nicht in der. Strategie,, baß der Angriff die beste- Verteidigung sei? ./ Polen ist heute offen bankerott, aber. Frankreichs/ ffnanzielte L^rge ist nicht beneidenswerter. Der Präsident des Senats,. Leon Bourgeois, hat vor einigen Wochen^ erklärt,' daß Frankreich vor. dem Abgrund stehe.. Die Staatsschuld ist «norm, die Steuerlast erdrückend/ die Preise, hoch, Hie Arbeitslosigkeit wächst: An das einzig' mögliche Hilfsmittel, die ausreichende Erfassung' der großen Vermögen,' insbesondere der ungeheuren Kriegsriesengewinne, denkt die Kammer mit ihrer auZ-> gesprochen großkapitalistischen Majorität nicht; als ein ziges Hilfsmittel bleibt die Zahlung der deutschen Kriegsschuld. UnteÄres helfen, immer, neue innere Anleihen,, bei denen die.Frage nach der Deckung der immer, htzheren Zinsen beängstigend wirkt. Aber im Hintergrund bleibt nur die Hoffnung: Deutschland. . Mün muß, um manches in derff^anzösischen Polita?! von heute zu verstehen und um nicht vorschnell und UN-' .gerecht zu.urteilen, wissen, daß' in den brritestrn fran-!. zösischen . Schichten der Haß gegen Deutschland noch, cunverytinderi lebendig ist, daß man überzeugt ist, daß. Deutschland, im Falle es.. Sieger gewesen wäre,- Frankreich einen ungleich härteren Frieden aufgezw'ungG und' -ihn rücksichtslos exekutiert hätte, baß man der deutschen Wvolution nicht, traut und weiß, daß die überwiegende Masse jenseits des Rheins an die. Wiederherstellung des / kaiserlichen Imperiums, uud. an! die baldige Vcri geltung denkt, und d'aß 'mgn schließlich vor Deutschland/, eine unendliche Hurchff hat. Es ist. daher kaum zweifel- , Haft,/haß die französische Negierung alle Mittel aus-/ wenden wjrd, um, Deutschland zur. Zahlung zu ver-. halten,/und haß'habei der überwiegende Teil des Volkes.' hiyter Ihr stehen, wird.' Ich spreche hier nicht, von dM. Narren der. „Alction francaise^ oder von dem unversöhn-, liichen Pomcars, den ein kluges und gut dokumentiertes Büchlein in der letzten Zeit als einen der Haupts achlichste« bewußte« Arjegsstifter erwiesen hat, die eine ' sofortige Besetzung großer deutscher Gebiete (vor allem' des Ruhrbeckens und des Maintals) für die einzig« Möglichkeit erklären, einen unheilvollen Krieg abzu-! wkhpW ich Iv.reLß vM!isr._'bLlo.mreucn bonMo.iLWi 06998351