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Wiener Morgenzeitung · 1921-02-12 · Heft 736 (12.2.1921) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
3 (1921)
Issue
Heft 736 (12.2.1921)
Date
1921-02-12
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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4: Witü, SamsLüg snisprecstrude englisch- Jnsiitutisn ^bildet werden wird. Dann ober werden die Tatsachen sprechen und die gemeinsamen Interessen werde:: jene Entfremdung Überdrucken, welche dnred gewissenlos« Propaganda in der öffentlichen Meinung Englands hervorgerufen wurde. Sodann ergriff t-cr englische Oberwnnmfsär Hohler das Wart, der seiner Bedauern darüber Ausdruck gab,-der urte-arischen Sprache nicht genügend mächtig zu sein, so daß rr nicht in der Lage sei. die Ausführungen fernes Vorredners zu ton't roll irren. Er schilderte die Verhältnisse in England und führte au§, auch England gereiche es nicht gjust Vorteil, daß die englische Valuta so hoch und die Valuta der anderen Volker so niedrig stehe. Die ganze Valr sehne sich nach dem Frieden, nicht nach dem Frieden der papierenen Verträge, sondern nach dem wahren Steift deZ Friedens. Aus der wirtschaftlichen Verbindung. rrerden be:> Völker Nutzen ziehen. England würde in die 8sge konrmrn, seinen Arbeitslosen Arbeit zu geben, wahrend AnKarn durch ein Aufblühen seiner Volkswirtschaft seine gegemrärsig gedrückte Lage verbessern konnte. ' DerV0?msch-rusfische Friedensoertrag Unterzeichnet? Paris, 11. Februar. (Wolff.) Er« FrmKfpruch aus Moskau besagt, daß der volnisch-rnssis che Fr i edensvert r a g gestern «verzeichnet worden fei. * Gleichzeitig wird aber aus Warschau gemeldet, daß dir Friedeusverhandlungen erst anfangs März beendet werden sollen. Die Rache der Horthy-Terroristen. Budapest, it. Februar. (Unq. Tel »Korr.--Bur.) In der Kutte nschnnttsgs stattgrfundenrn Sitzung der dauvistädtischrn UnrrrrrchtSksmmrssioN trwr der Boisitzende «nt, daß gegen die Mitglieder der Lehrkörper weg?» ihrer Stellungnahme zm Kommunismus das Disziplinarve, fahren anhängig gemacht worden, war. Insgesamt wurde gegen 418 Lehrer »nd Lehrerinnen daß Disziplinarverfahren emgeleitct. In 303 Fall.« rst das. Brrfahrrn bereits adgescklvss.n, 45LehrLräfte wurden sreigesprorhen» 96 wurde« zum Amtsvrrlust und 161 zn tteinere« oder größere» Ätrasr« verurteilt. Die AbSndermtgstermine für die polnische Verfassung. Warschau, 10. Februar. („Poln. Stimmen.") In das dom Sejm beschlossene BerfassrrngZgesetz wurde eine Bestimmung ausgenommen, wonach die Verfassung zum ersten Male nach 10 und später erst nach je 25 Jahren einer Mvision un^r^ögen werden kanni Eine polAisch-rrrMättische MttttKrkoRVeirtrsn. ' Brck»avcst, 11. Februar. (Ung. Tel.--Msrr.-Bur.) Die aus Bukarest berichtet wird, sind zwischen Rumänien und Polen Verhandlungen in Angelegenheit einer Militärkonvention im Zuge. Sapieha reist «ach London. Warschau, -11. Februar. Wie in politischen Kreisen verlautet, dürste der Minister des Aeußenr Fürst S a- ^ieha demnächst n.ach London und hieraus nach Bukarest xetfen. Die Kommmristenoerhaftungen in Frankreich. Paria, 11. Februar. (Havas.) Die in Angelegenheit dn lsstmnnist,scheu Umtriebe ' verhafteten Kommun sten Doktor Zerlewski, Abramswitsch und Frau Z i m a sind zesier» unter Bedeckung von Nizza «ach Paris gebracht worden, »3 sie sofort dem Antersnchunasrichtrr vorgefühn wurden. Eine Niederlage der. Kemalisten. Beirut, 10. Februar. (Havas.) Die Franzosen habÄr sicy Am 9. d. M. Aintabs, das seit Mai von türkischen Nationalisterr hartnäckig verteidigt wurde, bemächtigt. Die Türken haben sämtliche sranzözHchen Bedingungen . angenMnmen. Mit der Einnahme von Aintab ist der strategische Schutz Aleppos gesichert. Serrator LeMs gegen die Pariser Abmachungen. Nerv Fort, 11. Februar. (Tel.-Komp.) Der vorznülige führende demokratische Senator James Hamilton L.cwis erklärte über die Ergebnisse der Pariser Konferenz, daß die amerikanische Handelswelt die Regierung in ihren Bestrebungen unterstützen müsse, die Zerstörung Deutschlands zu verhindern. Die Vernichtung Deutschlands würde den Anfang vom Ende des amerikanischen Welthandels bedeuten. Die W'.edergutmachungsvorschlage von Paris würden die Zentralmächte hindern, irgendeine wirtschaftliche Hilfe von Amerika zu erhalten. Die Höhe und Methode der Zahlungen seien nur deswegen Io ausgeklügelt, um Deutschland zu verhindern, von .irgendeiner anderen Seite als von den Kriegsgläubigern eine Unterstützung zu erlangen, wodurch die Deutsche» iylmer tiefer in die Schuld der Alliierten geraten würden. Die Vereinigten Staaten würden ein derartiges Hn/echt niemals gutheißen. .; Die offizielle Präsidentenwahl in Amerika. Washington, 11. Februar. (Tel.-Komp.) Die yffi- WaA &ixbu\Qß. zum AräjiheütHr und Ealvin M" WrenKv MorgLnzerLuKg ^12. Fchnren ItzLL Akt. Mitteilungm a«s dem Publik»«. Adele Zauderer Samuel Goldberg Del&tyn empfehle« sich als Verlobte Wien, im Februar 1921 4m Herzlichste Gratulation Der englische Botschafter in Amerika! akbernsen? Poris» 11. Februar. (Wolfs.) Rach ehcee Lands»«r Meldung de§ .Echo ds Paris* wird snier alle« Bsrdehatt di» Nachricht verbreitet, des englische Botschafter irr Wash:«ktsn» GeddrS, dessen Abreise 'erst ckr de» 15. d. M. i« Aussicht nommen war. habe schon die Rückreise angeire'««. Gowohl der Tag seiner Abreise wie auch der Tag seiner bevorstehenden An* tunst in Amenka würden xrherrngehM«, da man Smnfemevknndsebungen befürchte. rur Verlvkunq unserer Zckwester. derv. Lchrvseenn, FrLulein A«Be!e Zauderer mit Herrn Samuel Qoldbirg, Sara, Berfa und Brüder Xauefspsp. Toni Pomeranz Dr. M. Gaster Brzezany . Ispas empfehlen sich als Verlobte Wien, Im Februar 1921 WIR GRATULIEREN unserem hochverehrten Freund und Retter Herrn D^med* W!©7sdeB Gasfei* zu seiner Verlobung mit Fräulein Toni Pomeranz Mid wünschen ihm eine glückliche Zukunft. 44$t Familie Suruch, Wien. XX. ZUR VERLOBUNG " ihres Onkels Slmche Kupfet*mann mit Früulein Fanny Rubel gratulieren herzlichst Osias Kupfermann und Frau n RlUilNTBK, Perl«b,QoM,Silber,Platin atTbrea ' kavft «ad Tsrkittft 77« ET7EG Retcataroaslr. SS, Kariahilferatr. 93 Restaurant *^3 U On0>i*0»r Wien,U„TahGr8trasse 12 iwBa vj® 858 Spezialität: Karpfen und gefüllte Hechte Kultusu. Jnstistalare “3 SSmÄS» Spesiehatea Rudolf Goldstein, Schneidermeister, Wien, 31., Taborstrasse M. Gogrflndet iSSS. Telephon {96S3. 761 und @ureaumobel die grösste Auswahl Leopold Steinhart ^ien, I., Biberatrasue 2?r. S SchreibaaGshinenrsparataren rasch, billig and gat 158 TeL 4073/V211 m LewenMk verlegte ihr Bureau von XX., Marchfeldsirasse 12, nach II., Tahorstrasse 1 und 3 Telephon 42-3 98 sr» lidges zum Vizepräsidenten wird am kommenden Mitt-- woch stattfinben, und zwar unter Leitung des Vizepräsi-' dsnten Marshall. Marshall wird in dieser Sitzung die förnrliche Feststellung machen, daß Harding und Co-- lidges mit 404 Siimmen von 37 Staaten gewählt wurden. Im ganzen hat bei der Wahl im Rovemöer Harding etwas über 16 Millionen Stimmen erhalten, i während der demokratische Kandidat Cooks es auf über '9 MMonen gebracht hat. Die Einschr8«ku«g der Einwanderung nach Amerika. Paris, 11. Februar. Aus Washington wrrd gemeldet, daß das Senatskomitee ein neues Einwanderungsgesetz ausarbeitet. Es beabsichtigt, jedem Lande ein jährliches Einwandernngskontingent zuzubMgen, daß mit 5 Prozent seiner in den Veveinigien Staaten bereits lebenden NätionalangehörigeN bemessen tnerde'n soll. Eine weitere Verfügung.bestimmt, daß nicht mehr als ein, Fünftel des gesamten Jahreskontingents in einem Monat aus dem betreffenden Lande oinwandern dürfe. Diese Maßregel beabsichtige, die Einwanderung aus Ost- und Südeuropa einzuschränken, Kenner der Verhältnisse glauben nämlich, daß Millionen von Bewohnern dieser Gebiete nur auf eine entsprechende Möglichkeit warten, um in mrge- ' Herren Massen anszuwand-ern. Die Einwanderungsbeschränkungen werden nicht auf Touristen und Handlungsreisende angewendet, ferner nicht auf Einwmrderungen aus Kanada, Kuba und Südamerika. Die genau berechneten Kontingents betragen ründ für Großbritannien und Irland 125.100 für Rußland 86.600, für bas Gebiet des alten Oesterreich-Ungarn 83.500, für Italien 67.200, für Schweden 22.400. für Norwegen 20.200, für Dänemark 9100, für die Schweiz 6200für Holland 6100, für Frankreich 5900, für.Griechenland 5100, für Mexiko 2500 und für Spanien 1100. Die Wirtschaftskrise in Amerika. London, 11. Februar. (Wolff.) „Daily Expreß" zufolge hat die Arbeitslosigkeit im bereinigten Königreich in der mit dem 6. d. M. zu Ende gegangenen Woche ständig zugenommen. Man zählt 1,108.000 Arbeitslose, was gegenüber der vorhergehenden Woch^ eine Zu- 526.862 hedeutetz Die antienglische Bewegung in Indien. Paris, 11. Februare (Havas.) Nach Meldungen aus Delhi vom 7. d. M. werden zum Zeichen des Protestes gegen 'die neuen gesetzgebenden Körperschaften alle Läden geschlossen, wechen. Der Ausschuß , des ‘ indische« nationalistischen Kongresses weist darauf hm, daß der Besuch des Herzogs von Connaught in Delhi,rm« dazu bestimmt sei, die tatsächlichen Beschwerden des indischen Volkes zu bemänteln, und daß die dem Herzog von den Gemeinderäten bei feinem Einzug in Delhi überreichte Adresse das Mrk einiger weniger Personen sei. Die Wirtschaftskrise in England. Pari», li. Februar. (T>l.-Komp.) Rack einer Meldes,» bed ^Jsmnal" <ius London wwde in 88 Koblenschächte« i» England dir Arbeit eing stellt. Durch die Außerbetriedietzvag dieser Schächte sind fc 8^0.000 Berglmte arbeitslos gewordm, Spaltung in der rnmSnifche« Sozialdemokratie. Basel. 11. Februar. (Tel.-Komp.) Wie daS rrnnäuischii Prrsirbuecan ans Bukarest meldet, hatder General,at so;'a!>stischtn Partei NumanienS nach dre tä-iger Debatte dev Brrtritt zvr Dritten Internationale abgelehnt. DrestS Ergebnis führte zu einer Spalwng der Par lei. Am 8. Mai d. I. soll einr Abstimmung des gesamlen'rumänischen ProletüriLts bezüglich deL BkiüüteS zur Dritten InLcrnätisvale statlsinden.' Kleine Nachrichten. Wafhlnqtstt» 11. Februar. (Funkspruch.) Nach Meldungen aus Hamburg habe..der Han s abuit b beschlossen, englische und französische Waren" zu bohkottiersn, wenn bis WiedergutmachungsLestinimungen der Pariser Konferenz keine« Abänderung unterzogen würben. . Paris, 11. Februar. (Funkfpruch.■) lieber Kopenhagttr werden aus Kronstadt gewaltige Meutereien. bei der russischen Ostsee-Flotte gemeldet. Die Merrtever marschieren angeblich aus Petersburg., : Wafhkn ton, 11. Februar. (Funkspruch.) Nach Meldungen aus Tokio tverden die Verhandlungen über die Revisiondes englisch-japanischen Bündnisvertrages demnächst ht London beginnen. '? - Paris,'10- Februars ..(Hvvas.) Be«izelo.S ist «M' London hier einsetroffen. . . , Tagesbericht. Wiener Gemrinderat. Sitzung am 11. Ftbrnar- Auf die stürmische LaMsgssitzung 'tot bet W^netS' Gemeindestnbe folgte eine ruhige Gemeinderstssitzung, obwohl es endlose Debatten gab. Unter anderem berichtete Stadlrat Siegel über den städtischen Fuhrwerksbetrieb und legte den Entwurf des ^rganisations^ statuts eines neuen städtischen Fuhrwsrksbetr.iebes vor, der auch angenommen wurde. Weiters, werden Zuschußkredite. für den Wiener Fortbildungsschulfonds für das Jahr 1920/21, für die Erhaltung. der Kanäle und die Erhöhung der. Pflegegelder für di« bei Privatpartoien untergebrachben magistratischen Pflegeklnder bewilligt. - ■ Hierauf wurde die Sitzung abgebrochen. Die Boykotthetze gegen die Inden in Polen. Das Lemberg-er „Slowö Polskie" bringt einen Ausruf mit dem Titel: „Wir müssen die polnischen Drucke reien unterstützend Der Aufruf ist vom Lemberger Kreiskomitee der Gesellschaft „Swoj do swego" unterzeichnet. Darin wird irgendeine Künstlervereinigung angegriffen, weil sie die Einladungen für ihre Ausstellung, in der Druckerei des Juden H.. Jäger in Lemberg habe anfertigen. lassen, und gedroht, man werde, wen« der Unfug. Bestellungen in jüdischen Druckereien zul machen, nicht aufhöre, zu ^„schärferen Mitteln" greifen müsse«. Der Aufrust klingt folgendermaßen aus: ,Man muß-endlich damit aufhören, b.ie jüdischen Taschen mit Millionen anzustopfen und den Juden dadurch.zu. ermöglichen, Hunderttausende von jüdischen Emigranten von jenseits des Zbrucz bei sich aufzunehmen, welcheunsere Wirtschaftslage verschlechtern." ' i Wie ersichtlich, können die polnischen Boykottgesel^ schaff» Ungehindert ihre Hetztätigkeit entfalten. ' Bo» der rtniverfilLL. Der Dekan, der juvrdischen Fakultät, Pvofefsoq Kelsech hat nanrens des Profefforenkollegiumö der juri« drscheu Fa-kultät folgende Mahnung an die Studie» rendsn dieser Fakultät gerichtet: Der Vorlesungsbesuch läßt mehr denn je zu wünschsn übrig und das wiffenschafrlich« Nivegu," welches die. Rjgowfen ergeben, hat einen Tiefstand, erreicht, der zu den ernstesten.. Besorgnissen Anläße bietet. Nicht nur daß dis allgemeine Bildung der meisten Kandi» hüten sich als . gänzlich unzulänglich erweist» fehlt es in den ISWGM SN ^r. GwrtzttMn 59

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