Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 733 (9.2.1921)
- Date
- 1921-02-09
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 82% known words query
- IRI
…/2979076-2979773-2979812--06628-2992600- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Einzelpreis 23 Kronen HrSnnnrerationspreise Sie»; 8** «dhole» tatet' EMrditt»«, 2. Bezirk, Taborstriche 1 diS 3, oder in einer , B.erschkeißstelle ,Trafik,^ . M»««uitch. . ttroven 5V «vietteljährltch .. ISO.r* . Wstt Paftversand sLr Wir« «nd 1 vefierreich:. Msnatlich .. ttroneu 50- - i Lschecho-Slovakei: S!»«atlich ...Krone«, 15.— kerteljahrltch 45.— k»<schecho-slo»aNscherW«hrung Ungar«: | MonLtlich .. Krsnerr SO.— Mierteljahrlich ... . ISO.- , i« Mggrischer Währung . Jugoslawien: M«r«tiich .. Dinar vterteijahriich H 584.— Nr. 733 Einzelpreis SS Krone« uBmKmmmmmmHmmamBmBaäaaammmmnuamMMuaM teuer Prü«umerationspreiser .Bolen: ■ I Monatlich . Marl KO^ , Diertelsahrlieh ,r,, 150«.— in polnischer W-hrusg Dentichlsnd:' _ \ Monatlich . Mark 10,—^ Frankreich: ■ , Monatlich Branes 0.-» . Italien: Monatlich v. . Lire Rumänien: ' Monatlich >. . Lei 15.—, Schweiz u. das übrige Ausland? Monatlich. . . Francs 8.—j Redaktion u.Admiuislratro» Wien. u:.Bez.. Taborstr.l—S Teleplione: <*0.. K, 4'ri«, ad 4. Uhr abends Nr. 1050» Bostsparkaisen»onts lSü.Osd ip«. vsarf m»Jam«»»*«». >. >. >«>.-< CTraigWBwarieiy>—i Wien, Mittwoch den 9. Februar 1921 3. Jahrgang npn ♦ Eine Forderung Englands. — Die GesamLfchulden der Entente an Amerika ' betragen 2 Milliarden Pfund. . P a t\ 8., Februar. . In denr Leitartifel der Pariser AnsLgbe der „Daily Mail" wird mitgeteilt., die Erklärung-des britischen SchatzkanzlcrS, daß man an die bereinigten.StaMn wegen A n n u l l i er u u g. a l l er. F.ord-erungen der Verbündeten untere^n.a nd;e.r h era tz Let.r e tr n sei, habe große- Ueberryschung hervorgerufen, obgleich^ schon seit-langem Per-. Handlungen, geführt worden seien,welche poch aul Keynes: zuruckgreisen, der als. Vertreter des englischen Schatzamtes im Obersten Wikts.chystsxat diese - Frage in aller OffykhM; Mit J««,. ame.rWyM.en Delegierten lesprachen habe.' Das Blatt ^erechyet. die. Höhe der GeßaMverbindlichIeiten der Verbülldefen untereinander Mit nahez.v. vier Milliarden PsuMp.s Hievon habe England allein 17M /Millionen .Pspndzu fordern, wogegenes, den Bereinigten Staaten 860 Millionen - Pfund schulde. Der Antrag Großbritanniens sei. soanfznsassen, daß eS .bereit sei, .hon seiner Forderung -von 1700 Millionen Pfund abznseheu, die es. oon den/ Berbündeten zu er. halte» hahe.: jwenn Amerika. d he . Wy. von England., ge- . Wldetep. 80Q. Millionen Pfpnd / nach sehe, / .England vpO^iiW. G^ße^WMsumtne ziDM/vlsdie Bereimtztey- OtMte» -von England zu derssrngen Fähen. Das! Hanptargnmrnt,das England ' änWre, sei, daß es die 800 Millionen, die es an die Vereinigten Staaten schulde, nicht:.fite--^ch.Ms'genomme«;- habe, sondern für die Verbündeten. In,der Tat haben es die Vereinigten Staaten vorgezogen, den, anderen Verbündeten durch England und mit englischer Garantie Kredite zu geben,, und diese Form.dcs Kredits zur^ Bedingung gemacht. ' Die Gesamtfordcrun gen Amerikas an sämtliche Verbündete betragen ungefähr zwei Milliarden Pfund und die Interessen dieser nngejhcuren.Summe machen allein 160 Millionen im Jahr aus,, so daß die Verbündeten zusammen an die Vereinigten Staaten alljährlich, ganz: abgesehen vom Kapital, soviel Z i n s e n zu zahlen hätten, als sie im Jahr überhaupt an Nepartttionen von D e u t s ch l a n d z n e.r w.a r t e n hIttem . Tie nngeheuren Kriegsschulden bilden eine Gefahr für gute internationale Veziehnngen .und sür die Aufrechlerhaltnng der finanziellen'Solidari-! tät. Europa könne picht wirtschaftlich gesunden, wenn nicht diese, alten Verbindlichkeiten! dop Verbündeten. untereinander über Bord geworfen, würden.. * v ’ ‘ Washington, 8; Mbruar.-(Mnkipr.uch.) Der -Schap-' Engfattd' das: ÄlWiren^gsste'klr.' habe,» W vÄk iym' ln- 'Amerika/' gemacht« >Anle'he .zu. stverchott'. i Der..'Schatz-, sekretär .hat:einen, ablchneüden StaN'Zptmkd:'g2.g>sn'. die Kpnvextierung. derentzlifchen Anleihe' eingenommen. : Die Einwanderüngsbill ,v.yn der amerütanisrhen Senats- : ' HommiMon - Msteleknt.:! > ' N e w - D o r k, 4. Februars (Tel. der' „Wiener. Morgenzeitung".) Aus Washington wird berichtet: Die. Johnsonschc EinwanderungSbill, : welche. die Einwayde.. MNg nach Amerika für zwei Jahre sperrt, ist. nachdem slri vom Reprasentantenhans angenommen, worden war,, noch: vor der Behandlung durch das,Plenum des Senats von d er S cn atskom m iss ton s n r E i n w a n d e. ' run'g verworfen worden. ' Bereits nach den ersten Einvernahmen von Sachver, ständigen, welche die Senatskommission vorlnd. sprach sie sich gegen die Einbringung der Bill vor dem Plenum ans, so daß 'die weiteren Einvernahmen unterbleiben. Tie Senats7omMission wird lediglich, den Eurwanderjl.ngskommisiär, der, Vereiniglen Staaten..ihrer nächsten. SiIung zuzi.ehen/ um seinen Bericht und einige,Borschläge entgegenzunehmen. Damit dürfte die Gefahr > riyer gänzlichen Absperrung. dex .Vereinigten Staaten; wegen die Einwanderung wohl beseitigt sein. ,Doch ....... . ,•M'-, •. der eiten, d ip Gegner der Einwander ung ein neues Gesetz vor, welches wohl keine gänzliche Sverre, aber eine wesent-. liche E r s chw e r p n g der E i n w. a n d e r n n g mit sich bringen würde, wenn es zur Annahme gelangen sollte. Senator T i l i n g h a m schlägt! eine Beschränkung dev Einwanderung in der Weise vor, daß Einwanderer der: einzelnen Nationen nur entsprechend dem Proz.en:tsatz welchen diese Nationalitäten unier der Bevölkerung der Bereinigten Staaten: Hilden, ins Land ein-, geladen werden sollen. Senator Co l t, der Vorsitzende der-:Einwander,mgskommissivn des Senats, hat isich. s ü r den Vorschlag.Dilinghams ansgosprochen' unter der' Be-' dingnng, daß, vorher eine Einigung: über, die Prozxntnorck bei den einzelnen Nationalitäten erfolge. Tie Festste^ana eines solchen Schlüssels dürfte..allerdings heute nich^ leicht f"m. Jedenfalls aher . scheint in der ameri. kani^'n Gese^aebnng'beote >>r W'^e vo^b-r^den zu sein, die-sk?nwa'*^'l'r'mg zu b^^^än^nl W*e es stettz' von W» schiene« Seiten — bisher ällörd.inas5 immer ohne Erlolg -- l'e^ntiagt würde, wenn es Wirtschaftskrisen M Lande, anb. i. - Deutschland LeteUigt sich ,an der Londoner Konferenz. S c r l i n. 8. Februar. (Tel.-Komp.) Das Auswärtige Amt hat dem frauzvsisesien Botschafter mitzstettt, d atz Deutschland die E nladmrg nach Lsndorr nnt2r der Borausfe^'mg annehme, daß die deutschen G g^nvorschläge aus der Londoner Konsereüz gehört werde :. Paris, 8. Februar. (Korr.-Vitr.) /.Chicago Tribüne" teilt mit, die Verbündeten seren für den Fall, daß Deutschland bie Einladung zu den Londoner Veratringen ablehnen sollte,^ darauf vorbereitet, - schön jetzt mllitm ische Zwüngsmaßregeln zu ergreifen. Bei der London:r. Kotiferonz werde Deutschland die Möglichkeit Huben- Abänderungen in der 'Tilgung der Neparätionszahlungen zu beantragen, nicht über die Herabsetzung der Lesamtverbindlichkeiten zu verlangen. ' Die deutschen . WiedergziLmK^MNgen. Pa iS, 8. Fcb'.'uar. (Tel.-Konlp.) Der französische'' Botschaften in Berlin/ Lorand, ist gestern nachts in Paris eingetvsfs-en....Er' hatte sofort .mit' 'Briandeine > längere^ Unterredung. .Man macht^haraüf-aüfnrerksam,! daß l^ränd , unmittelbär von seiner.. Abreise in Berlin - bei Dr. Simons, 'war: und von. ihm ^Äitteilüng .erhielt über' die'd'eut'sHe Wtwö.rt auf'öieHntentenoie'.!' Der ^,TenipZ^ fcetft Vn!t, daß der Wiederherstellungs'' aus schuß, die verbündeten Nenierungen nachdrücklichst äusgesordert. Habe, gepaue.Zifsern üher die erlittenen KriegZschäden ,zu gehen, damit die^Gesamischuld der deutschen 'Negierung, festgesetzt werden'.konne. Wie ein chiesr^es. Blatt meldet.', wi.d. die. französ'sche Regierung, auf.'der.Londoner'Konferenz durch den Ministerpräsidenten Dr i ä.n d und die Minister L ö u ch e u r : itrfb D o u m e r vertrewn sein. Die Mb; iterMast Füyfkirchens verlas -1 die VereiniguMmttM^ oslawlen. Belgrad, 6. Februar. (Südsiaw. Preßbtrr.) Beim Ministernim des Innern ist' eine Entschließung sciultlicher Atbeiterörgan'lsationen FünffirchonS eingegöngen worin vorlanat wird, daß.dieses Gebiet endgültig mit Juaoslawien vereinicrt werde. .. -- - - Der Weg zur VerstSudrgUNg./ - ' —y.' S 1 f n. 9.-FL'uua:/ GrafkSforza, der als Vertreter Italiens auf.'der Variser Ententekonferenz gegen jede Nerlängerur.g der ' Haßpöli.tik' protestierte, hat im italienischen Senat Auf- ° klärung über seine'^altülig zur äste - re' cyi schew.Frage ge-' gßben.. Er. will Oesterreich die politische und wirt'chaft-' liche Freiheit wahren unw den Ausbau dieses Landes /; als internationale' Angelegenheit' behandeln. Sie könne ' nur organisch mit internationalen Mitteln ' gelöst werden. Der in.Paris'auf dieser.Basis ausgearbeitete,Entwurf soll noch im Laufe dieses Monats durchberoten^usid das geplante Syndikat.sofort gebildet, werden.' Diäse ,Mitteilnngen',geben wenig. Klarheit darüber, welche Summen; in Frage kommen und ob die Entente gewillt ist. die. private Vankenaktion unter ihre Kontrolle - zu ' stellen ' und iw der Frage der österreichischen Währung und der Notenbank untersüitzend - einzugreifen. - Immerhin - ist ' schon ein guter Schritt nach vorwärts getan, wenn die- Hilfe für Oesterreich als internationale. Angelegenheit . aufgefaßt wird.- Es ist jetzt - abzuwarten,' wie -sich das große, amerikanische' Rätsel lösen wird. Amerika hat ' bisher-, weder in, .'bezug auf'Deutschland, noch m bezug auf irgendeine europäische. Frage seinen Willen deutlich zir erkennen gegeben, wenngleich aus den-uns verm itteiten Presseäußerungen ein tiefer Unmut über die an Deutschland gestellten Forderungen zutage, tritt. Wie Amerika über Oesterreich denkt/ - ob es dem Zentrüm Mittel- : enropas, das an Bevol.kerÜn'gszähl und wirtschaftlicher j Beden'tllyg / hinfer. Kw-Aork ' .' znbückbkoibt,. ' überhaupt / poWHe BeaHtüng fchenkt, darüber kann '.man/nrHi^em^ iMgi-'Mrm.tttuttgen'Hehw.'/'-': / Ätzer- Äie/ Frage 'dem Existenzmögllchkeit Oeftetreichs ist. wenn man ihr beikommen will, durchaus mit eüröj paischey Mitteln zu lösen. Man muß nur etwas Kredit' bewilligen- «irr die Arbeit in Gang zu bringen.' Darüber - : hinaus 'könnte Oesterreich -sich aus eigener Straft et holen, wenn iljni seine Nachbarn' den' guten Willenzeigen, mit" ihm Handel zu treiben und ihm auf. seine Albeits- ' encrgie Kohlen untz Lebensmittel vorzuschießen. Es ist' nicht viel mehr nötig, als daß die Eisenbahnznge von,' Warschau bis Triest, von Paris bis Bukarest'ungestört ' rollen-und einen direkten' Verkehr für, Personen und ‘ Güter attfrechterhalten. Es gibt gewiß Schwierigkeiten,- die vor allem in - der Ueberwertung - der - nationalen' l Selbständigkeit der angrenzenden- 'Staaten. ' in - ihrer ' - gegenseitigen Mißstimmung und in ihrer Abhängigkeit von den Großmächten - liegen. Aber der' Gedan ke der" handelspolitischen- Einbeit, der Stikzessionsstaäten wirddiese Schwierigkeitenüberwinden, wenn' hiezu der Wille ' besteht und wenn man in den Zentren dieser Neuländer - nur-die Suggestion überwinden^ kann, daß sich ohne brc großen Götter jenseits des Rheins nichts beginnen läßt.'. . Ditz Konferenz von Portörose, ' die wM zu unter«' scheidenist' von; der in Nom geplanten: Entente-* bWrechung überOesterreich, bat in Paris 'gewists Be. fürchtnngen erweckt.- Man sieht in der Diplomatie der'- bdhem Mächte Befr.eiungstendenzen-sehr ungern und will i die kleinen Staaten nur als Objekte des großen Sviels' gelten lassen. Es erscheint deshalb sehr wichtig^ wenn den Slöningsversnchen, die aus der - neuesten. Pariser - Filiale, aus Birdapeft, gegen die Einigung Mitteleuroväs - ahgebäitdelt werden, aus Prag in ':der „Ga-ette de Prague", ' dem--offiziösen- Organdes Ministers Bevesch, - in /folgender Weise vorgegriffen wird: „Es wäre ein' übertriebener Optimismus, -den Verhandlungen in- Völstorose eine-kapitale Bedeirtnug für die Lösung der' österreichischen Frage - beizumessen. Nichtsdestowen'geri darf man die Bed'entüng -dieser ersten Zusammercknr.ft - 'der'Nachfolgestaaten her Monarchie nicht zti'-gering wer- ' anschlaäen. Diese - Staaten haben durch Fahrbüuder te! eine Wi rtschnstsgemetnschäft gebildet, trv welcher alle» Teile einander gegenseitig ergänzten. Seit dent Zu- - sammenbruch der 'Monärchie leidet ganz- Mittele-iröp- - unter - der --Unterbrechung der ' norw^^en -WirEchätzs«' b"7iebünaen -unter' diesen Staaten. Wenn man m^ ' Vörtorose - dazirgelangen'-. wird, über die Mittel^ zu ttzrechen/ - welch- ' die- W'"derg"tnöbwk dös Wirtschöstsverkebrtz ermöglichen, sollen, ohne die Sonverätlität der interessi"rten St^t"n »n berühren, wird man-sch^n viel1 getan baben^ Das Terrain wird so vorbereitet lein,! daß man die. anderen etsroväischen Staaten und Amerika zur ^Mitarbeit an' dem Hilfswerk. für Oesterreich und Mitteleuropa wird einladcn können. Tie. Konferenz von ^'Portorose ist bloß das Vorspiel einer großen europäischen -