Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 729 (5.2.1921)
- Date
- 1921-02-05
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
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SrRe 6 Wie», Samstag Fre ' ri ISdssche¥o!ks5JMhn©AÄUnt8,e ' AnQsrtORStraseeS ' '70Leus.-- L'^n l'i'-pcJier — Hak Osulscft Telephon 42331 -»«>A/\AVyV-AV>\\,.'.\W»W»*AVS%»wW.^,V*wWWWVvW\«>^V^VWlvWVi>» 3 Uhr nachm. ^?|| ^p||| tob M. Richter ’;=8 “»•*** jecRei fler Schmied "■D- Bühne und Kunst. Wiener Moroenzrituirs — 8. Februar 1921 'Nr. 729 -—--—-—----------- . ... i..— TorhiUcr und auf die Nottvendigkeit, Lie Beachtung dieses Paragraphen zu verlangen, gelenkt. An 13: Entscheidung: Es ist Pflicht der Schiedsrichter, /Meldungen neutraler Linienrichter über Vorfälle, die der Schiedsrichter nicht bemerkt hat, zu berücksichtigen. Zu § 18: Anweisung für Schiedsrichter: 1. Trainer dürfen während des Spielnur auf Geheiß des Schied»)- richters das Spielfeld betreten. — 2; Bevor der Spieler wieder spielt, muß er sich beim Schiedsrichter melden. jahrStag in die Arbeit gegangen und erst spät am Abend nach Hause gekommen. Diese Handlungsweise ser ein krasser' Beweis von Lieblosigkeit. — GS kam ein vergleich zustande aus Grund dessen der Richter die einverständliche ScheibvNG aussprach. Nunmehr müssen auch die rituellen Bedingungen dieser Ehetrennung durchgesührt tverden. Der Volkswirt. Freie Indische Volksbühne. (II, Untere Angartenstratze 8.) Hruir. Samstag, finden zw:i Vorffellungkn statt: Nachmittags 3 Uhr w rd Richters Schauspiel ,8 u s p a t" ge- Heben. Abends 7-8 Uhr geht Pinskis Drama «Ieckel. der Schmied m-.t Isaak Deutsch m der Hauptrolle w Szene. _ Aus den Theatern. . JnderStaniZover findet mv'gen, Sonntaa, nachmittags eine Bollettvorffcllung fta-t Es pelanat zum ersten Male «Scheberrzade" zur Aufführung. Au'' e d m wird »C o p v e l l a" cegedcn. Anfang 2 Uhr. Als A>' ndvorfiellnnfl. Hebt .Zar und 8 r m m e r m a n n" ut Szene. Anfang 7 Uhr. — Kamm^iän^er Heimann- Weil von der Metropoiila» Overa in N-w-Dork. rer die längste Zeit auch in Büyrnlh gerungen hat wurde »Sit den Reff dieier Sai'vn für Uvanrig Abende an die Wiener Staate-oder engagier'. Kammeffinger Weil wird rn der R wnsitn erung deZ «Fllege» den H « l l ä n d e r" die Tuelpartie singen. Wochenspielvian des BnrgtbeaterS Sonntag., 2 Uhr nachm ligs «'außer den Iahlksabomiemeritt, «Die Reii'e m die Mädchen^n"; 7 Nir abends m erhöhen $wif«n), «Das Konzcr.". — Mon'ag, 7 Ubr abends «zu rihZhien Drefev), «Biel Lärm um nick s" (Wodlaemuth. Danegger d I., G ebert). — Dienstag. 7,6 Uhr abends 'zu erhöhten Pre sen). «Die Fahrt ins Blaue". — Mritwock, 7 Ubr abe ds (zu cihöh en Preisen). -Hans Her-enstod". — Tonn rstag, 7 Uhr abends 'tu erhöhten Pensen. «Cä'ar und Kleopa rr". — Freitag. 1 Uhi abendS lm eiböbten Pren'enX «JaälobS Traum". — Samstag, 7,7 Uhr abends (zu erhöhten Pietzen', «Anna K .renina". Wachens vielplan der 'Bolksoper. Sonntag. 7>3 Uhr (1. Borffellung', »Cavalleria rusticana" hierauf «Der Daja zo"; 7:8 Uhr (2. Vorstellung), »Tosca*. tCavaradosü -- Herr Albin Rmersheim als (Aast.) — Montag. 7 Uhr. ,A7da". (Aida — Frl. Bera Schwär: von der Btilnrr Sraa'sop r als Gast. Radamcs — Herr Albin Rlters'rim als Gaff.) — D'enZtag, 7 Uhr, «Die Fledermaus". (Rcffalu'de — Fll Bera Schwor: von der Be-lmer Sraa soper als Gast- Ei cnffrin — Herr Kammersänger Fiiy §ckröd:cr als Grst. Im zw ten A t Kvnzrttrintegen von Fr. Hedwig de D b cka und Herrn Ang lo Ptiono.) — Mntwoch. '/.? Ut,r. .Ton Juan" — DonneiStag, 7,8 Mr, «Der fliegende Holländer". — Frr tag. 7,7 Uhr. «Tie Jüdin". (Eecnar — Herr Albm R'ttnshem als Gast.' — Samstag, l/37 Uhr. «Hossmanns Er ählungen"; 10 Uhr. Urauffühiung «Der Morgen Ävluodttens". «Truzgastspiel Else v. Strcdlcndort und Gnst rv N über, hierauf Balletidroert stement. Sonntag. 7 Ubr, «Tosca"; 6 Uhr «Lobengrn." (T'liamund — Herr Ernst Fischer vou der Wiener Slaatsoper als Gast.) 8« Deutschen BolkStheater gelangt morgen Sonntag, 7,3 Uhr nachm ltags, in Aenderung des SptelvlaneS wegen Erlrankunn oer Drm-n Henry und Bstckmar stati «Glaube und Heimat" Mix HatbeS Lrebesdrama „Jugend". m,t dm Damen Hockwald und Fö v und den Herren Schreiber, Zeten'us. Pater und Stein. 8ck, mr Aufführung. Für die Borffellung gelten Volks ümlicke Preise ohne Bormerk» tzrdühr. Abends um 7 Uhr wird Bern.iad Shaw- Märchen» fp:e! «And'.o.luS und der Löwe' wiederholt. WochenfpielplaudesDeutfchenBolkS- 1 b t a 11 x §: Sonmag. 7*3 Uhr (BolkNümliche Preise ohne Bonnerkgebühr) «Jugend". 7 Uhr «Androllus und der Löwe", - Montag. 7,7 Uhr »Flamme". - Dimstga, 7-8 Uhr .Der pgthetnche Hui". — Mittwoch. 6 Uhr «Faust'. — Donnerstag. 7,8 Uhr .Der pathetuche Hut". — Freitag. 7,7 Uhr «Fl nnme . Somslag, ',,7 Uhr, zum ersten Male „Buderleyte", jatittjche Komödie in v.er Ästen von Robert Misch. Dochensvielplan der Kammerspiele: Sonntag. ViS Uhr „Schloß Wettnsteüi*. 6 Ubr .Reigen". NachtS 1v Uhr «Theodore & Eie", bti eiiifchlienl ch Sonntag drn 13. d^ M., 7 Ub« «Reigen". Als R a ch t v o r st lun g allabendlich 10 Uhr «Theodore & Cie". Im Stadttheater geht als Reuelnstudiernng Molnars «L i l i o m" am Montag den 7. d. Ak. zum ersten Male in Szene. Dre beiden Hauptrollen sp.eleu Hanli R r e s e und Direktor Jarno. Svielvlan der Reuen WrenerDühne Sonntag, Montag. Mittwoch .Präsident Stopper". Sonntag nachm'ttags «Ltiffstrara'.Dienktag lzum ersten Male), Donne>Stag. Freitag. Samstag. Sonntag «Navaga»", Ssumag.«achmiuags ^Pharisäer". Die Neue Wiener Bühne bringt die Erstaufführung des Lust'p'.els «R-rbagaS' von Sardon in fi-lgend r Be» fetzung der Hauptrollen: N.baaas — Lenen. Fü-.st von Monaco — Jenien als Gast. P> nz-ifin — Lvovily, M s. Brown — Jank-Skoda. In w cht gen Baitien sind die Damen Gruburr, Karma und d'r Herren D-eßl. Egeicr. Henrichs. Vovnc. Mikich. Rudolph. Sch'.ecker, Schily. Urberacker und Wan/ck bescha'trgt.^ sikg:-: Errs<» Jcuse». Dclorationen: Maler Bmth. Steffcrl. Sport. Aenderuug der Spielregeln, nenoste Ausgabe der Rescr^eZ Chart des Jntepnak. Koard cnthält solgeulae Neuerungen: " In § 1: Im '^alle ein Spieler das Spielfeld erst mm Beginn des Spi'les betritt, hat er sich znerst beim Öklii?i)*ricb:?T }.n melden. Ku § 6: Aenderung: Ein Spieler ist nicht aus dem sSpittl beir» Abstos;, beim Eckbakl und beim Einwurf usw. s Entscheidung: DaS Spiel soll nicht unterbrochen ein Spieler abseits bezeichnet werden, weil der Spieler in AbzeitsstcUung ist. Der Paragraph ist nur verleyt, wenn ein Spieler in A!>sclisstellu»g einen Gegner oder daS Spiel stört. E 3“ 5 S' 'Entscheidungt Die Ausmc-rkiainl.it berSchicds-' jjMye ML», m die itt’MbwtiiMBL Wi& ämü durch manche Schwerz—Oesterreich. Nach Schweden hat min auch die Schweiz den Sntep/e- Bohöott durchbrochen. Die Schweizer luden den Oesterreichischen Fußball-Verband ein, im Mar eine Rrpräsentativmarzn-> schast in ihre Heimat zu entsenden. Als Gegenleistung verpflichten sie sich, im Herbst 1921 in Wien zu spielen. In der nächsten Vorstandssipung des Oe. F. B. wind die Einladung dieser wackeren Neutralen zur Sprache kommen. Sportklub Hakoah. T o u r > st i k s t k 11 o n: Sonn» tag den 6. d M.: 1. Sk'kurs füi Anhänger. Ab'abrt Samstag 4 Uhr 20 Min. Südbadn 2. S isuis für Bo'ft ffchrittenr, Führung Dulder Raubffckiek. Teiluelimerzabl be'chiLnkts Bc» 'p echung Frertaa am i7lubibend. 3. W enerwaldvauie Ännii'g>-r. Fübluna Stengel Proviant mi'nchm n. Irrffvunlt 7«8 Uhr Südt ahnhalle. Abfahrt 8 Uhr 10 Mm — f d) to t nt m t >> kti » n:?'v nmg von nun a'' stttt Dimstaa i-den M o n t a g im Beatrixbad tt bis 7,8 Uhr für Damen. 7,8 b s o Ubr '3r Herrm. Mitiwoch d>m 9 c>. M. ffnd't im Klulheim. Cafs Jnbustr ellen, Konkord avlatz 4, um 7 Uhr bic erste Komueesttzung statt. Dien-uen Statuten find »m Zekretaiiat. I , Kon'0'.tiarlitz 4, Cttö Jnduffuellen. a fichlcrt. Hechawer. H-ut«'. 7,8 Uhr, ^p'eleivollvnsammlung im CafL S'id'vark. I» Paitrug 2 — Morg n Cuv gegen Slovan mn zwei Mannichasie' um 1 vnd 7,3 Uhr. Renn« ger»Platz Sportklub Kadim« 'vielt am Sonn'aa mit trü Mann» lchaf m m AtzgerZdorf gegen ten to ngrn Svoritlud I. Mannschat um 7,8 Uhr n-achm-itags. Reserve um 1 Uhr mittags. Jüdischer Aehlettkdlub. Heute. 7,8 Uhr abends. Svielerversammlung und Mann ckast-'-ausstellung im Klnbca's B ffd ahof, XVI . Ottaki n rrstiaße WS. Sonntag Weitt'p el der l. Mann» schaff gegen Ha'oah'Reserve um l Uhr. Spieler, die nickt ertcheinm. n rdcn nickt arilgestellt. Abends ab 6 Ubr Klub» untei Haltung im Ca's Hmdcnbmg, IX., Alstrstnaße 71. Gäste willkommen. Die Prager Hagibor nntkihin^elt mit Franz Kozeluh d m ältesten der U ühmt n Fußball«brüder, nm ihn als Trainer m vnvfllckt n F anz Ko,eluh ist deizen m d^ri-lven E genschafr b« Hask Agram tang. ^_ Gerichtssaat. Bedingte Verurteilung einer jungen Comptoiristin. Bor dem Schöfsenaericht unter dein Vorsitz des OberlanbeSgerichtsrates Dr. Czerny hatte stch grstrrn die neunzehnjährige Comptoiristin Helene M. wegen Deruntreuun/; zu verantworten. Helene M. war vor vier Jahren in der Kistenfabrik B. Janda eingetreten und hatte sich sehr an/tellig und fleißig gezeigt. Zu ihren Obliegenheiten gehörte auch bas Inkasso. Im Frühjahr 1920 entdeckte man, baß das Mädchen große einkassierte Geldbeträge unterschlagen habe. Die Firma schloß mit der Mutter deS Mädchens einen Vergleich auf 19.000 Kronen, weil damals noch nicht bekannt war, daß dje unterschlagenen Gelder bereits den Betrag von etwa 50.000 Kronen erreicht hatten. Die Angeklagte gab vor Gericht an, daß sie den größten Teil der veruntreuten Summe ihrer Mutter für die Wirtschaft gegeben habe. . Die Mntter ist von ihrem Manne, der ein Säufer ist, geschieden und hat die größte Mühe, für sich und ihre vier KÜnher den Lebensunterhalt zu vendiei'M. Die ticma zahlte dex Angeklagten anfangs 500 Aronen, und später 50 Kronen Monat-gebatt, damit konnte sie nM)t Auskommen und zum Unglück habe sie auch einen Betrag von 2185 Kranen verloren. Um diesen zu ersetzen, beging sie die erste Veruntreuung. Vyrfitzendex: Sie haben sich auch Schmuck und schöne Kleider von dem unterschlagenen Gelbe gekauft. Die Angeklagte gibt keine Antwort. Der Prokurist der Firma Garnhofer gab als Zeuge -an, dje Angeklagte habe bej hen Unterschlagungen« ein großes Raffinement an den Dag gelegt, aus dem Hauptbuch sich die Namen der Kunden herausgeschrieben, Hann« die Unterschrift des Chefs auf die von ihr geschriebenen und später einkassi:rten Rechnungen gefetzt. Vorsitzender (zum Zmgeni): Ist Ihnen nicht aufgrsallen, das; das Mädchen stets eleganzt gekleidet war? — Zeuge: DaS schon. Aber es' gibt ja heute viele Mädchen, di« in BureauS beschäftigt sind und von Freunden unterstützt werden. Der Gerichtshof erkannte die Angeklagte schuldig und verurteilte sie zu sechs Monaten Kerkers. Gleichzeitig billigte er dem Mädchen eine Bewähruiigsfrist ht der Dauer von drei Jahren zu. Läßt sich die Verurteilt« innerhalb dieser Z?it keiiie strafbare Handlung zuschulden kommen, so braucht die Strafe nicht verbüff.t zu werden. Zu wenig religiSs. Das ZivillandcSgerichtl ' (Ob'^rlandeSgerlchtizrat Doktor F rank l) verhandelte gestern über die Ehescheidungsklage der Frau Ch. F. gegen ihren Gatten, den Goldarbeitergehilfen Jakob F. Me vor mehreren.Iahten geschlossene Che gestaltete sich in letzter Z.'si sehr unglücklich. Da seitens d«S Gatten beim Rabbiner eine Scheidung nicht erzielt werden koivits, klagte die Frau beitn ZlvillanbcSgerrcht auf Scheidung aus dem Alleinverschulden ihres Gatten. Als Grund gab sie die durch den Gatten herbcigefü^rten schtver.'n Zerwürfnis,'e, infolge seines LebeirSwandels und der schlechten Bshan^lnng, die sie zu erleiden hatte, an. Der Gatte schob die Schuld auf seine Frau. Bemerkenswert ist nachfolgender EhefcheidungSgrund, den die Gattin anführt: Sie stamme ans e'uern sehr frommen jüdischen Hause. Sie habe ihren Gatten gebeten, die großen jüdischen Feiertage zu halten und nicht zu ärbeiten. Ihr zum Trotz, sie zu kränlen und ihr inbi'sh's Euipünden miss tie;ste ru verlern, rri ec. enluegert Muse Zusage, am Lweiterz New- Eine Krone --- 1.67 V, Centimes Geld. In Zürich notierte: die österreichische Krone.... 1.677, 11.737, a« 8. ftftttieg) die offen, aeffemrelte Krone . . . —* 1.15 am 8 Fcbruar', die 'tschechische Krone.7.80 ( 8.— am 8. Fevnnc) r te Mark.. 9 90 10 05 am 8. Februar) Äaram .—( 4.30 im 3 Februar) Bukarest .—( 8. 0 im 8. Febrvar) Budapest.. . 1.05 ( 1.15 am 8 Februar) Warschau ... (—.80 am 8. Februar) Preisabbnn-Enquete. Als der Urrwille der Verbraucher Über b4e wachsende Teuerung bedrohlich zu werden anfing, atS von seiten der Arbeiter gewaltsamer Proisavdau verlangt und die Berwrn-. düng von Ringstratzenbäumen und Laternen ate Galgen für Schieber und Preistreiber rn Aussicht gestellt wurde, faßte sich die Regierung »rach berüchtigtem Muster: »Da must etwas geschehen." So ging sie hin und berief eine PreiSail'bau-Enquete ein. Und jetzt wird von sozialdemokratischer Seite eine neue Enquete verlangt, welche sich mit der Dvotauflage und anderen Steuer« und Finanzfragen beschäftigen soll. Daß die bereits abgehailtene und ebenst» jede künftig» Enquete dieser Art praktisch resultatlos bleiben muß. ist vorauszusehen und wird niemanden überrascht haben. Daß abe»; die frühere Enquete über den Preisabbaiu auch rein theoretisch fast ganz versagte, ist einerseits ihrer Zusammensetzung zuzuschreiben (Vertreter von Berufsstanden und Bevölkerungsklaffen, aber kein einziger wirllicher Fachmann von Bedeutung, kein einziger, der sich mit diesen Fragen jemals wirklich ernsthast, praktisch oder theoretisch, beschästigt^hätte), andererseits dem Umstande, daß die Teilnehmer der Enquete sich nur als Vertreter irgendeiner Bevölkerungsschichte fühlten, deren Meinung sie in demagogisch wirksamer Weise zum Fenster hinausschmetterten. Dabei vergaßen sie aber zumeist, daß es auch so etwas wie eine Allgemeinheit gibt, daß das Problem des Preisabbaues unlösbar mit einer ganzen Reihe von anderen Fragen verknüpft ist. die vom Inland aus sich a priori nicht lösen lasten, und daß eS auch durch die gewaltsamsten Mittel nicht möglich ist, einzelnes Glied aus der Kette der Probleme zu sondern und zu losen. So stellt denn auch die ResÄution, ans die sich schließ-- lich alle Gruppen geeinigt haben, der Enquete über den 'Preisabbau nicht gerade das beste Zeugnis auS: Theoretisch ist sie aiTfechrvac, praktisch besteht sie. wie dies in Oesterreich nun ernmai Gewohnheit ist, aus Halbheiten und Komprs» missen. Nach den üblichen, an die Adresse der Entente gerichteten Rufen um Kredite — die, soweit die Entente in Saint« Germain die unhaltbare Situation Oesterreichs verschuldet hat, nur berechtigte Forderungen darstellen — wird verq kündet: «Dre Dolegierten sind der Ansicht, daß die Haupt« Ursache der Teuerung die herrschende Noteninflation und dte durch sie bedingte Besckafsrnheit unserer Währung ist." Dis Herren hätten auch ruhig umgekehrt sagen können: »Dis Teuerung ist die Ursache der Inflation und diese wird wieder durch die Beschaffenheit der Währung bedingt." Das war« ebenso richtig, aber ebenso einseitig gewesen. Der Zusammenhang ist vielmehr so, daß durch die zu grving-e landwirtschaftliche und industrielle Produktion, die teilwerse auch durch politische Ursachen bedingt ist. emersnts vermehrte Einfuhr notwendig, andererseits aber eine Aisstchr in dem Maße unmöglich wird, dnß die notwrnd'gen Importe durch Warenexport voll bezahlt, werden können. Un er den ergänzenden Maßnahmen, welche die Enquete to -schlagt, findet sich an zweiter Stelle der verschämte Hinweis auf diese Tatsache, eingekleidet in eine Aufforderung an die Rcgierusig, »die mit hollem Erfolg in Angriff genommenen Arbeiten für die Hebung der larwwirtschastlichrn und industriellen Produktion auf das energischeste zu fördern". Da nun der Uedcrschuß der Einfuhr im Vergleiche mfö. der Ausfuhr nicht mit Waren bezahlt werden kann, muß dies mittels Roten geschehen, die in immer größeren Massen erzeugt. und' ins Ausland geworfen werden. Dadurch wirtz di« Währung im Ausland entwertet und für dieselbe Wars müssen dort immer größere Mengen österrerchifchrn Geld«- gezahlt werden. So werden die eingeführten Waren immer teurer, und da dte betreffenden Artikel in der Regel im Prp« düktiouspr'özeß. unentbehrlich sind (wie Nahrungsmittels Kodle, Rohstoffe), wird die Produktion wieder behindert, sie arbeitet mit größeren Kosten, mutz zeurer verkaufen und so kommt es zu der immer weiterwachsenden Teuerung. Und gerqpe bqt diesem Schlußglied m Kette, bei der Teuerung, sott mit dem Abbau begonnen werben- DaS ist der Hauplvsrwurf, den man der Enquete'über den Preisabbau machen muß, daß sie nicht aufrecht uttb gerade herausgesagt hat; „Gewaltsam« Maßregeln, Är.lhL,>gen, Beschlagnahmen aller Güter ur^» dri> gleichen sind ein Mittel der Verzweiflung, das dte Schmerzen des leidenden Konsumeitten böchst».-,^ momentan lfabeen, aber: dann nur noch mehr steigern »Ort*/' Die von der Enqu.-te empfohlene Gründung eltgm Noten hart'f, LU durch Heranziehung des gesamten mobile , und immobilen Besitzes fagtolükt M.-!H. {a M