Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 724 (31.1.1921)
- Date
- 1921-01-31
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 87% known words query
- IRI
…/2979076-2979773-2979803--06547-2992510- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Einzelpreis 28 Kronen VrSn«merati»a»vreis« r Wien: 8«« Vtfeafm tn kn ÖfpMlim L Sezirk. täb»» ßrnfte I feil 8, »der in einer CtrfdiWOfiefle ftnfltt: Slmtllill. . Kronen AlerteljthrNch .. 150.- Mit?*|fBcrf(Ttt8 fftr wie» na* Oesterreich: Miwrtlid).. Kronen 50.— Tschechs^lowslei: Monntlich .. Kronen 15.— WertelläbrHrfr „ 45.- <n tschrcho-siowakischerWährung Ungarn: ffnätllin .. Kronen so«— Virreel jährlich fso«— in Ungarischer ßäbrong NngOsla»ien: Monnitich .. Dinar V CUnct|al>clt4 * «4rmer Einzelpreis 23 Kronen ■MHaaMMOHannannrnHanaunnoHnHoaMeoM PrSnumerattonsprelsar Polen: . Monatlich . . Mark 50m Vierteljährlich ISO.-* in polnischer Währung Dentlchlaud: . Monatlich Marl L0.— Frankreich: _ . Monatlich FranrS Italien: . Monatlich . . Lire 0.-^ Rumänien: Monatlich . . Lei 15.-» Schweiz u. das übrige Ausland; Monatlich. . . Francs 8.-*, > Me-altionn.Administrattot» D)iei»,2.Bez.»Taborstr.1^-N Delevhone: 4^»ll^ ad «Uhr abendSNr. 10801 Postiparkaisenronto 150^8^ Nr. 724 Wien, Montag den 31. Jänner 1921 3. Jahrgang Ucrsucbc zur Lösung der österreichischen Manzkrise. Tvo-Millioncn-Franes-Kredit. — Einführung einer Finanzkontrolle ln Oesterreich _ ff _ f II _tf . i i . . I# _ .. 11 L f & a Iamm Jt Am 11 *M kAMA Van Uam aam CBT II •«üikl«*« Der französische „Rettungsplan". Paris» 29. Jänner. (Hcwas.) Der von der Konferenz angenommene Bericht L o uch e u r s über die Mittel, Oesterreich zu Hilfe zu kommen, empfiehlt den verbündeten Regierungen. falls fie der Notlage der österreichischen Republik abhelfen wollen, auf alle ihre Forderungen an Oesterreich, sowohl vom Standpunkt der Wiedergutmachungen wie bezüglich der Kosten der Besatzungstruppen, zu verzichten. Der B?richt sieht auch die Errichtung einer Art »»Oesterreichifcher Gesell, schaft* vor, die den Danki rs der verschiedenen Lander empfohlen werden soll, nach der Annahme gewiss r Maßnahmen, die die Berrirr 5 erring der Za l der Beamten, die Veseiti ung der Uebervölkerung Wiens und die Errichtung einer Finanzkontrolle bezwecken Die Angelegenheit wird weiter verfolgt werden und demnächst in der Rühe WMÄMWWM8M vnfenwerden,stattfinden,zu demZwe^e, die Bezifehungen dieser Staaten und die Organisation dieses Teiles von Europa zu verbeffern. ' Paris, 29. Jänner. (HavaS.) Bei den bezüglich der Wilderaufricklung Oesterreichs gesäßten Beschlüssen hüben sich die Machte von den wohlwollendsten Absichten leiten lassen, indem sie sich bemühten, praktische Mittel für dauernden Wiederaufbau dieses hartgeprttsien kleinen Lündes zu finden. Indem' die Mächte eS Übernahmen, die Durchführung aller in Betracht gezogenen Mittels die" freilich für den A ügenb li<k auf -daS&unum» g?dnglich No tw e n d i g e b esch r än tt > werden mußten, zu überwachen nnd zu gewährleisten,' haben!sie gleichwohl die Aufgabe übernommen, für den Bestand und die Schaffung der Elemente des Gedeihens eines unabhängigen Oesterreich zu sorgen. ' Es ist demznsolge klar, daß Oesterreich in keinem Falle der für seinen Bestand unerläßlichen Mittel entblößt sein werde und daß ihm die zu diesem Zwecke^ notwendigen Kredite auf? die eine oder die andere Art werden verschafft werden durch die Faktoren und Organe, die die Mächte auf Grund des jüngsten Beschlusses deS Obersten Rates rinsetzen werden. Was man nachträglich über die Hilfeleistung der Pariser Konferenz an Oesterreich erführt, ist nicht' besondervelspre'end und es bleibt von den hochtrabenden französischen Ankündigungen nicht viel übrig. Wie eS sich dieie Herren in Paris Vörstetten, .daß Mitteleuropa auf die Weise wirtschaftlich gesunden wird, können wir beim besten Willen nicht verstehen. Solche wichtige Probleme derart zu behandeln, ., wie eS die Pariser Konferenz g<tan hat,; zeugt vyn,eiuem DilettantismüD, der sich bitter rächen muß. Die Asinerten haben scs der Beratung in Portöross . überlassen, ein Rezept für Oesterreich und Mitteleuropa zu finden. Wir fürchten schr, daß? yuch piese Konferenz: keinen Ersolq.. aufweisen wird, solange die Großmächte die-kleinen Staaten nicht belehren, daß ihre jetzige nationalistische Wirts' Mpolitik tzelpstmord bedeutet nnd sie zwingen, einen Wlrtschqftsbunv zu schließen. . ' - Finanzmtnister Grimm über die Kredit- > BunbeSminister für Finanzen Dry Ferdinand Grimmäußerte sich 'in eiitcm Gespräch emem Mitarbeiter der »Wiener Sonn- und Mon'agszeililng? gegenüber M den. über die Pariser; Konferenz emgelangten Nachrichten in folgender Weise : ' »Die bisher ans Paris vorliegenden Meldungen 8nd iw allLemkmsn r.ckt unklar achaiten, io daß mau nicht sagen kann, welchen Umfang die von dm Alliierten beschlossene Kredithilfe besitzt. ES wird von 200 Millionen gesprochen, ohne daß die Währung angegeben wäre. ES wird auch nicht gesagt, für welche Zeit dieser Betrag reichen soll. Es liegen unserer Regierung derzeit keinerlei ossizielleMittei langen vor. Bis heute, Sonntag abends, langte wed e r im Bundesministerium des Aeußern noch in dem für Finanzen,eine Meldung offizieller Art ein. Vermutlich werden am Montag vormittags detaillierte Berichte eintreffen. In den nachträglichen Mitteilungen zu den Beschlüssen der Pariser Konferenz wird angedeutet, daß Loucheur in seinem von der Negierung angenommenen Bericht den verbündeten Regierungen nahelegt, auf, alle ihre Forderungen an Oesterreich, sowohl was die Wiedergutmachungen betrifft, als au b bezüglich der Kosten der Besatzungstruppen, zu verzichten. Dies würde einer Enthebung von den Reparationen gleichkommen, was. jedenfalls eine Erleichterung für uns bedMl. Dw-FoedemngM k 'die"MWeWM '-spiKWWstW^ betreffen z. B. den 48-Millioneü-Dollar-Kredit rtnd den 25-Mlllionen-Dollar-Kredlt, ferner die nachträglichen HilsSkredite Englands und Amerikas. - Cs. sind dies Kredite, die sich auf L e b e n S m"i 11 c I beziehen und deren Rnckzahlungslermin in jedem Falle ungewiß-war.- Was daS zu gründende Syndi-kat betrifft, so kann man sich: im Augenblick über die Absicht und das Wirken des Syndikats keinerlei Urteil bilden^ zumal die Art der beabsichtigten F i n a « z k o n t r o l l e cnicht: dar'gelegt wird. .. . ' ' Die in ^Triest einbernsene Konferenz.stellt si»phl eine V^r ho"nchr r.e n z zu der großen hWjrtichastSköllferenz »der. Nachbarstaaten OesterreiD' ba^ , M>a.,n w'i r d ^Me i te r e. N a cb r i ch ten. M.b'w a et^en: Mü s f e n,' bevor man endgültig sagew kaNn> wie weit' die, beabsichtigten Aktionen der Alliierten eine tatsächliche Hilfe für Oesterrcich bedeuten." „Mord an Oesterreichs London, 29. Jänner. In einem »Mord cm OesterreichE Artikel sagt die »Nation*': Die moralische Derpflichlung der Entente, Oesterreich wieder herzustellen, scheint so klar und gebieterisch wie die zehn Gebote. Der Ruin Oesterreichs ist zttm Teile durch den Krieg verursacht, zum größten Telle aber das überlegte Werk des Fnedensoertrages. Die Staatsmänner der Entente sind es gewesen, die die Dualmonarchie zerstückelten, ohne den einzelnen,. viel zu unabhängigen Fragmenten die Pflicht aufzuetlegen, wirtschaftlich' zum gemeinsamen BorteU zusammenzuarbeiten. Der Ärtikel drückt schließlich Zweifel an dem Plan Sir William Goodes aus. wenn nicht, gleichzeitig der Friedeüsoerlrag von Grund auf revidiert wirp. Seine finanziellen Klauseln müßten gestrichen und das Verbot des Anschlusses an. Deutschland ausgehoben werden. Der Plan einer KredithMk für Ientralenropa^. London, 31. Jänner. (Tel.-Kömp.) Wie die hiesigen Blätter melden, ist der Plan, eine große Kreditbank für Zentraleuropa zu gründen, der auf der Pariser Konferenz resultatlos beraten Mid-, noch nicht' ausgegeben worden. In führenden Kreisen erwartet man,< daß der ehemalige Filmnzminister WeKenna von der Negierung ousgefordert werden wird, ein derartiges Institut, unter M tivir'nm^-vön Ne Vorungen Banken und Versicherunzrnnitalrcn -i-is üe’ en zu rufen und zu leiten. Wenn Nicht alle'europ'üi,.h:.! D'aalen die Möglichkeit erhalten, sich finanziell zu er?)olen, so richte dies alle ic& noch jo^erUen Staaten ruarunde. Razzia auf slawische GmigMnten in Paris. Dis Furcht vor den Bolfchewlke«. Paris, 30. Jänner. (Havas.f Im Laufe des heutigen Vormittags wurden Hausdurchsuchungen bei vielen slawischen Flüchtlingen vorgenommen, die beschuldigt sind, im Besitze falscher Pässe zu sein und von ihnen Gebrauch gemacht zu haben. Es wurden viele Schriftstücke russischen Ursprungs beschlagnahmt. Wie der »Temps^ mitteilt. sei man auf eine bolschewikischeOrganisation gestoßen. diemAnteny eine Geheimdruckerei besitze. Der Hanbeschuldigte sei ein gewisser' A b r a m o w i t s ch, der in Nizza verhaftet worden sei, wo er sich unter dem Namen eines Dr. Z a l e w s k y mit seiner Frau aufhielt. Seit dem Parteitag von Tours soll er als Söldling Trotzkijs tätig und in Tours beauftragt gewesen sein, dir Arbeiten des Parteitages zu verfolgen und ihnen sogar eine bestimmte Richtung zu geben. Insgesamt wurden 15 Person verhaftet, darunter eine russische Studentin und ein Franzose. Paris, 29. Jänner. (Havas.) Einer Meldung aus Nizza zufolge ist der angebliche Dr. Zalewsky eine T s ch e ch o s l o w a k e. Die verhaftete Studentin heißt Selma Berlin und ist angeblich aus Wien gebürlig. Die Verhafteten werden zur Verfügung des Gerichtes gehalten. Es ist bisher kein. Haftbefehl erlassen worden, da noch keine diesbezügliche Entscheidung vorliegt. Die entdeckte Organisation soll sich damit befaßt haben,. den internationalen Revolutionären - ~ k .v ' * ■* —U4+-*- ' Deutschland wird nicht zahlen. . Ansichten amerik««»fcher Finanzkreise. Paris, 31. Jänner. (Tel-Kömp.) Von oer Radio-Agentur wird aus New-Pork ein interessantes Interview des amerikanischen Bankiers V a n d e r l i p verbreitet, der sich mit der von der Pariser Konferenz festgesetzten Entschädigungsziffer befaßt. Vänderlip führt aus, daß Deutschland niemals in der Lage sein werde, diesen Betrag zu bezahlen. Seiner Ansicht nach sei die höchste Summe, die Deutschland ^aufzübringen in der Lage sei. 3- Miyiyrdem'Wenrt Deutschlanf» außerdemmit Waren: bezahlt,. so wird damit, der feindlichen' Industrie Konkurrenz gemacht.' Panderlip sieht vörüus, daß^Deutschland.sich zwel^ern werde, die Kon^ ferenzbefchlüffezu akzeptieMU I V Kemül Pascha MMMsRUH gungen. K o. n st a n t i n o p e l» 29. Jänner. (Hg! Kemcri Pascha hat dem Grotzwosiv ZAp Kann^"i nls gebracht, daß die RiegisrÄng in An -ora. die einzig wirkliche Negierung fei, die zur- - zeit in der Türkei besteche und'daß sie folgende Bedingungen für die Seiluahme Eder von den ALi srten einberufenbn Konferenz ' in London stellen w rde: < 1. Sofortige NLumnng; aller Hr.TKrkse gehörigen Ge' iete durch fremde Truppen. . \ 2. Weirzerung, die An erlegnng ir§end einer Kriegsentschädigung anzuerHnne«. : , | * Griechenland, geht. «ach-PMLMi, Athen, 39. Jänner. (Havas.) Die hellenische' Legierung gibt bekannt, daß sie .sich 'bereit ^erklärt, habe, sich auf der LondonefKonserenMoA Lt, Februar! vertreten zu lassen. Sie gibt dabei ihrer Ueberzeugung Ausdruck, daß der Status* quo im Orient vollständig gewahrt bleiben werde, m Gemäßheit des 'Vertrages won: Söores, dessen PerPslich'tungen - zu" beachten ^Griechenland fest entschloffeAM .; y; 'Die.DeAMMzUMMMerMMtzsrrgVLtz^ Hr^ffö't,.' 3l. Iänne^ (Huoas.>' Dc> mit der: Vorbereitung? des. KinderfchußkostgreUsE "beaststrAHttz. Ausschuß erhielt vom ^Iustizmürffter ein - Schreibe^ worin um Zülaffung der Deutschen zu'.n Kongreß, ersucht wird. Ein öffentlicher Bemnter üat zu dem