Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 723 (30.1.1921)
- Date
- 1921-01-30
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Serie 1Ö Men. Svnnrag 30. ILnner 1S2l Nr. 723 Ltteratsr st s 'tjv Aadob Ftngermaurrs ».Merrfche» im Abgr«ud" in Ziddifch. Jakob FingermannS Roma« »Menschen im Abgrund" wurde von A. Rinwbinr inS Jlddvche übertragen und erickicmt 8trr<eit m emer amerikanischen Tageszeitung. E ne jrodische Bucd- «usgabe ist in Borbe>estung. Die Berstlmung deS Romans ist von einer bekannten ausländischen Filmfabrik dmbscrd'igt.' GsnmÄ Krcwtz: Die Wiener Gesevah vom Iah« 1421. Wien-Leipzig, .Verlag W. Brau müller, 4920. Zur SOOjährigen Erinnerung an die traurigen Tag« der „Gessrah" veröffentlichte der Prolsfsor am Wiener Rabbinerfemirrar, Samuel Kraust, ein- — wie eres selbst nennt *- bescheidenes Buch, das eine Darstellung jonpr blutigen Periode in unserer Geschichte liefert. Der Verfasser schildert hier nicht nur die - Verfolgung allein, sondern en^wirst auch ein buntes Gemälde des jüdischen BolkÄlebervs im Rahmen der damaligen Zeitgeschichte. Er geht von der Darstellung der Brandkätastrophe vom Jahre 1406 aus und zeichnet plastisch die Gründe dieser wir auch aller anderen Brandkatastrophen in den jüdischen Ghetti. Auf Grund zahlreicher Quellen, insbesondere aber, aus der Responsenlzteratur, ist ,e§ dem Verfasser gelungen, ein sarbenroicheZ Bild der damaligen ÄeberrsverhLltnisje zu entwerfen, wobei er auch in auSfi'chrlichen Strichen die Steuern und Abgaben, die die Juden zu keiften hatten, sodann die inneren Zustände in den Gemeinden samt ihren Institutionen schildert, ©otwwyi zeichnet es die Hauptfiguren. des damaligen jüdischen Gemeindelebens, Äe Rabbiner, wobei er uns die bedeutendsten in dieser Zeit. »srsüHrt. Nach einer ausführlicheren Besprechung der Hussitenkriege uird ihrer Einwirkung curf die Juden, der Anklagen gegen die Juden wegen Hostienschändung, der Christenstnaben'- morde, quellen kritischen Bemerkungen betreffs der alten Schrift: „Wiener Geserah" wie auch einer genauen Registrierung der vertriebenen Judengenreinden, samt eii'.er kurzen Schilderung der Zustände in denselben gelangt der Verfasser aar Darstellung der Katastrophe in der Provinz und in Wien, die so viele Opfer erforderte. Das letzte Kapitel ist einer ausführlicheren Darstellung der Geschicke der Juden nach der Katastrophe gewidmet. Das neueste Buch des Professors Kraust liefert damit «chlrciches neues Material zur Geschichte der österreichischen Alchen!. Ein reicher Apparat von wissenschaftlichen Anmer- Lutgen (903) —■ abgestchen von einer grosten Zahl ün Texte selbst — schließt das Brüh. Wundern, muß man sich allerdings, daß Professor Krauß in seiner Vorrede es für notwendig erachtet hat, sich quasi, zu entschuldigen, daß er sich nicht scheut, sein. ,Merk mit hebräischen Worten zu ,zieren' oder zu verunzieren', wie. man es nimmt, troydem ich dadurch neuerlich sowohl die Kosten als auch die Schwierig- Zeiten des Druckes vermehrt Habs". Soli denn diese Entschuldigung vielleicht für die jüdischen Leser des „deutschen ArLturkreifes" bestimmt fein? F«U«s Korn g old. Deutsches Opern sch affen der G e g t n 0 n x t. Leoyhmdr-Vetkag, ^*ew 1&21* Diese Sammluns von Referaten über bedeutende Oyerw Wttke drr letzten zwanzig Jahre setzt nach dem Willen des Verfassers dort e n, wo Gouard Hanslicks Lebensarbeit rnd!e Dr. Jrittuö Kvrrigold, fem Nachfolger im beherrschenden «sflkaw'che« Nichreramle Wien, hat hen.Bergletch, mtt Hansl cks. Glorie nicht zu scheuen, einen Vergleich der. um>o näher lregt, Äs . hier, .bewußt .erstrebt wu.de, den lifeciltc’eiten Stil d s WüLrto« flen, der Bedeut.»deS in gewinnendster Form zu sagen weiß. -tcstzutraltey. Daß das Amehen und der Einfluß dcs AuNkalischrn RrchlerstandeZ heute merklich gesunken sind. hat rieirre Gründe und liegt nicht an der Perlönlichkcir des B rfasters. dessen arkndlich fundstrtr vvd wohl erwogene Urierk-jvrücde auch dort Achtung erwecken, wo er ft: selbst einer Revision für bedürftig erklärt. Man wird der Sammlung dr.ser LageSarbeürn eine über die Gegenwart chinausrerchcnde Bedeutung ^ubilltgen «üsten als willkommene- Nachschlagewerk über die ze-tgenöfstiche Wstümg der Operndteratnr. Dr. L. dl. freigesprochen worden, da er unter unwiderstehlichem Zwang (Befehl des Vor/rsetzten in der Schlachtlinie) gehandelt hatte/Nichtsdestoweniger muhte er aus den Antrag des Staatsanwaltes in Haft verbleiben. Bei der nunmehrigen Verhandlung vor dem Obersten- Gerichtshof verpflichtete sich der Bruder des Tlngeklagten/für - den-Waisenknaben des auf dem serbischen Kriegsschauplatz erschlagenen Soldaten 100 Kronen monatlich zu zahlen, Mit dieser Handhabung des Gesekes gegenüber einem Juden, der als Soldat die Befehle feines Vorgesetzten befolgt hatte, kontrastiert auf eine ganz eigentümliche Weise das -Vorgehen der tschecho-flowakischen Justiz gegen die Raubmörder in Un i f 0r m, welche im Juni 1949 in Velky Vitez einen bestialischen M a s.s e n r a u b nt 0 r d begangen haben und' die sich seither der vollen Freiheit erfreuen. Es handelt sich um das Massaker in Velky Vitez, dessen Held, Legionätkorporal Hpra k, obzwar sein« Schuld' eindeutig erwiesen ist, sich auf freicm Fuße befindet. Die Familien det ermordeten-Juden von Velky Vitez befinden sich in großer Not und leben von milden Gaben. Ob. auch für ihre Waisen jemand sich zu 100 Kronen mon-atli^' verpflichten wird? SMd anstatL Schokolade. Vor dem Schöffengericht unter dem Vornye des Ober» landesgknchiS: >tcs Dr. Frauenf-ld halten stch gestern dte H lfSardener Rudolf Kwpar. Amon Kr>z, Franz Surow'tz. J'olrt Zemann, KarlDwoiak und Otl'm tr W idrrmann wegen Betruges m verantworten Dte Brchutdigdn hab.n em ge Monat' hindurch!m Hl. Bezirk Lntte auf der Ctra-;r angesprochon und rbncn ^chokolide'-um Kauf angc! o:en. Bei nähn er Bettuch nng machten dann dte Erwerber dieser Ware die unangenehme Wahrnedmung, daß der Inbalt des Behcilm'stes aus■ cnnb bestand. Be der Äerh.mdluna wa>' e n'Te l d". Be chMrgtcn geständig, dte ande>'-n leugneten Ter G richtSbot' vcru^eibe ilrndvlf Kaivar und Franz Survwey zu je z bn Monaten, Anton K iz, Josef Zemann uno Karl Dmorak -n je acht Monaten und Othmar Wetdermann zu sechs Monaten Kerker. , ■ „ , , ZWeierlei Reckt? VtuS Prag - wird . uns berichtet: Nach'. einer beitztvhs einjährigen Ha-f't ist der Infanterist Ernst Bondy vsm-Obersten Gerichtshof frei gesprochen .und enthaftet wordeni Der Genannte hat im Jahre 1914 tziüf dem serbischen Kriegsschauplatz -den Befehl eines rohen Offiziers durchgeführt, ittdem er einem wahnsinnig gewordenen Spllaien, welchem , der Ober-, rentnant Schorsch mit einem Gewehrkolben den Schädel, zerschmettert hatte, im sterbenden Zustanp einigL Bajonettstiche versetzte. Bondy war in erster Instanz Die heutigen FAßbaklweLLspiele. Auf dem Simmeringer Sportplatz treten einander Zwei Auswäblmuunschaften der ersten und zweiten Klage gegenüber. Der Verbandskapitän hat ein erstklassiges Team ausgestellt, das würdig wäre, sogar Oesterreich im inter. nationalen Kamps zu vertreten. Es ist nur fraglich, oh sämtliche nominierten Spieler auch' tatsächlich Mitwirken werden. Das Team der zweiten Klasse ist nicht glücklich ausgestellt, da der Spielausschust nur diejenigen Vereine berücksichtigen konnte, die heute keine schweren Kämpfe auszutragen , haben. Jütmery hin sollte die Mannschaft stark genug sein, den Gegner ^ür Entfaltung feinet ganzen Könnens zu zwingen. Mit Muck^ sicht darauf, daß der Reinerträg den Hinterbliebenen-des ist Deutschland tödlich, verunglücktest Spielers Pekarna zuslieM ist der Veranstaltung volles Gelingen zu wünschen, " . Die Mannschaften.sind wie folgt aufgestellt: . 1. K lass e: Brazda iRudolföhügel), Popoövch (Amateure), Blum (Vienna), Geher /(Amateure). Baar (Sport, ktub), Fuchs' (Amateure), /Katz' (Hakoah), HanSl, Konrird (Amateure), Kannhäussr (Sportklub), Seidl (FloridSdürf). 2. Klasse: Steinbrecher (Ottakring), Becher (Slovan), Regnat (Red Star), Götz (Germania), Froch, Dauszky (Red Star), Schneider, Hofbauer (Ostmark), Povatschek (Nu'stdorf-/ Die -H a.k ocrh spielt aufdem Floridkdorfer Sportplatz gegen C'ricket. Die Zweitklassigen haben erst -am vergangenen Sonntagihr bedeutendes. Könpen bewiesen, so daß sie auch heute nicht,chancenlos in den 5kampf gehen.'- Die Hakoah. hat in der vergangenen Woche fleißig trainiert, so daß sie in der Form schort fortgeschritten sein dürfte. Rap'id hat dfe Rennweger Sp.-V. zu Gaste, die er sicher bezwirtgen wird. R u d' 0 l f s h ü g e L und D 0 n ä tt st a d' t pflegen das g'keiche Spielshftem. - Die größere Ronüne dürfte den Erstklassigen amu' Sieget verhelfen. ' Die Germania tritt im Prater gegen W. A. C. an. Nach dem sensationellen -Sieg über W. A..F. sind die Schwechater in den Vordergrund des Interesses gerückt. Auch heute sind sie Favoritö. . Wacker hat sich die O b e r - S t. B e.i t e r. ver, pflichtet, die ihm den Sieg nicht streitig machen können. Ad.mira gilt im Spiel gegen Bewegungsspieler als sicherer Sieger.' Oftrnacf hat die Gersthofev zu Gaste, die ihm energrsckten Wtoersiattd entgegensetzen durftem Vor dem Teamspiel stehen einander Slovan—Rußdorf in einem Nachspiel von 28 Minuten auf dem Simmermge« Platz'gegenüber.' Der Kampf wird beim Stande von 1 :i fortgesetzt uttd wird vonjeder Partei mit zehn Man« bestritten. - ■ - ■■■ ■ - ■ ■ Ern Samwekruf ä« d?e TvMMen. Die jüngsten Vorgänge in der Sektion »Austria" dev Deutschen und Oesterreichrschen DipenvereinL und . im Touristenklub haben die Herren Gabriel Wolf und. In, genieur Fedor Ackermann veranlaßt, für Donnerstag den 8. Februar eine Versammlung aller jüdischen -Mitglied« dieser beiden Vereinigungen einzuberufott, um zu den Vorstößen'der antisemitischen Scharfmacher Stellung zu nehmen. Die Versammlung findet , im Souterrainlykal des Tafe In* dustriellen, '1. Dez., Konkordiaplatz 4, statt und beginnt u« 6 Uhr abends. ( Die Hakoah dürste beute gegen Cricket in solgenbsr Aüfstelluna amreien: Nenmann: Scheuer. Trümer: Molnar, Grünfeld. Kohn; Jubn. Vollak. Gansl, Grimwald. Häusler. — I« der Res rve debüiieri der chemalige W. A. E--Stürmer DiÄer. - Oesterreich--De«1tchlo»d. Der Deutsche Fußballdmtd batte als Ort der AnStranung iüc das am b. Mm statliindende Länderspiel Oest-rretch-Deutschland ursprünglich -aS Berliner Stadion m Aufsicht genommen. U-der Wunsch des miveldemsche» BetbindeS hat fick der D. F. B. nnumrhr entschloffm, das Spul in Dresden abwhallen. Fuchs, der frühere Funktionär der Amateure, ist bem Sportklu» Tonausttdt beigetrrten n»d wurde zum vrästdemen gewählt. Als Mitgtfl soll er dte Spieler Lvwruield und Trinkt mitbrmgen. mmmm M. ROHATYN Wien, I., Maria Theresienstrasse 10 Telephon 20-3-63 4M Der Volkswirt. Eine Krone --- 1.77V» Centimes Geld. Weitere Abschwächnng. . 8» Zürich nonerce: dir österrelchische Krone .... 1.77V, (188 am 88. Jänner) vte osterr. grstemvelte Krone » . . —(—.— am 28 Jänners dir tschechische Krone . . . . . . 8.45 ( 8.65 am 28 Jänner) "te Mark . . .... . . . . . 11 — 11.— am 88. Jäpner) Ägram ............ 46y ( 4.60 am 88 Jännrr) Bakarest •. . . .. . . . . . —l-".-" «» .88. QSmteii Bttdaveü .... ...• put ^38 Waricha« ...'<*Y.. .^r*:'ew''S$..' Zur pokniplstm ZwangSqnlMol/ Ddx ,Iurjer in- War ich an schreibt: Das FiilstnzMnftLrium soN bestimmt haben, baß bei der Vsrechnustg'/der Summe her Zwangs? anleihs bei einenr Vermögen - von mehr als 109.000 Sföcrt! noch in jedem Hause die. Möbtzl, Wäsche, Kleider und Bettest in Nechuung gebracht tverden. weil ein Kopfkissen jetzt 10.009 Mark, kostet, -ein Hemd -1500 Mark, ein Schrank 8000 Mark. So wird nach dieser Berechmmg sich Herausstollen, daß jeder Arme zetzt-bedeutenmehr als 109.000 Mark Mißt und daß er von dieser Snmm« eine entsprechends ZtvLntzSstnleihe wird Wahlen müssen. Diese Nachricht hat große/ Mzüfriedenhett hervorgerufen. Man müßte also nt dieser Hinsicht etttk« Etnschränkungen machen» und ein Minintum der/rtottvenhtgften Möbel,,und Kleiner.festsetzen..DAfür aber wirb öS nottvrndig seilt, von den Personen tvolchr diese Gegenstände im Ueherfluß besitzen, eine Abgabe von dieseir Gegenständen als Lnxusgegenständr zu erheben. (Die Duvchsührung einer solchen Maßnahme, wenn sie tatsächlich errK- Haft geplant ist, .scheint geradezu yuSgeschlossetr. JedenfaW würde die Idee ein interessantes Novum in der an Ueberraschungen so reichen Finanz- und Wirtschaftsgeschichte der letzten Jahre darstellen. Die Red.) Balutenkurse. , Im Hi idl'ck aus de» n e u e r l! ch«p R ü ck g a-.n ft unserer.- Ktoye m Zürird warru <m gestrigen Verkehr tremdo Ztdlungöm-ttel gefragt und « e s e n t l t 4 h ö h e r. N 'chste'nttd die osstuellen Schlußkurst: Amsterdam 22.3 (4— Geld. 22 450 'J/et4 (gegen 28 Jänner 20.830 — ©db, ‘21Ä— Ware), Äftram 485.-,' 469.— (428.- J3 ^HMM§WMMMWGWWW Offeriere grosse Posten Hufuägel, Piffelnngel, T?i!{88tifte,iyoTji|ng,‘chl8sser, . . Mauskastensotilitsser, Kartoffelhane», Holzhacken, , j^etalkägeSflättei*, Spannsägehliitter, Znarsteen, ' , . Eimer, BeisszajigenjSe’iaBfela.Prefde'striegfillTolz ' •*. , * * v ’K , 14-. t t\' I M schraaben, FaswB'eten, Drah), Bengelzeage,; Werkzeuge, Otto WapnbePi, Eisennail Stah’waren en oros Wien, 2., Twchlanljen 10 Te?,epBi©n Kr. GiK.'LDff. M m Mn \,r r- * Jfi