Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 721 (28.1.1921)
- Date
- 1921-01-28
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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% N?. 721 Men, Frettay - - ' ' 1 .- , T 1.“ Industrie gut entwickelt und die Automobillndustrie hatte sich auf dem Weltmarkt einen guten Ruf erworbeckl Run aber gehen diese Industrien infolge der ungeheuren Kohlenpreise zurück, wodurch die Rot des Volke-, das Unter der Geldentwertung und dem Warenmangel an sich schon leidet, noch größer wird, was neue Streiks und Arbeiterunruhen zur Folge hat. die ihrerseits wiederum noch mehr zur Zerstörung der Produktion beitragen. Ein schwieiges Problem ist in Italien auch* die G r« nahrung und schon vor dem Kriege wurde ein beträchtlicher Teil seines Bedarfes aus Argentinien gedeckt?während die verringerte tzeistungSsFihigkeit der italienischen Industrie hie Unterbilanz im Verkehr mit Argentinien ümsä schmerzlicher empfinden läßt. Verkehrsfort^chrilte in Palästina. Ueber DsrkehrsverLesserungen in Palästina berichtet die ,Meue Züricher Zeitung": Die Regierung hat beschlossen, zwischen Petach -Tikwah und Ras-el-Ain (Station iw* ftalro—§flii09£i::i2) eine NormalspurLahn zu bauen. Die Arbeiten beginnen in einig««, Wochen und sollen bis zum Frühjahr beendet sein. Dieselbe.Kolonie erhält demnächst auch einen Anschluß nach Jaffa, vor allem, um den Orangen^ export zu erleichtern. Auch die Landstraße zwischen Jaffa und Sichern, ein« der am meisten vernachlässigten und holperigsten Straßen im Land«, wird nun mit großem Eifer ausgebessert. Andererseits haben die Aröciten zur Verdoppelung der Telegraph en- und Telephonlinien zwischen Jaffa und Jerusalem begonnen. Den Touristen wird noch eine weitere Bequemlichkeit gewährt durch die soeben eingeführten reduzierten Preise für Saisonreisebillette ans den Eisenbahnen des ganzen Landes. Nachdem durch baS kürzlich« französisch-englische Abkommen die Eisenbahn Haifa—Damaskus teilweise englisch, teilweise französisch geworden ist, sind die beiden Direktoren übereingekommen, dir Züge in beiden Richtungen« unverändert fahren zu lassen. Nur di« Maschinen ur£ die Beamten werden ausgewechselt, und zwar in El-Hama, der Ästest Station östlich von Samach am 'See Genezareth. " .Die Werreickiscke Montanindustrie. Unter dem Vorsitz des Präsidenten Hugo Noort fand die -6. ordentliche Hauptversammlung des Vereines der M-mtau^ Eisen- und Maschtnenindustriellen statt. Der Vorsitzende erklärte, das Jahr habe eine bittere Enttäuschung gebricht und die Arbeit sei durch das Verhalten des LsuslandeS und auch im Inland auf allerhand Hindernisse gestoßen. Durch «ine kurzsichtige Tarif» und Zollpolitik sei die Güterbeförderung erschwert worden. Am schwersten wäre die Bol.stung durch ^bie Lohnbewegungen gewesen und bald werde der Fall eintreten, daß, ungeachtet des-gesunkenen Kronenkurscs, Industrie kncht mehr konkurrenzfähig sein würde. ÄuS dem Bericht geht hervor, haß sich die K oh l e n f ö r d e r u n g -egen 1919 von LI aus rund 25 Millionen Meterzentner gehoben hat. In der Eisenindustrie ist keine wesentliche Steigerung zu verzeichnen. Infolge des Anwachsens , der Gestehungskosten find die Preise außerordentlich gestiegen. Die Maschinenfabriken waren gut beschäftigte Die Krise in Belesen,? . Die ökonomische Krise hat, wie schon berichtet, auch Belgien erfaßt. Nur die Kohlenprodukt'.o» ist verschont geblieben. Am schwersten ist die Textilindustrie betroffen. Jn G e n t feiern 20.000 von 40.000 Textilarbeitern/ in VervierS gar 11.000 von 16.000 . Die Arbeiter, welche nicht entlassen wurden, find aber auch nur wenige Stunden in der Woche beschäftigt. Die Di a m a n t e n i n d u st r i e in Antwerpen stagniert. Von <if Brachfeld. 7 Eine Geschichte aus dem neuen Palästina. Aus dem Hebräischen d-s Sch. Zrmach. ' (Schluß? ' Der den Stcin herbeigeschafft hatte, rief, bann: . „Vust tst^ es Zeit, baß wir zu unserer Arbeit . zurückkehren. Und mögen sie nur herankommen, die Hattünken, und Zeigen, was sie können — pfui, Memmen!..." Er spuckte aus und ergriff die Lenkseile. Wir folgten seinem Beispiel, und so nahmen wir mit vereinten Kräften die unterbrochene Arbeit wieder aus. D^smal wcu'en es nur sechs Pflüge, denn, einer von -uns staiHd der Reihe nach Wache, um die Angreifer zu „ beobachten. ,1 Die Arbeit ging jetzt vortrefflich und rasch vonstatten. Wir hauten erbarmungslos auf die Tiere ein. Alles war vergessen. Nichts sah man außer den Pflügen und den ^vvrg'spckldnten Tieren. Die in dem Herzen kochende Wut fräß an unserem Leibe ohne Unterlaß. UnS dauerte in diesem Augenblick nicht das vergossene Blut, mit Nichten: waren wir doch von vornherein ba auf gefaßt. Aber es gelüvete uns nach einem offenen Kamxf und dieser räuberische Anfall aus dem Hinterhalt erregte in uns einen unüberwindlichen Abscheu. Der Zorn beherrschte alle unsere Sinne, brachte alle änderen Gedanken zum Schweigen, so daß nichts übrig blieb als diese stille, ohnmächtige Wut. die sich unseres ganzen isi-esenS bemächtigte Und das Blut in den Adern vergisrere. Wie Nachtwandler schritten wir hinter unseren Mägen drein, durstig nach irgend einem wilden Handgemenge, nach Lärm und Krawall, um unserem saitntaK Bous Lust -u mache». Wiener Modenzeitung 28. Jänner 1921 Weite r 13.000 Arbeitern sind nur Mehr 5000 beschäftigt. Die Regierung unterstützt dre Arbeitslosen, Jeder erhält vra Tog 3 FxancS und 60 Centimes Zulage für die Frau und für jeded Kind. Um die infolge der hohen Preise gesunkene Kauflust deS' Publikums zu heben, wurde über Initiative desi ArbeitSmimsters W au t er eine auS» Fabrikanten , und Arbeitern bestehende Textiltommifjion gebildet, welche den Verkäufern niedrigere - Preise für die gebräuchlichsten Textilartikel, wie Flanelle. Blaudruck usw., vorschreiben soll. Daun find große öffentliche Arbeiten in Angriff - genom.n m worden, und zwar vorerst der Bau der Kanäle von C h a r l e r o i und C a m p i n e und die Demolierung der Befestigungen von Antwerpen. ■ Zn den Güterverkehrseirifchrarckungen in Jugoslawien. AuS Laib ach wird uns berichtet: Im Frachtenverkehr auf den jugoslawischen „Bahnen sind neuerlich BeschrarMngeu versüqt worden und gelten von nun, ab.bis auf,weiteres im V.'rkehr mit Oesterreich f.loe.lde Bestimmungen:Frachtgut in Wagenladungen ist eingestelit (mit Ausnahme von, Lebensmitteln) nach Wien * Hauptzollamt; Holzsendungen, werden nicht expediert nach Wien-Ottakring und WienfHernals: dis Entgegennahme von Eil- und Frachtgut ist sistiert nach Graz, Gra;—Köslach—Wim und Graz—Hartb^rg (ausgcnommcn sind Lebensmittel. Vieh, verderbliches Gut, Eilstückgut): der Frachtenverkehr , über. Radkersburg und Prävali ist eingestellt. Für den Frachtenverkehr aus Oesterreich -wurde bestimmt: Eingestellt ist die Zufuhr von Frachtgut in Wagenladungen nach Marburg. Bewilligt ist tue wöchentliche Einfuhr von zehn Waggons Waren, die an die Zollämter Agram, Csaka- - thurn und Karlstadt gerichtet sind. Der übrige Verkehr ist fräi. Der Transitverkehr über Jugoslawien erfährt keine Beschränkungen. * Da« deutsche ttttb österreichische Gigentnm in den Bereinigten Staaten. .Nack einem Funkiputch drS Unittd Telearaph bat der Ob-rste GericktSboi der Be-emiaten Staaten in einem Be'chluß datz Krll-gsgeictz Uber den Hand«-! mit den »kindlichen S'aaten awicch erlnkten und de von den T> endänderu e-eS 'eindl chen E gen'nms voracnommene Beschlagnahme, des deutschen und öfter,cichtschen Eigentumin den Bereinigten Staaten gu gcheivl«. ' 8oo!etä Ln« n'mn Hammeroio f'vlinkokr^ Cnrtn, D'e Bereinigte Pipieru dust',«- A.G. in Wien und bieBanca Commercial« ItaÜana in Ma land haben in Mailand die LooistL ^nonimn 6omn,vreio Celluloss (larta gegründet. D't 'otii’ttiu* ic.cnbf Genetalveriammlung hat am 16 d. M. staitg funoen. 10VÜ Milliarden Rubel Papiergeld. ,Da>ly Telkgraaph" niahu aus Stockholm daß die Bobckew'ken bisher nach tbren eigenen Angaben iür 10X) Milliarden Nudel P.ivieigeld auMaeben haben. De Golrueserve betrage gefenwältig^ 400 M'll onen Rubel wovon L':5 Millionen iur Wa enkäufe im 'Ausland di nen. Dlt Aus'mben des Budge s für, 1920 belaufen sich auf 1^80 Millimden Rubel, die Einnahmen aui 350 Millinden Rubel. Die letzte Summe steht nur aui dem Pipirr. D>« Ernte des letzten Jahres soll in Rußland du schiechleste feit lb9l gewesen lein. . Das rossi'che Geld. Eine englische Firma in Leeds schloß kürzlich mit Krasjin einen Vertrag ab, kraft dessen die Firma sich verpflichtet hatte, 130.000 Pards Tuche gegen 70.000 Pfund Sterling „in Gold an .Rußland zu verkaufen. 25 Prozent des Goldes. sollte die Oowjet-elegation sofort nach AbsMrß des Vertrages in der Estenbänk in Reval deponi.'ren, die Restsumme nach Ablieferung der Ware. Die Firma drang auf Aufnahme der Klausel, das Gold müsse zunächst durch Sachverständige auf seinen Gehalt geprüft werden. Die Gowjetdelegation lehnte dies in,deS ab. Nun zog dir Firma bei ihren Vertretungen in Skandinavien Erkundigungen ein und erfuhrt das GoL> enthielte 25 Prozeß WiSmut, was s inen Wert natürlich bedeutend vermindert. Eine Reihe bedeulender Firmen warnt vor irgendwelchen Abschlüssen mit den Agenten Lenins ür,d Trotzkys. So schreibt u-. a. eine Firma: Es ist klar, daß eine Firma, die, mit der Sowjetregierung in Verbindung tritt, früher oder spater den Betrügereien der Bolschewiken anheinifallen wird. Diese haben 40-Prozent ihres Goldes für Propaganda'wecke im -Ausland verwendet. Den Rest mischen sie mit Legierungen, damit er sür längere Zeit reiche." Als die Firma ähnliche Bericht« von* Pariser und Brüsseler Geschäftsleuten erhielt, brach , sie die Unterhandlungen mit ^>en Bolschewiken ab. Die vmerikani'che Stahlindustrie. Aus N e w-Bor wiid grmkldrt: Nack d'M deme verösfentlicht.-n Ausweis d 'Imicd Sta'es St el Corvorat on für das IV. Quartal 1920 bq 'rüg drr R ingewinn nach Abma dcr Zuwendunaen an dvf T lannosionds, der Abschrnduna''n - und der - .Eineyeruugrt 31,703.000 Dollar genen ^6.739.0'0 Dollar im Boignartal 23/ 4« .000 Dollar im IV. Quartal 1910. ' 5.437.000 Dollar z« gleichen Zeit des Jahres 1916- »nd 4^,t 35.0l 0 Dollar iw Jahr 1917 Die Divid" dever läumg brachte wie b shrr 1?/« Doll« auf die Borzirosakti-n und \l)t Dollar auf die Stammaktien. . Kohle und Rohstoffe. Aus London wird gemeldet^ Die inte-yationale Bergarbeiterkonserenz hat vor dem ÄüS» eiilander,,ehen eine Resolution anqei'snnmen, worin die Re« gierungen ^aufgesordert werden, durch eine initernationM Aktion jür'ganz Europw di; K o h l e n l i e f e r ü n g e Ü mehh - als PlS»er' dev Nächsräge .anzupassen. Die Konferenz - veö> . lanstt, Mfj das Internationale Arbeitsamt ein'intern,ationalrs Kontro/amt schaffe, das dir Zuteilung und .den Austausch aller Ittr die Wiederherstellung sämtlicher . Länder ° unentbehrlich'.n Rohstoffe zu üherwachen hätte, und fordert die Bergarbeiter aller. Länder zur Einschränkung der Ueber-. stunden auf.,. Es wurde heschlossen, diese Resolutton detz Konferenz der Premierminister in Paris vorzulegen. s Balutenkurse. Im aestr-aen Verkehr War nas Gelchäst iv irmid-n Zililung'M't'kln aei'Ugcr. Nack, änfängs'cher Bcsseiung 'chwacher aui d-e Eihöhung unseier Krone. Nachstehend' dst ofsiziellen Schlußkurse:- l - Amsteid im 19 750.— G'ld.19 850.— Ware (gegen 2A Jcinn«t 20.450 - Geld. 80'50 - Wirr), Aaram 418..-. 422«^ (420.^ *24.-, Belgrad 16 0.-, 17 0— (1685 -, 1705-), Berlin 1058-, 1064— (1047.-, 10'9—V Biüstel 44'7.b0. 4457.50 4605—, 4645—\ Budave't 117-75. 119.75 (116.-, 118:—X Bukarest 850 86 ).- (835—, «45—). Christian-a » —Kovendagen IlchO.'.-^, 11.850.-^ •12.375.—, 12 425.-) London '2 57 50, 8277.50 (2345.—. 2365—), Ma land und Triest 2190 2210.- (3235.—. 2255.-), New-Äork 587—, 591— (623—, 627.-). Pari». 4250—, 4290- (4380.-, 4420.-). Prag 8 k5—, Sil.-* . (804.—, 810Sofia 755—, 765— (750.760—). Stockholm 12920.—, 12980- (-.—. -—). Warschau UN» Krakau 78 75, 80.75 (76—, 78.—, Zürich 9325—, 9375.— (965).—, 9700.—), Dollarnoten 583—, 587.?- (618-, 622 -). B lgi'che Noten 43.32.50, 4432.50 (4580—. 620—), Bulgari che Noien 7 0.—. 760— 740—, 750.—), Dänische Noien 11.175—. 11.825—'12.325— 1A375 -), deutsch, Mai knoten 1056 50, 062.50 (1016—, 1« 52—), englische Note» 2240.—, 2260 — (2325—. 2345> ). framösische No en 4230—, 4)70— (4370—. 4410—).' holländtiche Noten 19.675.—, 19775— 2'.350.-% 20.450.-), 'tastenische Noten 2190—, 2210— (2235.—/ 2245—), nnabgcstemyelte iuaoilawische Noten* 1677— 1607— (1678—, 1698—>. no wegische Noten —, —— (11.875—, 119*25—V bolmicht Marknolen 81.50, 8850 82—, 84—), Rumä'nnche Noten 635—, 845— -30—). Russische (Nom.' 312318— (322—. 328 -.). Schwedische Noten J2.>70—, : 12 930— (13.070—, 13.I30.-H Schweizer No.n 9325. -, 9375 — (9650.—, 9760.—, tschechä^ ilow.iktsche Roten 807.25, 8I3 25 808—, L14.—), ungarische. Noten 119—, 121— (117.50. 119-50'. Wiener Börse. An der gestriflkn Boise bildeten das Hanvimterefir SMahNE Pr outäten, wllcke gegen den lletztaemeldettn Stand ale ch um 1^ 260 höh*r e nsehten und bet enorm lebhaften Umsätzen und lk'chten Schwankungen kiesen erhöhten Preisstand behaupteten« Ne übrigen Kullfsewerte, die mit leichten Bcsscrungen ervsfnelrn, vermochten die Avancen nicht aufrechlzuerhafien. vielmehr erfuhren dieselben jm Verlause des Verkehrs Einbußen, da eine neuerliche Besserung unsrrer Krone aus Zürich gemeldet-wurde. Die Spekulation suchte sich zu entlasten, ziimal auch bie auS Baris vorgelegenm Nachrichten zur Re>erve Anlaß gaben. So sielen Staatsbabn um K l 5, die Prioritäten, derselben um 155, Alp ne um K UO, Rima um 200, Salgo um805 und Sloi-a um ll 260. Auch im Schranken war Aögäbelust vor herrschend und aw den meisten Geb eien billiger anzukommeä» Damp sch st verldren-ll 790 Wienerberger kregel ll 42i>. Aussig chem sche ll 300. Berg und Hünen K 975, Prager Eisen K 852, B-itscher Magnesit K 400 und beide.Eisenbahnverkehr je K 20tX Starker m Mitleidenschn t gezogen wurden Peiroleumwerte von eenen sich Avollo um K 460, Fanto um 700 und Galjz» um & 22 0 ermäßigten, ^ediolrch Egvdy r wurdln B 238 üng. allgem. Kokil n 200 und Navigauone K 400 höher bewertet, Die schwache Halkuna blieb Ws -um Schlüsse des Verkehrs in Geltung b s aüi Südbalrn-Priontaten. die sich von K 3099 btf K 316 > neuerdings erhöhten. Aus dem. Nentenmarkte verlor die llt'Q. Kronrnrentc 25%, daaecrrn bestand Hroße Nachfrage nach An dritthalb Stunden hatten wir so, wie. berauscht. ß einem Atem, ohne einen Augenblick zu verschnaufen, gearbeitet. Wir warteten gespannt auf einen Angriff, aber vergeblich. Unsere Nachbarn kamen nicht. Zwar, zeigten sich jene schwarzen Punkte noch einige Male auf den Bergabhängen, aber unsere Schüsse hielten sie jedesmal in Respekt. Auch unsere Tiere wurden rappelig. Wie wahnsinnig liefen sie mit nach allen Seiten sich bewegenden Mäulern, schwer atmend und die. Pflüge hinter sich nachschleifenMdaß die großen, halbrunden Schollen^ nur so umherflogen. . ' Und in der Seele wurde es 'mit einem Male so leicht, als chätten wir jeder ein Dutzend Flaschen guten alten Weines hinuntergestürzt. Jene unbändige Nacheluft, von der unser Inneres ganz eingenommen war, wirkte erhebend. Die Glieder strafften sich; die.Augen flammten; das Herz pochte heftig. 'Nicht etwa aus Furcht. Bewahre, -diese.kannten wir nicht mehr. ES schlug aus purer Lust, Ungeduld und einem heißen Begehren, wie das Herz eines Liebenden, der hinter einem halbverfallenen Zaun seiner Geliebten harrt. Unsere Füße hoben sich von. selbst,, als hätten sie Flügel bekommen; und es schien, als wäre ^der Boden unter unseren Füßen weicher, luftiger und elastischer geworden, wie der schäumendem Gischt auf. den Wellen der hohen See. . ';': Gegen Abend kam der Vorgesetzte zu. uns-in Begleitung zwe'er Wäch'.er und übcrbrachte uns die Kunde, daß Schumels Wunde nicht besonders tief, und daß sein Zustand n-cht gefährlich sei. Er bemerkte scherzend: „Er schreit in einemfort, er werde morgen mit zum Säen herauZkommen." ' Er wartete, bis wie mit der Arbeit fertig wurden. In seiner Gegenwart. machten wir noch zivei, drei Gänge und — Schluß. Weit und groß, w,ie die dunklem Gewässer eines Sees, breitete sich das Tal v.or uns aus^ gepflügt, gefurcht, in Peete geteilt und in einem leichte^ goldig schimmerndem Nebel gehüllt, unter einem vom! Dämmerlicht der untergehenden Sonne entflammte^ Himmel, als verberge es das Geheimnis feiner Lustj in sich selbst..' - - . . In der? Mitte ragte der große, graue, auf dertz ^ersten Blick die Aufmerksamkeit auf sich lenkende Stein'. Unter ihm schien stellenweise das vergossene Blut noch zu rauchen und als wir an ihm .vorbeikamen, regte sich der bereits gestWe. Ingrimm von neüem. Einen Moment lang blieben unsere Blicke an ihm haften und es war, als raunte das Herz jedem ins-Ohr; Warte, du sollst es büßen! . Der Vorgesetzte ritt/ von den Wächtern begleitet;,, voraus,' und wir folgten ihm auf dem ' Fuße •' nach.: Während der Fahrt sprach keiner ein Wort. Stille wie gewöhnlich, ging die Sonne' unter. Im Westerv chatte der Horizont, sein ^goldverhxämtes. ange-.' ' zogen. Der Gipfel des.'Tabor begann - sich' - zu' verschleiern-. Die im Abendnebel verschwindenden; Täler schienen wie 'mit Goldstaub bestreut. .. Nur. die Pergspitzen wärest noch sichtbar. Eiidlich' Vetfchwandest'chuchj sie.'Der'Huftkreis nahm einen öfnzigett Tpn an, der sich, von Sekunde zu Sekunde verdichtete. ,, Als wir-im Dorfe anlangten und uns nach dem! Hofe verfügen wollten, wandte sich der Vorgesetzte att uns mit den.Worten: ,X. „Morgen wird gesät^.. Wir antworteten. einstimmig und mit - Stolzr I „Aber selbstverständlich." -; ->)}’ Und wirklich fingen wir am anderen Morgen d<is tags zuvor beärbeidet« F4ld ausMäeru