Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 721 (28.1.1921)
- Date
- 1921-01-28
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
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Wien. Mnag Wiener Moraenzelttms K. SSmttt 1921 wim Seite 6 Ieinten KartrnaVsckinitikn Mtforfdjen. Es ist bite im Inttt'fftln Konsumenten flckeaen. daß sie b s längstens T.. Februar bm Abschnitt IX deS FlckchrinkausscheinrS bei dem Fl'ckkbdauer, der bem sie r-'tzomert sind. adgedrn. Diejemy-n Konsumenirn, die dies unterlassen, könnten in Zukunft nicht mit der ans sie entfallenden Flerschmenge bedient werden. Bühne und Kunst. Eine Rede des Präsidenten Detter Ädrr die Staatstheater. HÄmrstbetrieb und Kameralistik. — Die beschämenden Pensionsverhältnisse. — Das Niveau der Staatstheater. — Die neuen Reichen.) In der gestrigen Sitzung des F'.nanz- und BudgetrruZschusses hielt der Präsident der Staatstheaterverwaltung, Sektionschef Dr. Vetter, eine bemerkenswerte Rede, in der er unter anderem ausführte: Das Defizit der Staatstheater wäre an sich gerechtfertigt, wenn es sich auf Verfolgung sittlicher, sozialer und künstlerischer Gesichtspunkte zurückführen läßt. Leider ist es gegenwärtig nicht möglich, über die Ursache des Defizits volle Klarheit zu schaffen, w?'l die veraltete kameralistis ch e Buchhaltung keine genügenden ebersicht schafft. Es ist daher vor allem die Einführung eines modernen kaufmännischen Verrechnungssystems nötig. Im allgemeinen ist zu sagen, daß die Gebarung nicht als unerfreulich bezeichnet werden kann, weil wir im Juni 1921 mit einem Staatszuschuß von bloß 26 Millionen Kronen abschließen werden. Man kann von einer Verminderung des Defizits auf die Hälfte sprechen. Ein weiterer Uebelstand, der eine Folge der Kameralistik ist, mutz abgestellt werden: Seit 38 Jahren wurde keine Innentnr vorgenommen. Die Bezahlung der Kräfte ist . den Verhältnissen an den Privattheatern angeglichen. Man'muß zngeben, daß der Wunsch der Hoftheater-Angestellten, besser bezahlt zu sein als die Angestellten der Privattheater, gerechtfertigt ist, weil von der letzten Hilfskraft Höchstleistungen zu fordern siwd. Sehr beschämend sind die gegenwärtigen Pen sionsverhält nisse. Das Pensionsinstitut der Staetsover ist bereits geschlossen. Der Höchstbetrag der Pensionen beläuft sich auf die geringe Summe von 6006 Kronen, während die Pensionsanstalt des Burgtheaters gar Hoch st Pensionen von 8640 Kronen zahlt. Was die künstlerischen Probleme betrifft, darf man feftstellen. daß der reine Opernbetrieb kaum auf eine höhere künstlerische Stufe gebracht werden könnte und Haß das Burgtheater an Reinheit und Größe seiner Ziele nicht zu übertreffen sei. Hingegen laste das Ballett noch zu wünschen übrig. Nnkünstlerisch ist es daß feine kleine Spielovern im Riesenraum der Stäatsoper gespielt werden müssen. Präsident Detter hält es für unangebracht, die „neuen Reichen" abzuurteilen. Er findet, daß sich die alte Bourgeoisie im Theater oft schlechter benommen habe. Schließlich gab D?tter der Hoffnung Ausdruck, daß die Staatstheater das Erbgut aristokratisch-bürgerlicher Kultur, sich auf dem wunderbar reichen Boden Oesterreichs audj zur Freude unserer demokratischen Zeit entwickeln werden. Ans den Theatern.?m Burgtbeater nelantit mornen S enmontag" zar Aufsührung. Erhöhte Preise. Anfang 6 Uhr. Zn btt Wobltatigketsveransialtuno von *$2 abtrtunb Bertram" im Buratdearer am 1. Februar. 10 Uhr ab'irdS. wi> st anck ein Ensemble b'8 Ballettkorps der Stnaksover m t und w rd »nt zw'ittn Bild etiifn Bauerniam nt der SPtetxrmeie zu vorstihren. Das brüte Bild bringt eur Konten, in d m Frau Gnrbei!- Sckoder Volkslieder. Flau Lot e Lehmann bas Ge! et der Tosen und He Gavalie aus »M.mon", Herr Fischer- Niemann de Arie tes Äasco deGama au? der »Afrikoncnn" »nd Komme, iänflrr F'irir ^keiner singen wer rn. — Die Generikvrode zu der Borsiell-ma sinder Monwo dm 31. d M>. 7*11 Uhr vorm 'tags, st irr. D«e iiir die Geneialvro^e res Vuratheat-rs ausgestellten Pcimanenzkaiten haben auch für bitfe Probe Gültigkert. In der Staatsoper findet maram. Samstaa. die ersieOpernredvute statt. Es entfällt daher die Abend- Vorstellung. In der V o k k S v p e r seht hmke. Freitag, brr italienische Barrtonifi Angcko Plotto als»GermoNr" n »La Trovratn" sein Gaülvck fort: d e iib> gen Haurt, ollen sind mit Frl. Musi! and Hern Albin Ritter he m als Gill besetzt. — Mo,gen a bt nach mehrjLbrtaer Pause Mow.rtS »Don Inan" in 6;.ene. — Die Aufführung d S Schredrrschr» Märchens »Klei n Wolfgangs Zaubrrriachl" findet in Hinkunst in der Volksover nur wehr jeden zweiten Sonntag sta t, um an den dazwnchenlirgrnden Sonr1aa«''chmi1'aakn drm aus der Umgebung nach W,en komm-nden Publikum den Be uch von Ovrrnvorsiellun e» zu »rmöglichrn. AlS eiste Over n-N achmittanvorstellung finden am Sonntag den 6. Februar „Caval leria t « 11 i e a n a* «nb »D < rBajazzo" statt. JmDeutsckenBolkstbeoter wird geäenwartia Bernard Shaws satirisches Märchenspiel »Androklus » udderL § we" ttt bet Uebcrsevung Siegfried Trebitsch vorbereitrt. Die Ersioniführung ist »ür Freitag den 4. Februar geplant. Svielletter: Durfror Bernau. I» den K a m m e r i v i e l e n deS Teuffckm DostS« theakerS gelangen Artur Schnitzlers D aloae »Reigen" Dienstag dm 1. Febinar in folgender Besetzung zur E'siauffühlung: Dirne — Fräulein Markus. Soldat — altern errrrd die Herren Kammaus und Ei na. Stubenmädchen alternierend — Frönte,» Hochwald und Fräulem Woiwode. junger Herr — Ärrl Weng, aß junge Frau - Frau Carlim, Edegatte — Herr Iwald, Dasüße Mädel — Franle-n Kelle«. Dicktt'r — Heir Z egler,Schauwielerin - Frau Ollh. G>af — Herr Lacki er. Spiellener: Dr. Heinz Schulbau:. Delvrativue» Raid Eutwürfeo des Meters Friedman». Freie Jüdische Volksbühne. Heute, */«* Ubi abends, gelaunt in der Freien Jüdischen Volksbühne (H, Untere Augirteysiraße Nr. 8l »Der Un. bekannte". Drama in vier A'ten von I Gordrn, zur Erstaufführung. Morgen, Sgmslaa, 3 Uhr nachmittags, wnd Richter- Schmspiel »Z u s v 8 t" gegeben. Z» dreier Vorstellung erhalten Mirglitder der Freien Jüdi'chen Volksbühne Freikarten. Diej n gen Mitglieder, die für den lau'enden Monat ke ne F'cikMl'n bezogen haben, weiden ersucht, Knten für die Nachmittägsvorstellungen za behehen, da sonst ihr Bezugsrecht verfallt. Sport. Die Anschlutzfrage im Sport. Die Anschlußfrage spukt in den Gehirnen der Wassersportlier. Den Ruderern hat sie vorläufig eine gehörige Blamage eingetragen. Sie, die sich auf ihr Deutschtum nicht genug zugute tun können, die mit Stolz auf ihren Arierparagraphen Hinweisen, haben durch den Deutschen Ruderverband eine gehörige Abfuhr erlitten. Dieser ließ die Heil-Brüder an der Donau wissen, daß ihrer Einverleibung in den großen deutschen Verband nur ein Hindernis entgegenstehe, und zwar — man lese und staune der Ärierparagraph. Es wird sich nunmehr zeigen, was den Helden des Rollsitzes wichtiger ist, der Anschluß oder die garantierte Judenreinheit. Der Schwimmverband hält morgen seine Generalversammlung ab.' Auf der Tagesordnung steht, als wichtigster Punkt, der Anschluß. Der Verband österreichischer Schwimmvereine (V. Oe. S.) will seine Selbständigkeit aufgeben, er strebt die Einverleibung in den Deutschen Schwimmverband an. Dieser hat, um sich' über die Verhältnisse im V. Oe. S. zu orientieren, seinen Sekretär Keßler nach Wien entsendet, der der Generalversammlung beiwohnen wird. Nicht alle Wiener Vereine sind Freunde des Anschlusses, während die Provinz geschlossen für die Aufgabe der Selbständigkeit eintritt. Für die Anschlnßfreunde sind in erster Linie politische Momente richtunggebend, der Sport kommt erst viel später daram Die FutzballMetLlpicle Des Sountegs. DiS Wrt spick- , v' g'amm dcs Sonnkngs tauet: Hakonh—Crtcktt »Flondstors). W. Ä. F— lS'4 Hönckdon). Nav-d Renmvea Hütt-!- dor'). Rudnisstiügel- Don««sta<-t «'Favo-l'm): Plenni—Olvmvla 'tfirmO. Wacker-Ob --Sk Bckt lMrirlmfl. W. A. E Gnman a >-itcr. Adnma(Ftoridssorst. — D?r Flo.'tedo'se!- A. C ft'i'lt IN Liesing. Dir Amateure, Spoitkluv, H-.l.ha und S mmei ing vnnucr-.n - Eine s"w Fu^alluun'rrfchaft in Wir«. " Vom 18. März bis 1. April unternimmt eirre kombinierte Götenburger Mannschaft eine Äettspielrcise in die ehemalige Mon-- archie. Mit -Mi Wrttspieleit in Budapesi wird der Anfang gemacht; dann folgen , zwei Spiele iu Wien und schließlich ci;t sänfies iu Prag. Das Wimrr Engagement der Schweden» hat der Amateur-Sportverein besorgt, der auch die Hakoah zur Trilnahms eilgeladen hat; deren Entscheidung ist aber noch nicht g?fallen. Eine Olympia^-. für Dam^n soll während der Hstngstwoche in Mo rte Carlo abgehaltrn tverden. Die Verbärrde in Errglattb, Skanuinaoim, Jia irr-». Holland, Frankreich, der Tschecho-Sloroakei und der Schwarz sollen ihira Teilnahme berrfts zugrsazt haben. Elf Clfmctrr'.L'e wurden insgesamt in der ersten Runde des Eng.'iU Cnp bikliart, von denan acht zu Trefserü verwandelt wurden. Wal-S schlug am Samstag England im Länderwettkamps der Amatrurmannschasten 2:0. Allgemein war ein Sieg der Engländer erwartet worden. Spr'llub (-akoah. Die Vollversammlung der Fußballstktion wird Samstag um 7 Uhr abends zu Errde geführt. Als wichtigster Punkt stehen noch die Neuwahlen auf der L : 'smt:,u»ia. — T o u r r st «t s e k t' o n ^trkurs rn günstigen Lchnecve ki-r'Itnlstkn im Wiede^vakd. S msma Trefipnnkt Liebknberg-Denkm.il. Um riachmntagS: Conmaa Tresipunkt Ltckenbug-Tenkmal 8 Uhr Uüd. B-« unaünfi-g-n Schn'kverbälrnMkn m W me>wa!d: ^kcku.4 M'ürnuiN'laa. Äbfabrt Lamstig 4 U:n 20 Mrn. Südbabnhor We eie.Rachckckten >m <.'ek,ttu>al. Mitwvch, 2. Februar, W'e»ie!wll''-Di!esausfiua. Trenrunk« 8 Ubr 30 M>«. Llldenberg-Dcntmal. 'Prrvum mnnrhmen. Führung Di. Epüt. Zur Angeleacnheit des DeutschSsterrekchischen Alpenvereiues. Die Akademische Spottaue lung Judaea ersuch! dringendst alle Kollcam und Kolleg nneü. di.'Mitgl rder b«*S Dtur'chöllennck'schen Atrenveremes find, unvmügtlck ihre Adressen obige« Abteilung. Tii'.tenfira^e v. bkkannt'Ugeben. Hechaw r Schwimms klbon. Die SektkonSleikung dringt zur Kenntnis, daß von nun ab Mitglieder, die n/cht schwimmen können, sich nur ausnahmsweise in der. Badel)a!le aufhalten» dürfen. — Beim heutigen Schwimmabend haben ausnahmsweise ausschließlich Mitglieder Zutritt. Gerichtsfaal. Gefä^rÜchs Einbrecher. Degni einer aanzen Reihe von Einbrüchen halte» sich gestern vor dem Schöff nger cht unter drm Vorsitz OberlandeSgerichrLrat Dr. T h ö n v S 13 Personen zu verantwo«len. Am 29. Jänner gingen der 22jährige Kmscher Aman Werner, der gleichallenge Monteur Afied Angel mayer. der Sljähuge Tischlergehilse Max S ka metz und der 28jäh,ige H lSrib-iter Jobs B l a ch o w e tz über die Wahrmgerstraße, um nach einer D^edSgrlegrnhcit Umschau zu halten. Sie deschtoss n. m dem Modewarcnger'chäsi »zur ModevrmMrn" der Tlieicke Bi'tei eine Bi'ite -u michen. Der Leilrnn des denichiarttn Kü benwi knge chä teS Glimber^er fiel dis G.'bahren der Burschen au' de' Sua're auf. die sich in das Gastk-ur D »w e t deäaden, nm dorr mir idrrm »üblichen An° . Hang den Dirböplan zu bespreche«. Dort »arm die 2ij8hrs>t Stickerin Antonie S ch e d e r t, die 26jähr'ge Franzrske Z a v a s z i und die Hilfsarbeiter» Hecmine B «11 v i t anwesend. ' Die drei Frauen immer hatt n das Geschäft ansgebrnd» schallet. Alles ging programmäßig vor sich. Argelmayrr, Blachöwetz nnd Skametz vrrübtm den Einbruch bei der »Modrprinzrisin" Werner und die Schabert halten die Aufpasser gemacht. Emt Menge Samt.TamenmSntel und Stolle fielen dm Einbrechern in dir Hände. Die ganze DiebSbrute m Wert von K 100,000 wurde dann um K 9000 verkauft. D» Schaber» wurde nach de« Einbruch prachtvoll aus» gestattet. Sie erhielt zwei Samtlleider und einen Mantel und auch die Geliebte dcS Angelmiyer, die Barronek wurde mit eine« Kleid und einem wertvollen Untnrock bedacht. Dieftr Einbruch war Nur einer der zahlreich« Diebstähle betz Verbrrchkrgckellschaft. An ein?gm der DubstShle bat'en sich anch auch die Hilf-- a beltrr Johann und Josef Mandart. Rudolf Kadfttz und Matthias Thaller beteiligt. Die Beschuldigten stellten dck der Verhandlung einige Diebstähle in Abrede. In einem Faste soist eine mhster'öte Frau, welche de« Spitznamm «die Gckbe" geführt hat, die Täterin gewesen fei. Der G'richtshof vervr eilte Werner zu 8, Angelmaher zu % Josef Blachöwetz zu 2'/,. Max Skameuetz zu 8'/» Jab r ev. Ferdinand 6kometz und Joses Mandart zn lb, Jobänn Mondart und Franziska Zavaszi zu 18 Monaten, Rudolf Kadtttz und H im ne Bartonrk zn einem Jahr schwere» KerkerS.- Der Beschuldigte Matthias Thaller wurde s p r o ch e n und dak Verfahren gegen die Beichuld-ztm AntouiD Sch iöcrl und Aloiö Hndecel wurde a u S g e s ch r r d e«. Der Volkswirt. Eine Krone 195 Centime» Geld. Veflerung vo» Krvue »«d Mark. In Zürich notierte: V? dir östcireichlichr Krone . . . . . 1.95 l 1 7S a» 26. J3»um) rne österr. gcstemrrlte Krone . . . 1.30 ( 125 m 96 JSuuer) die tschechische Krone .»»»». S.— ( 8.78 am 86 Mner)! re Mark. . 1140 l0 80 am 96. JLuuew Äoram ... 450 ( 4'0 rm 96. JänUvr) Boka rst .... ...... . 9-9J ( 8.75 am 86 Jamwel Bw'ar.'Ü .......... 1.40 ( 1.9?Vs am 26 J8n«»^ Warichau .......... —.80 t—.?v «m 96. Jstuurch Italiens Schwierigkeiten. Der ..WektwrrischaftS-Zeitung* wird ouft Mailand berichtet: Vor dgm Kriege hatte Italien besonders em4 blühende S e i d e n i n d ir st r i e, in der rund eine Vierteln Million Arbeiter beschäftigt und Ausfuhrprodukte im Wert» von beinahe einer halben Milliarde Lire hergestellt wurden, watz rund ein Viertel der gesamten italienischen Ausfuhr «darstellte. Besonders vorteilhaft bei dieser Industrie mar die Verwendung reiner.Qualitätsarbeit, wobei wenig Rohmaterial und nur sehr wenig Kohlen benötigt u utbctk : Durch jahrhundertelange Hebung war ein Stamm von Arbeitern herangewachsen, die in der Bearbeitung der Seidenkokons eine außerordentliche Fingerfertigkeit erlangt hatten» so daß Italien den größten Teil der Kokons aus dem nahen Orient an sich ziehen Konnte, um dieses Rohm-rterial» das avsein durch die in den Stoff übergehende große Kunst» arbeit außerordentlichen Wert erlangt hatte, in den Welthandel, zu bringenfür den in erster Lime die Modeindustrie Frankreichs, dann aber auch Deutschlands große Verwendung zeigte. In der jetzigen Zeit aber ist es schwierig, die Produkte auf den Markt zu bringen» da in allen Ländern über Absatzsiockung geklagt wird. t In zweiter Linie blühte die italienische BaumwvNindustrie. in der ebenfalls rund eine Viert-lnillion Arbeiter beschäftigt wurden,^so daß die Ausfuhr von Baum» wollwaren die zweite Stelle der italienischen Gesamtausfuhr einnahm und ungefähr die Hälfte des Seidenexports nuSmachte. Freilich, den gleichen Gewinn wie aus der Serdenindustrie konnte Italien auS seiner Baumwollprobuktion nicht ziehen, da hiefür die Rohmaterialien, für die tund »50 Mnllonen gezahlt wurden, auS dem Ausland etnzeführt werden mutzten, deren Qualität überdies nicht in gleicher Weise wie bei den Kokons durch die Bearbeitung zu steigern ist. Der Stand der italienischen Valuta ist außerdem ebenfalls ein so tiefer, daß der Bezug von Rohmatenalien. zumal aus Amerika, einfach unmöglich ist und die Ausfuhr der Fertigware hier auf dieselben Schwkertgkeiten wie die der Seidenindustrie stößt. Italien ist aber auf den Außenmarkt unbedingt angewiesen. Vor dem Kriege hatte es eine stark passive Handelsbilanz, führte also - mehr Waren ein alS auS und konnte sich diesen Luxus leisten, weil der große Fremden» ström hohe Werte nach Italien brachte «nd. ebenso italienische Auswanderer auS Südamerika ihre Erfparnills in die Heimat schickten, für die nun Italien Waren cift» führen konnte, ohne dafür wieder in Waren Zahlung zu leisten. Nun aber ist der Strom der Re i s e l u st i g e n stark eingeschränkt und die Auswanderung nach Südamerika ins Stocken geraten» so daß die Ausfälle nicht ausgeglichen werden können, wozu noch das Versagen der genannten Industrien kommt, deren Crtragnisie ja schon vor dem Kriege nicht aüsgereicht hatten, Italiens Zahlungsbilanz auszugleichea. , Aiißerdem ist zu betonen, daß auch andere Industrie» in Mitleidcnsckwft gezogen sind, zumal solche, die besonders Kohlen bedürfen, an denen es in Italien außcrerdsnllich | mangelt. So war vor dem Kriege die italienische Metall-,