Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 718 (25.1.1921)
- Date
- 1921-01-25
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
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Sk. 71S Men. Dlmsrag Die Wahlen in den Wiener ArbeiLerrat. An im Neuwahl der Arbeiterräte in Wien" haben sich "239.647 Arbeiter und Angestellte beteiligt.. Es wurden '4-49 Räte gewählt, wovon 4236 auf die Sozialdemokraten,!2V8 auf die Kommunisten, 69 auf die neue Linke,- 13 oüf die kommunistischen Poale Zion, 87 auf > die rechten Poale Zion und 7 auf die Wilden entfielen. Bo» best «^gegebenen Stimmen erhielten die Sozialdemokraten- ZK2.487, bis Kommunisten nur 11.289, die Linkser 3424^ die beiden poalezionistischen Gruppen 618, beziehungsweise Wtz Stimmen; .744 Stimme« waren zersplittert. Wilson fiir Rußland. Weift», 24. Jänner. Die „Deutschs Allgemeine Zeitung" meldet aus New-Pvrk: Wilson hat dem Bölkerbundsekretariat eine Note zugehen lassen, worin er die Großmächte ersucht, Garantien dafür zu geben, daß Rußland in Zukunft vor militärischen Angriffen geschützt bleibe, damit künftige Kriege vermieden werden können. Des weiteren sollen die Großmächte das Selbste bestimmungSrecht Rußlands hinsichtlich seines Schicksals anerkenneil. Wilson bietet den Großmächten die Entsendung des früheren amerikanischen Botschafters in Konstantinopel, Morgentau, nach Rußland an, der dort, falls die Mächte damit einverstanden sind, hie entsprechenden Verhandlungen ekAtöen soll. Günstiger Stand der Rigaer Verhandlungen. W rschem, 24 Jänner. (Poln. Teleg 'aphenageniur.) Vizeminister Domb,kr erklärte dem Korrespondenten des ,Furjer Porannh" gegenüber, daß b!c Arbeiten der Konferenz von. Riga rasch vonstatten gehen und daß der Vertrag in der ersten Februarhälste unterzeichnet werden wird. Die Senatsfrage l« Pole«. Warschau, 24- Jänner. (Funkspruch.) Die Versassungskomm'.ssiou nahm mit 16 gegen 15 Stimmen den neuen Text hes Artikels 36 über die Zusammensetzung des polnischen Senats an. Danach soll dieser aus je etnem gewählten Vertreter für jede Woiwodschaft, fünf Vertretern her katholischen Kirche, je einem Vertreter der anderen drei, in Polen perhnitssten Glaubensbekenntnisse. je einem Vertv'trr der Hochschulen und wissenschaftlichen Bereinigungen und je einem Dertleter der Zentraborganisation der Handels-, Gewerbe- und landwirtschaftlichen Kammern bestehen. Bevorstehender Rücktritt des polnischen Außenministers- Warschau, 23. Jänner. (Tel. der „Wr. Morgen-, zeitung".) Die durch den Rücktritt Daszynskis hervorgerufene Kabinettskrise dürft: durch glatte Besetzung 1>er freigewordenen Ministerstellen beendet werden, ohne daß große Veränderungen im Kabinett erfolgen. Doch wünscht, wie nach Meldungen des „Moment" in hsn Sejmcouloirs verlautet, der Ministerpräsident Witos. daß im neuen Kabinett jeder Minister irgendeine Parteigruppe des Sejm repräsentieren oder ihr Dcrtrauensmann sei soll. Bisher hat sich im Sejm noch keine Parteigruppe gefunden, welche den Minister des Aeußern, Fürsten Sapieha, als ihren Vertrauensmann anerkennen würde. Daher wird mit dein eventuellen Rücktritt des Außenministers gerechnet. Polen und die Habsburger. Warschau, 24. Jänner. (Tel.^Komp.) In der nächst.'» Sitzung des Reichstages wird ein Antrag eingebracht werden, wonach Polen sich, dem Standpunkt Jugoslawiens, Rumäniens und der Tschecho-Slowakei gegen die Rückkehr.der Habsburger aus den ungarischen Thron anschließen soll. In hiesigen Regierüngskreistn wird gegen diesen Antrag Stellung genommen m'.t der Begründung, ' daß dieser eine Einmischung in dis innerpolitischen Verhältnisse eines fremden Staates bedeuten soll. Amerikanisches Getreide für das hnngernde Europa. NrrosAgrk, 23. Jänner. (N.uter.) Das Hilkskomitee für Europa hat ein von den Farmern des mittleren Westens gemachtes Anbot von einer Million BushelsGctreide angenommen. ti)as Komitee wird für die Vermahlung uzA Verjch'.fftrng sorgen. Demission des spanische« Kabinetts. Madrid, 24. Jänner. (HavaS.) Das Kabinett hat seine Demission gegeben. Audienz SokoLorvs bei Millerand. Paris, 22. Jänner. (Jüd. Korr.-Bur.) lldahmn Dokolow, Vorsitzender der Exekutive der zionistischen Weltorganisation, wurde vorn Präsidenten der französischen Republik, Miller and, in Audienz empfange. Hebräisch in den amtlichen Berichte» Palästinas. , j Jerusalem, 18. Jänner. (Jüd. Ksrr.-Bur.) Die Regierung hat angeordnet, daß alle für die Presse be- Dimmteu Nachrichten und Berichte gleichzeitig auch in . hebräischer Sprach« vervssentlicht tverden sollen. Wirrer Morqen^errnnce_ Wnhlvorbererinngen in Karpatho-- rutzland. Prag, 24, Jänner. (Tel. der „Wr. Margenztg/'.) Am 17. d. M. fand in Uzhorod eine Sitzung von Vertretern von 15 Hauptgeme'.nden der vereinigten jüdischen Parteien statt, in der de'aillierte Wahlarbcit! und Errichtung vonMchtsschutzstcllen in Uzhorod, Munkacevo und Nagyszöllös beschlc ssen wurde. Am 18'. d, Mt fand eine diesbezügliche R a b b i n e r s i tz u n g in Kiralyhaza statt. Benesch' Romreise verschoben. Pr g 24. Jänner. D'e Reise des Ministers des Aeußern Dr. Benesch nach Rom ist ve.scheben und nach den bisherigen Dispositionen auf den 3t. d. M. festgesetzt worben. Donnerstag den 27. d. M. wird Minister Dr. Benesch im Abgeordnetenhaus fein Exposß über die äußere Politik halten. Die Gemeindewahlen in der Slowakei. Prag. 24. Jänner. ,,P"avo L'du" Zuf.'lge hat die Reg'erung die Ausschreibung der Gerneindewahlen in der Slowakei für Ende Februar angeordnet. Die Demission des Ministers Prusa. Pr g 24. Jänner. Präsident Masaryk hat das D'emissionsgesnch des D'rpflegsministers P.üsa angenommen und mit der vorläufigen Leitung dieses Ministeriums den Ackerbauminister Brdlik betraut. Tagesbericht. Vorträge Dr. Hantkes in Wien. Vor zahlreichem Publikum sprach Samstag und Sonntag Dr, Artur Hantke über die gegenwärtige Lage im Zionismus. Er wies darauf hm, daß Palästina polltifch als Mandatsland ein selbständiges Gebilde ist, dessen Verwaltung . der englischen Negierung mit der Bedingung anvertraut wurde, daß in Palästina eine jüdischnationale Heimstätte entstehe. Der Mandatsvertrag, der jetzt unter den Großmächten verhandelt wird, wich in seiner Einleitung dr« Satz enthalte«, baß die Mächte die historischen Ansprüche der Juden auf Palästina anerkennen und m Erfüllung: dieser Ansprüche wünschen, daß in Palästina eine jüdische Heimstätte eütstehe. Diese bedeutende Tatsache gibt uns die Möglichkeit, die Einheit zwischen Land' und Volk zu schaffen. Die Ernennung eines jüdischen Statthalters in Palästina und die Tatsache, daß der ganze administrative Apparat des Landes darauf, zügeschnitten ist. Palästina zum jüdischen Land zu machen, die auf die jüdische Siedlung zugeschnittene EinwanderungS- und Bodengesetzgebung, die Bestimmungen über die Erlangung der palästinensischen Bürgerschaft, all dies gibt die politischen und organisatorischen Voraussetzungen dafür, daß Palästina ein jirdisches Land werde. Nun müssen die Juden das ihrige dazu tun, daß Huden in das Land hine^ngebracbt werden, im.Lande eine jüdische WirtfchaftSstruktur eingerichtet und entwickelt mich und Hand in Hand mit dieser mrt-. schafhlichen Erfassung des Landes die geistige Wiedergeburt geht. Das jüdische Volk muß vor allem die materiellen Grundlagen schaffen und dazu wurde der Keren Hajessod ins Leben gerufen, der gewissermaßen das nationale Kapital sein soll, um dre Grundlagen zu dem Aufbau Palästinas zu schaffen. Der.Keren Hajessod ist keine zionistische Parteiinstitution und dient ausschließlich nur den Bedürfnissen der jüdischen Gesamtheit in Palästina. Das Prinzip des ZehentS, das seit je in der jüdischen Gesamtheit gang und gäbe war, soll auch hier durchgeführt werden. Die Summe von fünfundzwanzig Millionen Pfund, die aufzubrmgen sind, ist groß, aber nur werden die Kraft haben, sie aufzubringen uad Palästina auszubauen. Vor dieser Nativendigkeit schwinden alle valutarischen und sonstigen Bedenken. Wären wir heute nicht imstande, die materiellen Grundlagen für den Aufbau Palästinas zu schaffen, so wäre eine Möglichkeit,.auf die wir 1800 Jahve warten mußten, verpaßt und verlor'en. Dazu wird es das ji'rdische Volk nicht kommen lassen. — Die Ausführungen Dr. Hantkes wurden überaus beifällig ausgenommen. Ein antisemitischer Vorstotz im Älpen- . verein. Wie wir an anderer Stelle mitteileu, hält die Sektion „Austria" des Deutschen und Oesterrelchischen AlpenvereinS, die viele hunderte jüdischer Alpinisten zu ih-en Mltglickrern zählt, morgen um 6 Uhr abends , im Elektrotechyischen Institut, Wien, 4. Bezirk, GußhauSsttaßr. 25, die heurige G e n e r a l v e r s a m m t u n g ab, be i dtzr 'Unter aperem ein Antrag aus MUglisderkveissn: „Mitglieder können' p,u r; Deut sch e ari sch r r Ab st a nc m u n g werden" zur Dr§-> l'ufsiou steht. . Hiezu wird uns au§ Leserkreisen geschrieben: Eine der . grössten Sekiloncn der wichtigsten alpinen Verein/gung verlässt damit den Grundsatz, daß Politik von der Pflege alpiner Bestrebungen enö ge schallet werden müsse, und trägt damit den konfessionellen und Nasseuhader ü', di« eigenen Reihen. Pflicht jedes freiheitlich denkenden, insbesondere jedes selbstbewussten jüdischen VeremsmitgliedeS ist es. bei dieser Versammlung gegen den Versuch der Aus sch kiessung n ichi-- a rischer Mitglieder zu protestieren'. Freiwilliger Austritt oder gar Indolenz wäre ein arger Fehler, da der Verein auch die sehr bedeutenden B e i t r ä g e f z i ti 11 jüdischen Mitglieder zur Schal,'ung s iner bisher allgemein zu- Ländlichen Institutionen, wie Wege und -Lütter, im Gebirge, '28. Immer 192! /Sekke # Hanfe gebrauchte Pelze alle; Art!! abaeleqte Herke-,- uttb Damenkleider, Unissrmen, Wäsche. Schuhe. Teppiche, Diöbrl, Brillanten» Pretiosen nnd Juwelen. St i NurMayer, LBez., GrotzeTperlgasse 29 Reellste Firwai Keine Jtltalel Telephon 4»S«ir verwendet hat, von denen nunmehr etfye reaktionäre Gruppe die jüdischen Alpinisten ansschliessen möchte. Mitgliedskarte Pro '1920 ist zur Versammlung mitznnehmen! Obrrrabbiner Chajes in Amerika. W'.e ein Kabeltelegramm meßdet, ist Qberrabvin« Dr. CHajes Donnerstag des 20. b. M..in New- P>ork angelangt. . -J Die Erhöhung der TabaKpreife. Die bereits anartündigte auSgiebige Preiserhuhung für alle Tabak- und Zigarrewolten tritt mit 21. Februar in Kraft. Sie bedeutet eine Steigerung der bisherigen Preise um 43 bis 273% Hie geringste Steiger »na betiifft die Cigarillos. Es werden als» vom 21. Februar an kosten:! Sorte Rruer Preis K Erböhunge» in ProMten Zigarre«, Graciolas... so.— 278 ' Negalia mrdia . ... 7.— 20- .186 Havanna-Virginier ...... 6.— 16.- 169 ■: TrabukoS .......... 6.— 12.-?- 30/ Brstannika.. 6.— 12.- 10 Virginier . . . . .... ... 4.— 8.- vobjyj Kuba-Po> toriko . V. . . . . 3.80 7.- Brastl'Virgin:er . . ... . . 3.26 5.— ' ' 57 .;-,t Vortoriko ....... 2.40 " 4.- 66 1 Gemi chtc Ausländer ..... 2.—- 3.- 50 .\j CigaulloS... .... . 1.40 2.- 43 Zigarette«. Harum ........... “ 3.50 - ^-5.. Egyvltschr, Ul. Sorte..... 1.— 2.50 ' 150' '* Dames ........... **,70 1.50 ■3H‘ ''' Damen ***“,50 ■1.— ■ 103 v'- Ävort .......... . —-.40 — .80 . 100 Ungarssche..—.20 -.40 10Ö'; 'ä Zr g a r e tt en t ab a 11: Superfeiner Tückischer v. . . .60.— 120.— 100 y* Feinster Tückischer ...... 10.'—» . 80.— 100..' Feiner Türk'sch er ..... .-.20.— 40.- 100 '' Feiner Hirzegowina..... . 12.— ' 24,— 100 . i Pfeifentabake. Sveüalmrschungpn 25 Gramm. 4.50 16 — Ü&ü . A' Knaster 4 20 14.- . ■Ätlri: Landtabak » . » », * . » » » 2.80 6.- , . 114 . '«K Gesprrnste. Rollen und Stamme per 50 Gramm ........ 6.— 12.— 100 . $ Nordt roler Kautabak ..... 459 9.— 100 - -t Vorarlberger Kautabak .... 3.— 6.- 100 Kübeltabak 3»— 6.— ' lOO Die Jagd nach einem Millionenscheck- Fälscher. j v Am,. 14. d. M. hat ein südslawischer Kaufmann, der seit dem Umsturz in Wien ansässig ist, von einem Landsmann, der sich Makso Zvonka Hranilovic nannte und auf dar', Landstraße, Seidlgasse 9 wohnte, einen Scheck der Crti; Bank of Chicago, U. S. A., auf 1700 Dollar um den Betrag bon 1,143.500 Kronen gekauft. Den Südslawen hatte der Äicnev^ Kaufmann durch einen Landsmann kennen gelernt. , Dev Kauf wurde im Kaffee „Siller" abgeschlossen. Ausgestellt war ' der Scheck am 16. Mai v. I. Er lautere ayh'den. Nacheck^- ^Emanuel Reiner". Als der Käufer des Schecks diesen stML 15. d. M. in einem hiesigen Bänkhcnrse zu verwerten suchte, '; wurde ihm die Auskunft-zuteil, daß der Scheck von der difenzsNtrale nicht eintzelost werden könne, weil er auf die..' Deutsche Bank in Hamburg laute und die . Auszahlung daher , nicht in Dollar, sondern in Mark erfolgen müßte, Uebr,igen8 tauchten Zweifel an der Echtheit' des Schecks auf und-' M-/ näherer Prüfung stellte er sich als fälsch dar. Der geschädigte Kaufmann begab sich in -die Wohllung des Lands- - rnannes in der Seidlgasse, noch immvr in der Hoffnung, daß' auch der Verkäufer möglicherweise-' von. Fälschung keine ' Kenntnis hatte, erfuhr aber, daß der angebliche Hranilovic schon seit mehreren Tagen der Wohnung fernqeblicbm fei. Der Kruninalbeamtoninspektor Spitzer, der die Verfolgung des. Flüchtigen, aufnahm, ermittelte, daß seine Spur nach Baden hei Wien führe. Er hatte dort auch gewohnt und war noch am 15, d. M. gegen 10 Uhr abends zu einem Freund, einem gewesenen Offizier, nach "Baden gekommen, den er batbei ihm nächtigen zu dürfen. Am 17.'-d. M. fuhr der Jä!scher: um. 3 Uhr nachmittags mit der Badener Elektrischen nach Wien und hier verlor sich seine Spur. Em . Freund, eiw/ absolvierter Techniker, kennt den Fälscher seit seiner .Kuchleiti aus Spalato und gibt mit Bestimmtheit an, daß er Utcht!' Hranilovic, sondern Ganilovic heiße, Handelsschüler? in Spalato war und seit November vorigen Jahres in Wien weilt. Es wurde angenommen, daß Ganilovic miS Wien f.ä-t-' flüchtet ist. Seine Verfolgung ist emgeleitet. . v *186« den a»tise«itischr» Vereine«. Zn.einer Brv« sümmlung des K a r h o l i f ch e n B v l k s b u n d e s. die am SamStag >n der Leovoldstadr staüfand, wuide miteeteilt. daß' d eur Ver' n stch mit N nt "3 i u 5 «• SB e t e i n' tufibn'et t höbe. Moia n Pnbft die Ialne:vu ämm!rwg der S-ck io» A u st r i 0 des T> eu 1 schei' un-OrsterreichlscheuAlpen-- v e r e i u e s statk. Dir Stamrn sollen dnatt adsräudert wndektz