Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 707 (14.1.1921)
- Date
- 1921-01-14
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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teetfe ft»«""'*" WiLn, FMas' zäunet tBtotfttttgeftttttär &*uiA«üaUM«< Tagesbericht.? ■-■•. -«? ■ v? Option. j- Wenn man das Gemeindehaus dev L-eopvldstaU Eritt, wird man an di« furchtbaren Zeiten des „An- Psllens" um jedes Stückchen Brot und um jeden Löffel Fett erinnert. So sah es damals vor der Großmarkthalle aus und so sah es in den Tagen, da der Reiseverkehr erschlossen worden war, in den Paßstellen aus — es fehlt uns nicht an Vergleichen, denn die Bewohner Wiens blicken ja schon auf eine tzewifse Anstellpraxis zurück. Aber trotz dieser Abhärtung bleibt man überrascht stehen, wenn man das Stiegenhaus betritt. Im dritten Stock ist das Amt, ln dem sich die Option vollzieht, bis ins Erdgeschoß Leicht um 11 Uhr die Menschen schlänge. Das ist ein Summen und Surren, ein Rauschen und Mürmeln, Unterbrochen von einzelnen Ausrufen Heller Frauenstimmen. Und immerfort kommen noch' neue Kandidaten dazu, der strenge Amtsdiener, der die Menge bewacht, ist schon ganz heiser öon seinem unaufhörlichen „Wer optieren will — rückwärts anstellen, ^wei und Zwei . . ." Es find mindestens dreihundert Personen angereiht', darunter gut zwei Dr'ttel Juden. Man hört viel Polnisch sprechen, auch Tschechisch und Jiddisch'. Zwei junge.Burschen mit langen Haaren machen einen schüchternen Versuch, sich miteinander?n hebräischer Sprache zu unterhalten, aber es scheint leider ein Versuch' mit unzureichenden Mitteln, denn sie fallen immer wieder in das Deutsch' der Ost'uden Zurück. Die. weitaus überwiegende Mehrheit , der Anwesenden ist mehr als bescheiden, ist dürftig gekleidet. Man sieht das Kopftuch der Arbeiterin neben dem mühselig -erhaltenen. Hut der MitLelÜanbsfrau, den abgeschabten Winterrock des kleinen Angestellten neben der Soldatenbluse. Die Gutgekleideten sind selten, die Eleganten fehlen völlig. Brauchen sie sich vor ^den Folgen des Ausländertums nicht zu fürchten? Die mit Glücksgütern weniger Gesegneten harren jedenfalls getreulich' aus und immer, wenn es langsam, langsam ein paar Stufen weiter geht, sagt die alte Frau mit dem sorgenvollen, kleinen Gesicht: „Ach Gott — mein Sohn möcht' sich so freuen!" Dieser Sohn lft Staatsbeamter und dadurch' „automatisch" veutschvsterreichischer Staatsbürger geworden, die Mutter aber gehört immer noch in eine kleine Gemeinde Westgaliziens. obwohl sie seit dem Jahre 1883 in Wien lebt und hier alle ihre sechs Kinder geboren hat. Heute ist sie schon das dritte Mal hier und von Zeit zu Zeit kommt immer ein anderer Sohrr^ sie zu besuchen. zu Jonkippur," meint sie miL trockenem Humor, „da kommen sie auch' immer schauen, ob ich'.s noch aushalt'!" Diese alte Dame .ist ührigens im ganzen Umkreis so ziemlich' die einzige, die weiß, welche Dokumente man braucht und wessen Option Aussicht auf Annahme hat, Von alten Seiten wird sie haher mit Fragen»bestürmt. Eine hagere, polnische Jüdin will wissen, ob sie den Heimischem nicht später Verbringen könnte, sie sei gerade von einer Reise gerammen und hätte ihn nicht zur Hand;, ein Mann erkundigt sich im unverfälschten „Brünnerifch" nach den Stempelgebühren und ein kraushaariges junges Mädchen, das unaufhörlich Haselnüsse knabbert, zur Abwechslung einmal eine Jüdin aus Jugoslawien trägt Bedenken, ob man ihr trotz des fehlendenJmpszeugnisses Aufnahme in die Republik Deutschösterreich. gewähren wird. Unter Lachen erzählen zwei junge Damen — Musiklehrerinnen, wie aus ihrem Gespräch hervorgehL — daß sie eigentlich erst Heuer im Herbst, als sie ins Salzkammergut reisen wollten, entdeckt, hätten, sie seien in Oesterreich gar nicht heimatberechtigt. Zwar find sie in Wien geboren und ausgewachsen, aber unsere mittelalterlichen Zustönd'g^eitsgesütze verweisen.sie nach Budweis. einer Stadt, die sie niemals auch nur gesehen haben. Noch schlimmer ist allerdings die kleine,, blasse Frau, daran, die aus Linz stammt und auf einmal nach Szegedin gehören soll. Ihr. Mann ist seit 1916. verschonen und sie muß allein für drei immer hungrige Kinder sorgen. Jetzt kommt noch, der Schrecken der Heimatlosigkeit dazu. Sie sieht sich schon ausgewiesen, Aber die Grenze in ein Land gejagt, in dem die Juden gehaßt und verfolgt sind, in ein Land, von dessen Sprache sie auch nicht ein Wort versteht. Nein, da hat sie sich doch lieber einen Vormittag freigemacht — sie ist Verkäuferin — trotzdem der Chef „gebrummt" Hat, und wird jetzt hier ausharren, wie lange es auch' dauern mag. Die anderen rund herum nicken verständnisvoll. Als ein paar junge Mädchen, von oben kommend, erzählen, sie hätten sich um 7 Uhr früh ««gestellt, verlassen ein Paar stämmige Tschechen und etliche Frauen resigniert die Reihen, müde des aussichtslosen Bemühens. Die Juden aber bleiben. Das Grauen der Heimatlosigkeit liegt ihnen im Blut. Sie stehen und warten, stehen und warten ... Warten auf ein Stückchen Heimat. , , , j . M. Di« vpttonsanmeldnng kann schriftlich eingebracht werde«. Amtlich wird gemeldet: Mit Rücksicht auf den Außerordentlichen Andrang der Optionswerber in den magistratischen Bezirksämtern wird darauf aufmerksam gemacht, daß Anmeldungen zur Option im Sinne einer rascheren Abfertigung der Parteien auch schriftlich vfngebisckLwerden können, r-*i> ii i mi in -*** i im - r |- -| zionistisches Landeskomitee für Oesterreich. Sonntag dm" 33. d. M. findet um ‘/«IO Uhr v o xa mittags tut Nieder österreichischen Grwerbrverem. I., Etchenbachgaffe 11, eine außerordentliche Srtznng des Ziomstrschen LandeS: omiteeZ statt. Eine antisemitische Blamage. Die Wiener „Deutsche Tageszeitung", das hiesige Filialblatt der reichsdeutschen Junkerparteien, gefällt sich in der rüdesten Judenhetze und hat speziell unser Bmtt aufS Korn genommen. Einige unserer Artikel über den internationalen Antisemitismus und Professor Einstein haben eS ihr besonder,?! angetan. Sie schreibt in ihrer gestrigen Nummer r ' Daß die Juden vor dieser neuen Internationale Angst, schlotternde Angst haben, wissen wir nur zu Mgu. Freilich bemühen sie sich, diese Angst unter der Maske der Anmaßung, der Ueberhebung, der Frechheit zu verdecken und die Welt glauben zu machen; daß sie an der Spitze der Zivilisation, der Kultur märschieren. Du diesem § wecke. werden von der jüdischen „Arbeiter-Zeitung" Rosa uxemburg und Karl Liebknecht als die edelsten Gestalten der deutschen Nation erklärt, zu demselben Zwecke befördert die jüdische Wiener Morgenzeitung" den jüdischen Professor Einstein zu dem größten Genie aller Zeiten, gegen den Kopernikus, Newton, Kepler und andere Arier oie . reinsten Waisenknaben sind. Mit dem Brustton^ her jüdischen , Ueberzeugung rief das „Judenblatt" gestern auS: . „Kopernikus hat die ruhende Erde zu einem {reifen* den Trabanten gemacht und den kreisender« Himmel ruhen lassen. Er war. aG Forscher «in Waisenknabe gegen Einstein, der Raum und . Zeit ins Wanken bringt." Unserem, erbarmungslosen Kritiker ist da ein kleines Malheur passiert. Wohl sind die angeführten Sätze in unserem Aufsatz enthalten gewesen, aber als Zitate aus einem Essay des bekannten Ber.'iner Schriftstellers Johannes Fischart. Das Zitat ist ausdrücklich als solch«; bezeichnet und zwischen Anführungszeichen gesetzt. Aber so einem Herrn von der „Tageszeitung" steigt gleich da§ Blut in die Augen, wenn er die jüdische „Morgenzeitung" liest, und da übersieht er solche Kleinigkeiten. Wir sind nun neugierig, wie die „Tageszeitung" ihr „kleines" Versehen rechtfertigen und den Beweis erbringen wird, daß Johannes Fischart ein angstschlotternder, anmaßender, überheblicher und frecher Hebräer ist. Austritte ans dem Judentum. All« k r Friedrich, gib. IS. J»li 1682, SItzIal, Witte», verheiratet, Wien, IX., Althanvlatz 6. — Amfte r Charlotte, geb. 18. August 1893, Wien, ledig, .Wien, II., Mallgaffe 4. -- Anhauch recte Brief Fanny, grb. 24. Februar 1894, Lemberg, ledig. Private. Wien, VI., Mariahilferstraße 47. — Aruber g e r Fritzi, grb. 33. Mar 1893, Wien, ledig, Sängerin, Wren, I., Brandstätte 9. — Berenyi Friedrich, geb. 2. Juli 189V, Wim, verheiratet, Wren, Vir., Lerchrnfelderstraße 21. — Berger Kätde,'geb. SO. Februar 1891, Wien, ledig. Wie». I., Stadiongaffe 2. — . B I a u Marianne, geb. 11. November 1896. W en, ledig, Wim, IX.. Maria Therefienstraße 19. — Blau Robert, geb. 31. Oktober 1885, Wiew verheiratet, techn. Beamter, Wien, V., Margaretenstraße 138.- — David Marianne, geb. 26. Oktober 1906, Wien, ledig, Wien, IX., Roten Löwengaffe 10. — Feuerstein Regine, geb* 10. Marz 1891, Crerrrowitz, lebigi Wien, UI., Hetzgaffe 31. — Frankl Lrlly, geb. 16. Jänner 1895, Budapest, ledig. Wie«, U., Ferdinandsstraße 16. — G o l d w a s s e r Lydie, geb« 1. Jänner 1898, Krakau, ledig, Wien, IX., Clustusgaffe 8. — Graf Olga, geb. 2. Oktober 1877, Wie», geschieden, Wien, XIII, Waitwanngaffe 7. — Gröger Gottlieb, geb» 18. Februar 1871, Koli«, ledig, Aufleger, Wien, XX., Donaueschingenstraße 17. — Heller Charlotte» geb. 14. Dezember 1899,. Wien, ledig, Wien, IX., Liechtensteinstraße 62. — H i d a s f Flora, geb. 23. September 1897, Budapest, ledig, Private. Wien, VI., Gumpendorferstraße 91. — H o n i g Paula, geb. 12. Juli 1880, Wien, ledig, Beamtin, Wien, VII!., Jofefstädtcrflraße 30. — Kanirsch Walter, geb. 20. Dezember 1898, Wien, ledig, Hochichüler, Wim, l, Hansenstraße 4. — KarpeleS Margarete, geb. 22. June 1897, London, ledig, Stnnfeldgaffr 8. — Kaufmann Karl, geb. 28. Februar 1884, Hall, Tirol, verheiratet. Wie«, VII., Mechitaristengaffe 7. — K l e i n Emil, geb. 4. Juni 1898, Wien, ledig, Hanttlsangestellter, Wie», X., Gudrunstraße 173. — Klein Ludwig, geb. 24. November 1900, Wem, ledig, Wien» V., Wiedner Hauptstraße 123d. — K ö ß l e r Franz, geb. 6. Derember 1899, Wieu, ledig, Wren, II.» Kaiser Josef-, straße 41. — Knd rna Max, geb. 15. Juni 1891, Wien, verheiratet, Einkäufer, Wien, XX.,' Mmchseldstraße 9. — Landesberger Johanna, geb. 11. August 1852, Wien, verwitwet, Wim. I., Guelastraße 7. — Löwy Elsa, geb. a« 16. Jauner 1889, Wim,-ledig. Private, Wien, XXI., Anton Störk-Gaffe 83. Die Erhöhung des Postportos. Ei« Fernbrief 2 Kronen, ein Lokobrief 1 Krone 50 Heller, eine Karte 1 Krone. D»r Hauptausschuß befaßte sich mit der von der Regierung vorgeschlagenen E r h ö hü n -der Postgebühren. Es wurde beschlossen, für Zeitungen und Monatsschriften eine 5(?/,ige Eihöhuua zu genehmige», die mit 1. April 1921 in Wirksamkerl tritt. Weiter beschloß der HauptauZschuß prinzipiell die u eu erliche.EintührLna^elULZLokalportos, wobei jedoch die territoriale Festsetzung des LokasportobrzirkeS der Regierung überlasst» wurde. — Es gelten m Hinkunft,. falls dir Narionalrat dem Antrag des AuSfchuffeS beitrüt. folgende Tarife: In la»d S v erkehr. B riefe bis 20g (brShtr 80 Heller) X 2.—, für wettere 20 g (20 Heller) 50 Heller. Briefe im Lokalve r k ehrX Postkarten (50 Heller) X 1.—, Druckiachen tür je 50 g nichsiperrige i20 Heller) 40 Heller, sperrige '80 Heller) 80 H.ller, Eil.»schlag (10 Heller) 10 Heller, GeschästSpapiere tür je l0u mchliperr,ge (20 Heller 40 Heller, fpemge (30 Heller) 80 Heller, Mmvestgebühr •'SO Heller) K 2.—. Ware u» proben für je 50 g (20 Heller) Ao Heller, Mindestgebühr (50 Heller« K 1.—. M i s ch s e n d n u g e u für je 50g nichtipnrigr (20 Heller) 49 Heller, sperrige (29 Heller) SS Heller, 44. ISnner T tiit,Wy m ) ^bisher X 2.—) K 8.—, ffit weitere,' Ein schreib g evühr:(X1.20)X 2.- ' Werlaeböhr bei Wertbriefen für je X 300A, (60 Heller tür je K 1500.—'' K 2.50. bei offen aufgegebme« für je K 300 — (90 Heller für je K IßfO.-i K 7.50.! Pakete, nicht'perrige bi- 1 kg künftig K 8.—, 6tS 5 kg (K 8.-) K 15.—, biS 10 k* (K 10.-) K 80:—, bis 15 kg (K 16.—) K 45.—, bis 20 kg K 60.—. Sperrige biS 1kg künftig K 12.-, biS 5 kg (L 7.50) K 22.50, ÜrS 10 kg (K 15.—) K 45.—, bis 15 kg ,'K 22.50) K 67.50. biS 20 kg K 30.-) K 90.—. Wertgeböbr für Pakete iür je X 600.— bisher K 1.50, künftig iür ie K 1500.— K 2.50, jedoch 6iS K 500.- nur X 2.—^ P o st a u w e r s u n g e n fßt je K 200— (biSüer K )i künftig für je X 500.- X 3.50, jedoch bis X 100.— .nur X. 1«—/ Die Gebühren Im Arrslandsverkehr. Im Weltpostvereinsverkehr werden Gebühren folgendermaßen testgesetzt: Briefe biS 20« SO g (X 1.20) X 2.50. Postkarte» (SO Heller) X 3. -, Drucksachen tür je 50 g r40 Heller) X 1.—. j GesehaftZpaviere für k 60 g 40 Heller) X 1.—, Mindestgebühr iX 2.—) X 5.—. Warenvroben »ür le 50 g (40 Heller) X 1.—, Mlndestgebühr (80 Heller X 2.—. Mischsendungen für je 50 g 40-Heller X 1.—, Mindestgebühr, wenn d,e Sendung ke»ne Geschäftspaplere enthält (80 Heller) X 2.—, sonst (X 2.—) X 5.-. i Einschreibgebühr (X 2.-) X 2.-. Wert^ g e b ü h r bei Wertbrieten bisher für je X 1200.— X 3.—, künftig tür je X 3000.- X 5.-. 1 GewichtSgebühr für P a k e t e für jedes an der Beförderung beteiligte Land 50 Centimes. Im Autgabe- und Bestimmungsland kan» jedoch biS zur JnlandSgebühr herabgegangen werden. Dev Gegenwert von 50 Centimes wird von X 10.— aut mindestens X 25.— erhöht. Werlgebühr für Pakete für je X 1200.— bisher X 9.-. künsriae je X 8000.- X 5.-. Die Postverwal'ung hat durch Sonderverttäge mit Deutschs land, der Tschechv'Slowakei, Jugoslawien und Ungarn etnt; E r m H ßigungder Weltpostvereinsgebnhrm iw Berkehr f diese« Ländern, namentlich im Paketverkehr, ermöglicht. Bausteine für das Dritte jüdische Reich. . Der Akademische Verein jüdischer M dizi ,er. der schon frühes einen Baustein gezeichnet hat, übemal m die Aufbringung vv^ -wei weiteren BansteinenNr. lOLund 103 «ud rusf bic Kommili oueu zur Sammlung auf. Dm 104. Baustein zeichnete d'e Nitioualfoubskommissior Linz, die bereits eipeu Baustein abgesi hrt hat. Der Verein »Nmre Jehuda" zeichnete als seinen zweite dm B. a u st e r» N r. 105. Die „Brockensammlung '. Mau schreibt, uns: Um dem Wunsch eines VerstorbLuew zu grnügerk, wandte ich mich an die „Brockensammlung süv jüdische Arme", der ich einige kleine Möbel und etliche Kleidungsstücke überlassen wollte. Die Brockensammlung wav mit. genauer Adresse und Telephonnummer ganz vrdnuMs^ gemäß, /im Telephonbuch für 1920 verzeichnet. Trvtzden« schien'man durch meinen Anruf und die Mitteilung, ich'wünsch« mit!:der „Brockensammlung" -zu^spre'ch«n -in fWustgS-boM'^ Staunen. versetzt. Das: „Wenwollen Sie sprechen?" nähi^ ' überhaupt kein Ende und man machte den zwar vergEchen> aber sehr energischen Versuch, mir einzureden, ich wollte ntitr '' einer Frau B. verbunden werden. Endlich' gelang es mir^ mir -ft weit/Gehör' zst'-vkkschaffe«,"daß' die Jnhaberin bM Telephons mein. Anliegen überhaupt erfaßte. Daß sie mm der Institution irgendwie in Verbindung stau-, bewies &«■ Tatsache/ daß sie mir nach längerem Parlamentieren dis .. Tetephonnummer der ,Frau Dizepräsidentin" angab. Dies« . Funksionärin hatte eine Telephonstörung zu beklage^ un« der Atem ihres Fernsprechers reichte gerade nur hin, m.w die Nummer der „Frau Präsidentin" bekanntzugeben. NeueK - ' StauMn, als ich meinen Wunsch laut werben ließ. Die Fraw ' Präsidentin zuckte telephonisch so ausdrucksvoll die Achsesiv und .schüttelte so verwundert den Kopf, daß ich meine Nb sich 6 - natürlich schon, längst aufgegeben hätte, ware-ich nicht ehW - durch .den.Wunsch meines verstorbenen .Verwandter^ hart-! näckig gemacht worden. Als man am cknderen Telephon ve-^ J griffen. hattet was ich wollte, wurde bereitwillig NäM« \ . und Ädresse,notiert »ich mir die Zusicherunggegeben, öS werde ' zuverlässig am nächsten Bormittag zwischen . 10 und 12. Üh» ' ein Bote erscheinen., uni dir Gegenstands zu beheben. JÄ' . wartete Dienstag, ich tpar^e MÜwoch,/stH^ war1Äte'',Di)n^Hq tag. -Damr schrieb, ich eine Postkarte und wiederholte Bitte. Die Karte kam nach mehreren Tage» alS unbestellllo^ zurück, „Abressat unbekannt". Nun ' ist es gewiß nicht' upb^ ' ■; greiflich,, wenn WoWätigkeitshsreine,'. die M SachsPeichM - , angewiesen sind, jetzt,, da ,jedsS Stosfläppchen.und jede Holz^ .leiste ei'wn ganz-ansehnlichen Wert reprSsenjsiert, ihre slluf^ lösung. ins Werk fetzen- ' Trotzdem bleibt an diesem 'Mrsäktz, manches unbegreiflich. .Don zwei Möglichkeiten muß'. Nächlte^. J eine zutreffen: Entweder der Verein Hai schon vor längereü Zeit i das Zeitliche gesegnst, dann hatte man unbedingt dafürr 7 .Sorge, tragen ' müssen, .'dte'' irreführs^v Angäbs Ü» Telephonbüch 7— das. ja bekanntlich .für Wwi . auch Abreß-^ > buch' istgestrichen werbe, oder dir Auflösung erfolgte voÄ kurzent^ dann hieß es doch nicht jede Spur so weit ^«5 verwischen, daß die Post die Zustellung.nicht durchführen kantt^ Warum beides versäumt wurde> ist für den. NichteingewtzihW. nicht leicht zu. verstehen.. Noch viel schwerer allerdings, waru.w -man eine Zusicherung '-auf 'Entsendung. eir^eS.. Bote» gibt, umsie dchm einfach und glattweg nicht' «inzuhalterj. Es istj wirllich sehr, schwer, hasur eiüö plausible Erklärung zu finden-.' wenn . marr u ich t anpehmerj' will,?daß es sich ° hier wtchev einmal um. eins' jener Nachlässigkeiten handelt, bei öenenj - man die AüStoahl hat, ob man sie eine hechte Wiener" vdeu eine ,^cht jüdische Schlamperei", nennen will. Ich für meines ' Teil habe auf. die L'ösun'g dieses' Problems - verzichtet, "rief einen interkonfessionellen Verein^an und war am nächsten Tag«. - die ganze.. Schwierigkeit loS. Der Verstorbene möge es mir verzeihen — er hat. eS .sich .sicherlich, auch, nicht' .so schtver . gedacht, vineK jüdischen WöhlfahrtMreineS häbbais z^l werden, [ . ".. ' - '■ - .M. JgjZPBL«S25U