Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 704 (11.1.1921)
- Date
- 1921-01-11
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 4 '" Wen, Dienstag Wiener Morgeuzeitung Ungeschlossenen PlN'teien zugshc.n und. in .der. Partei» -resse vcröffeutlicht werden. Zum Berichterstatter der Kommission für Konferenz. wilden bestimmt: Zu Wunkt 2 der Tagesordnung „Imperialismus und fstziale Revolution", W a l l h e a d. Zu Punkt 3 der Tagesordnung: „Methov^u und Organisation hes Klassen- Krmpfes, Adler. Zu Punkt 4 der Tagesordnung: „Der internationale Kampf gegen die Gegenrevolu- Lion"'. Lebedaur. Bis jetzt liegen aus 12 Ländern An--. Meldungen für die Wiener Konferenz vor. Zabotrrrsky in Deutschland.; Berlin. 6. Jänner. (Jüd. Korr.--Bur.) Jabstinftv Wurde - in Berlin ein begeisterter Empfang bereitet.' Er sprach in zwei großen Massenmeetings. Jabotinfttz - sprach über die Lage im.Zionismus, insbesondere über die Verpflichtung jedes Zionisten zur. Zahlung des« Keren Hase?sod. Dabei wandte sich JaLotinskp gegen die amerikanischen Beschlüsse und gegen die Auffassung. die nur den nüchternen Geschäftsgeist zur Geltung kommen lassen will. Er betonte die' Notwendigkeit einer starken politischen und nationalen Bewegung und eines mannhaften energischen Auftretens der Zionistischen Organisation gegenüber alle« politischen Faktoren. Mitteilungen aus dem Publikum, kegirie Vemderg Emil Langsam Jaroslau Wien empfehlen sich als Verlobte Wien, im Jänner 1921. «sa Mi Marek Heinrich Hecht Verübte «19 Wien, im Jänner 1921. ZUR VERLOBUNG des Herrn Heinrich HecSil mit Fräulein Hedl Marek gratulieren heimlichst «,» _ TtHg pnti Birkenfeld ZUR VERLOBUNG unseres Chefs Herrn Heinrich Hecht mit Fräulein Modi Marek gr&tuliereren wir heimlichst ..»St Dos Personal des flmerikanisetien Kleitferhaases Für die jüdische» Pogromwaisen i« der ULrai«e. PÄns, 9. Jänner. (Jüd. Korr.-Bur.) Die jüdische Welthilfszentrale entsendet Ing. Temkin nach Beßavabien, um von dort aus die Hilfsaktion für die ukrainischen Pvgromwaisen zuleiten. Der Pariser, jüdische Philantrop Rosen t h a l zeichnete eine halbe Million Francs für die Rettung von 209 ukrainischen. Waisen, die Ing. Temkin nach Frankreich Überzuführen beabsichtigt. Auch einige jüdische philantropische Gesellschaften haben ihre Unterstützung der Waisenaktion versprochen. .. . ' ' Tagesbericht. Die «eue« SLratzenbahttfahrpreise. Eine Tageefa^rt fünf Krone». AbenLfnhrt ficben Krone«, Nachtfahrt zehn Kronen. , Zur Gcluemderat?aMchuß für die städtischen UnternehAunsen ^rlaugte gestern der Bericht der StraßerHahndneltio» über die «eueu Fahrpreise zur Behandlung. Ter AuZfchrrß beschloß, den Preis des Tasüfahrschr'mrs ab 2s. d. M. mit K 5 festzufrtzen. Uebcr düsen Funi-Kronen-Tarif glaubt die GrAciubcvr'.waltuus nicht hinsuZgehm zu können, weil »ach'Ansicht bewährter Fachleute dadurch verhältnismäßig Kreaueu-rückgans ein treten würde. Dir Einführung der Borverkaussschrme würde beibehalte« nsd wird ab 26. d. M. eine mr Vorverkauf 'geloste Karte & 4'50 koste». Die derzeit in Umlauf befindlichen unbenutzte» Borvevk-rufs^rtrN werden gegen Auszahlung des ' DifferenzbetrsseS rwr-erauschL Fm Zuge dieser Tsrüregulierrmg wurde» auch eruige Be- SunstlWNtzen des Publikums eiugeführt. So wird die Zone 5, ffo die vs» der Direkt'.»» ein Fahrpreis vsn L 6 in Vorschlag gebracht worden war. ausgelassen, ' wodurch weilen Kreisen eine Erleichterung geschaffnr w'.rd. Außerdem werde» die Strecke -arten auch an Sonntage« benütz! werden könne«. Du vs« Ausschuß Leschloffene« Tarife Men sich für -Amdersnynchcmr auf L;.50 (K l), für Frühfahkschrin; nur ick Bvroer?2Lf'sn 1V Stück auf K 3 per Stück (K 1.80), Sonder» Ärnistrecke» u«ch Rothurustrdel und zu» LusthanS an Nichtrenu* ragen, brr denen die Dirrktiou eine Erhöhung auf K 2 vorgrfchlage« Härte, wurden vo« Ausschuß «it dem alten Tarif oon R l.BO belaste». Abrndsahncheiue vsu 9 Uhr 3Ö Mi», bis Betriebsschluß K 7 {£ 4). Nachifshrscheivr K 10 (R 6). Hin- und Mckiahrscheine »ur im Bsrverkaus m 10 Stück R f (L 8.S0). ^Fahrscheine in dir Freudenau a« Renntaae» würdea' gegen-- jfe den Nr.tlägiL der Direktion, die keine Erhöhung vor- 'iahkL, bau" K 15 auf X 30 festgesetzt, wilhre»d bei tzru Nktzkarten Air halbsShriger Gültigkeit, die bisher L 2300 kosteten »xd für die von der Direktion R 38M beantragt wsrdeu waren, der Ausschuß R 3800 beschloß. Bei de» Netz-- Sttdexi mir m?:>ar!icher Gültigkeit beantragte die Dirrklio« eine .Erhöhuus; rv» L 420 auf K. 700, der Ausschuß setzte den Preis mir K 6.A» fest. Die drei Gatmngeu der Streckenkarte« mit Bronatlich«: ^iNrigke'.' wurde« R 250 (R 150), K 81L (K ISO) -Md R um (L ‘ä'!>5 brmeffe« und habe», wre bereits, erwähnt, ab '2tz. Jänner -ruch an Sonntage« Gültigkeit. Im Tariigebier l! Mmdeu die Fahrpreise über eine Teilstrecke von K 1.5Ö, aus i*, über 5»ei Teilstreckm vo» K 2 aus K 3, über drei Test- Krecks» von o m K 4 und über vier Terlürecken von L,4.aüs T 5 erhöht- Dir Mrndestgebühr beim Borrveisen. eines ongültlsen VehrtLuSweises oder. bei verspäteter Lösmeg emeS Fahrscheines Susrde von K ü .avs K 10 erhöht. i Die Anträge des UntrrnehmtmsSauSschuffeS werden morsen hm, Stadrstur! «ab Freitag den Gemeinderat beschäftige». ' Dte F»rLeru«gen der Pvsta«sestellte».! Die Brrtret«: des GewerlschaftSverbandeS der Postan- MsteDru stad bereits mit de» Munster Dr.Pesta.iu Au- Arlegenheit der bekannten fünf Forderungen drv. PostangesteMe» ke LerbrnLuns getrete», der die Augelegenheit dem gestrigen, Munster:at vorlrgte. Be-Lglich der Gewährung von stkredlten zux Urleichtenmg der Beschaffung von Lebensmitteln warden rbrnfaAs sterntS Berhcmdlangen ««geknüpft. Die heutige Reichskonferenz st« Sündngrupprn wird je «ach dem Beschlaffe deS MinlsterrateS ]*&« die hetetw Schrute berate«, zumal die Erfüllung her ge» RIB.LANTEN, Perlen, Oold, Silber,Platin ».Uhren kauft and rerktaft 77« ETTER Boten(tnrm8ir. 23, Karlahilferetr. 98 Amsterdam Wien ' Antwerpen Erster grösste? Käufer für 4039 Brillanten^ Perlen Juwelen etc. Rabinowitsch, Juwelier I. Bezirk, Maximilianstrasse 5, heisst jetzt Mahierstr. II. Bezirk, Stephaniestrasse 3, nur 3 im eigenen Hause Freitag ab 4 Uhr und Saatatag gesch’ossea. Hören Sie auch nnsere Preise. Telephon 8541 und 45140 Erster grösster Käofer fttr «75 Bpillauten Pepleaa^ 80^ohnüPo,rI' «iviwelexi Edelsteinhändler und Juwelier 9F1 §8A Erste Gasse | , v. Graben htim I 'Kohlmaxkt tlI Freitag von 4 Ul>r bis Montag Drittes Hans nach dem Ali« ürtth geschlossen. . Tel. 30787 gemeinea Krankenhaase. 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Im Laufe des gestrigen Tages erfchieir eine Müorduuug. - - bestehend aus Bertrefern des Bundes der öffentlichen Singe* stellten und des Mltmev.rbandes,, im FinanzministeriumurK - im Bundeskanzleramt und überreichte unter Hinweis aus-; die am '8. b. M.'- erfolgte- StÄkungnahme der .Sektion -dLvröfsentlichen Angestellten ütnerhalb der Gewerkschaftskommissior^ - die Forderung trach BewiNignng des gleichen Vorschussesauf ' dir Besoldimgsreform, wie ihn die pragmatischen Post-*. , angestellten bereits vor Weihnachten erhalten haben. Bttt^peß^'. .kanzler Dr. Mayr anerkannte die volle Berechtigung dereingebrachten Forderungen und erklärte, daß' die-in htvletzten Zeit eingetretene Verschärfung, der Notlage der^ Staats ' mrgestellten das Verlangen nach schleunigster Slbhilfe verständlich erscheinen lasse. Er sei bereit, die Wunsche der ' StaatsangesteMen im KabinettZrat mit allem Nachdruck zu: vertreten. Die Angestellter-müssen nur der. Regierung eüMe - Tage Zeit lassen zur UeLerprüfung der Möglichkeit einer . .Hilfeleistung. Die beide» Verbände fordern'bekanntlich die> . Flüssigmachung des ersten Teiles der Vvrfthüsse bis ztun< . 15. d. M. Neue Lohnforderungen der stadüscheu Angestellten. Das Präsidium des Verbandes der Angestellten der. Stabt Wien hat im Lause des gestrigen Tages dem Gemeinde* ratspräsidium, den amtsführenden. Stadträten Sp aisa r und' Breit«er, neue Gehaltsforderungen überreicht, die im wesentlichen auf eine Värdoppelung der derzeitigen. . Bezüge gegen Entfall der Familienzulage abzielen, so daß nach der Regulierung sich für die Angestellten mit - sieben-- bis achtstündiger Arbeitszeit ein Jahreseinkommen von.- 50.000 bis 60.000 Kronert ergeben würbe- -Diese Fordei .rungrn wurden auch dem Bundeskanzler und dem Präsiden^et^ der österreichischen Reparationskommission bekanntgegeben. / . ' Die Beerdigung der Prager Thorax Rode«. > .->" Me wrr ankündrgten,' Hai am Sonntag nachmittags auf dem alten jüdischen Friedhof Ln Prag-/ die Beerdigung der am 16. November 1920 von Exzeden» ten zerrissenen und entweihten Thora-Rollen statt«- gefunden.'' Die Mitteilungen dieser einzigartigen Feier chabeik. wie e. e. k. im „Prager Tagblatt" schreibt —. ein-e. . ebenso einzigartige Wirkung gehabt: Es .kamen Leute au's - Prag und sogar vom Lande zur israelttischen Bee'rdi« gungZLxüderschaft, um. wettere Teile der bei den Demort« strationen am 16. November 1920 vernichteten Thora Zurückzuerstatten. Sie erklären, daß sie entweder von der Menge in die Synagoge nritgerissen worden wären,- oder-, daß ihre Kinder, die hebräisch beschriebenen Pergamerit« fetzen nach Hause gebracht Hätten; ursprünglich hätte» ., sie sie als Andenken, behalten wollen^ seien aber durch die Ankündigung von der pietätvollen Bestattung dazu-verq - anlaßt worden, sie zurückzuerstätten. Beim Oberrabiner . Dr. Brody würden eine Reihe / von Schriften, die am. 16. November aus dem'Archiv geraubt worden lvaren, zurückgegeben; es sind zum Teil aktuell. wichtige. Schriftstücke, auf die in Kraft bcfind-- lichen.Stiftungen des sagenhaften.Primators MordeiHai" Meisels (dessen Person auch von Alois Jirasek dichterisch' behandelt' wurde) bezüglich, teils Akten von nunmehr., historischem Wert. Sie befinden sich in ziemlich' unver- - sehrtem.Zustande. Außer , den cmr 16. November vernichteten Thora- Rollen wird heute, noch eine bestattet, die vor etwa drer. MonÄen. au % e.i u er Lan üst adt in 'Böhmen an - eine. Wäger . Privatspnagoge, die. „Muskat-Taussig- ' Schule" in der Benediktsgasse gesandt wurde. Diese Thora, war im vorigen Jahre im Dachstuhl eines alten GÄäudes gefunden worden, wo sie jedenfalls vor Jahr-« . Hunderten' irgend ein Tempelräüber versteckt hatte. Daß dies, bor Jahrhunderten geschehen sein muß, geht daraus hervor, daß die Rolle buchstäblich zu Stein geworden'ist,- Sie ist.so schwer, daß sie kaum gehoben werden kann, und es ist selbstredend unmöglich, sie zu entrollen, obwohl; die Schriftzeichen noch aus der Versteinerung kenntliH" sind. . ' - ' Wch der rituellen 'Vorschrift sollen unbrauchbar - ge" wordene Teile der Thora «für ewige Zeiten" erhalten ' bleiben. Deshalb wurde das „Grab" für die Beerdigung zementiert und aus diesen Zementboden wurde die Betonrolle mit. Pergamentresten - belegt, über der -wieder eine Zementhecke errichtet wird, so daß das Eindringen von. Feuchtigkeit unmöglich Altem Gebrauch gemäß erfolgt die Beisetzung solcher gottesdienstlicher'Gegenstände in der Nähe des Grabes eines besonders Frommen.'Ss wurde' für den jetzigen Anlaß der Raum in der Nähe ' des Grabmales des Rabbi Meier Fische! ausgehoben. Diese Bestattung von Reliquien ist nicht die erste, die nach Prager Sturmtagen vorgenommen wirdallerdings sind seit dem letzten Begräbnis Itl ftäi. skfißlicHlgß lLrjehho^