Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 702 (9.1.1921)
- Date
- 1921-01-09
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 83% known words query
- IRI
…/2979076-2979773-2979781--06328-2992269- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
•' Seite S Wien, Sonntag k k--—-------—- ga gestalten, tv!e er auch andererseits im rein Lyrischen durch sein Mezzovoce und die Kunst seines Vortrages eines verdienten Erfolges stets sicher ist. Auch die Sopranistin Helene Hof fma tut kommt von der Volksvper. (gleich ihrem Partner Josef W e i s s e, der mit Geschick über kleine Unebenheiten hinwegsingt, hat sie Warme und Tenrperarncnt: der Vokalisierung und Atmung ioäre erhöhte Auimerrsamleit zuzuwefiden. Otto Berger prunkie in Liedern und Balladen mit der Tiefe feines Basses, den er in Schuberts „Der Tod und das yjläbffrcn“ bis in ein klingendes tiefes „D" hinuntcrfüiirte. In getragenen Gesängen, in der Wiedergabe von Smrnerz und Delanut weiß er reinem schwer'-- MUigen Organ starte Wirrung abzuvrngen. Mir langen, blonderc Zövfen und einem glücklichen Kürberl'ächslu sehr fick das blutjunge Fräulein Lubka Kobes s a. ans Klavier, um gleich darauf, den ernsten Blick nach innen gerichtet, bei der, Wiedergabe her H-Nrvll-Sonate die Poesie der Chopinschen Donwelt voll" Jnnigkeir aus '-ich zu ergießen. Sie hat außer einer gepftcgreu Technik gerade für Chopin den'weichen warmen Anschlag. Weniger liegen ihr die Haendel- Bariationen von Brahms, zu deren Bewältigung es ihr auch an vhysisckcr Kraft mangelt. Der Geiger Felix Eyle hat mit dem Beethoven- Konzert und Joachims D-moll-Konzert eine zu schwere Bürde auf seine noch schwachen Schultern geladen. Seine sorgfältige Technik zeigt die bekannten Vorzüge der Rose-Schule; doch ist sein Spiel noch unpersönlich, sein Ton den Dimensionen des Konzertsaabes vorderhand nichr gewachsen. Auch- Fräulein Halma Sem low na betritt noch mir einer gewissen Zaghaftigkeit das Podium. Nach anfänglicher Unsicherheit und kleinen tonalen Schwankungen handhabt sie ihre Geige mit singendem Tone und rhythmischer Präzision. Mit überlegener Ruhe weiß Fräulein Magda Dzemece ibreur Instrument einen vollen, edlen Ton gtt entlocken. Mit dem technischen Rüstzeug völlig ausgestattet, wird sie auch den geistigen Intentionen des Komponisten gereckt und spielte Mendelssohns Violinkonzsrr wie Beethovens F-dur-Romanze mit innerer 0ünft<5ffiing und starkem äußeren Erfolge. Friedrich B u x b a u ru führte im Verein mit dem bekannten Pianisten Moritz V i o l i n drei Cello-Sonaten Beethovens auf. Die vollendete Art/ in der im Rose- Quartett Beethoven gespielt wird, zeigt sich auch in der Auffassung seines Cellisten: In breitem, edelgebautem Bogen wölb:e sich der Cellogesang Burbaums, Violin war ein erwas nüchterner, aber stets zuverlässiger ParLmer. — Das heilere Spiel der Frau Marie S Q l d 2 t - R v 2 I 2 r in viel ernster geworden, seitdem tvir sic im alren Bo'endorfcr-Saai mir ihrem Damenquarretr gehört haben: ihre Kunstbegeisterung ist die gleiche geblieben. Unlängst 'führte sie zusammen mit Max Weißgäröer. Klara Rigri n, I.. Czerny und Rudolf Mayr Streichguintetre von Mendelssohn und Mozarr aus und erntete den Dank ihrer zahlreichen Gemeinde. Der bekannte.Kapellmeister Rudolf Nilius dirigierte die symphonische Phantasie „Aus Italien", ein Jugendwert von Richard Strauß, in dem in bunten, abwechslungsreichen Bildern das alle Rom und das hinge Italien vorüberziehen. Der Aufführung fehlte der richtige Zug und die scharfe Linienführung. In Gustav Mahlers „Lieber eines fahrenden Gesellen", die von Frau Hermine Kittel in ihrer vorbildlichen Art ge* jrungen wurden, erwies sich Nilius als anschmiegsamer .Begleiter. — In: letzten Abonnementkonzerr des Wiener TonkünstlervrchesterS mußre für den verhinderten Herrn Furrwängler ein Ersatz beschafft werden und Willy van ihoog st raten trat in die Bresche. Ein vollwertiger Ersatz für Furtwängler ist beute kaum zu gewinnen; j» sei nur daraus hingeu;iesen, daß sich Hoogsiraten mit Anstand seiner Ausgabe entledigte. Am besten gelang ihn: v:e Mendelssohn-Ouvertüre „Ruy Blas", im Vs-Dur-Klavierionzerr von Beethoven wurde er durch das ungestüme Klaviert^mperamsnt feiner-Gattin Elly Ney viclsach nritgerisfcn. ' Ein junger Dirigent, Herr S. Braslavfky, zeigte ktr einem eigenen Konzert bemerkenswerte Fähigkeiten. Kr hält das Orchester fest in der Hand und bewies irr der „Sympyoni? Paihvt'.que" von Tschaikowski einen Fium. Sinnen für den Aufbau im Großen, wie für geschmackvoll Kieiirarbeir im Dynamischen, Agogischen vnd Koloristiichen. 2lus dem überreichen Programm seien ßwei im nachwagner.ifchen Stile gehaltene, beifällig eufZenommeae Gesäuge aus Äamillö Ho r.n s „Wallada" hervorgeyoöeu, die wohl aus Anlaß des 60. Gebuctsbages des Äeusters an^geführt wurden. In dem gesangkickzen Teil des Abends, der dem Dirigenten reiche Ehren brachte, wirkten Rena P f i f f e r und Karl N t u m ann verdienstvoll mir. In Braslavsky scheint eine starke ^trigentenbogabu»g heranzureifen. Dr. Ecivtn Felder. <' --- ► Die nächster». NeAausiühruugLu des Burg- < ttzeaters. . r ' % \ Jur Äurgtheaier ßtlanot ftnwmeuben Donnerstag neu fclfsemcrt und fhifiubici: ,.D r - Brau t v -o n Meff: n a" pr Ausführung. Tic Bühnrnrutwmfe stemmen von Regisseur K t r. t. e c: <f). — Rächst: W-che beßinueit die Proben m SH a w s > Wiener Mvrgerrzeitung Komödie »C st s a r u n d K l e o v a t r a", die Ende dieses MonalS zur Aufführung gelangt. Die nächste Neuheit ist Paul Claudels Dlanm „S e r T a n s 6ch, dessen Erstaufführung mit den Damen M e delfkh und-LP o h l g e m ul h, den Herren Heine und A s l a n anfangs Februar stattfinden dürfte. — D:e nächste klaffische Neueinstudierung ist Shakespeales ,C. o r i o l a n". Für dieses Weck erüwickt Roll e r eine neue dckorarive. Ausstattung.' A s l a n ftnelt den Coriolan, Frau B l e i b t r c u die Bolumuia. Die Regie fuhrt H e'i n e. Aus de« Theater«. Im B u r g t h e a t e r gelangt morgen, Montag. „D i e verlorene T.o ch 1 er" zur Aufführung. Anfang 7 Uhr. Der S p i e l p I n n der Staats o per lautet: Montag den JO. d. M., x/«7 Uhr (bei mifgebobknem Jahns- und S'ammsitzabonnement, zu besonderen Preisen') mm ersten Male ^Die tote Stadt". —z Dienstag, 11, l/,7 Uhr (m erhöhten Prüfen) ^Die Koniam von Saba" t'Kdn'g Salomo — Herr Karl Renner vom Opernhaus m Köln als Gast.t — Mittwoch. 12., 6 Uhr (zu erhöhten Preisen' „Äiiadnc auf Naxos".— Donnerstag. 13, J/s7 Uhr (bei aufgehobenem Jahresabonnement, zu erhöhten Pre sen) ^Die tote Stadt". — Frei'ag, 14.. V-7cklbr ,Die Zauberflöre". — Samstaa den 15., */,7 Uhr (zg erhöhten Preisen) „Die tote Stadt", — Sonntag. 16. *66 Uhr (bet au!- aebobenem JalmSabonnemt. zu erhöhten Pn-iseni „Die Meisterstngcr von Nürnberg". (Hans ^arlrs — Herr Alfred Jrrger vom Nattonaliheater in München als Gast.) Im D e n N ck.e n B o l k s t h e a t e t gelangt in Aendevung deS Svulplans Sonntag den 16, d. M., nachmittags Uhr, Ludwig Thomas satirische Komödie »M o r a l" zur Aufführung. In den K a m m e r s Pi e l e n haben die Proben zu Armr Schnitzleis Sencnreihe „Reigeir" 'bereits begonnen. Die Ausfuhrrmg ist lür Donnerstag den 20. d. M. geplant Spielleiter: Dr<^ He nz Schulbaur. ' In der B o l k s o p e r pcht hente, Somrwa. nachmittags „Rigol ett o7, mit den Damen P'iffer und W rncr und den Herren Hagen, Rittersheim als GE. Dörich und Markowfky m den' Hauptrollen, in Szene. Abends wird „Hantel und Grete!.", mrt den Damen Weiner, Wag^chal. Rckch. Attlcr,.. ^entne^, Mann und Herrn Tauber, gegeben., sotann folgt dre T'ryzpantvm'me r e Rose" mt Elsa, Berta, Martha Wieienthal und Gustav Nenb r als Gästen. — In Abänterung -cs Spickplanes wird am 11 d. M. ,.M a r t h a" und am 12. d. M. um 6 Uhr abends „T o K c ä" gegeben pan letzterem . Tage finket um *M0 Uhr abends „D e r B a j a z z o" mir dem rlalienischen Baritonisten Angela P il o 1 i o als Gast statt. Dem „Bajarzo" folgt ein Kontert unter Mitwirkung von Pckotto und Berta Kiurrna van der Staalsoper. Dirigmt: He>r E- Granelli. — Infolge dienstliche'- Veckimdcrung der Frau Kamm--r!Lngetin J^ritza findet dre für den 14. d, M. anbe,aumte Vorst,lluug von „T a n n h ä u s e r" zu n o r m a l e n Preisen statt. Die N eti{ Dien er Bühn e bringt als nächste Premiere ^Lyfistrara" von Austophanes, für die deutsche Bühne bearbeitet von i?eo Greiner. Dre Regie der Vorstellung führt G W. Pabst. Dre vollständig neue Inszenierung hat O. F. Werndorff enlworfen. Im W i e per Stad t t b e a t e r wird das Schauspiel „D e r F a l I C l S'm t u t e a u" von Alexander Dümas vorbereitet. Ju de» ' Rolle der Gräfin Dombrowska. wird Konstanze Linden gast'ercn, die andere weibliche Hauvtrolle, dre Jia. rpielt Magda G a r d e n. Die EistaunÜbrung findet Mittwoch den 19. d. M. statt und ist das Erträgnrs dieser Vorstellung dem Wiener Tubrrkulosenhrrm gewidmet. Der Vorverkauf beginnt Montag den 10. b. M. " ' Eine Vortragsreihe übex jüdische Literatur. ^.Veranstaltet'vom Kultnramtdes Jüdischen H o ch s ch u l a u s s ch u s s e s.) Das Kultnramt des JÜdischenHo^schula u s s ch u s s e s veranstaltet gemeinsam mrt der Lese- und R e d e h a l l e j ü d i s ch e r Hw ch s ch ü l e r in den nächsten Monaten einen Zyklus. , von Vortragsabenden, die ein Bild der Entwrcklnng der hebräischen und j ü d i s ch c n 2 11 c r a t u r von ihren A nfängendis zur, jüngsten Gegenwart v e rmitteln sollen. Diese Abende werden durch einen Dortrag eines bewährten Jachmamres eingcleitrt, an den sich Rezitationen bedeutender Proben der Literatur durch betufme Interpreten schließen. Den ersten Vortrag hält Montag den 17. d. M. %1 Uhr abends, im Saale des Nlederöstenelchucheu Gewerbevereine?. t., Eschcnbachgasse.il, Herr Pros. Dr. A p 1 o w i tz er über ^.D i c A g a d a.h". Rezitation: Mirjam S ch u a b c l. ■ Es ' folgen sodann die Vorträge: Rabbiner Dr. F euch! w « n g: Psalmen und Apokryphen. N. D i e s e n d r u ck: Mittelallerlrche hebräische Lyrik. Dr. Ernst Mül l'e r:' Vialik. N. D « e s e n d r u ck: Ncubebrnische Erzähler. Dr. Siegfried Schmrtz: Jüdische . Dichtung der Modeine sslüere Periode). MoscS @rof):* Jüdische Dichtung der Moderne (neuere Periode". Dr. Siegfried Schm.itz: Moderne dcuisch-jüdi'che D-chtung (ältere Periode^ Felix Salten: Moderne deufich-jüdische Dichtung (neuere Periode). Vorlkfttng Clse Lasker-Schuler. Esse Lasker-Sebüler, dir große Lyrikerin, die auch m ihren ^Hebräischen Ballade n" und in anderen Dichtungen die Stimmung ihres mdrschen Voststurnä gültig zum Ausdrttck brachte, wird Dtenstag den N. d. M.. 7 Uhr abends, nn w oßen Saale des Votksbildungshaiiscs tV., Stöbergasse) eißcnr D chrungen, da>unter auch solche aus dem Älanuflripk,. le cn. Wrr machen unsere Leser aut den rpteressantcu Abend anim-rliam Korten von L 1 b's ll 10 im VolkShcim und m der Buchhandlung Lanyt, Kärtnerstraße. SiLvoute im DeuLfü-en Bolkstheater. Wie alljährlich am Ftriehinglame'.ü.a, veranstalten die Mitglieder des Deutschen VvssZtheaterS und brr KLwwersvirle zugunsten i h^r' e r l P e n f i d xi § a n st a l t eine R e d o u t e in dem zum Festlaal umgestal'ctcn Tbcaterraum und unter Benütznug der Bühne und aller andere.i Räumlrchteiten des Hauies. Der Verkauf der Emt'.-ilrLkari'N zu ss-(W0 und d^r Zuschauerlarten auf der Galerie zu K lOö, K 80, K 60 und K 4u beaimrt m den nächsten Tagen an dckl Tageskäffen. LeS Teut'chrn Volksthea'ers und der. Kammeriv'.cke. Bormerlungm für Logen werden m der Direkuons-' kan-lci eritgrgengenomrnkn. 9. Jänner 1921 . Nr. 70lf Literalrrr u/Wissenschast. Die Werke Rabindranath Tagores vor eine«r^ Wiener Gericht. ' Das Bezirksgericht Innere Stadt haste sich bm . kurzein mit einer Urheberrechtsklage zu befassen, die der Rechtsanwalranwarter Dr. Richard F l a t t e r in Wien gegml' den'Münchner Verlag Kurt Wolfs, betreffend Tagoreschtz-. Gedichte, angestrengt hatte. In der Klage wurde ausgeführt datz im Verlag der Firma Kurt Wolfs Werke LagoreS.itfdeutscher Uebersetzung erschienen, darunter auch' die Getzichb. ■ sammlungcn »Der Gärtirer" und „Fcuchtlesc". Die Orü - ginale, in bengalischer Sprache gedichtet, sind unter Mid' -'» Wirkung de§ Dichters ins Englische überseht worden, welch«, Uebersetzung die Gedichte in Prosa wicdergibt. Aus dem Gilg»' lschen wurden die beiden genannten Werke in Wort und Wortstellung getreu inS Deutsche überseht und diese iffefrer* , setzung ist es, die die Firma Kurt Wolfs herciuZgibt. DÄl " Kläger erzählte nun, daß er, als er die Gedichte gelesen, vov deren Inhalt begeistert war, jedoch die Prosaform für uw-, möglich hielt. Er habe die Dichtrrngen in geeigneter Weif« umgegossen, die äußere Form wurde dadurch völlig geändert . Diese Nachdichtungen haben dadurch die Eigenschaften eines - Originalwerkes erlangt und stehe ihrn von ihnen ein selb» ständiges Urheberrecht zu. Die Klage ging dahin, daß beklagte Verlag schuldig sei, das Urheberrecht an fernen Nach, dichtungen anzrterkennen. Der beklagte Verlag wendete ein, datz er vom einzig berechtigten Verleger der englischen Ueber« setzung Tagores durch Vertrag das Ueberfehungsrecht ün - deutscher Sprache erworben habe. Die Schöpfung de§ Klägers.' - fei in Wahrheit nichts anderes als eine Uebersetzung, welche - nur durch die äußere Form, durch.Vers und Reim von der Uebersetzung, die er (Beklagter) herauSgebe, abweiche. Dir Sachverständigen. Hofrat Dr. Karl Glossh und Dr. Max Mell, haben die.Frage, ob diese Schöpfung den Charakter eines. OriginalwerkeZ besitzt, verneint; denn die äußere Form ‘ der vom beklagten Verlag 'herausgegebenen Uebersetzung ist zwar durch Vers und Reim geändert worden, allein die innere Form» nainlich Gedanke, und Ausdruck, ist nahezu unverändert geblieben. Auf . Grund dieser- Gutachten hat der - Richter die Klage Dr. Flatters abgewiesen und sich . das .Gericht diesern Gutachten angeschlossen. Ha«f€ gehrskMe?e!re aller Art!! sowie abgelegte Herrenttttb Damenkleider, ttniformen, Wüsche, Schuhe, Teppiche, Möbel, Brillante«, Pretiosen nnd Juwelen. 811 NurMäyer, 2.Bez.,GrotzeSperlgasie 29 Reellste Firma! Keine Filiale! Telephon 46621! Maxim Gorki, „Er i n n>r« « g e n an T o l st ö i". ' Sertöß w©et ffltut ^ctf^n:v fSKüiu^ictt. (5D?acE Auf Grund seiner Kenntnis von Wesen und Erschrinnng" Tolstois und vieler und langer?Gespräche, vor allem wäbrend ' gemeinsamer Aufenthalte in der Krim, hat G o r k i Erinnerungen > niehergeschrieben, die eben jetzt in Rußland erschienen find und' ' die dankrnswerkerweise der. Verlag »Der Neue Merkur* m deutscher Uebeitragung herauSblingt. Gorkis Erinnerungen werkenr: überraschend neues Licht auf - die vielumfirittene Persönlichkeit Tolstois, des großen Russen, und erhellen dessen Beziehungen zu - ,' den Menschen und der Umwelt zu Landschaft und Zeitumstanden.' Sie find. gleichzeitig ein Bekenntnis Gorkis und geben Ausschluß über lem eigenes merkwürdiges Leben. daS an seinem Teil scho« . das Unternehmen, von Tolstoi zu schreiben, rrchifcrtigt, an daS, 5 sich Gorki mit diesen Wdrtenimacht : „Mir scheint, ich habe das J Recht, zu lagen, was ich'von ihm denke, sogar wenn es kühn ist'ck. und' stark von der allgemeine« Meinung abweicht. Ich weiß so gut wie andere, daß niemand den Namen des Genius besser ' verdientals. er,', vielfältiger, widerspruchsvoller, großer m: allem . ist keiner— ja, ja, m allem und jedem. Großin einem eigentümlichen, weile»-, in Worte nicht za fassenden Sinn — es rst etwas in ihm. .das. mir immer das B rlanacn gab, laut4« ruien: Seht doch, was für ein wtzndervoller Mensch aus der Erde lebt!* 1; Samuel Iass ob Im der. „WaldanS, waldein. — Viktoria^.' 4 'Akkorde zu Kgut Hamsuns Erzählung), 1920, Verlag Neulernt), Wien. .. Heber den die ältere Generation jiddischer Lyriker herrschenden Heine ist auch I m p e r bis beute noch nicht hmaus-/' gekommen. Seme vor bereits;ehn Jahren erschienene kleine^. Drchiung «Esterke" hat er bis heute nock Nicht überwunden. ^! Das bißchen Sentiment mit ein bißchen Romantik und ein bißchen Fvimflüsstgkeit. da? darin herrscht, mag bescheidenen An» sprächen genügen. Inzwischen ist aber eine Generation iunger jüdischer Dichter aus den Plan getreten, welche stärkeren Inhalt''' und reichere Form lucht und interessant ist. Jmbers ntmfltjrv - zwtt Bändchen Dichtung haben diesen Vorzug nickt. Jn ^Bikioria"- > hat er eine der feinsten Erzählungen HamiunS süßlich-sentimental ' varavhrafiert. In dem zwenen Gedichtebücklein, das, dem Geist der jüdischen Sprache nicht gerade entsprechend, den Titel »Waldaus, waldein" trägt, finden sich etwa 50 .kleine Grdichtchrn. voll Liebesschmen und Welischmeizchen, alle recht gefällig, aber keines bleibt eme Stunde nach der Lektüre m der Erinnerung. Und das ist zu wenig für ein Gedichtbuch .... . S.,8. j »Dev Jude". Ein e Pk 0 n a t,S f Ä r i f t. Herausgegeben von Dr. Martin B u b e r. Heft y/9 ist soeben als Doppel-» - Heft erschienen und hat folgenden Inhalt: Hans Kobn, Der Augenblick — Leon Reich, DaS Komitee, der jüdischen Delegationen i»/ Paris. — Theodor Herl über-' Ugunda. — Arnold Fweig, Der heuljge deutsche Antise»nittSmuÄ. - -- Rafael Selipmann. Huminismus. — Siegfried Bernield. Ein pädagogisches Forschungsinstitut in Palästina. — Samuel Rippaport. Ans dem religiösen Leben der Ostiuden. —Erich Töplitz, Jüdische Friedhosskunst. — S. I.. Ag»ou. Der Ver* stotze'ne. 7-Martin,Buber,. Lchrer und Schüler, s^jwer Geschichte« vom Baalschrm.) B einer tu n g eit: Hans Kohu, fiur Arabersrage in Palästina. U m s ch a u: Markus Remer, Sozialismus. . — A. Granows h. Emigration. — Narhan bev Äathan, Koloui- Nation. — Helene Hanna Cohn, Franen!ragen. — Rddrrt Wrltich. Rel'gröses Leben. — Chaim Tyrtakower, GrmgeS p»w KavtteL mm empfiehlt sein reichhaltiges Lager in Stadtpelzen und Pelzcakkoa sowie in Se&T Mau.lwnr£^jind H utri&m änTelnT^l™ er in Fücfefsen in reichster Aucwih! n« ^trrnwun himm'iimiwi > mi»iwwiriiniMm»w —iiiihfii—aj IL, Pratef strasse 9.