Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 700 (7.1.1921)
- Date
- 1921-01-07
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
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«K.E Wirrt, FrMag Wie nett Morge»zen««s 7. ILnne^ LY21 H»»« Vubovie aus versperrisur Zimmsr zwei schwarze ' drei paar Seidenstrümpfe, eine Garnitur. Seidenwäschr, fünf Seidentafchentücher im GesamtN^ert von 03.000 Kronen KLstohlen. :• ' . ■ ' " •;*' i •< - ■> ■.' r:-- . : - - \ .. Aus wiMch schlaue. Werse -.wuchs» dieser Diener Bankverein durch falsche Gchriftstücke 896,OM., Aranen enÜockt. Am 97. v. Äk. hat. die hiesige Zsntvast ^sS.'Hieuer ^nkvereincS von der Handelsvorewigung „Ost". Wiptzlihgersixirtza 10, das Ersuchen erhalten, zu Lasten " ihres' Asntüs^ einen. Betrag von 300.000 , Kronen an die Filiale . Wiener- Neustadt zu überweisen und der 'Filiale den Äuftrag zu, g^bxn, die Summe an euM gewissen. Alexander SÄ v p e r'r aüszuzcchlssy. . Da das Papier und. die. Dampiglie. deS ' Aus-' träges. echt, schichien,. und ynch die. Unterschriften genau .über-. e^nssimmten,. erfolgte.. ansürndSloS die Ue'bcrwsisüng des Betrages,-an die.Wirner-NLnMster Filiale. Am. 28. v. M.sprach «un bet der. Filiale. Wr..-Nei^Ladt ein junger ALann vor mch . ^ätzfe^sach^ der uberwiLsenen' Summe. . (St; namrle sich. lLlexmcher Schubert, legitimierte, sich mit einem Reisepatz, mit' Lichtbild'auf diesen Namen und .mit einem Vollmachtschreisien dec^ Handelsbereimgung „Ost", das vollkommen deju) Eindturk. der Echtheit Machte, und erhielt auch dem Betrag, auegtzfolqt. Die . üblich, hat der Wiener , Bankverein' an die Handelsgesellschaft „Ost.", dann ein „DsslastungSfchreiben7 ge- ' richtet, .in dcn^von der Transaktion Mitteilung'gemacht .Und) bestätigt wurde), daß' das. Konto der Vereinigung, mit'dein Betrag von 300.000 Kronen belastet wurde. Da stellte sich heraus, datz^ der angebliche ' Alexander Schubert ein) S ch w i. it b l e r . w^'Schreihen und Stampiglie waren wohl echt, doch praren diMU^terschruften auf dem Schriftstück, 'falsch.* Äuk ünarrfgMärte Wdrse hat. sich der, Gauner. f.n den Besitz des Papiercs it^ der Stmnpiglie zu setzen gewußt und..darauf, die ftnwr- Mften) nachgeahmt. Die Nachforschungen sind rmgewitet. - Kranken, denen jede innere Erschütterung Gefahr-bringen kann. So ist die Forderung zur Schaffung von j u d i s ch e n Fürsorge- E r z i e h un gsa nst alten wohl, begründet, ganz abgesehen -davon, daß es beschämend ist, .die Arbeit ftir die verwahrloste jüdische. Jugend einfach anderen zu) überlassen. Die.. jüdische Intelligenz und der gesamte jüdische Mittelstand müssen - endlich begreifendaß sie nicht das .Recht haben, mit verschränkten'Arnren ruhig zuzusehenwie andere sich um die Rettung der gestrauchelten Kinder bemühen. Sie lmiffett begreifen, daß es auch unser Hans ist, das da brennt. ' Eine KindheM ' -merrmg. ' Aus tem Iüdischrn deS t Y‘1- Vrainr» f ' ... VerWahrloste Zngend. Darüber, daß die-Verwahrlosung, der Heranwachsenden Jugend mit jedem Tag fortschreitet, daß die Erscheinungen .der Halt- und Sittenlöstgkeit bei irisieren Halbwüchsigen an Zahl und Grad zunehmen, darüber kann sich Wohl niemand mehr einer Täuschung hingeben, wenn sich, auch der Wiener Mittelstand nichts davon träumen laßt, welchen Umfang . Äe. Prostitution,' aych^in feinen1 Kreisen schon angenommen hat.. Und es wäre r^aLürlich törichter. Selbstbetrug, vorauszusetzen,-ba& just vor. den Toren der Jüdenschast diese schreckliche. Elendßerschemung halt machen sollte. Man hat früher den Anteil, der Jüdinnen an der Wiener Hröstitulion,, sowohl d^r.öfseMichen wie der' geheimen» aus zweieinhalb bis , dxei^Mözent^geschatzD/äber eZ^) kansi' Uüm ^nr.Zweifel darüber "bestehen/daß mit der Einbeziehung des Mittelstände^ )m den traürigpn Reigen der Anteil/der, Inden- - schDAM" unwesentlich gestiegen ist. Es äst somit für . die-Jüdenschast nicht nur indirE, aus menschlicher Teilnahme, sondern sehr direkt, aller Anlaß gegeben, sich mit ders) Frage zu. befasiern Man findet in allen Heimstätten für'gefallene oder 'gefährdete Mädchen,- in allen Er« ziehüsigsäpstalten-. für - die•> verwahrloste männliche JügAd, jüdische-Kinder. Aber diese Anstalten stehen — vdn ' einigen, sehr. wenigen abgesehen, die doppelt. lobrichtz,^DisiMrnen. Mdtzn —' - fast ^ausnahmslos unser katholischem, ja sogar - unter -christlichsozislem Vorzeichen.. Man...wird' nun. emwenden, daß das erste keinen: Schaden bringt, und es ist' ohneweiters zzizugehW, daß in. manchen dieser vom Geiste wahrer. Nächstenliebe erfüllten "Heimen "-ganz/ Aüsge-" zeichnetes, gelesstet. und die - jüdischen. irregegangenen Kinder, mit .derselbpn Teilnahme..auf den zechtest- Weg zprüchgelÄtet. tyecden. wie . die anderen.-' Hier --gibt es fafyotifMüHtzMsthastes Bedenken^ »>Es kommt vordaß jüLische?BÄtzv-MiL-5aufgehobenen ^Höndsrbitten müssen, uran MögeMr'Klnd in-die Obhut eines Klosters'nehmen, daß jie^weinend flehtzst. man rnöge es. doch taufen'-lassen, rmd tder Dtraße, dem Dirnenleben sollte es entzogen- .sein. , .NLan: hat . kaum.^das.-Recht, > einem Materdarüber, einen Vorwürf zu machendem die Rettung seines Km-' des^unter alläst Umstandest das,. Wichtigste'sein muß., Ader). ^iXmffctri& läßtdie. NptwrindigkeiL einer' AMilfe-. dringend.erscheinen^ Abgesehen bon - allen anderen.Erwägungen, verschärft bqv Glaubenswöchsel oder Luch nM das-mehrjährige Leben, ruster.. christlichem. Einfluß im Hedankengang einer nöwm. Welt. die. Ent-' fckmdungHMch^ Mädchen urrd rDren^nMstey-An-.,^ gchoriaen'lMr ^empfindlich^,' "Kehrt.. M .nach, längerem MsterWalt' in) der ErziehnngSanstatt zu' seiner Familie öWK'^^-.mn-- bas' jft schließlich immax noch das einsige, was eine wirkliche geistige und sittliche Genesung. bewirken kann, diese Rückkehr ist 'die Familie -- -sö. 'jst ' sie )da eine :Fremde, eine'An d er s g lä u bi.ge.oder doch- Andersdenkende> geworden'. Gäriz hon selbst ersteht zwischender Heimgekehrtest' und ihrer - Mütter^ ihren Schwestern) - ihren FreuMstnen' 'Me 'Schrastke, , ganz ohne weiteres Dazutun wird'die AMnaH.mWMmWdje^-. sie ja ohnehin - einnibim.tr... uMrstrichen, Ls'' prgLben , sich Gegensätze, die das junge, kaum'. gefestigte' ÄkenWWM schwankeird und unsiche^HaHest, .)stö.ust PostfliÜe) hrrn-! gen. denen sie " sich, brrM^ 'W'.Htzängsti^t^ gewöhnlich nicht anders zu entziehen weiß, als durch eme,neuerliche ) Flucht-^auA idenr' Eltetnhaiks. - - Beim Knaben gestaltet sich'die Situation ganz ähnlich,'nür mit dem Unterschied, daß das größere Kraft-- kefi'chl) sind die stäpker ausgeprägte SelbständigkeiL die Entwicklung beschleunigen. - ES darf mich nicht äußer rck-t gelassen lverden, daß-man es bei diesen Entgleisten! urjt MckMaihea lim fiatmit MnfUi i Die einzige Zeltung, welche in meinen Kinderjahren in meine G'ebuxtsstadt. Lady kam, ) kvar?die antisemitische „Vowoje' Wremja".' Ihr - Abonnent:* toar de: Rabbi Salman Schneersohn. Die - hebräischen Mochenschriften „Hameliz" (welcherdann , in Petersburgerschien), der „Hamagid" in Luck, „Hakol", der damals, bereits in Königsberg herauskam, und die Warschauer .„Hazefirah" durften dem Rabbi nicht ins Haus. Sie waren „trejfe". Der Rabbi sagte, die hebräischen Blatter seien voll von Abtrünnigkeit (daß Gott erbarm')' und man dürfe-sie, Gott bewahre, in kein Wisches Haus;h'ereinlassen. Die Ehassidim, welche dem Rabbi anhingen, 'und: sein ganzes sonstiges Gefolge hielten sich mehr als genau an seine Vorschrift und so war es gefährlich, in > unserer Stadt eine hebräische Zeitung zu halten. Regelmäßige Post gab es in meiner Geburtsstadt zu jener Zeit noch nicht. Lady liegt noch bis heute abseits von der Eisenbahn. Vor zwölf Jahren habe ich^zum letzten Male meine Geburtsstadt besucht und konnte "mich -dabei überzeugen, daß es noch jetzt dort altere Juden ,gibt, die noch nie mit eigenen Augen eine Eisenbahn gesehen haben. Sie sind der Ansicht, daß alles? Unglück über die Welt durch die Eisenbahn gekommen sei. In meinen Knabenjahren kam die Post einmal, -höchstens'zweimal in der Woche. Der Briefträger war ein Judenmädchen, das sich für sehr gebildet hielt, weil es eine Adresse in russischen Buchstaben lesen und, wenn es darauf ankam, auch schreiben' konnte.'Das war damals keine Kleinigkeit. Dieses treffliche Mädchen brachte nun ein? oder zweimal wöchentlich em Paket „Nowoje Wremja" zum Rabbi. Reb Schmil, der Diener des Rabbi, nahm das Zeitungspaket, trug es in Zimmer des Rabbi und legte esMf einen besonderen Sessel, damit, es, Gott bewahre, nicht mit den heiligen Schriften in) Berirhningkornme- Den Rabbi selbst -rührte auch -die - christlichen Zeitungen mit" keinem Finger an» ■ Das Paket „Nowoje Wremja" blieb unberührt liegen, bis der Rabbi nüt Thora und Dienst zu Ende war. Gegen Abend ließ er dann Abrejmel, den Schreiber, holen, 'damit er ihm ■bic wichtigsten Neuigkeiten, die Politik und alle Verleumdungen gegen die Juden, welche in der „Nowoje Wremja" standen, vortrage. Der Rabbi selbst verstand natürlich kein Wort Russisch. Und um die Wahrheit zu sagen, war auch Awrejem der Schreiber (der einzige Lehrer des Russischen für Mädchen) kein großer Kenner des Ruffischen. Er verstand ungefähr jedes ftmfte Wort. Er war auch kein sehr tiefgründiger Politiker, aber dafür hatte er. einen Vorzug: er stand der Hofhaltung des Rabbi nahe. Damals galt es als große Schande, Mädchenlehrer zu sein und ein Schreiber, gar ein Schreiber für „christliche" Sprachen, aber alle diese Sünden des Schreibers Awrejmel -würden 'entsühnt dürch das Glück, daß er dem Rabbi Sinn und Wesen der „Nowoje Wremja" erklären durfte * ' Die antisemitische Zeitung kam nicht zufällig in das Haus des Rabbi. Er selbst wollte die Verleumdungen ckenncn lernen, welche die Gojim gegen Juden Vorbringen. Manche '.seiner Ehassidim -waren überzeugt, daß jedesmal, wenn die „Nowoje Wremja" eine Anklage gegen die 'JüdLn erhebe, der Rabbi -— natürlich sobald sie ihm Awrejmel der Schreiber vorgelesen habe sie vor dÄn Thron der Herrlichkeit widerlege. Das Ritual der' ^Nowoje.'Wremja"-Vorlesung war nun nach seiner Art. Sr erläutert. sie auch durch einMrK Worte und Gesten Awrejmel. dem Schreiber,, besondepr um ihm über die schweren Stellen hinwegzuhelfen.^da^r, ) Awrejmel weiterlesen kann. - Ost lächelt der' Rabbi «nk, spöttelt über die gojische Politik, -über Gsau§'-Dicksch8del'^ und närrische Weisheit. .. Manchrnal..erledigt: er einer , Handhewegung < und eurem - StirnrünMnH)! Awrejmel, der Schreiber/welcher.-schon.disse-rbesondsra \ Sprache des Rabbi versteht, nickt dü§u mit dem Kopß).^ ' Er.'ist. einverstanden.,.).) . . '. M'’|;- - , 'Awrejmel, der. Schreiber, ist eigeMich schon „rnK'e-1 kränkelt";. er ist - schon ein' wenig - vom rechten Weg ab- : gekommen; ist, na jä... er har doch! schon Krylows -' Fabeln gelesen und. Stücke aus. der. Chrestomathie)' doch auf den Rabbi gibt er was. Von seinen- Wundern hält er freilich nichts, aber schließlich —- wo Thora ist.' dort ist die Weisheit.; , Manchmal, wird Rabbi Salman, wenn er hört, wa? ' da augenscheinlich in.der „Nowoje Wremja^ geschrisben \ 'steht/ sehr ernst, manchmal erregt, und zornig, -manch? , j mal macht er )inr Zorn - eine Handbewegung und) heißt Awrejmel, den Schreiber, die Zeitung' weglegen und die; Vorlesung beenden. Er kann die Verleumdungen, hip. , man gegen die Juden vorbringt, nicht anhören. : Solchen Szenen. durfte ich als Knabe mit meinerp Kameraden Schulern°Ber, dem -Enkel des Rabbi seinem Liebling, beiwohnen. Die Erinnerung an fE.be«^ wahre ich noch heute. " ''’M'' Spät abends. Der Rabbi sitzt in seinem tiefen, weichen Lehnstuhl, sein weißer seidener Kaftan ist geöffnet., Er ist gegürtet, die Mütze ist aus der- Stirn geschoben, auf dem großen Tisch, der mit . Büchern, Schrift ten und.Wnnschbriefen bedeckt.'ist, steht eine Tasse, aufwelcher zwei silberne.'Lichtscheren liegen. Zwei Stearinkerzen. sind angezündet. und. eine Uhr in Marmor» gehäuse . tickt ruhig, und feierlich. Awrejmel, -der Schrei- Her, ein Jude in. älteren Jahren/ steht während der ganzen) Vorlesung., In der Hand hält er eine Nummer der' „Nowoje Wremja". Er. hüstelt ein wenig,, seine Stirn. bedeW sich mit- Schweiß infolge der Mühe, die er hat, um M-Wesen der Politik rmd diewichtigen Neuigkeiten der „Nowoje Wremja" wieöerzugeben. Es fällt -ihm nickst leichtden richtigen Smtt'^vam dtzorHu. örrckterr, was in-der Zeitrrng gschriebM stcht. rBtzsondere-r-ednensche Begabung hat Awrejmel mich nicht, er stottert ein wenig üsid' wenn mittendrin ein schwieriges Fremdwort ihm unterkommt.. wie Zivilisation.. Mobilisierung und dergleichen, dany. kommt.seine Zunge m Verwirrung und findet schwer heraus. Ter Rabbi hört aufmerksam zu. Er versteht viel mehr von &em, was ihm vorgelesen wird, als Awrejmel der Schreiber-selber. Der Rabbi hat Schärft sinn und hellen Verstand und auch daZ, )waS nur heute „Intuition" nennen. Cr erfaßt aus c-inenr Wort und emcrrr .Satz die ggme -'SaMiÄe. Natürlich verstM kr sie ' MNsche. ÄAÄ .fKrörge WelöLr.^ 7..^ /. Drutschlarck ist das . Land der Theorien.'' -SÖte&.S ' - Deutsche liebt die Mründlichkeit. Sohat er auch-ddert ' Antisemitismus von Anfang an gründlicher aüfMaßtq als dis anderen Völker und hat ihn zu einer-Lhrore-> Lifcherr Dertieftnrg. gebracht, die ihresgleichen sucht.' Sv') lächerlich diese Theorien zumeist sind, so schwach ihre.>- , Stützpunkte sind uiÄ so unbewiesen ihre Nnterlagen, f» kann Man der Organisation dieses sogenannten wifsem schüftlichen Antisemitismus und dem Fleiße manches seiner Wortführer eure. gewisse' Anerkennung nicht vex-- sagen. Ein Hirngespinst von RassenLheorien. istaus., . diesem sumpfigen Boden erwachsen, welche die Höchfft -Wertigkeit des Germanentums) über die arrdei^n RaW , und die besondere Minderwertigkeit-des Judentums br- , weisen sollen, und bip infolge' ihrer.Pseüdowifs'eirfchaft-., . .lichMt ihren Eindruck nicht verfehlt haben und schwek- >. wiegende pmktische^,Mnseflüen^w.','z!ei^n. 'Ms -.ein,,-/. 'chr-^DeMschla«-.')'erhebliches?-Aufsetzvn--.MntzchL;. ..habM-. „Die Burschenschaft," so heißt es --M djess-m Dvku«iLRt'>-'^ des großen deutschen StudenLenverbandes, „steht-auf.dem > '. Rässenstandpunkt ■; deshalb - dürfen *-nur : dsütschr•:. Studenten a r i sch e r Wstanunungdie s ich vffeü) zu.m)- - - DeuLschLum - bekennen,-.'-in-') die Burschenschaft ' nmmen werden. Die Burschenschaft verpflichtet sich.aüfs? -- Mue,. ihre Mitglieder 311 völkischem Bewußtsein zu -erziehen." UcLer diese prinzipielle Ausschließung Von .' -' ' Studenten auch nur jüdischer Abstammung qus der'-- ' deutschen Burschenschaft magsman je nachseiner SteMnz' '; innerhalb des Judentums.verschiedener Meinung ffrim Skandalös werden die Eisenacher Beschlüsse jedoch!)--) ' durch die Tonartin ) der das Problem der. bvuLfst^.^i - jüdischen Mischehe behandeltist. „Der BurscheuLagN'^ : jo heißt, es, -„verpflichtet die einzelnen Burschenschastem--' ihre MitglÄer so zu erziehen, düß'eiüe .Heirat"mit'einsüt^'.- j üdi scheu o.he.r farbigen Weib aüZgeschlossLh^ '*•; ist' oder daß bei .solcher Heirat der Betrefsende scheidet." Nun kann man es gewiß verstehen, daß 1 reutschsn Standpunkt aus gegen di« 'Mischehe' macht .wird, wenngleich man darüber staunen must, ein, national in - sich gefestigtes, ,'auf eigenem- - VoVeW-HI hausendes Sechzigmillionenvölk durth Uebernahme-r'eineLA .. numerisch nicht großen Anzahl jüdischer Frauen Ucktis-d > , nale Einbuße erleiden soll. 'B-i den in dsr' Diäspor«^ ' ' Wchrden J u den)LedentsL die'Mischehe in der Daö^ bme völlige Zerstörung der Ltzlen.Reste ihres -Stamms> char-akters. Daß man fkrr das gwße deutsche'^ / ) Befürchtungen gl'öicher Art hegt, ist immerhin erstaun'-.-! lich. Unglaublich ist jedoch die Art urrd Weise, in der. die Burschenschaft dieses Thema behandeln zu müsse« < glaubt. Wir wollen der Burschenschaft durchaus. nicht. * •« den Gefallen tun, uns über ihren Beschluß allzusehr , . aufzuregen. Er schmexzt uns schon darum wenig,. tvLft : wir selbst der Mischehe entgegenarLe)ten. Der Hochmuts- * diinkel jedoch, der aus den burscheuschafÄchen Beschlüsse« 'spricht, ist an sich eine empörende Erscheinung, und.','. nicht geeignet, das Vorurteil der übrigen Kulturwelr,!. gegen Deutschlarw zu erleichtern. In ähnlichern- Tone 4 ' wie die Frage der Mischehe ist die Frage der sogen-avnÄW.'. - S a t i s f a k L iv n behandelt. Bekanntlich herrscht, an bautschen Universitäten im Gegensatz zu d-enrn.,erklär))^ 'änderen- KultmnaLionen noch die Methode der blütige» Abchshr.- von. Ehrenkrünkungen durch die scharfe Waffe. ■ Es ist Sache der BurschLnschaft, wie lange sie noch eirrLNderartig atavistischen EhrenL)dex beibehalten will. M)!'.-! paßt jedoch in die geistige Berfassung der Eisenacher• schlüsst, wenn den einzelnen Burfchenschafden nähege^g^'^ - wird, fremdrassigen Studenten als'solche« die GütiSss-ktwn zu verweigern. Die Eisenacher Beschlüsse sind-ei»- - trauriges Dokument des trüben Geistes, der gerade .^ jenigen Kreise Deutschlands mehr) und mehr beherrsche . I welche als die Träger der geistigen Werte derNatÄtz . getten und di? Erziehung der kiinfftKSn Generatorleiten ,h j H. M. Jr'