Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 696 (3.1.1921)
- Date
- 1921-01-03
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Nette 4 Men, Monktg Wiener Morqenzeitnnq 3. Jänner 1921 M VtzS kUcl>iaev. ®Anftm.irii«r, fontern ta^e« S'e fit saLennäß flftrfc « f'nem Fusi^bdruck beim Oüdoväoen hrstkllm. — Angst «sr Arien Der «ach?tu«'8rdernde Emflaß deS ArsmS ift den T-erzücktcru feit lörf-m bekannt und wird auch von den fccwrtm:t-n St'cr.tfftrw ts ©teurmmff «I? feststehend crpmoninr«. — Adstirrent. Der Alkshol de»t tnuä bl-ch bei starker Eittrenma a!S raick, aber voiübergchend wirkiniiZ Erh^Iunps- und Krä tiarmgAmittkl, bn schwerer Erklnns''nt d'lknl er v?rübernrbnid «!s NahiunaZiwitel wirrend er bauend genommen a'S Gckt wirkf. — Band Ul Air Berdünnnug rer Kwd 'Milch können '^.ie Hasir-. B'e'nenmkKl« »der Neisablochung verwenden. JB#e Sie betuiben sollen, kann mn der Arzt ent chr>d n. — Nickkrampf :st eine »rrvöse Ercheinung, cmrlchr PhsSphorledertron. BÜhKL und M. Frauz mn Defregger gestsrLerr. Ein Telegramm aus München meldet den Tsd des berühmten Malers Franz v. Defregger im 86. Stefan fahre. Gr zähhte zu den bedeutendsten schaffenden Künstlern der Gegenwart und eine Reih« seiner Meisterwerke bildet den stolzen Besitz vieler Museen. Als Dohn eines Tiroler Bauern geboren, entnahm Defregger die Motive für ferne Genrebilder dem Leben seiner engeren Heimat. Schon sein erstes großer Gemälde «Josef Speckdacher und sein Lohn" (im Innsbrucker Ferdinandeum) hatte einen großen Erfolg. Als historischer Maler schuf sr Großes. Ergreifend ist «Das leyle Aufgebot", eine Szene aus dem Jahre 186- ^Wiener Belvedere). Mel. ere seiner besten Gemälde behandeln Andreas Hof-erS Hcldentragödie. Defregger wirkte tz» München als Professor au der dortigen Kunstakademie. Ferdinand Bonns Nerrjahrsnlk. Ein Vorfall, der sich in der Theatergeschichte »och tücktt oft ereignete, verursachte Samstag abends in den Kammerspielen graste Aufregung. Die zweite Ausführung des Einaktertrios .Ehe* mustte abgesagt werden, weil der Hauptdarsteller Ferdinand B»nn — unau findbar war Alle Nachforschungen nach dem Künstler blieben b,iS gestern nachmittags erfolglos, erst zu diesem Zeitpunkt wurde sein Verschwinden aufgeklärt. Ferdinand Bonn brachte den Samstagnachmittag bei einer befreundeten Familie zu. Das Söhnchen seiner Freunde soll ihn nun. wie Herr Bonn angibt, mit einem Stäbchen im Ohr verletzt haben. Dieser Vorfall versetzte den Künstler derart in Aufregung, dast er, um aus andere Gedanken zu kommen, einen Autouusfluq nach Rodaun machte. Dort wurde gestern sein Aufenthalt eruiert. Herr Bonn behauptet, er habe darauf vergessen, daß er in den Kammer'pielen anfzutreten hatte. Direktor Bernau, der durch den Ausfall der ausverkauften Vorstellung einen Schaden von nahezu L0.000 Kronen erleide:, hat die s o f o r t i g e E n t l a s s u n g Bonns verfügt, der Theaterrat versucht jedoch zu vermitteln, damit die Entlassung rückgängig gemacht werde. Wahrscheinlich wird Herr Bonn einen Teil des durch reine Schuld verursachten Schadens tragen und Direktor Bernau die Entlassung zurücknehmeu. Kommunismus und Theater. Wie Londoner Blätter berichten, ist unter den Sowjethäuptern ein interessanter Streit ausgebrechen. Der Erreger des Skandals ist der Volkskommissar für Volksbildung Lunatscharski, der drei seiner Dramen veröffentlicht hat. deren Inhalt nunmehr böseS Blut macht. Eie heißen „Oliver Cromwell", „Mag's" und „Iwan im Paradies". Nunmehr greift dos offiziöse Organ „Prawda" den Dolkskommissär heftig an, weil .er in seinem „Cromwell" den englischen Rebellen auf Kostm des Kommunismus verherrliche. Eine gefährliche Doktrin enthalte die „Magie". Dieses mystische - und philosophische Drama entwickelt die Lehre von der Gleichheit aller Menschen, der Götter und Teufel usw. DaS Volk werde nun denken, daß also Lenin mit Wrangel gleich- ^ustellen sei und die Rote sich nicht von der Weihen Garde unterscheide. „Iwan im Paradies" ist ein religiöses Drama, in welchem unter arrderen der jüdisch« Gott und Christus, Engel und Erzenge! auftrcten. „ES ist auffällig" — sagt das kommunistische Organ — „daß solche reaktionäre Ideen zu verbreiten, demBolkSkommi-'fär für öffentlichen Unterricht gestattet fei, und noch auffälliger, daß sie in der Staatsdruckerei gedruckt würoen." In der Vorrede gestehe Lunatscharski, daß die Ideen, die er dort verkünde, nicht die gleichen Letzte Nachrichten. PeNL hat Prag verlassen. Pra-s, 3. Jänner. (Tschecho-slow. Preßbur.) Der frühere Chef des Generalstabes General Pellä hat gestern Prag verlassen. seien, die er in seinen politischen Reden verbreite. Dies sei ein auffälliger Geständnis. Genosse Lunatscharski scheine zu glauben/ daß man dem Kommunismus nur ln der Politik treu fein müsse, und daß es ihm erlaubt sei, wenn er ein Drama schreibe, die entgegengesetzten Ideen zu vertreten. ES fei Zeit, daß die umherschweif?»-- beri Phantasien mehr als eines der kommunistischen Poeten in den strengen Nahmen der ParteidiSziplin gefirßt würden. __ Büchernot Itt Frankreich. Eine Gruppe französischer Gelehrter erlaßt unter Führung des Akademikers E, Lavisse ein Manifest zur Verteidigung des französischen Gedankens, welches einem Noffchrei über die geistige Not in Frankreich gleichkommt. Angelsachsen und Deutsche.verfügen über große Papierlager und kaufen, wo sie nur können, das Papier zusammen. In Frankreich hingegen wird man durch Schutzzölle daran gehindert. Wissenschaftliche Werke über Neuerforschungen auf allen Gebieten finden keinen Verleger. Aber besonders charakteristisch ist folgende Tatsache: Während biSnun die Preisarbeiten für die einzelnen Akademien in Druck gelegt wurden, müssen die Akademien jetzt auf die Drucklegung der Preisarbeiten verzichten und sich mit'einigen auf der Schreibmaschine hergestell.en Exemplaren begnügen. Ebenso ergeht eS den Doktoren der verschiedenen Fakultäten mit ihren Dissertationen. Die Folge davon ist, daß eine große Summe geistiger Arbeit vergraben bleibt, ohne ihre befruchtende Wirkung auszuüben, und, was noch schlimmer ist/daß ein großer Teil der Gelehrten und SchristsMler entmutigt wird, weiter fruchtlose geistige Arbeit zu leisten. UNITAS-BALL Jlorgtn, Dien**«* de« 4. J&aa.r 102t, la feat.aat da« H.t*l t'o.O.a.tai, 1., Taboratraaa« 8. 4J73 (liiU fc.rill»b wlük.ma.a] Sportklub „HAKOAII“ Kalturabteliaag (Orcheatar, SammonaoBik, Mandoii&aaorchaatar, Cher, UUratar) Mittwoch des 19. J&nnar 1931 im Klelnea Busikveretoaule I. Mandoli ionorcliesterkonzert Dirigent: K. Frl.den thal. — Mitwirkend: F Slutaky (Cello) and das Gesangsqaartett der .Ilakoth* Karten tob K bla K 100 im CaM „lodaetrUllen*, I, Coneordiaplats 4, und bei Löwit, 1., Roter tonnetraate. 8698 Sport. Die FußbaSmeisterschaft. Bon prachtvollem Wetter begünstigt, kam gestem das bereits zweimal verschobene Meisterschaftsspiel R a p i d—W. A. C. zur Austragung. Die Hütteldorfer errangen mit 9:0 einen überlegenen Sieg Zwischen den beiden Mannschaften bestand ein Klassenunterschied, trotzdem konnte auch Rapid nicht vollkommen beftiedigen. Ausgeglichenes Können zeigte nur der Angriff; in Deckung und Verteidigung gab es sehr schwache Punkte. Elend war der Tormann Kraupar, der vor jeder anderen Stürmerreihe als jener des W. A. C. gestern hätte einigemale kapitulieren muffen. Die Prater-Mannschaft hatte nur an Chrenka und Sudrich vollwertige Kräfte. Sonst hatte höchstens noch der linke Flügel Dyk- Reumann lichte Momente; alles Uebrige war minderwertig. Allen Spielern gemeinsam war die völlige Ambitionslosigkeit, so daß Rapid, ohne dabei den Gegner einzuschnüren, fast mühelos die Treffer erzielen konnte. Das Spiel hatte an dem sonst tüchtigen Herrn Albrecht einen sehr schwachen Schiedsrichter. Zumindest zwei Treffer hat Rapid seinen Entscheidungen zu w danken. Die Goalserie eröffnete Körner in de, 10. Minute. Bald darauf gab Uridil seine Visitkarte im W. A. C.°Tore ab. Kuthan brachte den Stand aus 3:0. In der Zwischenzeit halten die W. A. C.-Stürme, mehrere sichere Chancen vergeben.. Mit 3:0 ging es in die Pause. Rach Wiederbeginn gab der W. A. C. das Spiel völlig auf, was zum Teil auch aus eine Verletzung Chrenkas zurückzuführen war. Baue, erzielte den vierten, Kuthan den fünften Treffer. De, erstere war einer kraffen Abseitstellüng entsprungen. Durch einen ganz grundlos verhängten Elfmeterstoß kann Kuthan den Stand auf 6:0 bringen. Punkt 7 hat Wondrak zum Erzeuger, während Bauer die beiden letzten Treffer auf sein Konto bringt; einer davon war wieder ein Elfer. Dem wenig interessanten Spiel hatten bei 15.000 Zuschauer beigewohnt, von denen sich viele lange vor Abpfiff entfernten. Rapid hat durch diesen Sieg in der Herbstserie der Meisterschaft insgesamt 19 Punkte enungm, während die Amateure, vorausgesetzt, daß fie das noch ausftehende Meisterschaftsspiel gegen Simmering gewinnen, 17 Punkte aufweisen. ' In Favoriten fand ein Freundschaftsspiel Rudolfshüge l—M a ck e r statt, das die Hausherren nach anregendem Spiel 4:2 (3:2) gewannen. Internationaler Wettsplelverkeh«. In Deutschland fanden am Doppelfeiertawieder zahlreiche internationale Wettspiele statt, dir -»meist dir Äastman»schaftr» erfolgreich iahen. Nachstehend di, «ns -»gegangenen venchte: L e i v, i i g hatte dm M. T. K. n«d VL T. E. i, ferne« Mauer«. Die vn.'ori>che Meistermannschaft schlug Fort«»« Sri and Epielverrinigung Sri. U. T. E. spielte gegen Fortuna 1:1 unentschird-n. In Hamburg iand der Länder »etikamdf Norddrntfch» l a n d gegen Nordholland statt, de« die Gäste «ach Glücklichem Spiele 1:1 (0:1) gewannen. De» Spiele wohnte» 25.0CO Zuschauer bei. Ueberleaene Siege feierte wieder der Teplitzer F»ßb a l l k l v b. Er schlug Werder (Vrrme») 9:1 «rd de» Lübecker Fnßballllub 10:0. DiePragerSpart« konnte anch in Gvanim lhte» Siegekms forttetzrn. Si, schlug i» vüba» de« dortige» tützrmd« Verein 8:1 (2:1). - Mastenan-trltt an« dem W. «. C Ein grosser Teil der Sv'eler dtti I. S. H -Mannichalt k.brt dem Vr«»er- Aernn dm Rücken. Edrenka dürsie der Brmna. Dvt de» Cr-cke'ern, Brandweiner dem Spottllub» Ssdrtch de» Spottoerer» der ssagei Häuser u'w. beiirele«. De» Berliner Verstand hat die seinerzeit w ProVstonal- 'vieler» erklär«e» Berliner FußbaNn begnadigt. Der Ungarisch« Fußballvetbaud dürfte chm bald Nachfolge». Sportklub Hakoah. Heute stndet im Jndustneklmeass „m '/,? Udr abends e«e wichtige Bnsammlnug der Spieler der l. Mannschaft statt. _ Der Volkswirt. Eine Krone -- 1.50 Centimes Geld. In Zürich notierte: dir österreichn'chk Krone .... 1.80 (1.57V« am 81. Dezemb«) die österr. gestemveltr Krone . . 1.05 ( 105 am 81 Dezember) Dtt tschechische Krone.7.80 ( 7.40 am 31 Dezember) 'te Mark.. 895 910 w» 81. Dnemder) -Ipront ..... . . .... 410 ( 4.10 am 81 Dezember) Hickaiest .......... 8.t0 ( 8.10 am 8l Dezember) Budapest ......... 1.07 V, ( 1.15 am 31 Dez mber) ÜZarfcha« ......... 1.— ( 1.05 am 31. Dezember) Triester Mustermeffe. Wahrend der Tricster Mustermesse hatte die italienische Negietung in S a l, b u r g eine Paßstelle errichtet, mm den Besuchern die Einreise nach Triest z» erleichtern. Nach Beend gnng der Messe wmde die Paßstelle aufaelöst «nd alle Anluche« um Paffe müffen an daitalienische Konsulat in Wie» gerichret werden. Die italensche Reaierung prüft d.rzeit de» Vorschlag, i« Salzburg eine reguläre KsnsulätSkanzlü ' z» errichte». ,■. Thesrer mn heute. V27 Bsrgthsarsr König Lear. V-7 Tt«»toop«r: De Bohöme.? Vstttsopsr Aida. 7 Deutschs« Bolttorhrater: P er Ghnt. Vs7 Wiener KLnrmootpiol«: Flamme. 10 — Menagerie. 7 Ioseffta dtor Theato»: Der Roman einer Fra«. Vr7 Slrue TSionmr B«h«e Präsident Stopper. 7 Wiener Ltadtthratsr: DaS Gelübde. 7 Re««irs««e».VjLdr..r G.-stänrn-S. 7 Wiener Komödientzans Das Sperrftchsttl. 7 Hurl-Theater: Liebesrauich. V«7 Theater an der Wie«: Die blaue Mazur. 7 Aaimund-Theater: Der Tour mS Glück. *Ul Wiener Birrgertheater Hol' mich der Teufel! 7 Lshann Etraust-Theates: DaS Hollaudwkibchm 7 Bpcllo-KünAettheatar^ L e Apachen V,8 Rolitnd»Büh«e: Wechuach sc.ntäute. - Tor MilliLNenokel und der große Barittöirü, 7 Lu''ts.;iLttl,e«».rLv: Der Mann ohne Brrg-mgenhen. 7 südliche Bühne, Taborstr. 12: Mailale Soldat» Vib o?vcic jüdische Bolksstührrer Drr Iesojmr. Mrttreke B Ti h n e ] H»t,l S. Psdj««»-,. T4»9!ckM . »aflrrte« 3« fei*« itUtikn *v*«c: 6;rrtK Melzer» 3«aa>»irt!, trat CtvtRg; Ha««» «(idimanii asb W,ialfat..»d£BB»S: XXVi KBUi Malkale Soldat Vaika^ftck ia 4 Akte« v. J Notzig, ia Ssaae zaMist T. Rejf. | «njvrirth. »Rfca« 7 Ute Sa», 1» Uhr «cfrtttitgisvyfffi?1, Räiabia »atsll hiijuera Preis v| wie Jeder IniJnder u. Ausländer für schSne# BRILLANTEN Diamanten, Rauten, Per'en, Smaragde etc. WK, «ar.aiiiifprtirassc | IX,. Ssabwskifflinci'scana 744 nur Hr. ll>, Uatars Aogarteaatr. 8 .............. Kfinsttensche Leitun Eg.» Brecher — Isaak Deutsch Vi 8 Uhr ahend«: von Jakob Cardin. OLD Perlen Platin,Silber UdlDn. 11 Telephon 40157 BRILLANTEM jaweicnocschält üpschitz.l. Bratidfitätie 5 ide SjoUftmraih. £ji» ÄSOCS k rtobls 75 Prozent w*&r «II irder llir abßelroie «Iriurc, Unitorinen, Schuhe, WLIchr, Möbel, öfttfrbnu und Serltintttfütcitfu, Fahre aus Mottl, ft. Ssidbrrg, Trödler. d:*.. TaLoxstraüe 5B. »nujitwtfl« f*t rtue uni rrrfth.fi«« .vfielente Heilet 9,. Keimanu« ». 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