Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 696 (3.1.1921)
- Date
- 1921-01-03
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Einzelpreis S Kronen Pränumerattonoprelfe: Verl«,, «i Wie,: Hum «ldd»le» m t*t . -Um», L. Bezirk, rabar. I »t» -i, »der in einer rschleißstelle ^rastk>: . SUNtkia,. . Kronen 80.— iettelsährttch 1S0- Vstt P«stverla«d fftr Wien und CefterrriA: Monatlich .. Kronen 50.- TicheAo-Slimiakei: Monatlich .. Kronen IS.— Viertelfäbrttch ». 45.- t, tschrchs-srowakischcr Wähnmz Ungar» Monatlich .. Kronen 50.- lvtrrteliahrttch „ »«<>.- in nngarifcher WSdrnng Angoflawien: Monatlich . . Dinar lvirriel,ahrltch » L4.— Einzelpreis 28 Krone» wnr—n—nnriiBWiir wi irnniriBifim "T-nmi'nniii i in n » rn i in iibii «»» Prsntlmerationspreis^ Monatlich C ”le4W2tt»f KO.«4 ©ier«eiirt!;rKA », ISO, in polnischer Wnhnrag Deutschland: , Monatlich. . - Mark 10. Krankrei»: Monatlich . . KraneS i Italien: Monatlich . . Sire I Rumänien: Monatlich . . Sei 18.-« Schweiz: n. das übnqe AnslaM Monatlich . . . Krm«cS tf.-* Redaktion n.Sldrninistratio» Wier,.K.Bez..Taborftr.1-» L'etephone: Administration 440 X, Redaktion 4»»1S^ ab 0 Uhr abends Nr. 10 Öt Aostspartassentont» 150.8N Nr. «SS Wien. Montag den 3. ZLnner LS21 3. Aahrgang Die Inder verlanden die ZeldstAdigkeit. Schwerwiegende Beschlüsse des Indischen Rattonalkongresses. Paris, 2. Jänner. (Wolff.) Nach einer DrSttrrmelVnng ans Naqpnr hat der indische National Kongreß zwei En schließan en angenommen. Die erste be'a t, das indische Volk müsse mit allen ge'etzmaZigen Mitteln Homer ule zu errangen suchen Die zweite Entschließung fordert zur Verweigerung der Zn^rimmettarbeLL mit den englischen Behörden, zur Nichtzahlung der Stenern und zum B o y § o L t des englischen Handels auf. __ /*• stürmischen Szene« und zu Tätlichkeiten, Einigen- Abgeordneten gelang eS zwar, sich Geh§r z» ver< schaffen, doch gingen ihre Aeutzernnge« in dem allgemeine» Tumult unter. Die NnabhSngigvn zogen schließlich nach ihre» PersamminngSiskalen ab. BLthmann Hollweg geftsrÄen.. H o h Ssn f r n o w, 2. Jänner. (Wolff.) Der frühere Reichskanzler Dr. v. B e t h W a n n H o l l w e g ist heute nachts nach kurzer Krankheit verschieden. * Die Zusammensetzung der neuen amerikanischen Regierung. New-Dork, 3. Jänner. (Tel-Komp.^ Man kann ungefähr die Zusammenstellung des neuen Kabinetts «Mer der Präsidentschaft Hardings mit ziemlicher Sicherheit Voraussagen. Danach wird Hughes die Leitung des Gesamtkabinetts, und zwar als E'7atssekreiär des Auswärtigen, übernehmen. Als Finanzminister ist der Chicagoer Bankier Daoos ausersehen. Hoo-ver soll ernstlich für das Innenministerium in Betracht kommen. Das Knegsministerium soll H e r t, das Marineministerium W e e k s übernehmen, Postm'mister dürste Ward und Ackerbaumiuister schlietzlich W a l l a e e werden. Das neue zugoslawrsche KabineLL. " "BW M^L'IälMr. (WZkffs'HmMüen-Mbinett Pasic übernimmt Trislwvie das Justizportefeuille, Draskoöic das Innere und vorläufig auch die öffentlichen Arbeiten, Stazarovic die Finanz- und General Blanko die Heeresangelegenheiten. Der KommunistenpuLsch in Jugoslawien mißlungen. Am Freitag vormittags ist in Agram der allgemeine Ausstand der kommunistischen Arbeiterschaft verkündet worden. Der Streik wurde nur teilweise dürchgesührt. Die meisten Geschäfte blieben trotz des Terrors der Komniunisten offen. Der von den Kommunisten verkündete allgemeine Ausstand in Belgrad ist ebenfalls mitzlungen. - Die polnische Kabinettskrise. . Warschau, 21. Dezember. (Tel.°Komp.) Die Kabinettskrise dauert immer noch an und es ist noch nicht vürauszusehen, wann sie ihr-m Abschluß finden wird. Es kann als sicher betrachtet werden, datz der Wiedereintritt der Sozialisten in das Kabinett nicht in Frage kommt. Die Sozialisten lehnen eine derartige Lösung der Krise auf das schärfste ab und erklären dies damit, datz der Ministerpräsident Witos bei der letzten Rekonstruktion' des .Ministeriums nichts getan habe, um. eine Weiterarbeit, der Sozialisten zu ermöglichen. Das FLrrmsmer Abkommen uuterzetchnet. Rom 1. Jänner. (Stefan!.) Wie die Blätter melden,. ist das endgültige Abkommen zwischen'den Fiumaner Delegierten und General Ferrarios Freitag mittags unterzeichnet worden. Seine Bestinrmungen werden streng geheimgehalten aber man glaubt zu wissen,.d^tz die Legionäre am 2. d. M. ablransportiert werden. Dem Verlangen d'Annunzws, an der Spitzeder Legionäre Fiume zu verlassen, wurde nicht Folge gegeben. Der Sohn d'Annunzios und mehrere Berichterstatter haben die Erlaubnis erhalten, nach Fiume zu kommen. Deutschlands Verfehlungen gegen den Friedensvertrag. Paris, 1. Jänner. (H-war.') Der Bericht bc« Mar'ckalls Fach, ber von ' der interalltierkn Militärkommiision in Be, ailles einstimmig angenomm-m worden ist, stellte sämtliche Verfehlungen Dentschk änds gegen dieBe stimm ungen des Fr reden svertraacs fest und bestätigt alle Rügen der intrralliierten ieoutrolliünuniffiün sowie des Generals Rollet Dze LrauMIche Regierui,g hat der deutschen Regierung die Note mit der Ausstellung sämtlicher Verfehlungen zngestellt. da der 1. Jänner der Endtermin für die Feststellung ist. Es handelt sich nicht um einen Sonderschritt Frankreichs, sondern einfach um die förmliche Notisizierunq. Frankreich wird erst nach einer Beratung und ,m Einvernehmen mit den Verbündeten endgültig entscheiden. ' Berlin, 1. Jänner. (Wolff.) Nach dem Protokoll von Spi sollten die : Kontrollkoinmiisionen darüber belichten, ob die deutsche./Regierung die -übernommenen Ve,pslitttunger, loyal erfülle. Deutschland hat sich nach besten Kräften und in voller Loyalität bemüht, den Ansordcrungcn des Protokolls gerecht zu werden. In den Ländern der Alliierten ist der iCriolg dieser Bemühungen! von Staatsmännertt wie tm Parlament und in der Presse! an> rlmiirt worden. In der vorliegenden Rote aber sollte, M.ProMll-:iW2ltz.^SM^eügeretzten,. Termin vöm 1'.,-Jänner zu wahren, alles zusammengesatzr werden, was nach Ansicht der Kontrollkommission überhaupt als Mängel oder Verfehlung in Betracht kommen könnte. Die englische Presse ist befriedigt. London, 2. Jänner. Nach den „Daily News" ist die englische Regierung, wenn sie auch Wachsamkeit für nöiig hält, von dem Fortschreilen der Entwaffnung der deutschen Streitlrüste befriedigt. „Daily Exprctz" hebt hervor, datz Deutschland nicht in der Lage sei, mit den Alliierten einen neuen Krieg zw beginnen. Benesch über die WirLsäiafLsksrrsrrenZ. Praft, 2. Jänner. Die meisten Blätter bringen Unterredungen mit dem Minister des Aeutzern Doktor Bmesch. $ur bevorstehenden Wirtschaflskonferenz der Nachfolgestaaten äußert sich der Minister dahin, daß die Tschecho-Slowakel nicht gegen die Einberufung dieser Konferenz gewesen sei, sondern bloß nachdrücklich verlangt habe, datz die zu beratenden wichtigen Fragen gründlich. vorbereitet werden, da sonst die zwischen den Staaten noch bestehenden Differenzen eher ' verschärft als ausgeglichen würden.. Wie die Dinge gegenwärtig stehen, könne man. da über einzelne Detailfrägen, so betreffendden Transport-, den Telegraph en- und Telephonverkehr, die- Aufteilung, des Wagenparks, Uebereintzommen erzielt worden seien, auf einen gewissen Erfolg der Konferenz rechnen. Die'.wichtigste Angelegenheit fei die Bereinigung der Transport- und Transitfragen, die als Voraussetzung für die Konsolidierung der wirtschaftlichen Verhältnisse Mitteleuropas gelten könne. Die englischen Anleihebrdingnnge« für dte Tschecho-Slowakel. Prüft,- 2. Jänner. Zur Reise des Handelsministers Dr. Hotooee nach London b.ehufs Erwirkung einer Anleihe -für die Tichecho-Slowakei meldet „Tribuna". die Engländer Härten als Hauptbedingung die Forderung anfgestellt. daß das englische vermögen in der Tschecho-Slowakei nicht sequestriert, und weder der Vermögensabgabe noch der Abgabe von Vermögenszuwachs unterworfen werde. BerSiAer Mmwn&e.: Berlin, t. Jänner. (Dolff.) Die Partei der Nnabüängincn Sozialdemokraten wollte heute vormittags »m Lustgarten eine .Protestkundgebung gegen den „weihen Schrecken" in Ungarn veranstalten. Als die einzelnen. TrnppS mit rvlen und schwarzen Fahnen am Versammlungsort eintrafen, fanden' sie die Nevnorplütze bereits von Anhänger« der beiden kommunistische» Parteien besetzt. Ehe noch die Redner der Unabhängigen das Wort ergreifen konnten, be- Sanne« die Komm»nisten mit ihre« Auf-ruchc». Es tnM zu Theobald von Bethmann Hollweg, siebenter Reichskanzler des deutschen Kaiserreiche-, ist gestern im 65. Lebensjahre verschieden. Acht Jahre lang, vom Jahre 190- bis 1917, stand er an der Spitze der deutschen Reichs-' regierung. Als Nachfolger des Fürsten Bülow trat er. eine schwere Erbschaft an, denn es war nicht leicht möglich, die vielen Fehler, die Fürst Bülow begangen, wieder wettzumache». Tie Kanzlerschaft des Herrn von Bethmann; Hollweg war ausgesüllt von Krisen aller Art, deren jede elne.'neue Etappe zur großen Katastrophe bildete. Jedes Jahr Flammenzeichen am politis 1 en tzlmmel. Herr von Bethmann Hollweg war eifrig bemüht, den Sturm, der. . über die Menschheit heraufzubrechen drohte, zu beschwören.; Er kannte wobt die Gefadr, konnte sie aber nickt meistern. . Denn itun fehlte die notwendige Rücksichtslosigkeit, seine» Willen durchzusehen, ihm fehlte auch der erforderliche Ein- . stutz bei Kaiser Wilhelm. Er vermochte nicht die Agitation der Alldeutsch^ zu brechen, ja mehr als einmal schien eS. datz 'er^M v.vN als er das fatale Wort prägte, der künftige Krieg werde; ein Krieg des Germanentums gegen das Romaneutum; und Sluventum sein. Und wie es bei schwächeren Naturen oft der Fall, ist, versuchte er durch kräftige Worte die 'Schwächeseiner. Taten verbergen zu wollen. So kam es denn, daß er jenes unglückliche Wort von den Verträgen,, die Paplersetzen. seien, die zerrissen werden müßten, prägte. Bethmann Hollweg stürzte, weil er die Friedensresolution im deutschen Re chstag im Jänner 1917 durchbrachte, / jene Resolution, in welcher die Deutscken sich für eine» Frieden ohne Annexwn und obne Kriegsentichädigung aussprachen. Damals eilten Hindenburg und Lndendoiff' nah Berlin, und stellten den Karer vor die Wahl, entweder ihren Rücktritt zu genehmigen oder den Reichskanzler zu entlassen. ^_ ** Erdbeben in Argentinien. London, 1. Jänner. (Renter.) „Daily Ctzronicle* meldet aus Buenos- Aires vom 30. Dezember-: Neuerlich . werden Erdbeben gemeldet, bei denen 7600 Menschen den : Tod gefunden oder Verletzungen erlitten haben sollen. / Der angerichtete Materialschaden sei bedeutend. Empfang beim Bundesprästdenteü. ' Anläßlich des Neujahrsfestes fand ein feierlicher' Empfang deS gesamten diplomatischen Korps durch, de» r Bundekpräsidenten im Beisein des Leiters des Bundestnininisteriums für Aeußeres, Bundeskanzler Dr. Mahr, und des Vorstandes der Präsident'chastskanzlei, .Sektions- . % chef Dr. Lbwentha l, statt. Die Missionschefs, die de» . ' Bundespräsideuten ihre Neusahrswün'che aussprachen, ' stellten bei diesem Anlaffe'auch da-diplomatische Pers nal ihrer Missionen vor. Wirrrer Bankkredit« für Kaiser Karl? . Die „Pärlament-korrkspondenz^ weiß . von Verhandln,,gen zu berickten, die auf die Gewähinng eines. 700.Mtlr,»,ien-Kredits feitender Wiener - Großbanken , au Exkaiser K a r I. abzielen, und zu -dieser SeujationS- . Nachricht folgende Einzelheite» mitzuteilen: A'ß Beitrauensmann der Wiener Banken führte Doktoe Benno KarpeteS die veckandluna^n und, aufder Gea:»scite - de-. Mi» ster a.'D. WieSner und F tduiarschall M o f ct i «. Die bejiiflljffjcn Berhandlung-'n sind noch >m Gana,-' und noch nicht abgeschlossen, da die Wiener Grobbanken für die Gvmäbinng tes Kikdas eine Recht von BedinttUl'gen gestellt. haben, be;üg!,ch derer die Unterhändler blshcr noch nicht rmig „ worden sind. Un>cr anderem soll von der Wiener Leite dre Bedingimg. gestellt woiden sein,, daß im?5aste emer eimaige« ,nonarch„ch-babsbmg>scken Restanratron in Oesterreich gewisse Begleite sche nungrn,. wie üe das System Horchy in Ungar» answe ft, durch entsprechende Vorkehrungen verm eden werden. Diese Meldung tuivb als phantasi'volle Erüudung bezeichntt, M der nicht ein Wort »lchr iJfU