Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- Heft 691 (28.12.1920)
- Date
- 1920-12-28
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Einzelpreis 33 Kronen Einzelpreis 28 Krön« Vrimvmerattonsprer-er BH*«: Hum m Mt Cmbftie». L vezirk, Imftr » bi» eitr in rtttn verschleiMNr Trasik»: ttlnnttUb. . Kronen Vlertelsahrltch ISO.— «tt Postvertanb »ftr «len un» Criifrrdffi: Mona»«» .. Kronen 50.- ri«,r»o.Slowakei-. Monatttch .. Kronen >8 - «viertel,»brlt» **.- In ts«rch».slowakis»er«»«irna, Ungar« MonatU» .. Krone« 80.- «vtertrijahriich ,, l^O.— ta ungarikLrr IPStinwj Monatlich .. Dm« 8«— VierteliührUch « «4.- Wiener Nr. 691 Wien» Dienstag den «28. Dezember 1929 Pran«merationspreis«s Polen: ' j Monat«» .. Mar» *0«^ lv«er,eljak,ritch „ 1SÖH in polaischer SSUinm, j _ Dentschl«»»: 1 Monatltch. tOTitrf 1<M OnrafrHA: ' | Monatlich “ - Monatlich^ R« Monatlich Schweiz: tt. da» übrige Autta» Monatlich... Kranes Redaktion «. ArntknistrailoO. Wien.S. B ez..Taborstr.I—> Telephone: Adwintstratlo» 440 H, Redaktion 4*81fe ab « Uhr avenvs Rr. i« Ot VoMvarkaffentonto lSYMY 2. Jahrgang Manifest des Palästina-Nufdaufonds (Keren Hajeffod) an das gesamte Judentum. Das Mandat über Palästina wird cßcn bolffrrcrfjt» liche Tal sack,e — eine feierliche Bürgschaft dem jüdischen Volke, zugleich ein Auftrag an die Nation voll Verantwortung und Verpflichtung. Der Augenblick ist gekommen, da die schöpferische Kraft des jüdischen Volkes, des ganzen Volkes in allen feinen K l a f f e it it n d A n f ch a n >^n g e tt, sich f.immeln mutz für die eine Aufgabe, die ihm anferlegt ist im Angesicht der Welt: für den Aufbau deS jüdischen nationalen Heims. Mittel von gewaltigem Umfang erfordert das Werk. Sie zu schassen ist der Keren Hajes so d. der ' i -:Ln2rD?rr«Äf.onL ' gegründet und konstituiert worden. Ein Direktorium ist eingesetzt worden, dessen Ausgabe es sein wird, in Zusammenarbeit mit berufenen Fachleuten einen sp st e m a t i s ch e n Plan k o nst r u k t i v e r A r b e i t scstzulegen «nd die richtige Ausführung zu sichern. Neben dem Direktorium ist ein- ' irts-h(Econ^mio v o Ta eil) eingerichtet worden» zusammengesetzt aus Männern der wirtschaftlichen Praxis, die in der F»nanz. und Gefchäftswelt eine hervorragende Stellung einnehmen. Der Economic Council hat die Aufgabe ans sich genommen» alle geplanten Unternehmungen zu überprüfen, die im engeren Sinne als produktiv betrachtet werden können, sie zur AnSsührung zu bringen, soweit sie für richtig bcsnndeli werden, und schlicffl'ck dem Direktorium in der allgemeinen Verwaltung vcS Fonds mit sachverständigem Rat zur Seite zu stehen. ES ist ein groffer und zugleich tragischer Augenblick, in dem der Kcrcn Hajeffod sein Werk eröffnet. D'e Mn *te die historische Verbindung des jüdischen Volkes mit Palästina ^nerkn^nt. Grotzbritannien hat das Mandat über Palästina übernommen. Die Regierung Palästinas ist einem Staatsmann übertragen, der als der Chef der Vermaltung eine sichere Bürgschaft für den guten Willen Gros;. britannicnS ist. Zur selben Zeit aber sind im Osten Europas zwei Dritteile des jüdischen Volkes von nnerträgtichenQualen hcimgcsncht. AnSgcplündert. auSgeraubt, ausgctricben von Heim und Herd, hingeschlachtet ohne Gnade und Barmherzigkeit, prcisgcgeben! Ausbrüchen ungezügelter Wildheit, wie sie Europa seit Jahrhunderten, nicht erlebt hat, werden ganze Gemeinden unbarmherzig ausgerottct. An der Schwelle der nationalen Wiedergeburt, das gewaltigc Werk, das zur Tat drängt, vor Augen, steht heute daS indische Volk, blutend und verstümmelt, nur eine Hand frei für die Arbeit des Bauens, während die andere die Waffe halten muff, um mit einer, verzweifelten Anstrengung die unerbittlichen Angriffe abzuwchren, die es mit Vernichtung bedrohen. Eine äußerste Anstrengung ist e% zu b** das rcfeimte ms? ernten wird den die Botschaft von S a it |ic m o bedeutet, nicht im der wie auf die Ausbrüche ungezügelten Haffes, der im Osten Europas entflammt ist, gibt es rür die Juden aller Länder und aller Klaffen nur die eine gleiche Antwort: B a n e t d a S jüdische H e i m l a n d a u f! Das Ziel des Keren Hajeffod ist eine unverzüglich einsetzende. stets gesteigerte Einwanderung «nferer jüdischen Massen nach Palästina mtl» ihre systematische Ansicdlung auf gesüuderer Wirtschaftlicher Grundlage, zum Segen der Juden und zum Wöhle der nichtjüdischen Bevölkerung des ganzen Landes. Dieses Werk kann getan werden. , v Vk'ä'tln« ,y':a für Tausende und Abertausende stehen an den Pforten. Gebt uns die Mittel, ihnen die Möglichkeit produktiver Arbeit zu schaffen, und s i c w c r d e n i n S L a n d st r ö m e n. Immigration und Kolonisation — das bedeutet E rwerb und Bereitung des Bodens, Bau von Straffen, Eisenbahnen, Häfen und Brücken, Aufforsinng der Hügel und Dünen, Trockenlegung von Sümpfen, Bewässerung von Boden und Nutzung von Wasserkraft, Städtebau, Entwicklung von Industrie, Gewerbe und Handel, und Hand in Hand mit diesen N'^rrnehm«ingen! angemessene Vorsorge für soziale Wohlfahrt, öffentliche Gesundheitspflege und vor allem für Erj zkehnng und kulturellen Fortschritt. Alle diese Arbeiten umfasst der Plan des Krren I Hajeffod. Seine Organisation ist klastisch nnd kann leicht ans alle Arten von Nnternehmnnaen eingerichtet werbt«. Der Keren Hajeffod wird die Privatinitiative ermutigen — soweit immer sie dem Prüfstein sozialer, Gerechtigkeit und nationaler Wohlfahrt standhält — und zugleich den Gedanken der Kooperation in seinen mannig. faltigen Anwendungsmöglichkeiten fördern.! Die Zeit, in die unsere Generation gestellt ist, ist auffergewöhnlicher Art. Nach zwanzig Jahrhunderten hat die sehnsüchtig erwartete Schccksalsstnnde geschlagen. Sie wird nicht ein zweites Mal wredcrkehre» für uns und ,'kr unsere Kindeskinder. Darum ist cs nicht die jüdische Philanthropie, der unser Aufruf gilt. Dieser Ausruf de» deutet den Beginn einer geeinten Anstrengung, um de« der Ehre desiü^i cken würdig."« Widerhall i« tufert. 9!f^lcn«f%litifcitVWl- OTSMfctge Siwföni' gehen wir ans. Die auffrrgewohnliche Leistung, die vo« nnS heute verlangt wird, mutz die Form! ' Btcttcv ■ nnnehmen — einer schweren, kortgesetzien, systematische« Eklbstbestenerung nach dem Vorbild der edle« indischen Neberliefernng des'„Maaffrr". Diese Uebee.! liekrrnng haben wir wieder und fortan zu Ehren bringen. , Alle Völker der Welt trage« heute für die Wieder* einordnung ihres nationalen Besitzstandes schwere Steuerlasten. Wir batzen nickt die Exekutivgewalt eines Staates. Unser Aufruf wendet sich an das jüdischeGewisse« nnd keine Eln^iehnngSgewalt stebt hinter ihm. Aber lei« J»lde, der feines NamenS «nd seines Stammes würdig fein will, wird sich in diesem feierlichen Augenblick einer unerhörten Verantwortlichkeit hinter die Machtlosigkeit seine? Va;"§s ver^chaneen. i * Palästinas Pforten sind nickt mehr von innen verriegelt. Wenn das Tor geschloffen bliebe — so «iffet, datz ihr cS wäret, die es verfchloffen halten. Nur die Selbstanfopfcrnng von ganz Israel kann diese Pforte« crschsieffen nnd sie weit öffnen für «nsere Mafien, die, der Stunde der Erlösung harren. Berthold Fe i w e l, Chaim W e i 9 m tt it tt, Nahum S «• ckolow. Rothschild, Wladimir Iabotinsky, Alired Mond» Jsak A. N a i d i t s ch. Joseph C o.w r n, Hille! i Zlatopolsky, Redeliffe N. Salamon. Der Krieg in Irland. Dublin. 27. Dezember. (Reuter.) Am Weihnachtsabend drangen mehrere Leute in die Geschäftsräume der Hibernian Bank in Drogheda ein und raubten 36.060 Pfund Sterling. 30 bewaffnete maskierte Leute drangen gewaltsam in die Redaktionsräume des Corker Blattes ^Examiner" ein, zertrümmerten die Maschinen, demolierten die übrige Einrichtuug und steckten die ganze Einrichtung in Brand. Der herbeigeeilten Feuerwehr gelang es. den Brand zu löschen. London. 27. Dezember. (Tel.-Komp.) Die Regierung hat angeorduet, daff einige lausend Irländer, welche verdächtigt wurden» den Sinnfeinertruppen anzugehören, interniert werden. Das Kriegsgericht hat den Chefredakteur des „Freeman Journal" zu zwölf Monaten Gefängnis verurteilt und außerdem dem Vertag eine Geldstrafe von 3000 Pfund Sterling auf» erlegt, als'Strafe für die An nahrne angeblich jälschec Berichte über ein Gefecht bei Porte Bailo. Fiume in den Händen reqAläree itattenischLr Truppen. Nom, 27. De-ember. (S'.esam.) Nach einem Telegramm aus Triest haben reguläre i t a lienische Truppen Freitag abends die längs der Gasleitung führende Linie Pujovic' — Pulaz-Regina besetzt. Hiebei kam es zu Furammeustoffen mit Legionären» -wobei, auf Seite de«' Truppen fünf Mann getötet und -fünf Offiziere und- 20 Soldaten verwundet wurden. ^Sonntag vormittags besetzten reguläre T r u p p e n d i e e r st e n Häuser von.Fiume.- Die regulären Truppen erfüllen ihre peinliche Pflicht in Treue und Manneszucht. Lara, 27. Dezember. (Stefani.) Fiumaner Legionäre und dalmatinische Freiwillige in Zara haben sich den regulären Tr^pnen ergeben. R-:m 27. D-'zemb-?r. (Stefani.) Die Vlöt'ar M'Len: Aus die M te'Mug einer Grupps de: FL--.nm i:t L-:gio» uäre, daff?ic sich erg?b'u wolle, rückle Alplni- . Kompagnie vor, siel über m einen Hirtterhalt und wurde z gefangengenommen. Die Alpin: verteidigten sich kräftig und mehrere wu den verwundet. . “■* Die Bevölkerung der von den reLulären Truppen be« setzten Ortschaften empfing die Soldaten als B freier. Der Torpedob-oolz-e-störer „Espevo" ist m Brand' geraten. Ausruhrve suche d-er Bürger von Fiume wurde«, bln ij unterdrückt. Borkehrrmgerr der iLalienischerr ijeq'rn die NEs^'a^steK Nom, 27. Dezember. (Stefani.) Den Blättern zufolge hat sich der Ministen ät mit den Matznabmen beschäftigt, die gegen jene zu ergreifen wären, die durch öffentliche Kundgebungell, Handlungen, oder im Wege der Presse im Königreich die strafwürdige Haltung jener z« unterstützen trachten, die.in,Fiume die Waffen gegen de« Staat erhoben hoben, wobei hervorgehoben wurde, batz sich diese Handlungen als Fälle von Mitschuld darstellen, die zur Verfolgung und sofortigen Verhaltung Verarm lnjsuug gcdeir.