Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- Heft 689 (25.12.1920)
- Date
- 1920-12-25
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
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Seite" S . _ Wien, Samstag Höchststufe auf 3600 Kronen festsetzte. DaL Erfordernis für" das Budgetjrhr 1921 ist nun dermaßen gestiegen, daß cs bei einer Höchstleistung von 3000 Kronen normalerweise picht gedeckt werden kann. Nun greift die Majorität zu einem einfache» ArrskunftZmittel: <£k will auf die Steuersummen einen gleichmäßigen Zuschlag, in Prozenten auSgedrückt, auffchlagen und meint damit, die Steuern in gerechter Weise ruifzubringe», Wir sind jedoch der Ansicht, daß diese Art ber Besteuerung mit Gerechtigkeit gar nichts gemein hat und daß sie unter den Grazer Juden einen allgemeinen Stürm der Entrüstuu g Hervorrufe« muß, wenn man sieht, wie schlau sich Die ,Wohlhabendest" um ihre Pflichten drücken roocken. Die jüdischna'-ionale Vertretung hat in der am 13. De-- gemver d. I. aLgeschlefsenen Judgetberatung sich wacker gegen das Attentat auf die Taschen der weniger bemittelten Juden von Graz grwehrt, blieb jedoch mit ihren Anträgen in ber Minderheit. Tie Grazer Juden sind im allgemeinen brave und opferfreudige Steuerzahler wtb tun gern ihre Pf.Lcht gegenüber der notleidenden Kultusgememde; wenn jedoch tvahrgcnommen wird, wie frivol die Reichsten sich gegen eine gerechte Heranziehung Lurch diese Majorilät zu schützen wußten, dann ist es nicht zu verwundet«., wenn'dem Opferfreudigsten die Geduld reißt. Eich gegen eine solche Behandlung zu wehren gibt es nur eines: Mit dem Stimmzettel in der Hand ■ diese unfähige Gesellschaft zum Tempel hrnauswählen. Dieser Augenblick wird und muß kommen. —er. Die Wahle« i« die Agramer Kultusgemeinde. Vs» »»fere« Korrefyonveirten« Daß die Vertretung der Agramer KultuSgemeinde das Dertrauen der Judenschaft nicht besessen, bewies das Ergebnis der am 12.. 13. und 14. d. M. stattgefundcnen Wahlen. Die lisherige Majorität ur der Kultusstube erhielt bloß 70 Stimmen, wahres auf die Gegenliste, welche von den Zionisten propagiert wurde, 400 Stimmen entfielen. Der dem Kurienshstcm, nach dem hier gewählt wird, bedeutet das eine große, bisher unbekannte Beteiligung der Wählerschaft. Die Teilnahmslosigkeit der hiesigen Judenschaft, mit welcher d«e bisherigen Alleinherrscher zu rechnen« pflegten und dank welcher sie ihr Regime immer wieder verlängerten, scheint diesmal endgültig geschwunden zu sein. Die Arbeit der hiesigen zionistischen Organisation Hai somit schöne Srückle gezeitigt. Das Meiste hat allerdings das Wirken deS bisherigen Präses Dr. S i e be n s check n zu seiner, Niederlage Leisetragen. dessen Wirten die Gemeinde materiell' und mora- Rsch geschädigt hat. Dieser Typus eines abgewirtschafteten Systems leiftctr sich Bravourstücke, die mit dem Zeitgeist unib der jüdischen Gefühlswelt nicht in Einklang gebracht werden können. Sr wagte es, den Tempel zu verweigern, als die Zionisten aus Ln!<rß der Pogrome in der Lkraine eine Lrauerardacht abhalten wollten. Dem Präses der ersten Gemeinde.. Jugoslawiens oblag wohl fite Pflicht, bei den maßgebenden Be- Horden die Verertlung der Fudenausweifungcn anzustrebcn Dr. Sielen schein unterließ eö vollständig. Fast unglaublich ist es, daß ft ein KultuspraseS die KultuSgemeinde um chrs einzige Stiftung bringen konnte. Und doch brockst: es Dr. Siebenschein zuwege, die Lavoslav Schwarz-Stiftung, baä einzige Siechen- und Altersversorgungshaus der Agramer Judenschaft, wegen großer Auslagen der Regierung für dre sozialr Fürsorge zur Uebernohme anzubieten. Ein Appell an die Judenschaft Agrams zur Erhaltung deS Hauses haste den Juden der Gemeinde die Schande erspart. Dr. Siedens heu, wollte auf Kosten der jüdischen Ehre als sparsamer Präses gelten, statt durch Einführung des allgemeinen. Wahlrechtes die gesamle Judeuschaft zur Mitarbeit heranzuziehen und auf diese Weise dos Einkommen der Gemeinr? um ein Vielfaches 0» steigern. Run Halen jene Herren, die seit einer Reihe von Jahren das große Wort führten und xichtS Gedeihliches aufguweisen haben, es diesmal nicht mehr vermocht, mit zwölf Stimmen, wie üblich, 28 Kandidaten . zu wählen. Die Wählerschaft hat sie weggefegt. Der achte Tag Chanuka wirb ein Gedenktag in der 'Geschichte der Agramer Kultusgemernde werden. Die Jaden AgramS haben sich an diesem Tage zum Programm der ßüdischnationalen Partei bekannt und einem neuen Geiste den Mnzug in die Aultnsstube ermöglicht. Ch—b. DurchfüherrrigsVsrordimnq ühev den EirrkornMerrfteuerabzuq von DreAst-jLohn-)bezügen und RuhegenAffe«. Jin Geebblatte vvm 7. b. M. wurde die vom Ministerium Fm m'.en e-iasimeDinchfisiirunosveroidnung vorn 80. Rovcmbtt l'.*20 kuridatmackt. dr» den Steueradmä von Dienü-(Vohn-) brMrn und Ruhegmüsi-n beyandrlt. Die erfwder! cden Diucksvrien werden >n dm «ää'Üm Tagen rn den cmsgefirrrckm «mtkichcn Preis rr u> dm Bersch'eist g langen. Die neue Regelung der Materie belicht beksnu'lich in der Berall^emeinerung des Gteuee abzugeS 'ür Dienst- und Vohnbe üge, de .bester vnf feste Dienstbechgr br'chrankt war. Sie lrrat »n gle cher Weise im Interesse der Staaisvrrwalttmg wie auch in jenem der Hienerpst'ch'ram selbst. Fiir tic VrrwalNmg ist die leichte, rrckuncisloie E' Hebung der Clnm von größter Wrchtigkr'tl für d'r Stme'pstlcht gm auf der ankern Seite w''d durch das System d s Stcurrab'ngeS er?'«!», daß sie ihre Sleu'vn dann «mlrrch en werdm. wenn das Ernkommeu streßt,'«nd nickt nachtrciglrck n Steurrcmsordn'ungen auSgrletzt bleib;n. Zur Dewerkstelliouvg des Sreurrabzuges sind selleaS des Dienst'(Arbei.-) ^rberS stammdtätl« zu führen. Der Ausweis des Jüdischen AlationalfsUds. . Durck die Einstellung der .Jüd sckr« ZritungE' ist auch der Astbsicke NarronalfondS um fein bisheriges AuSweisorfan in Oestrrreich gekommen und wild deshalb seine Spenvene ugange Lei drr Orstarreichi'cheu Zentrale in unserem Lstaikr balbmonit! ch -«erösientttcheu. In unfnrer heutigen Nummer erscheint bere-IS di^ Bsttagie des Zksische» Ngtiouaysntzs srrf Eene IS. Wiener MorAenzrirung Mitteilungen aus dem Pnbliknn'. Statt Kurten Mimi Fischer Ernst Weisz Wien, U. Wien, XL Verlobte Wien, im Dezember 1920 tat Mur!» AjMolr 3siBor lamjij Kaschau Verlobte Wien, im Dezember 1920 Oeseihdiiift r fl La. Me n_ Kampf L Bruder, W ien I. Klara Porper Stanislau Julius Auster Stanislau empfehlen sich ats Verlobte Wien, im Dezember 1920 m7 Rosa Richter Aron Baran Jandwr Wien, X!/. empfehlen sich als Verlobte Wien, im Dezember 1920 46» Emilie Goldapper David Zeisler Jaslowlee Tataröw empfehlen sich als Verlobte Wie«, im Dezember 1920 «sa GRATULIERE herrischst’n<»!n'« Fnri ide Isa'c Msbenzahl aus faworzno, mH Fräulein Regine Periberg und wünsche ihnen alles Beste. Isidor Rittermann 4630 Krakau, derzeit Wien üanksatgutifg Für die uns ans Anlass unserer Vermählung,dargebrachlen Glückwünsche danken wir aufs herzlichste. Wien, Im Dezember 1920 Hella und Markus 4886 ROSENFELD Möbel u. Innsn- . dekoration 6n erSnter Aaswahl. Nor zediezeae 19 Erzen srni5«e. J.SPIBA Ir, Bl1, MmlKüß, 10.2 (Ecke Karl Seh'wetzholergassei. Wäsche-Salon' Mai^a B.cd, II., Czsrniagasse S, irr. atiebe, Tör 37 «IS Eingang aneli Phttertfe. £9. ' Haltestelle der Elektrische». Erze net frinete s. 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Das internationale Institut für Agrikultur i« Rom,,eine Schöpfung des.verstorbenen jüdischen Agronomen David Äubin, beschloß, an dem Gebäude des Instituts eine Gedenktafel -u Ehren seines Gründers anzubringe» und auf -ihr dis Berdienstt Lubins um di« wissenschaftliche Förderung der internationalen Landwirtschaft! zu verewigen. David Lubin, der rin Jännei 1919 in Kalifornien starb, war einer der bedeutendste« Kenner landwirtschaftlicher Fragen und hat sich u« die Hebung der Agrikultur auf moderner Grundtag« besonders im W-esten Amerikas große Verdienste worben. Lubin stand auch.mit dem inzwischen verunglückten palästiiienstschen Agronomen A a r o n f o n in eng^n Perblirduna und bat dessen Tätigteil iv Mlü>