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Wiener Morgenzeitung · 1920-12-15 · Heft 679 (15.12.1920) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
2 (1920)
Issue
Heft 679 (15.12.1920)
Date
1920-12-15
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 fetcit. MAwoctz Kchten, in verneinendem Sinne —, Latz ich jedoch dsn vom Herrn Polizeipräsidenten, wre er betont, in konsequenter Per, folgring seiner grundsätzlichen Auffassungm emaenourrnernn Standpunkt billige und hreiüc die volle verfassurigsmäßige Verantwortung ilbermchme. .' Älbgeordnctcr Dr. Dauer: Die verfassungswidrige! . Abgeordneter Forstner: Er bricht die Verfackrngünd ragt, er übernimmt die Verantwortung! (Anhaltende Iwssch.'.^ ruse'bei den Sozialdemokraten.) Abgeordneter Dr. W a L e t (großdeutsÄ! erklärte in einer Polemik gegen den Abgeordneten Czernrn, den ChauviniSmuK der Franzosen könne man nickt durch Aufklärung heilen. Alles. was Frankreich Lue. sei vom Hasse gegen Deutschland diktiert. Auch vom Völkerbund dürfe man sich nickst -allzuviel erhoffen. Ebensowenig von der sozialen Revolution. Abgeordneter Forstncr sSozialdemokrat") verlangte, d-sß der Minister deö Innern sich klar darüber auZspreche, ob ex den Polizeierlast aufbcben wolle oder nicht. Abgeordneter Schmitz lchristlicksozial) sprach den Sozialdemokraten die aktive Legitimation zur Klage über Enschränkung der Freiheit ab. zumal sie gegenüber den chnstiichsozial organisierten Arbeitern äußerst unduldsam seien. So. fetten die Sozialdemokraten gestern den Streik im Wiener Müuzaint nur deshalb inszeniert, um einige ckristlichsoziale Arbeiter zur Beitragsleistung für sozialdemokratische Organisationen ' zu -?wingen. bentigeS Anstreten sei darum bare Meuchelet. Nächste Sitzung: Heute drei Uhr nachmittags. Die Vorgänge in der Tfchecho- SloWakei. Grvtze Krawaüe im Prager Abgeordnetenhaus. Prags 14. Dezember. Das Abgeordnetenhaus war heute von Gendarmerie und einem großen Polizeinufgebot bewacht. . Als kurz nach Beginn der Sitzung Ministerpräsident Cerny den Vnhcmdlungssaal betrat, erhoben die Kommunisten einen ungeheuren Tumult. Dem Mimster» Präsidenten wurde zngerufen: Schande! Das alte -Oesterreich lebt wied-r auf! DaZ ist die Legierung der Wucherer und Großgrundbesitzer! Als der Ministerpräsident sich zum Rednerpult begab, um eine Erklärung zu verlesen, erneuerte sich der Lärm, wobei die Kommunisten in einen heftigen Wortwechsel mit den Abgeordneten der tschechischen bürgerlichen Parteien gerieten, die ostentativ für den Ministerpräsidenten Partei ergriffen und seinen Ausführungen applaudierten. Von der Erklärung deL Ministerpräsidenten war wegen des ungeheuren Lärms kaum ein Wort zu verstehen. Einmal unterbrach Präsident Tornaschek den Ministerpräsidenten, um das Haus aufmerksam Zu machen, daß der Antrag, über die Erklärung der Regierung die Debatte Zu eröffnen, illusorisch würde, wenn der Ministerpräsident sich wegen des unaufhörlichen Tumults nicht verständlich machen könnte; doch wurde tzs nur. eine Weile ruhiger, worauf der Lärm von.neuem begann und bis zum Schluß der Rede des Regierungschefs anhielt. Der Antrag, die Debatte über die Erklärung zu eröffnen, wurde vom ganzen Hause angenommen. . Die ' Larmszenen wiederholten sich während der Reden des tschechischen Kommunisten Skalak und des tschechischen sozialdemokrat'' vt Abgeordneten Nem ec. Der Obmann der be*U Sozialdemokraten, Abgeordneter Dr. C z e ch, sprach zunächst sein Bedauern über den Konflikt ln der tschechischen sozialdemokratischen Partei aus und. verurteilte sodann die Ausrwbinsverstigungen der .Ne-, gicrung, deren sofortige Widerrufung ex verlangte. Ex erklärte schließlich, daß seine Partei die RegierungZerWrrmg nicht Zur Kenntnis nhmeir könne. Nachdem noch der tschechische Agrarier Adr za! fiir die Respektierung der Gesetze plädiert hatte, erklärte Abgeordneter Dr. L o b g nt a n namens des Deutschen parlamentarischen Verbandes sich gegen jede Diktatur. Mintsterpräsident Czerny über die Revolte. Prag, ti. Dezember. Im AbgeorbneLenhause ertzrrff heute Ministerpräsident Cerny das Wort,, um über die letzten Ereignisse, die zur Erlassung von Au§- nahmsverfügungen, beziehungsweise zur Verhängung des Standrechtes über einige Bezirke der Republik geführt haben, Aufklärungen zu geben. Neu in den Erklärungen des Ministerpräsidenten ist, daß in Kladno in der Nacht vom 11. auf den 12 i. der Revolutionsausschuß mehrere Bahnhöfe besetzte, Züge durchsuchte, das PolizeiamL in Kladno besetzte, bei den Bauern Waffen wegnahnr und in einen! Drte sogar Assentierungen vom 17. bis zum 60. Lebensjahre für die Rote Garde vornahm. Diese Bewegung erfaßte sodann auch andere Bezirke. In allen bedrohten Bezirken wurde Militär und Gendarmerie konzentriert und mit der Festnahme der Täter begönnert. Daraufhin erließ die Regierung die bekannten Ausnahmsversügungen. Neu ist weiters, daß in Göd ing in Mähren Postamt und Bahnhof besetzt und der Leiter de: politischen Bezirksverwaltung mit Gewalt an seiner Amtstätigkeit behindert wurde. Auch in einigen Gemeinden Mährens wurden Revolutionsausschüffe errichtet. Daraufhin wurde über Grotz-Brünn, Kladno und Trebitsch das Standrecht verhängt. Der Ministerpräsident erklärte, daß die Regierung selbstverständlich die Ausnahrnsverfügungen keinen Tag länger als notwendig in Wirksamkeit lassen werde. Im Verlaus der Sitzung langten Meldungen über ernste Ereignisse in Brrix ein, über die der Ministerpräsident mitteilte, daß es nach der Verhaftung -des gewählten Revolutio.nsausschu.sses. vor dem Gebäude Wiener Akkorde«-settung MiLtrilMgcn «ins dem Publikum. Statt jeder besopderen Anzeige! Eosa Kratter David Goldfeld - ■' v i. — V v\- - wieti empfehlen sich als Verlobte r ' V^ieri,l«a' Dezember 1920 4i»r Jenny Ehrlich, Dresden, nnd GersonPiper, Student, Wien empfehlen sich als Verlobte Wien, Chanuka 1920 4136 Gratuliere herzlichst meniem Freunde David Mayer aus Delatyn za seiner Verlobung mit Fräulein Weit?» Sucher aus Berhometh Jonas Renzelstein 4140 neu u. alt. en gros u. en detail SBlÄYEfc wc MW WSEK, IE., TAE&GRSTRÄ3SE HR. 33 WEM Amsterdam Wien Antwerpen Erster grösster Säufer für «3? S3s*3Bi.anieni? S?fi*len Juwelen etc. Rafoino witsch, Juwelier 1. Bezirk, Maximilianstrasse 5 Telephon 8541 2. Bezirk, Stephaniestrasae 3, nur im eigenen Hause Prrilag 4 Uhr bis Satnstag ebenda geschlossen. Telephon 45146 8 Perlen, öoia,Silber,Platin«. Uhren S»n!t nnd vorkiutt 778 ETTER Hotentnrraslr. 23, BtßriftMlfsrsir. ©8 er er Spezialhaus für* feiste Seidenu. Wollwlrkwaren 3EI!a Lederer,Graben^orotheerg.x MAUSn rid KÜ CHßKGERATE I WOLlfEK, Bez., Taborstrasse 50 | Kultus- «. 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Dlrittge Verfalle in Brüx. Z Totr. 18 Derretzte. . Prag, 1L. Dezember. I» Brüx hat der Generrl« streik bereits die ersten Todesopfer gefordert. „Narodni Listh" berichte«, daß heute früh m Brüx eine kommu.» mstische Versammlung ftattfand, bei der auch Mitglieder des Zentral.AktinNsauSschuffes der Kladuver Komm«« nisten sprachen. Ngch heftigen Angriffen auf die Regle, rung wurde de» Anwesende« versichert, daß das Militär sich ruhig werde entwaffnen lasse». Ein Redner, forderte die.Versammlung auf, die öffeutlichenGe- Laude, z u besetzen. Die aufgrhetzte Mengt begab sich in das Hans der politischen Bezirksverwaltung, das von Militär bewacht war, und versuchte, die Soldaten gu entwaffnen. Als ei» Denroystrant erstem Soldaten daß Gewehr aus der Hand r!ß/wurde Befehl znm^ Schieße« gegeben, wobei fünf DemvnstrauLen getötet nnd 18 verletzt wurden. In Reick en ber g würde« wie „Ceskv Slov^ Lerichtet, von den Kommunisten Jlngblättrr a« die Soldate« verteilt, worin das Militär z u r M e u L e t e i aufgeford ert wurde. Die Vert:!ler der Flugzettel wurden verhaftet. Standrecht 1« Mthre». Brörm, 14. Dezember. Der Vizepräsident dcr volitssckkll LandrSverwilittnp verlanwau rm Elnvkurebml'n mit dem Präfidcrrten des Oherwttde^ciei ckieS wid brr Obrrs'aaikanwMchirir »crß Slandr-cht für G oh-Brünn und <ämtt'cke G rne ndm dec vo! üscken Bez rke Br»"» Vtmb). Bos owiy, (ALding und TrchN'ch Iedrr^ drr ÜÄ rrnck Knndrna^ uug drrse^ Verordnung des Pe>drkckruL deL Außnhrs Ichuldrg urscht, wird ftarrdrechckch mit it-'J* Zfte MMti 18 Dezember 1P2Ü Är. 67$ Drrhaftungen in Kladno. Pvag, 14. Dezember. Die Säub'erungsaktion t« den Kladpocr Betrieben macht weiters Fortschritte. Im Laufe der R cht wurden 12 Mitglieder des revolutionären /Ausschusses, darunter -Muna,- Z'apotocky, Na« prstek Und' Mlcoch, verhaftet. Die Ruhe wurde nirgends gestört/. Unter dem Einfluß der behördlichen Maßnahmen liefert die BevölLerung des Äladnoer Gebietes die Waffen ab. die sie' unberechtigterweise den Lattd»' wirten Äbtzenommen hatte. Tagesbericht. Die Kunst der Radel. H^nkt findet dir Eröffnung des Drrkauses der Albkitsschali des Berewes ,6'd ziale H i l f S g e m e i n f ch a f t A »i 1 t a M ü l l e t", Ü., Große Mohreugasse 10 (in dey rigtnen Räumen), die bis Samstag den 18. d. M. täglich von 0 Uhr früh bis 6 Uhr abends geöffnet bleibt statt. Da die Zahl der Schülerinnen, deren Arbeiten zur AirA* steUung gelangen, sich meistens anZ nstleidenden Trauen deS Mittelstandes xnsammensetzt, ist cm reger Besuch der Ausstellung z« wiiwckttk. Zum Verkaufe sind ausgestellt eine große Menge vo« M r Ne u s, T e e de ck e n, Brokat-Petit«' P o i» t- und F i l r t a r'b e i t e n, so Last jeder Käufer etwsS senunl Geschmack Entsprechendes finde» tmrb. Der Palästina-Rat der Regrernng in Jerusalem. , Aus Jerusalem wird mrs gemeldet: Der von der Regierung geschaffene PalLsti»a--RHh. in dem Vertreter aller Bevölwrungsschichtsn des Landes sitze«,- hielt am 9.^ Novenrder seine zweite Sitzung unter dem Borfi&e; des H.tgh Comlnissivner. ab. ES tarnen verschiedrns wichtige FrLgerr-zur Sprache. Unter anderem wurde , über-, ein von der Negierung vorgelegtes Gesetz brraten, welches, bi« Fsstteglmg von Bauplänen für Städte und Anstedlungen . sowie d ie Hypotheken- und Land taufe regelt. Ferner wurde ein Antrag an genommen/bei der Regierung in London, Schrittazu unternehmen, nur das Tabaknwrwpvl auszuheben und den Tabakanbau im Lande frrizug«I>rn. Mit den Vorbereitungen bcL^ Bod-iNlZ für den Anbau im Frühjahr soll schon begönnere werden. Dcr'Hwh Commlfstorier tkllte mrt, "daß er mit einige»; Finmirleuten in Engl a n d, Amerika und Ä egtz p t e» m Verbindung getretm sei, um die Gründung eimv L e i h^ und K r e d 111) a «I dmchzusiihrerr. Zur Hebung des Handels* verlchrs iur -Lande soll eme aus Bertrenrn sämisicher »m Lande destehenhrn HanrelLgewLschaftrn.lusaHmengrkktztß Kons e r e» » r inberufen werde». Die Regierung brachte emeu großangklrgte» Na» vor," das S ch v lpv e r k im Land« auszugestalten, Di« Rcgiechng 'st.bereit; in sämtlichen Dörfern uvd AsfiedluNgen fste dir Erh alt pst g.der neuzugrundevdenSchulen zu sorgen, wen» dre beürssrndrn Dörfer-'dre schulen selbst bauen. I« Einzelkalleu konnten ihnen die B a k u f - B e s! tz n v g e » stur Vrr'sliguns .SesteM 'werde». , T>i^/MÄusfiop über .diese» Punkt ist noch nicht "zu. End«) gckuhrt worden. Zock Schluß, triltt Srr. Samuel--^ -«it^ :'idaß die Regierung jetzt mir ReparatMMberteu an deL sünerMt! vom-Könitz Salomo sugelegten 33 ö H e r I e i t u n g beschäftigt sei, uüd sprach big : Hoffünvg aüS. daß Jerusalem noch diese« Wickn mit frischem Qn ellw a ss er vuschttr fern werde.' -- Das Verbrechen eines KindermiLdchens. In Wien wurde ein jnriges Mädchen Mhastet, das i« Bghmr« .nach einem DiMdlchstahl stasK Mst deö Dienst«» g e b .e't' s ent' f ü d r r und sich auf der F l n ch.t des lästigen SLuolmgS durch M o r d e n t l e d r g t hat. Dm Tat rü so araurnhast und unfaßbar,, daß sie übechaupt kein» Vrrbiider hat. ..'Wir. erfahren über sie.r Das Gendarmeriepsfirstkommandt^ in Jikov.rtz in Böhmeu teilte vor einrger Wk der WieM Polinrbrbörhe mit. -aß das Kinde:mädchrü Leopold ne Remei^. am G.. November JöOl irr Wie» aedoren. «ach Nepomuk M Bödmen wstäNdlg, ihren D-enstgeber A^olf T n r. t k rn Straduntz btt Hsdwris befiodlm und le n sechs Monare altrö Kmd ewfübNt habe. Die B mrst sei nach Wien zu Fuh'tzMchtet und 'h^e.tt».ai ihr das Kind auf dem Fußmärsche nach Wien lästw geworden , war, eS nächst Hrachowisckr bet Grayen in eme» Bach g worsim^ Der Säugling war wohl am nämlichen Taa au§ der» WaffM , steisgen.ivordett. lebte noch beider Rertuna,starb aber.am nächste« Tage. Gestohlen hatte die Nemeie verichndenr Kleider, Stvssß' und Waiche. T-'y Eine Insassin drS Ntzlmrd WerkhausiS machte dieser. Tage der. PMei dir MiUeluug, daß ihr erne Hellenaenosstu. mitgrttill' Habe, sie sei wegen Mordes an einem Kind« gesucht. Die Persvtz, . dre sich' stkbff beschuldigt hatte, wurde ins SichrcheiMmemr ge-- brackt. -Eie batte sich - durch lünf Monate unter dem Näweo mLeopoldine Dwolscha!" m Asyl- und Werkhou§ anfgrhalre« uirti< befand sich seit, einigen Tagen in Schuhhast.' Btt ch, er > Einvevnahme gestand sie n», mit d r wegen Moides .o» dem Kinde bei Tnrek achrchtkn KindermagdLeopold'Nk Nnneic identisch-ru sein. Daß sie daS'Kind emtübrt hat, gab sie siemütia nr. Sie behaupte! ab:r, »s aw Ansiisren einer grw firn Ro'a Nowak, 4m sie hs BudwriS kennen gelernt hat, getan zu haben. ® ©coräöaiffe am henttgen Tage. Alter F r i eh« h oft S M Laubes Friedrich. — N e u t s Friedh S si lü. uhr Cchenlelbach. Helene. A«ei MiSrunsn HaremzrgsreLtert pvx> MonaL Ab l. Jänner Ist?l. ksunnt seitens der Tabalrea'e eine neu« Sorte von $0curtt<n — die Har^mzigir! rtte —, zum freie« Verlaut in de» Eersd leißsiellcr. Bon dieser .tti-aiett<nsorri werden pro Mouar z w.e« M i 1 (t o n -e n SM eräugt. Dü Ha erni'gaiene kostet per Stück. K ä.4«. ^^tDrngssisKte SchissahrL m»f den GnlzhrnrmergnH {ec». D e Lm'.ss^pltSk>eur''de mtf deiri ttLvr-, 3Pr.'l|£tt) p*, Trann> tr.tb $anvt;5*icricc rve'dcn mit dein ’6h d. M. Hau«?# A'.-ttüm-i der Vrtriei-swsien erngrstell/

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