Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- Heft 676 (12.12.1920)
- Date
- 1920-12-12
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Ter große.Südstaat, der aus drei blutigen Kriegen entstanden ist unjd.das serbische Staats-. Volk bis zur Ermattung aller Kräfte ausgezehrt bat, macht die gleiche Entwicklung durch wie. seine auf. dem Hyhen und durch den Zerfall des österreichischen KaisersjäateS zur Unabhängigkeit gelangten Schicksalsgenossen. Hy dqr ,Tscheche-Slowakei lehnen sich die Länder gegen dem Prager Zentralismus auf : die polnische.Staatsidee kann, sich nur mühsam gegen die Autonomiebeftrebungen der galizischen und der Posener Polen behaupten, und yur der Krieg hat seine.vertuschende Hülle über diese Wie der inneren Schwierigkeiten gebreitet. In. Jugoslawien streben Slowenen und Kroaten gegen die serbische. Einheitsidee und dieser Druck/ von unten, hat seit dejy Umsturz jedefruchtbare Arbeit: deS Parlaments, Wrrhinöert. Tie Neuwahlen haben das Anwachsen dieser Tendenz bestätigt. Die Partei des Zentralismus, die Hechokraten,. sind unterlegen und unter den föderalistischest Gpuppen ist die der republikanischen Bauern die. stärkste geworden, die das Zentralparlament in Belgrad yb^rhynpt nicht mehr.betreten will. Tie. böse Erbschaft derhübsburglschen Zeit mit ihrer Unterdrückung der PÄsiNLividualitäten. übt ihre. Wirkungen.! Pie. heute. vereinten Stämme h den ein Wechsel-' Mhicksgk g^aht,- das^W tny?erschiedeüet7 Hlrt zu > dem nermn Spstech- .-.'Die -'Aowenen« .dre einstmaU im Wiener Wr-laMnt unter klerikaler Fübnlng einen wichtigen, oft sogar entscheidenden ffiyfluß übten, wachen eifersüchtig über ihre besondere Laibächer Pote,.die ihnen bei. Gelgenhvit Der Entscheidyng-über. Kärnten einen Konflikt mit der Entente und dxr Äelgra-er Regierung eingetragen bat. In Bosnien ynh.Der Herzegowina vermißt die Bevölkerung' sehr schchisr hie Verbindung mit der Wiener und der reich?- deMchen Industrie, bei. den Kroaten gesellen sich.zu den potitischen auch, noch Verkehrs- und konfessionelle Gegensätze/ die 'Montenegriner wollen ans ihre Unabhängigkeit nicht verzichten und Mazedonien konnte bisher an den. Stgat. verwaltnngstechnisch... noch nicht angeschlössen werden. Tie Bevölkerung dieses Gebietes hat angeblich kommunistisch gewählt, in Wirklichkeit bat sie. die zu drei Vierteln bulgarisch, und zinzarisch ist. sich für die Kommunisten, als ,die radikale Partei entschieden,' die am raschesten die Rache, des Unterlegenen , an dem Sieger vollziehen könnte.,. Wohin man sieht,: zeigt, sich die. Aehnlichkqit mit den .altösterreichischen Verhältnissenin verblüffender:Weise.« Es'sind Zeichen dafür vorhanden., dpß man in. Belgrad die Geschichte Oesterreichs kennt und nicht, die Fehler Wiens wiederholen will. Ein großer Teil-der serbischen Politiker will die Idee des Einheitsstaates . opfern, um nur, den Staat überhaupt zu erhalten. ..Er muß. djes tun, um den von/ außen komsilenden Velleitäten rechtzeitig zu begegnen. - - In ^Rapallo hat der neue Staat die bittere Erkenntnis .gewonnen, daß Italien diese Sorgen seines Nachbars ansnützen kann, und, will, und' er hat in den Gebietsfragen. des Littorale nachgeben müssen. Er wi rd auch-im Innern sich dazu verstehen »nüssen,- den Kroaten., und Slowenen die volle und uneingeschränkte Selbstverwaltung zu bewilligen und in seinen südlichen Pro' viyzen zu einem.ehrlichen Ausgleich mit den andersgläubigen Elementen die Hand zu bieten. Seine Lage zwischen-dem feindlichen Ungarn und dem noch immer nicht freundlichen Italien zwingt den Staat dazu, im Innern, klare Verhältnisse zu schaffen und die demokratische-Entwicklung in die sichere Hut . der zufriedenen Bürser^.zu. geben, statt sie ans die Unsicherheit der Bajonette zu balanzieren. Ein Versagen des Ausgleichs- Willens hatteifsir den Staat.: der fast, nur an Feinde grenzt und mit seinem nächsten: Freunde.^ der Tschecho- SioWkei? nur' durch einen schmalen, unsicheren. Korridor verhMden.. ist, die.schwersten Folgen. Ter. Separatismus der Stämme ist stärker, als die verbindende Kraft'Belgrads! und: das Königtum; die von Wen.ans: genährte Hrrehentader Kroaten, ans die sich die Heimkehrpläne der habsburgischen. Dynastie zu : eipem guten Teil stützen, würde.: wenn siedurch unklugen Radikalismus zur Offensive angefacht wird, im Verein, mit der slowenischen Rw'ervatpoMk den jungen. Staat zerbrechen. Tausend Läden verbinden beute, das. christlichssäial- <0 Lon d v n, 11. Dezember. ,-UnUed Telegraph" meldet aus NewsPvrk: Die Beziehungen der Vereinigten Staats» zu Japan sind ziemlich gespannt Zn politischen Washingtoner z^reisen tvntde sestgesiellt, daß Japan sich in, den letzten Wochen den Vereinigten Staate* eutfremdeL hat, und mg« ist geneigt, an den G in stutz einer europäische »Macht zu glauben» welche daD Ziel verfolgt, die Vereinigten Staaten zu isolieren. Aus Nerv-Portl m'rd gemeldet, daß der Gouverneur von Kalifornien dem amerikanischen Minister des Aeutzern mitgeteilt hade, d atz er älle Punkte des am 10. Dezember in Kraft getretenen - Gefetzes gegeu die 3apaner in Anwendung bringen werde. Aenderung der IudenpoUtik in Polen. Warschau, 11. Dezember. fTel. der .Wiener Mörgenztg/) Der B!zeprem!er S aDz y n s.L i. erklärte in einem Expplä vor Yen Vertretern der polnischen Pröffe im Zusammenhang mit der F i n a n z l a g e Polen S. es fei hoch an der ZeH, die R e a i e r u n g s.p o l i i i k Hins ich t lich v eU Ä n d s n zu ä y d er n. - die 'MW^MWder' -tt «Vt « r e i l e n E rre w icklp u i. 'gewährleistet werden. Das werde iü den finsnzirsisn Kreisen in A m e v L k a beruhigend wirken. (Düse . Etkia nng ^Da'Lyw'kts gibt Ä-o v'.e bisher anMrch »'smentlcrtrn Fcindieä.ckeitrn dcs olft^rUen Km>es oncn zu. Die Aenderuttfl zum B.hr>en,soll aber nirbr e.ne Fol^e rer D molrane em, sondern quoll von ken icidscn jüdlschen Kr. neu als Gegenw rl für mmcrrelle Um r^ützung erziel! werten. Das schcrm uns' nicht der zu cimr Vcrslünt"gttvg iührxnde W<g zü-sein. Wu ncbmcn aber sr'ne?m K nn nis. dav die Reglerüna zur E^u rcht kommt, baß der b:sheuge Zuüand m dem VerhättmS der baden Nationen n n h a l t b a r ist. Fr rascher die'Juden die volle ®id erung ch'.er politischen Tleüunq. uud ihrer mir schastl cherl Existen'. erhaUen, umso besser' nnrd dus fm dre Zukunft Polens um. Red.) DSMerbund «»d MinoriLKtenschutz. G »% 11. Dezember. In der heutig-en Sitzung der Pölkerbundversammlung verlangte C e e i l die . sofortige Äiskussüin eines Auttages, demzufolge alle Staaten, die dem Bülkerbttns bei treten, sich zum Minoritäten-' schuh verpflichten, wie er in den Friedensverträgen ausgesprochen ist. ".. PyriS, 10. Dezember. (Jüd. Korr.-Bur.). MA, . KdmitLr der jüdischen Delegationen unternahm bei'W , Völkerbun'. tagung Schritte ge?en die Pogrcme unb'W,? die . Durchsetzung der Minor'.t'itsrechte. Das KomWtz { , hat sstr. ansang Jänner eine Plenarsitzung nach PäW.. einberüfen.. “ ErnwaKderrrNgsverhoL in AweriM r WyfH Ngton, 11> .Dezembey' 5 rsptMMiiche/Partei hat äM. Änt/äg auf.ein. zweijähriges.EinwandernngsverboL Europa eingcbrachL. - New-Nork^ 7.!Dezembtzr. (Jüd. Korr.-BE)^^ ÖSE' GenerplkommissLr für.' 'Einwanderung: Mr«. AytMj Caminetti begab sich, nach Europa zum Stkchimy der Verhältnisse, die auf die Auswanderung nach den Vereinigten Staaten einwirken. Nächsten Frühling fm* den in New° D 0 rk unter dem Namen „Amerikas. Werdegang" große Festlichkeiten statt,, die^ beweis?«.^ sollen, in welchem Maße die Einwanderer zur EnfwiiM.. lung,des Landes beigetragen haben. Im Zilsammen«,- hong mit diesen Festlichkeiten wird zusammen Mit .pex*: schiedenen Ivissenschaftlichen und Erzlehungsorgqyisa« . tionen sowie im Einvernehmen mit den verschiedenen- Nassengruppeu in.New-Aork eine große AuSstel«: lung vorbereitet. Diese soll den Beweis erbringe»), daß die Einwanderer den Vereinigten Staaten viel mehtz , eingebracht als genommen haben. Dem VorbereitungS* komitee gehören Mr. Franklin, K. Laue, gewesene«. Staatssekretär für. Inneres, und John H. Findy, go»? wesener Staatssekretär für- Unterrichtswesen, als Dov^,- sitzende, ferner Richter Abr. Elkus. Adolph Leviy*^ s o h n, Major Hylan und William L. Ettinger, Ober«) inspektor der städtischen Schulen, an. : . BBHnBBSHMHBHB reaktionäre Oesterreich mit der Slowakei, mit Laibach! und mit Agram einerseits, mit Prangins anderetseiiZ. Wenn die Belgrader Zentralisten ihre Idee nicht opfern .wollen, dank opfern sie vielleicht ihren Staat. Der Beginn der Tütigbeit für den Palästina - Ausbaufonds. Große Reden Srr Alfred Monds und Doktor Weitznranns. ' i (Von unserem Londoner Korrespondenten.)' Das- Zentralkomitee des Keren Hajestod in England veranstaltete am 8. Dezember in Manchester eine Konferenz, welche der Organisierung der Kampagne für den Keren Hajessod im Norden Englands -gewitmet war. Die Konferenz war nicht nur von zionistischen Delegierten auS einer großen Reihe epglischcr Städte besucht, sondern auch - von Vertretern mchtzionistischer Körperschaften - und speziell eingelüdener' jüdischer ^Persönlichkeiten. Die Konferenz-, crbielt' ihre besondere Bedeutung durch die Teilnahme des englis!ben DttnisterS Sir Alfred Mond und D'r. Weihman.nö. Nachdem die Konferenz den ganzen Tag über gedauert hatte, fand - sie hen Abschluß durch eine große öffentliche Demonstrationsversammlung. deren Vorsitz Sir Alfre? Mond führte, welcher bei dieser Gelegenheit außerordentlich wichtige Erklärungen abgab. Die Rede des Vorsitzenden und die Rede Dr. Weitzmanns übten einen aewaltigen Eindruck. ' Die Versammlung fand in einem großen Theater, .stgsii > und das große Gebäude war von den Delegierten der. Kon« sterenz und der jüdischen Bevölkerung Manchesters dicht gs» .füllt. Festlicher .Schmuck bewillkommte Gäste und Redinel> , Me Versammlung wurde durch Anzünden, der Chanükalichter und Absinguntz der „Tikwah" feierlich eingeleitet. Vorsitzenden ' °"y 'sr: Sir Alfred Mond . empfing stürmischer Beifall. - j ' Sir Alfred Mond erklärte: Es ist wirllich ein bezeiM^ nenitrr Augenblick, den wir heute feiern, da das oliei Fest, des; i Freude beginnt, durch das unser Volk die. Erinnerung, qq - den großen Sieg unserer Vorfahren feiert, die in alten . i Palästinas Unabhängigkeit gewahrt haben. Wie einst. Makkabäer, so haben wir heute eine Gelegenheit, wie sie sich'.. die Jahrhunderte hindurch nicht wiederholt hat, die Gelegenheit, das Heim unserer Ahnen zu dem Glanz 'und ( Rühm vergangener Jahrhunderte w i e d e eher z u sie l l aus der Wüste wieder da§ Land gu machen, wo jxder Bürgtt ' unter seinem Feigenbaum und Meinstdck lebt und wo Milch und Honig fließt. Für diese Wiederhörstcllung ist der gioßr Fonds geschaffen, der Fonds des Keren Hajessod, der Wiedel "' Herstellung Palästinas, der Fonds, den wir jetzt organisiere«, t Es ist wirklich eine schwere Aufgabe-und große Pflicht', dk > mtf unsere Schultern gelegt ist. Von dem Erfolg des'Kore»"- Hajessod hängt die Zukunst Palästinas, hängt-dis Zukunft des'> jüdischen Volkes in der Welt und die Zlrkunft jedes Juden äW ' Weshalb ist eS fo wichtig, diesen großen Fandst rrl' - diesem Augenblick zu beginnen? MaruLe Leute werde» xx&ü