Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- Heft 672 (8.12.1920)
- Date
- 1920-12-08
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
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$tt m .Men.'MMvocy Mmer Morgenzerrnys & Dezember iE mr& tSßSBSt&aEKSBSSBBBf* pritsch ein Wfefejjtwmi» eingetangt^woxin derselbe berichwt, »seine Arbeiten in wenigen Wochen beendet sein wev- Auch aüs Mltte!t- und Westsibirien Utagten günstiMrichte cV die Hoffen kysstr^ haß spätestens zu ’pn des Frühjahres 1921 die dort befindlichen Zgsgefangenen abtrattsportiert - sein werben. BnMnzler Ma y r erkläEe^daß ers i ch irn Wegedes 'Lteters der russischen "'' Nsgieruntz mit dieser zws Durchführung besK-oPen Hagener '.Bertrage.Ms .Einvernehmen setzen werde. \ Gemeinsam Landtag von VUederöstevreich Für mod Donnelsiafl, um 11 Uhr vormittags, wurde der uiedrr8ste,Mche Landtag nndkruiea. nächste Sitzung ist an demsclbDage um 3 Uhr nachyiMad lmbercmim. In der meitm Gng werden e.nige dnpgmde Gegenstände zur Bephaudlung gngen. *» Die Sstereichische Kohlenknmmission ' in Prag. Prag/. Dezember. Die Österreichische Kohlen-- kommissionunter Führung des Leiters des Wiener Kohlenamti Ministerialrat Dr. Kloß, ist eingettoffen unchat sich noch heute mit den kompetenten tschecho-slodkischen Behörden in Verbindung gesetzt, um über d Köhlenlieferungen fiit Oesterreich zu verhandeln, d' in der l e tz t e n Zeit h i n 1 erdet, oerein arten Menge zurückg eb lieben n> a retti i i' i ■ i ' ‘ . .. Die Wiche Presse auf der Internationalen Anoncenausstellunq in London. iLsudo. 5. Dezember. (Jüd.Ko.rr. B nr.) Di'Jntet-- trqsionaie junoncenausstettung, die. am 29. November in London eöffnet wurde, begegnete ungeheurem Jnter-- esft in der Mstntlichbe't. Schön-emerstn Tage wnr^e die' Aussihuntz von' 10.000 Personen besucht.' Die jüdische KM. ist durch die „Jewish Adder iisiüg Agency" oepLäseniie^. die einirn besonderen ^Stand hat: ' ' Eines besonderen JnteressLs^ erfreute' sich / die ,M ie n e p N o r g e n z e i L u n g". Wter dem Mderen jüdischen ^:ganen sind besonders '-,,THe' Jewish Wor-; ning Jour^ft< in New-Aork, dev „Haolam", düs osfizielw Orgchdcr zionstischen Weltorganisation, und. das > i,Iöwrsh Hoirnal of Commerce" zu erwähnen, bas trbtz seiner kürzer Erscheinungsperiode bereits - weite Verbreitung als ^lnnonoenorgan der englischen, amerikanischen und-«KtineNLaLen--Kauflente^’Müb-t -AnschlMend an die WisM Miere ssiertsdas Publikumbesonders - die heh r aisHa Presse, Hiss:5duM , zwei^ . stäläst 'neyfische Md..HM den BefuchM Md' fich^aüch-Mrd,N p der seiner MwundeLung Lev -rapiden Entwicklung der Mischen Pre/se Ausdruck, .gab. D«r Besuch des - englischen Publpurns wer ein außerorMntllch, stäriftr, was zweifellos M' Pöpularisievungdev Mischen tragen wirb, •: ■■;. ', Die ÄmmMratronFsssseße in Palästina .JernMm, 4- DezernM.-. .WM Kdir.-yur.)-'-Nnsv Verordnung der palästinensischen Reg'erung zufolge werden die Palästina-Wanderer in zwei Kategorien geteilt, Wsolche, die durch'die zionistische Organi-- sation uns Land gebracht werden, und solche, die aus e i g e n e r Initia t'i v e einwandern und sich allein erhalten werden können. Während die Einwand Lrerzahl der-ersten Kategorie für das künftige Jahr mit 16.500 festgesetzt ist, beträgt die der zweiten Kategorie nur 1200 bis 1500. - - - Der Rücktransport der Wischen Kriegsgefangenen ans Sibirien. Mew-Hürk, 4. Dezember. (Jüd. Korri-Bur.) Nach aus Wladiwostok eingelangten Nachrichten sch reihst drr vöm „Joint" geleitete Rücktransport der Wischen ,KviegWfängenen aus/ Sibirien günstig fo>t: Gegenwärtig sind vier Schiffe unterwegs nach Triest, die >740 jüdische Heimkehrer a» Bord führen. Bon.diesen Schiffen soll eines mit 300 Juden am 12. Dezember, eines mit 180 ungarischen, 74 österreichischen und 26 galizischen jüdi schon Heimkehrern ebenfalls * <mt 12i Dezember,' eines am 1. Jänrier. und das viert« am 1h,' Jänner im Hasen von T r i e ft emlaufen. Die SozialistenLonserepz in Der«. Peru 7. Dezember. Die internaLÄnale sozialistische Vorkonferenz hört« gestern die Borichto der Delegiertest, der einzelnen Länder über den Stand, der sozial st ischen Bewegung „in, den betreffenden. Händern M. Es referierten: > Cr isp ie n (De rtschland),' G r i.m.m (Schweiz), A d le t (Deutschö störreich), C z e r ma k (Tschecho-Slowakei). Auf Antrag Hosenfolos (Berlin) wurde ein Beschluß"gefaßt, in dem ge gen d äs. B tu tregiment der ^Of'al.thsttL/.ch'^r's Upga rnS oschärfstens protestiert und das internationale Proletariat aufgefvrdert wird, se'.ne Solidarität'mit dem ung.^ rischen Proletariat, zu beweisen. ' . Enqlifche Beprefsakien gegon Griechenlan-. Paris, fl- Dezember. . (Fustkipruch.) Der englische Vertreter in Athen hat der Negierung eine. N ote.En glands überreicht, in der d^e Einstellüttg der finanziellen Unterftü^ung mitgelockt wird;ähnliche Schritte werden von den WertreKLn Frankreichs und Italiens ^tvartet^ ' ' Kronen im Bakkarai VerhastMg des ehemaligen Obergespans Julius vo« Szemszö. Montag wurde hier erpo sensationelle Verhaftung bom! Sicherheitsbureau yobgenommerk. Der ehomaltige Ob'ergespan des Barcz Äpdroger Komitats, Julius S zem.stz ö, zü A KurpiK^in Jugoslawien . geboren, 89 Jahre alt, wWa ÄUfMstordnüng des Micherheits- Lureaus ünieti -öM- BeschüÄtigung in . Haft genommen, einem 21jährigen Sohn aus. sehr reicher Familie rm BakküMspiel einen Betrag von 2 8 M iif i o.nc tt Kro^teir stbgenommen zu haben. Julius 'von SzeMszä' erscheint auch verdächtig', chen LUNMw-Wstnn>... sein Opfer, über den.Kurs der Dinars irregeführt..zu haben, so daß die in Dinars gemachte Spielschuld durch diese Irre'-' führung hie abenteuerliche Höhe von 28 Millionen erreicht hat. > Der: Name des Herrn von Szernszö war wieder-' holt-in den Spalten, der Zeitungen, zu lssen,. zuerst im. Jahre .1902 gelegentlich , seiner eWn Heirat. Szemszö, der einer der ersten ^Familien der „Bacska" angehörte, hat sich im Jahve 1901 .um die Tochter des Nabobs von Moravicza, Ludwig Ungar,beworben. Die Elternder Braut hatten ihre Zustimmung zur Heirat verweigert, und-Szemszö entfübrtei. kurz enbschlossen, - - - ' ■ Piroska Ungar, die. Tochter des Nabobs, nach Wien. Hier wurde das .. Paar damals ausfindig gemacht - und-- Fräulein Ungar dann unier behördlicher Assistenz den Eltern übeMben. Die . Familie' Szemszö wollte den Schritt ' des-- damals. jungen und heißblütigen Sprossen guimachen. und hielt bei dem- „Rabob" feierlich um die Hand Piroskas an. Es war auch . schon zwischen beidM - Familien der Zeitpunkt'der Heirat Vereinbart; sie' hüti« Noch 1901 statt- |itibenJ solldn. Die gänze /Hcch^,eltsgefelischäft hatte sich schon im Hause Ungars versammelt; auch der Standesbeamte war erschienen; als -plötzlich: her „Mahob" den- Gästen. , kurz mitteilte,, er wölbst vöN Shemszä. als.- Schwiegersohn nichts wissen, '^r wies 'ihn'mnd bist Seinen. aus dem. Hause. Die Sache machte ungeheüxes Msseh«^ '.Schließlich ließ ^M'NLch etwa. Jahvesfrist^ der alte Ungar urnstimmest, UWdie Pe rch ä'h k U n g dep-; D.o,ch te r ides'^NaMß"^uM'ckm'Mr'''lGdS'iinW>rä^ 'vistza yiit großem Pomp gefeiert. .Aus dem jungen Szemszö wurde dann ein - wohlbestallter Obergespan. Die so romantisch gesch istssme Ehe bekam Mb-im Laufe der Zeit Sprünge, und W. J^Hre .ck918cki«st sich Szemszö von seiner Frau scheiden . - und^ heiratete die Gat Lin des Hw tstlb.e sitzers Rieü ß in Zombor. Nach kürzest Ehe 'ließ er sich auch von' der zweiten Frau scheiden und'kehrte zu .der. ersten' Gattin.Piroska zurück. Aber das sriedliche Einvernehmen hatte Nicht lattge B. ststnh,' ■;;., . Im Vorjahre wohnten die Szemszös im ' Hotel Sacher. ^tzorL perkehrben die Szemszös viel' mit Frau MarieLLa von J q.k a b f f Y, der Tochter des evangelischen Pfarvers Dri I o h a tt n y, der geschiedenen Güttin des' Opernsäng-ers Picea v'e r und damaliger Gattin des Privalibrs Tibor von. Jakab f fh. Frau.Piroska von. Szemszö glaubte, Grund -zu haben, auf^Fräu Marietta von.' Jakabffy eifersüchtig zü s^n.-Die- Folge war das VitriolattentaL . in der Konditorei des Hotels Sachör, das Frau Sä^nrszö auf Ftau Jakabffy verübteunst bei dem die bildhübsche' Frau schwer verletzt wurde. Frau Szemszö flüchtetst gleich nach dem Mberfall und Szemszö zog an das 'Haus Czerningasse 11. Wie in einem Kastell / . 1 - : - . . hauWi der ungarische Kavalier mit seiner Dienerschaft k in dem Hause,' Las durch eine hohe Mauer jetwr , ovachtung von außen entzogen ist.. Herr von Szemszö^ lebte'hier aüf größtem Kuß und gar nicht berührt den Zeiten der wirtschaftlichen Not. Er hielt einen Stalls mit sieben Rennpferden und. hatte sechs Automobilst..^ - Auch. zwei Mil chkü'he waren' in dem „Kästell.- S'stmszö" für den persönlichen. Gebrauch'des Ex-Ober--? gespstns und seiner Leute eingestellt. In best WiÄer $ Lebewett war Herr von Szemszö sehr bckqttnst Seines Geldquellen scheinen aber, in der letzten Zeit betsiegt'^ zu sein und es kam zu dem -Vorfall, der Anla^zuv '^ Verhaftung gab. Szemszö lernte hier den jungenSHn^i eistes,'reich«.n Wiener Jndüstriellen kennen und - M-Mittst^obeWer-1,'Mich die Verlockung, tvörde.einen höchst v e r g n ü g te n Abend geben, itt HiM >,Kastell" in-der Ezerningasse zu kommen. Statt.' tinerhofften Gesellschaft fand der junge Mann - bloß' Julius.s Szemszös Bruder, Elemer Szemszö, vor. Nach-der Be- . hauptung des jungen Mannes hätten ihm die Brüder Szemszö den Vorschlag gemacht, mit ihnen einig« Stößel' > Bakkarat mehr .- : , , SpasseI h-Ncr . zu tuni Sie sollen ihm eingeräumt haben, falls er ver-fä li«re, müsse ex-biie'MpielschWnicht gleich und /aWH nicht innerhalb -der vom > „Ehtenkodex" vorgeschlagsrpG^ Frist begleichen, sonderst er könne Wechsel ausswllen^H di« erst ckl a ch^ z w e i' J-ü h r e n 'fällig seien. Doch' soV-E di« allfällige ^Spielschuld sticht "in Kronen,' sondern -in, J D i n a r s''getilgt werden, da inan.ja u'cht.wissen könnkstst — meinien sie ob die Krouenwährung in zweiJahr«n,) zum-FälligWtsterNtin Noch besteherstiverde. - - Nun kam es-zuM Spiel und der Gast hatte Pe'M'- Pech' und wieder Pech.'"Sein Unglück im Spiet war derart groß,- daß', er , im- BerlaüsL weniger Stunden i seinen beiden Spielpartnstrn sticht weniger als' zwei» 'Millionen Dinärs^^ schuldete. Nun hatLst'öei: Gast,, genüg und brach das Spiel stb. Die Brüder GzeMhZ^ ließen ckich vom Perlustiräger '? > - sieben auf zusammen zwei Millionen Dinarsausstellen, Bief nach zwei Jühren fälsig fein sollten. Umi aber dem! -- Einwand von s^piel und WeM zu begegnen, wurde der? . unglückliche Mpiewr ersucht,, eine ' f ch-r-i-'f kli'ch« 'Vch-"' - stÄ't k'gst'st'g' 'astszusteMn,'^erzü.folge er vok'den Bstü--^' dern e i n' DÄrckeh e n von zwei Millionen Dinar »ev-vhalten haben soll. Auch dazu verstand''sich der irster^-'- fahrene junge Maust, der sich sogar-,Der die Höhe seiner Schuld -nicht sin» klaren war.. Ehe nämlich.- das- Sviel begonnen wurde,- hatten ihm die Prüder mitg«^;- Mt, daß ein Dinar sechs Kronen entspreche, so-daß dje,- Zweimillionen schuld in Dinars, einer Schuld, von zwölf.., Millionen Kronen entsprochen hätte. Nun erfuhr qbe^ hinterher.-der junge Mann, daß die Relation-der Dinars'; zu den Kronen 14 zu 1 betrage, so daß er in der einer^ Nacht nicht weniger als acht und Zwanzig Mil--" lionen Kronen verloren hätte. Die Wechsel sollt' Elemer Szemszö mit nach Ungarn genommen haben^. Julius Szemszö gab an, sein Bruder habe sie weg^- gebracht, damit sie nicht bei ihm selbst gefunden werden.; wenn b»'i ihm eine polizeiliche Revision vorgenommen werden sollte. Bei Julius Szemszö ist nämlich schon- Dr etjva vier' Wochen eine polizeiliche RevisionvorLe- ' nvmmen worden, weil gegen ihn die Beschuldigung^' vorlag, daß er österreichische Banknoten mit dem ' falschen jugoslawischen Steiirpel . versehen habe, -um aus der Kursdifferenz zu Profis tioren. Auf Grund des Erg-Lbnisses der Untersuchung!:, hat das Sicherheitsbureau Julius Szemszödem Lan--^ desgericht Wien l wegen Verdachtes des Betruges eingeliefert. Gegen Elemer ist di« Anzeige erstattet worden. . tm» Emir Faisul in Lün-on. London, 7. Dezember. (Tel.°Komp.) Lloyd George hgt im Unterhause bestätigt, daß die französische Regierung dem. Emir F a i s u l, der nach London zu Verhandlungen mit der englischen Regierung gekommen sei. die Bewilligung zur Reise durch Frankreich verweigert habe. Emir- Faisul sei am Samstag vom König in Audienz empfangen worden. Nichts beweise bester den Wunsch der britischen Regierung, die freundschaftlichen Beziehungen mit Emir Faisul aufrechtzuerhalten, als dieser- Umstand. Die Verhandlungen mit d'Annunzio. Nom. 7. Dezember., (Stefan!.) „Tempozufolge dürften die Grundlagen des Uebereinkommens mit d'Annunzio folgende sein: Die Verpflichtung, die Re^ Agentschaft des Quarnero anzuerkenNen, 'und die Verpflichtung,, daß der Baroß-Hafen, Terfatto. SustaK und. Castua dem Staate. Fimne zugefichert werden. Einer Meldung des ^Mefsäggero" aus Triest zufolge habe' die parlamentarische Kommission an 'd'Annunzio ein Telegramm gesandt, worin es heißt, sie verlasie das iulische Venezien mit der Gewißheit, daß Italien in Fiume einen sehr treuen Soldaten, besitze. Die Entente sühlt sich getroffe». Berlin, 7- Dezember.v (Wolff.) Dem Reichsminister des Auswärtigen wurden gestern von dem englische n, und französischen Botschafter^ und dem b e l g i scheu Gesandten im Wortlaute übereinstimmende Noten übergeben, in denen über die Reden des Reichskanzlers- und des .Ministers des Aeußern über das besetzte G e b i e t Beschwerde erhoben, wird. , -Die Noten wurden dem Reichskabinett zur Slellüngnahme vorgelegt. ' > :iu - Halbarr wird polnischer Gesandter irr Berlin. , ' ' ' ' v. Berlin, 7. Dezember. In der Besetzung derhiesigen polnischen Gesandtschäst steht ein Wechsel vor, und zwar soll an Stelle des bisherigen Ge-! sandten S ch e b e k o der. ehemalige österreichische" Reichstagsabaeordnere Prof. Halb an lw*«u