Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- Heft 668 (4.12.1920)
- Date
- 1920-12-04
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 4' Wim, SamsW -- - - •"“ ■ —' — ■ i— *-■■■■ rroch ein großes Manko gu beheben haben. Ehe wir hinaus»,, zehen, um a-ndererr Lektionen gn erteilen, sei eS nun nach >er!Tschecho-Slowakei oder nach irgendeinem anderen Staate. ivo die Deutschen verfolgt-werden, sollen wir zuerst unsere - Proteste nach innen richten mvd bei uns selbst im oigerten Lande diejenigen Zustände ändern, die einer Vergewaltigung ' der eigenen Staatsbürger dienen. Gerade Sie als ehernÄige Mehrheit, und als jetzige starke Minderheit müssen, Ihre Verpflichtung fühlen, erst hier bessernd einzugveifen und dann. wird Ihnen - auch die Legitimation zu diesem Protest «icht fehlen. - Da Sie dies nicht getan haben, da im Jrmer» - leiseres Staates noch viel, insbe-sonders in der Stellung der Juden, zu'ändern ist, sind wir Jüdischnationalen nicht iy der-Lage, für den Antrag zu stimmen. Wir werden nicht dagegen stimmen, smckern rms zum Protest gegen Ihr mt? sog-iales Verhalten, gegenüber den ZustmÄen im Innern^ öer Stimmenaö?gabe enthalten. Wir haben es satt, mit dem Ausdruck der Hochachtung Ihre Gewalttaten zu ertragen und füx Sie zu stimmen. ' wenn Sie an unserer Mißhandlung teilnehmen. Sie gehören zu den Leuten, die im Juden Punkt Wasser predigen undWssrn Winkern Deshalb enthalten wir uns der Absttmmung. (Lob-. Hafter Beifall.) - Srrotek (Tscheche): Ich will nur konstatieren, was d'cr dom Äollepen Plascbkes gesagt wurde, warum nicht gegen die Judenexzesse protestiert w-rde. weil Juden in Mitlerdenschüfi Mögen wurden. Die deutschen und tschechischen Sozial, Demokraten haben sofort bei Beginn der Unruhen öffentlichen Protest gegen die Ausschreitungen eingelegt. Sie Haben die Juden vielleicht nicht besonders namhaft gemacht, aber nur tschechischen Sozialdemokraten sind gegen jeden,' der ssch .videx' die Menschlichkeit vergeht. Gemeindrtar S k a r e t: trenn He,r Dr. Maschkes erklärt. tf vermisse in unserem Amrag die Fraoe des Schutzes der Juden (Gemeinderat Dr. Nafchkes: Ncht in diesem Antrag! Ich vermisse andere Drmglichkei Zanväpe, die sich ge» en die Judenverfolgurigen wenden.) Verleihen. das habe ich verwechselt. Die Inden find genau eine solche Zcälisn wie wir und wir fasse« sie ebenso, am, «ne die Deutschen, die Tschechen, die Rutlienen. Sie haben vor jedem grssnetrn Volke nicht als Juden und die anderen nicht «Iß Deutsche und Tschechen, aber als Meirichen das Recht unter Menschen, wo imnr-r sse ssnd. zu leben. Bestall.) Wenn wirnnS sn allgemeinen diesen Standpunkt, diesen einnoen Knlinrssarid- Punkt zu eigen macken, dann wird eS brr uns besser w rven. Bei der Abstmmung wird der Dnno!ichke"sanlrag mit den Stimme» der Sozialdemokraten und Chustlichsozialen ange-- «omnren. Aufnahme eine» Darlehens von SSV Millionen Kronen. Hierauf berichtet Grmeinderat B r e i 1 n e r über den Antrag wegen Ausnahme eineS Darlehens von S50 Mrllionrn Kronen aus Staatsmitteln und verweist daraus, baß m An» betracht der Notlage der Gemeinde und der Zinlendedingungen Uhr d>e. Beschaffung von Geldern die Rate von 5»^/,°/» m-t dem Rück^hlunasterm n bis 1. August 1925 nicht als drückend zu erachten tst. Der Antrag wird angenommen. ' Da» Johann Strauß-Denkmal. Ebenso wird der Antrag zur Eirichtmig des I o h a n n Strauß-Denkmals einen Betrag von K 20n.000 für die noch erforderl'chen Anfstellungsarb il n des Denkmals unter der Bdingung zu gewähre», daß d'e Herbcischassuug der Granitfsckel fotort ver'ögt und mir den Vollendungsarbeiten begonnen werde, »ach kurzer Debatte angenommen. Ausgabe «euer Kassenscheine. Nach einem R ferat des Gemeinderates Blum wird der Äutrao, zur Linderung der .Kleirigeldnot neue Kassenscheine, und -war zebn Mrll'onen?tück zu 50 Heller mit einem Ge'amt-- vominalbetrag von K 5,Ooo,Cpo~ mrt tmcr Lau ze t b.& 31. Dezember 1921 ausmreben, angenommen. Die L der gegenwattig, im Umlaw befindlichen 10-, 3!)- uud öv-Hellerscheinewird Lis ZI. Dezember1S21 erstreckt. . „Der Alte schläft da droben!" Bei der Debatteüber das tt Beiemfpmmm mit den Brauarbeitern kam auch der Skandal der chr stbchsoiialen Frau Mvtzko- Sech zur Sprache die sich, obwohl fl' bereus zwei Wohnung'« hatte, noch eine Wohnung zuweilen li'ß. Die Cbnsttichsoualeü. denen der Kamm sehr geschwollen ist und die jetzt sehr demokratisch tu«, flegelten den Bürgermeister an. AuS ihre« Recken e> schollen plötzlich Äiuse: ^Der Alte schläti da b^obtn!** worauf der Bü grnncister mit den Worten replrncrte: „Eure Reden bestehen nur aus Genreinbeiren!* Dies batte einen neuen Wutarriall bei den Chrrstlickiozialen bervorgeiufen und ein rä lrcher Zrstamwe stoß . mit den Sozialdemolraien schien unvermeitl'ch. Mehr als eine halbe Stunde dauerten die gegmfeniaen Be'chrmv unae» und die Pultdeck^l gaben die Munk.'Langsam trat dann wieder Ruhe ein, als. dre Cbristlchovalen rin eschen hatten, daß die Krawallen chl mchr zu steigern gehen Hieraus, wurde die Sitzung nach Gewäbrung einiger Zuschuß- und Nachtragskredbe m spät r Nachtstunde grschlossm Tagesbericht. Ei« Aufruf Auitta Müllers. Mir die Unterbringung verlassener jüdischer Kinde«. - Die „Soziale Hilfsgemeinschast Anittu Mülles erläßt nachstehenden Aufruf: Alle Formen der Not, welche der Krieg mit sich Erbracht hat, lasten besonders schwer auf dem Kinde. Die Zahl der'verlassen:« Kinder hat sich ungeheuÄ vermehrt; vor allem unter uns Juden, die wir durch die direkteste Einwirkung der Kriegsereignisse, durch Flucht und Pogrome so-viele unserer Brüder verlören haben. Die Unterbringung der verlassenen jüdischen Kinder ist ein Problem für sich und ein besonders schwieriges, zumal die jüdischen Kinder in den öffentlichen Waisenhäusern vielfach nicht u:itergebrrcht'werden können, da s'.e sonst Gefahr laufe», in ihrem» Judentum gekränkt und von ihm abgewendet zu Wörden. Daß die Gründung neuer Kinderheime bei uns auf unerhörte Schw'.erigkeiten stößt, ist.bekannt. x . i Wir müssen darum immer wieder zu dem Auswege der Unter bring u n g Verla s s e n e r K i nd e r auf Kostplätze greifen. Wir strhen' vor der Tatsache, daß viele Hunderte jüdische Kinder in Wien.allein darauf warten, endlich ein gesichertes Plätzchen/ ein schützendes Dach, ein freundliches Heim zu finden. Der großen Zahl dieser Kinder steht aber nur ein verschwindend kleines Angebot an K-.stplätzen gegenüber. Wir wenden uns daher an alle jüdischen Fa milien und bitten sie von ganzem Her en, ein jüdisches Kind bei sich «ufzunehmen. G.bt 2v«mer Mvskge«r«rrmK - gr- M I ■■■■■■■ ■■■■■ ■ — ■■■■■■ .. > » es eine schöner« Aufgabe für eine Frau, als einem unglücklichen Kinde die führende und sorgende Mutter zu ersetzen? Wir sind sicher, daß sich leicht nicht hundert«, sondern tausende jiidische Familien finden können, die gerne ein wenig enger, zusammenrücken, um in ihrem Kreise ein Plätzchen'frei zu machen für ein verlassenes Kind. Es ist selbstverständlich, daß ein gewisser Betrag von der Fürsorgeaktisn aus beigesteuert wird, um die " Kostm der Erhaltung'eures Kirches wenigstens teiiweise zu decken. Derzeit beträgt bas Kostgeld 300 Kronen pro Monat, auch werden Kleider- und Lebensmittelbeihilfin zur Verfügung gestellt. Ebenso selbstverständlich aber darf dieses Entgeld nicht allein öe« Anstoß geben zur Aufnahme eines Kindes. ' Die Erziehung und Pflege eines solchen armen kleinen Geschöpfchens, dessen Zukunft, dessen Wohl und Wehe in der Hand der Pslegeeltern liegt, darf nicht abhängig gemacht werden von Berechnungen. Wir brauchen Menschen von Herz und Gemüt, die sich' eines Kindes mit wirklicher "Liebe amrehmen» Frauen, welche die Mütterlichkeit, die'sie für ihre eig.enen Kinder haben, auch auf ein armes verlassenes Kind ausdehnen. Familienväter, die sich dessöw bewußt sind, welche tiefe und große Verantwortung sie auf sich nehmen, wenn sie das Leben eines Kindes'leiten. Mögen doch viele glückliche Frauen und Mütter daran denken, mit welcher furchtbaren Sorge die armen Mütter kämpfen, die ihre Kinder hergeben müssen, oder welche Seelenqual sie in ihrer Sterbestunde bedrückte, als sie ihr Teuerstes hilflos zurückließen . .. Wir bitten gütige Frauen ihre Namen und Adressen entweder schriftlich oder mündlich an die „Soziale Hilfsgemeinschaft Anitta Mülles, 2. Bezirk Pi'a.ersträße 17, 4. Stiege, 1. Stock, Sekretariat, einzusenden. Wir werden gerne bestrebt sein, spezielle Wünsche, betreffend Alter Und Geschlecht des Endes, zu berücksichtigen, damit unsere kleinen Schützlinge sich auch wirklich als gern gesehene Gäste in die Familie einfinden könne». Wir bemerken zu-diesem Aufruf, daß er wohl die brennendste Frage, der jüdischen sozialen Fürsorge betrifft. Daß es in Wien allein viele hunderte jüdische Kinder gibt, die noch nicht untergeboacht sind, möge . ein Mahnruf, an liebevolle jüdische Mütter und kinderlose jüdische Ehepaare fein, sich an viesem edlen Hilfswerk zu beteiligen. _ Louis Marshall—Prafideirt des amerihanischs jüdischen Komitees. Nrw-Bork, 36. November. (Jüd. Korr.-Bur.) Auf der Jahreskonferenz des --amerikanisch-jüdischen Komitees wurde L-oms Mars hall zum Präsidenten-und Dr. Cyrus Adler und Julius Rosenblatt zu Vizeprä,identen gewählt. Mittcilungkll tni3 dcm Publikum. ZUR VERLOBUNG des Fräuleins Sabine L6w mit Herrn Lao Frfinke! gratuliert herzlichst E Familie Pinlras Gold, Lisko ZUR VERLOBUNG des Fräuleins Sabine LSw mit Herrn Leo FpänkeY gratuliert herzlichst <1071 SIEGMUND HOLLÄNDER ZUR VERLOBUNG des Fräuleins Sabine Läw mit Herrn Leo Fr Unkel gratulieren herzlichst * ms MAX BERGER UND BRAUT ZUR VERLOBUNG des Frlulems Sabine Löw mit Herrn Leo Fränkel v gratulieren herzlichst m* M. ENKER UND FRAU, Berlin ZUR VERLOBUNG des Fräuieins Sabine Löw mit Herrn Leo Fränkel gratuliert herzlichst 4070 ALEX. BERGER Zur Verlobung «, unserer Schwester, resp: Schwägerin SabtRQ Löw mit Herrn Leo FrS^kl gratulieren herzlichst „ NUGHIM LÖW UND BRAUT « Mzemver nrzö , wt. rm' maschinen — grfiüta lisvaK ..Billigste Preise IM Leopold Steinhar>l Wien, I., Biberstr. 9 Telephon Nr. 4073/Vitt ACHTUNG! SF9T 'MU präzise 7 Uhr abends findet das Juöiläüms-Scliaii'urnaii s des »» Turnvereins RS a hk a bi XV in Weigls Katharinenhalle XII, Schönbrunnerstrasse, statt Restliche Karten zum Preise von K 25 an der Abendkassa Prakliscbe Geschenke in Ü1BM.. gplelwaren n~tu bot' Wien,2Jez. Cf| laboniraDt wll Der Verein „EREZ ISRAEL“ veranstaltet Montag, den 6. Dezember!. J., in A. Kadrmanns großem Festsaale, Prater 92 (heben Lustspieltheater) eine H_ A A AJI^ i ii i ftfrosse ■ VW * . unter Mitwirkung folgender Kunstkräfte: Oberkantor Qlblicbmann (Pazmaniten-Tempel) Prof. Dr. Wilhelm Stein (Festrede) Rudolf Bandler (Mitglied der Volksoper) Oben egisseur Egon Brecher (Theater m der Josefstadt) ^Jeschajahu“ (Sänger aus Palästina) Frl. Rose Wagschal ^Mitglied der Volksoper) Chor des Pazmanlten-Tempels unter Leitung des Chordirigenten B. Hirschmann Beginn: halb 7 Uhr abds.' Saaleröffnung: 6 Uhr abds. Der Saal ist geheizt Entree: K 50.-, K 30.-. K 20.- Ei« Teil des Reinerträgnisses fliesst dem ). N. F, zu > Karin Mzu Man: E« -Uw;- L’ -ota"”r?" Strasse 22, IQdischer NaHonalfonds, II., Ztrkusgasse 33, Palästina* Amt, I., Bauernmarkt 24, «Wiener Morgen. Zeitung», II. Taborstrasse 1—3. Verkaufsstelle des I.N.F., II.. Sctimelz» sse 7, De'ikates3en(;eschäft loset Fntrclmann, II., Schtffatntagasse 4, catcrkartenbureau «ATda», II., Taborstrasse 1—3. Verein «EREZ ISRAEL, II., Stuwerstrasse 1 (CM Wiokler) und bei sämtlichen VereinsmitgHedera 6613 K Nach Nordamerika und Kanada! blfliocj sehne Bf e und beqsieyn« Fahrgelegenheit mit Schnei!« und Luxusdampfern, Me<s«dauei* zirka 7Taue für 9 Aiifafiptan io der 2ci milchen 20. Oez«mber 13^0 bis 11. Jännei* 1921 gSOT1 Pifitse Sl un AIII. Kajüte vorhanden Infolge rroBsan Andranges wird «hesteneSicherstellnngderPl&Ueomiofohle«. Rei^edokamente müssen des gesetzlichen Bestimmungen entspreheu > Auskünfte erteilt: Reisehvrau 4061 „CONTINENT“ Wien, II. Bez., Taborstrasse Nr. 73 ALsrnstifches LandeSLomitee. Montag den S. d. M.. 8 Uhr abends, im ClfS City. IX., P 0 r z e l! a n g a s s e 1 (Souterrain) Sitzung d es erweiterten L a n d e s k 0 mit e e s. LagrZotdnung: Berchl der Rcfercntm. Schriftliche Einladungen', weiden mcht versendet. ' Preiserhötzuug Lm FrlfsargewerLe. D e Meistervetnniaunfl d r Friseure drS l Be-irkeS bat mit Rücksicht am me den Gcbklten ma-'ssandme neuerliche iünfzigvtozmnge Lokmeiboduna sowie d'e M Inlasien. die dem Fuscnr» aewerbe auwebwdtt wurden, erne Reg kann des P e s-anfeS vom 6. d M. als unabwendbar et>läiL — Der neue Tarif wüd m eine Käteqor>e mit Mintze'lget'üdrkn und «n eine rweite Kategorie mit boderem Staff l emgeieüt. — Als Mindessgebühren werden nunmedr n Geltung treten: Für Rcktet en X 8, für ftpfrmi K 10, iür Haarschneiden K 19, für Haarickne den am Samstag X 36. für ssaüomeren . lür Äolibi'lstl tz n X 15. für H.ratbnnnm X 15. kür rfr'ition X 10, tür Lhanwtomeren X 15, für Mamtiir-Ärbeit X 20. Für i**bc Nebenarbe t> w e Kopsetubindr«, Schumrdartauszuhen uiw. ll 3. Die Presse -er zweien Kategorie tragen der M'etzmS* abgade. dem gebotenen Kom ott, dm ErhaUuntzskosttn durch ent--; sprechenden Zuschlag Rcchnnng. Verlässliche jüd. 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In ter sehr,lebha ten Dckatte «uroe einhellig kundg-geben« unter gar kemer-Beoin rrng über die gestern den Musiurn gemachlen Zu» gesländtilsse hmauszugkhen. , Von heule an Pari nach dem rtnrniitig gefaßt-n Beschluß in keinem Koiizerilokale Wiens Musst gespielt werden. Herr P e r 11 the m t. dass er bei der Pol ^e direkt on oovgefmorl cn habe und taß unn-d e ijusschnung volliten Schutzes gegen eventuelle Ter.o.-- nfie ge?cb n wude. Zum Schluss - wn-de cm a >S Kon erilokal» be-itz nr aller Vcz-rke tu'mmneng-ikizes Könnt e gewählt, m t bim nii uaö?', d^ Kouzeulotale zu tomrollieten. Der Sitz -eS Lohu° wmu«s ist iM Dym-Eai^. 69140928