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Wiener Morgenzeitung · 1920-12-01 · Heft 665 (1.12.1920) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
2 (1920)
Issue
Heft 665 (1.12.1920)
Date
1920-12-01
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Einzelpreis Einzelpreis LL/L.LSW» aBmH*n Pra»»«eratt»»«p*ei;e: Wie«: JttMi Otaflc« ta * fsrtw»»,Btgirt, pMe l tf» ä, »der w ein» T^tzedlch^tksteLr «Er D»««Nich. . Stamm jt<V~ lvirrtzrli-rd^ich . O»t Vtstderlm» M «Im mck 7_,;.v Orfttrrri»: . menatlty .. Kronen?«.- ./ •. chäi«tz»GÄ>?Mx' . ßKopatki«,. . Kronen IS.-« Wter^-lMrNch MMech^fl-waNsarrWS»««, Sniiir« ' MoNottk».ttrone» ^0- WlMeNehrltch OQ<~ y: te mpitttfrte* Saitttag 9«safl»»lr«: M»«atltch.. L««r fc- Weer«lt«h»lt» ' »S.- ^WMW> . . .. , :*T «rneimch vierrcjä-ritch^, «LnÜrrch^MMH-^ . »edo«rm»«.Hfdmr«iMW»' - Wie»^r«Vez^Dsb»rGr«hl-->; V.; - . . MliMW' «oftipoelaisenrsvt»'««! Str. Wien» Mittwoch, Den 1. Dezember 1929 3. Jahrgang s- Das Haus der Völker. r e n. 1. Dezember. —7. ' Da sind ttittt: seit ein paar Wochen Delegierte vvn hinundvierzig zp staatlicher Gemeittschäft, ^vereinigten Menschheitsgruppen itn Genfer ReforMationsHaus versammelt und beraten. Der 'Hößn'cher - Neunmalweison EstA .ihnen über die Schulter .auf. ihre. Tagesordnung Md fragt: „Was wollen 'sie? 'Was -haben.M' bisher eralles' Geschehen. sich in den' Mameü glücklicher Feldherren., ujch/rr den) Geschick der ffchmeMfen - äptzd'rückft!£>!ö Myxisch gebildeten Materici,listen, für die der.Magen by'^Kjürüm'detz.AÜß' gewvr^em ist,sie alle,.die Anbeter dex Mechanik v her Zahl oder' der Zahl der.Mechanik/ reiben sich die Hände. Wo,' ist '8ej/MMg - dieser " Genfer Versammlung? Und alle rechnen'.aus: England.streitet irut Frankreich, Frankreich . mit Mülien, . Italien mit Urgoslawley. 'Ueberäll kreuzen/bte, Interessen einander, was^kann ha von Genf Gutes kommen? ^Diese. Klugheit der Crfolganbeter muß darauf festgenagelt werden, daß es ja die Voraussetzung einer jeden Beratung ist, daß Widersprüche da - sind, daß Interessen einander kreuzen.. Es-ist.ja Gott 'sezsDanh nicht"io^aß die Menschen Gammelberden sind.' dse dem Fllöckchen des Lefthammels folgen,, wenngleich sie! m/Ztziten. schwerer PMchjscher Ermattung (wie im Sommer -1st14). so aussahen. 7 Jeder.Mensch will sich sein Leben so behaglich aMWw^WöWch eiyrichten und .gergt / ig diesem BefopAnÄtifr. tiitt*„ ..»»» -Er, die Haar^ A-ftrhren, muß er äM guten Gründen unter -lassen. .Sic könnten ja.starker, sein yls ^r.. -DieMeyschM, sind also mit der Zeit übereingekömmen/ihre Streitigkeiten unter das Gesetz zu stellen, das sie mit Macht und' AntorrtDgusgestattet^ haben:/ Geseh und Necht niurdeso zur' Grundlage der im- Staat -zusammengefaßten. Ge-' mernschaft.. Huf, Hüfte und.Mark nennt Kipling s das Gesetz, dessen Herrschaft " aus Troglodyten MeEchep, knächte. Auch die Staaten* suchten ihre gegenseitigen Beziehungen, die ja nichts anderes als differierende Interessän sind, auf dev Grundlage eines sich tft: jahrhundertelanger Entwicklung bildenden' Ne'chtes zu regeln/was aber ninr'bei dem geg"nseitigen Willen geschehen könnte, Frieden zü wahren rmd die Lösung der Gewalt zu vermeiden^ - Als - dieser Wille versiegte, kam der Weltkrieg undmit ihm - das große llnglück. ' Und nun, wo die Menschheit sich-teilt in Sieger und Besiegte.' ist. Halb- ■ und Ganzverhungernde, mut kommen die Delegierten zusammen'undwollen beraten? Rem/ sagen - die' Sirp'erklugen uvd sehen nach der Ubr. Sie sind schon ein paar Wochen beisammen und was haben-sie erreicht? Aber die, Tatsache an sich, .daß die Vertreter von so Und so bifcl Staaten nehencingndersitzen. ist so groß und gewichtig, daß 'sie eigentlich jeden^Mifell nrederMagen Uchßie: Denn atzs den Männern/ die man höchstens als Dyn OuiKötes gelten lassen möchte, spricht der FriedM, der Wille zrmr> Frieden, die Menschlichkeit und die Solidarstät der Kultur, die sich ausden Giftschwa den » des Krieges lösen will. Der Völkerbunddie'große Idee dos - Iesylas^, Schillers, KantS, die Ideevon der die. Besten undNeinstennur visionär gesprochen haben, beginnt Form;iind Farbe'anzunehmen. Er bat bislwö nicht viel geleistet? Die Heimscndung. von einigen hunderttausend Krieg^esangenen — vielleicht findet si/ noch eiumal has Genie des Okkl'lten, das 'vot. den Knegß. preisern die Marter dieser -Ovfer manifestiert — hie Bekämpfung der Volftenchen im Osten, die Vorbereitung neuer internationaler KonferertZen üb?r Finanzen. Wirtschaft, Verkehrsfraaen — ist dies so/ wenig? Was haben denn die Geschellschwäher ßel/stet? Gelogen, g^betzt. verleumdet! llud wenn si" das nicht taten, so Haben sie bestenfalls gar nichts getan oder^ avdire abznreden versucht, weil ja ohnehin der Liebe. Müh' umsonst sei.; : : Die Genfer Versammlung wird zn ericitf Parlament in des Wnrt"s schönster Brdeutn^a.' Sie stimmen nicht bloß ab. sie höten einander zu. Es ist ja wahr, daß die Ber"ssd?Momaten' einzelner Länder ihr ' giftiges- Handwerk weitertreiben und den Genfer Ka^gres, für ibr elendes Kartenspiel, in dem Mcnschenschicksale die Trümpfe sind, mißbrai'chen möchten. Erinnern wir ans daran, daß in Genf Henry Drmant jene segensr-'che Körperschaft bildete» der er das Wavven der Sch.vciL, krisFSMKMg ausgerUtet. — Große VeLluste der Engländer. -///W^ ö o p, 30. ^louember. (3u^t^fp^4) Ms "Alien Tell cn §rL anö.s IverÄÄn ncUSt-' riche Äsb c rMküL auf Psliz^i und' Militär ge- . meldet;. di-2 .Weber von er TrnpP^rrnd PsUzei criiicenrn B e u ft e sind betracht U ch. Die Angreifer mären. sstrÄommen.k-r L e g.sm L tz i <r « n s g e rii ft % i. Auch in Gegenden, 'die ats'vpllkoirrmenl-'stcked-. gatrsri^ Wä/Aeberjälfe Vsr ^s^Vmmen. ' Ä« erwartet auch i«!E«gLWv'serbft''tteüe--An-schrZge/-'Lhnlich' denen in MäerpoMr HW^.>EnLsprscherrde GsLen-. MÄtzünhmsn sind übLraÄ getroffen Morden. - Lyndon, 30, Növttuber. actz.) D-<k PMei ist"!».' den Vcsiv der Pläne, siir die «Ästen Te;röcWter Dmnf wer' 'g>laukt..-Jn;vl8r dcv Branl)sUiwUMcin^iv,cr^^^^^ swd nl London jene Stellen, die sich z« einer Brandlegung besondtt^-MM würden.- se-t Samsrag stärid g überwache Dir.A^grcrrrMMt energische M a ß n a d^M e» ergussrn, «m zu vechMM/dH -W BräM st srer aus England enckömmen. Dir: mglisiHM.-Wl i tnscht»- Hn'cn werden st r e n g ii btt w o eh t. Es - gelangen/ eine AttM von'TMehmem-.'rnn/jdtck/WKjH'/^ Äpnpovl zu v e.r h a s t e n,, als. sie per Schiss Mch Mls'nd zurstcklehren wollicn. '' / Lvndsn.-YO.' November.' (Fmrksprnch.)'-We-«rS'D.vchi gemeldet wird/ist' CämStag rn. Cork die „llmon' Hall" dstech' einen Brand zer stort worden. In der NKhe von'Ge^öhl fi-sl eine Abteilung Soldaten in einen von Sinnfiärl»rn/Mlegten H i n t c t ha t t. Zwei Soldaten, würden e r sich y f's/N-' ein Ofsiz-ier - und zwei-SokdÄen verwundet. Bon- W 'Mtzen fehlt jede Spur, ' ./ '' ii-y.f. SLyWyKK- ' VLESinW - ObLÄTN. Eine F-rrLsruAg Äer ULrEÄsr. die ^on k er 2i$f? dsv ^rs AnaLhängiglzsiL. von OftqaZi^en sirr-Äern, zrr- .glLtchum emsfAderative Vereinigungder sstgalizikcheu NePubUK mit Ler Tschecho- Slowakei VerhauÄelrr. Me BsRngungeK des neuen i polüischTU WuauzMtuisters. Warschau, 30. November. (Tel. der „Wiener Morgenzeitung".) Der neue Finanzminister Doktor Steezkowski hat das Ncssort unter folgenden Dedingungen angenommen: 1. Völlige Freiheit in der Reorganisation des FinanMmisterinmS, 2. Aufhebung der Zentralen, 3. die staatliche Bewirtschaftung der reguirrerten Artikel soll durch Privatgesellschaften unter staatlicher Kontrolle geschehen, 4. Durchführung von Ersparnissen in der Organisation der StaatSämtcr, Sistierung der be° sonderen Gcldwrrtschaften in den verschiedenen Aemtern, 5. Aufhebung, respektive Sistierung des Gesetzes über die Zwangsanleihe und. die Revision desselben/ 6. der Sejm darf keine Nebenausgaben ohne Sichcrstcllnng der Deckung beschließen, 7. Unbedingtes Verbot für Personen oder Abteilungen, Geldvertrage ohne Wissen deS Finanz- MinistcrimnS aüzufchließen, 8. Gewährung ' von Konzessionen an ausländisches Kapital, 8. Ernennung mncS Delegierten des Finan^minifteriüms mit der Ausgabe, 'über die -Ansgaben des KricqsnnniÜeriumS Kontrolle z» führen, Ist. Verwendung von 260 bis 300 Millkonern polnischer Mark zwecks Hebung der polnischen Valuta. Vor elnSMKnMP? NW Wnme? F r» m c, 30. November. (Stofani.) Da in der Stadt! 6!erüchte über italienische T r u p p c n b e'w e g n ugen an der Finmaner Owenze verbreitet waren, richtete dMnnunzw an die Bevölkerung der Provinz Venezia Miulia eine Pro kl am a t i 0 «, wöM er «eKUft? W - die Lerg i v n ä r e bereit seien, 'l- Antwort daraus riMöte--Generüi'. Truppen einen Tagesbesehl, in dem es heißt: RuMchr'» Mssen Wir etpe schmerftiche'ÄnsällHe erftiücn. ^ich OMe [ gtzer auftrurep vossep; BeiM - - C a v i g l i a: Um eine Aevder««^- 'in-' "WMWrN - d'Annunzros und - seiner Lnrppen herbeiznsüMr^'wird - es nötig sein, daß ich v e r s'chw i n d e. Ich wuMunch sehr glücklich schätzen, dies für das Heil des VäterlaUdes k zu tun, aber kein Italienerwie groß er auch sei/ darf j seinen Willen über jenen der Ration stellen. / / J Internationale ErsendalMer-' Konferenz. M/^ j Thomas K^udrqt einen. grofts« A m st e rd a nt, 30. November. (Wolfs) „Telegxags"! meldet aus London, daß in der Memorütl.Hass nung der vom Internationalen Transportarbeiierverbgnd veranstalteten Internationalen Eisenbähnerkonseteus, stnttfand. Vertreten waren 1,357.060 Eisenbahner. j»us ' Deutschland, Holland, Schweden, Dänemark, FraUkriei^,, Luxemburg, Oesterreich, England und Delgiem Der Führer der englischen Eisepbahner T l) o rga 0;, erklärte in einer Rede, der Krieg habe das Ergebnis.,ge-1 zeitigt, düß sich die Arbeiterklasse aller' LäUPrr.i.MOH»^ ansbenten lassen wolle. Jetzt/ wo der Krieg vprbM fühlten die Arbeiter, daß die geschlagenen Wunden geheift und die Arbeiter miteinander versöhnt werden MüMp.., Hätten sie einander früher begriffen, dann wütest W f Ereignisse der letzten Jahre vielleicht vermieden^ wpMtz j sein. Das Ende deS Kampfes sei jetzt noch nicht e^reM.' ThomaS erklärte, er glaube,, daß in den. komm eIM.p , Monate« e i« g r 0 tz e r K a m p f z n e r w a rt r Hsei/und zwar werde nm etwaganz anderes als um dle '. gewöhnlichen Forderungen der Arbeiter gekaMvft Htzrdep.. Er meinte, die englischen Arbeiter seien der AnsiH/dysr ' sie nicht länger mehr die Lastträger zu sein brauchte«,! söndern zugleich auch znr zweckmäßigen Berwaltuntz der. i Eisenbahnen beitragen konnten; für diese Teilnghäte der Verwaltnng werde der kommende Kampf eittgHW'. werden. . . > . V-i dos rote Kreuz. -als Zeichen^nitgob. Auch diese.Gründung fand bei den AllerweltSgescheiten scheele Blicke. Siegstem.mochtlöll"s Organ der Menschlichkeit geworden. Siekc. ^te den- Krieg nick! v'e/' '-ern/nur mir . n. Aber das Werk wird 'jetzt '.-.eltergeftihrt von einer /.örperschuft/. die über sich selbst l'inanSwächst: das mene Parl mr.mt . der Völker lvird anch-.. die Jntngen seiner eigene«! Begründer verschlagen. ES muß viele technische Vorarbeiten .leisten, eine Geschäftsordnung entwerfen, s'h Vertrauen erringen. Mer das Hans steht bereits zu die Sehnsucht aller strebt, die wieder C setz und Recht herrschen sehen Wellen. ES ist r.icTit leicht, all ' zu heilen, Was die Verbrecher cm? allen Ecken Europas gngeMtelr haben. Es geht langsam, aber es geht: - Das Haziß M Völker ist eine Tatsache, ist m der Welt -.'deS - IMrtz1 sichtbar. ES sind noch nicht alle darin - vereinigt, dier unter:dem Leid des' großen-Sterbens' seufzest. / Mißver- .^ standnis^ Haß nnd^blindes Dörnrteil hält noch größe und» ' seelisch reiche Völker fern. Aber auch sie werden-' eivess' Tages das Tor zn dem Haus in Genf sich öffnen und mft;' ihnen, werden ' diesenigen kommen, die heute für dptz! Werk der-Liebe und der wirklichen/ auf Freiheit Verständnis gestützten Ordnung nur Spott und Hohns übrig haben. Denn im Völkerbund, hoi Wissom MaM' schlägt das Herr, der Menschheit»;! :

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