Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- Heft 663 (29.11.1920)
- Date
- 1920-11-29
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Nr 668 Men. Montag Ich ersuche und fordere rum letzten Male alle, die bei mir Bücher entliehen haben, zur endlichen Rückgabe auf S S. MARIL1.ES, 2* Bca., PetdlnandstrasM Nr. 29 tmBtmamKmmammaBmaanmmmamtmmmaamammtaammm üneS reichen Fabrikanten vorftellte. Erbat die Dame, mt dem Pelze in ein Hotel im 1. Bezirk zu seinem Pater zu kommen, da dieser den Pelz sehen'wolle. Im Hotel hinterlegte der Fremde den Pelz in der Garderobe. Er teilte mit, sein Vater sei nicht im Hotel ind werde wahrscheinlich im Restaurant Hopfner , speisen. Dort ließ er die Tome auf der Straße warten und kam aicht mehr wieder. Er hatte da-Lokal durch einen zweiten Nusgang verlassen. Im Hotel erfuhr die Dame, daß der ' Herr, der den Pelz hinterlegte, ihn wieder abgeholt habe, ön gleicher Weise hat der Gauner zwei andere Damen betrogen, Zu der zweiten Dame, die einen, wertvollen Pelz verkaufen wollte, kam der Gauner gleichfalls und erklärte, den Pelz laufen zu wollen, er habe aber das Geld nicht bei sich, sondern ein Konto in einer Wechselstube. Der Mann führte die Dame zu der Wechselstube, trat, den Pelz über dem Arm, ein, um angeblich die nötigen 100.000 K. zu beheben. Puch diese Dame wartete vergebens. Der Schwindler hatte die Wechselstube durch einen zweiten Ausgang verladen. Bei der dritten Dame wendete er eine andere Abart des Tricks an. Auch zu ihr kam er, ließ sich Heu Pelz zeigen und bewog , die Dame, mit dem Pelz zu ihm zu gehen. ES war eben Essenszeit und der Mann schlug unterwegs vor, iu ein Restaurant speisen zu gehen. Der galante Gauner gab den eigenen lieberrock und den Pelz her Dame in dev Garderobe ab and setzte sich mit ibr zu Tische. Während des. Speisenerhob er sich und ging unter einem Vorwände hinaus. Die Dame wartete; als der galante Mann nicht kam, erlundigte sie sich und erfuhr, daß der Hochstapler' schon längst seinen Ueberwck und Pelz der Dame in der Garderobe behoben und die Gastwirtschaft durch eine Seitentüre verlassen hatte.;; Die Luftgeschüfte eines Avchst«plers. Ein wnkhcher Mcistcraauner ut VuftfttfdiSfftni würbe ow 86. b. M. hier »»ihnMet. Gam in btt Art wie rer angebliche ».Habsburarr-SprößtmL'' und „Dr. Rudolf Komteld^ bar' der M.mn ernste Firmen nnd Pnvaivtrsönen dmck, märchenhafte Vorimeflklnngeu und mit Hinweis aus tvlossale Summen, d,ie zur Dtrsügung sichen sollen, veranlaßt, mir ihm in Verbindung ra treten. Er hat Geichäfie toloffalen llmfangeS voraeschützt rmd Summen nach Milliontu;n cn-locken versucht, was ihm aber m den allermerstrn Fällen nicht gtlunae« rst. . Der verhaftete Hochstapler m der 25iaknige „Kaufmann* Simon Friedman«, tm fteliämoer Bukarrster, angeblich nach Konstantinovel msiandig. Der Man« wohnte auf -rosem Friß im Holet Müller und wurde am .86. d. M. auf Grund mehrfacher Anreg^n in Hast genommen und d« Sichnhkitsburean iibefceben. Dieses befaßte sich eingehend mit seiner Person nnd trmnleite über ihn: F-netmanu war im Sommer tausenden Wahres plötzlich auf dem Wiener Platze auskiekauchk. Er. trat hier als . D,reku>r, einer angeblichen SchiffahnSgesellschafr Commeatale auf. die ihren S-.tz in Bukarest haben soll und die Fil'alen in Triest und Konstaniinopel unte, belien syst. Der junge Mann leb« sehr luxuriös. Er besuchte häufig die Rennplätze und soll bei den Rennen find Linden »roßt Summen verwickt haben, ohne daß er Än Dcrluft sondeilich zu tpirren schien. Als schli ßlich seine Geldmittel doch ausgingen, mußt' er durch geiä'.tlge Vermittler »nt einigen Wiener Firmen m Verbindung zu treten. Er fiunke-le von riesen Geschälten m-t Aus^andskirpftal, .die zu stnänurren er berufen sei. Seme Angabenwaren s>» prä'iS, daß sich mehrere Firmen dervvatn fanden, nnt ihm iu Geschäfts' Verbindung zu treten. Ber de« weiterM' Be»Handlungen sprach er davon, daß er. den Tiefstand - der. Valuta anSnühend, große Objekte m Baden um vrele Millionen kaufen wolle und daß ftir dirirn Zweck der eincr Bank kü'Millionen Kronen erlegen sollen. TaS war alles so ernst und glaubwürdig vo>- gebrackt. daß die Firmen in der seriösesten Form wochenlang mit ihm Über de« Ankaui der Badener Objekte Uttltrbandelten. Indessen zogen sich die Ber Handlungen so lange hrn, bis die Firmen doch Zeit gesund-» Hafen. sich über die Kavrialint za erkundigen; fie erfuhr en. daß bct;ber b treffenden Bank für Frredmann überhaupt-kein Geld erliege Mit anderen Firmen murrhaudette der junge Mann über ein riesiges Tuchgeichäfl. Er behauptete nämlich» daß er b« t>nem Spediteur in Wr.-Neustadt um 180 Millionen Kronen Tuch ktt-en habe. Der KZder' für die Firmen war, daß Fuedmiun den Asteinvertrud d.s Tuch S für Deunciilms nhd Oesterreich abgeben wollte. Auch bezüglich deS TucbeS stellte sich hrranS, daß eS überhaupt nicht eristrert. Mir einer dritten i^irma trat Frirdmann «egen e>ncS sjündholzchenae'chSfteS in Verb aridlunger,. Er behauptete, er habe Waggon- Zünbholrcheu gekauft und wolle fie weilerv>rkau>en. Eine Firma nahm das Anbot ernst und erklärte sich i'krert, die 15 Waggons unter ihrer, persönlichen Haftung tranfito weiterzuverkauitN'. sie händigte' dem Friedmann eine Anaabe von einer Dritielmillivn Kronen er«. DaS war für dm jungen Mann endlich wreder w llkoMnieueS Kapial. um s«nm lvxrmö en Lebenswandel fortzus hrn. DaS ganze G ld bat der Betrüger in veihällntsytäßig knr.nr Zeit verbraucht Die Firma, die die Hastirng übernommen, über eugle sich zu spät, «daß die Zündhölrer überhaupt nicht existieren. Sie mußte selbst den Schaden decken und erstaurle die SilMaurtiae. Zn einem weiteren Gaunerstreich, Mit dem Fiiedmann eine Firma bin mlcacn wollte, mußte rin Schwager h.rhallm. Bon ihm debauprete der junge Mau«, daß er em Geldmann m Bndapkst sei iebr erfolgreiche Geschäfte abgewickelt bade und demnächst yut fünf Millionen Ler in W en eintirsfen werde, nm h>edamit zu ope-ieren. Frrkdmanu tand nnt derBehaupiung bri der Firma, die da-Zülidhölrer* geschäfl nnlernoniwm Hane. Glauben. Fnrdmanu veranlnßte die Firma, olachlallS unter ihrer Haftung. 10Q.Ö.Ö Vei, AuZrablung Bukarest, an eine W'ener Bank zu vt» kauten. Den Belrqg von 100.0UO Lei sollte, so behauptete der Ächrv Udler, sein Vater, der Generaldireklpr der Schifiabrlsunternrhmung Contincu'.al in Bukarest sei. dort erlegt haben. Die Firma mußte, da sie gehasict finite und der Eitar cer Summe aus Biltarest rncht bestü'igt wurde, selbst de» Bewag bezahlen. Es stell'e sich Heraus, daß dec Schwager FrlcdmannS. der angebliche große Fi ancrer in Budapest, ein kleiner KvmmiS ,» Bnkarcst ist, der niemals in Budapest geweilt da. Direkte Erlundigungen in Bukareil ergaben, daß cme SchissaHrlSmiterNkHmung Esntinentale in Bulaicst gäri.1>ch «iwekamit ist und daß FrredmannS Ba'.cr ke'klreöiveas Geiieialdirektor. sonder« ein kleiner Kaufmann tu SJu ,r»e $iun» tu» d;o- ArrL>«ann rusetztt tmd ' M«rer Mo^Fenzetttrits »M« ... ij. t .,11.111.1 , ill <■ —.. . . ...HIHI II.. ll—l. ihm mit der Erstattung der Strafanzeige drohte, Hat der Betrüger die empfancirnen Angaben zwar zurückberablk. aber den Schaken nicht gutaemacht,sondern versprechen daß sein Vater, der Generatdirrltor den Schaden decken «erde. Judesim war bekannt geworden, «re wenig der kleine Kaufmann in Bukarest eine Haftung für so tiefigt Summen übernehmen konnte. Es war noch nnaufgeklärt, «rrss Fliedmann Plötzlich m dem Gelbe gekommen ist, mrt dem er einen Teil des Schadens gmmachrn koMie. N>>» stell-e sich heraus, daß auch das dur ch einen Beirug geschehen ist. Friedmarn ha, nämlich zwrr Schecks auf je 25.0« 0 kür ki'che P nnb ber einem Bankhaus auf dem Alsergrund und bei einer Banlsttiale m der Siadt verwertet und h e« durch diese beiden Bankstellen , um. mehr «lS eine Million Kroneu geschädigt, da sich herausst--llke, dal ße de Schecks nicht gedeckt waren. Die Mill en gewahrte dem Friedmann nicht nur die Mittel, die beiden Anzahlnnaen zu'ück.wzMm. svndem auch seinen verschwenderischen LtbrnSwandkl foitzusetzen. Friedmanv blied in Hast und wurde dem LandeSgrricht erngeliefert. Wketrsr Börse. ' Die neue Woche ek öffnete in sehr fester Haltung. Aus einzelnen Gebieten war das Geschäft lebhaft. Aus den Theater». BslkSover. Heule, Montag, wrd ln der Bolksoper „baTrariata" gegeben; de Titelrolle singt Frau Debltzka. "Gesuche. Die Delegatisn des Jüdfchen NatronalrateS für Ostgalizim ersucht jene "llersonen, denen der Autenchalt deS Mcndel Hora w,i tz. Bankbeamter ans Rr e sz v w, nücht angchlich Wisti, U, Mälrgasse? bekannt ist. «m genaue Anaabe feines gegenwart-aen' Wsbnvr trs an dre Dckeg.rtivn des Jüd fchen RaiivnalrattS für Ostgalncen. Wren, U., Taborstrüße. SO». Genannter wird von ,,seinem Sohn I. H o r « w i y, Box 2212. G. P. O. Spdnrv Australien, gesucht. — Folg-nde Familien werden von ihren Beuvandten nt Brasilien gesucht: l. Mcier. Rei a W e r ö d < r g. Kinder Buzia, Hcrkchko. Bolko Weisbrrg» alle in der Stadt Mosiowo.' Gouvernement Cherson. Distr kt Ananik» (25 Icm tzan Wo-neff-nsk entfernt: 3. Mendel W e i S b e t g, feine Fra« Bunra Ruchril WeiSberg, Ämder Hmchko. E'rvm, Mania We'Sbkrg. alle rn Moüowo. wie oben, »vohnhal; t Nastule WaSk v f st seine Frau Sara» Kmder Num a. Flirre, Golda, Havrle, Hudel, Iankel Vaskosf. alle i« Mostowo, wie open, wohnhaft; 4. Golda I a n k e l r w > c z und ibre Tockner» deren Name n« bekannt, beide m Wolokonsk. Gouvernement Cherson, Distrikt Anan'em (25 lcm von der Dlst iktSrtadt Anamew emfernli; 5. M ntla £.« 1 m e n i ü b n samt Kindern Ruzia. Polka, Abraham,, wohnhaft Odessa. Raznmosskaja Nr. 4si; 6. Mama K atmeniohn und zwei Kinde»', wohnhaft Odessa, Rrzumotskaja Nr 40. Älle jme Personen, dre rrgrndw^che Info maironen über die obgenannlen Familien besitzen, werden ersuch^ selbe umgehend der Delegation M Jüdischen N.rtwnalrares sür Ostaalrz'e«. Ä ien. U., Taborfimße 2 a, be!anntgeden zu wolle«. Alle jüdischen Zeitungen m Osteuropa werden um Abdruck dieser Nvlier'uchl. 9 Heiteres «mS Wren. Unter diesem Titel wird Schriftsteller U. Tariaruga Samsi-rg den 4. De?ernber rn der Uranra eine Auswahl lehter bckicbtest<n Voitragsstücke bringen, dar« tsr auch, voll!ommen «ene Humoresken, deren DeiAffrntlichmrg m mehreren im Drucke befindliche» Büchern erst dcvorstrht. « Di« neuen Friseurlarise. Wie wir erfahr«», «erde» die Beitreker der Meisterorganisasion auS den eiiizelntn'BerbkkN m den nächsten Tagen zu einer Beratung fiber den durch die den Gehilfen deivilliaten. Mehrforderurigen notwendig gewordenen reuen Frifemtarrf zufammenttkten. Iu dev Kreisen der Meister' schüft glaubt man, daß der Mmimal'arif für Rasiere» auj kL 8 und für den m,f L 15 erhöht werd n wird. * Ein Millilmenscheckdlebftahl. Auf Grund einer Attzeitz» gesaugte dre Polizeidirtktiön -ur Kenntnis, daß bei der LebenSversicherungSgeseÜfchaft -The Mutual", 1. DeArrk. Frledrichstraße 8, zwei Schecks auf zusammen 13.000 Schweizer Franke« (ungefähr eine Million Kronen) von unbekant«- ien Tätern gestohlen worden seien. Es wurde ernntrelt. daß einer der beiden Schweizer Schecks, der auf den Teilbetrag von 3600 Franken lautete, von dem Agenten Hermann Burger, 1. Dez.. Kolowratring 6, ln einem großen Wiener Bankhaus ei.nge!ost worden ist. Der zweite Scheck war auf 9263 Franken ausgestellt und ist von dem Angestellten der Bank weiter» vrkauft worden. (St wurde in einer zweiten Wechselstube eingelöst. Burger wurde verhaftet. Er gestand, die beiden Schecks von dem Sljährigcn Beamten, der Versicherungsgesellschaft Adolf Mrazik und dem' 18jährigen Beamten der Gesellschaft Franz Fuchs zur Einlösung erhalten zu haben. Die beiden Beamten wurden in Haft genommen. Bisher wurden rund 720.000 Kronen zustandegebracht. Den Rest, an die 300.000 Kronen, hat hauptsächlich Burger in der sinnlosesten Weise vergeudet. DeLefLMs«-er ßredsktiAD. Gi« Neuslerr«ev- Br'.ef;ensur ist nicht die Regel, aber nicht ausgeschlossen. Iu Polen w rd vielfach ^nsnr geübt. ~ Z. M kl. Sieerfahrt« alles Näbere bei H. Sendrowicz, Zionistisches Landeskomitee,K., KrkuSsasse 83 --'G. S. G»«z. 1. Wegen deS in Frage sicheuderr Heimkehrers wende» Sie sich an das KrlegSqefangeiien AuLkunstkbureau rm SlaatLamt für Heerwesen. 3. E ne Rriw nach Amerika kostet nach heuirger Baium jitfy & 25.00 » (Hrssich-ndecki. Je nach der Klasse bis ii 100000. Paß und Emrsiftbrwilligung «Ztrg. Diese nur gea^n Befiäu-»nD drS SkaaiSanner in Waihrngton zu errnchrn. ES muß nachgew.nen werten, daß der Perent drüben nicht der Oessentlichknt zm Last fällt. GLsrrsrfratzeLast^. ' ' ' E. F. 403. Sie können vorläufig nicht vrrhalte« werden, Zahlungen van einem juavssarvlchen Schuldne> iu ungestemvelten vdrr dtuischöstrirerchifchen Banlnotm ciitg?gen;unshmen,bwvr nicht Mitteilimgkil su§ dem Publik«. x>e^sn,Solä.8NbHr.r»rLttQ«.Vttrs» kanit tiod rer&attll . 770 ' ETTES8 Rotentvsrmstr.aa, Mßzie.hJlfersir. CS 7'-iii1rii»Tr'i'-L-rrT,i>- I I IWI —■iiiTM*»rfyirr<rrIn -r r ' | ■■ -u-— AMSTEKBÄK Erster ASrTWISCPSSr grösster Kliufor lo Wien für Brillantea, Serien, Jmsreloa ©to. J«su»«ISScs* Rabinowitßch l>, Baximillsjittrms Sr.ö Telepkoo-Sr. Sft1l '?is.?i<r5j Jiar Op« (Kär'.aer:tc.-3i:2«.\ JiU >, GSö5itin!str*sse 7tr. 3. r.O'' Ti3.!). Iw c';?snsrj Ua'jV- J, Tc'.qy^c-Tir,! Knafi na ^vsllersn, nändl«rn, P.h'ataa su Keckarfe.vlssen Ptantacispretisn.! freiftaa ten 4 üin otoiaoittKi» bie M«t«s «ük grS7kiMe«e. "UM l 29. November 192© WQTS1 liefern Prat®r8tra880 56 TBLBPHQN 44-S-3© eine. Vereinbarung zwischen Oesterreich und Juavssawim zpstanU gekommen ist. — Erwerbsteuev SSL. Gegen die BorschreidnnI der Erwerbsteuer pro 1919 können Sie die Berufung nur dm« erheben, wenn der vorgeschrlebene Steuersatz ohne ZnichlAM «fit «U 6% des Reinertrages pro 1919 auSmacht, -*-/ Optts« 87. Die OptionSf,ist für die österreichische Staats» antthörigkrit lauft am 15. Juli 1921 ad. ' Letzte Machrrchten. Kongreß der tschechischen Legionäre. Prag, 29. November. (Tschecho-slow. PttßkttiH Heute wurde in Karolinenthal der zweite Kongreß der tschecho-siowakischen Legionäre unter Teilnahme von 326 Delegierten eröffnet. Referent Dymann berichtyttz. über die politische Situation und erklärte unter ein» mutiger Zustimmung des Kongresses, daß die Legionäre jeden Versuch einer Herstellung der M archie nicht nur in der Tschecho-St^> w a k e i, sondern a u ch b e i d e n N a ch d a tstaaten mit allen Mitteln unter» d r ü dien werden. In Besprechung der jüngsten eigniffe von Teplitz, Eger, Prag und anderen Orte« betonte! der Redner, daß die Grundlage des Verhält niffes der t s ch e ch o - s l o w a k i s ch e n Nation M den übrigen Nationen Geeechtigklei^ g e g e n s e it i g e Ächtung und das gleiches Inteceffe an der MstechtechalLung und am AuSWt der Republik sei. Die Legionäre wünschen Nicht» olch' zwischem dem tschecho-slowakischen und dem deutschem Volk eine Periode neuer Feindschaft beginne» und hoffen, daß sich das deutsche Volk bemühe^ werde, zu einem wirklich freundschaftlichen Zusammen» leben zu gelangen. Schließlich sprach sich Redner süy die Herstellung einer einheitlichen svzialisüsche«i Frontaus. / Der Hausarzt. Redigiert von De. Ganrl Dees. Asbsr MWMps^ Zu den sogenannten Kinberkrankhetlen, für dis SW allgemeine Empfänglichkeit besteht, gehört auch #8# Mumps oder „Ziegenpeter" genannt, worunter eins <&> kiankung der Ohrspeicheldrüse zu verstehen ist. In ge» wissen Zeiten, meist bei Schulbeginn, tritt Mumps epi* demisch auf, doch werden Erwachsene von diesem ittfefr tiSfeu Leiden, dessen Erreger bisher unbekannt ist, nicht verschont, wenn sie eß in der Jugend nicht durchgemücht habeik^ Fieberlos oder mit mäßiger FiebersteißekUM tritt eine Schwellung der Zwischen dem Ohrläppchen UM dem Kieferwinkel liegenden SpeiDldriise auf, die meist auf Drücken wenig schmerzlnrft. ist, manchmal auch beW Kauen etwas behindert«. Fast stets tritt der Munchs doppelseitig auf und so derleihi die beiderseitige Aus« treibung vor dem Ohre dem Gesicht des Kindes M charakteristisches Aussehen, das die Mütter gut kennen. Die Krankheit selbst dauert wohl selten langer als eisttz Wochr, zumal fast nie irgendivelche Komplikationen etif* treten. Bei Erwachsenen beobachtet man bisweilen eine die Ohrenspeichekdrüsenentzündung begleitende Hodew, erkrankung. die darauf hiuweist, in.wie enger Bezio» hung die.menschlichen Drüsen ohne Nusführungsgasty miteinander stehen. Fa, es ist sogar behauptet worden, daß so manche Unfruchtbarkeit der Frau auf eine fölche in der Fugend überstandene Mumpserkrankung mit folgender Eierstockrerzung zurückzuführen sei. Dieser Umstand weist jedenfalls darauf hin, daß aM eine Mumpserkrankung bisweilen nicht ganz harmlos verlaust nnd daß die erkrankte Person von den Gesunde« 311 trennen ist. Kinder sind unbedingt vom Schulbesuch« fernZuhalteM' Wa§ die Vehandlrmg betrifft, so wird man Fiebernde das Bett hüten lastendie Schwellung' mit UmWätzM behandeln. Jede aufgetretene Komplikation wird natüv» lich die besondere Aufmerksamkeit des Arztes in An* spruch nehmen. WlNtze. Zahnanomalien nach Krankheiten.;; Es ist bekannt, daß verschiedene Krankheiten 'fmi stimmte Folgezustande dauernd Hintersassen und dem Auge des kundigen Arztes die Feststellung der über« stcmdenen Krankheit noch nach Jahren ermöglichen» Daß; trifft besonders für viele Hautkrankheiten zu. Aber auch' die Zähne können auf manch überstandeneS oder M stehendes Leiden Hinweisen. Abnormale Stellung. SchiNelzbefekte, ZackenbildutH ,lassen, errte in der Jugend abgelausene Rachitis (Englische Krankheit) vermuten. Eine eigenartige Bildung der oberen Schneidchähmnebst einer besonderen ÄorNhciuterkrankung können hEs. Verdacht auf eine angeborene syphiNtifche Erkrankung; aufkommen lassen. Plötzliches Lockrrwerden und Au^ fallen der Zähne kommen beim Skorbut und bei Wt Zuckerkrankheit vor. lkkber den „HMmnschlng". Man tut als Arzt gut daran, bei den Patienteg oder deren Angehörigen keinMei medWMche. Kemchnj^