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Wiener Morgenzeitung · 1920-11-25 · Heft 659 (25.11.1920) · p. Seite 8

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
2 (1920)
Issue
Heft 659 (25.11.1920)
Date
1920-11-25
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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25. November 1920 Seite 8 Wien, Donnerstag Wiener Morgenzeitrmg Nr. 659 Perlmut/ierindustrie in Palästina. Im »Hatoreri" schreibt Feldstein über die Zukunft der Ori.mndustne in Palästina.: Unter anderem heißt es dort: Besonders günstig scheinen die Äusstchtrv ist: die Perlmutier.industrie zu sein. Knöpfe, Manschrttenknöpfe, Anhängsel. Droschen und >mdere Schmuckgegenstände lasten sich sehr leicht in Palästina fabrizieren. Die Rohstoffe werden in großen Mengen an den Küste» des Mittelländischen und Roten Meeres gewonnen und sind in Aegypten sehr billig zu haben. Die dazu benötigten Werkzeuge sind sehr einfach und primitiv: mit Fuß betriebene Drehbänke und Stahlrohre mrt Säge». Auch der Absatzmarkt ist günstig und nah — der Orient ist ei» guter Abnehmer für allerlei Perlmutterwarrn. AuS Wien und Böhmen werden jährlich enorme Mengen nach Konstantinopel ringesiihrt, von wo sie über den gesamten Orient verteilt werde«. Die tschecho-slowakische Vermögensabgabe. Im Sinne des tschecha-slowakischen Vermögensabgabegesetzes vom 8. April 1920, Z. 309 G.-S., hat das Finanzministerium in Prag bestimmt, daß jedes in der Tschecho- Slowakei befindliche Vermögen, in welch« Höhe immer, nach dem Stande vom 1. März 1919 auf vorgeschriebenen Drucksorten beim zuständigen tschecho-slowakischen Steueramt an- Zumelden ist. — Die Anmeldungsfrist für im Ausland rvohnende Personen wurde bis Ende dieses Jahres verlängert. Die Drucksorten sind erhältlich: 1. Bezirk, Herrengasse 12, Mezzanin. Die tschechischen Ausgabe«. . Aus Prag wird gemeldet: Der Budgetausschuß. der Kammer legte dem Plenum seinen Bericht über das Finanzgesetz für das Jahr 1921 vor. . Diesem Berichte zufolge betragen die Staatsausgaben 13.842 Millionen! Kronen. Hievon entfallen auf die ordentlichen Ausgaben, neun Milliarden, auf die außerordentlichen 4842 Millionen Kronen. Die gesamte Verringerung der Ausgaben beträgt 289,666.000 Kronen. Die Staatseinnahmen sind im Berichte des Budget-- ausschusses mit einem Betrage von -14.129 Millionen Krönen gegenüber 14.907 Millionen gemäß dem Budget des Finanzministers Dr. Englisch festgesetzt. Das. Elsenbahnministerium trägt zur Erhöhung der Einnahmen mit 22 Millionen hei. Die Höhe der staatlichen Investitionen bleibt mit dem Betrage von 3052 Millionen Kronen unverändert. * Speditiv» Biederman» & L»., Wien I., Salz, -ries 15, Tel. 5675/YIII. Privatverkehr. i« Budapest. Aus Budapest wird gemeldet: Dn heutige Privalvkrkehr 'war' ziemlich' lebhaft, aber aus die. Züricher Berichte hin etwas zurückhaltend. Dollar notierten K 460 bis 467, Mark K 716, Lombarden S 1730, Staatsbahn K 4800, Salgo K 8000. Der Verkehr schloß in ruhiger Haltung. Französisches Interesse an den Glasfabriken Jnwald- Aus Pr ag wird uns gemeldet: Die Direktion der Glasfabriken Jnwald verhandelt in der Schweiz mit einem f r a nz ö jijchen Sy ndikat zwecks Uebernahme eines Teiles^ der Aktien der Gesellschaft. . Polnisch-nkramischer Handelsverkehr. Aus Warschau wird berichtet: Heber Veranlassung des Ministerpräsidenten Witos verfügte der Chef des GeueralstabeS General Rozwabowski, daß die Grenze für den polnisch-ukrainischen Handelsverkehr geöffnet werde. Russisch-schwedischer Kompensalionsverkchr. Aus Stock-> Holm wird berichtet: Der. Vertreter .der Sowjetregierung f 1 s 1 fj BÜIRO* WT* BOnÖ* MASCHINEN* EHSRIÖitUrT(4S- ‘?P ff Iff KOmANDlT» EitlR-L-lCH j VFJP*T¥?J Telephon 17956 1 '^’Postsdieckonto 62473 Wien, I., Wipplivgerstrasse Nr. ÄS SPEZIALITÄT? Frstldaw. Farbbänder Korhon-u Wachsnuniere Professor Lonososow teilt mit, baß auf zwei Dampfern aus Reval 20.000 Kilogramm reinen Goldes, was, einer . Summe von 60 Millionen schwedischen- Kronen ' entspricht, nach Stockholm gebracht wurden. Die Sowjetregierung beabsichtige, noch mehr Gold sowie Holz und Naphtha nach Schweden zu schicken' als Kompensation für die Einkäufe, die Rußland in Schweden machen.will. Diese Lieferungen hängen. indessen davon ab, ob die Verhandlungen, mit der schwedischen Regierung über die Zusammensetzung der russischen Handelsdelegation einen befriedigenden Verlaus rphmen werden. . ' Dakrrterikrrpse. Dollarnoten, welche im 'gestrigen Verkehr höhw eiMetzttn, verm ochten die Besiexuna nicht pell zn bedaupre». digegen lagen M a r k « o t e n schwächer. Nachstehend die amilrchen Not!?rungen: - 21. Novembw 28. November Geld ^.'are Geld. Ware Ämsteidam . . . . 15.150.- 15.250.— 14.5r0.- 14.650.- Auam ...... 372.- 378.— 375.— 381.— Brlarad...... —.— ' —.— — — Berlin. 731.-!. CO o» 751.- 759.- Brüssel . . . i . . ■ —- Budapest . . . 98.877s 100,877i , 99.50 101.50 Bukarest, ...... 715.- 755.— 675.— 695.- Ctzristmuia . . . . 6.700.— 6.750.- 6.450.— 6.550 — Kopenhagen . . . . 6.675.— 6.725.- 6 450.— 8.550.— London . 1.720.- 1.710.— 1.675.— 1.695- Malliind und Triest. 1.875.- 1.915.— 1.815.- 1.9 0- New-^)olk..... 484.- 492.- 480.— 470.- Pars....... 3 037 50 3.0S7.50 2.950.— 3.000.— Prag ....... ' 599.— 605.— 599.75 60575 Sosta. 607.50 627.50 600.- < 620.- Stockholm. ... 9.4fO..—■ 9 550.— 9.300.— 9.40 > — Warschau und Krakau 105.- 107.— 105.75 107.75 Höticij.. 7.725.— 7.776.- 7.525.— 7.575.- Dmar- Noten 1.475.— 1:625- 1.490.— 1.540,- . 484.— 492.— 460.— , 470.- Belgische . „ —.— ■ —,— —.—.. —.— FrantLstsche . . „ 3.!-12.i0 3 662.50 2.925.- 2.975.- Schweizer „ 7i675.-r. 7.725.- 7.475.- " 7.525.— Holländische „ 15.100.— 15.20*).— 14.500.- 14.600.- Dänische, . „ —.— —.— 6.400.— 6.500.- Jugoslawische „ —.— “~<C~ 1 — Norwegische - „ - —,— 6.400.- 6.500.- Schwedische - - „ 9.400.— 9.500!- 9.200.— 9.300.— Tscheche-slow. - ,,, 601.— 609.— 600.75 601.75 Ungarische , „ 100.— 102.50 100.— 102.50 Lei- „ 710.- 730.- 685.— 705.- Leva «02.50 622.50 595.- 615- Italienische „ 1.855.— 1.905.— 1.845.- 1,895- Deutsche Mark-- „ 729.— 735.- 749.— 757.- Polnische Mars- .. 110.50 114.50 109.— 313.- Pfund Sterling ., 1.715- 1.795.- 1.665.- 1,685.- Rubel (Nom.) „ —.— — Druchsrhlerberichtigung. In dem m der gestrigen Ausgabe verösfenüchten Artikel „Dre ttalienische Siidbahn- Annultat. die Brioritare und der öitcrreichische Staat" soll eS M vorletzten Absatz. Spaltes, richtig heißen: „l Stück Z'/tzige Obligation Francs 3 2 5X7 0 Francs ^2 5;" Ferner im setzten Ab'atz: ..Nach dem heutigen Stande unserer Währung haben diese 225 Francs einen Wert von zirka K 15.000. Oesterreichische Stichstoffwerke A.-G. In. der gestern unter d m Bo sitze d s Viä'identei, W Iheim K e st r a n e \ staugeinnd nen Hl. ordent ichen Gmeralversamnrlnna der Oesterrechichen Sti stoffwerke A-G. wurde einstimmig beschiosten, von dem sich Pro 1919 ergebenden Reingewinn von iirgosl. K 4,917.0' 6 02 eine 15°/Oioc D.ividende. das ist jugosl. K 30.— per Aktie an die Aktionäre zur Verteilung zu drin en und den Reservefonds mrl jngo>l. K 1,000.000.— zu dotieren.' ■ \ 0 Wiener Börse. „ Dje gestrige B8r>e eröffnet« in ärmlich freundlicher Haltung, namentlich waren die Werte mit valutarffchem Charakter begehrt und höber. Im Verlaufe des Velchrs verminderten sich die Umsätze aus der ganzen Linie, die Spekulation legte sich Reserve auf mit Rücksicht aus dre bevoisiebende Versorgung, so daß em großer Teil der anfänglich erzieltln Besserungen der Knlrssenwcrte w eder verloren ging. Kredit-Aktien, welche eine Steig-rung von K 65 — cuwlicn, konnten die Avance rncht voll behaupten und verließe» mit e ncr Steige-ung von K 45.— den Markt Auch Bankvercnr zählte zu den bevorzugten Efiektengauungen. Im Schranken war eine g'terlte Tendenz vorherrschend. doch überwog dort die festere HaltAna. Petroleumwerte brachten einen großen Teil ihres letzte» V Allstes miedet h rein. ferner z«gte sich erböbreS Interesse für d'e Akt en der Nng. Allg. Kahlen. Neunedler Pipier, Bnichtiebrader v und Nordbabn. Dagegen waren Berg- und Hütten-, Prager Elten-Akt en und Nwmauone billger rrhältlich. Die unsichere Stimmung des Marktes erhielt sich bis znm Schluffe. R men lagen fcstcr und gewannen b.s 2%. Nachstehend die wichtigsten Schluvkurse: Znduftrie-ltnternehmungen. Allgemeine Baugesell* schaß 980.— (— 20.—), Umönbau 999 50 (— —.—), Wiener Bäügesellschasr 924— (—2.-1, Königshofer Zement — — —), Perkmooser Zement 8( 00— (— 130.—), Wienerberger Ziegkl 2900 — (+ SO —), Liesinger Brauerei 2500.— (—145.—), Sarajevo 4025.— (— 205.—), Aussig Ehern. 10 600.—350.—), Brosche SpmtuS 6360 — (-.—), Carborundum 4100.— -—), Clothtldc 5900 — (-.—). A.E G. Union Elettr. 1640^— (— 50.—), Bereinigte Elektrische 1690 — (— 55.—), Tremens Cchuckert 1829 —(+ 19.—t, Alvme 5( 90— (4- 40.—', ,Berg-- und Hüttenwerke 12.550 — (— 450.—), Austria Email 4270.— |( - ISO.—), Egydicr 4265.— (— 5.-), Eirzessekder 2695.- ’ + 60—). Felten & Guilleaume 5500.— f—, —.—), Grernitz Eisen 3200.— (ck- 50.—), Hüller & Sckrantz 2280.— (— 100.—); Knrpv A.-G. 1621.- •-\ Poldchütte 4600.— (- 3'.—), Prager Eisen 12.800.— <— 130.—). Rimamurany 33-0.— 30.—); Skodawerte 3110 - (4- 20.—), Wasientabrik 3150.— — 150. -), Brürer Kohlen 8800.— (— —.—), Gran-' Azaswarer 3975.— (-s- 75.—), Nordung. Kohlen 3170.— (— 70 •-), Obcrung. Hütten 4800— (— —tliossitzer 4650.-- — 200-—), Salgo - Tärjaner 7620.— (+ 10—v Tnkarler Kobler 5290 — 10.-).: Nng. Allg. Kohlen 10.200 (4- 200.—), llrikanv. Ü600.— (— 150.—), Bertscher Magnesit 23300.— l— Westböhm. —(— —Moissegg 22 0.— (+120.—). Danek Maschinen —(-.—), Brunner Maschinen 8015.— (— 55.—), Daimler Motoren 1450.— (— 30.—), Fcatwcrke 1550.— i— 5.—), Heid Maschinen 1020 —; — 46.—), Hokherr & Schrantz.1078.— (4- 9 —), Srgl Lokomotiv 1970 — (— 30,—), Ruston 2965 — (— 30.—), Simmeringer 1529.50 (—1;50), Elbemühl 3750.-4-10.-), Lehkam-Jvsess-. thaler 5330.:— (— —.—), Neusiedler 14.500 (+ 800.—), Älpollo^ 7800.—4— 275.-^), Fanto Genf 24.300.— : + 250:—), Karpathen; 18-200.- (+ 600.-), Galtzm 26.000.- (+1400.—), Schodnica 20.0t0;— (+ 400—), Eosmanos 5175.— (+ .75.—), Fezsahriken 0000.— (— 25.—), Rotkosteletzer 6400.— (+ 30.—). Schö'eller- Mucker E 9250.— (— 250.—. Schönprtesener —<— —.—)#;• Orsterr. Eisenbahnverk. 5110.— (— 165.—\ Und. Eisenbahnverk. 2325.— (— 153.—'!,' Wiener Waggonleihgesellschaft 2<>50.— -Gerngrost 940.r- (— 20.—), Holzbandelsgesellickast 3705— (+ 25.-'. Lückenlose 3005 - (— 5.-). Transport-Anteruehlnungen. Adria 14.490(— 210.—), Aufsig-Trplitzer 7560.— (+ 150.—). Buschliehrader tit. A —: -Bnschtiebrader lit. L 2700.— (+ 200.—), Donau- Dampf. 13.200.— (— 190.—), Ferdinands-Nordbahn 17.400.— (+ lPO —), Graz-KLstachcr 4090.— (— 60.—), Kaschan-Oder- PEljaEHAUS f| 1 ö 1 öüöC*0'COP M Crosse Auswahl in Pelzmänteln, Füchsen, # | || ^Sa^IjiCOÖ Herreupelzeai und Pelzsakkos Der König der Schnorrer. Don Israel Zangwill. (12. Fortsetzung.) " „Er sagte, das sei nicht der Mühe wert, die Eritsernung sei so kurz." „Ah, Er hat seist 'Haus gesehen?" ftagte Grobstock neugierig. . „Ja, es ist ein schönes Haus in Aldgaje mit einem hübschen Tor und zwei steinernen Löwen davor." Grob stock gab sich große Mühe, nicht überrascht a ü?- Zusehen. „Ich' übergab den Koffer dem Bedienten." ' Grobstock gab sich noch größere Mühe. „Möchtet ihr es glaubest, Herr, zuerst dachte ich, daß er euch euren Fisch nachtrage." schloß Wilkinson mit einem schwachen Lächeln. „Er ist zu sonderbar an-. gezogen. Er muß wohl ein Original sein." „Ja, ja, ein Sonderling, wie der Baron d'Aguitar,! den er oft besucht," sagte Grobstock eifrig. Er dachte bei sich, ob>r nicht wirklich die Wahrheit spreche. War ^er vielleicht das Opfer eines. Spasses, eines Schelmenstreiches geworden? Drang nicht ein angeborenes, aristokratisches Wesen aus jeder Pore, seines: yehcitnnisvollen Besuchers? War nicht jeder Ton,, jede Gebärde die eines Mannes, der zum Herrschen geboren ist? v „Eo muß auch bedenken, daß er ein Spanier ist," ' fügte er hinzu. „Ach ja, ich verstehe," sagte Wilkinson mit überzeugter Miene. „Aber ich glaube wohl, daß er sich wie 'olle anderen Leute anzieht, tvenn er außer Haus diniert oder soupiert," fügte Grobstock leichthin hinzu. „Ich brachte chn nur zufällig ins Haus. Aber gehe Er jetzt zu seiner Herrin; sie -raucht ihn. „Ja,. Herr. Uber richtig, ich vergaß euch zu sagen: Er hofft, daß ihr ihm ein Stück von keinem Lachs auf- 'Men werdet."^ „Geh' Er zu seiner Herrin!" — — „Du' hast mir' nicht gesagt, daß am Freitag ein spanischer Edelmann zu uns kämmt," so:ach svätc'.'.am Abend seine Gattin zu ihm. „Nein," .gab er kurz zu. : „Aber wird einer kommen?" . „Nein — wenigstens kein Edelmaau." „Werdenn? Ich Muß also durch iit:';:: .yi'jift* Ovi?n von meinen Gästen erfahren." „Offenbar." ' „Und du hältst das für richtig?" - * , „Mit deinen Dienstboten zu klatschen? Güoist nicht " „Wenn mejn Gatte mir nichts sagen will +-^ wenn er nur Augen für Sänften-hat —" Josef hielt es für das Beste, seine Fvan zu küssen. „Es ist wohl einer deiner Mtdirektoren in der Kompagnie?"^ fragte sie nun etwas milder. „Ein Mit'br-uder', in Israel. Er hat versprochen, um sechs Uhr zu kommen." Manasse war auf die Minute pünktlich. Wilkinson führte ihn ins Zimmer. Die Wirtin hatte ihre schönsten Kleider angelegt, rlm einer Situation Ehre zu machen, der ihr Gatte so hoffnungsvoll rntgegensah, als er nur konnte. Sie sah in einem Kleid aus blauer Seide strahlend aus'; ihr Haar war in einem Zopf frisiert und um -ihren Hals lag eine „Esklaväge", die aus 'Gewinden von Goldketten bestand.' Die Sabättascl mit ihren schweren, silbernen Arnlleuchtcrn, der Kaffeemaschine, dem.Trinkbecher,'den Bltinlenvasen und Obstschalen sah ebenfalls festlich - aus. Das Speisezimmer selbst war ein hübsches Gemach; die B'üfsette glänzten, von ver:ezkanischem Glas und Dresdner Porzellan und da und dort trugen vergoldete Piedestale Kugeln mit.Golb- und Silberfischm. Bei dem ersten Blick auf seinen Gast erstarrtte Grobstocks Blut zu Eis: M-ana,se hat-.e kein Haar auf seinem Haupte, Sun einziges seiner Kleidun'gsstücke geändert. Bei dem nächsten Blick begann GrobftoaS Blut -zu sieden. Hinter Manatte zeigl-r sich eine zweite Gestalt — ein zweitter Schnorrer, kleiner und sogar schmutziger, als da Costa, seiner Würde ganz entbehrend, ein plum-- per und gebückter Schnorrer, mit einem schmeichelnden Grinsen auf dem schmutzigen, haarige^ Gesicht. Keimr , von beiden'nahmidie: Kopfbedeckung ab. Fran Grobstock 'blieb, vor Erstaunen auf rhrent Sttuhl wie angewurzelt sitzen. 4 ’ „Friede sei mit euch," sprach der König dev ,Schnorrer,k,„ich habe meinen Freund Jankele ben Jiz« chok mitgebracht, von dem ich euch erzählte." >; Janlele nickte, breiter als gewöhnlich grinsend,-- - . -„Ich habe-Nies etwas davon gehört, daß er mit-; kornmcu soll", entgegnete Grobftock mit zorngeröteteur Gesicht. - ' - - < ,sHabe ich-euch nicht gesagt, daß er.jeden Freitagabend bei mir speist?" erinnerte Manasse ihn. ruhjg.. „Cs ist sehr gütig von ihm, mich sogar hieher z-n be-.. ^gleiten — so haben wir Mesuman." .... .. Der Wirt 'warf, ganz außer sich/ einen verstohlenen Blick auf -seine Frclü. Offenbar' wußte' sie nichts wo: ihrder' 5kopf stand; die - Wahrnehmung ihrer. Sinne, kämpfte.".mit unbestimmten' Zweifeln an den' Möglich-, leiten .spanischen Grandentums.'undeinem schwachen Glauben -chr. die Zurechnungsfähigkeit - ihres Gattßn. - 'Grobstock beschloß,- sich ihre -Zweifel 'zunutzezu/ machen, - . „Mein §ki-nd", sagte er,- „das ist Herr dr Costa." „Manasse Buono Barzillai Az-evedo -da Costa",, sagte der Schnorrer.;;• - . Die Dame schien.ein bißchen überrascht und verblüfft zu sein. Sie verbeugte sich, aber die bewillkommeudeu Worte gefroren noch immer in ihrer stehle. „Und das ist Janlele ben Jizchok", fügte Manasse hinzu. . ' „Es ist ein armer Freund von mir. Ich zweifle nicht, Frau Grobstock, daß ihr als eine fromme Frau, als die Tech.er von Moses Brrnberg (sein Armen len -ei ge'.'gnet!) vorziehen werdet, wenn drei das Ti ich" gebet sprechen." lnortsetzang folgt.!

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