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Wiener Morgenzeitung · 1920-11-21 · Heft 655 (21.11.1920) · p. Seite 11

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
2 (1920)
Issue
Heft 655 (21.11.1920)
Date
1920-11-21
Page
Seite 11 (sequence 11)
Language
German
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Nr. M Vien. Sonntag Wre«er Morgeirzettttns Jtl. November 1920 m* soMaeri Personen in ungarischer Kronenwährung nur mit Zustimmung der Budapester Hauptaysialt der Oesterrüchischungarischen Bank gutgeschrieben werden. Zum Export au§« ländischer Valuten, ausländischer Schecks und ausländischer Wechsel ist ebenfalls die ftufiimmunfl ' der Vudapefter Hauptanstalt erforderlich. Zuwiderhandelnde werden uüt Liner Geldstrafe belegt werden. Valutenkurse. Gestern wurde w'tdtt zmii ersten Male, iab mar von 11 bis 12 Uhr. tm Bö, iegebände der Verkehr in ir'cniden ZahlungSmuleln abgekalten. AnUllch wurden norieit : 20. Navemb'r ii.k». ■ ‘j*. ave Lmürrdam 6l'»ram . . Belgrad. . Berlin . . B,iM . . Budapest Geld 15.900.- 381.- 717.'- 8.3' 0.— 99.LÖ 19. November 16.n o.- ' 887.— 720.*- 33 0 — Geld 15.675.- 379 — 15’0 — 712.50 3.27 i.- Ware 15.775.-' 385.— 15Sn - 722.50 3.825.- 1 Bukarest . . . . . I tzÄr'ft-linia .... 725.- 7.000.— 745.- .7.100.— 710 — 7.0^7.50 ,780 — 7.137 5.0 d- I ht I I Kopenhagen . . . . I London . . . . . . I Mailand und Triest.' 7.000.— 1.79-'.— 1.905.— 7.100.— 1.61".— 1.9-5.— 7.0 7 50 1.800.— 1.885.— 7.137.50 1*20.— 1.935il 1 > Rew-Äock. . . , . 520.— •630,- 530.— ' 640.- S, 1 1 s, ..... . 8.125- 3.175.— 8.100.— 3.150.- I Vraa ...... 593.— 601^ 592.50 602 50 1 I Sofia...... —,— 600.— 620.- tu 1 I Stockholm. . ... 10.000.— 1010;).- 9.850 — 9 950 — ie I I Warschau und Krakau I -Mrich . . . .... . 110.50 114.— 113.50 * 116.50 e- 1 8.175.— 8.22).- 8.12 — 8.175.- I Dmar- Noten 1.512.50 1.562.50. v 1.495.— 1.645.- 's I I Dollar- ^roße) 515.— 525.— ye 1 , tuvuar öl«««) ' 530.- 54o!- 5« 1 I Belgisch«' ' „ v — —.— ¥ 1 I strarnösische , 3.100.- 3150.- 3 075.- 3.125!- I Schweizer „ 8.125.- 8.175.- 8.050.— 8150.- 1 I holländüche ' 0 15.850.— 15.950.- 15.625.- 15.725.-;j 1 | Dänische ' „ . —> . — r- 1 I Norwegische „ —_— ' . ‘ -^4'~ )a ■ 1 | Schwedische „ . . — ,'' N 1 I Tschecho-llow. „v 59 \- 603*- 591.50 . 60l!.50 n 1 1 tlngaiMe 100.— . 102.— . 101) 50 103,50 1; 725 — 745.— 710.— 730- 1 1 Jtalteiiifffie . p , £875.— 1.925.- 1.870.— 1.920it 1 I Deunche Mark- „ 710.— 718.— 71-.5.0 721.50 >t 1 I Volniiclie Mark- „ m so 117 50 115 — 118l- 1 I Stettma , 1.785 - 1>Ö5.- 1.790.- 1.810.- Lemberg, ein Handelszentrum für den Osten. Die »Gazeta Warfzawska" schreibt: Lemberg wird von plag zu Tag mehr ein. Mittelpunkt sub Handel mit dem lösten. Gegenwärtig kommen große Warenmengen aus Lodz hin. Infolge des Mangels an EisenbahnwaggonS erfolgt der Transport durch Pferde. Die Lemberger Kmifleute jedoch werden durch die hohen Transportkosten nicht abw* schreckt und stapeln immer größere Warenmengen auf. Lemberg entwickelt, sich insbesondere durch den Man usakturwarcnHandel zu einem Zentrum. Die MaNufakturwaren werden von dort nach Rumänien und. Bulgarien und auch weiter nach dem nahen Osten ausgeführt- Ein großer Teil davon kommt auf verschiedenen Wegen nach der "Ukraine und von dort nach Sowjetrußland, wo Manufäkturwaren gänzlich mangeln * und jeder Preis dafür bezahlt wird. . , / Leipziger Technische Frühjahrsmesse. Wiebereits ver° ftmiBati,. wird im kommenden Frühjahr die Technische Messe in Leipzig wieder im Nahmen der Allgemeinen Mustermesse abgehalten werden. , Das Handelsmuseum in Wien hat bereits mit den kompetenten Faktoren in Leipzig Verhandlungen wegen Uekerlassung geeigneter AusstellungZplätze für die österreichische technische Industrie eingeleitet und wären mit Rücksicht auf den durch die Zusammenlegung der Messen herborgerufenen Platzmangel Ansprüche, auf Ausstellungs- Plätze unver-n'iglich dem Messedienst des Handelsmuseums bekanntzugeben. Firmanachricht aus der Speditionsbranche. Her, Friedrich Wo!», biölier Prokur st de, Ioi. I Lcinkauf, ,st als öffentlicher GescUschaster zur Fama Eger & Conw. emgetreten. Spedition ^Biedermann & So., Wie«, 1., Salz- Aries 15, Tel. 5675/ V1U. Inirerstavtifche Sparka^a-Dl.-G. Budapest. Wie wir vernehmen, wird Monwg den 22 d. M. durch du Firma K o l a § C o. die Gnfiivrung der A'ticn der ^nnerstädtnchen Svarkalla-A-G in den offiziellen Verkehr der Wiener Börse er-' folgen. Die mr Fahre 1898 gearlindete Jnn^rstädlische Svackassa-' A.-G., die bekanntlich m den ancuschensten Fnststu en des Buvap'cster Platzes zählt hat < u Ak'ttrlwvita! von ' 6 Millionen K> onen, re,leat i» 72.(>r 0 Stück Aktie» a U 50>> Nominale. DaS Pavrer wird im Schranken kollert len. DerGe'chäfts'ang der Dm? ,st andauernd em günstiger: Die Dtv dends mr das laufend-' Jahr wud mit K 36 raxert. Die Obligationen des Instituts find fen v-elen Jahren an der Wiener Vörle'uttrert. Umwandlung deS Hotel Bristol ln eine Akürngesellschaft. Herr Artur Wolf, Besitzer des Hotel Bristol/' urrd die Allgemeine Verkehrsbank haben ein Üebereinkommen ge-, trofsen, wonach-daS gesamte Unternehmen unter Wahrung seines Charakters als Familiengrünbüng m eine Aktiengesellschaft umgewanbelt werden wird, für deren Rechnung bereits ab. 1. Jänner 1921 der Betrieb übernommen wird. An der Spitze des Unternehmens als Präsident wird Herr Artur Wolf stehen, welcher, mit' der Funktion eines Generaldirektors betraut, das alte Unternehmen auf der bisherigen Grundlage weiterführen wird. Das Aktienkapital der Gesellschaft ist mit 80 Millionen'in-Aussicht genommen. Aus der Wiener Börjestaarmer.In d iuiiiei b.niVorsitz drS Piästdenten B rnhard - P o v p e r - A r t b e r g abaebaliencn Bolllinung der Wiener Bvr ekmrner wurde erne von den Komm'sstonäien der Devisenzentrale ring den zum Devisenhändel nicht zugelassenen Fnmm nd-rreiclrte Trnlschistr vorgrlegk. Die Kammer gab einmütig der Me imng Ausdiuck, daß der Kreis der Mitglieder und KommisionSre der Devisenzentrale nach Möglichkeit zu erweitern wä>L Privatverkehr. Bei fest-r Gruiidtendmz würden im gestlioen P iv "verkehr Alpine zu L 5290 und Staatsliahn zu L 47V) umgesetzt. > ' ' . ■■ ■ . : . Börss für SaAdwirLscha^UKs MoKukLe. Infolge des gestiegenen DollarkurseS verringert sich die Absatzmöglichkeit für Zerealien in Amerika, nachdem die DedarfSländer mit' schwacher Valuta, und dazu gehört daS gesamte kontinental« Europa, außerstande sind, die in Geltung stehenden- Preise in Dollar zn bezahlen. Die derzeitigen Preisschwankungen an den Terminmärkten der Union sind von der Betätigung einer kleinen SpekulationSgrüppe diktiert, die sich sozusagen mit Tageserfolgen begnügt. Meldungen über den Stand der Badenfrüchte, über das Steigen oder Sinken der Vorräte wie auch solche politischen Inhalts find für die Tendenzgestaltung und die Preisbewertung ^ohn« Bedeutung. An den heimischen Plätzen hat die Marktlage^ in der Berichtswoche keine. Aenderung, beziehungsweise Besserung erfahren. Infolge der- Restaurierungsarbeiten im Hauptsaale bietet die Wochenlörse auf dem eingeschränkten Raum ein lebhaftes Mid. In'Wirklichkeit ist die Geschäftsbetätigung gering,.da nur vereinzelte greifbare Offerten dem Konsum zur Verfügung stehend . Gegenüber der Vorwoche zeigen alle Artikel, mit Ausnahme von Sämereien, . Preiserhöhungen.Ziffernmäßig läßt sich die Mehrbewertung der Waren nicht angeben, weil einerseits die meisten Geschäftsalschlüsse mit einem Schleier des Geheimnisses verhüllt find, und andererseits die Preisermittlungskommission. aus un-erfyrschlichen Gründen sich scheut, mit ihrer Tätigkeit zu beginnen. Den Nutzen hievonzieh^ die Warenbörse,- -wo bei lebhaften Geschäftsumsätzen Preise für Aülsenfrüchte, Reis - und andere Bodenerzeugnisf» der Oeffentlrchkeit üngescheut bekanntgegeben werden. Berliner Börse. Berli«. 20. November. Dir Pre'fe der ausläl'dischen ZahlunffSmi'tek unteiiagen heute geringeren Schwankunaen als gestern unv baden sich nicht erhebllckr verändert. Auf die Tend'enzaestalurng der Böcie wnkten aber die Vorgänge aw dem Deorienmark e n-cht mehr io bestimmend wie an den btzren Tagen. Man macht sich „wchcinend von ihnen 'rci und räumt den Zirammen- 'chluübestrcbungen ,n der Mowanmdustne m'zunehmendem Mafte - bestimmenden E nfluß ar.s die Kursoestolumg ein. Neben dem nunmehr betäm« gewordenen Zwammenschluß des Lothringer HüNenveremcs und der Georg-Mareen-Hüne sind es besonders dir in Boibercitung benndliehen Zniammmballungen, über die mehr oder m nd r zutreffende Gerüchte täglich uml iu'en und der &6uraeri.i.Di8fe6nt6 Bart-u Zentrale Pressbnra ° Filiale Wies, (., Wipplirgersirasse 24-26 ° Telephon 12358,18296,17408 Phantast« der Börse n-ue Anregung bieten. Bei überaus lebhaftem Geschäfle standen heme Montanweite bki SieigeiUnaen bis zu 25",'im Mi'iklpimkt'e des Fn-eresses. Auch die KürSsteigeiunge» um E». tür Hamhurg - Süöameuka-Ait en und um 15% für Hansa-Aklien e,klärt man m>t Ziisammenscklußbestrebungenl Elestrv-, chemische und andere Jndust.iewerlr »selten als Folge der festen Tendenz Gewinne von 10 und veAinzelt b'S 20°/^ Balutavapisie lagen heute weiiaus ruhiger. Von heimischest Anlaaewe'.ten-fetzten die alte Reichs- und prevspschen Anleihe» idre-üetge'd? Bewegung fort. Be'oridc-rs. m der 3^,<,igen Reichs-, anle'be wrll man fortgesetzt ausländische Käme b merken. DaZ Geschäft wm de . später ruhiger, doch konnten Hösch- und Buderns^ Aktien ihren KurZiland ganz e,hel>lich wcUer befestigeu. . Die DeVisenkMse. , Prag, LÄ November. Kurse der DevckenzentrM) j Amsterdam 2788.50 27VS.5> >). Belgrad 25S.— (SSL-^V Berlin >17 25 fl17 *?5). Bukaren 125 75 129.25 . Sosto 101.76 10175), «find) 1383.50 13^3.% Kopenhagen 1168.50 1148.50), Stockholm 17.' 8.50 (1658.50), Mailand 531.— 325.-1, PariZ 535- (534 -> Vonbon 305.- 311-l Ncw-Bor! 87 25 86.--L Min 16.10 16 20 . Brüssel 568.5015^8.50'. Agram 65.— 63.—§ Isarschau 18150 18.50, Budapest,16.50 l 16.201, Jugoslawüche Norm 849.— l219 —. Marknoten 117.25 117.25. Rumänische Norm 120.75 (128,75). Bulgarische Äkoten 97.^0 98, Selnveiier Noten 1584 60 (1379.50), Dänische Noten 1164.58 ' \ 144.50V Schwedische Noten 1704 50 l1664.50). Italienische Noten 328.— 322.—), Französtsche Noten 532.— «531.—)$ Englische Noten von 1 Pstmd Sterling auswärts 304.— 809.—), bis t PiUttd Sterling 803— ^3)8.—); Amern» kamiche Noten von U>'Dollar au wärts 86 25 85.—>, von I. bis 10 Dollar 8 25 (84.—), Oesterreichische gestempelte Krorck 16 40 16.20, Holländische 2726.50 (2703.50). Belgische VS8W (560,20), Polnische Noten 17.50 (17-50). - ' y . Verttn» 20. November. (Kurse der Devisenzentrale.) Noten: Dollar. 73.10 (73.90), Belgische 469.50 (474.W Pfund 255.50 (256 50). Französische 444.50 (448.50), Italienische 278.50 28450). Türkische 49.- (49.-', Polnische 15.63 (16 M T'chcchv-slowakische 85.90 ,(8615), Alte österreichische' 14.4S 14.20), Oesterre'Mcke geftemprlre 14.85 ti5.20), Rrunäurschtz ' 1> 6 75 (107.75), Schweizer 11.6 35 <1163.75). J ES JW S BBgaga iaei5BB n aller Art liefern rasch cn<l biiiix ICm 1 FWtoi ii.vPraierttse Br. 88!eT.;^!L^«riÄBERG^ . Berlin, 20. November. (Devrsenkmse.) Amsterdam 22)775 (2217.75), Antwerpen 474.5# <477.-), Christiania 984.— (974.—), Kopenhagen 991.5# '991,50), Stockholm 141105 (1418.55), HklüngforS 157.8# (159 80), Italien 27720 (274 70). London 255.70 (257.7M New-York 73 67 (74.17 . Paris 447.05 449.55), Schweix 1152.8^ (l 156.30). Spanien, 964 — 959 —V Wien alles — Wzm abgestenivelt 20.97 (20.97), Prag 86.90 (86.90)1 Budapest 1410*/*..<1448), •.. : J Zürich, so. November. (Devisenkurse. — Mitgeteilt von bkö Schwelzenschen Kreditanstalt.) 2 Berlin 8 70 (840, Holland 194 80 5195.-). New-Bsch 640.— 644.—), ponvon 23 24 (22.10', Paris 88.55 38.25g Mailand 24.— (2380. Brüssel 40.70 (40.35), Kopenhagen 86.— , (85.75 , Stockholm 122 50 122 50, Christiania 85.60 85.50), Madrid 84.25 (82.75), Buenos-AireS 220,—' 220.-), Prag 7.55 7.15 . Agram 4.10 (4.15 . Budapest 1.35 1.15'. Bukarest 8.80 8.70., Warschau 1.85 (1.30L iihcti Geld 185 1.87^', Wien Ware —(—.—), osterr. tzest. Kronen Geld 1.80 (1-30), österr. geft. Kronen Ware — j Amsterdam, 20. November. (Devisenkurse.) * ■ London 11.40 (11.41, Berlin 4-45 (4.45', Paris 13 SS 20.85). Schweiz 5130 (51.30, Wien —.95 (-.97VA Kopenhagen 4425 (44 10), Stockholm 63.— (63.30), Christiania 44 ( 5 (44.- j, New-York 828.- bt§ 329.— (328 -). Brüssel 20.98 (20.95 . Madnd —(43.-). Italien —.— (12 25). .i --- Besorsrnng aller bankgescbäfü. Transaktionen. Eat«* gegennalime von Geldeinlagen. Ausgabe von Einlage; bücliern. UebernaUme von Vermög,ensvG?walinngen» Wärenabteüiing. J Der König der Schnorrer. Bon JsraeL ZangWiSk. . - , (9. Ismr e^ung.) Die Kleiber hingen in einem mit Spiegelglas versehenen Mas'a^onifchrank in GrobftockS elegant e'ngerichtete:. Schlafzimmer. Grobstock stöberte zwischen ihnen umher, während Mawasse, die weißen, hlatzrosa-gefütterten persischen Vorhänge bciseite schiebend, aus dem Fenster auf den Platz hinunterblickle. der sich im Hintergründe de§ Haüses hinzog. Auf seinen Stab gelehnt, beobachtete er die Paare, die in der kühlen Frische des untergehenden Tages zwischen den sonnenbeschiencnen Beeten und den Gebüschen spazieren.gingen. Da und dort leuchtete daZ lebhafte Gesicht einer dunkeläugigen Schönheit wie ei..e Passionsblume auf. Manasse betrachtete diese Szene mit mildent Wohllvollen, in Frieden mit Goit und. den Menschen. Er ließ sich nicht herab, einen Blick auf die Kleider zu werfen, bis Grobstock bemerkte: „So, ich glaube, da? ist alles, was ich entbehren kann." Dann dreh e er., sich gemächlich .um und betrach ete — noch immer mit demselben wi)hlwollenden Ausdruck — den Haufen, den Grob stock auf bas Bett geworfen hatte. Es war ein Mischmasch von Kleidungsstücken in ausgezeichnetem Zustande; .prächtige Krawatten lagen in dreispitzigen Hüten und Schnallenschuhe trampelten auf weißen Westen umher. Aber sein Auge hatte kaum eine Viertelminme ans ihnen geruht, als ein plötzlicher Blitz durch sie zuckle und ein Krampf sein Ges cht ver.err e. „Skreiijt-," rief er und eil.e ver Türe zu. „Was g'bt'S?" rief Grobstock erstaun: und crmrM’r.. Sellte seine Ggb? perschmä.bt werden?_ „Ich bin im Augenblick wieder da/- sagte Manasse und eilte die Trepz.« hinab.! In einer Hinsicht ^erleich tert, waL Grobstock doch von unbestimmter. Unruhe erfüllt. Er-lief in den Flur hinaus. „Was wollt ihr?" rief er, so laut er u)ur wagre. „Mein Geld." antwoi'ete Manasse. - Grob stock glaubte, daß der Schno rrerden Ertrag des Lächsverrauses iin.Flur gelassen hätte, , er kehrte daher in sein Zimmer zurück und bösch ästig tck sich halb mechanisch mit dem Sortieren der-Kleider, die er durchs einander auf das Bett geworfen hatte. - Während er bas tat,, erspähte er unter einem Haufen ein paar ganz neue, noch -nie getragene Beinkleider, die er unversehens dazugetan chatte. Wahrend er sie in den Schränk zurückhing, hörte er schaltende Laute. Die tönende Stimme der irischen Köchin drang unverkennbar an sein Ohr und versetzte sein Herz in neues Zittern. -Er trat wieder auf den Treppenabsatz hinaus und vickt« den Hals über das Geländer. Glücklicherweise nahmen die. Töne ab und. im nächsten Augenblick erschien wieder der Kopf Hanasses. Als feine linke Hand in Sicht kam, .bemerkte Grobstock, baß sie den Glückssaü trug, mit dem ein gewisser- Philanthrop sich am Nachmittag so fröhlich auf den Weg gemacht haste. Jetzt hatte er Lust, ihn den-Unglückssack zu betiteln. „Ich habe ihn wiedererobert", sagte der Schnorrer heiter, „wie es geschrieben steht: „Und David eroberte alles wieder, was d'e Arnalekiter genommen hatten." Aber seht ihr, in der Aufregung deö Augenblicks bemerkte ich nicht, daß ihr mir nicht nur den Lachs, sondern auch meine Geld Päckchen gestohlen hattet. Glücklicherwei'e hatte eure Köchin den Ji'ch nrckn au? dem Sacke genommen. Ich schalt sie trotzdem, werk sie ihn noch nicht ins Wasser gelegt hatte, und siÄ l öffnete ihren Mund nicht in Weisheit. Wäre sie ntÄ eine Heidin, so würde ich einen Betrug geargwöhnÜ 1 haben, denn ich wußte nicht, wieviel Geld in beml') Sacke war — ich hatte nur eure Versicherung, daZ .es nicht weniger als siebzehn Schillinge sind — es tvär^ leicht gewesen, den Fisch wieder hineinzulegen^ Darum will ich mit den Worten Davids „div Dan^ sagen, o Herr unter den Heiden".! Die ByrM?ung von dem Einbruch Manasses ifc die Küche waeGroL stock nicht angenehrn> trotzdem'muL^fs melke er bloß: „Wie fiel euch das so plMch ein?^ „Der Anblick eurer: Kleider erinnerte mich dara«^ - Ich dachte mir nämlich, ob ihr etwas in den Tasche^^ vergessen hättet?" V ’ Der- Geber fuhr zusammen — er wußte, wie u-aehd: lässig er war und machte eine Bewegung, als wollte, s er seine Kleider durchsuchen. Das Glitzern in ManasM Augen versteinerte ihn. ' „Habt ihr — habt ihr etwas dagegen — weurv ich nach sehe?" stammelte er entschuldigend. >,Bin /ich ein Hund?" zitierte der Schnorrer würdevoll. „Bin ich ein Dieb, daß ihr mein« Laschen nach--, seht? Wsnn ich nach Hause komme", fuhr mr fortz indem er mit seinem Daumen UnrerscheLdungeu <rn«-' zudeuten begann, „wenn ich nach Hause komme un8 etwas in meinen Taschen finde, das für niemanden «ßf euch von Wert ist — besorgt ihr da, daß ich «S euch nichu zurückgebcn werdet Wenn ich aber etwas finde was für mich von Wert ist — bezorgr ihr da, bod ich es üicht behalten werde?" ... ..Kortketzuns MM', iffl

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