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Wiener Morgenzeitung · 1920-11-14 · Heft 649 (14.11.1920) · p. Seite 12

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
2 (1920)
Issue
Heft 649 (14.11.1920)
Date
1920-11-14
Page
Seite 12 (sequence 12)
Language
German
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eilagr;ur„ V* x. 649 Vom ITNovemW '»s”aim0mh Sondernummer der „AMrilungen des Jüdischen NÄwnalfonds^ mmm über seine Tätigkeit vom 1. Jänner bis 16. November 1920 irberreicht der ReichsAnferenr des Jüdischen Vattonayvnds für Oesterreich am 14. und iS. Oovemder 1926 Nbgefchloffrn am 8. November 1920 „Are Jüdische Dationalsonds bezweck! den Erwerb VM Soden in Grrz Israel als unveräußerliches Eigrnlum des jüdischen Volkes" .=? Der Jüdische Nationülfonds W M de im Jahre 19(>s gegründet und hat in achtzehnjähriger mühevoller Kleinarbeit durch Sainmlurigen unter den Juden, der ganzen Seit bis Zirm heutigen Tage etwa 22 Millionen Francs erhalten. . . -i .. In diesen 18 Jahren'.hat sich 8,er Jsidische Nationalfonds vor allem in . Len Ländern /d^fMrns eiya. tzigenartige Stellung im GesühlsMen W' jüdischen Massen erobert: das Gebot des „RüKauses heiliger Erde", der ,-Geulath Haarez", konnte vor.'jehem< auch vorn ärmsten Juden durch eine Spende. .für. den Nationalfonds II. N. F.) erfüllt werden. Go Hai' der Nationalfond-Z den Charakter von etwas sehr Erhabenem,- beinahe Heiltgöm erhalten. Etwas, 'das vielleicht , an den Charakterder Tempelspenrde, den Schekeh. .. dchi: die-' Juden -bLr Diaspora für das Heiligtum in. Jenlfälem entrichteten., erinnert. . s. Dementsprechend gewöhnte man. sich in. Zionistisch«! Kreisen daran, den Grad der ZigMiebe in den ein- Zelnen Ländern - nach der allmählichen - Steigerung der Nationalsonds-Emgänge zu bemessen. Es herrschte in KriedensIeiterr.' ein stiller Wettbewerb imter^dO von Juden bewohnten Staaten, um einen - möglichst guten. Matz/in den Zvhyesausweisen 'das-, 'Hariptburewis.' best. - Jüdischen Nätionalsonds, Wobei Oesterreich bis -- zum iZüfammenbrnch! der VSonärchie stets auf einer der drei ersten Stellen stand, All erreichen, Erst durch die Zertrümmerung des Donaureiches wurde'es weit zurückaeworfep. . . . Gerade Uxgen dieser einzigartigen, gefiihlsbetontell .Stellung des Nationalfonds in8ersüÄisck)en Welt konnten sich die breiten Massen nach"dmrs BWluß'von'Gan Remo nur 'schwer' den verandeiWr finanziellen Forderungen der Leitung des Jüdischen NätiönalfönHs m?- passen. In den -18 Jahren des HavtenS-hütte.."mätt-, bei- .nahe die Hoffnung verloren, Skife-tfer- ÄMsche/Nätiönast ssonds in absehbarer Zeit dazu berufen sein lverde, Wirklich in größtem Mage dir Besiedlung Paläsiinätz auf Grundlage des GemeinergentumH deA ganzen Volkes Hm Voden dttr-chzuführen. Der Indische. Nationalfonvs lwas zu etwas sehr Schönem . undsehr" Heiligem et- ' 'Darrt-, an dem ^n'cm -in Pietät lind Lieche .hing, vor; ifccm man aber nicht recht, glaubt^!wß er wirllich seist tzrößes Ziel verwirklichen könne: Palästina jüdisch zu machen.- - - '' ' / ■t Erst tu allerletzter Zeit machten sich Ansätze für ' ßrine veränderte, großzügigere AnffaDttlg vom Mse» . '-des Jüdischen Notiostü1fonds..'ujid?Mnttr' MöülWkeitÄ'i' benierkbar. Mit gutem Beispiel gingen vor. allem' die-. Länder des fernen Ostens, China, Mesopstrrm'i e n und hie Mal ai'e n »S t ä a t e n Voran..; ' Daß nun auch in Europa nunmehy .der gstiche. Geist Erwacht, dastir nehmell wir eist gnt',Leik des, VerdreüstsK für Oesterreich in Anspruch- '/.' / Die-' Zentrale des JüdistlM-ÄatziflnaWM > für-. ^Oesterreich übergibt hiem.it 'der /WffchH'.HesfentlWK' seinen eingehenden 'Bericht i'iber rhf^ Tätigkert 'wästreW.' -der letztet? gehn-Monate.'Er ist. ku^echistem Mnne. ,A b s ch l n % und zwar. ein Äbschllks; dtzr Periode' der '.'Zaghaftigkeit, die nach den? Zusarnmenbruch der Uou-- archie haupisächliä) infolge der..fürchlertiche'n..-Gels-' eistwertung bei nutz überhand nahm und eigentümlich »Nit der.blinden Perlraueusseligkeit kontrastierte, 4n'rt der rnair hierzulande auf Amerika IM'tete. Die Netzest. Zeugung,-'daß die Amerikaner alles machen weiden:' Joint und Kindersürsorge, Chchuzim-'Unje^stsitzUng und , den Ausbau Palästinas — das Mst dre e i n e llrsaäst .unserer Trägheit. Die zweite war die traurige (&t* ' Mögmbg. unser Wd ctmedwh nMK Diese Hgssnungslosigkeit, dieses Warten, auf fremde Hilfe, lr?ar allerdings bei den nichtjüdischen Oesterreichern noch weitaus stärker als bei uns: Oesterreichs Juden hatten ja im Jahre 1919 für den Jüdischen Nationalfonds (den Repräsentanten der Palästina- Arbeit) . immerhin 278.000 Kronen. aufgebracht — in ausländischer Währung fast, nichts, etwa 20.000 Französische Francs — aber wenigstens in Kronen doch mehr als-im Vorjahr. ' ■ An den Bedürfnissen Pglästinas gemessen, war das aberHesMmendWmg?O^eMich^staH an. 24. Melle ^dest für.'den Jüdischen NqtkoNglfpuU.sammelnden Länderhinter Frankreich, hinter Nestgalizjen, sogar hinter den MdenHes. Elsaß.und - NitzdeMstdN<Wvhiens. s Auch ansangs 'iOLO Mr es noch mcht viel bester. - Im ersten Äst 700:0$ , Kronen , aufgebracht, rmd davon-fMn fast 200.000. Kronen. auf eine aüonyme EisizölspeNde, so*daß das Wachstum der Eingänge.gerade dev.weiter.zirstehnlenden Geldeniwer^ tnng entfsiräch/' . ' /, ,,?^ / . Erst., ztvei^ Umstände, ^-'. vereint stmL..,.dür/.uner.m.ttd-' liche7t.WefAcnMt^^ der ZWrale -- zweckten das österreichisch^ Judpntun? aus seiner verderblichey Lethargie und Teilnahmslosigkeit gegenüber Palästina und den Ideen des. JWischeir Nätwnalfonds: die Mastenwandelruyä der sygenannten. ^C h a t u z i ck"*(PoMina- - Pioniere)-nach Erez^ Israel jibär Wien und. — .die durch Äe,nsagep deb Amerikaner-rnstverursachtc fi na,nz.ieile K r r.s e nn^ ^isiligc»^ feqnbe; - ' .v . u Jetzt eMuch erwaWr die östexchichMu Juden: bis, Ende. August, waren rund 800.000 Krönen für den .JDifch«l^Äpüo.nalfonds-Wtz'e.-antzen^ Im Monäd Sep-. Lember^aWn^ aber wurhenZißer W.OOO 'K'Mest,. im Oktober, schon. über eine MPion, in der. ersten Növemberwoche fast, eine Viertchnillion gespeüd.et. / Als - dann' die ’ Nachsicht, ' daß . „u n gehen r.e. L a n d st r eche n, i n . Pa ig sk.f n a k ä u.f l.i ch seien, w e n n d e r' J'ü d i sch e N a t'i o n a l'f o n d s d i.e hiezu uöt.ige-n Mittel sofort erhielte", eintraf, da setzte gerade in den Wochen, in denen sich wegen der bevorst'etzeud'en Naiionalratswahlen . das Haript- Mtereste. auf- 'die L a,n d es pp l.i i i.k konzentrierte,. ein bisher.bdispiellpser.Aufschwung, unserer Einnahmen eist, der^wie wir Höffen, die Keruide der Depression dauernd abschließcn wjrd':' > " " / ' . D!ie-Epol?he der opferwistigätt Mitarbeit am Aufbau Etez'Israels 'E''dss'. Aratiönalfondswerkes-. i n ' Erez Israel hat begonnen.' . . ' '' Auch die'öswrrtzichischön Juden..erkannten, daß. die Errichtung des Judenstäates. 'das Werk a I l e t Juden sein müsse. Auch sie wöllen an dieser 'gewaltigsten Tat jüdischen Geistes, und Indischer ^atkrast teilhaben. ' Mit. stolseü Hoffnungev blichen wir in/' dirS" neue Äatzrl.. '. . ’. ' ■ /;' i - /'Groß und unendlich erhaben ist die Aufgabe'des -'JllLjschen/KaLionalfondI..' 1 . / . / . /' •; . Er soll 'die juristischL Person sein, durch' die' das 'judstst^ PvIk'seinen Mterböden. in Besitz nimmt;'er soll iGyväyt''- 'schaffen, Mtz das' tvredererworb'ene '-Mnd. nmr-" 'mdhr 'ewig 'iKgentttM- Jstaeks' bleibe?. ' ' ,’\%t .soll /aber..nicht. Nur däS. Heilige Land aus den 'Hägdtzn/ Kymder befreien; ezsoll auch verhiNd'erir,' daß -es.dem Eigennütz' jüdischetz. Privateigeiüümyr' preis-! gegeben ' werdet U n v erkä u fl i ch uud uuv e r- ' 'ä st ß e r l ich soll der Besitz Israels am Lande Mn; nur jin/Er"b p'n cht' weiterversteben, wird es stets untei. Alisisicht.dcK. Volkes,.unter 'Kochro^ t>es Nätionalfonds deri -bleiben." GelMtig ist die Aufgabe.' Millionen Eimd siv'o nSM, ym. ^e reM m I%«, Mißlingt es. Palästina durch den Ncäronalfonds M kolonisieren — weil aus Geldmailgel nicht, jede 'Kaufgelegenheit von ihm ausgenützt werden kann und^ dadurch große Terrains in unbeschränkten Privatbesitz übergeheil — dann wirh in Erez Israel all die Mitzwirtsckxlst Europas — Grundspekulätton und Bodefl- Wucher — einziehcn und damit der haßerfüllte Kämpf aller gegen alle, der Klassenkamps. ' Und dann Würde mit der Besiedlung Palästrngtz die neue Epoche in unserer Geschichte sticht wesentlich anders,. nicht wesentlich glücklicher sein, als unsere Per« gangenheit war.. . Der Nationalfonds mutz alles aufbieten, um raschestens -so viel Land als möglich in Erez Israel zu erwerben. Nicht nur, um Privatkäufen zuvorzukommen, forrdern. auch - um 'fönst arbeitslosen Einwayderern durch Bodenarbeiten. und Baumpflanzungen auf möglichst großen Terrains. Verdienst und landwirtschaftliche Ausbildung, zu verschaffen, die sie sonst nirgends in diesem Altsmaße. finden, könnten. Reichen seine Spendeneinnahmen, die bisher höchst unbefriedigend geblieben, sind (in den ersten neun Mongteil. 1920 nur 100.00Y Pfund), 'nicht zu entsprechend großen. Käufen mrs, dann müssen neue Wege, eingeschlagen werden, llm durch veränderte Bodenpolitik in Paläsüna möglichst rasch wieder die in Grund und Boden investierten Kapitalien für neue Landkäufe frei.* zii bekommen. . -! Die grandiose Idee des Nationalfonds, durch einefrer* willige Volkssteuer die Sozialisierung des Bodens duxch« Altführen, darf nicht zu einer kleinlichen, Philanthropien. Sache herabgewürdigt werden. /V I. Die Regie der Wiener Zentrale des Jüdischen Rationalfonhs. Wir empfanden es stets als schweren Schaden, Naß' unsere Ausgaben für Propaganda, Drucksachen, Materialien und Gehälter durch Abzug von d^n Spenden gedeckt werden mußten. Wir stehen, stuf dem Standpnnkt, daß alle dem Nationalfonds gewidmeten Spenden a u s n a h m s l o s für B o d e n k a nf* in Palästina verwendet werden sollen, und halten es für unleidlich, daß unsere Bureaukosten von diesen Geldern bestritten werden sollen. Wir haben bereits in 'd^r letzten Zeit Mittel und Wege gesucht, um hier eine »Aenderung vorzunehmen, und werden im vierten Teile unseres heutigen Berichtes darüber näher sprechen., Im Jahre 1919 Nmren unsere Bllreanausgabenäiher 82.M Kronen. Da damals unsere Gesamteinnahmen . 330.00(1 Kronen betrugen (unter Eiurechnung/dep Spenden, noch nach Auflösung der Wouarchie aus den Suk- Mioysstaaten bei uns einlies?»), .'haften wir 2 5.P.r v- /e n t Spe se.n! - '' - '' .. .Selbstvexstärrhlich'. mußte, nmn -bei der zunehmend den Teuerung mit einer -wesentlichen. Erhöhung Ausgabenetais r-rchnr». Die. erste ReHst-nfer-uz tzös' Jüdischen Nationaksoyds^ S^ste'rrLi'chs.'vom '28. nahm daher Lei eurem Nnrrahmebudget von %50ÖÜC$ Kronen - für das Jahr/1920 Ausgäheu in der HM von 309.200 Kronen in Boranschürg.s HllDttvahrscheM' lich werden aher ..mr-ssre 'Eiilnahnmn'-ganz! hrdellt^np' des iü Aussicht gest'll'c' stontiugeut' übersteigen, -wahrend andererseits die U u s.g a b e lt hinter obiger Ziffer, zurückbleiben werKssi/ da wir wesentliche ' Erspärüisse ürhofsen. ... ' As zhm ,'helrstM - Da/ü haben- -Mr ' 9'mp2? Kronen ausgogeb^n und in ser gleichen Zeit tüüb Kronen bar so. daß. nnr Uj^ever

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