Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- Heft 649 (14.11.1920)
- Date
- 1920-11-14
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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»6.V4S Men. Sonntag Wiens« MorsEnzettnns Nvvfmber 1920. Seite s Bexuard Shaw ist dem P«r b a n d e deutscher V ü h n e n s ch r r ft fl e litt als Mitgbed heigetreten. ^rSuIdit Liefa Liebftöchl, Schäkerin -er Staats akademie für darstellende Kunst, wurde von Direktor Hmrh W a l d e n für bic heurige Spielzeit an die Renaiffancebühno verpflichtet. Jüdische BolkOmufik. Als erst« vierjährige Veranstaltung der Gesellschaft zur Erforschung und Förderung jüdischer Musik findet am 2. Dezember im nmtlrrm Konzerthausfaal ein Abend statt, an dem Prozessor Julius W o l f s o h n über das Thema «I ü b r s rh e Volksm u f 114* sprechen wird. Im Anschluß daran bringt der Vortragende eine Reihe eigener Konzenpatapyraskn über jüdische Bylkslieder zur Nraufftihiung. Vormerkungen nimmt die Konzertdirektion Kugel. Vif., Faßzielrergaffe 7, und die Buchhandlung R. L ö w i t, I.. Rotcnttmnstraße 22, entgegen. Konzert Grete Löw. Dienstag Heu 16. d. M. beraustaltet die Biolinvirtuosin Grete Löw im großen Mufikvertinssaal.chr diesjähriges Konzert. Die Begleitung besorgt das Symphonie,Orchester unter Leitung des Professors Arnold Ross. Die juuäe Geigerin erfreute sich bei ihrem Konzertun Vorjahre wie auch bmer als Mltwnkende beim Orstvig-K-nzert eines wohlverdienten Evsolges. Gs «erden alle konzertierenden Künstler dev verschiedensten Instrumente (auch Sänger und Sängerinnen) rriucht. sich so ort im eigenen Interesse (um der Wohlfahnsnistltutloven des Musilschutz tkiltzasiig werden zu können) der der Beteirmnng der Wiener Musiker. Wien, Vl„ Kaunitzgaffe 33, schrifiltch anmelden ui wollen El wünscht ist Angabe der aenaueu Adresse sowie der Art der künstlerischen Betätigung Der Obmann Friedrich Wedl. __ . Literatur «^Wissenschaft. Wucher für die Jüdische Nationalbibliother in Jerusalem. Der Bibliothekar der Jüdischen Nation qlbtbliothek in Jerusalem führt in einem Schreiten an die Londoner Zentrale bittere Klage darüber, daß die Jüdische RationalNbliothek in Europa so wenig Beachtung findet. Die Zionistischen Landes- und Lokalorganisationen aller Länder muffen es als ihre Pflicht ansehen, eine systematische Kampagne für dse Beschickung unserer Nationalbit liothekmit Büchern zu beginnen. Ms selbstverständlich wird hiebei angenommen, daß jeder Autor sich verpflichtet fühle, ein Exemplar seines Buches unserer Bibliothek zu senden. Das ist jedoch nicht genug: Die Büchersammlung für die Nationalbibliothek muß auf großer, breiter Grundlage durchgeführt werden. Besonders müßten dies die Organisationen in Mittel? uild Osteuropa beherzigen, wo wegen -es tiefen Devisenkursesdie Sammlung von Geldbeträgen für Palästina weniger wertdoll ist als die Sammlung von Lesestoff. Es müßten, in jedem Lande S ain m e l k o m r t c e 8, bestehend aus' erfahrenen Bibliographen, eingesetzt werden, um eine gute BüchexsaMmlung zuwege zu bringen. Vor, allem obliegt cs diesen Komitees, der AationalbibliotW wenn möglich, eine komplette- Sammlung aller hebräisch dir Büch er: t un b» ■ Fü dn i k a, welche üw dembetreffenden Lande erschienen ' strch, zu sammeln und einzusenden. Wie reich wären wir zum Beispiel, wenn, wir aus der Tschecho- Slowakyi eine. Sammlung aller hebräischen Preßprodukte aus Prag besäßen! Besonders groß mW empfindlich ist der Mangel an wissenschaftlichen Büchern, besonders aus den Gebieten der Naturwissenschaften, der Mecham^ .Soziologie und Philo, logie. Ms -vpr einiger Zeit eine Grstppe von Menschen in Jerusalem Kch zusammentat, um Philosophiestudien zu treiben und mit dem'Losen der Metaphysik bon Aristoteles zu beginnen, war nur mit großer Mühe, imganzen Lande- «iit einziges Exemplar dieses Werkes aufzutreiben. In ganz Jerusalem oder Jaffa gibt es keinen Ort/wo die'vielen intellektuellen Lehrer, öffentliche Beamte und -Arbeiter (denn unsere Arbiter sind gleichfalls Intellektuelle) eine europäische Zeitung vorfinden würden. Unsere nächste Aufgabe muß die Beschaffung eines schönen Gebäudes für unsere nationale Universitätsbibliothek, die Katalogisier u n g der Bücher,- die Beschaffung eines L e s e s a a l e s für Zeit» schriften und dch Herüberholung der in Europa und Amerika tereits vorliegenden Büchersammlungen nach Palästina sein, damit piese dem I-Publitum. so rasch als .-möglich zugänglich gemacht werden können. Die Diaspora -muß hier helfenld eingreifen, sie muß aber auch aufhören, uns alle, wertlose Bände zu schicken,, die kein Mensch mehr liest, wir brauchen Bücher, welche beitragen können gut Wiedererweckung des Geistes von Erez-Jsrael. Die Tragödie der Juden in Pole« Menschs» iin Abgrtmd Roaaaa vqn Jakob Flagcfouan ,»Der Dichter sendet einen erschtttte*nden Mahti- und Weckrof in die Welt» tim seine Volksgenossen ■zur Eintmd Umkehr rer bringen." „VTiencr Zeitung". \ R» Löwit Verlag, Wsv-1, Fleischmarkt X _ o l d m a N N, „Zionismus und nationale Bewegung*. — Erwin - K o h n- «Jüdische Volkswirtschaft an Westen". — ^S. Niger, „Jiddische Liter atnr m Amerika-, «Berichte von jüdischem Leben". — Mark W r s ch n i tz e r, «Briete aus England". — I o ch a n a n. «DaS Judentum rn Ostafun". — Felix Wel t i ch, ^Philo phte". Büchereinlauf. Paul Cohen-Portheim. «Asien als Erzieher". lKl-rkhatdt L Bier mann. Leipzig.) — Walter O e b yr e, „En B kennttns deutscher Schuld". („Neues Pater- , land", Berlin.) — Oswald Brüll, »Letztes Burgtheatrr . (Jlf-Bertag, Wien.) >7- - „Dt1, .8 0 g e. der Iudey t u Pol e n" (franz.). Bericht der von der Jnlernat'vnalen . Soz-alisienkonferenz in Luzeru eingesetzten Studunkommisfion. lGenossenschastsverlg. Paris.) - Bernbard,K 1111 r m ö N N, „Der neunte November". (2. Ji'cher, Berlin.) —. „Sa u g° und K l a n g" - A l m a n a ch. (Neuteld- & Hen'uZi-Brrlag. Berlin.) Äänkel «B uch. (Netze deutsche Chansons). (E. P. Tal & Co. Wien.) Rabiudranath T a g 0 r e, „Der Frühl n skreiS". -> ^Der König der dunklen Kammer". (Kurt Wolff-Verlag. Msrnchen.) — T a r t a r u g a, „Alt-Wiener Guckkastmbilder". (Verlag Barth, Men.) Sport. Chaim Nachman Bialik: Gedichte. Aus dem Hebimschen übertragen von Louis Weinberg. Welt-Verlag» Berlin (Der Wellbücher Band 10/11). Eine dilettantische Mißhandlung des großen Dichters und eitle Verleumdung. Solche Gedichte hat Biakk nre geschrieben (übrigens, wer auch immer sie geschrieben hatte, sie sind schlecht). Diese harmlosen und gezwungenen Reimereien verm iteln keine Ahnunng von der strengen Schönheit Bialitscher Gedichte; d:e tveltlichen hat diele Ucbertragung verniedlicht, die pathetischen in emphatische Phrasen verwandelt. Um Bialik zu übersetzen, muß man selbst etwas von e,N'M wirklichen Dichter haben (mag auch dre Fähigkeit zu primärer Setzöpfung fehlend Hur wurde das Wagnis, Bialik m ubrrtragen, offenbar ohne diese Voraussetzung unternommen und so wurde aus Bialik eme Art Morris Roscnfcld. a M. W. »De« Jude", «me Monatsschrift. Herausgegrven von Martin Bub er. Heft 7 ist soeben erschrenm und har folgenden Inhalt: : - Arnold Z w e i g. „Der heutige .deutsche Antisemitismus'. 7- Albreckit, H e l l m a u n, „Die Geschichte der österrelchlsch» lüdischrn Kongreßbewegüng". — Elsriede B e r g e l - G r 0 n em a n n, „Jüdische LLege". — „Ein Brief Wolffsohns an H e r z l". — S. I. A g n 0 m„Der Verstoßene". — Ferner Bemerkungen: I. H. C ä st e l. „Tue Araber tu Palästina". — Vera Rosenbaum, „Vollserzählungrn aus Palast na". — Umschau: Siegmund Kaznels 0 n, Politik. — Nachum Die heutigen Futzballwettsprele. Die Meffterschaift her Herüstsäison 1920 erreicht heule Mit dem Spiele Hakoah gegen Rapid, das auf dem Noridsdorfer Sportplatz stattfind-öt, ihren Höhepunkt. Der langjährige Meister Rvpid, der am Anfang der Smscnr einigL Mißerfolge aufzuwclsen ha>tte, ifonnje. -sich -sehr _ pasch erholen, - so daß er momentan gn -zweites^Stelle, rcnrgierl. Auch dw Hirckoah beg-ann die Saison mit'einer Niederlage,' aber darin reifte sie E)M'g än ErfM. Heüew stehen.die' „Mau-Weißen > die im Vorjahre in einem beispioLlpsell'-SiLgeszu^'die Me-ister» schaft -der gwe-fien Klaffe ge-wonmn hechon, wieder an der Hiitze, d.^'mäl der erst-est. 'Klaffe..-'Dke''MMtschait' Hirt mehr - PöleiM- Äs-selbst-die kühristen' OPMisten - erhofft haben. ' -Mcht v Jt in den Wiener Spielen hast sie sich hervorragend geschlagen, sondevil auch in Prag hat sie die jüdischem Farben > siegreich vertreten. DaS, sicherlich das . schwerste,: dgs die Hakoah feit Prem Bestand zu bestehen chat. Züm ersten MÄe sieht sie WU: C. Rapid in Vec Meisterschast gegenüber, der trötz^üetzschiÄeNcr 'Wechselfälle immer der würdUw RrpräfenÄtzt Ws Wiener Hrorts gewesen ish Wenn auch hie und da. M Hmige. Zchk dre^ Amateure^ oder der W, 'A: F.' im Vovdertxeffen' waxrn, als Standard-Mannschaft galt immer nur ° Rapide Die- Mannschaft der^ HüttÄdorser .bildete immer das. Geripps der österreichischen Aus- : ' wahlmannschast, fast'Mlsncchmsios warenalle .Spieler des öfterrn inetrnatiiönal tgtig. . Djesern' kampferprobten. Dümt. tritt nun hvitte die' zum 'GrotztLil^-aUll jugendlichen Spierern bestehende Elf der Hakocch-gegenüber.'Es geht um diw Hegemonie .im Wiener Fuhballfport. AGid-wird nur dje eigenen Farben verteidigen, sondern, auch -bestrebt sein,- das Anschen' der alten erst-Sn. Klasse gegenüber. dem - Ernporkömmling wiedecherzüstcllen. " . \ V. Wenn man sich ntüt den Chancen für den hmtlgen K-cmipf beschäftigt, dann - mutz man-Rapid unhch-sttgt: wls Favorit bezeichnen. Vor allem spricht die größere Routine der 'Hüttokdörser, ‘ die dexzeit in. bestechender - Form sind, ° Wür, daß sie emtzn' knappen Sieg errittgön'' werden. Aber amssichtsloS Mt-die Hakvah nicht m den -Kämpf. Die' Döannschaft - wird DchTviich das Beste aus sich herausgeben, um nugeschlageu das Feld ZU verlassen. Gegen Rapid zu unterliegen, 'wäre «üw Schande,' über" hen Meister' zu siegen, wäre die Krönung der Ruhmestaten der Hakoah-Elf. Wir erwarten einen spannenden Kampf, dessen ResMat auf jeden Fall sehr knapp sein wird. -Gegenüber dem Hakoah-^Rapid-Spiele treten -alle übrigen weit zurück. In. .der. Meisterschaft siuden noch gende Treffen statt: A m g t e u r e—W a ck e r (Ober-Sankt Vdit), Ruvolfshügel—F. A.,C. (Favoriten) und Herthä —rS i m ut e ring. (Favoriten). Es ' ist mit! Siegen der Ama-. teure, Rubblfshügsls >urtd Herthas > gu .rechnen. Iw Dorrchach trägt der Agrmner Gradjanski-sein zweites Wiener Gastspiel.aus. Diesmal,, wo er dem W. A. F. gegenüber. stpht, .wird er wohl nicht so glnnpfiich .davqnkommen' wie gegen Admira. Vor diesem Spiele - treffen Sportklub und Abmira in einem Freundschastömatch zusammen. Das wichtigste Ereignis der zweiten Klasse ist das Spich zwischen den .fichcenden Vereinen Ostmark, und Dona uft a d t, das einem Entscheidungstreffen gleichkommt. Ostmark dürfte gewinnen. ErklärMgennach Fertigung ehestens-an dre angegebenq., Adresse ernzusenden. - / - . ..H Gleichzeitig wird in Erinnerung gebrachte daß dek bereits früher versandte Fragebogen sofort ausgefüllt zu. retournieren ist, - j Jede. Sportorganisation entsendet zwei Delegierte^ deren Namen bis 15. November bekänntzugeben ftnb, *; Adresse: Moritz Folkmann bei Gerstel, Prag, Lynska 19. ., , , HochschüLev-Propagandawettspiele. Der vollkommen daniedfrliegendeHochsämlsvort erfuhrjmVsrs jahr durch dte Gtündung der Sponvercinilmug Katholisch« denfichrr Hochicküler citzen wicht'.^eu Impuls. Die rübtige Leitung dieser Korporntivy ließ sich die ansänglichm Mißerfolge nicht' verdrießm und hot tn der letzten Zen sowohl im Fußball w» auch ine Hockey und in der Letchtaihletik schone Erfolge .-erzielt.^ Dcm BetsP'-el diesrr Sportv.ereigung tst' der Hochschul«. ausschuß Judaea geiolgt, der eine akademische . Sport« adtetlung ins Äben gcrusen bat. Auch die Judaea hat trotz der kurzen Zeit jhtes Bestandes lobrnswerte Arbeit gele ste'. Sie bat Kre-se für dre aktive Spo'rtausübung gewonnen, dw »hr bisher vollkommen femgrstandcn sind. Morgen oehr» nun die beiden Sportvereinigungen daran, in einem gemeinsamen Wetsipiel für den Sport an den Wieper Hochschulen vor der große» .Oeffentlickkeit m werden. Das Treffe» findet auf dem- Admixa-Platz in Floridsdorf statt und beginnt um bald 8 Uhr. nachmittags. Vorher findet ein Wettspiel der beiderseitigen- Reserven statt. — Der Adm ra-Platz ist. mit de» Siraßenbabultnren 31 und 32 ene.chbar (Haltestelle Jubiläumsgaffe). Kreis Oesterreich der indischen Turn- und Sportvereine. In der letzt-n Sitzung, an der Dr. Schtfimann als Galt teilnahm, wurde die Statmenberaiung fortgesetzt. Di« Kte-sleitung beschloß, hemr keine Makkabäerstter abzuhaltrn. Die Forlsctzung der Ctatuieiiausarbeliung findet heute um V»K> Uhr > vormittags rm Jndustriellencasö, Konkordiaplatz 4, statt. Zum Haroah-Äapid-Spiele. Die Besücher des heutige« . Welt'p e!rS werden darauf aufmerksam gemacht, die Fahrt aus den Floridsdorter Sportplatz ipätchens zwischen '/rl und 1 Uhr vyn der Endstation des ,31cr" Wagens am Franz Ioseks-Kai anzuttetcn. Die Rückfahrt wird-am besten von der Kopsstatto« .^Am Spttz" (Flortdsdorfer Rathaus) angetreten werden. .— Das Wcnspul der ersten Mannichaftcn beginnt um 2 Uhr, jenes der Reserven um 1!i\ Uhr. Das Schiedsrichter amt versieht Herr Rctschwy. — Heute vormittags findet im Jndustriellrncafä von 8 bis n Uhr vormtttags rin Vorverkauf für alle Karten-' ^ategorieu statt. Reuer jüdische« . Luru-Bevein. Aus E i b e n s ch i tz wird uns geschrieben: Auch hier tst vor zirka acht Wochen ein Matkabi-Turnverein gegründet' worden, der sehr schöne Fort« schritte zu verzeichnen hat. Bor kurzem fand hur ein sehr ge" lungenes Schau'ürnen statt, äu dem sich Makkabi (Brünn) und besonders die Mustemege hervortat. Hakonh. Leichtaihlettbektiou. - Heute'Querfeldeinlaus.- Z« sammenkuutt 10 Uhr vormtttags heim Kanstantinhügrl (Haupt«? allre). Start präztse. Vrll Uhr vormtttags... ... \ . Z. I. B. SNerivrah. Fußballleklion. Morgen,. Mouka^- - Training. Zusammenkunft Präz;se 2 Uhr nachmmags. Haupts emgang des W. A. C.-Platzes. Exekutive der jüdischen Sportorganisationen der C. S. 9*. Die Exekutive der jüdischen Sportorganisation der tschecho.slowakischen Republik erläßt folgende amtliche Verlautbarung: ' Die auf dem Grundsatz' der nationalen Autononne getroffenen Vereinbarungen zur Regelung des Fußball^ Staatsverbandes führten zur Anerkennung der Forderung nach Schaffung eines jüdischen Verbandes. Am 21. Növember -d. I. findet in Prag die Konstituierung des Jüdischen Sportverbandes statt. Alle jüdischen Sportorganisationen werden aufgefordert, die ihnen mit der Tagesordnung zugehenden GerichLssaal. Der Mord nach der Geburtstagsfeier. Der Prozeß, über dessen Beginn wir gestern berichteten, wurde in fjjäfcer Abendstunde zu Ende geführt. .Der vmi; Dr. Valentin Rosen selb verteidigte Angeklagte erklärt« sich nichtschuldig und erzählte-/ daß er im Gasthause des Körner nt einen Streit' geriet. Auf' dem Heimweg traf er dann mit der Gesellschaft^ des Dworak zusammen. Eütige Herren seien mit drohend erhobenen Händen auf ihn losgegangeN; da Habs er feinen Revolver ck-erauSgezogen und ihnen die Waffe mit den Worten: „Das wollt ihr von mir, schaut, daß ihr abfahrv!" vorgehlllten. Der Schuß sei losgegangen, er wisse selbst nicht, wie. Damit -war das Verhör -mit- Pichler ab-, geschlossen. Die Zeugen, darunter dis AngehgrigLn der Familis- Dworak, gaben - übereinstimmend an, büß Pichler der an* greifende Teil gewesen, ist und. daß - von der Gesellschaft Üe$' Dworak. niemand einedrohende Haltmrz gegen ihn ''einz- . genommen habe. Der.Angeklagte sei ihnen beständig nachgegangen. Der Vater der erschossetien Frau gab an,^ Pichler sei, nachdem er' schon au ihnen vorübergegangen war,' wiedwz' zurückgekhrt,.habe dann den Revolver erhoben, „es machLtz' und schorz ging der Schuff los. Die Poldi fagt« :' -upch zu ihrent- Mazm:. „Ich. bin getroffen, hvorbeu.7 ,-un^ sank leblos zu Bödeir, , . , 1 - '.'C , - ' Das Urteil. " \ r : Die Geschwornen erkannten den AttgeklagtLt^ mit zwölf Stimmen des. Totschlags schuldig. Der Gerichtshof verurteilte hierauf Anton Pichler M drei Jahren schwere'«!' K-er kers. . - .. , , •. , ,; . Das Ehedrama in der Brrgittenan. Am 1. Juli l. J. hatte der in der Hellwagstraßst in de- Vrigittenau wohnhafte Obertvachmann Leopold D op p l i n g ev seine Gattin durch einen Revolverschuß - getötet, daun in. .selbstmörderischer Absicht 'die Waffe gegen sich selbst gekehrt und sich schwere Verletzungen beigebracht. Das Motiv der schrecklichen Tat war- Eifersucht. Dopplinger hatte erfahren, ’ daß seine Frau mit dem Landtagsäbgeordneteu und Vorsteher des 20. Gemeindebezirkes. Johann Janrczek, ein sträfliches. Verhältnis uuwrhälte. Gegen-den genannj-cn^ Funttidnär hatte Dopplinger beiw Bezirksgericht Leopoldstad't eine Klage-eingebracht; dader Landtag düs gestellte AUslieferungsbegehrctt. abschlägig beschieben hatte, kam es zu - keiner Verhandlung, Der Oberwachmann wurde dem Landesgericht eingeliefert und gegen rhn eine Untersuchung wegen Mordes eir^ekitetz. Nun hat, wie wir erfahren, die Staatsanwaltschaft das Ber» ' fahren gegen Leopold Dopplinger - e i n g e st e l l t, weil er - nach dem Gutachten der GerichtZpsychiater die Tat im Zustand der Sin n e § verr ü cku ng begangen hat. Dopplinger wurde auf freien Fuß gestellt.' ■ ■ Merkwürdige Justiz irr der Slowakei. Die Zeitungen von Lkosice - Ka'chau) berichten über ein aus« fallmdes Uri eil des dorligen Divtstonsgertchtes.' 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