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Wiener Morgenzeitung · 1920-11-09 · Heft 644 (9.11.1920) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
2 (1920)
Issue
Heft 644 (9.11.1920)
Date
1920-11-09
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Ütr. «44 / Men. Vrensrag Wiereev kMorgerrMrrmz /s. November 1S2S Gdiie $ * Amnestie in Polen. Aus Warschau wird g«-> kncfbet: Wie verlautet, wird pdcflfttiltd) des Austausches bei* A'-iedenSraufikanoucn m cm Dekret über eine allgemeine Amnestie iu Polen veröffentlicht werden. i. * Der nenc Bürgermeister von Eorlr. Der Gemeinderat von Cork hat einen neuen Oberbiiraermeister namens Otto G a l l a ch e n gewählt, der erklane, Cork werde, wenn, nötig, den Kampf sonjetzen biS zum letzten'Blutstropfen des letzten IlepnblikanrrS. * Was trägt die Ansstellüng nackter Franerr? Am „Tagebuch" lesen wir : Herr Celli d e R e r d t. kern Aacklünzer, sondern der Gälte ferner Frau, ein ehemaliger p r e u ß r s ch e r O b e r l e u 1 n a nt, ist kürzlich mit dem Gastwirt, bei dem die Schundetstänze seiner Tiuvve vorgcfiibtt, werden, in Streit geraten. Dabei wurde öffentlich festgestellt, daß der' Nutznießer Ütefer Fraurnausstellung im Monat biS zu S0.000 Mark eingenommen habe.: Das wäre» kür e!,n ganzes Jabr gerechnet, em Jahreseinkommen, von/ einer Million.! und. zu dieser Beule war eigeniltch nichts nötig als der herchäste Entschlriß., die Göttin und' eine Anzahl zum'Teil nnwündgir Mädchen den Blicken eines wohlgeneigte» Publikums aüszufetze«. ' * 'Sichron Jakob. Aus Jerusalem wird , uns berichtet. Laß die Station Sichron Jakob, welche von den Türken durch einen Mas in Zimarin umgenannt wurde, nurvnehr wieder Lie amtliche Vrnennung Sichron Jakob erhalten hat. Auch die Kolonie erhielt durch amtliche Verfügung ihren guthehr,äifchcu Flamen Sichron Jakob wieder. * Die Postflngzenge von dev Entente freigegeben! Die bisher von der Entente zurückgehaltenen deut'chn Postflugzruge haben heute die Erlaubnis erhaben, ehren Rückflug au-> zutrclen. * Versammlung. Heute. 7 Nbr abends, findet eine von Ler Hitachdnrheinberuiene zionistische Versammlung im B a rilchen H o s, ll., Taborstraße 39, stait. lieber die Lage m Palästna. besonders über die letzthin statraeiundene Jüdische GffindungSveriammlung m Palästina und über die Zionistischen Abgaben der Gegenwart werden retericren die Herren Dr. Auerblich. Dr Tatarkower, Abrabam Lkwmsobu und Livmann LennUschn.. überdies w,rd der palästiucnsische Publizist Jakob R a b i- 2 o w i c z sprechen. * Selbstmord eines englischen Statthalters. i o » b 0 n wird gemeldet: Der englische Statthalter von Samoa, W a r r e n, hat Selbstmord durch Erschießen begangen. | * An Deutschlands höheren Schulen. Wir haben jetzt einen seinen Studienrar, Li'a l Der zeickmct die Fehler nicht »ehr mit Kreuzen, sondern mit Hakenkreuzen an! („IW“.) | * Scharlachepidemie in London. Aus. L o n d v ri »lrd gemeldet: In der vergangenen Woche wurden, in London B00 Fälle von Scharlach und D vhlheritis zur Anzeige gebracht, vn Fälle mehr als rn der Vorwoche.. ' ' , RcifkN km besetzten Gebiete Deutschlmrds. Wre die /r; r > und Gewerbekammer erfährt, kommt es häufig vor, ' '! iseude^ in den nach dein besetzten Gebiete Deutschlands t / .i •'» Zügen in jenen Wagenabteilen Platz r/hmen, welche / :;interalliierte Militär reserviert sind. Es wird darauf ^si: .ffam gemacht, daß Reisende in diesem Falle Gefahr bei Ankunft des Zuges verhaftet und mit, großen Geldbelegt zu werden. Es wird davor gewarnt,/diese Abf'- e Luch nur zu'betreten, da. dies die sofortige Verhaftung nt /ro.gehaben kann. ' 1 Gin neuer englischer Gesandter in Warschau. Ve/rc „East Exvreh" aus bester Quelle e>fährt,wird der englrche O-rurgz ä'allmres in Berlin, Krlmcnrock, zürn Gesandten in Drrsckan ernannt werden. * Die Ausstellung der jüdischen Schlofserurerlr-' ittite, Die Notiz in Nr 639 tft dahin ri<biifiauftc0cn, daß K-r Erfinder der von dieser Werkstatie erzeugten verschrekenartiaeN Trb t-Sickeiheirsichloster kein Arbeiter, sondern der, Betriebs- \’:mder Weristätre Herr Bciijcillün G o t t l i e b ist." Richtigstellung. In der Not'z „Eme Redoute des stidrs /m Nationalsonds" sind zwei Druck!edler unterlaufe. Nicht .//-erwalttingsre'erat des Jüdischen NativNiiftondS", sondmn rs //rranstaltungsre'e'.at“ anaucnert die. Fcstlichkeiten. Ferner l.ndn die Nedoute nicht am 3. Dezember, sondern am 9. De-, Sembi't statt., Die Witwe des Königs Alexander verlangt die Lrbschaft. Wie aus Achen gemeldet wird, hat die morganatische Srtwe des verstoidenen gnechisäieu Königs Alexander. Äsvasta NanoS, durcl, e ncn Rechtsanwalt ihre Änsprüchr als vollberechtigte Kl.bm des Königs geltend gemacht. /// ^/'DuischeiUe zur Begleichnng der Gasrechnungei». Die städti chen Gaswerke dringen an ihrer KEse, "VlII., Joses- ©btrtftrqfie 1( IVl an der Kakle der Gischasisstelle Meidlmg. XIl.. Mr Llinger Haupistiaße 4. sonne an der städltschcn Hauptkaffe im h Bezirk, Rathaus, und an dm Kaffenabkeitungen der magistratrjchrn BemisLnitet Gut'che ne, auf den Betrag von K io lautend, Brrkanf. Diese Gutscheine werden von Gaskwstereu bei Ern- ^süeruttg der GaSiechnungen an Zahlungssta t rntgegengenommm. Sruch die Cii'richt'lNg ist den GaSabnchmrrn dre Möglichkeit ge- Ätetz, nach Maßgabe ilncr jeweiligen Geldmittel sich Gullch ine k.iu'en und zur Begleichung der nächsten Gasrechnung zu vrr- * HeÄvLischsr Kurs. Der Kurs für moderne hebräische WerchLr unter Leiiung des Herrn Salomon A n e r b a ch findet tzrute um 8 Ubr abends rm Lokale H., Taborstraße 20 a, statt. V ® Ertctlung griechischer Paßvlfir. Wie die Handels-und (Kewtwbekainmer erfährt, ist zur Bidierung eines Reisepasses ävc Einreise nach Griechenland dre Erlaubnis des griechisch-en Müttstrriüms des Aerrßern erforderlich. Diese Erlaubnis wird durch Berniittlung der griechischen Gesandtschaft in Wim r^legraphifch crngeholt und in d-er Regel erteilt. Die Visagebühr Wtägt 6 Drachmen. , A * Die PvcßdurZer österreichische Paßstelle übersbedelt Mch S)rÜnn. Wie aus Preßburg gemeldet wird, ist die -östervrichr-che Paßstelle am 4. d. M. von Preßburg-nachB rünn lWcrsisdelt. Der Grund für diese plötzliche Transferierung s^ll, wiö „Becsi Magyar Ujsag" erfährt, darin lugen, daß der Preßburger Stadtrat dem Wunsche der Paßaussertiguncts^ stelle, welche bisher in zwei engen Zimmern untergebracht w.. , f-tiriprechrndeve Amtsräume zur Verfügung zu stellen, nicht leisten wollte. Da nun ein Gesuch in dieser Richtung <>jiu Stadtrat endgültig abschlägig bcschieden wurde, entschloß M Me Leitung der Paßausfertigungsstelle, ihre Amtstättg- Ui nach Brümr zu verlegen. Blattarnerlronkmrge« dr Oesterreich. In der Woche i '^- bis 30. Oktober wurden im VolksgesundheitSamt L» .Ämt für soziale Verwaltung 14 Neuerkrankungen ay -5 u'-i^h^jtitb Zwar fünf in Kärnten,-zum Teil Nachtragsui'^!.-..-.gen) und neun in Steiermark, durchwegs in der Ge-- Senrriach (Bezirk Werz), und keine Neuerkrankrmg an ^ecktyphus angemeldet. * Einbruchs Am 0. d. M. tvurde im Hanse StubenbLstei 1L die Bodenabteilung des Rechtsanwaltes Dr. Gustav Bloch-Ban er erlirochcr'.. Gestohlen wurden ein Mglischer lZtci'jesack fnmt l/nirifhtiiv~ vn'o Wertsachen tnc Bittrare ,».0,0.00. * Edu! Din«rsaÄri§ tu Budapest. Die Budapester Polizei hat in den letzten Tagen eine Fälscherbande dingfest gemacht, deren Spezialität die Herstellung von Fünsdinarnoterr war. Die Nachforschungen ergaben, baß rm Zdeller der Wohnung eines gewiss'» Johann R.i ck e r t in Erzsebetfalva bei Budapest eine ausgezeichnet arbeiteilds Notenfabrik eingerichtet war, und daß das Konsortium, bestehend aus Johann'Rickert dem Bater, seinem neunzehnjährigen Sohn, dem Beamten Johann Rickert junior, und dem Maurer Alexander Szabo, bisher ungefähr 30.000 Stück falsche Fünfdinarnoten hergestellt haben,, welche durch einen gewissen Alexander Juristovskr in Verkehr gebracht wurden. Die Falsifikate sind so vorzüglich gemacht, daß auch die Banken und Wechselstube» sie anstandslos angenommen haben. Im K:ller wurden auch Klischees vorgesimden, welche darauf-schließen lassen, daß aas Fälscher» konsortium sich auch auf die Abstempelung ungarischer Noten eingerichtet hatte. * ©in Einbruch mit MiMorienschaden. I« der Nacht zum 7. d. M. wmde beim Gtoßmdufluelle». T b o r n, ll!.. Salmpasie 2. ein Einbruch verübt, bei dem den Täkem Werte in der Höhe von mindestens einer Million Kronen m d'e Hände fielen. Dre Ta'er haben eine groß eeiserneKafse aufgesplengt und den Tresor geöffnet.. Hier .fanden fie 38.000 deutsche Reichsmark in Scheinen z« re!000 Mmk, 2000 polnrsche Mark, 8L 8000 und 400 Silberkronen, dann eine g'vße, ungMem kostbare Sammlung von Krawattemadeln mit Jnitialeu au§ Brillanten und Edrlst.eme«, -Uhren, Brosche», Kette» rt'w. .. * Slrcmirt. Heute, Dieustag. ‘/a6 Uhr <Kleiner Saal) Dr. Karl Mar o S'wvboda: Geschichte der Landschaftsmalerei, ll. — 'Aä6 Uhr (Kurssaasi Prof. Dr. Rudolf Lenk: Englische Lanidrldungs- und Aus vrachelehre, V. — -»/,6 Uhr (KlubsaaN: Grundfragen der Logik, Vif. «— 7 Uhr (Großer Saal): »Die Miuber*. ■— Va8 Uhr (Kleiner Saal) Do». Dr. Emil. Hauck: Die geistige« Eigenschasirn des Hundes. — '/,4 Uhr (Kürssaa!) Pros. Dr. Leovvld Adametz: Die, «lrischaniiche' Bedeutung unserer Haussiers — V-8 Uhr (Klußsaal> Dr. Hans Pleß: Die Entwicklung des Ausdrucks in der Mufft. M. -7 7*8. Ufa (Mikroskoviersaal) Dr. Alfred Limberger:. Anatomw der Pflanze, lV. « Ansnahensverse, Verkehr de» Fernzuges Nr. 22S. Donners aa den 11. d. Ml verkehrt in Strecke Wren- Westdahnhol—Salzburg—Innsbruck—Feldkirch Fernper sonenzug Nr. 325 kür den allgemeinen Verkehr (ab Wien-28estbahuhof I Uhr 25 Minuten nachmittags, m Salzburg 10 Uhr 40 Minuten abends, an Innsbruck nächsten Tag? Uhr ü Mrnulcn vormittags). * Posen—Krakau. ArrS P ose n wird gemeldet :. Der. direkte E-senbaihnverkehL Posen-Krakau über Qberschleffen U mit t. 'd. M. wieder angenommen worden, nachdem die Eckenbahnbrncke Lbre die Przimsza wiedrrhergestellt worden ist. * Spenden. F fi t b i ear m e blindeFra « (vrcks Notiz 81. Oktober d. I/:^.Sammlung Frl. Irene, Lowy. IX.,- K 820, Saninilnug Frau Rechne Klug. Vl., ll 100. L. P, Ul., II 50, Tr. A. G ,!il.. ll 100, R. .Mose«, IX', ll 20. 7-' M fi t' den armen v e r h e i r a t e t e n S t n d e« t'e n: L. P., Ml, K 50. Dr. A. G-, Ul-, ll 100. — Für de n j ü d is ch e n Invaliden: Dr. Ä. G. ll 200, Sammlung Rechne Kluo. Vl.. ll 60, 8. P.; Nl.. ll 50, Dr. A. G.. I!!.. ll 100. — H rlkeruf: L. P.. l,!.. ll »0, Dr. A. G., M. ll 100^ - F 6 r I ü d r s ch e S Elen d: L. P,- Ul., ll 75, -Dr. A. G., Ul., ll 100.; HevrAsche S-»rachKuxse. In der nächsten Zett werden hebräische Sprachkurse-für Herren und Damen (Anfänger und Vorgeschrittene) eröffnet. Sckri tliche AnMeldnugen sind an die Zionistlsche BezlrkSsektion X1I/XV, X^., Hertlotzgaffe 2l/l, zu richten. Kurse des Jüdischen Franonbündes. Zionistische Sektion» IX.. LiechLenfteinstratze 11/13. Heüt4, Dienstag den 8. d. M., 8 Uhr abends, Bibelvortrag in deut cher Sprache (Esther Rapvaport-Miesks). -7- Mittwoch den 10. d. M., 8 Uhr, Hebräiich tür Anfänger (Dr. Anna K-uger). — Donnerstag den 11. d. M , 8 Uhr abends. Jüdische Ge'chichte (dlron Schwerlfiuger). — Samstag den 13 d. M.. 3 Uhr abends. Hebräisch tür Anfänger. Die Kmse werden rn dieser Reihenfolge jede Woche «dgehaltr» werden. Mindestbeitrag ll 10 jährlich. Veeeinsnachrrchts«. Z i ö n i st r 5 ch e B e z i r k S f e k.t i o n XU/XV. Heute um '/«? Uhr abends Arbeitsansschußsttzung. —Zionistische Sektion 1Ürd»ewrstlrchenBe-irkeWtens. Hurte, 7 Uhr abends, im Bezirksheim. Vf, Amerlingstraße lS, Hotstikge. Bomag Dr. R o s e n b eck „Kultur und Judentum". Gäste will'ommen! — Hebräische Vorträge. Der Bviüag des aus Turkrstan kommenden Geographen H.nn Jrzchok Salz über ^Dre bucharischen Juden iu Türkest a »" wird heute um. 5/Uhr fortgesetzt. . Siooistisobe Bez rkssektion EINLADUNG xn dem heute, Dienstag den 9. November 1920 stattfindenden Vortrag Dr. Ludwig Rosenheck: Kultur und Judentum Ort: Bezirksheim, VI., Amerlingstr. 19, Hofstiege, Mezzanin. Beginn präzise 7 Uhr. «s» GÄSTE WILLKOMMEN 8589 Bühne und Kunst. Theater i» der Josefstadt. (Zum ersten Mals: «Das Post amt", ein Bühnenspiel von Rabindranath Labore.) Eine Nachmittagsvorstellung vermittelte die Bekanntschaft mit dieser reinen Dichtung, die sozusagen dasindische Gegenstück zu HauptmannS deutschem Gedicht von der Himmelfahrt Hanneles ist. Ein indischer Händler hat den Knaben Amal an KindeSstatt angenommen und liebt ihn unendlich. Der Knabe aber ist krank, darf nicht rns Freie und verzehrt sich, am Fensterbrett hockend» iu Sehnsucht nach den. blauen Fernen. Die eil,fachen Leute der Dorfes mit ihren un° verderbten Herzen und'kleinen menschlichen Schwachen muffen im Vcrüberaehen vor d-osem Fenster Lqlt machen. .Kintz Zu-, nächst mürrisch und fluchen gar, doch des blaffen Junges herzhafter Kindermund zwingt sie alle zum Stillestehen» sie werden gürig und kiMich.im Gespräch mit Amal und helfen^ ihm' über die Gefangenschaft in dumpfer Zimmerluft hinweg:- Der Milchirager, der Wachmann mit dem. Gong, deffe« mahnend-feierliches Tönen Amal die wachen Nächte kürzt, das kleine Blumenmädchen, der Lvumntig-einfaltige Dorf- Vorsteher und die Dorfkinder, die Amal zuliebe auf : dem Fensterbrett mit seinem Spielzeug spielen, bis er . erschöpft , einnickt. . ■ , ■ ■ Und da ist auch ein Väterchen, das kommt. »it. der Dämmerstunde alltäglich» als Fakir verkleidet, in die. Stube' und verwandelt das trostlose Krankenzimmer in ein'Zauberreich. Der Adopüvvater'ist zwar gut, aber eirre plumpe Krämerseele und kann mit . seinem . geliebten Ama! nicht sprechen. Aber dieser Fakir macht den Knaben AlückHch. Me er denn mit seinen alten schwachen Augen all.die.MruHer» . lärrder sehen könne,, fragt der Knabe, verzückt en die Hände klatschend. „Meine Augen sind nicht jung", meint. Väterchen, „aber mit deinen Augen sehe ich alleS.^ " ) Unweit von Amals Fenster steht ein neues stolzes Haus., Seine Freunde haben ihn belehrt, daß dies des Königs Postamt sei und daß aus diesem Wunberhaüs Briefe für diesen und jenen Dorfbewohner kämen. Da wünscht -er sich eine» Brief vom König, und daß ihn die königliche Botschaft zuck Briefträger ernenne. Und richtig, eines Abends,, da ÄÄc Fakir an feinem Bettchen sitzt, ihm die Fieberstirne kühlt und von der heiteren Papageieninsel erzählt, kommt des Königs Brief ins Haus, kündet die Ankunft des königlichen , Generalarztes und den König selbst, der einige Stunden später Amal besuchen will. Schon ist der Generalarzt da," mit leuchtenden Augen sitzt Amal im Bette, den Arm um den Fakir geschlungen, ccher den König kann er nicht mehr,' . erwarten. Leicht, beschwingt, in höchstem Glück, ist'seinchen in jene Welt geflattert. ... j /' Egon Brecher tyd das heilig-schöne Spiel fe9«r stimmungsvoll inszeniert. Alle Gestalten, von denen jeder; - einzelnen» selbst der kleinsten, der Dichter ihre Eigenart gab. wurden lebendig. Adrienne G e tz n eOin der Hauptrolle, waaf wirklich ergreifend. Freilich: Ihre Frische läßt sich nicht W.«A», schminken und sie mußte ihrem kerngesunden, ein " wenig v drallen Wesen Gewalt antun. Alle anderen Mitwirkenden/ '■» durchaus trefflich, und wenn wir Nore Gregors rühren», ,des Blumenmädchen noch besonders hervorheben, so nnß^ darum, weil wir auf diese feine, poetische Begabrrng a«^ " merffam machen möchten. s Dem „Posttrmt" folgte CourtekineS scharfe Gatirs,' ' ..Der gemütliche Kommiffar"*, in den Hauptrollen von den! Herren Althoff und Keilholz sehr erheiternd gespielt,^ ' aber nach dem indischen Gedicht nicht, am Platz. /: . - Wieaber Friedrich M. M e tz Einakter „Der Deich»E bruch'". welcher dem „Postamt* voranging, in die Nähe Rabin» . .- dranath Tagores gebracht werden konnte, ist unbegreiflich-, > Ueber diese merkwürdige Bauerngeschichte» -durch welche Ibsens^! Gespenster geistern und billigste Theatralik geräuschvoll hi»ei donnert, sei beffer kein Wort verloren. 0. A Die Uttgarrschen Zuden meidrrr überall ditkj Theater. 1 Unser Budrpcher Berichterstatter schreibt: Nicht nnr tnj Miskolcz hat, wie die ,Mrener Morgenzeitung" bereits richtete, der Direktor des dortigen Nationaltheaters darunter zu leiden, daß die Juden, fei es aus Angst, f« es aus Trotzt die Theater Meiden. ES ist dies, .wie aus einer Eingab^ deS Szegediuer TheaterbirektorS Palagyt «r denj 'Stadtrat hervorgeht, eine Erscheinung, unwr wücher «ahez«! sämtliche Theaterdirektoren, besonders der ProvrnzstÄtch zch leiden haben. Palagyr erklärt, daß dieses Fernbleiben drr Juden von seinem Theater zur Folge hatte, daß schon zwei Wochen, nachdem dieser Boykott eingetreten war, die Theatev« - lasse ein Defizit von 40.000 Kronen aufwreS. Er beteuert, kein Antisemit zu sein, und bittet um die Erlassung der Vergnügungssteuer, ftruer um die Deei«flusfung b e r P r e s j e in der Richtung, baß die I u den Sein« An-, laß hätten, das ungarische Kulturinstitut, als welche-, sich s. das Theater darstelle, zu boykottieren. Wie Palagyr rn sein«! Eingabe versichert, kämpfen auch die Direktoren der Theater in Kecstzmet, Kaposvar, Debreezin und viele andere gegefi dasselbe Uebel an, ' Aus den Theatern. besond^, zur f r i e'd" m Szene. Brünhilde — Frau"Helene Wildbru»«! als Gast. Anfang Vg6 Uhr. j In der B 0 l k S 0 v e r verabschiedet sich heute Siqismvnd« S a l e s ch i als Rmoletto von W,cn. Den He, zog singt Her« RttkerSheim als Gast, die Gilda zum ersten Male FrLM Pfiffer. Im DeutschenBölkStheater gelangt, mo< Mittwoch de» 10. d. M., SchlllerS „Don Carlos" new« raszenrert und ' ... beginnt um 5 In den theattts findet heute - die 75. Aufführung des Lustspiels »Leone t, u e u s E h e m a n u t i" statt. Morgen, M ttwoch. - wich die Wiener Komödie „Zimmerherren^ von Dvrmaüu « teilwesier Neubesetzung wieder in dm Spickplan aufgenorumeuZ (Spielleiter Dr. Echnldaur.)' Die N e u e Wiener B fi t bringt morgen. Mit« woch, die Erstaufführnng des Schampirls „Therssn R a q u i n* von Zola mn Ida Roland als Gast, 1 Leopolde neKvnffa nttin beginnt ihr Gaststck» W i e u e r S 1» d,r l h e <r r e r Samölag den 18. d. M die Titc'.rLsir in ücc Komödie „D i e von Melchior Lcngyct. Für dieses GMprfis HuleM »rgv« am Die Kiinstlnm sxnrtt die Ti^'.r^sir in Tänzerin werdm vo,bereitet hi '.i/t::: \ v n'% in drei Alten von vSj a tz e Ui h b e"! 5: Z G l a s d e 7 I U n C/nricc B!'/ r. urtb '»Ä

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