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Wiener Morgenzeitung · 1920-11-07 · Heft 642 (7.11.1920) · p. Seite 11

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
2 (1920)
Issue
Heft 642 (7.11.1920)
Date
1920-11-07
Page
Seite 11 (sequence 11)
Language
German
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«b. € 42' Men» ßotttmgT Wiener MorgeirMkmF 7. Novemoer 1920 i. mwt $ent Börsenkurse zu fallen begonnen hatten, bis man das allgeme ine Sinken der Warenpreise merken konnte. Diese Preisserrkung pflanzte sich wellen'Armig fort, indem sie immer größere Kreise der Industrie und des Handels erfaßte und einige Waren stärker berührte als andere. Der Prozeß begann mit den L u x u s -r r t i Ee C n. Die Panik ijt Japan im letzten Frühjahr rief einen Preissturz in Rohseide hervor, welche in den 'letzton Mona'en um ungefähr 70 Prozent gefallen ist. Die Frühjahrs De l z sa i s o n in St. Louis endete katastrophal. Aast drei Viertel der zum Verkauf gestellten Petzwaren wurden von den ersten Eigentümern um Preise zurückgekaust, die um 20 bis 30 Prozent niedriger loaren als im Jänner. Noch jetzt kann sich der Pelzwarenhandel von diesem Schlag nicht erholen, so daß der HerbstmarW in St. Louis auf unbestimmte Zeit verschoben wurde. Nach den Luxusartikeln würden vom Sinken der Preise Sch uhe. Wolle, Kleider usw. erfaßt. In diesen Artikeln wird die Preissenkung auf,15 bis 50 Pro-' gent geschätzt. Als fest stand, daß die Ernte heuer günstig sein werde, fielen die Preise für Brot und Baumwolle. Die stark empor getriebenen Zucker preise brachten cs dazu, daß Zucker ans aller Welt nachs Amerika gebracht wurde, mit dem Resultat, daß auch der Hu-kerpr-ers um 10 Cents per Pfund, das ist 40 Prozent fiel. Kaffe e wird heute um die Hälfte des Preis-rs wie im Vorjahre verkauft.! Zwei Industriezweige — Stahl uub Ko h l e — find von der allgemeinen Abwärtsbewegung noch nicht berührt worden- In der Stahlindustrie ist allerdings bereits eine flaue Stimmung zu spüren, welche wahrscheinlich zu einer Preissenkung führen wirb. In der Krrhlerrindustri-e sind dagegen die Preise sogar etwas gestiegen, weil das Angebot in Kohle und Koks kleiner ist als die Nachfrage. s Im allgemeinen geht aus „Broadstreet's Index Hinüber-' hervor, daß vom 1. Februar bis 1. September '1920 die Preise durchschnittlich um 14 Prozent ge allen sind, wobei für die Durchschnittsberechnung alle Artikel herangezogen sind. Der Stand des Handels Marktes wirkt auch auf die P r o d u 11 i o u.- Wenn die. Preise fallen, will der Kaufmann lieber mit seinen Bestellungen beim Fabrikanten warten oder frühere Bestellungen stornieren. Der Fabrikant, welcher nicht das übliche Maß an Bestellungen -hat und deshalb gezwungen ist. den Banken hohe Zinssätze für Geld zu zahlen, beginnt weniger zu produzieren. Das führt dazu, daß manche Fabriken den Betrieb ft'i title ge n. Die üblichen zwei Wochen des Sommers, in welchen in Fabriken die Arbeit unterbrochen wird, dehnen sich auf längere Zeit aus, nicht selten au^ zwei Monate. Am stärksten ist dies in den Textilindustrien, in d-en Kleider- und Wäsche-, Leder- und Schuhfabriken zu deiner tan. Die. verringerte Produktion führt zur Ver grüße rungder Arbeitslosigkeit. Vor nicht langer Zeit konnten wir von verschiedenen Seiten hören, daß es. an Arbeitern mangle, speziell auf den Farmen. Jetzt scheine.t sich jedoch die Farmer mit ihrer eigenen Arbeit begnügest zu können.' Die Arbeitslosigkeit ist nun auch' in der Industrie fühlbar. . - Die National City Bank ist der Ansicht, daß die gegenwärtige Depression in den Bereit'^teu Staaten n'cht lang anhalten und ,daß eine rasch B sserung kommen wird. In ihrem letzten Bulletin heißt es: „Viele Anzeichen der Schwäche sind an' verschiedenen Stellen bemerkbar, doch^ ist es ein Irrtum zu glauben, wir hätten eine- Periode allgemeiner Depression vor uns. Noch' ist'eine Menge nicht ausgeführter Aufträge vorhanden. Die allgemeine Not fordert jetzt konstruktive Arbeit, um die Bedürfnisse dieses Landes und der ganzen Welt zu befriedigen. Immerhin ist es' schwer,'auf diesem Gebiet zu prophezeien." " Der Absatz der «erterr Schatzfchewe Dü nruen osikreichrschenHchatzscheine, dir gegenwärtig bei der Staatszmnalkasse, de: der Postsparkasse, bei allen staatlichen Postämtern, an den Schaltern der Banken und privaten Sparkassen zum P a r i k n r f.e erhältlich sind, begegnen dank ihren vortciUilif.enBrd'ngungen, der 6V»igen Verzinsung, ihrer Eskomptierbaikrit bei der Oesteireichisch-ungarischcn Dank sowie der jedem Bcsitz.'r zustehendeu Möglichkett, sie zu jedem Monatsersten dreimonatig kündigen zu können, der größten Nachfrage in weite« Schichten des Publikums. Alle Ksrditiustitute können ein ständig zmithßicndes Interesse für b;cfc Schatzscheine bei ihrer Klientel konstatieren. Wie uns rniweleilt wird, ist in der kurzen Zeit fett Begmn der Ausgabe neuer Titel btö Ende Oktober von der Postlpm kaffe allem eine Summe von L.-v Millionen Krvne» ab« gesetzt worden. Diese Wer beweist, daß auch in den eigentlichen Sparerkrnsrn eine gerechte Würdigung der überaus günstigen Bedingungen der neuen Schatz'cheme immer mehr ölätzgre'ist, eine Erscheinung, die im allgemeinen Interesse wegen ihrer gcld- und krediipolückchen Rückwirkungen zu begrüßen ist. Wiederaufnahme der deutsch-russischen Wirkfchaflsbeziehungen. Aus B e r l i n wird, berichtet: Im Gebäude der Außenbandelsstelle fand gestern eine Gründung statt, die als der erste bedeutendste Schritt .zur Wiederaufnahme der derit ch-russtsckrn Wirt chaftsbemhungen anm'prcüwn rst. Unter Anteilnahme der mhrenden K>ersc des Handels, derJndustue und der Arnkiierschaft wurde erne Organearion gegründet, dre ,n Form emer Treuhandgesellschafr zur Bmninlunsss'i lle des dentschm Handels nach Rußland und des rmsrschen Exports nach Deutschland werden wird. Mn der rnsssichen Regierung sind bereits Verhandlungen un Gange. ' WirksHaftliches aus der Tschecho-Slowcrkei. AnZ P r a g wird gemeldet: Zwischen der 2 i v n ostenfkL banka und der Ungarischen Allgemeine n K r e di t b a u k m Budapest schweben. Ver» t-andlungen, bct'effcnd die UebernahmeFer Filialen des magyarischen Ainanguslitvis in der Slowakei. Es handelt sich vor allem um dre Zweifl.mstaltm in Brawlava und KoZice. — Die Z n ck e r ä u s t u h r betrug m den Monaten April bis Juni 732 81» q Raffinade, wovon 472.000, $ nach Frankreich. 82.000 q nach Jtaben, 29 009 q nach Nordamerika exvariiert wurden. Dre Rohmckernnöfubr erreichte eine Höhe von 46.000 q, die fast zür Gänze nach Oesterreich ging. ' Die lichechifche MkneralqrreÄenindttstrie. In Prag hat eine von der Regierung embcrnfene Mmeralqnellencnquete stattgelundcn.'Urner dm der.Negirrnng vorgclegten Anträgen besinder sich mich die Forderung nach gegenseitiger nndcdingrer ZollireiheN mit allen Sutzesstousstaaien für natürliche.Heilquellen.. Stützung des tschechischen Kronenkurses. I« b« Prager Nationalveilammlung hat die tschechische Regierung ein«. GesttzemwUlt zar Stützung des tschechischen KronrnlnrirS ein aebracht. Die Regieruna will , den Erlös ans einem Teile del > Jncken-xporls zur Bildung einer Reserve verwenden, tfii';' der Reoulirnnicr des Kronenkmfts an den AußlandmarNen zi; drenen härte Dreier Fonds soll stets ergänzt werden, sobald aut ihm Entnahmen ei folgten. Bei der aarizrrr Aktion handle es sich., darum, gewissen wclukwven Machmschastnr entgegenzutreten nnH" den Kurs der Krvne möglichst zu fLabtXificrctt. E>ue künstlich'. Hebung des Wertes der Krone werde, wie versichert wird, »ich angefircbt. *■ . Penftsttsaustatt fuv Angestellte. Unter dem Dorsif des Präsidenten Dr. Stevbän Licht fand kürzlich die zwei!« ordenrliche Generalversammlung statt. Dem Bericht entnehmcc wir- Mit Rücksicht aul die nunmehr in arößcrem Ausmaße ztn Verküflung siebenden Mi'tel hat dre Geneialvewammlung dir weitere nachdrückliche Durchführung ihres großzüaiaen Programm? lür die H c i l b p h a n d l u n g der bei der Anst'lt Versicherter brschloffcn: Im Proaramm der Anstalt'steht die Schaffung einer eigenen Lungniheilstätte sowie von Einllchivngen zur Zahnbehandlirng. Ferner solle» die GrschlechtSkranlhertm mtensiv bekämpft werden. Börse für larrdwretschaftlkche Produkte. Im nckttnationalen Getreidi-vcrkehr geben nur die Ueberschußländer du, Mengen aus, die sie dem Welimdrkt zur Verfügung stellen könneril' Es handelt sich Heuer um erheblich größere Mengen als rm Vorjahre, aber d,e nrißlichen Berhälinisie auf dem Geldmarkt lahmen dre Elnkaufstätigkeir. In New-?)ork bat sich besonders auf dem ^Weizenmarkt eine derartige Zurückhaltung gezeigt, daß die Notiitz nmarn nicht unerhebliche Rückgänge, aufwiesen. Nur die SrützlMgZkänfe deramerikanischen Bankwrlt haben ein stark« Sinken der Preise vrrlnnderr. Aehnlich liegen die Verbältnrffr in Kanada. Nicht ohne Einstuß aus' die weitere Gestaltung des Weltwe'zenprrises wird das endgültige ErntrergednrS iy Argentinien sein. Die Aussichten dort werde» keineswegs,alS roH dereichnet. da der Weitergang kein belrrrdigenderllst^ Die Ijcuttgü ’ Wochenbörse verkehrte m fester Haltung, einerseits der konstante» Warenknappheit wegen, anderseits in Anbetracht des Umstandes daß ungünstige Wettermeldungen aus den heimlichen ErzeugungKgebieten stimulierten. Hülsenfrüchte, vornehml-ch in ungarische« - Provenienzen, Futterstoffe und deien Ersatzvrodukle. und verernzell auch Ueearten landen, soweit greifbar, zu höchsten Prei'ev schlanke Aufnahme. Eine amtliche Bekanntgabe der erzielten Preise kanp nicht erfolgen, da die Konstituierung der PreiSrrmlltlungSkoyvmrfston auf unüberwindliche Schwierlgknten z» stoßen fcheml. j. Privatverlrehr. Im gestrigen Privatverkehr war Ghschästslosigkeit. vorwallend. Lediglich Staatsbahn notierten K 4S5ch Valrrtenkurse. Die fremden Zahlungsmitteln zogm im gestrigen freien Verkehr abermals rm Preise an. Es nvliertrm 8 e r u o t e n K 8..—, Rubelnoten K 3.48, Markno t e n K ß.^0. 'Dollar K bSl.—, tschechif ch r N o 1 e n L b.LV und p o l n i s ch e M a r k H 137.—. - ' Berliner Börse. . Berti«, 6. November. Die Meldungen über dre.wegssn drr schwierigen deut'chkN Finan-laqe notwendige beschleunigte Eiv" sührung deS Reichsnvtvpsers und die gestrigen Andeutungen des. F'nanzministers Dr. 'Wirih \m Reichstag über eine stärkere steuerlchr-' Herannehung der Schwerindustrle und desoudeis der Aktiengesell«- schäften sowie über eine wakrfckeml'ch in den nächste« Tagen emzubrmflmde neue Milliardtttvorlage haben die veremillt schon äk den Vortagen bemerlbac gewesene Reallsationsneigung an dV Dörie verstärkt. Es.traten daher für die führenden W^rie detz Montan-, Färb-, Mekuo- und Jndustriemarktes stärkere Rück-, gänae von 10°/* bis 2 -% und vereinzelt darüber ein. Daß ' Grschäst war jedoch wesentlich stiller als an den Vortagen.. Bei der vorherrichcnden schwachen Veranlagung, die sich auch n« weite-.rn Verlaufe in einem allgemeinen weiteren Wbröckeln dir > Kurse Luüerte, und der gelegrnlliche. Kurserholungen ermelner - Papiere keinen Abbruüi zu tun vermochten, machte d>e Bekannt- ' gäbe drr Jn!ei.'rsieng''m.nnschast zwischen dem Sremens-SchuckerL- ' Konzern und der Rtzein-Elbe-Union auf de» Kursstand der dafür in Betracht kommindm Papiere fast keinen Eindruck. Immerhin! Karen sie widerstandsfähiger als dre anderen Werte. Auch Schiff- OBmei%-iDi3fe«nto-Bank-A.G, Zentrale Pressbnrg ° Filiale Wien, 3.,WippSinggrsfrasse 24-280 iO. 18296,17408 Besörgimg aller bank^eschäftl» Transaktionen. Ent. gegenuahme von G-eldeinla^en, lusgube Ton Einlage, biiehern. Uebernainne von YrermögensTerwaltnngen. Waren abteilung. Serionmöbeln u. landtrirtscbaffcl.OerÄteBvon deutsebea Heizmaterialien etc. a; wiw8B««^uwiMMtt»uew»BwiB««*a^i)«Hmyjaai«aMaea<w» Bon Asxasl FLAKWiK. 1. Kapitel. (Zc'gt. w-.e der bosha'te Mrlanth'.vv rn einen Frichlrager vLiwündelr wurde.) l In jensn Tagen, da .Lord George Gvrdon Jnüfl lsnrds und für wahnsinnig gehalten ward, als England lins Respekt vor de« Prophezeiungen seinen Juden iedeö bürgerliche Recht mit Ausnahme des SLeuerzahlelr.s verweigerte, als jüdische Heiraten ungültig und Legate ffir hebräische Kollegien nichtig waren, als ein Prophet, dler den Primrose-Tag prophezeit hätte, .ins Gefängnis gekommen wäre, obwohl Pitt sein privates Ohr den Nnsichten Benjamin Goldsmits über, die fremden An-' .reihen lieh — in jenen Tageq, als Lstvels Chief Rabbi an Israel war, Doktor de Falk, der Meister des Detra- ^granurraton, der Heilige und kabbalistische Beschwörer in Wellclose Square blühte und der Koinponist von , „Nelsons Tod" Chorknabe in der großen Synagoge war, (trat Josef Grobstock, eine Säule derselben Synagoge, feines Nachmittags als einer der letzten in dem Strome der sich entfernenden^ Andächtigen in den Frühlings- ^nnenjchein hinaus. In der Hand trug er eitlen großen Sack und in seinem Auge lag ein Blinzeln. Es hatte eben ein besonderer Bitt- und Dank- WtteLdienft für die glückliche Genesung Seiner Majestät, siattgesunderr und der Kantor sich für den „königlichen ^eorg" und „unsere vielgeliebte Königin Charlotte" prelodisch bei der Vorsehung verwendet. Die Zuhörerschaft war groß und elegant gewesen — viel größer und eleganter, als wenn es> sich bloß um einen himmlischen Herrscher gehandelt hätte —- und darum war fcfec Los mit einer Barche von Schn'orr-ern besetzt, die dtd Entfernung der Zuhörer abtoarteten. geradeso wir sich im Vestibül der Oper die Lakaien ansreihen. Es war eine bunte Menge mit zerrauften Bärten und langen:. Haar, das in Locken herabfiel; es waren wohl nicht die Locken der damaligen Zeit„ aber die langen Röcke der deutschen Ghettos hatten zumeist drn Srrr'.eyosen und vielknöpfigen Jacken der Londoner Platz gemaü)t. Wenn die vom. Kontinent herübergebrachtrn Kleider abgetragen, war man gezwungen, die Klechung der. Höherst^helchen zu adoptieren, oder man mußte sich welche kaufen. Viele trugen einen Stab in der Hrnd und hatten die Lenden mit bunten Taschentüchern umgürtet, als waren sie jeden Augenblick bereit, aus der Gefangenschaft yeimzukehven. Ihr klägliches Aussehen wurde fast-gänzlich durch Ungewaschenheit bewirkt;.der Natur oder zufälliger Hilfe in Forrn von Mßgestaltungen hatten es wenige, zu danken. Nur die wenigsten konnten sich körperlicher Gebrechen rühmen und kein einziger -zeigte Wunden wie die Lazarusse Jtalieus oder Vrr- . renkungen wie die Krüppel Konftantinopels. Solche plumpe Methoden sind in her hohen Knust des. Schnorren? verpönt. Ein grüner Schi rin -mag Llug-eäschwäche andeuten, aber der Stockblinde trug ckein prahlerisches Plakat; sein Gebrechen war eine alte, feststehende Sache, die dein Publit-uu wohl bekannt war' und dem Eigentümer einen bestimmten Status in der Gemeinde verlieh. Er war kein unbenanntes Atom, wie.solche so häufig wandernd und um Entschuldigung bitterrd sich durch die Christenheit treiben. Der seltenste Anblick in dieser Zurschaustellung jüdischen. Bettlerrums war das hohle Beinkleid oder der leere Aermel, oder das hölzerne Glied, welches j beide aus fü llte. . > . Als die Schnorrer Josrf Grvbstock erblickten, fielen sie mit lautem Segensgeschrei über ihn her. Er aber strich ohne jede Ueberraschnng pomphaft durch die i Segens spräche hindurch, obwohl das Blinzeln in '' üu.om! Au.ae zu ein.'M schelnnscheu "n'ü-,.'rr umri-.h Außerhalb de§ Lifernen, Tores, dort, wo das Ge-' dränge am dichtesten war und -wo einige eleganiL- Wagen, die Andächtige aus dem ftrnen Hackney gebracht hatten, eben aufbrechen wollten, blieb er, von -b-ait lärmenden Schnorrern umringt, stehen und tauchte seine .Hand langsam und zeremoniös -in den Sack.; * Unter den Bettlern entstand ein Augenblick atemloser Erwartung und Josef Grobstock hatte einen Augen" blick köftlichetl Bewußtseins seiner Wichtigkeit, währender> sich blähend, im Sonnenschein stand.. f ■ ' In der Juden sch aft des achtzehnten Jahrhunderts' gab es keine ausgesprochene Mittelklasse; dir Wslt war in Reiche und Arme geteilt, und die Reichen warensehr, sehr reich, und die Armen sehr, sehr arm, so da§ jeder seine Stellung kannte. Josef Grobstock war mit': der zufrieden, in die ihn zu setzen es Gott gefa'llÄw hatte. Er war ein jobialer, vollbackiger Mensch, dessew glattrasiertes Kinn sich zu verdoppeln-begann, und trug wie ein Mann von höchster Ehrbarkeit einen? schönen blauen Leib rock mit einer Reihe großer Gold-- knöpfe.. Das gekrauste Hemd, der hohe Kragen vow' neuester Mode und das reiche, weiße Halstuch hoben die massive Fleischigkeit des roten, Halses. Sein Hut hatte die Quäkerform und seinem Haupte fehlte nicht die Perrücke und der Zopf, da der letztere bloß dem Namen nach etwas Ketzerisches war. . Das, was. Josef Grobstock aus dem Saale zog, war ein kleines, weißes-Papierpäckchsn, und fein Sinn für Humor bewog ihn, es in die Hand zu legen, die von seiner Nase am lveitesten entfernt war. Süm Humor war nämlich nicht fein, sondern plump; ersetzte ihn in den Stand, ein Detgnügen daran zu finden,- wenn der Hut eines Nebenmenschen im Windr dahin-»- flog, tat aber wenig ' dazu, die Jagd nach seinem eigenen zu lindern. Seine Scherze kitzeli-en nicht zart; sie gaben einem einen Schlag auf den Rücken - (Fvrckchuna foiar»

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