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Wiener Morgenzeitung · 1920-11-04 · Heft 639 (4.11.1920) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
2 (1920)
Issue
Heft 639 (4.11.1920)
Date
1920-11-04
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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V S; i Mfc-41 &s®ar fBim, DonnersttF' r—L >Wte«er Avrse»zÄtmtg T.' I V.'iTTi V nTSiiJi faßen und füsiliert oder ins Wasser geworfen. Die grauen wurden in eine Scheune getrieben und dort der Horde übergeben. Mehrere Familien wurden buchstäblich auSgerottet. Nicht minder haarsträubende Nach< richten sind auS IS anderen in der Umgebung von z^rwel gelegenen Ortschaften und aus jenen Gebieten eingelangt, welche die Abteilungen des Generals Baßachowiez passiert hatten. Alle diese Meldungen sind durch' ausführliche Dokumente und durch die im Besitze des Komitees der Mischen Dr'ea ionrn be'ind'ichen Namens Verzeichnis je der Opfer bestätigt. Die Gewalttätigkeiten dauern fort. Die von jüdischer Seite unternommenen Schritte sind bisher ohne Erfolg geblieben. Tagesbericht. Unser neuer Noma«. Wir beginnen in dm nächsten Tagen mit dem Abdruck des berühmten Romanes von Israel ZanqwiK: „Der König der Schnorrer". Schon der Name des Autors und der Ruf des Werkes, das su den bedeutendsten Schöpfungen der Gegenwatt gehört, versprechen unseren Lesern eine interessante Lektüre. Mir liebendem Auge sieht der Dichter die jüdische Welt durchsonnt von dem Lichte seines jedendigen Humors. Wir geben unseren Lesern hier rin Glanzstück der Erzöhlungskunst, das ihnen sicher sehr willkommen sein wird. Der Abba« des Hilfsmerkes -es Joint in Europa. Eine vertrauliche Konferenz der europäische» Direktoren in Wie«. ‘ Wir haben vor einiger Zeit mitgeteilt, daß der jAenrraldi tekwr des europäischen Hilfswerkes des Joint Herr Dr. Julius Goldman am 17. Oktober aus. Daris nach New-Aor? abgereist ist. Er hat sich nach New-Dock begeben, um dort die Bedingungen für den Wirtschaftlichen Wiederaufbau der du ch den Krieg zugrunde gerichteten jüdi,chen Existenzen festzustelten. De. Goldman, der seit Beginn dieses Jahres das Ioint-Werin Europa leitet und neu organisiert Kat, hat sich durch eine genaue Inspektion alter von der Not betroffenen Gebiest einen lückenlosen Ueberblick Aber die Situation geschaffen und betrachtet es jetzt als die wichtigste Aufgabe im Judentum, an den Wiedsraufbau zu schreiten. Er wird in New-Pork dem Aoint Distribution Committee auf Grund feiner persönlichen Wahrnehmungen und an der Hand der Exposees von Fachleuten Über die Wiederaufbaufrage -ericherr. In der nächsten Zeit dürfte in New-Aork eine Pol!verfammlung des Joint stattfinden, welche .bie Grundsätze für die konstruktive Hilst unter Lugrundelegung des Goldmansch^'« Referats ftstsetzen wird. Für die Dauer der Abwesenheit Dr. GoldmanS wurde Leutnant James H. Becker zu seinem Stellvertreter bestimmt. Herr Becker, der ursprünglich in der anlerikanischen Armee diente, wurde später dem ErnLhrungsdik.ator Hoover zur Dienstleistung zutzeteilt und war dann längere Zeit im Aufträge des Joint tätig. Millcilriilgeu ans dem Publikum. »mTERLOBUNG .unseres Freundes Herrn JONAS ZWIRN aus NJemirow mit Fräulein BElRTA BIER aus Lancut gratulieren wir herzlichst und wünschen dem Paare eine glückliche Zukunft w-4 JAKOB KURZER UND FRAU HERR UNB FBAU BERNHARD BAAB laden alle Verwandten, Freunde und Bekannten zur nv'v ma fooocooooaoMrtoanoooooooot Ihres Sohnes, welche am Sonntag den 7. November 1920 um 11 Uhr vormittags im Hause II., Darwingasse Nr. 27, Tßr 8, stattfindet, höflichst ein Wien, im November 1920 .8855 3 RfUANYBN, P0rl«n,Oold,Silber,PUtlnu. Uhren kftntt nsd verkantti 776 ETTER Botenturmatr. 23, Mari&bilf evetr, 93 Amsterdam Antwerpen Schöne Brittanten, Peel««» Juwelen, Raute«, Uhren ».f. w. kaust von Juwelieren, Händlern, Privaten zn konkurrenz» IvfenPhonMiiepleifen Erster gröhterKrniser tu Wie» Juwelier Rabinowitsch, 1.. Maximiliaustraße 2. Telephon 8541, vls-ä-rs der Oper (Kä^Mne straßt), und N., Stephanieftrahe J, nur 8, »m eiaenen Haust, Telephon 45148. tm FreNag von 4 Uhr «SchmitiagS bis Montag früh geschlossen. I»»-Lrrter grösster Käufer rar I Brillantes, Perlen,Uhren u. Juwelen Juwelier1 FORST ..AlssrstrassiiO maschinen — jrJSts HiishiM Billigste Preise -!»S- Leopold Stelnharö Wien, I., Biberstr. 9 Telephon Nr. 4073/VlH i bereits eine« Baustein gezeichnet hot, im Lause des DwtaH fünfzig weitere Bausteine aufzubringen. Nachfolgend dis Liste der letzten Baustein speudsr. S8 zeichneten: Den 48. Baustein bieZion. DezirkSsekdivu X/Xls den 43. Vmestei» Herr Med. Benjamin Doll (Dördel vrühy; den '44. Baustein btt ’S! fab. Bereis ISbLsche.l Mediziner, Wien, IX.; den 46. Baustein die Zion. Bezirksseftion V> de« 46. Baustein bis Akod. Verbindung StLauvuich Wien, IX.; den 47. Baustein die Zio». «e-irrssektion X/Xkx den 48. Baustein Herr Philipp Men schal, Wien, lX.^ den 4L. und 50. Baustein Herr Ing. ft . . „ Wien, XX. z - den S1. Baustein die Zion. BeztriSsektiou X/XIz den 58. Baustein Herr Dr. Max Sprecher, Wwn. IV.s den 53. Bernstein Herr Kommerzialrat Goldmottit,1 Wien, VH. (durch Vermittlung der BeztrSkommifsLriu Fratt Franko Kitter mann auf Kontwgent-Bezirk XVU.);.! den 54. Baustein die Akad. Verbindung h6mti; »tat, I. 1 - Außerdem verpflichtete sich der Akademisch« Verein jübi^ schw Mediziner zur Aufbringung von zwei wetteror Vausteineul bis.zum Jahresende und die Verbindung Ltb^nonia zuN Sammlung eines weiteren Bausteins zu je 20.600 Krvrren^ Durch die Bausteinspende Herrn D v l 18 hat die Zwn^ Ortsgruppe Mödling von.13 Bausteinen, zu denen sie sich' verpflichtet hatte, bereits den acht«« Stetn Scfceiwouin J U L q C H I C K & C 0. Q.tn. b. H.. I. Kehlmarkt 3, Hsm«'« Tel. lO.^ÜS Feine Herrengarderoben beim Schneidermeister Rudolf Gold«teln, Vien, II,, Taborstraue 59 Oegifindet IS6& 7S1 Ormsts Lager feiner Stoße , Telephon 45634 SpoEijscKen, Gtsrnituim Kleider, §rM. reine Wolle, xu Fabrikpreisen RICHARD SORER, l, Rotentarmstrasse Rr. 31 Mezzanin v» Telephon 231-69 für Oesterreich und hie Lsch"cho-Slvwakei bestellt. Es ist dies der erste Fall, daß ein nichtamerikanischee S.aötSbürger auf einen Posten berufen wird, für welchen die Brstäagnng der amerikanischen Regierung' die BormnSsetzuug bilden AusstelLvmg dev jüdrfchen SchLoffereLwerLMtL^ Die vom Jüdischen Mtionalrat gegründet^ jüdische.Schlosser wer kstLite veranstaltete tun* läßlich des Parteitages der österreichischen Zionisten; eine Ausstellung ihrer Arbeiten^ Die ausgestelltem Gegenstands gaben Zeugnis von den ausgezeichnetes Arbeitsleistungen dieses jüdischen SchlosseretbetriebeS') Das von einem Arbsitsr der WerkstäLLe konstruiert« Palentschloß „Tub-al" war in mehrfachen Ausführungen^ zu sehen und hat bereits' in weitesten Kreisen E breitung gefunden. Bemerkenswert ist. daß die Wie jüdische Schlossereiwerkstätte in Oesterreich die -ige Erzeugungsstätte für Manikür gegenstände ist. mannigfachsten Formen waren die Erzeugnisse dies« Industriezweiges zu. -sehen. Allgemeinen Anklans fanden dis geschmackvollen und eigenartigen Erzeuulsse der kunstgewerblichen Abteilung. Insbesondere' die exponierten G r a d t a f e l n, wirklich hervo rvagend« Arbeilen der Kunstschlosserei,' waren Gegenstand hej sondersr Aufmerksamkeit. Die ausgestellten Schnitt« und Stanzen wurden von Kennern als erstklassige Fach»! arbeilen bezeichnet. Die Werkstätte beschäftigt sich auc mit der Erzeugung bestellter Schablone». Die s jüdische Schlosserciwerkstätte (% Beztrl Apostelgasss SS) ist in -stetem Aufschwung begriffe». Grs.r.rwartig arbei en dortselbst 8 Gese lLn und 25 Lehr«! linge, fast durchaus jüdische Intelleltuelke, die baÄ Bedürfnis nach Handarbeit dem neuert BerufSzweigS zugeführk hat. Unter den Arbeitern der WerkstätiLf haben sich bi« engsten kameradschaftlichen Beziehungeni entwicktelt und immer , wieder führen sie auS ihreutj Bekanntenkreis der Werkstatt« neue Arbeiter zu. der uächsten Zeit wird der Kunst- und Bauschbossr auch »och eine elektrische Werkstütte angejchlvss werden. ' » ' ' Der gewesene Assistent des Iolnt-Divektors für Mole« Dr. Bogen, Herr Captain El kan C.Doorfanger, hatte sich seinerzeit nach Amerika begeben, «m einen zweiten Verband für den Ausbau der Hilfsaktion des Joint in Polen zu organisieren^ Er hat sich nunmehr in Degleilung , von fünfzehn Herren, die für die Hi.fs^k.igleit ausgebi.det sind, wieder nach Polen Hegeden. Die berichtet, hat vor kurzer Zeit in Paris eine Besprechung der Direktoren. und Hauptrepräsentanteu der Joint in Europa stattgrsunden. -Bei dieser Be-. sprechung war Leichlossen worden, a'lrs aufzuwenden, um für das kommende Jahr ein reguläres Gesamt,- Ludget sür das Ioins-Werk, nach Ländem geordnet, üuszustellen. Mit Zustimmung des Präsidenten de§ Joint, Herrn Fe ir M. W a r b u r g, hat nunmehr dep> sichre.tretende Direktor Herr Becker eine Konferenz der Direktoren einberufen, welche in der Mitte, dieses MonatS in Wien zusammentreten wird. An dieser Konferenz werden teilnehmen: die Rcg'onatdirektorev für Pole», Li.auen, Deutschland. Lettland, L>ester.elch, Tschecho-Slowalei. Ungarn. Rußland, Türkei, Palästina und Syrien. Die Beratungen der Konferenz, welche etwa drei Tage dauern soll, tragen streng vertraulichen Cha akler. Da die zu besprechenden, Angelegenheiten von großer Wtchligleit und Tragweite sind und anderer,eiiS die in Wien eintreffenden Leiter des Hilfswerkes so rasch als möglich in ihr ArbeitÄ« gebiet zurücklehren müssen, wird es den Teilnehmern, unmöglich sein, an irgendeiner Veranstaltung, die außerhalb des Rahmens der Konferenz liegt, teilgunehmen. Ebensowenig komme» Empfänge aüßentzehender Personen in Betracht. Hem Leon Wechsler» der, wke bekannt, seit d?m -Monat Juni 1919 die Hilftaktion des Joint in Oestersrrich orl-anisiort und geleitet hat, wurde vor kur-.em sWM und NEMldtr-ltor Jk% Isim Sine Leuchte der Oefterreichisch-IsraeNtischett Union. In der vor wenigen Tagen avgeh.iltenett General- Versammlung der Ocst-'rre.'chisch israelitischen Union ergriff das Vorstandsmitglied Rechtsanwalt Dr. Ludwig Strauß das Wort, und erging sich in Betrachtungen über den Ausfall der Wahlen in den Nationalrat. Er begrüßte bas' Verschwinden hes jüdischnatronalen BertveterS. Stricker aus .dem, Parlament, erklärte, daß hiesrS Mandat eine „Pcstbeulell gewesen, sri und daß,«r es. für besser halte, daß eln Chrkstlichsoziäler statt eines Jüdifchnat io naben nunmehr im Parlament fitze. Rechtsanwalt Dr. Ludwig S tra uß ist — man möchte fast sagen, selbstverständlich . auch Mitarbeiter.. der ,Muen Freien Presse", im KurtuswBhÜkamhf war er eifrigster. Agitator für die jetzige „nichtjüdischnationale" Majorität im"'WieNe,r.f MlLu'äVörstünd'...Der^ Mann beweist so recht, wohin die Äichtüng' der von &u AssimilEnSjuden betriebenen Politik führt. Er erhärtet die Stichhältigkeit unserer Behauptung, daß die von der „Union" gestützte Kandidatur.Dr.' Schworz-HillerS im. Grunde eine bewnß'te^ StärkungdeK ^AnttfemiliLmuin Oester-, reich war. - / Dattsteklls f8r:SM dritte Wische MiH, In den letzten Tagen hat die Aktion der Jüdischen f N a t i o n a l f o u d S zut ' Aufbringung övn 60V Bausteinen zu. je 3V.000 Kronen erfreuliche Fortschritte gemacht. Nicht nur, daß eine ganze Reihe neuer Bauststnspenden von Bezirkssekiionen und Vereinen einlirf, auch am 'zionistischen' Parteitag selbst spendeten Delegierte, unmittelbar nachdem sie zum Teile sehr hohe Beträge für Len Keren' Hajesfod gezeichnet hatten. > UeSerraschend gut ist ferner SaS Ergebnis siwrr erst vor wenigen Tagen begonnenen Sammlung an 10. urj> 11. Bezirk. Vor zirka einer Woche zeichnetdie BezirkSfektton einen Danstein (Nr. 48). Am Parteitag, hatte sie Jteuit# über 43.000 Kronen aufgebracht, so daß sie zw?r Bausteine voll bezahlen nnb einen dritten neu zeichnen lohnte. Ferner vrirpsli.chtkt-' sich ’ Herr Benjamin Doll (Bor-erbrühl), der \ Do« Hilfsverek« der -eutschett Sttde«. ^7 , Am 11. Oktober fand kn Berlin bte Sitzung beS Zentrs^ wmitseS und die GeneralverfamMlurrg deS HilfSveretnSj der deutschen Juden statt. Der Lwrsktzsnde Dr. JameSj Simon betonte, baß rlrfalge.der geLnbertvr polittfchen Der< chältniffe der Hilfsverein das Schulwerk.in Palästina auf'- gebsn mußte, das der Zionist Lommifftou uutersteMj wurde, bts für Weiterführung des Unterrichts sorgt. De^ Besitzstand an Gebäude» usw. wird zur Deckung ter Dev^ Sindlichkeiten realisiert werden., Auch d«S Lechnikum i»^ Haifa, das während dsS Krieges im Wege der Ltquidatimi. vom HilfSverein erworben wöcken war, wurde zu Beginn bsSs Jahres 1980 der Zionist Commission gegen Erstattung 6«sj Auslagen und NebernaKme d« Derbindlichbeiten Überlasten.^ Das Schulwert in Konstantrnopek wurde bis «ach de« Besetzung der Stadt durch die Entente erhalten, mußte avsts dann ebenfalls aufgegeben werd«r und wird auS eigene» Kräften und unter amerikanischer Unterstützung fortgeführi^ In Numänten» Bulgarien imd Geiechenlä « K ' mußte daS Gchulwerk schon während des Krieges liquÄttett werden. Generalsekretär Dr. Bernhard Kahn erstattete dm Rechenschaftsbericht. Als das zentrale Problem der kLnstige^ Tätigkeit bezeichnet Dr. Kahn das AuSwand e rungS>< Problem und die Ostjudenfttrsorge. In dieser Hw-, sicht ist insbesondere di« gemetnsarN mit den anderen Organs sätionen erfolgte Gründung des ArbeiterfÜrsorge< amtezu . erwähnen. (Die Wiener Gesinnungsgenossen fest Berliner HilfSvereinSjuden möchten das Ostjudenproblem auf andere Weist lösen. Sie haben ihren Fleischer, der -**■■> für die Ausweisung der Ostjuden tätig ist!) Zum Schlüsse hielt Dr. Paul Nathan eine Äedr, in der er die Gründe darlegte, die zur Aufgabe des palästinensischen GchUvverW geführt habe«. Nathan Leiant, daß "auch früher diese Tätiget nur -um Nutze» der orientalisihen Jude« geführt wurde-, für die die d'e v t s ch r Sprache damals wichtig war, zu- Anknüpfung ivirtschaftlicher Beziehung«, ufw. Heute sind die Verhältnisse, anders, der HilfSvereiu mußte seine sühreutze Stellung acksgeben, wird aber auch i» Hinümft bereit sei». a,r der Arbeit für den Orient mit-uhrlsen»

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