Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- Heft 637 (2.11.1920)
- Date
- 1920-11-02
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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klnzelpreis ßtäittttne*aHim9tnreife; f ti'KWo» «ddoie» hMNÄio», L Bezirk.' Srftyn» «tze. 1 Hl », »der in einer ^«erschleißstelle Äe-fik): . . Rro»en «o,- ViertettahrNch „ »0.- Rit Poftvrrsand »ür WiM mid - Oesterreich: »o««chich .. ftronen 36.~ / ««echl^Slochakei: BlmmiliÄ .. Kr»««« |S.- ierteljährNa, W.- »tschkch»-flo»«ttscherM>hrm»H Ungar«: Nanatltch... Kro«ir« ^^"istvrlich oo— - A«j,,fla«ie»i NoviMtch .. D«ar .G«— KierieljShrttch » »8.- Wnzelpreis Kl. P^LnumerMittisprerser * £ > i0}»mÜkf«ij * Mark * ^«ierreNahrlich? .. WM i« Polnischer Wöhmnz ' Teutschland:. X Monatlich. . . Mark 1<M . .' fsnmfrridt: V, Monatlich. . .ftemtc*lMl Italien: \ Moyatlich . . . . Lire ft.-* '■ Schweiz: V Monatlich. . .. Srmre- F^ Redaktion «. Admiuittratio» Wt«n,S.Bez.,Tabvrstr.1-» Telephone: Adminiftratto» 44« N, Skedaktion 4381» ab 6 Uhr absird* Nr.lS ii»! ' Softlparkaffentonlo 150.8» Nr. 637 Wie«, Dienstag, den 2. November 1820 2. Jahrgang Um Wilsons Amt. ' -l-y. ÄZ i e n, S. November. DaS Volk , der Vereinigten Staaten wählt heute Seinen Präsidenten. Es sind in der Hauptsache wieder je zwei großen Parteien der Republikaner, und der Demokraten, die sich um die höchst einträgliche Ehre freiten,', den ersten Beamten der großen Republik, zu stellen: Der Präsident übertrifft an Mächtfülle und Autorität jedes andere Staatsoberhaupt. Er ist' wirklich der Herr der Beamtellschaft und kontrolliert aus. lchlaggebend die innere und äußere, Politik in den wich- Wren.^ Grundlinien. Es ist deshalb immer ein scharfer Kampf um diese . Stelle. Diesmal btrb der Ausgang ier Wahl auch von großer Bedeutung für Europa sein, , dgs ja seit Roosevelts. Präsidentschaft mit her ainerika-! irischen Außenpolitik zu rechnen sich :.gewöhyen müßte, ßs handelt sich diesmal um das Erbe Wilsons, um den Wkerbund. ' . Der scheidende Präsident, der. der demokratischen Partgfangehörte, ist im. Weltkrieg zum ersten. Wale, in den, Vordergrund getreten. Er hat sich ehrlich, und gewissen-. hast um die Sache des Friedens bemüht und -ist. Äis bekannt, sehr M in, scharfen Konflikt , mit der', öffentlichen Meinung der- Vereinigten, 'Staaten geraten, die von chllem. Anfang'an die Niederöennüng Belgiens durch die' deutsche Gewaltpolitik, al^ eine' schwere PersündigUng chl ' jeglicher Moral empföpd: .Wilson' hot 'd^n Emtrilt seines. Staates in denKrieg' .lauge anfgehalteN. Epst die' LepsMung der' „Lusitönia"' durch ^in7dWches Hnter-. nehlner au deYFriedenskönferenz 'hat. er.wieder üdrsücht. mäßigend zu wirken und den Krieg nach dem Kriege zu verhindern. Seine vierzehn Punkte, in'.' denen er seine pazifistischen Anschauungen niedörlegte, konnte er nicht zum Siege bringen. .$>?t Rachedurst Clemenceaus. .und der. offene Msall. Lansings, 'Wilson:Vertrauten/,.ließen'^ den amerikanischen Idealisten bald' isoliert erscheinen..' Dfe die Idee des Völkerbundes, in der die Gemeinsamkeit aller Menschen, die Solidarität der Kultürnationen ' icher den Haß siegen sollte, konnte er retten, aber nur ip «iner verstümmelten Form. Der, hohe und .'edl'e.'Gedanke wurde, durch die Tr'eibepeiM' pfiffiger Diplomaten zu einer Farce, die in Amerika' selbst einen heftigen Kampf gegen Wilson, erregte, Niedergeschlagen Uno schwerkrank kam Wilson aus'Versailles zurück. Sein LdbiLnswerk lvar auf das schwerste gefährdet- und selbst' seine eigene Partei fiel von ihm ab. ' Run steht wieder die Volkerbundfrage auf der Tagesordnung. 1 Das Pariser Elaborat, das ans dem Kchsten Gerichtshof der Welt ein' Mittelchen der Hin-, tertreppenpolitik gemacht hat, wird in Amerika über- M verworfen. Aber der Gedankeselbst beherrscht' den Wahlkampf und wenn er auch in der letzten Zeit hinter ' der Antialkoholgesetzgebung zurückgetretenist, . so .liegt doch in der Stellungnahme der.Wählerschaft zur Völkerbundidee ihr Bekenntnis der äußeren -"Politik überhaupt. Die Republikaner verwerfen.''den' Beitritt Amerikas zu dem in Paris fabrizierten Völkerbund, den , fie. als Men Jnterefsenverbänd der Entente hinstellen.. Sie. wollen für alle Zukunft eine Teilnahme Amerikas an den Händeln Europas verhindere- Ihnen kommt es freilich nicht auf die moralischen - Prinzipien an.- die Wilson vertrat: viel eher liegen ihnen, die ungeheuerlichen materiellen Aussichten am Herzens die ihnen' der Dollar eröffnet'. Die Demokraten dagegen sprechen sich für Paris aus. Ihre, Haltung wird durch ihr Streben erklärt. daß sich nichts auf der Welt ohne Amerika vollziehen solle. - Die Republikaner hoffen auf einen großen Wahlsieg. Aber auch ihr Präsident könnte nichts anderes tun alsgehen den i Rückzna Amerikas aus der Weltpolitik. ankämpfen, '; &e§ die wirtschaftlichen -Engagements des Schrates zu schwer bezahlen müßten. Wenü Amerika auch die- Politik Wilsons ablehnt und '-ihm' eikeN-^t-spub'likänischen- - Nachfosger in der Person Havdings gibt, so bedeutet das hoch nur die Verurteilung der Methode, nicht aber eine Verwerfung des Gedankens selbst, der über den Imperialismus siegen wird, weil er das Gewissen der Menschheit ist. * ■ ■ ■ » ,.: Paris» 1. November. Aus Washington wird gemeldet: Der Wahlfeldzug, der in den letzten Monaten mit besonderer Hettiakeit aeiübrt worden M a i l a n ty 1;; 9tbi>emBcr.' (3:de^Dtt1p.) ®er „(SocoJo* mdöet (t«ö 3?om: Das Kabinett Giottttt hat die «ach^ettMrieLSyÄt'ordnangen «ech bestehend e« wirtschaftlichen Beschrtznkttn^e» lm Verkehr mit D e ü t schl and und O e st e r r e i ch mit Wirkung vom 5. November ab aufgehoben. . '■ , Scharfe Uenirieiing der französischen Gn sensiMyneller Artikel Gardiners. . A m st e r d am,, 1.November. (Wolfs.) In einem offene». Schreiben an Poincaree, der nach Anücht der Engländer den mächtigsten persönlichen Enrfluü in der französischen Politik hat, sagt Gardlner in de» „Daily News": Die Politik von Paris, hat über die Politik, von drückung verurteilt. Der Kontinent wird mit de» Schwärmen Ihrer Militärmissioncn übersät. Die fam«, zvsische ^Politik hat Polen zu seinem wahnsinnigen Im« periälismus ermutigt. Die französische Politik unter« stützt Wrangel und macht^^ den Frieden mit Rußland nn^ - möHich.^.^Die'^ßroßen^-' WgWfatzv^V' Gkoßa Auf der einen.Seite wäröe Teutschland unter der Drohung einer, schrankenlosen Entschädigung gehalten, auf der anderen' mit der Beraubung der Quellen - seiner wirtschaftlichen Kraft bedroht, die cs ihm ermöglichen wärde, die vernünftige Wiedergutmachung zu leisten, die, die Gerechtigkeit fordert. Von seinen drei Kohlengebieten ist ihm eines genommen . worden, in dem Falle Oberschlesie» arbeiten Ihre 'Militäragenien unaufhörlich, um zu erreichen', daß Oberschlesien au Polen fällt. Im Falle des Nuhrgebietes ist Ihre offen zugcgeÜenc Politik die,' das Nuhrgcbict mit. Ihrem Heere.zu, besetzen.und es als, Werkzeug für die politische Zerstücklung Deutschlands', zu gebrauchen. Die deutsche Bevölkerung des alten Oesterreich wird in Bruchstücke zerteilt und zur Verarmung und Unterist. hat gestern abends sein Ende gefunden. Jede der Parteien behauptet, daß ihr Kandidat die Mehrheit erhalten werde. Senator H a r d i n g und Gouverneur C o x führten einen der nachdrücklichsten Wahlseldzüge, in dessen Verlauf sie in Hunderten von Ansprachen vom Stillen bis zum Tltlantifchen Ozean das Wort ergriffen. Ihre Reden nahmen am letzten Tage einen persönlichen Charakter an. auch in der Frage des Völkerbundes. Die Zahl der eiugefchriebenen Wühler ist größer als jemals und das Wahlergebnis wird erst spät bekannt werden. Offensive der SoWfettruppen. Wränge! geschlagen. Kon st a n t i n o p e l, 1. November. (Reuter.) Die Bolschewiken haben aus der ganzen Front die Offensive anfg eno mmen. Die Truppen Wrang eis muffen sich zurückrzie^en. Sie haben Berdjansk und Aiexandrowsk geräumt. Die Danziger Frage. D a n z i g, - 1. November. (Wolff.) Gestern iraf hier follgeudes Telegranim der Danzig e r D e l e g a t i o u ein: Die Votschasisrkönferenz hat der Deiegation schr'rstNch besiäli^t, Daß die w^sentt'chen Punkte des Vertragsentwurfes der Botfchasterkonferenz n ich t m e h r d i s k n tx e r t werden dürfen und daß auch in den Nröenpunkten keiner- S e i A e n d e r u n * vorgenommen weren darf, die nicht die Genehmigung beider Parteien sindet. 380.060 MüW während das' österreichische Herr auf 30.000 Mann herabgesetzt worden ist und die Streitkrastel des deutschen Heeres auf 100.000 Mann herabgefttzt werden.. Ihr Vertrag mit Belgien macht dieses Land zu ' etwas, das sich von einem Protektorat wenig unler- ' scheidet. Sein offen zugegebenes Ziel ist die Oeffnuug der Schelde» Gardincr fahrt fort: Ihre Politik führt zueinem unvermeidlichen Bruch mrt^ Großbritannien und Italien und zu der dauernden aktiven FreündftWsi der Germanen und Slawen. Die Geschäfte Europakönnen nicht weiter fortgeführt werden, indem ettttti '' dem andern den Hals abschneidet,'sie kennen nur fort-- gesetzt werden, wie alle anderen Geschäfte durch gegen»' fertige Unterstützung und einen freundschaftlichen Gerste - Die Arrexion Betzarabiens! durch srumÄnken.; Nom, 1. November. (Tel.-Komp.) Vor einkgen' Tagen fand im Ministermm des Auswärtigen die' Unterzeichnung des Protokolls statt, das den Anschluß der Provinz B e'.tz a r a b i e n an R u m a n i e'k! feststellt. Ein Z usatzartikel. enthält. die. Bestimmung - daß die Besitzergreifung Beßarabieus durch Ru«- m ä n i e n e n d g ü l t i g erfolgt, wenn auch R u ß« tand seineUnterschrist nicht gegebenhstk'' Bergarbetterftreik in Mlgieu Brnffel, 1. Novemher. iZav.as.) Wie.der »ÄiL*. meldet, haben die Bergmbei'ler' des Beckens voy Charleroi heute den Ausstand begonnen,' nachdeA ihrtz'' Förderungen bis' heute nicht bewilligt' Wörden find. Budapester ÄtuLurLeÜe^' . Dubnpest. 1. ^Nov'mver. (Nntz. Tek-Korr.^Vnr.^ Dag Ständgerichr. des Bvdav.ester SNasgeMtsbo'es vekkÜWWm- Sdnntag das Urteil -' im 'zweiten 'Pile 'dkS'-Sira^tozrM' 'Dsm. jene Aoacklag en, die koiUMnüistiiÄe' Mugschristen^^-ans Wie» Vach Budapest geschmuaaelt und ljauuisächrich iw jmststz der Donau zu Aa-tak -nSzwtcheii'^ verbreitet hruch. Dle'- MklW lawel'ans Berlnechen des'Aufruhrs - D.-s Schlosser Alrprndcr K o 'k.r i würde 'znmbeistandmapn Bcl aK o (Yi zu lebens!änglichem 8uchÄaüs/S(ch-«z' Äasztolovics und Eduard S.r'ö ge rzü je.lh ÄWch« Amon 'S 11 V e r. ü i und Drstdei B öv a'r y zu", ir.'zeh» Jqb>en Zuchthaus vrrurtkisr. v) n?md:'n h gesvroibin. 279247